FC Rot-Weiß Erfurt - FC Carl Zeiss JENA 2:0

Tore: 1:0 Liebers (60.), 2:0 Fritz (67.)
Erfurt:
Kraus; Nowak; Tews, Große; Bach (75. Schönberg), Scheller, Loose, Cramer, Engelhardt; Fritz (80. Gezen), Liebers
Jena:
Keller; Raickovic (GRK, 74.); Noll, Schön; Lischke, Treitl, Sugzda, Hempel (82. Barich), Hauser; Jovic (82. Schwesinger), Mason (RK, 68.)

Zuschauer: 11.000

Schiedsrichter: Wagner (Hofheim)

Spielbericht:
Es war genau jenes Szenario, dass sich die Zeiss-Fans gewünscht hatten. Während der FCC schon vor dem letzten Spiel auf der Sonnenseite von Liga drei stand, musste RWE noch darum zittern, auch im kommenden Jahr in der gleichen Klasse spielen zu dürfen. Zwar glaubt hierzulande nur eine Minderheit ernsthaft daran, dass sich Erfurt von den Oberligisten Schönberg oder Hoyerswerda aus dem Rennen werfen lässt. Doch allein die Möglichkeit, den Thüringer Rivalen in die Relegation zu schießen, machte dieses Thüringenderby für viele Jena-Fans attraktiv. Abgesehen davon galt es natürlich, der eigenen Mannschaft im letzten Saisonspiel jene Unterstützung zuteil werden zu lassen, die sie nach einer sensationellen Rückrunde verdient.
Da es auch dem Gastgeber diesmal gelang, seine Anhängerschaft zu mobilisieren, bildete sich eine würdige Kulisse. Sie hätte, um es gleich auf den Punkt zu bringen, ein schöneres Spiel verdient gehabt. In den ersten zwanzig Minuten beschnupperten sich beide Mannschaften regelrecht, die Jenaer schienen auf eine Erfurter Anfangsoffensive zu warten, die jedoch ausblieb. Das erste Highlight in Minute 22, als Mason nach einem gewonnenen Zweikampf an der Mittelinie zum Solo ansetzte und Stürmerkollege Jovic auf die Reise schickte. Der herausstürzende RWE-Torhüter Kraus traf erst den Ball, dann Jovics Beine, was Schiedsrichter Wagner vom Elfmeterpfiff abhielt. Die Erfurter antworteten prompt, eine Eingabe von links spitzelte Liebers aufs kurze Eck, Axel Keller rettete mit dem Fuß, ehe Hauser das Leder aus der Gefahrenzone beförderte. Nach knapp vierzig Minuten hieß das Duell erneut Jovic gegen Kraus. Der passgenaue Vorlagengeber war diesmal Sugzda, Jovic läuft seinem Gegenspieler auf kurzer Strecke davon, wird von Erfurts Nr. 1 jedoch wiederum entscheidend gestört. Der knappe Chancenvorteil in Hälfte eins spiegelt auch die Spielanteile in dieser Phase wider. Der FCC spulte souverän sein Pensum runter. Bei den Blumenstädtern, für die es in diesem Spiel doch um so viel ging, vermisste man mehr Feuer und Engagement. Übrigens nicht nur auf dem Spielfeld. Das Häufchen RWE-Fans links vom Tribünenaufgang mühte sich vor der Pause vergebens um Stimmung. Wenn unsereins von gegenüber gesehen hat, dass beim "Steht auf, wenn ihr Rot-Weiß-Fans seid" beinahe alles sitzen blieb und dies mit dem Feedback der letzten Wochen und Monate im Ernst-Abbe-Sportfeld vergleicht, waren da schon gewaltige Unterschiede zu registrieren.
"Und wir sind nur zum Feiern hier" - diesen Sprechchor der dreieinhalbtausend gutgelaunten Jenaer Fans schienen nach der Pause die FCC-Spieler mehr und mehr zu verinnerlichen. Die Luft war mit einem Mal raus, was man aber verstehen kann, angesichts der 13 Partien in den letzten sechs Wochen und dem vorzeitig erreichten Saisonziel. Erfurt kam besser ins Spiel und wurde nicht nur vom Glück begünstigt. Das 0:1 von Liebers aus drei Metern nach Vorarbeit von "Zugvogel" Heiko Cramer roch nach Abseits. Während man den Feldverweis Masons nach hartem Einsteigen von hinten als berechtigt ansehen muss, verwundert es schon, dass ein bundesligaerfahrener Referee auf bloßes Nachfragen des Jenaer Mannschaftskapitäns erst Gelb und dann Gelb-Rot zückt. Schiedsrichterbeleidigung, wie im MDR-Text zu lesen war, kann es nicht gewesen sein - für sowas bekommt man nämlich pures Rot. Das vorentscheidende 0:2 war zu jenem Zeitpunkt allerdings schon gefallen. Frank Schön leistete sich dabei einen für ihn vollkommen untypischen Patzer, als er Erfurts Talent Clemens Fritz einfach ziehen liess, der dann aus 10 Metern halbrechts ins Netz traf. Neun Jenaer praktizierten in der Folgezeit Schadensbegrenzung gegen elf Erfurter. Besondere Verdienste kommen hierbei Axel Keller in seinem letzten Spiel für den FC Carl Zeiss zu. Stark seine Reaktion in der 85. Minute gegen den freistehenden Liebers, welcher noch den Nachschuss auf die Torlatte setzte. Die zwischenzeitliche Jubelstimmung der Gastgeber schlug um, als das Ergebnis aus Babelsberg bekannt wurde und sich das eigene 2:0 als wertlos herausstellte. Wer zuletzt lacht, lachte auch diesmal am besten und am Ende freuten sich wieder die Fans in blau-gelb-weiss - mit den Babelsbergern und auf die Feiern in Jena, die für den Abend angesetzt waren.
Es war eine aufregende Zeit, diese Rückrunde beginnend mit dem Versprechen auf der Veranstaltung am 3. Februar bis hin zum Saisonabschluss am 20. Mai. Aufregend auch für uns vom Homepage-Team. Doch hat es riesig Spass gemacht, diese Aufholjagd von Platz 16 auf Rang 4 miterleben und kommentieren zu dürfen. Dafür ein großes Dankeschön, FCC - und auf Wiedersehen in der neuen Liga drei ! <fc>
Die Bilder des Tages, zusammengestellt von Jens Weissenburger

FC Carl Zeiss JENA - FSV Zwickau 2:1

Tore: 1:0 Sugzda (9.), 2:0 Schön (38.), 2:1 Köcher (58.)
Jena:
Keller; Raickovic; Noll, Schön; Mason (86. Schwesinger), Treitl (76. Barich), Hempel, Sugzda, Hauser; Jovic, Rusjaev (61. Lischke)
Zwickau:
Reschke; Thaly; Da Paixao, Radojicic; Wieland (20. Düring), Kramer, Köcher, Shubitidze; Weiß, Jank (82. Arzt)

Zuschauer: 6721

Schiedsrichter: Voigt (Kleinkoschen)

Spielbericht:
Riesiger Jubel herrschte am Samstag im sehr gut besuchten Ernst-Abbe-Sportfeld, als um 15:46 Uhr Schiedsrichter Klaus-Dieter Voigt sein letztes Spiel als Schiedsrichter abpfiff. Jena hatte in diesem Moment die Qualifikation für die 3. Profiliga geschafft. Tausende Fans stürmten danach auf das Spielfeld, um ihre "Helden", denen unter Trainer Slavko Petrovic eine nicht mehr geglaubte Serie von Siegen gelang, zu feiern.
Der FCC begann das Spiel von Anfang an sehr druckvoll. Bereits nach fünf Minuten verpasste Jovic mit einem versuchten Hackentrick nur knapp das Tor. Nur zwei Minuten später scheiterte er erneut, da er nach einem groben Abwehrfehler der Gäste den Ball im gegnerischen Tor nicht unterbringen konnte. Doch nach neun Minuten war es endlich soweit: Nach einem Schuß von Schön trifft Sugzda aus halblinker Position mit einem Flachschuß aus 10 Metern ins lange Eck zur Führung der Gastgeber. Aber auch Zwickau versteckte sich nicht. Nur wenige Minuten später kam der FSV zu seiner ersten Chance. Ein Freistoß von Jank mit anschließendem Schuß eines Zwickauer Spielers landete jedoch über dem Tor. In der 25. Minute jagte Weiß den Jenaer Anhängern einen Schreck ein, als er allein vor dem Jenaer Torwart Keller auftauchte und dieser gerade noch mit einer Fußabwehr den Ausgleich verhindern konnte. Danach versuchte Jena wieder das Zepter in die Hand zu nehmen. Nach gut einer halben Stunde herrschte nach einem Schuß von Hempel große Unsicherheit im Strafraum der Sachsen. Doch der an diesem Tage wiederum sehr agile Alexandar Jovic konnte den Ball nicht unter Kontrolle bringen. Rusjaev versuchte noch mit einem Seitfallzieher sein Glück, scheiterte aber ebenfalls am gut aufgelegten Torhüter Reschke. Sieben Minuten vor der Halbzeitpause kannte im Stadion der Jubel keine Grenzen, nachdem sich auch schon herumgesprochen hatte, dass der Dresdner SC im direkten Vergleich mit 2:0 gegen Babelsberg führte. Nach einem Foul an Mason und dem anschließenden Freistoß von Hauser köpfte Schön mit seinem zweiten Tor für den FCC die 2:0 Führung.
Nach der Halbzeitpause versuchte Jena weiterhin Druck auf die Gäste auszuüben. Treitl verpasste mit einem Kopfball in der 54. Minute nach einer Flanke von Noll nur knapp das Tor. Wenig später versuchte es erneut Jovic mit einem Solo an mehreren Gegenspielern vorbei, aber auch er konnte den ersehnten dritten Treffer nicht erzielen. Doch bekanntlich rächt es sich, wenn man so viele Chancen ungenutzt läßt. Alexander Köcher erzielte nach gut einer Stunde mit einem Flachschuß aus 17 Metern den völlig überraschenden Anschlußtreffer. Sollte es doch noch einmal so eine Zitterpartie wie einige Tage zuvor gegen TB Berlin geben? Zum Glück nicht, denn Jena war von nun an wieder klar die tonangebende Mannschaft. Gedeminas Sugzda, der an diesem Tage ein sehr gutes Spiel machte, hatte in der 69. Minute die Riesenchance auf dem Fuß, doch vergab er völlig freistehend vor dem Tor der Gäste. Doch die größte ungenutzte Tormöglichkeit des Tages sollte Christan Hauser zwölf Minuten vor Ende des Spieles vorbehalten bleiben: Nach einem herrlichen Steilpaß von Hempel auf Jovic spielte dieser mit einem genialen Querpaß Hauser an, doch der schoss völlig freistehend aus kurzer Entfernung über das Tor. Der Höhepunkt der letzten Minuten des Spieles war dann der erlösende und viel umjubelte Abpfiff des Unparteiischen. <vg>
Fotos von Jens Weissenburger

1. FC Magdeburg - FC Carl Zeiss JENA 2:3

Tore: 1:0 Fuchs (21.), 1:1 Schön (22.), 2:1 Prest (30.), 2:2 Jovic (60.), 2:3 Schwesinger (90.)
Magdeburg:
Dreszer - Masley, Schmidt, Prest, Winkler, Fuchs, Schüßler (75. Kretzschmer), Dohnal, Richter, Papic (66. Ivanovic),Ofodile (58. Mydlo)
Jena:
Keller; Raickovic; Noll, Schön; Mason (63. Lischke), Treitl (62. Barich), Hempel, Sugzda, Hauser; Jovic (84. Schwesinger), Rusjaev

Zuschauer: 1583

Schiedsrichter: Reck (Demmin)

Spielbericht:
Wenn bei knapp 6000 Heimzuschauern vier Tage später lediglich 120 Jena-Fans zum Auswärtsspiel fahren, muss es sich um eine support-unfreundliche Ansetzung mitten in der Woche handeln. Eine Fahrt nach Magdeburg zum Spiel am Dienstagabend passt so manchem beim besten Willen nicht in den Zeitplan. Umso schöner, dass jene 120 Mitgereisten für ihr Kommen reichlich belohnt wurden.
In Magdeburg scheint sich ein Großteil der ehemaligen Stadionbesucher anderen Sportarten verschrieben zu haben. Trotz fünf Siegen in Folge kamen nur etwas mehr als eintausend Einheimische ins Ernst-Grube-Stadion. Immerhin darf man den verbliebenen FCM-Anhängern bescheinigen, ganz ordentlich Stimmung verbreitet zu haben. Anlass dazu gab es durchaus, denn das Spiel wurde von beiden Vertretungen von Anfang an mit offenem Visier geführt. Die besten Chancen der ersten Anfangsviertelstunde besaßen die Gastgeber. Zunächst verlud Ofodile zwei Mann, der Schuss von Papic aber zu ungefährlich (12.). Danach eine Überzahlsituation, doch auch hier brachte der Abschluss die Jenaer nicht in Gefahr (14.). Anders in Minute 21: Treitl vermochte Stastka nicht am Flanken hindern, Fuchs nimmt den Ball volley und trifft aus 10 Metern zum 1:0. Noch während im Stadionlautsprecher die Tormelodie lief, gaben die Jenaer die passende Antwort. Ecke Hauser, Kopfball Schön, Ausgleich. Endlich konnte Frank Schön, der in Magdeburg wieder eine bärenstarke Leistung bot, seinen ersten Torerfolg im Jena-Dress bejubeln. Doch lange blieb dafür nicht Zeit. Speziell in der ersten halben Stunde stimmte einige Male die Zuordnung in der Abwehr nicht. Richter hatte nach 25 Minuten freie Schussbahn (25.), Prest kam nach einem Freistoß ungehindert zum Kopfball, wobei hier Axel Keller großartig reagierte und den Ball über die Latte lenkte (29.). Hatte man aus dieser Szene nichts gelernt ? Zwei Minuten später. Wieder eine Eingabe von rechts, wieder steht Prest, eigentlich der Bewacher von Jovic, allein gelassen an der Torraumgrenze - diesmal hatte auch Keller null Chance. "Und iiiihr wollt dritte Liga spiel'n ?", höhnten die FCM-Fans vor der Pause. Irgendwie sah es tatsächlich nicht so gut aus. Neben den angesprochenen Problemen in der Abwehr hakte es auch im Spiel nach vorn. Das Mittelfeld wurde zwar zügig überbrückt, der finale Pass auf die Sturmspitzen aber kam einfach nicht an. Zudem wurde das Spiel über die Flügel vernachlässigt.
Gleich nach Wiederanpfiff galt es eine weitere Schrecksekunde zu überstehen, als Papic von Ofodile angespielt wurde und dessen Schrägschuss das Gehäuse nur um Zentimeter verfehlte. Nach 48 Minuten zappelte der Ball im Magdeburger Netz, Hauser hatte getroffen - leider Abseits. Als der wendige Ofodile trotz freier Schussbahn Keller nicht überwinden konnte (54.), nahm ihn sein Trainer zwei Minuten später vom Feld - und raubte dem Magdeburger Konterspiel damit seine schärfste Waffe. Es blieb zwar ein offener Schlagabtausch, das Chancenverhältnis aber kippte nun zugunsten der Jenaer. Während Sugzdas Kopfball nach schöner Vorarbeit von Jovic und Treitl knapp am Magdeburger Kasten vorbei strich, liess sich Aleksandar Jovic die Chance zum 11. Saisontor im 15. Spiel nicht entgehen: Sugzda zieht an der Strafraumgrenze drei Mann auf sich, spielt zu Hauser. Dieser (auf gleicher Höhe mit dem FCM-Libero) hat eigentlich schon beste Schussposition, legt dennoch ab zum unbedrängten Jovic - 2:2. Positiv machten sich nun auch die ersten Wechsel auf Jenaer Seite bemerkbar. Für Mason, nach seiner Verletzung doch noch nicht wieder zu hundert Prozent fit, kam Lischke. Und der machte von der rechten Außenbahn ebenso Betrieb wie auf der anderen Seite der sich steigernde Hauser. Alle zehn Feldspieler suchten nun mit der sprichwörtlich zweiten Luft die Entscheidung. Das Spiel wurde immer dramatischer: Rusjaev scheitert an Dreszer (70.), acht Minuten später fliegen gleich zwei Jenaer (Jovic + ?) an einer Eingabe Lischkes vorbei. Weitere zwei Minuten darauf, Rusjaev hebt den Ball über den Magdeburger Schlussmann, aber auch über das Tor. Und dann DIESE Chance in der 84. Minute. Wieder war ein Magdeburger Angriff abgefangen worden, plötzlich sah sich ein FCM-Verteidiger drei Jenaern gegenüber. Doch beim Versuch, auf die freistehenden Nebenleute zu passen, spielt Hempel diesem einen Abwehrspieler das Leder genau in die Füße Danach verletzte sich Jovic im Luftduell mit Dreszer, humpelte vom Feld. Für ihn kam Schwesinger. Vielen Jenaern merkte man an, dass sie mit ihren Kräften total am Ende waren, doch sie fighteten bis zum Schluss. 88. Minute, wieder ein Abseitstor - sorry, den Jenaer Schützen hab ich vor lauter Aufregung gar nicht mehr mitbekommen. Auch der Gastgeber hatte noch eine Riesenchance - Axel Keller reagierte prächtig. Und dann die Nachspielzeit. Rusjaevs genialer Pass legt die Abseitsfalle lahm, Schwesinger zieht aus 17 Metern ab - und trifft !!! Wie schon gegen Aue (da war es immerhin noch die vorletzte Minute) ein Tor kurz vor Schluss und wieder durch einen gerade zuvor eingewechselten Spieler. Der Jubel im Jena-Block kannte keine Grenzen und ich möchte nicht wissen, wie viele Handy-Telefonate anschließend geführt wurden. :-)
Da dieser Bericht (nach einer kurzen Nacht) am Morgen nach dem Spiel erscheint, sind die Resultate der Mitkonkurrenten um die begehrten Aufstiegsplätze noch vakant. Zumindest für einen Tag belegt Jena Tabellenplatz drei (welch ein schöner Anblick!). Viel wichtiger aber: Es könnte sein, dass der FCC schon am Samstag mit einem Sieg gegen die (freilich nicht zu unterschätzenden) Zwickauer alles klar machen kann für Liga drei. Dann hoffentlich wieder mit der Unterstützung von 6000 und mehr. Dieser FCC hat auf jeden Fall eine große Kulisse verdient ! <fc>
Die Highlights eines tollen Fußballabends

FC Carl Zeiss JENA - Tennis Borussia Berlin/Amat. 2:1

Tore: 1:0 Noll (14.), 2:0 Jovic (43., FE), 2:1 Jaekel (59.)
Jena:
Keller; Raickovic; Noll (56. Friedrich), Schön; Lischke, Treitl (76. Barich), Hempel (89. Findeisen), Sugzda, Hauser; Jovic, Rusjaev
TeBe Berlin:
Diederichs; Aksoy; Adamovic, Frank; Stankovski (46. M Njie, 80. Empere), Sabanni (54. Momirovski), Yelmazi, A. Njie (RK, 24.), Sterjovski; Taljevic, Jaekel

Zuschauer: 5914

Schiedsrichter: Zschoke (Malter)

Spielbericht:
Auch wenn sich keiner gern daran erinnert - ein Blick zurück auf das Hinspiel lohnt sich allemal. Thomas Gerstner war als Trainer gerade abgelöst worden, Interimscoach Thomas Vogel konnte nicht verhindern, dass der FCC beim damaligen Tabellenschlusslicht mit 1:3 verlor. Rang 16 war die Folge. Der absolute Tiefpunkt. Wer zu diesem Zeitpunkt orakelt hätte, Carl Zeiss Jena befände sich nach dem Rückspiel gegen die TeBe-Amateure auf Platz fünf - die Bezeichnung "Träumer" wäre wohl die Netteste gewesen, die er zu hören bekommen hätte.
Die Jenaer mit der ersten gelungenen Angriffsaktion im Spiel, einer Kombination über Jovic, Rusjaev und Hempel nach Kellers weitem Abschlag (8.). Die erste dicke Torchance besaßen die Gäste. Dabei schien der 35-Meter-Freistoss von der linken Seite ins Aus zu flattern, doch tauchte Taljevic am rechten Pfosten auf und prüfte Axel Keller mit Schuss ins kurze Eck. Ein weiter Einwurf von Frank Schön bereitete das 1:0 vor. Obwohl Sugzda von links heranbrauste und ihn beinahe behinderte, fasste sich Eric Noll ein Herz und hämmerte das Leder aus knapp 20 Metern in den Winkel. Ein super Tor, das dem zuletzt ja nicht immer überzeugenden Noll sichtlich motivierte und bis zur verletzungsbedingten Auswechslung an alte Klasse anknüpfen ließ. Auch der Schuss nur 90 Sekunden später konnte sich sehen lassen, zumal er vom Linksbeiner Hauser mit rechts abgegeben wurde. Zum Ärger seiner Trainers ("Dummheit") handelte sich der Berliner Njie eine Rote Karte ein, als er vor den Augen des Schiri-Assistenten gegen Lischke nachtrat. Nach Aksoys tückischem Freistoss, den Keller auf der Torlinie zu fassen bekam (28.), agierte bis zur Pause ausschliesslich der FCC. Frank Schöns Abstauber nach Hauser-Eckball war wohl hinter der Linie, was der Referee leider anders sah (29.). Aleksandar Jovic probierte nach Lischkes Vorarbeit jenes Kunststück, das schon Hempel gegen den DSC versucht hatte; ein Tor mit der Hacke zu erzielen. Doch stand auch diesmal der gegnerische Schlussmann im Weg. Die anderen Strafraumszenen vor der Pause detailliert zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Ob Rusjaev (30., 31., 40.), Jovic (36., 38., 45.) oder Sugzda (33.) - herrlich herausgespielte Chancen gab es fast im Minutentakt, doch lediglich der von Jovic scharf getretene Elfmeter fand den Weg ins Tor. Mein Notizzettel war nach 45 Minuten so gut wie voll und ich war froh, als die Partie unterbrochen war, um mal am "steht auf, wenn ihr Zeiss-Fans seid" teilnehmen zu können. Tosender Applaus begleitete die Jenaer in die Kabinen als Dank für eine leidenschlaftlich geführte erste Halbzeit.
Niemand sollte der Mannschaft deshalb einen Vorwurf machen, dass sie mit Beginn der zweiten Hälfte zwei Gänge zurück steckte. Zu klar schien man den dezimierten Gegner im Griff zu haben, auch das vier Tage später anstehende Auswärtsspiel spielte in den Köpfen gewiss schon eine Rolle. Problematisch allerdings, dass man nach dem Anschlusstreffer nicht in der Lage war, die Zügel wieder anzuziehen. Der Gästetreffer, wie der berühmte Blitz aus heiterem Himmel, wurde durch einen Abwehrfehler begünstigt. Friedrich und ein Mitspieler behinderten sich hier gegenseitig. Die Berliner wurden nun kesser, erst jetzt konnte man erahnen, wie diese Elf in den letzten Wochen Sachsen Leipzig und Union Berlin hatte besiegen können. Die Zeiss-Abwehr war zwar Herr der Lage, ließ bis in die Schlussphase hinein keine weiteren Tormöglichkeiten des Gegners mehr zu. Doch im Offensivspiel waren unsere Kicker gegenüber den ersten 45 Minuten nicht wieder zu erkennen. Der Spielfaden war gerissen, statt den Ball kräftsparend durch die eigenen Reihen laufen zu lassen, rannte man nun dem Gegenspieler hinterher. So wurde es eine nervenaufreibende Schlussphase. Jovic brachte vier Minuten vor Ultimo den Ball nicht an Diederichs vorbei, Hempel vertändelte in einer 2:1-Überzahlsituation. Der eingewechselte Ebimobowei Empere, mit dessen Namen Stadionsprecher Uli Klemm bewundernswerterweise keine Probleme hatte, stand in den letzten Spielminuten zweimal im Mittelpunkt. Bei der Grätsche von hinten in die Beine von Raickovic wandelte er am Rande eines Feldverweises, in der Schlussminute schüttelte er seinen Gegenspieler ab, scheiterte aber an Axel Keller.
Auf der anschliessenden Pressekonferenz informierte Slavko Petrovic mit Blick auf den ersten Erfurter Auswärtssieg über eine Änderung in seiner Saisonplanung: "Wir müssen in Magdeburg drei Punkte holen, auch wenn ich vor drei Tagen noch gesagt habe, uns reicht einer. Aber ich dachte ja nicht, dass die anderen auch gewinnen." <fc>

FC Carl Zeiss JENA - FC Erzgebirge Aue 2:1

Tore: 1:0 Jovic (78., HE), 1:1 Vasicek (81.), 2:1 Rusjaev (89.)
Jena:
Keller; Raickovic; Noll (74. Findeisen), Schön; Lischke, Treitl (74. Barich), Hempel (86. Rusjaev), Sugzda, Hauser; Mason, Jovic
Aue:
Beuckert; Zweigler; Sionko, Schmidt; Heidler, Tomoski, Hasse, Vasicek, Grund; Terjek (81. Seinig, 88. Reinold), Pagels

Zuschauer: 5623

Schiedsrichter: Reimer (Rathenow)

Spielbericht:
Es hätte noch ein richtig versauter Dienstagabend werden können. Als pessimistischer Nachbar aus dem Leipzig-Spiel vom Wochenende muß ich das wohl schreiben. Die Gesichter der Jenaer Zuschauer wären bestimmt um einiges länger gewesen, wenn der gerade eingewechselte Rusjaev in der 89. Minute den Ball nicht inīs Tor sondern....naja, ist ja egal. Ich will gar nicht weiter drüber nachdenken. Er hat getroffen und Jena ist endlich dort, wo wir die Mannschaft in drei Wochen auch noch haben wollen. Auf Platz 6!!!
Aber der Reihe nach. Das Spiel begann zunächst ein bißchen zerfahren. Viele Fouls und dazu der kleinliche Schiedsrichter ließen keine rechte Spielfreude aufkommen. Hempel und Sugzda hatten die besten Möglichkeiten für Jena. Während Hempels Schuß nach einer knappen halben Stunde am Tor vorbeiflog, parierte Beuckert den Kopfball von Sugzda noch irgendwie mit dem Fuß. Wirklich ärgerlich. Aber auch Aue hatte zwei gute Chancen in Führung zu gehen. Zunächst war da Tomoskis Flanke in der zehnten Spielminute, bei welcher Keller ziemlich ratlos aussah und es vorzog lieber nichts zu tun. Grund traf aber glücklicherweise nur das Außennetz. Kurz vor der Pause verfehlte Terjek noch per Kopf aus aussichtsreicher Position. Glück gehört halt auch dazu.
Im zweiten Abschnitt erhöhte Jena den Druck und kam nun zu besseren Möglichkeiten. Allein Hauser, welcher vor allem die ersten 45 Minuten auf seiner linken Seite sehr einsam verbrachte, hätte das Spiel zweimal entscheiden können. In der 47. Spielminute schoß er Beuckert freistehend in die Arme, knapp zehn Minuten später war er nach einer Traumflanke von Lischke einfach ein paar Zentimeter zu klein. Sein Kopfball flog links am Tor vorbei. In der 78. Minute war es dann soweit. Der eingewechselte Barich flankt den Ball von rechts in den Auer Strafraum, wo zwar kein Mitspieler, dafür aber die Hand von Hasse im Weg war. Elfmeter (glücklich aber doch vertretbar). Ich gebīs zu, bei Elfmetern für Jena drehe ich mich meistens um. Tor für Jena. 1:0 durch Jovic. Jubel! Nur noch zehn Minuten. Das muß doch reichen!!! Aber es kam mal wieder alles anders. Ohne nennenswerte Anteilnahme der Jenaer Hintermannschaft fiel bereits sieben Minuten später der Ausgleich. Ein Auer Spieler lief mit dem Ball am Fuß über das halbe Feld, schob den Ball auf den links mitgelaufenen Vasicek, welcher freistehend keine Probleme hatte, zum Ausgleich zu vollenden. Alles umsonst! Oder? Petrovic reagierte und brachte für die letzten vier Minuten Rusjaev, welcher nur zwei Minuten später den Endstand herstellte. Einen Freistoß von Hauser verwandelte er per Kopf unhaltbar inīs linke Toreck. 2:1. Viel habe ich danach nicht mehr gesehen. Nachdem mich mein Nebenmann wieder losgelassen hatte war Schluß. Das wars! Riesenjubel! Nochmal Glück gehabt, ohne daß es nicht zu den drei wichtigen Punkten gereicht hätte!
Auffällig war für mich vor allem die Zuordnung auf der rechten Abwehrseite (Pessimist!), welche selten bis nie zu erkennen war. Trotzdem geht der Sieg gegen eine starke Auer Mannschaft in Ordnung, da vor allem die kämpferische Leistung Jenas überzeugte. Somit ist auch das besagte Glück vertretbar, denn das muß man sich ja bekanntlich hart erarbeiten. <bpf>
Bilder des Tages

VfB Leipzig - FC Carl Zeiss JENA 1:2

Tore: 0:1 Lischke (32.), 0:2 Mason (51.), 1:2 Brestrich (90.)
VfB:
Grundmann; Reich; Görke, Jülich; Werner (60. Metzner), Brestrich, Lazic (68. Bordas), Rose (75.Kurth), Räbsch; Seifert, Dürr
Jena:
Keller; Raickovic; Noll, Schön; Lischke, Treitl, Hempel (77. Barich), Sugzda, Hauser (77. Findeisen); Jovic, Mason (81. Rusjaev)

Zuschauer: 3040

Schiedsrichter: Sax (Berlin)

Spielbericht:
Da waren wir (250 Zeiss-Fans - wo waren die anderen ???) nun zum vorerst letzten Mal im altvertrauten Plache-Stadion, das sich seit mindestens 20 Jahren nicht verändert hat, sieht man einmal von den elegant im Sichtfeld stehend Flutlichtmasten ab. Und der FCC zeigte, daß ihm die Niederlage bei Union nicht aufs Gemüt geschlagen war: Druck von Anfang an (so hätte man bei Union beginnen müssen..., na ja, vergessen und vorbei). Nach nicht einmal 2 Minuten mußte sich der VfB-Keeper das erste Mal lang machen, um Hempels Knaller nach dem von der Mauer zu kurz abgewehrten Hauser-Freistoß aus der unteren Ecke zu holen. Kurz danach zog Jovic von rechts rein, legte zurück auf Hempel, dessen abgeblockter Schuß hoppelte quer durch den Strafraum, aber Grundmann hatte noch vor Mason den Ball. In der 10. Minute versuchte sich Raickovic mit einer gelupften Freistoßablage in den Strafraum, wurde zwar nichts Handfestes draus, aber wich vom üblichen Freistoß-Schema "Raicko-Rakete“ oder "Hempel-Schlenzer“ ab. Der VfB brauchte 20 Minuten, um endlich mal richtig vors Jenaer Tor zu kommen: Nach einem Mißverständnis an der Mittelinie ging die "Lok" über rechts außen ab, Noll konnte aber zur Ecke klären. In der 25. min wurde auf der Gegenseite die 2. unübliche Jenaer Freistoßvariante (Lerneffekt nach dem Union-Spiel ?)) präsentiert: Hempel lief halblinks an, schoß aber nicht selbst, sondern legte quer ab auf Raickovic, dessen Schuß aber in der Abwehr hängenblieb. Dann erschreckte der Leipziger Rose in der 28. min die Jenaer Fans, die aus dem Gästeblock heraus nicht erkennen konnten, wie weit sein Schuß von links tatsächlich am langen Pfosten vorbeiging (im TV sah man, es fehlte gar nicht so viel). Dann war der FCC wieder dran, als Hempel von rechts außen auf Szugda ablegte, dessen Schuß Grundmann aber um den Pfosten lenkte. Beim nächsten Angriff marschierte Hauser mit Ball am Fuß, guckte, Mason lief sich links frei, doch der Paß ging geradeaus zu Lischke, der noch ein paar Schritte machte und dann dem Torwart keine Chance mehr ließ - 1:0 für den FCC !!! Den Leipzigern merkte man jetzt an, daß sie ganz schön an dem Gegentreffer "zu kauen" hatten. Außer in der 37. Minute, als Szugda im eigenen Strafraum ganz schön stochern mußte, damit er den Ball außer Reichweite der beiden wartenden Stürmer schlagen konnte, war von ihnen nichts mehr zu sehen. Vor der Pause ließ Jena dann noch die Chance zum 2:0 ungenutzt, als Szugda (der in dem Spiel überall war) nach einem Eckball zu hoch zielte. Es sah dabei aber so aus, als ob er nicht durch die VfB-Abwehr, sondern eher durch Schön irritiert wurde, der sich ebenfalls Richtung Ball orientierte.
Nach dem Pausentee (der war hoffentlich angenehm kalt und nicht so schweineteuer wie die Getränke im Gästeblock - 3 DM für ein "Finkennäppel" Flüssigkeit), legte der FCC los, als wollte er den vorsichtigen (man hätte auch "pessimistischen" sagen können) Äußerungen eines meiner Nachbarn den Nährboden entziehen: 7 Chancen in einer Viertelstunde ! Konnte Grundmann Szugdas Schuß in der 49. noch zur Ecke lenken, war er 2 Minuten später wehr- und machtlos: Jovic spielte auf die rechte Seite zu Mason, der aus der Not des springenden Balls eine Tugend machte und dem Keeper per Bogenlampe das Nachsehen gab. 2:0 !!! Und weiter ging es: Jovic knallte eine Flanke direkt aufs Tor (knapp daneben, 54.), dann wurde ein Jenaer Tor nach Eingabe von rechts wegen Abseits nicht gegeben (56.), schließlich scheiterte Lischke erst freistehend aus 8 Metern freistehend am Torwart (58.) und dann ging sein Direktschuß übers Tor (59.). Und schließlich versuchte sich Hempel nach Jovic-Flanke per Direktschuß (61.). Dann erinnerte sich der FCC daran, daß die nächsten beiden Wochen "englische" sind und begnügte sich mit der Kontrolle des Spiels. Leipzig konnte man zwar den Willen nicht absprechen, ihre Mittel waren aber sehr beschränkt, so daß die Jenaer Fans Zeit hatten, ihre Nerven zu beruhigen: mit "bei St. Pauli haben wir in der Nachspielzeit noch zweie reinbekommen", "denk' an Unterhaching" (2:3 nach 2:0-Führung -U.K.), "das Hinspiel gegen den VfB", "oder damals Düsseldorf" (trotz 3:0 noch verloren) und ähnlichem machte man sich gegenseitig Mut. ;-) Die Gastgeber unternahmen aber nichts, was diese Schreckensvisionen hätte umsetzen können, es fehlte der Biß. Bei einigen Kontern wäre sogar ein 3:0 möglich gewesen, doch mal stand Mason im Abseits (69.), dann sauste 10 Minuten vor Ultimo Treitl rechts außen alleine los, seine Flanke zielte jedoch nicht auf den Stürmer in der Mitte, sondern auf den in diesem Moment nicht vorhandenen Linksaußen. In der Nachspielzeit gab es noch einen Freistoß für Leipzig, 20 m Torentfernung, Mittelstürmerposition: der Schuß prallte von der Mauer ab und fiel Brestrich wieder direkt vor die Füße. Der hielt nochmals drauf und erwischte Keller auf dem falschen Fuß. Der Schiri hatte nach dieser Ergebniskosmetik aber ein Einsehen mit unserem Nervenkostüm und pfiff 10 ewig lange Sekunden nach dem Wiederanstoß ab.
Eine Viertelstunde nach dem Match konnten wir noch beim MDR-Rundfunk-Interview mit Petrovic "Mäuschen" spielen: Für die nächsten Spiele gilt "gewinnen, gewinnen, gewinnen und immer auf dem Boden der Realität bleiben". Auf die Frage nach einem "Endspiel": um Platz 6 in Erfurt antwortete Petrovic, daß er dies so erwartet habe, als er die Mannschaft übernahm, doch hofft er, nach Erfurt zu fahren und den 6. Platz schon vorher sicher zu haben. Wir hoffen mit ihm !
P.S. Den MDR-Bericht konnte man diesmal akzeptieren, er war ziemlich nahe dran an der Realität. Nur bei der Zuschauerzahl "4000“ und dem Attribut "höllisch schnell" für das Spiel in Halbzeit 1 war der Berichterstatter auf einer anderen Veranstaltung. Und Lischke wird nicht mit "ie" geschrieben... <uk>
Da der VFB nach einer Zwangspause erfreulicherweise wieder online ist, geht es hier zum Link auf Spielbericht sowie zu Fotos und Videos
Bilder von Jens Weissenburger

1. FC Union Berlin - FC Carl Zeiss JENA 2:0

Tore: 1:0 Härtel (60.), 2:0 Preiksaitis (62.)
Union:
Wehner - Härtel, Ernemann, Zafirow, Menze, Okeke (56. Preiksaitis), Zechner (83. Müller), Nikol, Zöphel, Balcarek (85. Bozsik), Persich
Jena:
Keller; Raickovic; Noll, Schön; Mason, Treitl, Hempel (75. Barich), Sugzda, Hauser; Schwesinger (65. Rusjaev), Jovic

Zuschauer: 3302

Schiedsrichter: Wehnert (Reichenbach)

Spielbericht:
Zu Union ging es wieder einmal per Fanbus. Sogar ein Spieler des FCC fuhr diesmal dort mit: Krzysztof Kowalik, zur Zeit noch im Aufbautraining, hofft schon gegen Aue wieder fit zu sein.
Im Stadion angekommen hielt das Programmheft eine Überraschung für die Jena-Fans parat. Da standen unter der Rubrik 'So spielt unser Gast' doch tatsächlich folgende Namen: Koslov, Beckert, Pätz, Gezen, Nagy, Fritz, Liebers, Bönisch. Blitzeinkäufe über Ostern ? Spielerflucht aus Erfurt ? Oder gar eine Fusion mit dem RWE ? - Natürlich nichts von alledem, die Programmheftredakteure hatten aus den beiden Thüringer Regionalligisten einfach mal ihre Auswahl zusammengestellt. Naja, kann passieren, aber bei den Berlinern liegt noch einiges mehr im Argen. Die rückständige Anzeigetafel, die langen Anmarschwege der Spieler über einen Nebenplatz, das fehlende Flutlicht, all das gibt es schon seit Jahren. Vielleicht bessert sich einiges durch eine angekündigte Millionenspritze vom Berliner Senat. Schlichtweg niveaulos auch die Versorgungssituation im Stadion. Einen separaten Stand für die Gästefans gibt es nicht. Wenn sich einer etwas zu Essen oder Trinken kaufen will, muss er warten, bis weitere 5-6 Leute dieses Bedürfnis haben. Erst dann darf sich der kleine Trupp unter Polizeischutz an die zentrale Versorgungsstelle begeben ! Union Berlin - sportlich die Nummer eins, beim Service das Schlusslicht der Liga. - All dies kann Erwähnung finden, weil es über die erste Hälfte des Spiels nicht viel zu berichten gibt. Wer mit einer stürmischen Anfangsoffensive der Hausherren gerechnet hatte, war völlig auf dem Holzweg. Offensichtlich selbst ein wenig überrascht nutzten die Zeiss-Kicker die sich bietenden Räume, waren vor der Pause feldüberlegen. Chancen allerdings blieben rar, weil Schwesinger wie schon gegen Dresden kein gleichwertiger Ersatz für den verletzten Nowotny war, Jovic sich dadurch gegen mehrere Abwehrspieler förmlich aufrieb. Ein Freistoss Hempels neben das Berliner Tor (24.) und ein Raickovic-Schuss aus 26 Metern, mit dem Wehner seine liebe Mühe hatte, blieben das einzig Nennenswerte. Union enttäuschte bis dahin, nur Zöphels Fernschuss (Faustabwehr Kellers. 33.) sorgte für Gefahr. Der "Auswärtssieg"-Sprechchor, der die Jenaer Akteure in die Kabine begleitete, klang noch fordernder als sonst. Die gut 200 mitgereisten Fans spürten, hier ist heute mehr drin !
Mit Beginn der zweiten Hälfte verstärkten die Jenaer noch ihre Offensivbemühungen. Zwei gute Möglichkeiten ergaben sich aus dem Zusammenspiel von Hempel und Jovic. Bei der ersten Aktion übersah der Stürmer beim Dribbling den freistehenden Nebenmann (54.). Fünf Minuten darauf startete Jovic in einer Zwei-gegen-Zwei-Situation diagonal in die Gasse, Hempels Pass aber kam steil. Aus dieser Szene entwickelte sich das 0:1. Den Konter über rechts konnte Keller noch entschärfen, als er einen aufs Tor gezogenen Flankenball über die Latte lenkte. Beim anschließenden Eckball allerdings fühlte sich niemand für Härtel zuständig, der stieg unbedrängt zum Kopfball hoch und erzielte aus sieben Metern die zu diesem Zeitpunkt schmeichelhafte Führung. Das Zustandekommen erinnerte nicht nur meinen Nebenmann Uwe Kaiser an das Spiel in der vorigen Saison. Auch Treffer Nummer zwei entstand aus einem Konter der Unioner im eigenen Stadion. Preiksaitis, der als Einwechsler für frischen Wind sorgte, wurde von der linken Seite angespielt, nahm den Ball mit der Brust an, legte ihn sich vom rechten auf den linken Fuß und hielt volley drauf. Der Ball schlug im rechten unteren Eck ein, Keller war noch dran. Da der Gastgeber in der Folgezeit noch zu zwei weiteren Tormöglichkeiten kam, bei denen sich Axel Keller auszeichnen konnte, geht der Sieg aufgrund der Chancenvorteile am Ende sogar in Ordnung. Die Jenaer, die sich bis zum Schluss vergebens um das Anschlusstor bemühten, dürften der Überlegenheit der ersten Stunde nun hinterher trauern.
Eine Niederlage beim Spitzenreiter ist kein Beinbruch, auch wenn die schöne Serie nach 12 Punktspielen damit beendet ist. Das Urteil des Union-Trainers Wassilev baut (hoffentlich) wieder auf: "Union kann stolz sein, gegen die gegenwärtig beste Regionalligamannschaft des NOFV 2:0 gewonnen zu haben. Jena wird garantiert zu den sechs Mannschaften gehören, die in die neu zu gründende dritte Liga aufsteigen werden." <fc>
Bilder des Tages
Fanbericht auf www.eisernunion.de

FC Carl Zeiss JENA - Dresdner SC 0:0

Jena:
Keller; Raickovic; Noll, Schön; Mason, Treitl, Hempel, Sugzda (90. Barich), Hauser (63. Lischke); Schwesinger (76. Findeisen), Jovic
DSC:
Groß Hoßmang; Knut, Casano; Wächtler, Maglica, Beuchel, Schmidt, Bustos; Sanchez (71. Gleis), Milde

Zuschauer: 6050

Schiedsrichter: Fleske (Schönow)

Spielbericht:
Nach dem im Schongang erzielten Sieg gegen den BFC, der dessen Trainer Bogs dennoch zu Lobeshymnen auf den FCC veranlasste, galt es am Ostersamstag gegen den Dresdner SC, das volle Leistungsvermögen auszuschöpfen. Trafen doch immerhin die beiden erfolgreichsten Vertretungen der Rückrunde direkt aufeinander.
Ausschliesslich Standarts sorgten in der Anfangsphase für Aufregung. Den Freistoss Hempels aus 20 Metern Entfernung (1.) lenkte DSC-Schlussmann Groß ebenso über die Latte wie jenen von Raickovic aus 27 Metern (6.). Der Gästeschlussmann leistete sich nach einem Hauser-Eckball seine einzige Unsicherheit (16.). Auf der Gegenseite zeigte Hoßmang, weshalb seine Freistöße in der ganzen Liga gefürchtet sind. Sein Schuss aus 19 Metern war scharf und plaziert. Doch unseren Torhüter holt sich nach der Saison nicht zufällig ein Erstligist ! Axel Keller bewies mit seiner Fußabwehr in der 4. Minute wieder einmal seine ganze Klasse. Der FCC wirkte vor der Pause optisch überlegen, die erste Chance aus dem Spiel heraus aber gab es erst nach einer halben Stunde. Die Eingabe vom sehr agilen Michael Mason verpassten Treitl und Jovic. Sieben Minuten später Jenas beste Gelegenheit: Ein Pass aus dem Mittelfeld in den gegnerischen Strafraum erreicht Dirk Hempel, der unter Bedrängnis zunächst Probleme mit der Ballannahme hat, dann aber mit dem Rücken zum Tor stehend auf die geniale Idee eines Hackentricks kommt. Zu schade, dass Gross mit einem Reflex noch die Hand ran bekam ! Ein wegen Abseits nicht anerkannter Treffer der Gäste und eine Chance Treitls, bei der Hoßmang klärte, vervollständigten die Bilanz aus Hälfte eins.
Nicht nur Georg Buschner prophezeite zur Pause, dass ein einziger Treffer die Partie entscheiden würde. In den Minuten nach Wiederanpfiff war der Tabellenzweite näher dran. Glück für die Jenaer, dass Milde nach Pass von Wächtler der Ball versprang (48.). Einen ganzen Sack Mehl hatten die Thüringer in der 54. Minute. Heillose Verwirrung herrschte da im Fünfmeterraum nach einer Rechtsflanke, doch Sanchez brachte das Leder nicht im leeren Tor unter. Nicht nur den Jenaer Spielern fuhr der Schreck in die Glieder, auch die 6000 Zuschauer (zweitbester Saisonbesuch) wurden immer leiser. Die DSC-Anhänger, laut Transparent unter anderem durch das Hans-Meiser-Team und die Senfgurkenmafia vertreten, machten sich nun lautstärker bemerkbar. Aus gutem Grund, denn die taktisch cleveren Gäste kontrollierten jetzt das Spiel. Wie gut, dass auf die Jenaer Hintermannschaft immer Verlass war. Frank Schön überzeugte als Vorstopper und wurde nur noch von Dejan Raickovic übertroffen, der einen astreinen Liberopart spielte. Lediglich Eric Noll fiel merklich ab. - In der letzten halben Stunde verflachte das bis dahin interessante Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften, bedingt auch durch die frühsommerlichen Temperaturen. Die Nullnummer war somit beizeiten abzusehen, womit beide Trainer aber nicht unzufrieden waren.
Um wenigstens am Ende des Berichtes eine österliche Metapher zu verwenden: Der FCC hat endgültig bewiesen, dass er mit den Besten der Liga mithalten kann und sollte auch am Dienstag nach Ostern in der Lage sein, dem Spitzenreiter ein paar Eier ins Nest zu legen. <fc>
Bilder des Tages

BFC Dynamo - FC Carl Zeiss JENA 0:2

Tore: 0:1 Treitl (31.), 0:2 Mason (80.)
BFC
Thomaschewski; Lenz; Reckmann (GRK, 79.), Kallnik; Wanski (65. Petzold), Salomo, Boer, Gatti, Biro (67. Schmeißer); Koslov, Georgiew (67. Riediger)
Jena:
Keller; Raickovic; Noll (85. Friedrich), Schön; Mason, Treitl, Hempel (81. Barich), Sugzda, Hauser; Jovic, Schwesinger (73. Lischke)

Zuschauer: 510

Schiedsrichter: Cyrklaff (Laubsdorf)

Spielbericht:
Das Schlimmste am Spiel war der MDR-Bericht bei "Sport im Osten". Über die Bewertung des Spieles in einzelnen Phasen (z.B. MDR: "ausgeglichene 1. Hälfte") kann man verschiedener Meinung sein, da hier subjektive Ansichten stark einfließen, aber andere Dinge dürfen TV-Journalisten, die in ihren Job den Anspruch auf Professionalität erheben, nicht unterlaufen: "800 Zuschauer" statt der offiziell bekannt gegebenen 510 (die schon sehr optimistisch waren), "Michael Mesonn" statt die englische Aussprache des Torschützen (beim 2:0 war's dann richtig), "Schwensinger", "Jens Raickovic" u.a. "Scherze". Dafür wurden etliche glasklare Chancen des FCC bereits in Halbzeit 1 völlig ignoriert und die Aussage "erste gute Gelegenheit besaß der BFC" kann auch als Luftnummer verbucht werden. Und mein "Liebling" sattelte bei der Ansage einen weißen Schimmel, als er den "BFC Dynamo Berlin" (Was heißt wohl das "B", Herr Mohren ?) ansagte.
Fast 20°C und Sonnenschein waren ideale Voraussetzungen für einen schönen Fußballtag, ein Riesenstau auf der A 9 gestattete aber vielen der rund 200 Jenaer Fans erst eine Weile nach dem Anpfiff das Zuschauen. Und da hätten sie schon Entscheidendes verpassen können, wenn der FCC eine ähnliche Chancenverwertung wie z.B. in Halle oder Stendal gehabt hätte: Bevor der BFC in der 6. Minute das erste Mal auf Jenas Tor schoß (knapp vorbei), standen die Zeiss-Fans schon zweimal kurz vorm Torjubel. Erst verspringt Jovic der Ball nach einer Vorlage von Schwesinger (2.), dann scheitert Hempel nach Zuspiel von Mason mit seinem Schuß aus 10 m ins kurze Eck an Thomaschewski. Und immer wieder gab es neue Chancen, die aber unkonzentriert vergeben wurden: Mason verspringt der Ball (17.), nach einer Ecke schießt Schön aus ganz spitzem Winkel parallel zur Torlinie (20.) und als Krönung erkämpft sich Jovic gegen 2 Verteidiger den Ball an der Strafraumgrenze (ähnlich seinem Tor in Babelsberg), geht aufs Tor zu, täuscht einen Schuß an und legt quer auf Schwesinger, der jedoch aus 8 m das fast leere Tor (der Keeper hatte auf Jovic' "Schuß" reagiert und krabbelte auf dem Rasen herum) nicht trifft. Zwischendurch sorgten nur eigene Fehler für Sorgenfalten, so z.B., als Treitl an der Mittellinie den Ball vertändelt und der BFC einen Konter fährt, der aber außer einer Ecke nichts einbrachte. Beim BFC merkte man, warum sie auf dem vorletzten Platz stehen. Viele Fehler in der Ballbehandlung und im Zusammenspiel (z.T. Nachwuchsspieler eingesetzt), aber sie bemühten sich und spielten fair (daran änderte später auch die gelb-rote Karte nichts). Dann begann Jenas "Eckenfestival", das in der 30. min zum 1:0 führte. Als am kurzen Pfosten die ganze Spielertraube den Ball verpaßt, muß Treitl in der Mitte "nur noch" einnicken. Dann holte ein Berliner nach einer der nächsten Ecken einen Kopfball Treitls (?) von der Linie. Das gleiche passierte nochmals in der 43., als ein BFCer Schön das Kopfballtor nicht gönnte und zur Ecke klärte. Diese flatterte durch den Strafraum und ein Jenaer knallte vom langen Pfosten aus drauf, scheiterte aber am Torwart.
Anstelle den Fans ein nervenschonendes Sonnenbad zu gönnen - schon ein 2:0 zur Pause hätte alles klar gemacht - nahm unser Team nicht alle Spannung heraus, sondern machte in der zweiten Halbzeit dort weiter, wo man in der ersten aufgehört hatte - beim Chancen versieben. In der 46. bedient Jovic Schwesinger, der am langen Pfosten vorbeischießt. Im Gegenzug mußte Keller einen Kopfball zur Ecke klären. In der 49. wird Hempel in Mittelstürmerposition freigespielt, ballert jedoch nicht drauf, sondern nahm an, machte anderthalb Drehungen... und der Ball war weg. Fünf Minuten später trifft Noll nach einem Freistoß von links nicht. Kurz danach (62.) paßt Schwesinger in die Mitte, aber Jovic und ein weiterer Spieler behindern sich gegenseitig, obwohl kein Verteidiger in Reichweite war. Statt eines beruhigenden x:0 (x = 3, 4 oder 5) also weiter 1:0 und obligatorisches Zittern - die Gefahr eines "dummen", "zufälligen" Gegentores ist immer da. Der FCC ging es in der nächsten Viertelstunde etwas ruhiger an, ohne das die Gastgeber einen Stich sahen. Zwölf Minuten vor dem Ende gab Raickovic mit einem flach um die Mauer gedrehten Freistoß (Klassereaktion des Torwarts) den Startschuß zur Schlußoffensive. Während Lischke in der 80. min den Ball leider nur gefühlvoll an die Latte hob, plumpste Sekunden später endlich (!!!) bei allen der vielzitierte Stein zu Boden. Nach schöner Kombination über links außen (Das ein paarmal im Video anschauen, da weiß man, was die Jungs im Training machen !) hatte Mason keine Probleme, das 2:0 zu köpfen ! Was dann kam (der FCC hatte weitere Tormöglichkeiten), war eigentlich schon egal, die 3 Punkte waren in Sack und Tüten. Obwohl der BFC kurz vor Ultimo noch eine Chance hatte, als unsere Abwehr sorglos zuschaute, doch der Schuß sauste knapp am langen Eck vorbei.
In den nächsten Tagen wäre noch zu klären, warum man das Tor in Berlin nicht häufiger getroffen hat, bevor das nächste Endspiel (diesmal gegen den DSC) ansteht. <uk>
Jens Weissenburgers Foto-Collage

FC Carl Zeiss JENA - EFC Stahl 2:0

Tore: 1:0 Schwesinger (21.), 2:0 Jovic (78.)
Jena:
Keller; Raickovic; Noll, Schön; Lischke, Treitl, Hempel (83. Barich), Sugzda (87. Friedrich), Hauser; Jovic, Nowotny (20. Schwesinger)
Eisenhüttenstadt:
Jaschob; Backasch; Förster, Tomcic; Schade (70. Murzda), Daniela, Unton (RK, 79.), Wiemer (60. Kremser), F. Bartz; Fraedrich, Pawluszek

Zuschauer: 4260

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

Spielbericht:
Volle Hütte gegen Hütte - der FC Carl Zeiss hatte über das Fanprojekt und die Homepages um Unterstützung gebeten. 4260 Zuschauer waren diesem Ruf gefolgt. Und auch wenn die von manchem insgeheim erhoffte 5000 damit nicht erreicht wurde - eine würdige Athmosphäre für dieses extrem wichtige Aufeinandertreffen der Tabellennachbarn war es allemal.
Von Beginn an agierte der Gast so, wie man ihn eigentlich erwartet hatte. Mit robustem, gelegentlich überhartem Körpereinsatz versuchte er, den FCC-Akteuren den Schneid abzukaufen. Erfreulicherweise liessen sich diese davon nicht sonderlich beeindrucken. Eine Riesenchance Nowotnys (Vorarbeit Hauser) schon nach einer Minute verschaffte gleich den nötigen Schwung. Nachdem Jaschob im Eisenhüttenstädter Gehäuse einen 30-Meter-Freistoss von Raickovic pariert hatte (13.), konnte er zwei Minuten später nur hinterher schauen. Aleksandar Jovic war in Ballbesitz gelangt, schlenzte das Leder aus 17 Metern herrlich aufs Tor, traf aber leider nur den Pfosten. Wenig später der erste Wechsel. Jörg Nowotny, obgleich zuvor mehrfach gefoult, verletzte sich ohne gegnerische Einwirkung. Nach Michael Mason, der mit Kreislaufproblemen kurz vor Spielbeginn passen musste, fiel somit schon der zweite Stammspieler aus. Ein nicht zu kompensierendes Handicap ? Mitnichten, wie sich gleich zeigen sollte. Ersatzmann Andreas Schwesinger war keine 100 Sekunden im Spiel, da wurde er von Hempel angespielt, zog aus gut 25 Metern ab und traf genau ins rechte obere Eck. Was für ein Schuss, was für ein Einstand ! Man merkte "Schwes" beim Jubel an, dass der ganze Frust vom Pokalspiel gegen Erfurt-Nord in diesem Moment von ihm abfiel. - Leider versäumten es die Jenaer, im Stile der ersten zwanzig Minuten weiter zu machen. Der Automatismus, nach einem Führungstreffer etwas zurück zu stecken und den Gegner kommen zu lassen, steckt offenbar so tief in den Köpfen der Akteure, dass ihn selbst Slavko Petrovic dort noch nicht herausbekommen hat. Am Dienstagabend hatten die Jenaer Glück, einen Kontrahenten mit ausschliesslich Defensivqualitäten zu besitzen. Der EFC kam nach 27 Spielminuten (!) das erste Mal in den gegnerischen Strafraum und gab nach 31 Minuten den ersten Torschuss ab. Für Raunen auf den Rängen sorgte lediglich ein knapp verzogener Schuss Untons, den Axel Keller mit beeindruckender Coolness behandelte (39.)
Den Gästen blieb auch die erste Gelegenheit nach der Pause vorbehalten, wenngleich diese von zwei Jenaern vorbereitet wurde. Mittelfeldspieler Sugzda und Stürmer Schwesinger behinderten sich gegenseitig am eigenen Sechzehner, den Schuss von Pawluszek klärte Keller zur Ecke (48.). Die Phase danach wurde durch Kampf und viele Fouls geprägt. Verbissen wurde um jeden Ball gekämpft, selten einmal war die Partie länger als 30 Sekunden freigegeben. Der Unparteiische zeigte insgesamt zehn Gelbe Karten, versäumte es aber, beruhigend auf die erhitzten Gemüter einzuwirken und wurde nach der Begegnung von beiden Trainern übereinstimmend kritisiert. Das 2:0 wirkte in jeder Hinsicht erlösend: Gedeminas Sugzda, unbedrängt durch die gegnerische Hälfte laufend, spielt einen intelligenten Pass in den Lauf von Jovic, der schaut kurz und lupft den Ball über den herausstürzenden Jaschob hinweg ins Tor. Sein achter Treffer im achten Spiel ! Eine Minute vor Schluss lag sogar Nummer neun in der Luft, doch scheiterte Jovic nach Treitls Vorarbeit knapp. Die Entscheidung war zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon gefallen, denn Unton war unmittelbar nach dem 2:0 wegen einer Unbeherrschtheit vom Platz geflogen.
Es war diesmal kein schönes Spiel, aber ein erfolgreiches. Und nur das zählt am Ende. Schliesslich gibt es in dieser Regionalliga mindestens eine Mannschaft, welche die Kombination 'nicht schön, aber erfolgreich' schon seit Wochen praktiziert. Und diese Mannschaft steht vor uns. Noch... <fc>
Highlights, zusammengestellt von Jens Weissenburger

FC Sachsen Leipzig - FC Carl Zeiss JENA 0:1

Tore: 0:1 Mason (4.)
Leipzig:
Twardzik; Bergner; Wentzel, Virag; Georgiew, Rietschel (75. Valencia), Lucic, Baum, Poviser; Filipovic (46. Schiemann), Zimmerling (46. Stantschew)
Jena:
Keller; Raickovic; Noll, Schön (GRK, 70.); Mason (61. Lischke), Treitl, Hempel, Sugzda, Hauser (Findeisen); Jovic, Nowotny (73. Friedrich)

Zuschauer: 4531

Schiedsrichter: Heynemann (Magdeburg)

Spielbericht:
86 Minuten! 86 lange Minuten! Diese Zeitspanne verstrich zwischen den zwei schönsten Aktionen des Abends beim FC Sachsen Leipzig und war wirklich nichts für schwache Nerven.
Zuerst schoß Michael Mason schon nach vier Minuten die frühe Führung für Jena, dann sorgte Schiedsrichter Heynemann mit seinem letzten und und mit Abstand besten Pfiff für grenzenlose Begeisterung- wenigstens im Gäste- Anhang. Dazwischen lag die lange Zeit des Hoffens und Verzweifelns und ein gutes sowie spannendes Fußballspiel. Jena begann mit aggressiven Angriffen. Bereits die erste nennenswerte Aktion führte zum Tor. Sugzda hatte dem gestarteten Mason perfekt in den Lauf gepaßt, der lief alleine auf Twardzik zu und blieb cool genug um mich mit meiner recht blassen Bratwurst Freudentänze vollführen zu lassen. Auch danach ließ Jena nicht locker und lief immer wieder gefährliche Konter, welche aber nicht mehr zum erhofften Torerfolg führten. Erst Mitte der ersten Halbzeit wurde der FC Sachsen stärker und sorgte vor allem mit hohen Bällen immer wieder für Gefahr. So richtig glasklare herausgespielte Chancen der Gastgeber blieben aber bis zur Pause eher selten und waren meist zufällig.
In Halbzeit zwei das gleiche Bild. Sachsen drückte nun Jena immer mehr in die eigene Hälfte, Jena antwortete mit gefährlichen Kontern. Klare Chancen blieben nach wie vor jedoch Mangelware beim FC Sachsen. Die beste Möglichkeit hatte sogar Jena. Lischke setzte sich auf der rechten Seite wunderbar durch und gab den Ball flach nach innen, von wo es keiner der Jenaer Angriffsspieler fertigbrachte den Ball inīs leere Tor zu kicken. Weiterzittern! Erst nach der Herausstellung von Schön in der 70. Minute erarbeitete sich der FC Sachsen ein paar wirklich gefährliche Möglichkeiten zum Ausgleich. Ein Schuß aus spitzen Winkel rollte vor dem Jenaer Tor durch den Strafraum, zwei Schüsse flogen überīs Tor. Ein weiteres mal parierte Keller einen Schuß vom freistehenden Virag. Zugegeben, zweimal hatte Jena noch so richtig Glück, daß Heynemann nicht in seine Pfeiffe pustete und Elfmeter für Leipzig gab. Aber er verzichtete drauf, worüber sich unsere Trauer jedoch in Grenzen hielt. Das warīs dann aber endlich. Jena verteidigte mit zehn Mann die wichtigen drei Punkte und fügte dem FC Sachsen die erste Heimniederlage der laufenden Saison zu.
Insgesamt war der Sieg sicherlich etwas glücklich, aber dennoch auch verdient. Zu ideenlos (Brechstange!) wirkten die Angriffe der Gastgeber und die Jenaer Konter waren jederzeit gefährlich. Ein bißchen scheint der FC Carl Zeiss der Angstgegner der Leipziger zu sein. Bereits letzte Saison blieben für die Sachsen keine Punkte gegen Jena übrig (1:8 Tore) und wer denkt nicht gerne an das denkwürdige Spiel am 3. Juni 1995 zurück... Aber das ist lange her. Jetzt geht es erstmal um die Qualifikation zur neuen dritten Liga. Wenigstens Platz sieben scheint durch das Unentschieden des EFC Stahl in Halle wieder in greifbare Nähe gerückt zu sein. Und am Dienstag kommt ja Hütte nach Jena. Was soll ich da noch schreiben. Klar das da ein Sieg her muß. Mit der spielerischen Leistung von gestern sollte der aber durchaus drin sein. Warten wir einfach mal ab... <bpf>
Schnappschüsse vom "Golden Goal"

SV Babelsberg 03 - FC Carl Zeiss JENA 1:1

Tore: 0:1 Jovic (23.), 1:1 Lau (44.)
Babelsberg:
Kosche; Block, Petsch (81. Schmidt), Laaser; Chalaskiewicz, Krisnaric, Civa, Lorenz (82. Müller), Ohly; Küntzel, Lau
Jena:
Keller; Raickovic; Noll, Schön; Mason, Treitl, Hempel, Sugzda (85. Friedrich), Hauser (87. Findeisen); Jovic, Nowotny (77. Schwesinger)

Zuschauer: 2582

Schiedsrichter: Sather (Grimma)

Spielbericht:
So mancher Fussballfan wird das kennen. Da fährt man mitunter viele Kilometer zu einem Auswärtsspiel und lässt weitaus verlässlichere Samstags-Vergnügungen sausen. Nicht jeder reagiert darauf immer mit Verständnis, auch in meinem Umfeld nicht. Doch durfte ich mir das Babelsberg-Spiel entgehen lassen ? Schliesslich hatte ich seit Petrovics Amtsantritt ausschliesslich Siege und 18:2 Tore miterlebt ! Immer, wenn ich nicht im Stadion sein konnte (Erfurt, Plauen) gab es auch keinen Sieg. Komme was da wolle, die Geburtstagsfete musste ohne mich beginnen, ich machte mich auf den Weg in die Filmstadt. In der Hoffnung, meine Serie würde weiterhin Bestand haben.
Diese Hoffnung wurde durch eine starke Anfangsphase noch zusätzlich genährt. Wie schon mehrmals in der Rückrunde, brillierte der FC Carl Zeiss mit attraktivem Direktspiel und übte sich bei gegnerischem Ballbesitz in konsequentem Forechecking. Die ersten Chancen liessen so nicht lange auf sich warten. Hausers Volleyschuss aus spitzem Winkel strich knapp am langen Pfosten vorbei (9.). Treitl rutschte das Leder nach einer Muster-Kombination über den Spann. Im Vergleich dazu sah die Szene in der 23. Minute zunächst gar nicht so verheissungsvoll aus. Nach einem weiten Abschlag Kellers kam Aleksandar Jovic zwar an den Ball, stand gegen zwei gegnerische Abwehrspieler plus Torwart aber allein auf weiter Flur. Doch Teufelskerl Jovic weiss auch aus solchen Situation etwas zu machen. Die Babelsberger Verteidiger wussten mit ihm überhaupt nichts anzufangen und sahen ziemlich alt aus gegen das Dribbling und den 8-Meter-Schuss ins rechte untere Eck. Der Jubel der genau hinter dem Tor plazierten FCC-Fans war entsprechend. - Wer weiss, wie diese Partie ausgegangen wäre, wenn im weiteren Verlauf Christian Hausers Kopfball nach Flanke von rechts im Netz gelandet wäre; der Ex-Unioner Kosche kratzte den Ball mit den Fingerspitzen aber um den Pfosten (39.). Wenn es an dieser kurzweiligen ersten Hälfte aus Jenaer Sicht etwas auszusetzen gab, dann dies, dass man nach der Führung nicht mehr ganz so druckvoll agierte, sondern den Gegner auskontern wollte. Dieser fand dadurch aber allmählich ins Spiel und kam, abgesehen von einem Abseitstreffer, bis zur Pause zu zwei Torgelegenheiten. Die erste machte Axel Keller zunichte, als er außerhalb des Strafraums zunächst mit dem Fuss rettete und dann im Zurücklaufen einen Fernschuss zur Ecke lenkte. Mit solchen Glanztaten straft er nebenbei bemerkt all jene Lügen, die meinen, der Einsatz abwanderungswilliger Akteure wäre ein Risiko, da diese in Gedanken schon bei ihrem neuen Verein wären. Bei Torchance Nummer zwei allerdings war auch Keller machtlos. Küntzel huschte auf der linken Seite zwischen Treitl und Raickovic hindurch, legte zurück auf Torjäger Lau, der ohne Mühe vollendete. Das wohl gefährlichste Sturmduo der Liga hatte wieder einmal zugeschlagen.
Es ist allgemein bekannt, dass solch ein Erfolgserlebnis unmittelbar vor der Pause einen psychologischen Vorteil mit sich bringt. Dementsprechend schwungvoll kamen die Gastgeber aus den Kabinen, setzten die FCC-Abwehr immer häufiger unter Druck. Diese hielt so gut es ging dagegen. Doch was war aus dem Jenaer Mittelfeldspiel geworden ? Waren Hempel und Co. vor der Pause zielstrebig und energisch zu Werke gegangen, verkehrte sich ihr Auftreten nun ins Gegenteil. Wenn sich Stürmer Jovic den Ball vom eigenen Strafraum holen muss, um überhaupt noch in dessen Besitz zu gelangen, geht das naturgemäss auf Kosten der Gefährlichkeit im gegnerischen Sechzehner. Nur gut, dass der Angriffsschwung der 03er nach 75 Minuten langsam verebbte. In der Schlussviertelstunde machte ausschliesslich der Referee von sich reden, dessen Leistung zum Schwächsten gehörte, was wir in dieser Saison von Schiedsrichtern sahen. Speziell bei der Zweikampfbeurteilung traf er gar seltsame Entscheidungen. Einen Einfluss auf den Spielausgang hatte dies jedoch nicht ! Mit Ausnahme etlicher Jena-Fans schienen alle zufrieden mit dem 1:1. Die Babelsberger Anhänger feierten das Unentschieden wie einen Sieg (was wir durchaus als Zeichen der Anerkennung verstehen !  :-)), deren Elf tat zum Schluss nur noch das Nötigste. Wenn man gesehen hat, in welchem "Tempo" Gedeminas Sugzda bei seiner Auswechslung den Platz verliess und zudem die beiden Zeitschinder-Wechsel in der Schlussphase berücksichtigt, können auch Slavko Petrovic und seine Jungs so unzufrieden nicht gewesen sein. Dem Spielverlauf nach geht das Ergebnis sowieso in Ordnung.
Durch eine super Mitfahrgelegenheit (Danke, Christian!) kam ich an jenem Abend doch noch zur Geburtstagsfete. Ich konnte mich jedoch nicht dazu entschliessen, den Auswärtspunkt vom Nachmittag gleich mitzufeiern. Was dieser wert ist, wird sich wohl erst am Saisonende zeigen. <fc>
Kurzbericht und Fotos auf der Babelsberger Fanpage
Fotos auf der HP von Jens Weissenburger

FC Carl Zeiss JENA - VFC Plauen 0:0

Tore:
Jena:
Keller; Raickovic; Noll, Schön; Hempel, Treitl, Sugzda (80. Barich), Hauser, Mason; Jovic, Nowotny (80. Rusjaev)
Plauen:
Kunze; Miftari; Holz, Bancic; Dünger, Krasselt, Hölzel (76. Weiß), Stadelmann, Küttner; Cincala (69. Spranger), dos Santos

Zuschauer: 4520

Schiedsrichter: Robel (Briesen)

Spielbericht:
Jena kam nach den zahlreichen Spielausfällen der letzten Wochen nur schwer in Fahrt. Trotz mehrmonatiger Erfolgsserie (seit dem 13.11.99 ungeschlagen) kamen die Thüringer nicht über ein Unendschieden hinaus.
In der ersten Viertelstunde des Spiels sahen die Zuschauer ein sehr zerfahrenes Spiel beider Mannschaften. Bei Jena kam es am Anfang der Partie zu relativ vielen Fehlabspielen und Stockfehlern, was dazu führte, das die Plauener ein ums andere Mal gefährlich vor dem Jenaer Tor auftauchten. Nach 15 Minuten besaß Jovic, nach einem schönen Alleingang zwischen mehreren Plauener Spielern hindurch, mit seinem Flachschuß die erste Jenaer Chance. Die Gäste versuchten von Beginn an des Spiels, das Tempo so niedrig wie möglich zu halten. Dennoch hatten sie Ihre Möglichkeiten: dos Santos scheiterte in der 22. Minute mit einem Schuss aus spitzen Winkel nur knapp. In der 28. Minute führte ein fast direkt verwandelter Einwurf der Vogtländer zu deren Führung, aber Cincalla war am langen Pfosten so überrascht, das er die große Möglichkeit zum Einschuss vergab. Der FCC, für den der von Gütersloh nach Jena gewechselte Frank Schön sein Debüt gab, versuchte nun das Spiel mehr in die Hand zu nehmen und kam durch einen Freistoß von Raikovic und einem schönen Schuß von Treil zu mehrenen Möglichkeiten. Kurz vor der Pause noch einmal eine große Gelegenheit für die Thüringer, aber erneut Stefan Treitl köpfte, nach einer Ecke von Hempel, das Leder knapp über das Tor.
Nach der Pause gleich eine Schrecksekunde für die Platzherren: Nach eine Flanke kann Torhüter Keller den Ball nicht richtig festhalten und Raikovic mußte mit letztem Einsatz zur Ecke klären. Jena steigerte sich von nun an kam zu mehreren guten Möglichkeiten, doch sowohl Hempel (53.) mit seinem Freistoß als auch Treitl (55.), der mit einem herrlichen Seitfallzieher Torhüter Kunze große Sorgen bereitete, gelangen nicht die lang ersehnte Führung der Jenaer. Nowotny (60.) als auch Hauser (64.) hatten ebenfalls noch einmal gute Möglichkeiten, doch auch ihnen war das Glück nicht zur Seite.
In einer turbulenten Schlussphase versuchten die Jenaer die Entscheidung zu suchen. Erst vergab Rusjaev den möglichen Siegtreffer, als ein Plauener Spieler den Ball gerade noch von der Linie retten konnte. Danach war es Treitl, dessen Schuß leider ebenfalls das Tor nur ganz knapp verfehlte. So blieb es am Ende bei einem unglücklichen Unendscheiden, was beim momentanen Tabellenstand beider Teams keinem so recht hilft. <vg>
Kurzbericht auf einer Plauener Homepage
Etwas längerer Kommentar auf einer anderen VFC-Page
Fotos von Jens Weissenburger

Lok Altmark Stendal - FC Carl Zeiss JENA 1:4

Tore: 0:1 Mason (2.), 0:2 Jovic (53.), 0:3 Mason (54.), 0.4 Jovic (63.), 1:4 Bellomo (64.)
Stendal:
Pietruska; Buchheim; Kraska, Gottwald; Lässig (65. Zarczynski), Schulz, Ceesay, Klenge, Stingl (53. Bellomo), Wurie; Berg (53. Lesch)
Jena:
Keller; Raickovic; Noll, Friedrich (80. Findeisen); Mason (64. Barich), Hempel, Treitl, Sugzda, Hauser; Jovic (75. Rusjaev), Nowotny

Zuschauer: 945

Schiedsrichter: Koop (Lüttenmark)

Spielbericht:
Nach drei Wochen Zwangspause für den FC Carl Zeiss konnte im Stendaler "Hölzchen" gespielt werden. 200 Jenaer Anhänger hatten eine der längsten Auswärtsfahrten in dieser Saison auf sich genommen. Viel hätte jedoch nicht gefehlt und sie wären umsonst angereist. Einige Spieler des insolvenzbelasteten Lok Altmark Stendal wollten wegen ausstehender Gehaltszahlungen gar nicht auflaufen, liessen sich erst kurz vor Beginn von Trainer Sandhowe überreden.
Wäre aus Jenaer Sicht auch schade gewesen um diesen wiederum furiosen Auftakt. Der Sekundenzeiger hatte nach Anpfiff noch keine zwei Runden gedreht, als Michael Mason zum Kopfball kam. Stendals Torwart Pietruska reagierte, musste den Ball aber nach vorn abprallen lassen, worauf Mason in elegant-artistischer Manier zum 1:0 vollendete. Welch ein Einstand ! Dabei sollte Mason ursprünglich gar nicht von Anfang an spielen, rückte kurzfristig für den angeschlagenen Kowalik ins Team. Leider fand dieser tolle Anfang der Jenaer zunächst keine Fortsetzung. Die Spielpause merkte man ihnen wie befürchtet doch an, der Ball lief längst nicht so flüssig durch die Reihen wie in den Spielen zuvor. In Folge dessen registrierten wir vor der Pause nur noch eine klare Tormöglichkeit, als Jovic flankte, Hempel vor Pietruska an den Ball kam, jedoch links vorbei schoss. Die Gastgeber, die den Rückstand recht schnell verdaut hatten, mühten sich redlich und hielten kämpferisch voll dagegen. In Strafraumnähe aber war gegen Raickovic und Co. nur schwer ein Durchkommen. Die wenigen Gelegenheiten wurden recht kläglich vergeben. Als Beispiel sei jene Szene genannt, als Stingl freie Bahn zum Tor hatte, jedoch viel zu früh abzog und aus 25 Metern nur ein Schüsschen produzierte.
Da waren die Jenaer Akteure aus ganz anderem Holz geschnitzt. Vermutlich hatten sie sich in der Kabine einiges anhören müssen. Jedenfalls gingen sie mit Beginn der 2. Hälfte konzentrierter zu Werke und erzwangen innerhalb von 120 Sekunden eine Vorentscheidung. 53. Minute, Freistoss Hauser auf den langen Pfosten, schöner Seitfallzieher Treitls an die Lattenunterkante, Jovic als Abstauber. Minute 54, Sugzda spielt auf Mason, der zielt aus spitzem Winkel genau ins lange Eck und trifft ein zweites Mal für seinen neuen Verein. Wenn man berücksichtigt, dass das Jenaer Spielsystem für den Ex-Gütersloher völliges Neuland darstellt und deshalb nicht alles auf Anhieb gelingen konnte, durfte man nicht nur der Treffer wegen mit Masons Einstand sehr zufrieden sein. Da werden sich die kommenden Gegner auf einen weiteren Unruheherd einzustellen haben. - Mit einem 3:0-Vorsprung war das Spiel eigentlich gelaufen, doch Jovic wäre nicht Jovic, wenn er nicht noch einen drauflegen wollte. Die Vorarbeit kam erneut von Sugzda, dem Schuss ins Netz auf fünf Metern folgte ein Tänzchen an der Eckfahne. Slavko Petrovic konnte es sich erlauben, die beiden Torschützen vom Platz zu nehmen. Bellomos Ehrentor war nicht mehr als ein Schönheitsfehler. Locker schaukelten die Jenaer den Sieg nach Hause, besassen im Mittelfeld (Hempel, Treitl) ein klares Übergewicht und durch Nowotny und Hempel weitere gute Torgelegenheiten.
Die drei Punkte von Stendal waren keineswegs so glanzvoll herausgespielt wie beim vorangegangenen Coup im Sächsisch-Anhaltinischen. Ungeachtet dessen können wir den nächsten Partien gegen höher plazierte Konkurrenz optimistisch entgegen blicken. Schliesslich blieb uns Jena-Fans das Zittern bis zum Abpfiff nun schon zum vierten Mal in Folge erspart. <fc>
Bilder des Tages

FC Carl Zeiss JENA - 1.FC Dynamo Dresden 3:0

Tore: 1:0 Nowotny (7.) 2:0 Jovic (37.), 3:0 Jovic (54.)
Jena:
Keller; Raickovic; Noll, Kowalik; Lischke (66. Barich), Hempel, Treitl, Sugzda, Hauser (77. Findeisen); Jovic, Nowotny (66. Rusjaev)
Dresden:
Kresic; Bulatovic (46. Nogueira); Manislavic (60. Kopunovic), Milenkovic (46. Kaiser); Schröter, Jelen, Lense, Gerstner, Müller; Hanke, Popovic

Zuschauer: 5050

Schiedsrichter: Melms (Osterburg)

Spielbericht:
So ein 6:0 wie in der Vorwoche kann richtig Stress erzeugen. Dies jedenfalls machte Slavko Petrovic gegenüber Journalisten einen Tag vor dem Dresden-Spiel deutlich: "Ich hatte viel Arbeit, weil man merkte, dass sich zu viele Spieler zu lange mit dem Spiel in Halle beschäftigten."
Wenn es denn so war, darf man dem Trainer bescheinigen, seine Schützlinge rechtzeitig wieder auf den Boden zurückgeholt zu haben. Denn auch wenn Dresdens Kapitän Lense den ersten Torschuss abgab (3.), in der ersten Hälfte spielte eigentlich nur der FCC. Aufregung herrschte schon in Minute vier. Nach einem Foul an Nowotny zeigte Schiedsrichter Melms auf den Elfmeterpunkt, revidierte aber seine Entscheidung, weil sein Assistent Momente zuvor fälschlicherweise Abseits angezeigt hatte. Doch die Jenaer hielte sich nicht lange damit auf. Drei Minuten später: Einen 50-Meter-Freistoßball Raickovics in den gegnerischen Strafraum leitet der vor der Pause stark auftrumpfende Dirk Hempel mit der Hacke weiter, Nowotny aus 16 Metern findet die Lücke zwischen drei Gegenspielern und der Ball hoppelt ins Netz. Das frühe Führungstor gab wie schon sieben Tage zuvor Auftrieb. Die Viertelstunde danach drohten die Dresdner förmlich überrannt zu werden. Stellvertretend für viele gute Szenen in dieser Phase seien die Chancen Nowotnys (12.+17., jeweils nach Lischkes Vorarbeit) und Sugzdas (13., Fernschuss übers Tor) genannt. Erst nach knapp einer halben Stunde ließ der permanente Druck etwas nach. Die überraschend zweikampfschwachen Dynamos fanden dennoch nicht ins Spiel, mehr als ein Hanke-Kopfball (28.) sprang nicht heraus. Dafür gab es nach Hallenser Vorbild noch vor der Pause das 2:0 für den FCC: Hauser dringt links in den Strafraum ein, sein Pass auf Jovic zu ungenau; doch da Milenkovics Befreiungsversuch gründlich misslingt, kommt Aleksandar Jovic doch noch an den Ball und verwandelt aus fünf Metern. Anschließend lag noch ein drittes Tor in der Luft, doch Sugzda scheiterte an Kresic (45.)
Die Gäste-Akteure waren betont zeitig aus der Kabine zurück. Doch falls sie sich viel vorgenommen haben sollten (Popovics Schuss deutete es immerhin an), nach dem dritten Tor war alles gelaufen. Wieder war es Aleksandar Jovic, der nach Vorarbeit von Sugzda und Hempel den Dresdner Torhüter überwand. Sein vierter Treffer im dritten Spiel ! Fortan durfte er sich gelegentlich sogar der Spezialbewachung eines Mannes erfreuen, auf dessen Rückkehr man hier in Jena sehr gespannt war: Ex-Trainer Thomas Gerstner. Die negativen Sprechchöre gegen seine Person ("Ohne Gerstner steigen wir noch auf") musste er sich gefallen lassen. Wenn man sieht, was sein Nachfolger aus dieser Mannschaft herausholt, scheint manches gar nicht so weit her geholt. Als Trainer gescheitert, bleiben Gerstners Auftritte als Spieler und Sportsmann dennoch in guter Erinnerung. Man mag mich korrigieren, aber ich habe in den 90 Minuten vom Samstag kein einziges Foul von ihm registriert ! Zu gerne nur hätte ich gewusst, was er angesichts dieser nicht wiederzuerkennenden Jenaer Mannschaft gedacht haben mag. Dresdens Trainer Colin Bell sprach hinterher davon, man habe sich in Jena "abschlachten lassen", derart souverän beherrschte das Zeiss-Team die Szenerie. Dass am Ende kein Ergebnis a la Halle für die Thüringer heraussprang, lag daran, dass sie es zwischendurch mal etwas ruhiger angehen ließen, wenngleich Hauser, Findeisen, Jovic und Rusjaev auch dann noch genügend Tormöglichkeiten besaßen. Dresdner Chancen durch Popovic (61.) und Nogueira (76.) vereitelte Axel Keller. Während die mit Recht enttäuschten Dynamo-Anhänger zwanzig Minuten vor Schluss "Aufhören!" brüllten, verbreiteten die Jenaer Fans auf Tribüne und Gegengeraden tolle Stimmung. Selbst bei missglückten Aktionen ernteten ihre Spieler aufmunternden Szene-Applaus. An diesem Tage stimmte einfach alles.
Mit 9 Punkten und 12:1 Toren ist der FC Carl Zeiss die erfolgreichste Vetretung der Rückrunde. Von Platz sechs ist sie zwar noch immer drei Punkte entfernt, doch das wird hoffentlich nicht mehr lange so bleiben. Denn wie sagte Slavko Petrovic am Freitag ? "Wir sind sicher bis zum Ende der Saison noch in der Lage, zwanzig Prozent mehr zu bringen." - Bisher hat der Trainer noch nie etwas versprochen, was seine Spieler nicht gehalten haben... <fc>
Fotos von René Röder
...und von Peter Poser
Spielbericht auf der offiziellen Dynamo-Homepage
Bericht auf einer Dresdner Fanpage
Fotos von Jens Weissenburger

VfL Halle - FC Carl Zeiss JENA 0:6

Tore: 0:1 Hauser (3.), 0:2 Nowotny (39.), 0.3 Hauser (62.) 0:4 Sugzda (65.), 0:5 Jovic (69.), 0:6 Jovic (79.)
Halle:
Adler; Gumprecht; Albrecht (70. Krocian), Grosche; Westendorf, Emmerich, Glaubitz, Walle (46. Berger); Embingou (70. Conrad), Sadlo, Kubis
Jena:
Keller; Raickovic; Treitl, Kowalik; Noll (75. Findeisen), Hempel, Sugzda, Hauser, Lischke (68. Barich); Jovic, Nowotny (65. Rusjaev)

Zuschauer: 1948

Schiedsrichter: Voigt (Kleinkoschen)

Spielbericht:
Der Verfasser dieser Zeilen war auch beim Hinspiel gegen den VfL Halle als Berichterstatter eingeteilt und musste damals eingestehen, dass der Regionalliganeuling aus Sachsen-Anhalt sein Spiel "phasenweise überlegter aufzog". Scheint so, als hätte sich in den letzten Wochen diesbezüglich einiges verändert...
Falls ein Nachschub an Sicherheit und Selbstvertrauen überhaupt noch nötig gewesen ist, das frühe Tor nach etwas mehr als zwei Minuten dürfte ihn bewirkt haben: Hauser spielt Doppelpass mit Nowotny, setzt damit Halles komplette Abwehr außer Gefecht und schiebt den Ball an Adler vorbei ins lange Eck. Diesem furiosen Auftakt folgte eine Phase mit reichlich Leerlauf, in der vor den Toren nicht allzu viel passierte. Der FCC praktizierte die berühmte kontrollierte Offensive und (um auf die Anfangsbemerkung zurück zu kommen) ein effektiveres Spielsystem. Mit dem konsequenten Forechecking kamen die Hallenser nicht zurecht. Im Mittelfeld harmonierten Hempel und Sugzda in einer Weise, als spielten sie schon seit Jahren zusammen. Die abwechselnden Vorstösse der Noll, Treitl, Lischke und Hauser machten das Spiel zudem schwer berechenbar. Es war kein Zufall, dass Christian Hauser auch an Treffer Nummer zwei beteiligt war. Seinem unwiderstehlichen Solo aus der eigenen Hälfte folgte ein Muster-Zuspiel auf Nowotny, der kaltblütig vollendete. Gefahr drohte den Gästen zunächst nur bei eigenen Fehlern wie einer verunglückter Kopfballablage Raickovics. Erst zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff erarbeiteten sich die Intek-Schützlinge erstmals selbst eine Möglichkeit. Beim Schuss an den rechten Pfosten hatten sie zugegebenermaßen Pech, denn da wäre Keller nicht herangekommen.
Schätzungsweise 750 Jenaer Schlachtenbummler waren schon zur Halbzeit zufrieden. Sie konnten nicht ahnen, dass die 45 Minuten nach der Pause alles zuvor Gesehene übertreffen würden. Schon der Spielzug kurz nach Wiederanpfiff wäre ein Tor wert gewesen, doch Jovic verzog knapp. Nach gut einer Stunde aber war sie fällig, die endgültige Entscheidung durch das 3:0. Obwohl Sugzda noch leicht abfälschte, wurde der Treffer erneut Hauser gutgeschrieben, der von der linken Strafraumgrenze abgezogen hatte. Es spricht für den Christian, dass er seine Ankündigung, bis zum vieldiskutierten Wechsel nach Leipzig alles für den Jenaer Verein zu geben, bislang eindrucksvoll in die Tat umsetzt. Und es spricht für die Jenaer Fangemeinde, dass sie ihm dafür von Anfang an den nötigen Rückhalt verliehen hat. - Weiter ging es Schlag auf Schlag. Das 4:0 entsprang wieder einer dieser sehenswerten Kombinationen, wie man sie in der ersten Halbserie überhaupt nicht im Repertoire hatte. Nowotny auf Hauser, Hauser auf Sugzda, Sugzda aus acht Metern ins Tor. So einfach und sooo schön ! Doch das war noch längst nicht alles. Denn nun begann die große Zeit des Aleksandar Jovic. Vor der Pause eher unauffällig, war er jetzt nicht mehr zu bremsen. 69. Minute. Ein VfL-Angriff wird abgefangen, Jovic startet von der Mittellinie und schließt überlegt ab. Jetzt hatte auch der dritte Neue im Jenaer Dress seinen Torerfolg. Und es sollte nicht der einzige bleiben. 79. Minute. In der eigenen Hälfte spitzelt Rusjaev, umringt von mehreren Gegenspielern, das Leder zu Hempel, welcher bis zum gegnerischen Strafraum läuft und dann auf Jovic spielt. Tja, und wie das so ist, an solch einem Tag fliegt auch ein Drehschuss aus 19 Metern genau ins Eck. - Ein halbes Dutzend Torerfolge auf des Gegners Platz ? Selbst Anhänger, die seit 15 Jahren regelmäßig mitfahren, konnten sich nicht erinnern, so etwas zuvor schon einmal erlebt zu haben. Manch einer konnte es noch lange nach Abpfiff nicht so recht glauben. Den Hallensern, im eigenen Ministadion förmlich zu Statisten deklassiert, blieb der Ehrentreffer versagt, weil Emmerich völlig freistehend Axel Keller den Ball rückgabenähnlich zuköpfte.
"Der FCC ist wieder da" - Nach einem 6:0-Auswärtssieg verbietet sich jegliche Kritik von selbst. Eindrucksvoll, wie konzentriert auch dann noch weitergespielt wurde, als man den Sieg schon in der Tasche hatte. Selbst an der Chancenverwertung, in der Vorwoche noch das große Manko, gab es nichts zu meckern. Nur eines lässt sich erneut anfügen: Um abschätzen zu können, wie gefestigt diese Jenaer Mannschaft wirklich ist, muss sie erst auf einen Gegner treffen, der 90 Minuten lang Paroli bieten kann. Mal sehen, was Dynamo Dresden in dieser Hinsicht zu bieten haben wird. <fc>
Das halbe Dutzend per Bild

FC Carl Zeiss JENA - Hertha BSC/A. 3:1

Tore: 1:0 Sugzda (12.), 2:0 Lischke (15.), 2:1 Kretschmer (40.), 3:1 Hauser (42.)
Jena:
Keller; Raickovic; Noll, Kowalik (69. Friedrich); Lischke, Treitl, Hempel, Sugzda (82. Findeisen), Hauser; Jovic, Nowotny (73. Rusjaev)
Hertha:
Dzaferi; Beister; Grundmann (74. Meier), Karahan; Thiam, Kunert (67. Kadow), Steinhauf, Sträßer, Glöden; Kretschmer, Köhler (58. Biedermann)

Zuschauer: 3850

Schiedsrichter: Schössling (Leipzig)

Spielbericht:
Das frühlingshafte Klima mag seinen Teil dazu beigetragen haben. Doch wenn gegen den Tabellensechzehnten, der praktisch ohne eigene Fanunterstützung auskommen muss, der zweithöchste Saisonbesuch verbucht werden darf, muss es noch andere Gründe geben. Jenas Anhänger durften dann auch nach dem Rückrundenauftakt bilanzieren: Die Leistungskurve ihrer Mannschaft zeigt weiterhin nach oben !
Nach sieben Minuten die erste torgefährliche Aktion. In eine Linksflanke Hausers grätscht Lischke hinein, trifft den Ball aber nicht voll, sodass Dzaferi im Hertha-Kasten mit dem Fuß klären kann. Doch die Führung liess nicht lange auf sich warten. Dirk Hempels Freistoss aus siebzehn Metern war vermutlich schon hinter der Linie. Doch wer weiss schon, ob dies das Schiedsrichter-Gespann ebenso gesehen hat ? Dachte sich auch Gedeminas Sugzda und drückte den Ball per Abstauber ins Netz. Der Jubel war kaum verhallt, da gab es neuerlichen Anlass zur Freude. Ausgangspunkt ist ein gewonnenes Kopfballduell im Mittelfeld. Nowotny legt auf Sugzda ab, welcher Jovic auf die Reise schickt. Dieser sprintet in den Strafraum, sieht Lischke freistehen und leistet mit genauem Pass die Vorarbeit zum 2:0. Holger Lischke brauchte nur noch den Fuss hinzuhalten. Ein wunderschön herausgespieltes Tor - und eine Co-Produktion der drei Winterpausen-Neuzugänge obendrein. Es war nicht nur diese eine Szene, die zeigte, dass die drei Neuen zu echten Verstärkungen im Zeiss-Team werden könnten. Aleksandar Jovic, dem leider kein eigener Torerfolg beschieden war, hob sich dabei noch etwas von den anderen ab und verdiente sich auf Anhieb die Bestnote in der Jenaer Elf. - Die Gäste erholten sich nur langsam von diesem Doppelschlag. Ihr Treffer in Minute vierzig war praktisch die erste Torgelegenheit: Flanke von rechts auf Kretschmer, dessen Kopfball-Bogenlampe aus gut zwölf Metern schlägt genau im linken unteren Eck ein. Keller schaute nur hinterher. Nun sind wir Zitterpartien im Ernst-Abbe-Sportfeld längst gewohnt, doch diesmal blieb uns eine erspart, da der FCC sofort die richtige Antwort parat hatte. Langer Ball Raickovics auf Lischke, Eingabe zum auf dem Elfmterpunkt postierten Hempel, dessen Schuss bekommt Dzaferi nicht unter Kontrolle, Hauser ist eher am Ball als Glöden und stochert den Ball ins Netz. Mit Beifall ging es in die Kabinen.
Bei allem Ehrgeiz - Slavko Petrovic ist nicht so vermessen, nach einer 3:1-Pausenführung volles Risiko zu verlangen. Und so liessen es seine Schützlinge mit Beginn der zweiten Halbzeit betont ruhig angehen. Zu ruhig mit Blick aufs Torverhältnis, denn auch das kann am Saisonende ausschlaggebend sein. Da Hertha häufiger an den Strafraum kam, aber nicht sonderlich viel Gefahr ausstrahlte, herrschte zwanzig Minuten Langeweile. Lediglich bei einem Fallrückzieher musste Axel Keller auf der Hut sein. Absender war wiederum Kretschmer, der Beste im Hertha-Dress. Die vergebene Riesenchance Nowotnys, der frei vor Dzaferi diesen nicht überwinden konnte (68.), läutete eine chancenreiche Schlussphase ein. Unglaublich, dass diese nicht zu weiteren Treffern führte ! Was Jovic, Hempel, Lischke, Rusjaev an zum Teil mit tollem Direktspiel herausgeholten Möglichkeiten vergaben, ging schon nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut. Auch einige Leichtsinnigkeiten in der Abwehr fielen auf, blieben zum Glück ohne Folgen.
Was mich aber hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lässt: Physisch wie psychisch scheint Petrovics Arbeit bei den Spielern schon einiges bewirkt zu haben. Ein Beispiel: Bislang fielen die Jenaer nach einem Gegentor förmlich aus allen Wolken, glichen dann eher einem aufgescheuchten Hühnerhaufen und verschenkten so reihenweise Punkte. Diesmal, nach Herthas überraschendem Anschlusstreffer, schalteten sie scheinbar mühelos einen Gang hoch, ohne in Hektik zu verfallen. Gerade deshalb hatte man trotz schwacher Chancenverwertung nie das Gefühl, der Sieg gegen die Hertha-Bubis könnte in Gefahr geraden. Ebenso klar ist aber: Die wirklich schweren Brocken auf dem Weg in Liga drei kommen erst noch. <fc>
Die Bilder des Tages, zusammengestellt von Jens Weissenburger

FC Carl Zeiss JENA - FC Rot-Weiß Erfurt 1:1

Tore: 1:0 Nowotny (41.), 1:1 Valentincic (75.)
Jena:
Keller; Raikovic; Kowalik, Noll; Barich, Treitl, Hempel, Kaiser, Nowotny (62. Fröhner), Hauser; Rusjaev (80. Schwesinger)
Erfurt:
Kraus; Nowak; Große, Tews, Bach (46. Schönberg); Scheller, Engelhardt, Loose (69. Nagy), Cramer; Nemec, Fritz (36. Valentincic)

Zuschauer: 6320

Schiedsrichter: Kruse (Bischofferode)

Spielbericht:
Spätestens als Jörg Nowotny so um die 60. Spielminute frei vor dem Erfurter Tor auftauchte und anschließend den Ball ziemlich ungeschickt überīs Tor boltzte, hätte jedem klar sein müssen, was da noch kommen sollte. Dabei hätte es ein richtig schöner Abend werden können. Aber wer seine Chancen nicht verwertet, braucht sich am Ende nicht zu wundern, wenn er den Platz nicht als Sieger verläßt. Aber der Reihe nach.
Nach der relativ kurzen Anfangsoffensive der Erfurter, welche ohne nennenswerte Highlights verlief, wirkte das Jenaer Spiel etwas ideenreicher und die Mannschaft kam vor allem durch den recht agilen Nowotny zu zwei Möglichkeiten in der Anfangsphase. Mitte der ersten Halbzeit landete noch ein Freistoß von Raickovic knapp neben dem Erfurter Tor und wir mußten die Hände wieder aus der Luft nehmen und weiterwarten. In der 40. Spielminute war es dann aber endlich soweit. Tews verbummelte den Ball in der eigenen Spielhälfte an Nowotny, welcher unbedrängt auf das Erfurter Tor zulaufen konnte und dann auch noch die Nerven behielt. 1:0! Jubel. Warum hat sich Nowotny diese Szene nicht etwas besser eingeprägt, hätte er doch 15 Minuten nach dem Wiederanpfiff das Spiel durch die anfangs bereits erwähnte Situation entscheiden können. Wiederum Tews verlor den Ball, diesmal an Hauser (?), welcher den Ball quer auf Nowotny spielte. Dieser lief wieder alleine aufīs Tor zu und ...naja, den Rest habe ich ja schon erzählt. Schade! So kam es mal wieder, wie es kommen mußte. Freistoß für Erfurt in der 75. Spielminute von der rechten Seite. Cramer schlägt den Ball hoch in den Strafraum von wo Valentincic in die rechte Torecke zum Ausgleich einköpfen kann. 1:1. Nochmal schade, zumal es über den gesamten Spielverlauf erst die zweite nennenswerte Chance der Erfurter war und bis zum Ende auch die letzte bleiben sollte. Lediglich ein Freistoß von Engelhardt in Halbzeit 1 hatte für Gefahr und kurzzeitigen Herzstillstand gesorgt. Keller konnte den Schuß jedoch parieren und sorgte somit für die Wiederherstellung aller lebenserhaltenden Funktionen. Nach dem Ausgleich bemühte sich Jena und wäre durch Rousajew fast noch zum Siegtreffer gekommen. Eine flache Eingabe donnerte dieser aber nur anīs linke Außennetz. Erst kein Glück und dann auch noch Pech. Es hätte so ein schöner Feier- Abend werden können. Am Ende blieb es aber beim wahrscheinlich verdienten Unentschieden. Verdient deshalb, weil Jena seine Chancen nicht nutzte und Erfurt etwas cleverer spielte. Mit einem Sieg hätte unsere Mannschaft endlich den Anschluß an die, nennen wir es mal Nichtabstiegsplätze erreicht, wodurch dieser doppelte Punktverlust noch schmerzlicher erscheint. Andererseits war Erfurt sicherlich als Favorit inīs Ernst- Abbe- Sportfeld gereist und hätte sich auch mehr ausgerechnet. Am Ende bleibt die Erkenntnis, das Jena mit Mannschaften der oberen Tabellenhälfte mithalten kann und bei entsprechender Steigerung in der Rückrunde und ein bißchen Glück auch noch einen der begehrten Plätze erreichen kann. Ist doch auch schön, oder? <bpf>
Die Highlights des Spieles

FSV Zwickau - FC Carl Zeiss JENA 0:2

Tore: 0:1 Rusjaev (16.), 0:2 Hempel (90.)
Zwickau:
Reschke; Pinder; Beuchel, Radojicic; Nierlich, Arzt (61. Düring), Ziegner, Jank, Bloß (82. Puscas); Hoppe (51. Besser), Weiß
Jena:
Keller; Raikovic; Noll, Kowalik; Barich (78. Markovic), Kaiser, Hempel, Treitl, Hauser; Rusjaev (87. Schwesinger), Fröhner (67. Azevedo)

Zuschauer: 1503

Schiedsrichter: Fröhlich (Berlin)

Spielbericht:
Montag, 29. November. Frage an den neuen Trainer, ob er den nächsten Gegner FSV Zwickau schon in Augenschein genommen hat. Antwort: "Was soll ich Zwickau beobachten ? Die müssen erstmal zusehen, wie sie mit uns zurecht kommen ! Wir gehen nach Zwickau, um drei Punkte zu holen."
Samstag, 4. Dezember. Grosszügig bemessene 1503 Zuschauer (die 3 waren vom Homepage-Team ;)) sehen ein Spiel zweier Mannschaften, die vor gar nicht langer Zeit noch eine Klasse höher kickten und nun im Tabellenkeller der Regionalliga stehen. Erfreulicherweise scheinen die Jenaer die Vorgabe des Trainers in die Tat umsetzen zu wollen, sich nicht nach dem Gegner zu richten, sondern gleich selbst die Initiative zu übernehmen. Sebastian Barich, der in der ersten Hälfte an seine gute Leistung gegen Magdeburg anknüpfen konnte, wird von Hempel in Szene gesetzt, scheitert jedoch an Reschke im FSV-Gehäuse. Kurz darauf ein Hauser-Eckball von rechts, Fröhner köpft an die Torraumgrenze, wo Sven Kaiser steht, doch ein Zwickauer wirft sich in den Schuss. Krönung der guten Anfangsphase war das 1:0, ein leicht kurioser Treffer. Hauser hebt einen Freistoss in den Strafraum, Reschke kommt aus seinem Kasten um den Ball wegzufausten, doch steht ihm dabei der eigene Mitspieler im Weg. Rusjaev riecht den Braten, köpft eine Bogenlampe Richtung FSV-Tor. Wie zu Salzsäulen erstarrt schauen alle dem Ball hinterher, die Spannung löst sich erst, als das Leder im Netz liegt. Dass die Zeiss-Elf nach diesem hochverdienten Führungstreffer ihre Taktik änderte, wird bestimmt nicht im Sinne ihres Trainers gewesen sein. Vielleicht gelingt es Slavko Petrovic eines Tages, seinen Schützlingen diesen seltsamen Automatismus auszutreiben, in Führung liegend nur noch auf Konter aus zu sein. Abgesehen davon, dass Spieler wie Fröhner dafür gar nicht geschaffen sind, lässt man damit einen angeschlagenen Gegner ins Spiel zurückfinden. Nur gut, dass Axel Keller in Zwickau wieder ein sicherer Rückhalt war. Stark, wie er Ziegners Freistoss aus dem Eck kratzte (20.) und auch gegen Arzt Sieger blieb. Nicht unterbewerten sollte man die Rolle Dejan Raickovics. Dessen Verpflichtung mitten in der Hinrunde entwickelt sich immer mehr zu jener Verstärkung, die wir uns alle erhofft hatten. In den neunzig Minuten von Zwickau unterliefen ihm zwar ein, zwei Stellungsfehler, insgesamt aber war er der ruhende Pol in einer Jenaer Abwehr, die ohne Friedrich und Findeisen auskommen musste. Auch nach vorn setzte Raickovic gelegentlich Akzente, bereitete zum Beispiel jene Chance vor, bei der Treitl auf der linken Seite völlig freistehend zum Schuss kam (Fußabwehr Reschkes).
Mit Beginn der zweiten Hälfte wurde das Spiel zerfahrener, was in erster Linie an der zunehmenden Nervosität in den Jenaer Reihen lag. Nicht, dass es den Westsachsen gelungen wäre, unsere Abwehr unter Dauerdruck zu setzen, keineswegs. Aber durch die vielen unnötigen Ballverluste und das nicht mehr so konsequente Attackieren des ballführenden Gegenspielers brachte man sich immer wieder selbst in die Bredouille. Den Zwickauern war an Dutzenden Unsicherheiten die prekäre Lage im Verein deutlich anzumerken. Doch steht der FC Carl Zeiss momentan wohl selbst (noch) zu weit unten drin, um so etwas effektiver ausnutzen zu können. Deshalb war wieder einmal Zittern bis zum Schluss angesagt. Als ein FSV-Spieler (Weiss?) im Strafraum zu Fall kam, forderten die Westsachsen Elfmeter. Tatsächlich war da ein kleiner Zupfer am Trikot, doch war der Faller gar zu theatralisch - Bundesligareferee Fröhlich liess weiterspielen. Nach dieser heiklen Szene taten die Jenaer wieder etwas mehr fürs Offensivspiel. Angetrieben von fast 600 Fans mobilisierten sie die letzten Kräfte. Ein Dirk Hempel, in der Vergangenheit oft kritisiert, wurde dabei zum Matchwinner. Schon fünf Minuten vor Schluss hatte er die Entscheidung auf dem Fuß, als er nach einem Spurt über den halben Platz am Torwart scheiterte und ein FSV-Feldspieler den Nachschuss Barichs von der Linie köpfte. Doch praktisch mit dem Schlusspfiff krönte Hempel seine gute Leistung mit einem Schlenzer nach Schwesingers Vorarbeit. Anschliessend gings ab zum Jubeln in die Fankurve.
Zweiter Sieg in Folge und die kommenden 2 Spiele im eigenen Stadion ? Dies hatten wir schonmal in dieser Saison, also bloss nicht in Euphorie verfallen ! Oder, um es mit Slavko Petrovic zu sagen: "Es gibt noch viel zu tun." <fc>
Dieses Bild wollen wir in Zukunft noch viel häufiger sehen !
Die Bilder des Spieles von Jens Weissenburger

FC Carl Zeiss JENA - 1.FC Magdeburg 3:2

Tore: 1:0 Treitl (6.), 1:1 Sandmann (9.), 1:2 Sandmann (20.), 2:2 Rusjaev (29.), 3:2 Rusjaev (43.)
Jena:
Keller; Raikovic; Findeisen, Noll; Barich, Treitl, Hempel (79. Quade), Kaiser, Hauser; Fröhner (89. Schwesinger), Rusjaev
Magdeburg:
Dreszer; Hetmanski; Wojcik, Röper; Sandmann, Zentrich (74. Hähnge), Hannemann (RK, 52.) Maslej, Kretzschmar (64. Golombek); Dohnal, Ofodile (74. Mydlo)

Zuschauer: 1800

Schiedsrichter: Bley (Sehma)

Spielbericht:
Am Samstag lernte ich Heike kennen. Heike geht noch aufs Gymnasium und hat aufgrund ihrer jungen Jahre mehr Tiefen als Höhen des FC Carl Zeiss miterlebt. Doch echte Fans stehen auch in schweren Zeiten zu ihrem Verein. Und so war Heike eine von 1800 Unverdrossenen, die bei kühlem Wetter den Weg ins Stadion gefunden hatten.
Schon nach fünf Minuten gab es Grund zum Jubel. Sebastian Barich war halbrechts in den Magdeburger Strafraum eingedrungen. Alles rechnete mit einem Torschuss oder einer Eingabe vors Tor, doch der Youngster spielte klug auf Treitl zurück, welcher auf Höhe des Elfmeterpunktes den Ball ins rechte untere Eck schob. Die Magdeburger Antwort liess nicht lange aus sich warten. 10. Minute, Sandmann wird zentimetergenau aus dem Mittelfeld angespielt und zieht aus neun Metern ab. Findeisen kommt zu spät, Keller chancenlos. Ob der Sandmann bei dieser Gelegenheit unserem Torhüter etwas in die Augen gestreut hat ? Jedenfalls unterlief Mister Zuverlässig Axel Keller zehn Minuten darauf ein schwerer Fehler. Nach einem Magdeburger Abschlag rangeln Ofodile und Findeisen um den Ball, Keller läuft aus seinem Strafraum, um zu klären, befördert den Ball jedoch genau vor die Füsse von Sandmann, der aus grosser Entfernung ein weiteres Mal ins Tor trifft. Zum Ärgern blieb wenig Zeit. Gleich nach Wiederanstoss wird Rusjaev auf die Reise geschickt. Sein Schuss sollte wohl im linken Eck landen, eine Magdeburger Fußspitze beförderte ihn ins rechte. Und weiter ging es Schlag auf Schlag in dieser ersten Hälfte. Mit Ausnahme der Trainer störte sich niemand daran, dass den Abwehrreihen Fehler en masse unterliefen - für die Zuschauer war es eine Halbzeit mit hohem Unterhaltungswert. Insbesondere Barich in seinem ersten Spiel von Anbeginn nach langer Verletzungspause, Treitl und Findeisen (manchmal aber zu unbeherrscht!) wussten auf Jenaer Seite zu überzeugen. Und dann war da noch Michail Rusjaev. Kurz vor der Pause verpassten mehrere FCM-Akteure einen weiten Abschlag Kellers, wieder war der russische Stürmer der Nutzniesser und verwandelte mit lang vermisster Kaltschnäutzigkeit zum 3:2. Drei Tore in einer Halbzeit - wann war das einer Jenaer Elf zuletzt gelungen ? Weder Zuschauer noch Journalisten wussten auf Anhieb eine Antwort, erst ein Blick ins Homepage-Archiv brachte Aufklärung: Am 7. Juni 1998 trafen Schneider, Holetschek und Gerstner bis zur Pause dreimal gegen die Düsseldorfer Fortuna, die Partie ging aber noch verloren.
Das sollte diesmal unter allen Umständen vermieden werden. Wenn Hannemann mit einer Grätsche Raickovic von den Beinen holt und daraufhin berechtigt die Rote Karte sieht, müsste dies eigentlich die nötige Sicherheit geben. Doch der traumatische Spielverlauf gegen den VfB Leipzig hatte seine Spuren hinterlassen. Die Jenaer Elf beging den selben Fehler wie zwei Wochen zuvor - sie zog sich mehr und mehr in die eigene Hälfte zurück und wartete auf Kontergelegenheiten. Mindestens zwei davon hätten die Entscheidung bringen müssen ! Zum einen die Szene, als Treitl im Strafraum klar umgestossen wurde, der ansonsten sichere Schiedsrichter Bley dies aber nicht ahndete. Zum anderen der Überzahlangriff in Minute 88. Barich rechts, Findeisen links und der ballführende Fröhner in der Mitte liefen auf das FCM-Gehäuse zu. In jenem Moment, als Fröhner vom einzig verbliebenen Gegenspieler attackiert wurde, kam das Abspiel. Doch Findeisen brachte den Ball nicht an Torhüter Dreszer vorbei. Die Angst, durch solche Fahrlässigkeiten erneut zwei Punkte zu verspielen, verflog erst mit dem Schlusspfiff nach fünf quälend langen Nachspielminuten.
Auf der Pressekonferenz sprachen dann zwei Trainer, die 14 Tage vorher noch als Assistenten beschäftigt waren. Thomas Vogel nutzte sie zu einer Laudatio für seinen Ex-Chef ("...dass hier nicht mehr der sitzt, der hier sitzen müsste.") Anschliessend traute sich keiner mehr, nach Gerstners Nachfolger zu fragen. <fc>
siehe auch Spielbericht auf der FCM-Page
Die Highlights eines erfolgreichen Spiels

Tennis Borussia Berlin / Amateure - FC Carl Zeiss JENA 3:1

Tore: 1:0 Pantios (33.), 2:0 Treitl (44./Eigentor), 3:0 Pantios (79.), 3:1 Treitl (83.)
TeBe Berlin:
Creutzmann; Muschiol, Yelmazi (87. Coralic), Boban; Krempler, Adamovic (62. Cornelius), Pantios, Frank, A. Njie; Taljevic (89. M. Njie), Aksoy
Jena:
Keller; Raikovic; Findeisen, Noll; Markovic (46. Nowotny), Kaiser, Treitel Hempel (84. Azevedo), Hauser; Rousajev, Fröhner (46. Schwesinger)

Zuschauer: 194

Schiedsrichter: Reck (Demmin)

Spielbericht:
Eisenhüttenstadt, DSC, Niederpöllnitz - mit den letzten Auswärtsberichten hatte ich kein Glück. Und auch diesmal - saukalt, Nebel, 1:3 - paßte wieder alles "hervorragend zusammen".
Schon fast faszinierend war wieder die Anzahl der Zeiss-Fans, die trotz der bisher zweimonatigen Mißerfolgsserie ins Mommsenstadion kamen. Wären sie alle zu Hause geblieben, hätten auf dem Rasen mehr Leute gestanden als auf den Rängen (insgesamt 194 Zuschauer). Und überall hörte man vor dem Spiel: "Wo, wenn nicht hier...". Irgendwie hoffte jeder, daß die Wende in dieser Saison hier in Berlin beginnt. Aus Sicherheitsgründen wurde durch die Ordnungshüter vor dem Anpfiff noch der Ausschank von Glühwein im Gästeblock verboten (es könnte sich ja jemand mit Glühwein "die Rübe zuschütten"...), dann konnte das Match beginnen.
Der FCC begann sofort, gegen das lila-weiße Tor anzurennen. Es sah eigentlich auch ganz gefällig aus, in der Anfangsviertelstunde waren es zunächst Fernschüsse, die Creutzmann beschäftigten. In der 16. Minute wurde eine Flanke von links im Strafraum zu Treitl verlängert, der jedoch freistehend am links am Tor vorbeischießt. Jena ließ in seine Bemühungen nicht nach und erarbeitete sich Chancen (allerdings keine "Hundertprozentigen"). Fröhnert und Rusjaev versuchten immer wieder, sich in aussichtsreiche Position zu bringen, es scheiterte jedoch oft am letzten Paß. Nach einer halben Stunde ein schneller Gegenangriff der Gastgeber, Yelmazi zieht aus 25 Metern ab und den Pfostenabpraller verwandelt Pantios zum 1:0. Es scheint derzeit ein Gesetz zu geben, daß der erste Schuß des Gegners auf unser Tor sitzt und Keller chancenlos ist: man denke an Hütte, BFC und DSC. Und, wenn man ehrlich ist, war's das dann auch schon für diesen Tag. Denn nun erlebte man den totalen (Nerven)-Einbruch bei fast allen Spielern in blau. Fehlpässe, Alibiabspiele und Mißverständnisse en masse. Man sah die personifizierte Angst in blauen Trikots auf dem Feld herumrennen. Es war schon fast folgerichtig, daß unmittelbar vor der Pause Keller nach einer Ecke den Ball vom eigenen Mann eingeschenkt bekam und wiederum chancenlos war.
Nach der Pause wurde es erst mal auch nicht besser, ganz im Gegenteil. Der FCC zeigte zwar optisch, daß die meisten Spieler (Ich werde dafür sicher Widerspruch ernten, es ist/war aber bis auf 2 - 3 Ausnahmen so !) gewillt waren, irgendwas zu tun, um vielleicht jenes mittelschwere Wunder in Gang zu bringen, daß noch den Sieg gebracht hätte, es fehlte aber der entscheidende Auslöser, sprich: ein Tor. Logisch, daß in dieser verzweifelten Situation auch noch das Glück fehlte, denn in der 2. Halbzeit hatten wir genug Chancen zum Sieg. Da wird aber der Nachschuß von einem Verteidiger per Kopf vor der Torlinie aufgehalten, stehen Pfosten und Spielerbeine im Weg und als Krönung des Ganzen schafft es ein Jenaer nicht (sorry, ich konnte die Rückennummer nicht erkennen), den Ball aus 2 m über die Linie zu drücken, ob wohl der Torwart schon geschlagen auf dem Rasen rumkullerte. 2 Erkenntnisse der letzten Wochen bestätigte mir dieses Match wieder voll und ganz: 1. Nowotny's Laufvermögen und sein Zweikampfverhalten entsprechen dem eines zweijährigen Krabbelkindes (kleiner Schubser seines Gegenspielers und er plumpst auf den Allerwertesten und bleibt liegen/sitzen - nicht nur einmal ) - Wer wechselt ihn bloß immer wieder ein, das grenzt ja an Sabotage !. 2. Azewedo bietet die todsichere Garantie, auch die dicksten Chancen NICHT zu nutzen, sondern jeweils gekonnt vorbeizuballern (diesmal im Doppelpack in 6 Minuten Einsatzzeit). Daß wir uns dann per Konter das 0:3 einfingen, verwunderte nicht. Es war Axel Keller zu verdanken, der in der zweiten Hälfte einen guten Liberopart spielte - alle anderen waren in der gegnerischen Hälfte - , daß die TeBe-Amateure nicht noch mehr Erfolgserlebnisse hatten. Und selbst nach dem dritten Gegentreffer gab es ausreichend Gelegenheiten, wenigsten ein mageres Pünktchen mitzunehmen. Treitl Fernschuß zum Ehrentreffer zeigte, wie leicht man hätte an diesem Nachmittag Tore schießen können. Jedoch selbst, wenn vom Spieler alles richtig gemacht wurde, kam zum fehlenden Glück noch Pech hinzu: Sven Kaiser tanzte in der 87. am rechten Strafraumeck erst einen, dann den zweiten Gegenspieler aus, zieht ab, alle haben schon die Arme zum Jubeln oben, der Schuß dreht jedoch nicht ins Tor, sondern springt vom Innenpfosten wieder heraus - und der nachstürzende Stürmer verpaßt den Abpraller um Zentimeter. Mensch, da fällt mir nichts mehr dazu ein...
Nach dem Abpfiff sah man, daß die derzeitige Misere doch einigen Zeiss-Kickern an die Nieren (oder soll man besser sagen: ans Herz) geht: Noll (einer von denen, die richtig gerackert haben) stand minutenlang regungs- und fassunglos auf dem Platz; Keller (völlig schuldlos an den Gegentoren) ließ seinen Tränen am Zaun freien Lauf. Für mich unverständlich, daß ausgerechnet er, dem man in den letzten Wochen am wenigsten vorwerfen konnte und der sich nach dem Schlußpfiff nicht still und heimlich in die Kabine verzogen hatte, von einigen wenigen Fans vollgedöst wurde. Drauftreten, wenn einer schon am Boden liegt, ist "echt mutig" ! Auch Sven Kaiser fand den Weg in die Kurve und versuchte, aus seiner Sicht die derzeitige Lage zu schildern. Und seine Äußerungen erscheinen mir ziemlich zutreffend; es gab dann auch wenig Widerspruch seitens der Fans. Sollten an diesem Tag tatsächlich einer oder mehrere potentielle Trainerkandidaten auf der Tribüne gesessen haben und nach den 90 Minuten immer noch wissen, wie man der Mannschaft wieder Selbstvertrauen und Courage verpassen kann, dann sofort verpflichten. Das, was die Jenaer Spieler im Berliner Nebel zeigten, kann gar nicht deren wahres Leistungsvermögen sein, sonst müßten sie sich die Verträge schon unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erschlichen haben. Wahrscheinlich muß man die meisten mal bei einem Psychoklempner auf die Couch packen. Die letzten Wochen waren wahrlich nicht aufbauend für die Psyche (allein die verschenkten Punkte gegen Leipzig). Und nach einem Sieg (gegen Magdeburg ?) fallen hoffentlich die psychologischen Barrieren von allein. Ich habe mich mit der 4. Liga noch nicht abgefunden und hoffe weiter - auch, daß es noch genug Fans und im Team genug Spieler gibt, die genauso hoffen/denken. Und vielleicht beendet das Präsidium bald seinen Schlaf, es ist spät genug !!! <uk>
Fotos auf der Seite von Jens Weissenburger

FC Carl Zeiss JENA - VfB Leipzig 2:2

Tore: 1:0 Rusjaev (60.), 2:0 Hempel (76.), 2:1 Jülich (81,), 2:2 Rose (90.)
Jena:
Keller; Raickovic; Findeisen, Noll; Markovic, Gerstner (87. Barich), Treitl (80. Kaiser), Hempel, Hauser; Fröhner (90. Schwesinger), Rusjaev
Jena:
Grundmann; Reich; Bancic, Görke (72. Dorbarth); Räbsch, Seifert, Werner, Dürr, Rose; Vougt, dos Santos (62. Jülich)

Zuschauer: 3100

Schiedsrichter: Scheibel (Breitenhagen)

Spielbericht:
[Ein Dankeschön an Ragnar Boedefeld für folgenden Bericht]
Nun haben wir's schon wieder erlebt, das "Wunder von Barcelona". Für mich war es allerdings das erste Mal, dass die Mannschaft, für die ich die Daumen drücke, auf der Verliererseite stand. Und das trotz einer der schlechtesten Leistungen, die der VfB Leipzig in den letzten Jahren im Ernst-Abbe-Sportfeld abgeliefert hat. In Jena reichen der Gastmannschaft zur Zeit scheinbar zehn starke Minuten, um mindestens einen Punkt mitzunehmen; sehr viele Punktverluste auf diese Art und Weise dürfen wir uns aber nicht mehr leisten, wenn wir nächstes Jahr noch drittklassig spielen wollen.
Eigentlich begann das Spiel vor 3100 Zuschauern für den FCC ganz gut. Zwei kleinere Jenaer Chancen in den ersten vier Minuten - ein ans Außennetz abgefälschter Schuss und ein Treitl-Kopfball - ließen auf eine gute Fortsetzung hoffen; die lieferten allerdings die Leipziger mit ihrer Doppelchance in der 10. Minute - das war knapp. Danach war Sense: Leipzig spielte schwach und bei den Jenaer Spielern bemerkte man immer mehr das "Heiße-Kartoffel-Syndrom" - oft genug, wenn ein Jenaer Spieler an den Ball kam, schien es dieser mit der Angst zu tun zu bekommen. Die Anzahl unmotivierter Abspiele und daraus folgender Fehlpässe lässt für mich keinen anderen Schluss zu, zu den eventuellen Ursachen etwas am Ende dieses Berichtes. Bis zur nächsten Jenaer Chance durch Rousjäv in der 42. Minute konnte man noch vier Schussversuche des FCC bewundern, von denen zwei (29. Gerstner, 38. Findeisen) Gelächter auf der Tribüne hervorriefen. Leipzig kam in der 23. und 43. Minute zu zwei Grosschancen: Bei der ersten vergab Räbsch zweimal nach Flanke von Seifert, bei der zweiten schoss letzterer über das Tor. Fazit in der Halbzeitpause: Der Glühwein und die Fans auf der rechten Tribünenseite ("Oh, wie ist das schön!") waren über weite Strecken interessanter als das Spiel.
Das gleiche zu Beginn der zweiten Halbzeit. Zehn Minuten lang nichts! Der VfB schien nicht zu wollen, Jena nicht zu können. Die Aufmerksamkeit hatte sich gerade auf das Schiedsrichtergespann gerichtet, welches zum wiederholten Male bei seiner Abseitsentscheidung daneben lag, da knallte es in der 60. Minute nach einem 25m-Schuss ans Gebälk des Jenaer Tores, Keller war wohl noch dran. Die anschließende Ecke wurde von Jena abgewehrt, der Ball war im Handumrehen bei Markovic an der Mittellinie, "tödlicher Pass" in die Spitze auf Rusjaev und der netzte ziemlich eiskalt am Torwart vorbei rechts unten ein. Ein schönes und recht verrücktes Tor - gerade eben noch das Prickeln nach dem Beinaherückstand und dann der Jubel. Das Spiel wurde besser, sicherlich auch, weil der FCC selbstsicherer wurde. Ein Freistoss von Hempel ging in der 66. Minute knapp rechts am Tor vorbei, neun Minuten später schickte dieser den Neuling Sascha Fröhner (gutes Spiel, fiel aber zu selten auf), der den Torwart noch austanzte und dann das leerstehende Tor verfehlte - der Ball tanzte vor der Linie entlang. Eine Minute später, diesmal lief Hempel allein auf den Torwart zu, das Abspiel im Strafraum misslang und prallte Hempel wieder vor die Füße, die Leipziger Abwehr inklusive Torwart stand auf dem falschen Fuss - 2:0! Kurz danach hätte sogar das 3:0 fallen können, hätte Rousjäv bei seiner Chance vielleicht nochmal abgespielt. Wie es so ist, beim Gegenzug hatte man das Gefühl, als wären zu viele Leipziger Spieler auf dem Platz - man sah das Gegentor praktisch kommen. Auf der linken Abwehrseite gab es überhaupt keine Zuordung, infolgedessen kam ein Leipziger frei zum Flanken und Jülich köpft ebenfalls mutterseelenallein ein, keine Chance für Keller. Leipzig merkte wohl, dass hier noch was zu holen war und bei Jena schlug die Verunsicherung wieder zu, überall standen auf einmal gegnerische Spieler frei. Noch vier Minuten zu spielen, Auswechslung bei Jena (Barich für Gerstner). Uff, durchatmen! Danach presste wieder Leipzig. Gerstner wechselte nochmal aus (Schwesinger für Fröhner), die letzte Minute der Nachspielzeit war fast vorbei, da kam Marco Rose an den Ball und irgendwie bis auf 25 Meter vor's Tor, von wo aus er einen Sonntagschuss in die rechte obere Torecke abgab. 2:2 - und Abpfiff.
Hinterher fragt man sich natürlich: "Wie kann man eine 2:0-Führung in den letzten acht Minuten noch abgeben?" Nach ein wenig Nachdenken und ein paar Kümmerlingen in der Kneipe hinterher bin ich zum Schluss gekommen, dass solche Tore wie das 2:2 nicht zu verhindern sind, wäre der Schuss nämlich vorbeigegangen, wäre niemand auf die Idee gekommen, dass er gerade eine torgefährliche Situtation gesehen hat. Irgendwann (siehe auch das Aue-Spiel) gleicht sich sowas auch wieder aus. Das 2:1 dagegen war geschenkt, da unsere Spieler quasi nicht auf dem Platz waren. Noch etwas ist mir aufgefallen, und damit sind wir bei einer der möglichen Ursachen der derzeitigen Misere: So schlecht, wie unser Spiel jetzt manchmal ist, so schlecht ist auch der Fansupport. Auf dem Rückweg habe ich einen Fan von der Tribünengegenseite sagen hören: "Es macht doch keiner mehr mit..." Ich denke, das ist nur die eine Seite. Wer nämlich beim Stand von 0:0 nach zwanzig Minuten die eigenen Spieler anpöbelt wie sonst nur den (angeblich bestochenen) Schiedsrichter bei einem verpfiffenen Elfmeter, der braucht sich nicht wundern, wenn die Spieler dann nicht vor Selbstsicherheit strotzen. Und wenn nach dem 2:2 "Gerstner raus"-Rufe zu hören sind, kommt mir die Bratwurst: Er kann nichts für das Tor und wenn er geht, verlieren wir nicht nur den Trainer, sondern auch einen Leistungsträger; und DAS können wir uns derzeit überhaupt nicht leisten. Ja klar, ist ja auch leicht, auf jemandem rumzutrampeln, der schon am Boden liegt. Wenn wir uns für dieses Jahr noch etwas erwarten, dann sollten wir das den Leuten auf dem Rasen da unten auch zeigen, und zwar sowohl den eigenen Spielern als auch den Gästen. In der Hinsicht war der Freitag einfach nur peinlich.
René Röders Bilder zeigen diesmal u.a. Sascha Fröhner in seinem ersten FCC-Spiel sowie Thomas Gerstner das letzte Mal auf der Trainerbank
Hier geht es zum Spielbericht auf der offiziellen VfB-Page
Und hier gibt es die entscheidenden Szenen im Bild

Dresdner SC - FC Carl Zeiss JENA 2:1

Tore: 1:0 Maglica (5.), 2:0 Sanchez (9.), 2:1 Hoßmang (46., Eigentor)
DSC:
Weidner; Hoßmang; Baldauf, K.Michael; Wächtler, Maglica, Scholz, Ratke (68. Berger), Bustos (80. Diebitz); Schmidt (75. Gleis), Sanchez
Jena:
Keller; Raickovic; Friedrich, Findeisen; Kaiser (24. Markovic), Noll, Treitl, Hempel, Hauser; Rusjaev, Quade (75. Schwesinger)

Zuschauer: 1424

Schiedsrichter: Heynemann (Magdeburg)

Spielbericht:
Fakt ist: In Dresden ist - wie auch in der vergangenen Saison - für den FCC nichts zu holen. Es tröstet wenig, daß es nicht ganz so blamabel wie bei vorjährigen 0:3 oder neulich in Eisenhüttenstadt war.
Es war ein Auftakt "nach Maß": Der DSC taucht das erste Mal vorm Jenaer Tor auf - 0:1, der zweite Angriff brachte gar das 0:2. Erst darf ein Dresdner ungestört von links in den Strafraum einlaufen, ohne daß Friedrich ihn ernsthaft störte, ein kurzer Stopp, ein Schwenk, ein Rückpaß, und Maglica hat keine Probleme, das Tor zu treffen. Dann vertändelt Treitl den Ball an der Mittellinie, der Paß erreicht Sanchez, dieser läßt 3 Jenaer mit einer Drehung alt aussehen und tunnelt letztendlich sogar noch Keller. War ich im falschen Film oder alles nur ein böser Alptraum ? Ich mußte mich gedanklich kneifen, um zu begreifen, daß alles bittere Wahrheit war. Ähnlich schien es auch den anderen 300 Zeiss-Fans zu gehen, denn mehr oder weniger fassungslos wurde der Rest bis zur Pause beobachtet. Was sich bis zur 30. Minute abspielte, ließ Schlimmes befürchten - die Gastgeber spielten mit dem FCC Katz und Maus, fast alle im blauen Trikot standen "neben der Mütze". Im Fanblock drehten sich inzwischen die Gespräche - sofern noch jemand Worte hatte - entweder um die Anzahl der noch zu erwartenden DSC-Tore (das 0:3 schwebte einige Male über dem Ground) oder um alternative Wochendhobbies, die den allwöchentlichen Masochismus im Stadion ersetzen könnten. Nach 31 Minuten sah man endlich die erste Torchance für Jena: Raikovic ballerte einen Freistoß direkt aufs Tor. Kurze Zeit später kam der für Kaiser - war nach seiner Verletzung keinesfalls fit - eingewechselte Markovic (Verdammt nochmal, warum spielt der nicht von Anfang an ???) zum Schuß, trifft jedoch den Ball nicht voll. Endlich merkte man beim Team den Willen, die Punkte nicht widerstandslos im Heinz-Steyer-Stadion zu lassen, es wurde gefightet. Aber erkläre mir bitte einer die Schlafwageneinlage der ersten Viertelstunde !
Findeisens 25-m-Hammer (nach einem 50-m-Solo) war der Startschuß für die Aufholjagd. Die anschließende Ecke versenkte Hoßmang knallhart im eigenen Gehäuse und weckte auf im Gästeblock wieder die Hoffnungen und die Stimmbänder der Fans. Für längere Zeit ging es auf dem Rasen nur noch in eine Richtung - aufs DSC- Tor. In der 55. saust Rusjaevs Schuß aus dem Gewühl heraus - wieder nach einer Ecke ! - nur Zentimeter über die Latte. Nach einer Viertelstunde zeigten die Dresdner mit einem Fernschuß, der nur knapp sein Ziel verfehlte, daß sie auch noch da waren und auf Konter lauerten. Doch weiter ging der Jenaer Sturmlauf. Allerdings waren 3 Dinge offensichtlich: es fehlte 1. ein Konzept, die 8-Mann-Abwehrmauer des DSC zu knacken, 2. ein eiskalter Goalgetter, der auch aus nichts ein Tor machen kann, und 3. in allen entscheidenden Szenen das entscheidende Quentchen Glück, das man anscheinend nur dann hat, wenn man ca. 10 Tabellenplätze weiter oben steht. 2. und 3. wurden u.a. so richtig deutlich, als der DSC-Keeper Raikovic' Freistoßknaller prallen lassen mußte. So um die 78. Minute herum gab es dann den Schrei der Erleichterung bei allen, die dem FCC die Daumen drückten: Tor !!! Schwesinger drückte den Ball nach Noll-Flanke ins Tor... Denkste - Heynemann reagierte auf die Fahne seines "Assis" und gab Abseits (?????) ! Aus dem Gästekäfig heraus war es sowieso nicht zu sehen, aber auch nach der - zigsten Zeitlupe des TV-Berichtes weiß ich nicht, wer eventuell im Abseits gestanden haben sollte. Und eigentlich zeigten auch die Reaktionen aller Spieler (auch der Dresdner, die keine Anstalten machten zu reklamieren) als der Ball ins Netz knallte, daß der Linienrichter eine sehr einsame Entscheidung getroffen hatte. (Anmerkung: Generell sind die Ansichten etlicher Schiedsrichterassistenten in der Regionalliga NO über die Abseitsregel sehr, sehr merkwürdig.) Das war eigentlich der moralische Knockout für unser Team. Man versuchte zwar, weiter Druck zu machen, um doch noch ein Tor zu schießen. Aber in den letzten 10 Minuten fehlte doch bei etlichen Spielern die Puste, was nach den vorangehenden 35 Minuten auch nicht verwunderlich war. Heynemanns (von Buli-Niveau war bei ihm nicht viel zu spüren, er ließ bei der teilweise rustikalen Spielweise der Dresdner viele Nahkampfeinlagen ungesühnt) Schlußpfiff ließ dann das letzte Fünkchen Hoffnung sterben, doch noch einen Punkt, der diesmal verdient gewesen wäre, zu ergattern. <uk>
Karstens Fankommentar
Bilder auf der Seite von Jens Weissenburger

FC Carl Zeiss JENA - BFC Dynamo 1:1

Tore: 0:1 Günes (9.), 1:1 Treitl (31.)
Jena:
Keller; Raickovic; Friedrich, Kowalik; Markovic, Treitl, Hempel, Noll, Findeisen (64. Hauser); Quade (89. Nowotny), Rusjaev
BFC:
Thomaschewski; Lenz; Maek, Kallnik (52. Petzold); Günes, Reckmann, Gatti, Struck, Boer (62. Brestrich) - Maric (58. Schmeißer), Riediger

Zuschauer: 2500

Schiedsrichter: Melms (Osterburg)

Spielbericht:
Was haben Lok/Altmark Stendal und der SV Babelsberg gemeinsam ? - Beide haben sich kürzlich von ihrem Trainer getrennt, und dies, obwohl sie zum jeweiligen Zeitpunkt vor dem FC Carl Zeiss plaziert waren. Auch so etwas erzeugt Druck auf Trainer und Präsidium eines vielgepriesenen Traditionsvereines wie den FCC. Es gab nicht wenige Fussballfans, die vor dem Spiel meinten, Thomas Gerstner säße im Falle einer sieglosen Partie gegen den BFC zum letzten Mal auf der Trainerbank.
Trotz der vielen Verletzten hatte der Coach in der Abwehr seine Wunschformation beisammen. Keller, Raickovic, Friedrich, Kowalik und Findeisen liessen in 90 Minuten dann auch nur eine einzige BFC-Chance zu - womit nicht das 0:1 gemeint ist ! Denn das war mehr ein Zufallsprodukt. Zunächst ein Eckball, der keiner hätte sein dürfen, weil das Leder von einem Berliner ins Toraus abgefälscht wurde. Findeisens Kopfballabwehr nahm Günes mit der Brust an, hielt einfach drauf und traf aus zwanzig Metern genau ins linke untere Eck. Im Gegensatz zu den letzten Heimspielen schien dieser Rückstand die Jenaer erst richtig anzustacheln. Viel hätte nicht gefehlt und sie wären ihrerseits nach einem Eckstoss erfolgreich gewesen (was so häufig ja nicht vorkommt). Die Hereingabe Markovics köpfte Tobias Friedrich genau aufs rechte untere Eck, doch Gäste-Torwart Thomaschewski lenkte den Ball um den Pfosten. Auch aus dem Feldspiel heraus ergaben sich Chancen. Direkte Kombinationen sah man als Jena-Fan bislang selten - in der 31. Minute wurde eine mit dem Ausgleich belohnt: Dank eines gewonnenen Zweikampfs kam Noll im Mittelfeld an den Ball, 20 Meter-Pass auf Rusjaev. Stefan Treitl startet durch, wird vom Russen präzise angespielt und lässt Thomaschewski keine Chance. Spätestens jetzt hatte sich die "Rückkehr der Verbannten", Treitl und Noll, bezahlt gemacht. Der Gastgeber drückte noch vor der Pause auf die Führung, übertrieb es stellenweise sogar mit dem Kombinieren und hatte durch Findeisens Kopfball noch eine gute Gelegenheit.
Nach gut einer Stunde kam für den entkräfteten Findeisen, der die Woche über nicht trainieren konnte, Christian Hauser ins Spiel. Dieser führte sich gleich gut ein, spielte auf der linken Seite seinen Gegenspieler aus, passte auf Markovic, der aus 14 Metern aber zu hoch zielte (64.). Anschliessend rückte wieder Thomaschewski in den Mittelpunkt, bildete das Ein-Mann-Bollwerk gegen Jenas Powerplay. Rusjaev nach Vorarbeit von Quade und Friedrich, Treitl, Hempel und zweimal Markovic mit Kopfball und sehenswertem 16-Meter-Schuss - sie alle scheiterten am Berliner Keeper. Anto Markovic gehörte zusammen mit Dejan Raickovic und Krzystof Kowalik zu den Besten im FCC-Dress; und da sage noch einer, die Neuzugänge dieser Saison wären keine Verstärkung ! Imponierend, wie z.B. Kowalik das vom Hamburger SV umworbene Talent Riediger abmeldete und zudem noch offensiv Akzente setzte. Gefährlich wurde es nur, als sich der Pole in der 87. Minute nach vorn orientierte, die Berliner urplötzlich in Ballbesitz kamen und Riediger völlig frei vor Keller auftauchte. Welch ein Glück, dass der Ball nur am Pfosten landete und anschliessend von Noll weggeschlagen werden konnte. Ein 1:2 hätte den Spielverlauf völlig auf den Kopf gestellt.
Sieg oder flieg ? Ganz so simpel ist die Trainerfrage dann doch nicht zu beantworten. Neu-Präsident Schmidt-Röh sieht nach diesem Spiel jedenfalls "keine Veranlassung, irgendwelche Schnellschüsse zuzulassen". Mit Recht, denn jeder im Stadion hat gesehen, dass sich da kämpferisch wie spielerisch eine ganz andere Jenaer Elf präsentierte als in den letzten Wochen. Thomas Gerstner ist zu wünschen, dass sich die Verbesserung auch bald in Zählbarem niederschlägt. Denn eines Tages zählen wirklich nur noch Punkte. <fc>
Die entscheidenden Szenen im Bild

EFC Stahl - FC Carl Zeiss JENA 2:1

Tore: 1:0 Unton (12.), 2:0 Pawluszek (41.), 2:1 Markovic (90.)
Eisenhüttenstadt:
Jaschob; Backasch; J. Bartz, Danelia; Schwake (63. Wagner), Unton, Schade, Kremser (88. Murzda), F. Bartz; Wojtal (73. Eidtner), Pawluszek
Jena:
Keller; Raickovic; Findeisen (46. Markovic), Kowalik; Pivarnik, Treitl, Friedrich, Hauser; Nowotny (57. Hempel), Weber (72. Schwesinger), Rusjaev

Zuschauer: 502

Schiedsrichter: Ranft (Karmin)

Spielbericht:
Manche Niederlagen sind führerscheingefährdend, da man nach Sch...spielen auf der Heimfahrt immer in Versuchung gerät, den Frust über den Gasfuß abzubauen. Auf der Rückfahrt von Eisenhüttenstadt habe ich diesmal meinen persönlichen "Streckenrekord" von 2:45 h auf 2:15 h drücken können, und das nicht allein wegen einiger neu ausgebauter Autobahnabschnitte... Das sagt eigentlich schon alles über das Match. Wenigstens hat es diesmal in "Schrott gorod" nicht geregnet.
Der Reporter auf Antenne Brandenburg sprach hinterher von einem ansehnlichen Spiel, in dem ein gut spielender EFC dominiert hätte. Sollten wir das gleiche Spiel gemeint haben, muß ich meine Ansprüche an Regionalfußball total zurückschrauben. Ich habe ein schlechtes Spiel zweier enttäuschend schlechter Teams vor trostloser Kulisse gesehen, das die glücklichere und etwas weniger blinde Mannschaft gewonnen hat. Die ersten Minuten sahen nicht übel aus, der FCC machte das Spiel und setzte sich in der gegnerischen Hälfte fest. Und in der 8. Minute kam Kowalik nach einer Flanke am langen Pfosten frei zum Kopfball, verfehlte leider knapp das Tor. Dann kam der Knackpunkt des Spieles: "Hütte" das erste Mal am Jenaer Strafraum (Das 2. Mal waren sie in der 27. Minute vorn !), Flanke wird zu kurz abgewehrt und den Ball knallt Unton von der linken Strafraumecke volley unhaltbar ins Kellers Tor. Tja, manche gewinnen im Lotto, andere schießen solche Tore - aber für den FCC war hier schon alles vorbei. Mit dem Rückstand ging auch das letzte bißchen Selbstvertrauen und aller Mut den Bach hinunter. Über den Rest der ersten Halbzeit möchte ich lieber den Mantel des Schweigens breiten, denn es lief gar nichts mehr, weder gezielter Spielaufbau noch ein Minimum an Einsatzbereitschaft waren bei den meistens zu erkennen. Zwar hatten wir nach 21 Minuten 7 Ecken, aber diese in den Strafraum zu treten, war - wie bei allen weiteren Standardsituationen - blanke Kraftverschwendung, man hätte dem EFC auch jeweils gleich den Ball überlassen können, so harmlos agierte man. Lediglich Keller, Raickovic und Kowalik möchte ich von dieser Kritik ausnehmen, den dreien war zu verdanken, daß nicht alles zusammenbrach und das 0:1 bis zur 41. Minute "gehalten" wurde. Nach einem langen Freistoß der Gastgeber tief aus deren eigenen Hälfte (der 4 lange Sekunden in der Luft war), schlägt ein Jenaer am Ball vorbei, ein anderer kommt zu spät, Keller steht 5 m vor Tor und prompt ist der Heber im Netz.
Das Geschehen nach der Pause kann man mit "Bemüht, aber wirkungslos" charakterisieren. Jetzt war beim FCC wenigstens die Bereitschaft zu erkennen, zu rennen, um den Ball zu kämpfen und sich nicht widerstandslos dem Schicksal (und einem insgesamt nicht besonders toll spielendem Gastgeber) zu ergeben. Es wurde zwar ein optisches Übergewicht erzielt, aber es sprang nichts dabei heraus. Noch nicht einmal Glück hatten wir, als beispielsweise Treitl in der 60. und 75. Minute am langen Pfosten vom Ball überrascht wurde (nachdem vorher jeweils ein halbes Dutzend Spieler in schwarz und blau an der Flanke vorbeigesegelt war), jedoch die Lederkugel 1x nicht und 1x nicht voll traf. Den ersten richtigen FCC-Spielzug gab es in der 70. Minute (!!!), als Rusjaev sich rechts durchsetzte, aber Webers Kopfball zu lasch war. Gegen einen guten Gegner (Tut mir leid, EFC, aber ihr wart fast genauso schlecht wie der FCC !) wären wir hoffnungslos ausgekontert worden, aber nicht einmal das brachte "Hütte" fertig. Wie leicht die EFC-Abwehr zu knacken war, zeigte der FCC in der Nachspielzeit: Raickovic spielt einen "Zuckerpaß" steil in den Strafraum und Markovic (es war - entgegen allen anderen Radio-, TV- und Videotextmeldungen - die Jenaer Nr. 5 und niemand anders) macht das Tor. Zu spät !
Zum Spiel fällt mir nicht mehr allzu viel ein. Es fehlt im Mittelfeld ein Lenker mit Ideen, und im Sturm fehlt ein eiskalter Knipser, der aus 0 Chancen 1 Tor macht. Das Dilemma verdeutlicht eigentlich der Fakt, daß z.B. Weber sich die Bälle aus der eigenen Hälfte holen mußte und dann natürlich nicht gleichzeitig vorn sein kann. Vielleicht noch ein kleiner Hoffnungsschimmer, an dem wir uns in den nächsten Wochen aufrichten können und müssen: Die Abwehr hat durch Raickovic an Solidität gewonnen und steht mit Keller, "Raicko" und Kowalik (seine Leistung in den letzten beiden Spielen, speziell sein Umgang mit dem Ball, fällt sehr positiv auf) ganz gut. Raickovic hat gezeigt, daß er in der Lage ist, nicht nur eine Abwehr zu organisieren, sondern auch noch Bälle nach vorn schleppen und seine Mitspieler bedienen kann.
Nach dem Spiel kamen Thomas Vogel in und Keller, Raickovic und Friedrich (später auch weitere Spieler) an den Gästeblock, da sie diese Leistung anscheinend auch nicht kommentarlos stehen lassen wollten. Leider sorgten einige überdrehte Fans durch ihre aggressive Brüllerei gegen alle und jeden dafür, daß kein vernünftiges Gespräch am Zaun zustande kam. (Schade, gerade Raickovic' Eindruck nach seiner Rückkehr hätte mich interessiert !) Deshalb zum Schluß ein persönliches Wort: An einen trostloseren Awaysupport kann ich mich nicht erinnern. Das nach dem 0:1 und der dann gebotenen Leistung kaum einer mehr so richtig Lust hatte, kann ich noch irgendwie nachvollziehen (auch mir war nicht zum Tanzen zumute), aber noch nicht mal in den ersten 12 Minuten kam unter den ca. 100 blau-gelb-weißen Zuschauern ein Anflug von Stimmung auf. Im Gegenteil: Schon vor dem Anpfiff begannen einige mit "Gerstner raus"- und weiteren Anti-Rufen, was sich dann in "Außer Keller könnt ihr alle geh'n" u.ä. fortsetzte. Haben diese Schönwetter-Fans - die sich für ihre "revolutionären Taten" teilweise gegenseitig auf die Schultern klopften - nicht mitbekommen, daß es auch Spieler beim FCC gab, die nicht grottenschlecht gespielt haben, die Einsatz gezeigt und die ein totales Debakel verhindert haben (s.o.). Menschenskinder, wenn ihr nicht bereit seid, den FCC auch nach und bei Scheißspielen zu unterstützen (im Erfolgsfall mit FCC-Schal herumlaufen und feiern können viele), sondern vornherein (und das nehme ich Euch übel) auf Anti-Stimmung - gegen wen auch immer - aus seid, dann bleibt lieber zu Hause und rüsselt vorm Videotext. Dann möchte ich doch lieber solche aussichtslosen Auswärtsspiele erleben, wie 1998 den letzten Kick bei der Kölner Fortuna - mit nur 30 Zeiss-Fans, die aber alle richtig Stimmung machen. <uk>
Kurzbericht auf der EFC-Page
Fotos von Jens Weissenburger

FC Carl Zeiss JENA - 1. FC Union Berlin 0:1

Tore: 0:1 Persich (84.)
Jena:
Keller; Gerstner; Findeisen, Friedrich (29. Hempel); Pivarnik, Treitl, Nowotny, Kowalik (67. Schwesinger), Hauser; Weber, Rusjaev
Union:
Wehner; Härtel; Schwanke, Ernemann, Nikol; Zechner, Persich, Koilov, Balzarek (69. Popov); de Souza (22. Menze), Andonov (77. Zöphel)

Zuschauer: 2500

Schiedsrichter: Bley (Sehna)

Spielbericht:
Die als peinlich einzustufende Leistung gegen Babelsberg war nur ein Thema von vielen, mit denen die Zeiss-Fans diese Woche konfrontiert wurden. Der schwere Unfall Karsten Sängers, die Falschmeldung über den Rücktritt des Präsidenten und die Mitgliederversammlung mit den Top-News Kinowelt und Raickovic sorgten für allerhand Schlagzeilen. Auf den bei TeBe aufs Abstellgleis geschobenen Libero hoffte man schon am Samstag: "Liebe Zuschauer, ich darf Ihnen einen neuen Spieler beim FC Carl Zeiss präsentieren....." (Jubel, Beifall), ".....er stammt aus Polen vom Zweitligisten Itawa." (Stille, lange Gesichter). Stadionsprecher Uli Klemm konnte vorm Spiel lediglich den ausgeliehenen Krzystof Kowalik vorstellen. Raickovic sass noch bratwurstessend auf der Tribüne. Beschriebene 'spontane Zurückhaltung' bei Kowalik war zwar nachvollziehbar, aber auch ein bisschen ungerecht, wie die folgenden 67 Spielminuten zeigen sollten. Denn der Pole, gross und variabel einsetzbar, wurde auf Anhieb bester Feldspieler des FCC !
Wir notierten die 31. Minute, als die blaugekleideten Jenaer erstmals gefährlich vorm Union-Gehäuse auftauchten. Heiko Weber traf nur das Aussennetz. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gäste schon zwei Grosschancen auf ihrem Konto. Bei Nikols Freistoss aus achtzehn Metern war die Torlatte im Weg, der Nachschuss strich am linken Pfosten vorbei (25.). Bei Härtels Kopfball aus sechs Metern Entfernung reagierte Axel Keller grossartig, war rechtzeitig unten (29.). Ein Eckstoss Hempels, den Kowalik und Weber verfehlten (39.) und Menzes zu hoher Schuss nach verunglückter Kopfballabwehr Findeisens (45.) komplettierten die Bilanz der ersten Hälfte. FCC-Kapitän Tobias Friedrich bekam einen Schlag auf den ohnehin schon lädierten Knöchel, biss zehn Minuten die Zähne zusammen, musste sich aber dann doch auswechseln lassen. Seinen Vorstopper-Posten übernahm Kowalik - tadellos, bis auch er leicht angeschlagen vom Feld musste.
Die ersten Akzente in Halbzeit zwei setzen wieder die Berliner, vornehmlich über die linke Angriffsseite. 53. Minute: Menzes Flanke nimmt Andonov direkt, Keller wäre hier wohl machtlos gewesen, doch das Leder zischte über die Querlatte. Fast eine Kopie die Aktion fünf Minuten darauf. Balzarek hat jede Menge Spielraum (wer war eigentlich für Jenas rechte Abwehrseite zuständig?) und alle Zeit der Welt, zentimetergenau auf Persich zu flanken, welcher aus fünfzehn Metern volley draufhält. Axel Keller klärt spektakulär mit dem Fuss. - Nach gut einer Stunde hatte das Geschehen auf dem Platz ein Level erreicht, bei dem man das Fernduell auf den Rängen als spannender empfand. Der Unioner Dauergesang in der Kurve stachelte mit der Zeit die Jenaer Fans an, die nun ihrerseits auf den Geraden Stimmung machten. Und siehe da - die Atmosphäre wirkte wie ein Wecksignal für einige Jenaer Akteure. Nun endlich spielten sie so, wie man es gegen eine Spitzenmannschaft vom Schlage Unions von Beginn an erwarten durfte. Aus der Feldüberlegenheit ergaben sich auch prompt ein paar sporadische Torgelegenheiten. Schade, dass Weber nach Vorarbeit Schwesingers (77.) und Pivarnik (81.) den Ball nicht voll trafen. Als Menze bei einem Gegenstoss völlig frei vor Keller auftauchte und an diesem scheiterte, rutschte den Jenaern das Herz wieder zurück in die Hose. Oder womit ist es zu erklären, dass fortan nur noch Union auf Sieg spielte und Stürmer Persich zwei Meter vorm Tor derart freistehend einköpfen konnte ? Menze (87., Keller hält) und Popov (89.) besassen noch Gelegenheiten zu weiteren Treffern. Hätten wir nicht einen Axel Keller im Kasten gehabt, wäre das Endergebnis zum Debakel geworden. Insofern hat der FCC dieses Spiel klarer verloren, als es das Ergebnis ausdrückt, war bis auf den Torhüter in allen Mannschaftsteilen schwächer. Speziell das Mittelfeld leidet an einem erschreckenden Mangel an Kreativität. Dies allerdings nicht erst (wie der Trainer meint) seit zwei Wochen, sondern schon die ganze Saison über (s. Leipzig-Bericht).
Nach Abpfiff dann doch noch etwas Erfreuliches: Raickovic hat die Bratwurst geschmeckt und er hat den Vertrag unterschrieben. Nun kann man nicht alle Hoffnungen an einem Spieler festmachen, aber tatsächlich könnte Dejan neben einer stabileren Abwehr auch einen Schub im Offensivspiel auslösen. Direkt wie indirekt. Zum einen haben wir seine Vorstösse noch in guter Erinnerung, zum anderen wird Thomas Gerstner, wenn er sich denn weiterhin aufstellt, für das Mittelfeld frei. Keinem ist schliesslich verborgen geblieben, dass "Gerste" auf dem ungewohnten Libero-Posten niemals jene Wirkung erzielen konnte wie bei seinem überragenden Mittelfeld-Part der Vorsaison. Sollte er daran anknüpfen können und seine Nebenleute mitziehen, wird das Dilemma zweier Heimniederlagen hoffentlich nur ein kurzzeitiges Tief gewesen sein. <fc>
Fotos
Behandlungspause für Dirk Hempel (Bild von René Röder)

FC Carl Zeiss JENA - SV Babelsberg 1:2

Tore: 0:1 Slezak (45.), 1:1 Weber (84.), 1:2 Küntzel (85.)
Jena:
Keller; Hartung; Findeisen, Friedrich; Pivarnik (70. Nowotny), Kaiser (54. Treitl), Hempel, Hauser; Weber, Jaworek (18. Azevedo), Rusjaev
Babelsberg:
Kosche; März; Petsch, Schmidt, Laaser; Bengs, Lorenz, Block (88. Grundmann), Civa; Slezak (63. Steiner), Lau (77. Küntzel)

Zuschauer: 2800

Schiedsrichter: Binkowski (Berlin)

Spielbericht:
So schnell kann's gehen. Da gewinnt der FC Carl Zeiss innerhalb von fünf Tagen zwei Punktspiele und klettert um zehn Tabellenplätze nach oben. Dass zur Euphorie keinerlei Anlass besteht, weil es auch ganz schnell wieder in die andere Richtung laufen kann, wissen wir spätestens nach dem schwächsten Saisonspiel vom vergangenen Samstag.
Zunächst sei die Frage gestattet, ob das Rückspiel in Babelsberg ein Schiedsrichter-Trio aus Gera leiten darf ? Zwar ist allgemein bekannt, dass Berlin das grösste Reservoir an Regionalliga-Referees besitzt, doch wenn eine Mannschaft aus dem benachbarten Babelsberg gastiert, sollten eigentlich noch anderswo welche aufzutreiben sein. Immerhin waren Herr Binkowski und seine Assistenten rechtzeitig vor Ort, während der Mannschaftsbus der Gäste eineinhalb Stunden auf der A 9 im Stau stand und das Spiel mit ein paar Minuten Verspätung angepfiffen wurde. Von Reisestrapazen war bei den Babelsbergern jedoch nichts zu spüren. Zwar bestimmte der FCC in der ersten halben Stunde das Geschehen, sah das Spiel hier noch recht passabel aus. Eine Tormöglichkeit sprang jedoch nicht heraus. Die Filmstädter waren da aus anderem Holz geschnitzt, spielten sich nach dreissig recht mühelos überstandenen Anfangsminuten mehr und mehr frei und besassen durch Slezak (37.) sowie Schmidt (40.) die ersten Gelegenheiten. Ihr Führungstreffer in der 45. Minute kam nicht überraschend: Spielaufbau aus der eigenen Hälfte über vier Stationen, ohne dass ein Jenaer den Ball auch nur berührt, Pass von Block aus Slezak, der aus zwölf Metern mit halbhohem Schuss Keller keine Chance lässt. Hausers Freistoss ans Aussenetz unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff war Jenas einzige erwähnenswerte Möglichkeit vor der Pause !
Doch es sollte noch schlimmer kommen. Wer die Zeiss-Elf in der Auer Schlussphase gesehen hatte, erkannte sie nicht wieder. Spielerisch lief nichts zusammen. Dirk Hempel, der unlängst öffentlich noch einen Stammplatz gefordert hatte, und Sven Kaiser enttäuschten als Spielgestalter vollends. Das sogenannte Sturm-Trio entfachte höchstens ein laues Lüftchen in des Gegners Strafraum. Speziell dem frühzeitig eingewechselten Azevedo gelang gar nichts. Mit Keller und Findeisen erreichten lediglich zwei Defensivleute Normalform. Alle anderen konnten oder wollten nicht bis an ihre Leistungsgrenzen gehen. Treitls volley genommener und weit übers Tor geschlagener Ball war bis in die Schlussphase hinein die beste Aktion der Jena-Kicker - in anderen Spielberichten hätte sie vermutlich nicht einmal Erwähnung gefunden. Der Gesichtsausdruck des in meiner Nähe sitzenden Präsidenten Kurbjuweit wurde immer verzweifelter und hellte sich auch beim Ausgleichstreffer nur unwesentlich auf. Heiko Weber in seiner besten Szene hatte sechs Minuten vor Schluss einen klugen Pass auf Jörg Nowotny gespielt. Dieser brachte das Leder nicht am herausstürzenden Babelsberger Schlussmann vorbei, doch den Abpraller verwandelte "Benno" Weber aus sechzehn Metern. Wieder mal ein 1:1 ? Die Jenaer wollten mehr. Selbst der Libero schaltete sich jetzt in die Offensive ein. Leider ging das daneben. Einem Verlegenheitszuspiel von Hartung lief Hempel zu zögerlich entgegen. Auf die Art kamen die Babelsberger in Ballbesitz und waren gegen den allein absichernden Findeisen in Überzahl. Küntzel nutzte dies und machte Jenas erste Saisonniederlage auf heimischem Boden perfekt.
Schon in einer Woche hat der FCC Gelegenheit zur Wiedergutmachung vor eigenem Publikum. Eine Frage gilt es aber jetzt noch zu beantworten: Wo blieb Anto Markovic ? Der Matchwinner von Aue und Spieler des Tages auf der offiziellen Homepage schmorte wieder mal neunzig Minuten auf der Bank, als wäre nichts gewesen. Thomas Gerstner begründete es damit, dass er stets nach Leistungen in der Trainingswoche aufstelle und nicht nach Gefallen in den letzten Spielen: "Infsofern war der Anto diesmal nicht dabei. Das kann in der nächsten Woche schon wieder ganz anders aussehen." <fc>
Fotos

FC Erzgebirge Aue - FC Carl Zeiss JENA 1:2

Tore: 1:0 Binke (35.), 1:1 Rusjaev (80., FE), 1:2 Hauser (89.)
Aue:
Beuckert; Tautenhahn; Zweigler (73. Kretzschmer), Barth, Schmidt; Pagels, Sionko, Tomoski, Hasse (70. Lakhmay); Nowacki, Binke (64. Kramer)
Jena:
Keller; Hartung; Findeisen, Friedrich; Pivarnik, Kaiser (46. Treitl), Hanus (29. Hempel), Hauser; Weber, Jaworek (69. Markovic), Rusjaev

Zuschauer: 2500

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

Spielbericht:
Strahlend blauer Himmel, kein einziges Wölkchen und 28 °C - so was habe ich in Aue noch nie erlebt, und immerhin war ich 1978 das erste Mal in Aue. Trotz des verspäteten Hochsommers gab es nach knapp einer Stunde eine kleine Diskussionsrunde unter den 3 anwesenden Schreiberlingen, die oft die Berichte auf dieser Seite verzapfen. Ich wollte mir den zugesagten Report vom Halse schaffen: "Warum ich, Frank ist nun doch gekommen, da kann er doch..." Der angesprochene Frank lehnte dankend ab: "Ne, ne, Du hattest es versprochen, also mach' mal !" Wer selbst im Erzgebirgsstadion war, wird unsere Abneigung zu diesem Zeitpunkt sicherlich verstehen: Was wollte man schreiben ? Nach einer Stunde gab's nicht viel Erfreuliches. Doch wieder einmal schlug Zarah Leander zu: "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen..."
Die erste Halbstunde verlief relativ ausgeglichen, beide Teams spielten hin und her, ohne die Zuschauer ernsthaft in Aufregung zu versetzen. Die rund 300 Zeiss-Fans (Warum so wenig - tolles Wetter, keine uferlos weite Anfahrt und es ging für den FCC um alles ?) standen einmal kurz vorm Torjubel, als die Auer Abwehr mit Doppelpaß geknackt wurde, leider verstolperte Hempel frei vor Beuckert. Ansonsten sah das Spiel des FCC eigentlich nicht übel aus, zumal Aue ehrlich gesagt als Gastgeber enttäuschte und nichts Überzeugendes zustande brachte. Typisch eigentlich, daß ein grober Fehler auf der linken Abwehrseite dem 1:0 vorausging. Zwei Jenaer ließen Tomoski in den Strafraum laufen, ohne ernsthaft zu attackieren, scharfe flache Eingabe und Keller ist gegen Binke chancenlos. Danach lief beim FCC nichts mehr und mit etwas Glück blieb es bis zur Pause beim 0:1.
Auch die 2. Halbzeit riß zunächst niemanden vom Hocker: Der FCC bemüht, aber wirkungslos - in dieser Phase rackerte nur Rusjaev wirklich unermüdlich, und Aue zeigte - passend zum tollen Wetter - Sommerfußball, der die lila-weißen der 2.500 Zuschauer verschreckt haben dürfte. Einige Minuten nach der Minidebatte (s.o.) gab es eine spielentscheidende Szene, die zunächst von allen lediglich als dritte Auswechslung des FCC registriert wurde: Anto Markovic durfte das erste Mal in einem Punktspiel ran. Und plötzlich war irgend etwas auf dem Rasen anders, Aue wurde immer mehr hinten rein gedrängt, der FCC wurde bissiger. Riesenaufregung, als Tomasz Jaworek halblinks in den Auer Strafraum eindringt, Beuckert umkurvt und der Keeper ihm klar in die Beine säbelt - da ich keine TV-Aufzeichnung inkl. Zeitlupe gesehen habe, kann ich nur meine eigene Sichtweise aus Richtung Gästeblock schildern -, der Schiedsrichter zeigte jedoch zu meinem Entsetzen nicht auf den Elfmeterpunkt, sondern Jaworek die gelbe Karte wegen angeblicher Schwalbe. Danach ging es immer wieder in den Auer Strafraum, und als sich Weber irgendwann gegen 2 Verteidiger durchgesetzt hatte und im Fallen noch aufs Tor schoß (Beuckert wehrte ins Aus ab), pfiff der Schiri wieder - aber nicht Ecke, sondern zur freudigen Überraschung der blau-gelb-weißen Fans ELFMETER !!! Ehrlich, ich weiß aus meiner Sicht nicht, warum. Egal, Rusjaev machte den Ausgleich ! Nachmittag wenigstens halbwegs gerettet, dachte ich. Aue brach jedoch jetzt vollständig ein und der FCC erspielte sich eine Chance nach der anderen. Schnelles Spiel nach vorn, genaue Steilpässe und schöne Angriffe über die Außen stürzten die Gastgeber von einer Verlegenheit in die andere. Leider verpaßten sowohl Rusjaev als Markovic (der echt für "Betrieb" im Jenaer Spiel sorgte) nach scharfen flachen Eingaben knapp den Ball. Innerhalb von Minuten wechselte die Stimmung im Gästeblock von Freude über den einen Auswärtspunkt in leichten Ärger über den (scheinbar, wie man inzwischen weiß) verpaßten Auswärtssieg. Dann gab es eine Ecke, der Ball wird mehr oder weniger locker zurückgespielt, eine nicht besonders scharfe Flanke von links, die abgeblockt wird... plötzlich hat Hauser den Ball im Strafraum (fragt mich bitte nicht mehr, wie und woher er den bekommen hatte), zieht ab, das Netz zappelte und der Nachmittag wurde schlagartig GENIAL. Riesenfreude auf dem Rasen, im Fanblock, viele auf dem Zaun etliche sogar drüber (Danke an die Auer Ordnungskräfte, die auf die friedliche Freude angemessen cool reagierten und die Jenaer vor, auf unter hinter dem Zaun feiern ließen), dann war endlich Schluß = Auswärtssieg!!! Und nun hatte ich richtig Lust, diesen Bericht zu tippen...
P.S. Trotz Anfrage der Aue-Fans zwecks eines gemeinsamen Blocks bildete die Jenaer Fangemeinde einen eigenen richtigen Gästeblock. Das war aber absolut kein Hinderungsgrund für eine freundliche Atmosphäre rund ums Spiel. Man konnte locker eine Runde durch den gesamten Ground drehen und ein paar Schwätzchen machen. Auch während des Spieles blieben anödende Sprechchöre auf beiden Seiten aus und trotzdem wurde gute Stimmung gemacht, indem die jeweils eigene Mannschaft angefeuert wurde. Mal abgesehen von einem kleinen Hänger zwischen 46. und 65. Minute sorgten die rund 300 Zeiss-Fans für einen ansprechenden Support und gerade in der entscheidenden Phase der letzten Viertelstunde wurde trotz der Hitze so richtig gepowert. <uk>
Fotos

FC Carl Zeiss JENA - FSV Lok/Altmark Stendal 2:1

Tore: 1:0 Weber (42.), 1:1 Gempler (43.), 2:1 Pivarnik (79.)
Jena:
Keller; Gerstner (82. Hartung); Findeisen, Friedrich; Pivarnik, Hanus (61. Hempel), Kaiser, Hauser, Rusjaev; Jaworek (54. Schwesinger), Weber
Stendal:
Eckstein; Grempler; Kyris (Marschneider), Gottwald, Demuth (28. Mebus); Geidel, Klenge, Hoffmann, Pasert (58. Kubis); Georgiev, Wiedemann

Zuschauer: 2300

Schiedsrichter: Sather (Grimma)

Spielbericht:
Am sechsten Spieltag der Regionalliga feierte Jena seinen langersehnten ersten Saisonsieg. Der FCC gewann am Ende nach Spielanteilen und Chancen auch verdient, wobei die Stendaler auch Ihre eine oder andere gefährliche Tormöglichkeit hatten. Aber der Reihe nach:
Trainer Thomas Gerstner entschied sich 2 Stunden vor Anpfiff, doch noch in die Anfangsaufstellung zu rutschen, um den jungen Sebastian Hartung, der in dieser Woche wegen seiner Lehrausbildung kaum trainieren konnte, zu vertreten. Ansonsten wurde an der Aufstellung der letzten Spiele festgehalten. Die Jenaer versuchten gleich von Anfang an, Druck auf die Stendaler auszuführen und kamen nach 17 Minuten zu Ihrer ersten Torgelegenheit, doch Jaworek schoss dem Torwart Eckstein in die Arme. Aber auch Stendal versteckte sich nicht und kam in der 18. Minute durch Hoffmann zu Ihrer ersten Tormöglichkeit. Stendals Torhüter Eckstein entschärfte danach noch einige Möglichkeiten des FCC, doch drei Minuten vor der Pause hatte er keine Chance. Roman Pivarnik spielte nach außen auf Rusjaev und dessen Eingabe in den Strafraum hämmerte Weber unter die Latte. Doch Jena freute sich anscheinend zu früh über die geglückte Führung, denn genau nach Wiederanpfiff überlistete Grempler die völlig verwirrte Jenaer Abwehr mit einer schönen Einzelleistung und erzielte den vielumjubelten Ausgleich für die Gäste.
Nach der Halbzeitpause versuchte Jena, sofort wieder Druck auf die Stendaler auszuführen, doch die Gäste sorgten mit Ihren gefährlichen Kontern ein ums andere Mal für große Gefahr vor dem Tor von Torwart Keller. In der 66. Minute vereitelte Stendals guter Torwart Eckstein mit einer tollen Parade einen Freistoß von Hempel. Auf der Gegenseite konnte sich drei Minuten später auch Jenas Keller gegen eine große Chance von Kyric auszeichnen. Doch der Gastgeber erhöhte zunehmend den Druck. Erst scheiterte Rusjaev mit einem herrlichen Seitfallzieher (76.) und wenig später hatte auch Schwesinger mit seinem Kopfball an die Latte kein Glück. Doch knapp 10 Minuten vor Spielende sorgte Pivarnik, mit einem überlegten Linksschuß in den Winkel für den ersten Jenaer Saisonsieg.<vg>

VFC Plauen - FC Carl Zeiss JENA 1:1

Tore: 0:1 Rusjaev (22.), 1:1 Krasselt (30.)
Plauen:
Kunze; Dünger; Krasselt, Holz; Miftari, Riedel (GRK, 53.), Starke, Hölzel, Schmidt; Schönfeld (59. Weiß, 82. Brömßer), Zapyshnyi (RK, 73.)
Jena:
Keller; Hartung; Findeisen, Friedrich (GRK, 50.); Pivarnik, Hanus (62. Hempel), Kaiser, Hauser; Rusjaev (86. Weber), Jaworek (GRK, 85.), Azevedo (78. Nowotny)

Zuschauer: 2700

Schiedsrichter: Ruzik (Tangermünde)

Spielbericht:
Den Vorwurf, er würde nicht siegorientiert aufstellen , kann man Thomas Gerstner wahrlich nicht machen. Mit Rusjaev, Jaworek und Azevedo waren in Plauen drei Stürmer von Anbeginn dabei. Hausers Eingabe sorgte schon nach vier Minuten für Gefahr. Die Hausherren blieben nichts schuldig, Starke scheiterte an Keller (16.). Kurz darauf der Jenaer Führungstreffer: Jaworek kommt an der rechten Strafraumgrenze in Ballbesitz, dreht sich blitzschnell um seinen Gegenspieler herum, die scharfe Eingabe erwischt Christian Hauser und befördert das Leder entgegen der Laufrichtung des Torhüters ins Netz. Schön abgeschlossen, aber noch schöner vorbereitet dieser Treffer. Den ihm nachgesagten Torjägerinstinkt hat Thomasz Jaworek bisher zwar vermissen lassen, wenn er aber weiterhin so gute Assists liefert, soll es uns auch recht sein. Leider konnten die hinterm VFC-Tor postierten Jena-Fans nicht lange jubeln. Nur acht Minuten nach dem 1:0 flog eine Plauener Flanke von rechts vors Jenaer Tor, Krasselt stand unbedrängt an der Torraumgrenze und verwandelte per Flugkopfball zum Ausgleich. Die restlichen Minuten bis zur Pause hatte der VFC mehr vom Spiel, besass ein deutliches Plus an Eckstössen, doch die grösste Chance gehörte dem FCC. Hauser übernahm diesmal die Vorarbeit, Rusjaev stocherte den Ball ins Tor - dachten zumindest viele Zuschauer, aber Torwart Kunze erwischte den Ball wohl gerade noch auf der Linie (42.)
Es sollte eine im wahrsten Sinne des Wortes farbige zweite Halbzeit werden. Kaum fünf Minuten war sie alt, da sah Tobias Friedrich Gelb-Rot und regte sich zurecht fürchterlich darüber auf. War es doch bereits die zweite umstrittene Herausstellung des Kapitäns innerhalb von neun Tagen. Friedrich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ihm weitere Akteure auf die gleiche Art folgen sollten. Es war ein hartes, kein unfaires Spiel. Wenn allerdings ein Schiedsrichter die Partie leitet, dessen einzige Form von Autorität darin besteht, bei jedem zweiten Pfiff den gelben Karton zu ziehen, sind die Folgen absehbar. Diese seltene, wissenschaftlich wahrscheinlich noch gar nicht erforschte Form eines Rauschzustandes hatte zur Folge, dass die Zahl an Verwarnungen innerhalb kurzer Zeit auf neun anstieg und drei Spieler mit der Ampelkarte vom Platz mussten. Feldverweis Nummer vier resultierte aus einer Tätlichkeit Zapyshnyis an Findeisen im Jenaer Strafraum, die der Schiri-Assistent angezeigt hatte. Bei so viel selbst auferlegter Beschäftigung braucht jeder Referee zwischendurch mal seine Auszeit. Jene nahm er sich, als er dem im Strafraum umgerempelten Tino Findeisen den Elfmeterpfiff verweigerte (68.). Die auf dem Feld verbliebenen Akeure mühten sich redlich um den Sieg, wobei auch hier wieder die Jenaer die besseren Chancen besassen. Doch Azevedo (76.), Rusjaev (79.) und Hempel (85.) verzogen aus aussichtsreicher Position bzw. scheiterten am guten Plauener Schlussmann. Auf der Gegenseite liess Keller bei Schüssen von Zapyshnyi und Starke nichts anbrennen. Fazit: Eher zwei Punkte verloren als einen gewonnen.
Es ist schon Tradition bei uns, nach etwa fünf Spieltagen ein erstes subjektives Urteil über die Neuzugänge zu fällen. Hanus und der auch in Plauen gut spielende Findeisen erfüllten die Erwartungen und besitzen einen Stammplatz in der Anfangsformation. Jaworek hatte ich schon erwähnt. Der als Libero geholte Pivarnik spielte nur ein einziges Mal als letzter Mann; das sagt alles. Auf seiner jetzigen Position im defensiven Mittelfeld kommt er offenbar besser zurecht. Über die Versetzung Treitls (immerhin ein Wunschkandidat Gerstners) ist hinreichend diskutiert worden. Weber, der schon in der Vorsaison nicht überzeugte und nach sechs Spieltagen das Handtuch warf, hat sich inzwischen noch weiter vom Leistungsvermögen früherer Tage entfernt. Rottstädt, Markovic, Fröhlich kamen noch gar nicht zum Einsatz. Bei Anto Markovic, der zuletzt in der 2. Mannschaft Bestnoten verdiente und von seinen Möglichkeiten her auch der Ersten Impulse verleihen könnte, sollte es bis zum Debüt aber nicht mehr lange hin sein. So riesig ist Jenas Kreativabteilung schliesslich nicht. <fc>
Spielbericht auf der VFC-Homepage
Fotos auf der Homepage von Jens Weissenburger

FC Carl Zeiss JENA - FC Sachsen Leipzig 0:0

Jena:
Keller; Hartung; Findeisen, Friedrich; Pivarnik, Hanus (78. Gerstner), Kaiser, Hauser, Rusjaev; Jaworek (87. Schwesinger), Azevedo (73. Hempel)
Leipzig:
Twardzik; Bergner; Förster, Wentzel; Baum, Rietschel, Hammermüller, Lucic, Santl (24. Poviser); Stantchev, Zimmerling

Zuschauer: 3580

Schiedsrichter: Sturm (Berlin)

Spielbericht:
Schon wieder ein misslungener Saisonstart. Wie im Vorjahr auch fand sich der FC Carl Zeiss nach drei Spielen in der unteren Tabellenhälfte wieder. Mit dem Unterschied allerdings, dass man 98/99 zum gleichen Zeitpunkt die doppelte Punktezahl auf dem Konto hatte. In solchen Situationen klammert man sich als Fan bereits an diverse Strohhälme. Einer davon ist grün-weiss. Denn gegen den FC Sachsen Leipzig hatte der FCC in der Vergangenheit meist gute Spiele gemacht, in der letzten Saison mit dem 3:1-Auswärtssieg den Weg aus der Krise beschritten. Ob das auch diesmal der Fall sein würde ?
Die erste Stunde passierte auf dem Spielfeld gar nichts. Dieser vermeintliche Alptraum für Zuschauer und Berichterstatter erklärt sich jedoch aus der verspäteten Anreise des Schiedsrichter-Trios, das unterwegs im Stau steckengeblieben war und mit Polizei-Eskorte ins Ernst-Abbe-Sportfeld geleitet wurde. Von den Rängen kam erstmals in dieser Saison Athmosphäre rüber, woran schätzungsweise 700 Schlachtenbummler aus Leipzig ihren Anteil hatten. Das fanden auch Präsident und Trainer des FCS und verneigten sich aus Dankbarkeit vor dem Gästeblock. Leipzigs Spieler wollten da nicht nachstehen und erarbeiteten sich gleich zu Beginn klare Tormöglichkeiten. Bergner traf in der vierzehnten Minute per Kopf die Querlatte, Stantchev zielte zwei Minuten später knapp drüber. Hinzu kam ein aus Abseitsstellung erzielter Treffer Zimmerlings (7.). Es entwickelte sich eine rassige erste Halbzeit mit Chancen hüben wie drüben. Ein Hanus-Freistoss aus 22 Metern strich haarscharf am rechten Pfosten vorbei (17.), Rusjaevs Solo konnte erst vom vierten Gegenspieler gestoppt werden (22.), Hammermüllers Freistoss wurde zur sicheren Beute Kellers (34.), Baums Schuss nach Ecke von rechts verfehlte das Gehäuse nur knapp (38.). Mit leichten Punktvorteilen für den Tabellenführer ging es in die Kabinen.
Erfreulichster Aspekt aus Jenaer Sicht war die Tatsache, dass die Leutzscher nach der Pause keine einzige Torchance mehr herausspielen konnten. Ein Freistoss Povisers in der Schlussminute war das Einzige, was nach dem Seitenwechsel auf das Keller-Gehäuse kam. Zimmerling, dem gegen Aue Tage zuvor ein lupenreiner Hattrick gelungen war, stand nun ebenso auf verlorenem Posten wie Sturmpartner Stantchev. Schade nur, dass es dem Jenaer Sturmduo nicht besser erging. Jaworek hatte gegen Wentzel einen schweren Stand (mal ehrlich, hatten wir etwas anderes erwartet ?), Azevedo sah gegen Förster gleich gar keinen Stich. Es aber einzig und allein an den Stürmern festzumachen, ist mir mittlerweile zu einfach. Schon der Neuling aus Halle besass uns gegenüber die klarere Linie im Spielaufbau ! Auch diesmal vermisste man in den Jenaer Aktionen das Überraschungsmoment, im Training einstudierte Spielzüge oder auch nur einen simplen Doppelpass. Vieles bleibt zu sehr dem Zufall überlassen. Die Strategie, aus dem Mittelfeld heraus die Aussenpositionen zu bedienen und von dort vor's Tor zu flanken, mag ein probates Mittel sein, um eine Abwehr zu knacken. Wenn es das Einzige bleibt, wird ein Angriffsspiel zu leicht durchschaubar. Zumal die Eingaben in den seltensten Fällen den eigenen Mann erreichten. Lediglich Rusjaev profitierte drei Minuten vor Schluss von solch einer Flanke, konnte Twardzik im Leipziger Gehäuse aber nicht überwinden. Nimmt man noch den Freistoss des besten Zeiss-Spielers Roman Hanus (55.) und den Abseitstreffer diesmal ins Leipziger Netz (73.) hinzu, wären alle Chancen aus Halbzeit zwei genannt. Auch drei Spielerwechsel zeigten keinerlei Wirkung.
Am Einsatzwillen hat es auf Jenaer Seite nicht gemangelt - aber war das nun die eingangs beschworene Wende zum Besseren ? Vielleicht bringt ja das Wissen um die Tatsache, den Spitzenreiter entthront zu haben, jenes Selbstvertrauen, das die Jenaer Elf so dringend benötigt, um in Plauen den ersten Saisonsieg anzupeilen. <fc>
Fotos

1. FC Dynamo Dresden - FC Carl Zeiss JENA 1:0

Tore: 1:0 Rusjaev (90. Eigentor)
Dresden:
Kresic; Groth, Wahl, Oberritter, Paulus; Schröter, Jelen, Lense, Weller (80. Müller); Hanke (84. Kopunovic), Jungnickel (84. Skeledzic)
Jena:
Keller; Hartung; Friedrich (GRK, 84.), Findeisen; Rusjaev, Hanus, Kaiser, Hauser (75. Azevedo), Pivarnik; Jaworek, Schwesinger (83. Hempel)

Zuschauer: 6800

Schiedsrichter: Sax (Berlin)

Spielbericht:
[Den meisten Jenaer Fans, Stadionbesuchern und Zeitungslesern muss man Ulrich Klemm nicht mehr vorstellen. Wir freuen uns, dass er speziell für die Homepage folgenden Bericht überspielte]

Endlich sollte es klappen. Der erste Saisonsieg musste her, da waren sich alle einig. Rund 150 Jenaer Fans verausgabten sich am Freitag abend im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion und schrien sich die Lunge aus dem Hals. Doch am Ende stand der FC Carl Zeiss mit leeren Händen da. Ein mehr als unglückliches Eigentor von Michail Rusjaev in der 90.Spielminute besiegelte die Jenaer Niederlage.
Dabei waren die Gäste für die Aufgabe recht gut gewappnet. Die lange Verletzten Tobias Friedrich und Christian Hauser konnten wieder spielen, und gegen das 4-4-2-System der Dynamos hatte sich Trainer Thomas Gerstner eine erfolgversprechende offensive Spielweise erdacht. In der Umsetzung gab es zwar kaum Jenaer Angriffswirbel zu sehen, aber zumindest in Hälfte eins waren die Gäste mit ihren Torchancen erfolgversprechender als die Sachsen. Die grösste Nummer auf dem Fuss hatte Rusjaev, als er in der 37.Minute ein Zuspiel von Hanus direkt nahm und nur knapp über das Tor setzte. Hinzu kam der gescheiterte Versuch des Russen, eine Ecke direkt zu verwandeln. Doch der Torpfosten des Dresdner Gehäuses hielt diesem Ansinnen stand. Die schwarz-gelben Hausherren prüften den erneut sehr sicher agierenden FCC-Torwart Axel Keller vor dem Pausentee nicht einmal ernsthaft, denn die beste Chance schloss Jungnickel mit einem Schuss neben das Gehäuse ab.
Die taktische Aufteilung der Dynamos wusste zu gefallen. Das lupenreine Viererketten-System, für das man spielintelligente Akteure braucht, sah optisch gut aus, doch brachte es in der präsentierten Variante nur wenig Angriffsdruck mit sich. Allerdings stand die Abwehr der Elbestädter äusserst kompakt, so dass es nur wenig Spielraum für die Jenaer Stürmer gab. Allgemein aber machte der FC Carl Zeiss einen deutlich verbesserten Eindruck gegenüber den zuletzt gesehenen Leistungen. Die Defensive wirkte relativ stabil, nur von den Aussenbahnen fehlten noch die zündenden Impulse. Besonders Christian Hauser merkte man die fehlende Trainings- und Spielpraxis an. Doch das Wissen um seine Möglichkeiten lässt hoffen, dass er, wenn er wieder hundertprozentig fit ist, eine Bereicherung für das schon diesmal gut gestaffelte Mittelfeld sein kann.
Während sich die immerhin 6800 Zuschauer auf ein torloses Remis einstellten, tat sich in den letzten 30 Minuten auf dem Spielfeld nach einer längeren Ruhephase doch noch etwas. Die Prophezeiung eines älteren Dynamo-Fans bewahrheitet sich also nicht: "Hier bassiert 90 Minuten nüscht. Dann tun se drei Minuten nachschbielen, und da bassiert ooch nüscht!" Von wegen! Erst hatte Jena eine verheissungsvolle Szene, als Jaworek und Hanus ein Strafraum-Duett versuchten, allerdings nahe am gegnerischen Tor stehend am Abschluss scheiterten und die Verantwortung lieber an den jeweils Anderen weitergaben. Ein Alibipass beendete diese Möglichkeit. Auf der Gegenseite tat sich der erfahrene Jens Wahl hervor. Mit gefährlichen Freistosssituationen und einem tollen Direktschuss sorgte er für Gefahr vor dem Keller-Gehäuse. Doch alles schien brotlose Kunst zu bleiben. Dann flog nach 86 Minuten plötzlich der Jenaer Tobias Friedrich mit Gelb-Rot vom Platz. Er soll, bereits verwarnt, einen Dresdner gefoult haben. Die Szene war unübersichtlich, denn es standen insgesamt drei blau gewandete Spieler um den Angreifer herum. FCC-Coach Gerstner hatte es aber genau gesehen: "Das Foul wurde von Tino Findeisen begangen. Somit wurde der Falsche des Feldes verwiesen." Die personelle Überzahl nutzten die Gastgeber nun zur Schlussoffensive. Als alles überstanden schien, folgte dann doch noch das dicke Ende für die Thüringer. Obwohl der Linienrichter auf Einwurf für Jena entschied, schnappten sich die Dynamos den Ball. Der Referee unternahm nichts, um dies zu unterbinden. Die Eingabe des gerade eingewechselten Kopunovic sprang Rusjaev so unglücklich ans Knie, dass die Kugel die Torlinie passierte. Kurz nach diesem Siegtor war dann Schluss. Die Zeiss-Kicker schlichen wie begossene Pudel vom Platz, einige weinten hemmungslos. Als erster hatte sich der Trainer wieder gefasst. "Fussball kann grausam sein. Der Sieg der Dresdner war glücklich." Da konnte die sympathische Geste des heimischen Übungsleiters Colin Bell, der die Jenaer Spieler zu trösten versuchte, auch nicht mehr helfen. Helfen kann sich die Mannschaft nur noch selber.
Ein ausführlicher Spielbericht findet sich auch auf der offiziellen Dynamo-Homepage
Die spielentscheidenden Szene(n) sind hier bildlich festgehalten

FC Carl Zeiss JENA - VfL Halle 1:1

Tore: 1:0 Rusjaev (27.), 1:1 Westendorf (35.)
Jena:
Keller; Pivarnik; Nowacki (54. Hartung), Findeisen; Weber (73. Schwesinger), Hanus, Kaiser, Hempel, Rusjaev; Jaworek, Nowotny (61. Azevedo)
Halle:
Adler; Emmerich; Westendorf, Berger; Grosche, Jonekeit, Gumprecht, Adamovic (88. Zech), Glaubitz; Conrad (64. Krocian), Sadlo

Zuschauer: 2675

Schiedsrichter: Zschoke (Malter)

Spielbericht:
In den Tagen nach dem Hertha-Spiel war jene Unruhe eingezogen, die man eigentlich von anderen Klubs gewohnt ist. Grund dafür war die Einschätzung des Trainers, dass Stefan Kaschuba, Eric Noll sowie Stefan Treitl momentan nicht für die Regionalliga taugen würden und deshalb in die zweite Mannschaft versetzt werden. Besonders im Falle der universell einsetzbaren Treitl und Noll eine überraschende Massnahme, zumal die Verletztenliste nicht gerade klein ist. Nun sollte man sich als Aussenstehender damit zurückhalten, diese Entscheidung anzuzweifeln. Schliesslich kennt der Trainer das Leistungsvermögen jedes einzelnen auch aus dem täglichen Training heraus am besten. Schwer nachvollziehbar scheint mir jedoch die Tatsache, dass der Coach erst den Kapitän durch die Mannschaft wählen lässt, diesen aber nach zwei Spielen absetzt. Nowotny hat derzeit mehr mit sich selbst zutun, lautete die Begründung. Nur - trifft dies auf den neuen Käpt'n Tobias Friedrich mit hartnäckigen Bandscheibenproblemen nicht mindestens genauso zu ?
Friedrich war auch gegen Halle nicht im Aufgebot, Sven Kaiser trug die Kapitänsbinde. Überraschend, dass ein beinahe ausgemusterter Thomas (Nowacki) mit der Trikotnummer eines noch nicht reaktivierten Thomas (Vogel) auflief und vornehmlich im Defensivbereich agierte. Das war zu Beginn auch nötig, denn der Aufsteiger aus Sachsen-Anhalt legte munter los. Jonekeits Schuss vom linken Strafraumeck (7.) lenkte Axel Keller ebenso über die Latte wie einen gefährlichen Kopfball Sadlos nach achtzehn Minuten. Vier Minuten darauf endlich die erste Jenaer Torchance: Einen Hempel-Eckball von links unterläuft der bei hohen Bällen unsichere Adler, Rusjaev kommt zum Kopfball, doch ein Hallenser klärt gerade noch auf der Torlinie. Kurz darauf fungierte der Russe als Vorbereiter für Weber, dessen Volleyschuss Adler parierte. Dann die 27. Minute: Pass von Pivarnik , Rusjaev nimmt an der Strafraumgrenze gekonnt den Ball an, behauptet sich gegen seinen Gegenspieler und spitzelt das Leder am Torwart vorbei ins lange Eck. Im Bestreben, es besser zu machen als in Berlin, drängte der FCC auf das schnelle 2:0. Adler lenkte einen 10-m-Schuss des Ex-Hallensers Nowotny jedoch um den Pfosten (31.). Hempel und der speziell vor der Pause sehr agile Michail Rusjaev hatten die Vorarbeit geleistet. Die Gäste, die ihr Spiel phasenweise überlegter aufzogen, hatten zwei gefährliche Glaubitz-Freistösse entgegen zu setzen, die Keller entschärfte. An den darauffolgenden Eckball allerdings kam weder der Torhüter noch zwei seiner Vorderleute (Weber, Pivarnik). Westendorf besorgte so per Kopf den Ausgleich. Schade drum, denn die stärkste Phase des FCC war damit abrupt beendet. Kurz vor der Pause trat ein Hallenser im Strafraum Rusjaev deutlich sichtbar in die Hacken. Nur der Schiedsrichter wollte nichts gesehen haben.
Die zweite Halbzeit begann deutlich schwächer als die erste geendet hatte. In 25 Spielminuten gab es gerade mal zwei Tormöglichkeiten. Die allerdings hatten es in sich ! 51. Minute: Jaworek bereitet auf der linken Seite wunderschön für Rusjaev vor, doch der verhaspelt sich frei vorm VfL-Gehäuse. Bei allem Verständnis - dieser Ball musste einfach rein ! Allerdings wird sich Halles Anhang das gleiche gesagt haben, als Jonekeit nach Doppelpass mutterseelenallein auf Keller zusteuerte, nur den linken Pfosten traf und der Nachschuss in höchster Not von Hartung geblockt werden konnte (68.). Schwesinger mit zwei Torschüssen hatte später ebenso wenig Erfolg wie Kaiser mit Kopfball nach Hanus-Ecke, Jaworek kam gegen Adler nur um Sekundenbruchteile zu spät (81.). Diese Aufzählung soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Jenaer Spiel immer zerfahrener wurde. Das 1:1 geht am Ende in Ordnung. Fast hätte der Favorit noch mit leeren Händen dagestanden, wenn nicht Schlussmann Keller den Freistoss Emmerichs pariert hätte (90.)
Die Pfiffe der Zuschauer, die nach der ersten Halbzeit noch an den Schiedsrichter gerichtet waren, galten beim Schlusspfiff der eigenen Mannschaft. <fc>
Fotos

Hertha BSC/Amateure - FC Carl Zeiss JENA 1:1

Tore: 0:1 Hanus (6.), 1:1 Kretschmer (29.)
Hertha:
Renno; Salar; Okoli, Mackert; Sträßer (64. Demiray), Beister, Schröder, Kretschmer, Biermann (ab 81. Köhler); Glöden, Olic (90. Meier)
Jena:
Keller; Noll; Pirvarnik (45. Kaschuba), Treitl; Nowotny (41. Weber), Hanus, Hempel (53. Hartung), Kaiser, Rusjaev; Azevedo, Jaworek

Zuschauer: 521

Schiedsrichter: Wendorf (Glienicke)

Spielbericht:
(Aus dem Stammquartett konnte am Dienstagabend leider niemand dabei sein. Vielen Dank deshalb an Matthias Koch für folgenden Bericht.)

Erstes "Endspiel" vergeigt!
Quo vadis FCC? Man möchte den Teufel nicht an die Wand malen, aber diese Leistung gibt keinen Anlass zu Optimismus für diese entscheidende Serie. Dabei ging es für unsere Farben ganz gut los. Bis zur 15 Minute trat der FCC so auf, wie man es sich durchgängig gewünscht hätte. Zunächst ließ Azevedo eine gute Schußchance, der Ball kullerte über die Grundlinie, aus (5.). Eine Minute später zahlte der RL-Aufsteiger Lehrgeld, als Hertha-Keeper Renno einen Rückpaß seines Liberos Salar aufnahm - Neuzugang Hanus versenkte die Kugel im Anschluß nach Kaisers Freistoß und Hempels Zwischenberührung aus gut 12m in die rechte untere Ecke zum 0:1. Nach 16 Minuten mußte es eigentlich 0:2 stehen, doch Rusajev kanonierte den Ball aus Nahdistanz gegen die Latte.
Dann begann bei Sonnenschein leichter Nieselregen und die Jenaer kamen ins Wanken. Zum einen mußten viele Jenaer nun das Schuhwerk tauschen, zum anderen übernahm der Gastgeber das Zepter. Jetzt geriet das Thüringer Tor in den Brennpunkt. Zunächst mußte Keller, der nach seiner Leistungssteigerung im Training von Trainer Gerstner wieder das Vertauen erhielt, bei einem Freistoß zweimal zupacken (18.), dann traf Hertha das Außennetz (19.) und schließlich brachte ein wunderschöner Angriff der Hertha-Bubis das 1:1 durch Routinier Kretschmer, der Keller aus sechs, sieben Metern keine Chance ließ. Vor der Pause donnerte Glöden noch einmal vehement auf, aber auch über den Kasten (37.). Nur noch einmal, aber dafür 100%ig, tauchte mit Azevedo ein Jenaer gefährlich vor dem Hertha-Tor auf. Doch der Schuß kullerte knapp vorbei (24.). Kurz vor und nach den Halbzeiterfrischungen gab es drei Wechsel auf Jenaer Seite. Für den verletzten Nowotny kam Weber (41.), den rotgefährdeten Pirvarnik ersetzte Kaschuba (45.) und schließlich mußte Hempel seinen Platz für Hartung, der auf die Liberoposition ging, räumen (53.).
In der Pressekonferenz meinte Trainer Gerstner, dass er auch noch sieben weitere Akteure ausgetauscht hätte, wenn dies möglich gewesen wäre. Nach der Pause, zwischen der 50. und 65. Minute bekam Jena das Spiel besser in den Griff, zwangsläufig ergaben sich wieder einige Torchancen. Zweimal hatte Jaworek die Führung auf dem Fuß (47./58.). Doch beim ersten Mal versprang ihm der Ball bei einem versuchten Heber, beim zweiten Mal parierte Renno gegen den frei auf ihn zulaufenden Jenenser Stürmer. Danach hätte der Berliner Schlußmann eigentlich duschen gehen können, wenn man von dem Abseitstor der Jenaer in der 80. Spielminute absieht.
Denn nun kam der FC Carl Zeiss minutenlang kaum mehr über die Mittellinie, die Abwehr verlor in dieser Phase völlig die Orientierung. Einzig Keeper Keller bewahrte den Gast vor einem Debakel. Hier kurz die wichtigsten, aber längst nicht alle brandgefährlichen Hertha-Szenen vor unserem Tor. Kaschuba rettet vor dem einköpfbereiten 2m-Mann Glöden (65.), nach der anschließenden Ecke steht Azevedo (!) goldrichtig auf der Linie (65.), Olic zirkelt den Ball an den Pfosten (67.), Keller-Reflex gegen Glöden-Schuß aus Nahdistanz (68.), Glöden hämmert den Ball über das Gehäuse (70.). Das waren fast schon Chancen im Sekundentakt. Den rund 150 mitgereisten Zeiss-Fans stockte mehr als einmal der Atem. In der 86. Minute wird Keller endgültig zum Held, als er auch noch einen Olic-Schuß pariert. Die beängstigenden Jenaer Schwächen an diesem Tage lassen sich auch mit Zahlen belegen: Chancenverhältnis: 5:13, Eckbälle: 5 : 11, gut ein Dutzend Abseitspositionen (Jaworek allein 6 Mal!).
Trainer Gerstner war gerade von den älteren Spielern enttäuscht und drohte auf der Pressekonferenz Konsequenzen an: "Für ihn sei das Spiel wie eine Niederlage. Man habe den Gegner aufgebaut und glücklich dank Axel Keller gepunktet".
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Und jetzt weiß ich auch wieder, wo es für Jena hingeht. Kopf hoch, Spiel abhaken und drei Punkte gegen Halle!
Fotos auf der Homepage von Jens Weissenburger


Kommentatorenteam:

<fc> - Frank Cichos
<uk> - Uwe Kaiser
<vg> - Volker Große
<bpf> - Björn Pfennig

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