FC Carl Zeiss JENA - 1. FC Union Berlin 1:1

Tore: 1:0 Kaiser (2.), 1:1 Schneider (42.)
Jena:
Keller (51. Weißgärber); Sänger (62. Nowacki); Noll, Kaschuba; Kämpfe, Berger, Kaiser, Hempel, Barich; Azevedo, Rousajew
Union:
Tomaschewski; Härtel; Müller, Heller; Bergner, Petrovsky (70. Struck), Schwanke, Schneider, Nikol; Oelkuch, Swahn (63. Froese)

Zuschauer: 2580

Schiedsrichter: Voigt (Kleinkoschen)

Spielbericht:
Da sage noch einer, die Saison wäre schon gelaufen. Nicht nur, daß als Saisonabschluß der Landespokal mit Jenaer Beteiligung ausgespielt wird. Die Rot-Weißen aus Erfurt hatten im Fernduell um die (freilich inoffizielle) Thüringen-Meisterschaft plötzlich wieder Chancen, die Nummer eins im Freistaat zu werden.
Davor wollte die Jenaer Mannschaft sich und uns bewahren. Diesen Eindruck gewann man jedenfalls zu Beginn der Partie. Gerade eineinhalb Minuten waren gespielt, da lag der Ball im Netz der Unioner. Hempel auf rechts außen war von Kaschuba auf die Reise geschickt worden, in seine Flanke rutschte Sven Kaiser und spitzelte den Ball in die Maschen. Derart zeitig war dem FCC in 33 Punktspielen zuvor kein Treffer gelungen ! Der vielversprechende Auftakt fand zunächst seine Fortsetzung. Die Abwehrkette der Berliner wurde ein ums andere mit exakten Steilpässen geknackt. Chancen für Berger (7.) und Azevedo (12.) waren die Folge. Die beste Einschußmöglichkeit zum 2:0 aber nach 25 Minuten: Azevedos Schuß wird abgeblockt, Berger legt auf den unbedrängten Noll zurück, doch dessen Schuß aus sechzehn Metern zischt am linken Pfosten vorbei. Zwischendurch kamen auch die Berliner gefährlich vors Gastgeber-Gehäuse. Sowohl gegen Bergner als auch gegen Oelkuch klärte Axel Keller mit dem Fuß. Der Ausgleich hatte sich hier schon angedeutet und er fiel drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff: Petrovsky zog gleich zwei Jenaer Abwehrspieler auf sich, dadurch stand Schneider mutterseelenallein an der Strafraumgrenze. Dem plazierten Schuß ins rechte untere Eck konnte Keller nur hinterherschauen.
Die Hoffnung auf unterhaltsame neunzig Heimspielminuten zerstörte die zweite Hälfte. Waren vor der Pause noch etliche gute Ansätze zu entdecken und gingen die 22 Akteure hier einsatzstark zu Werke, schienen sie auf dem Weg zum Pausentee einen Nichtangriffspakt geschlossen zu haben. Was den zweieinhalbtausend Zuschauern (mehr kamen am letzten Spieltag nur in Leipzig) geboten wurde, war purer "Sommerfußball". Wobei dieses Wort eigentlich zu positiv klingt für dieses tempoarme Fehlpaßgeschiebe. So paßt es ins Bild, daß ein Unioner die größte Gefahr für seinen eigenen Schlußmann heraufbeschwor: Hellers abgefälschter Ball senkte sich über Tomaschewski genau auf die Torlatte. Von den Gästen kam offensiv genauso wenig. Erwähnenswert höchstens noch, daß der Schiedsrichter dem FCC einen klaren Elfmeter verweigerte (Foul an Hempel) und daß Jens Weißgärber planmäßig für Axel Keller eingewechselt, aber kaum geprüft wurde. Ansonsten konnte man es den Fans beider Mannschaften nicht verdenken, daß sie sich mit anderen Sachen beschäftigten als dem Geschehen auf dem Spielfeld. Während die "Eisern-Unioner" vehement aber vergebens ihren Lieblingstorwart Kosche forderten, strebten einige Jenaer zu ihrem Stammplatz in der noch gesperrten Südkurve. - Als sich Thomas Gerstner zwanzig Minuten vor Schluß warmlief, hatte man nochmal Hoffnung, seine Einwechslung würde das Jenaer Spiel wiederbeleben. Doch zog sich der frischgekürte "Spieler des Jahres" die Trainingshose wieder über. Bei diesem Gekicke mitzuwirken, wollte er sich selbst nicht antun, bevorzugte stattdessen einen Einsatz in der 2. Mannschaft.
Unbestrittener Höhepunkt des Nachmittages war die Jenaer Saisonabschlußparty am Fanhaus. Der Verein spendierte seinen treuen Fans Freibier, einige Spieler stellten sich selber hinter den Tresen. Da die Erfurter beim BFC verloren hatten, war die Jenaer Fußballwelt am Ende wieder in Ordnung. <fc>
Die Highlights per Bild
Bericht auf einer Union-Seite

1.FC Magdeburg - FC Carl Zeiss JENA 4:2

Tore: 1:0 Röper (36.), 2:0 Gomez (68.), 2:1 Hauser (81.), 3:1 Dohnal (82.), 3:2 Hempel (88.), 4:2 Gomez (90.)
Magdeburg:
Dreszer - Röper (61. Lücke), Wojcik, Kretzschmar, Hähnge (76. Dohal), Koc, Mydlo (47. Gomez), Zentrich, Schmidt, Hannemann, Hetmanski
Jena:
Keller; Sänger; Noll (76. Hartung), Barich (81. Benedyk); Kämpfe, Nowotny (76. Kaschuba), Kaiser, Hempel, Hauser; Azevedo, Rousajew

Zuschauer: 1124

Schiedsrichter: Dammaschk (Lübben)

Spielbericht:
Das letzte Auswärtsspiel dieser verkorksten Saison fand vor einer trostlosen Kulisse statt: Nur etwas mehr als eintausend Zuschauer verloren sich im weiten Rund des arg heruntergekommenen Ernst-Grube-Stadions. Auch das Spiel der Oldie-Mannschaften anläßlich des 25. Jubiläums des Magdeburger Europacupsieges, das vor dem Punktspiel stattfand, war nicht der erhoffte Publikumsmagnet. Die Jenaer Oldies führten zwar 2:0, mußten aber bis zur Halbzeit den Ausgleich hinnehmen und verloren am Ende 2:6.
Beim Warmlaufen unserer Mannschaft mußte sich Sänger einige derbe Sprüche auf Grund seines bekanntgegebenen Wechsels zu RWE anhören. Die erste Halbzeit selbst paßte sich nahtlos an das Umfeld an. Auf Magdeburger Seite kann man mit etwas guten Willen einen Fernschuß und einen Kopfball erwähnen, die aber beide Kellers Tor verfehlten, bei Jena gab es gar nichts zu berichten. Höhepunkt der ersten halben Stunde war eine große schwarze Wolkenwand, die sich heranschob und ab der 25. Minute alle Schleusen öffnete. Wohl dem, der einen Regenschirm hatte oder einen Platz in einem der beiden "Dixi"-Häuschen erwischte, die in der Gästekurve standen und einen trockenen Blick auf den Rasen boten. Zur Entstehung des 1:0 kann ich leider nichts sagen, da mir gerade in diesem Augenblick einer der außer mir anwesenden 59 Zeiss-Fans die Sicht versperrte; ich sah nur noch den Ball im Netz zappeln.
Es konnte also nach der Pause nur noch besser werden. Als erstes besserte sich das Wetter, denn nach einer Viertelstunde hörte der Regen auf. Der FCC bekam das Spiel im Mittelfeld immer besser in den Griff und versuchte, im Angriff Druck zu entwickeln. Azewedo hatte auch 2 gute Möglichkeiten, aber einmal kann Dreszer mit toller Parade zur Ecke klären und kurz danach warf sich ein Verteidiger im letzten Moment in den Schuß. Leider passierte dann genau das, was man schon in einigen andere Auswärtsspielen der Rückrunde erlebte: Ballverlust im Mittelfeld, der Magdeburger marschierte schnurstracks Richtung Jenaer Strafraum, legte den Ball im richtigen Moment nach rechts auf den mitgelaufenen Gomez und der machte aus spitzem Winkel das 2:0. Die letzten 20 Minuten entwickelte sich dann ein ganz munteres Spielchen, das nichts mehr mit den vorhergehenden öden 70 Minuten zu tun hatte und genug Torchancen und Tore bot. In der 79. Minute bekam Hauser nach einem Einwurf den Ball, kein Magdeburger griff ihn an und so zog er aus 25 m ab - genau ins rechte obere Eck. Ein Wahnsinnsschuß, Tor des Monats zum 2:1 ! Nun warf der FCC alles nach vorn, kassierte prompt nach einem schnellen Gegenzug den dritten Gegentreffer. In der letzten Minute weckte Hempel nochmals eine Minihoffnung, als er aus Nahdistanz zum 3:2 einschoß. In der Nachspielzeit gab dann jedoch die Jenaer Abwehr nach einer Ecke dem FCM genug Zeit und Platz, um noch das 4:2 zu erzielen.
Nach den Auswärtsspielen in Aue, Zwickau und Dresden gab es also auch im letzten Match auf Gegners Platz mehr als genug Gegentreffer - 15 unserer bisher 37 Gegentore (Das sind 40% !!!) haben wir in diesen 4 Auswärtsspielen kassiert. Stimmte da die Einstellung in den Köpfen nicht mehr, so nach dem Motto "Die Saison ist sowieso versaut" ? Da ist für die nächste, alles entscheidende Saison noch eine Menge zu tun. <uk>

FC Carl Zeiss JENA - Chemnitzer FC 0:0

Jena:
Keller; Sänger; Noll, Friedrich; Kämpfe, Nowotny (68. Barich), Kaiser, Hempel, Hauser (81. Benedyk); Azevedo, Rousajew
Chemnitz:
Ananiev; Laudeley; Bittermann, Mehlhorn; Kujat (81. Wienhold), Köhler, König, Tetzner, Liebers; Schmidt (64. Ullmann), Kunze (64. Jendrossek)

Zuschauer: 3136

Schiedsrichter: Wendorf (Gransee)

Spielbericht:
[Diesmal von Gastkommentator Ragnar Boedefeld]
Schade, wirklich schade. Auch wenn dem FC Carl Zeiss im Spiel gegen den Chemnitzer FC etwas gelungen ist, was in der bisherigen Rückrunde nur dem VfB Leipzig glückte - nämlich gegen Chemnitz nicht zu verlieren - es hätte durchaus auch ein Sieg werden können.
Vor 3100 Zuschauern, davon ca. 1000 aus Chemnitz, begann Jena so, als wäre man selbst der Tabellenführer der Regionalliga Nordost. Die Zweikämpfe wurden angenommen und zum Großteil gewonnen, nach vorne wurde konstruktiv gespielt und bei Ballverlusten sofort nachgesetzt. Dementsprechend stieg die Stimmung unter den Zuschauern, und in der sechsten Minute hätte es eigentlich 1:0 für Jena stehen müssen: Hempel läuft auf der linken Seite frei auf das Tor der Chemnitzer zu, doch anstatt das Ding selbst reinzumachen, passt er nach innen zu Rousajew - wäre ein schönes Tor gewesen, wenn er denn rangekommen wäre. Auch wenn das, was danach kam, nicht unbedingt vom Hocker riss - Jena lieferte trotzdem eine gute Leistung ab. Es gelangen Sachen, die man hier schon lange nicht mehr gesehen hat; sei es ein 25m-Außenristpass, der genau ankam oder ein Fallrückzieheranspiel in der Spitze nach 40m-Steilpass. Derartiges fiel auf, da Torchancen eher selten zu verzeichnen waren, herauszuheben wäre vielleicht noch ein Rousajew-Heber nach einem Freistoß in der 25. Minute. Kurz vor der Halbzeit dann beinahe die Gästeführung, nachdem die Abwehr geschlafen hatte. König, der bei Chemnitz ein gutes Spiel machte, schickte einen Stürmer steil, der jedoch am herauslaufenden (dies allerdings eher zögerlich!) Keller scheiterte. Weil letztlich gerade die lustige Seite des Fussballs besprochen wurde (siehe den Bericht zum Spiel in Zwickau): Den Grund zum Lachen lieferte diesmal der Stadionsprecher, indem er in der Halbzeitpause behauptete, eine gute Partie gesehen zu haben - er muss bei einem anderen Spiel gewesen sein...
Auch nach dem Wechsel bekam Chemnitz kein Bein auf den Boden, man merkte in keiner Phase des Spiels, dass hier der Regionalligaspitzenreiter zu Gast war. So, wie sich Chemnitz gestern präsentierte, werden sie wohl auch im nächsten Jahr wieder in Jena spielen - auf die Art ist in der Relegation nichts zu holen. Dafür spielte jetzt aber Jena. Nach zehn belanglosen Minuten gab es auf einmal Chancen im Minutentakt. Dreimal Rousajew, dreimal nix getroffen. So langsam machte sich Verzweiflung breit unter den Fans - wie frei muss man eigentlich noch stehen, um solche Dinger auch mal reinzumachen. Auch Chemnitz kam danach kurzzeitig besser ins Spiel, und so hatte die Partie wenigstens zehn Minuten lang Klasse. Ab der 70. gab es dann wieder nur Geplätscher, und man hatte sich schon mit dem 0:0 abgefunden, da ging es in den letzten fünf Minuten noch mal richtig ab: Grosschance für Jena, aber zu unplaziert (85.), dann tankte sich ein Chemnitzer auf der linken Seite durch, Rettung in letzter Sekunde zur Ecke (88.) und in der 90. wiederum Rousajew, wiederum frei - und wiederum vergeben.
Fazit: zwei Punkte verschenkt. Hempel spielte stark (wenn er in Jena bleiben sollte, ist er in dieser Form ein Muss), Keller wirkte im Vergleich zu den letzten Spielen wieder sicherer. Auffallend nach seiner Einwechslung Barich, der konstruktiv zum Spiel beitrug. Deutlich wurden allerdings unsere Schwächen im Kopfballspiel - fast jedes Kopfballduell im Mittelfeld ging zugunsten der Chemnitzer aus. Übrigens: warum die Chemnitzer Fans in der zweiten Halbzeit riefen, "ohne Schiri habt ihr keine Chance", wissen sie sicherlich selbst nicht (man hätte das mit Berechtigung wohl nur auf der Jenaer Seite singen dürfen). Warum sie ihre Spieler hinterher feierten, war allerdings klar - das 2:2 von Spandau in Leipzig bedeuten fünf Punkte Abstand und noch zwei Spiele zu spielen - Herzlichen Glückwunsch...
Auch ein 0:0 ist zuweilen interessant anzuschauen.

Dynamo Dresden - FC Carl Zeiss JENA 4:0

Tore: 1:0 Patschinski (14.), 2:0 Hanke (69.), 3:0 Schröter (72.), 4:0 Patschinski (84.)
Dresden:
Köhler; Bernhardt, Oberritter, Wahl, Groth; Terjek (82. F. Kaiser), Jelen, Großmann, Schröter; Patschinski, Hanke (89. Reckmann)
Jena:
Keller; Noll; Kaschuba, Friedrich; Barich (70. Azevedo), Hempel (88. Hartung), Kaiser, Hauser; Benedyk, Rousajew, Nowotny

Zuschauer: 2700

Schiedsrichter: Reimer (Rathenow)

Spielbericht:
Fanprojektler Uwe Dern witzelte zu Beginn der Fahrt im Fanbus: "Wollen wir nicht lieber nach Frankfurt fahren ?", und meinte damit das Erstligaspiel Eintracht gegen Hansa Rostock. Natürlich wählten wir die andere Richtung. Hätten wir aber geahnt, was wir Stunden später in Dresden erleben - so mancher hätte es sich noch einmal überlegt.
Auf der Hinfahrt schien noch die Sonne. Kurz vor Spielbeginn setzte starker Regen ein und hörte erst gegen Ende der ersten Halbzeit wieder auf. Doch es lag nicht nur am Wetter, daß die Jenaer schon nach vierzehn Spielminuten ziemlich "betröppelt" dastanden. Patschinski war seinem Bewacher Kaschuba entwischt, erreichte eine Flanke von links mit der Schuhspitze und beförderte den Ball ins Tor. Das erneut umformierte FCC-Team, ohne Gerstner und Wentzel, war nun gefordert. Mit Hauser und Kaschuba waren zwei Spieler von Beginn an dabei, die eine Woche zuvor noch nicht mal auf der Bank gesessen hatten. Auf der rechten Seite gab mit Sebastian Barich gar ein A-Junior sein Debüt, mit Sebastian Hartung kam später ein zweiter hinzu. Unter diesen Voraussetzungen sah das Spiel der Gäste bis zum Strafraum gar nicht mal so schlecht aus. Hinten ließ die Abwehr zunächst nicht mehr viel anbrennen, Sven Kaiser führte im Mittelfeld Regie, vorn versuchte der Dreiersturm mit Benedyk, Rousajew, Nowotny die Viererabwehrkette der Dynamos auszuhebeln. Leider vergeblich, wie die Chancenausbeute der ersten Halbzeit beweist: Je ein Kopfball Benedyks und Kaschubas, beide zu hoch angesetzt, waren die einzigen Tormöglichkeiten vor der Pause.
Nach dem Wechsel wurde die optische Überlegenheit der Jenaer gravierend. Gleich mehrmals glaubte man als Beobachter, das Geschehen vier Tage zuvor schon einmal erlebt zu haben. Gegen einen wahrlich nicht übermächtigen Gegner bestimmte die Zeiss-Elf das Spiel, doch am Strafraum fehlte das Durchsetzungsvermögen (schwache Zweikampfbilanz!). Drei Schüsse von Benedyk (56.), Rousajew (65.) und Nowotny (83.) brachten noch die meiste Gefahr. Wie schon in Zwickau erspielte sich der Kontrahent zwar ebenfalls relativ wenig Chancen - aber nutzte sie konsequent ! Beim 2:0 gewann Hanke den Kopfball gegen Friedrich. Bei Gegentreffer Nummer drei verlor Rousajew als letzter Mann (!?) das Laufduell gegen Schröter, der einen Diagonalpaß aufnahm und mit Lupfer über Keller hinweg vollendete. Und beim 4:0 schließlich setzte sich Patschinski wiederum gegen Kaschuba und Keller durch, das Leder hoppelte gemächlich Richtung Tor. Rätselhaft, weshalb Axel Keller dem Ball so zögerlich hinterlief, einen Schritt schneller und er hätte ihn gehabt. Vielleicht war der Keeper aber schon zu demoralisiert, weil an diesem Tag praktisch alles, was auf sein Tor kam, im Netz landete. Mit den drei Treffern vom Dienstag macht das eine Bilanz von 0:7 in zwei Spielen. Das sagt alles. Die Spieler schlichen köpfehängend in die Kabine, nur Thomas Gerstner stellte sich den Fans.
Ein Gutes hat das Ganze allerdings: In diesen Spielen, in denen es um nicht mehr viel geht und die auch noch einen ungünstigen Verlauf nehmen, zeigt sich, wer für die Mannschaft kämpft, wer sich bis zur Erschöpfung einsetzt. Tobias Friedrich, Sven Kaiser, neuerdings auch Jörg Nowotny stehen diesbezüglich außerhalb jeder Kritik. Wenn jene drei einmal nicht mehr hundert Prozent geben, dann deshalb, weil sie schlichtweg "platt" sind. Ein Dirk Hempel aber, der nach zwei bis drei guten Spielen wieder Leistungen anbietet, die an seine schlimmsten Hinrundenvorstellungen erinnern, fällt diesbezüglich durch's Sieb. - Und was noch schlimmer ist: Er ist noch nicht einmal der Einzige. <fc>
Ein Bericht aus Dresdner Sicht findet sich auf der Dynamo-Homepage
Und die Fotos gibt es bei Jens Weissenburger

FSV Zwickau - FC Carl Zeiss JENA 3:0

Tore: 1:0 Popovic (24.), 2:0 Popovic (61.), 3:0 Popovic (89.)
Zwickau:
Groß Pinder; Ragne, Beuchel; Ziegner, Nierlich, Viertel (49. Cramer), Keller, Danko (83. Barylla); Milde (77. Feix), Popovic
Jena:
Keller; Noll; Wentzel (RK, 83.), Friedrich; Hauser (60. Berger), Gerstner, Kaiser, Hempel, Nowotny; Benedyk (83. Azevedo), Rousajew

Zuschauer: 2292

Schiedsrichter: Blumenstein (Berlin)

Spielbericht:
Humor hat wahrscheinlich, wer trotzdem gelacht hat. In einem wirklich schlechten Spiel verlor Jena beim FSV Zwickau mit 0:3.
Der Sieg fiel zwar etwas zu hoch aus, letztendlich kann sich die Mannschaft aber wirklich nicht beschweren. Wer zunächst nicht auf's gegnerische Tor schießt und später auch noch die besten Chancen abenteuerlich vergibt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er am Ende mit leeren Händen dasteht. Dabei war Zwickau bei weitem nicht so überlegen, wie es das Ergebnis erahnen läßt. Der Tabellendritte tat sich ebenfalls schwer und konnte sich spielerisch nur wenig positiv von Jena abheben. Lediglich in der Chancenauswertung, waren die Westsachsen dem FC Carl Zeiss Lichtjahre voraus und hatten mit Popovic einen überragenden Stürmer, den die Jenaer Abwehr nie in Griff bekam. Los ging's in der 24. Minute. Hauser lies Milde mehr oder weniger ungehindert flanken, Keller war zu unentschlossen und Wentzel stand zu ungünstig an Popovic, so daß dieser unbehindert über Keller in's lange Eck köpfen konnte. Danach passierte lange Zeit wieder nichts. Beide Mannschaften neutralisierten sich und Chancen blieben seltene Überraschungen für die wenigen Zuschauer. Erst in der 61. Minute war es wieder Popovic der das 2:0 durch einen schönen Direktschuß erzielte. Eine Flanke von Keller nahm er volley ab und sorgte somit für die frühe Vorentscheidung. Erst jetzt kam Jena etwas besser in's Spiel und konnte sich ein paar gute Chancen erarbeiten. Die beste vergab Benedyk in der 73. Minute als er nach einer präzisen Flanke aus fünf Metern am Tor vorbeiköpfte. Auch Rousajew hatte seine Möglichkeit. Statt die freie Bahn zum Tor zu nutzen, entschied er sich aber für eine Flanke auf Gerstner, der im Abseits stand. Was soll man da noch sagen? Insgesamt wirkten die gesamten Jenaer Angriffsbemühungen viel zu statisch und brachten die Zwickauer kaum in Gefahr. Einzig der gegen Ende eingewechselte Azevedo wirbelte noch ein bißchen und hatte auch in der 83. Minute die Chance zum Anschlußtreffer. Groß im Zwickauer Tor parierte jedoch seinen Schuß. Statt dessen fiel auf der Gegenseite sogar noch das 3:0 - wieder durch Popovic. Er scheiterte zwar nach seinem Alleingang zunächst an Keller, konnte aber im Nachsetzen den Endstand herstellen. Nachzutragen wäre noch die rote Karte für Wentzel, der in der 86. Minute wahrscheinlich wegen einer Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter vorzeitig vom Platz mußte und mit lustigen Badewannenbildchen auf der Anzeigetafel in die Kabine begleitet wurde. Es geht doch nichts über feinen Humor! Naja, wenigstens einmal gelacht.
Der FSV hatte die etwas größeren Spielanteile, eine wesentlich bessere Chancenauswertung und mit Veselin Popovic einen Stürmer, der das Spiel mehr oder weniger alleine entschieden hat und das ganze Gegenteil zu den unentschlossenen Jenaer Angriffsspielern darstellte. Somit geht der Sieg insgesamt in Ordnung, wodurch sich die Zwickauer die minimalen Aufstiegschancen in die 2. Bundesliga erhalten haben. Jena muß sich nach Niederlagen wie zuletzt in Aue und jetzt in Zwickau die Frage gefallen lassen, wie mit dieser Mannschaft in der nächsten Saison die Qualifikation für die neue dritte Liga erreicht werden soll, schienen doch die Gegner in beiden Fällen nicht gerade übermächtig. So klappt es jedenfalls nicht! <bpf>
Zur Spieleinschätzung auf der Zwickauer Homepage
So fielen die Tore

FC Carl Zeiss JENA - FC Sachsen Leipzig 3:1

Tore: 0:1 Lucic (6.), 1:1 Hempel (14., FE), 2:1 Sänger (30.), 3:1 Hempel (40.)
Jena:
Keller; Sänger (46. Gerstner); Wentzel, Friedrich; Sträßer (35. Noll), Kämpfe, Kaiser, Hempel, Nowotny; Benedyk (76. Azevedo), Rousajew
Leipzig:
Sejna; Vatter; Virag (GRK, 38.), Förster; Hodul (63. Risch), Rietschel, Lucic, Gerloff, Lischke (40. Lotz); Filipovic, Eidtner

Zuschauer: 2146

Schiedsrichter: Richter (Berlin)

Spielbericht:
Rückblick zur Herbstserie. Der FCC hatte nach der Niederlage bei Spandau Platz 15 als Tiefpunkt erreicht. Der nachfolgende Heimsieg gegen den EFC war eine glanzlose Pflichtnummer und man mußte Schlimmes befürchten. Doch der 3:1-Erfolg bei Sachsen Leipzig brachte die Wende, die nachfolgenden Partien gegen Spitzenklubs verliefen zumeist erfolgreich und waren sehenswert. Dieser Serie ist es in erster Linie zu verdanken, daß sich die Situation in der Rückrunde weniger nervenaufreibend darstellte, woraus gegen die sogenannten Kleinen der Liga eine höhere Punktausbeute resultierte. Spielerisch blieb allerdings wiederum vieles Stückwerk. Zuletzt beim glanzlosen Pflichtsieg gegen den EFC. Sollte es ab der Begegnung gegen die Leutzscher wieder bergauf gehen ?
Zunächst sah es nicht danach aus. Gerade mal fünf Minuten waren gespielt, als Lucic aus 27 Metern einen Freistoß über die Abwehrmauer zirkelte. Keller stand zwar richtig, konnte den Ball aber nicht festhalten. Das Leder sprang an den Innenpfosten, von dort an Kellers Knie, erneut an den Innenpfosten und von dort über die Linie. So paradox es klingen mag: Der Gegentreffer fiel zur richtigen Zeit. Denn nun wachten die Jenaer auf, kamen besser ins Spiel. Sven Kaiser hätte mit seinem Freistoß aus 25 Metern beinahe den sofortigen Aufgleich erzielt, der Ball strich nur knapp am linken Pfosten vorbei. Doch auch so ließ das 1:1 nicht lange auf sich warten. Rousajew kam im Sechzehner zu Fall, Schiedsrichter Richter pfiff Strafstoß. Dirk Hempel knallte das Leder ins linke untere Eck. Von da an beherrschten die Gastgeber klar das Geschehen. Speziell die Mittelfeldachse Kämpfe - Kaiser - Hempel machte tüchtig Betrieb. Daß auch die restlichen Treffer aus Standartsituationen resultierten, war diesmal eher Zufall. Einen Hempel-Freistoß von links köpfte Karsten Sänger aus fünf Metern unhaltbar ins rechte untere Eck, was für den Libero gegen seine ehemalige Mannschaft bestimmt ein besonderes Erlebnis darstellte. Zehn Minuten später probierte es Hempel direkt. Sein Freistoß landete in der Mauer, kam aber postwendend zu ihm zurück. Beim Volley-Nachschuß aus 16 Metern rührte Sejna im Leipziger Gehäuse keinen Finger. Dirk Hempel kann somit für sich in Anspruch nehmen, an allen Jenaer Treffern beteiligt gewesen zu sein. Der nicht nur von uns lange Zeit kritisierte Mittelfeldspieler ist mittlerweile zu einer festen Größe im Jenaer Spiel gereift und man wird sich im Präsidium überlegen müssen, ob man ihn "kampflos" zum VfB Leipzig ziehen läßt.
Bemerkenswerter Wechsel zur Pause: Für den angeschlagenen Sänger kam Thomas Gerstner ins Spiel. Fast einen Monat hatte er kein Spiel bestreiten können, seine Rückkehr wurde unter den Fans mit Freude registriert. Unter seiner Regie wurden nach dem Wechsel ein paar taktische Varianten probiert. So agierte Gerstner selbst als letzter Mann, wenn sich Ersatzlibero Noll mit in den Angriff einschaltete. Gegen die Leipziger konnte man sich das erlauben, zumal die Gäste über fünfzig Minuten lang nur zu zehnt auf dem Platz waren. Der unbeherrschte Virag hatte nach grobem Foul an Benedyk Gelb-Rot gesehen. Die Sachsen, ohne die Ex-Jenaer Baum, Keilwerth und Lindner angetreten (letzteren hätte ich zu gern mal gesehen...), schienen selbst nicht mehr an eine Wende im Spiel zu glauben und sannen nur auf Schadensbegrenzung. Lediglich ihr Agilster, Filipovic besaß sieben Minuten vor Schluß eine gute Gelegenheit, als sein Schuß aus etwa 12 Metern die Lattenoberkante rasierte. Leipzig konnte nicht mehr und Jena wollte nicht mehr ... tun als nötig, angesichts der nächsten zwei Auswärtsspiele innerhalb von vier Tagen. Chancen, das Ergebnis in die Höhe zu schrauben, waren dennoch vorhanden. Der freistehende Rousajew scheiterte ebenso an Sejna wie Kämpfe, der das Leder gleich zweimal nicht am Schlußmann vorbeibrachte, Noll und Azevedo.
Wie im Hinspiel ein letztlich ungefährdetes 3:1 und zumindest phasenweise eine spielerische Steigerung. Die Parallelen zur eingangs beschriebenen Hinrundenphase sind unübersehbar. Hoffentlich bleibt das so. <fc>
Die Highlights im Bild

Eisenhüttenstädter FC Stahl - FC Carl Zeiss JENA 0:2

Tore: 0:1 Kaiser (28.), 0:2 Kaiser (86.)
Eisenhüttenstadt:
Kunath; Klenge; Backasch, Keipke; Leppin (68. Malesa), Reimer, Wiemer, Unton, F. Bartz; Schwöbel (68. Kietzmann), Frädrich
Jena:
Keller; Sänger (80. Azevedo); Wentzel, Friedrich; Sträßer, Kaiser, Hempel (69. Noll), Kämpfe, Nowotny; Rousajew, Benedyk (86. Nowacki)

Zuschauer: 510

Schiedsrichter: Sturm (Berlin)

Spielbericht:
Es war schon verdächtig, daß eine Stunde vor dem Anpfiff lediglich 6 Zeiss-Fans (Kinder mitgerechnet) in der Stadionkneipe saßen. Aber es wurden diesmal auch nicht so viele, wie sonst auswärts üblich. Nur rund 60 treue blau-gelb-weiße Anhänger taten sich die Fahrt an die Oder und ein Spiel an, in dem es höchstens um eine Minichance "Nichtabstieg" für die Gastgeber ging. Nur gerecht, daß die Fans durch die Mannschaft mit einem 2:0 belohnt wurden. Es war kein überragendes Spiel, von dem man noch ewig sprechen wird, eine grundsolide Leistung unseres Teams reichte gegen "Hütte" völlig aus.
Eisenhüttenstadts Negativserie ist für jeden verständlich, der das Match gesehen hat. Nur in der Anfangsviertelstunde war echte Motivation zu sehen, sie bemühten sich, das Spiel in den Griff zu bekommen und Jena unter Druck zu setzen. Als dies nicht so recht klappen wollte, war bald die Luft raus. Folge: Jena übernahm das Kommando im Mittelfeld. Und es ergaben sich bald die ersten Chancen. Erst lag Sträßers Fernschuß (15. min) etwas zu hoch, dann traf Hempel in der 18. Minute mit einem 20-m-Freistoß leider nicht ins Netz. In der 28. Minute fing die Jenaer Abwehr einen Angriff vorm eigenen Strafraum ab. Hempel marschierte mit dem Ball in der Mitte schnell nach vorn, legte nach halbrechts auf Kaiser ab und dessen Direktschuß landete im oberen Dreiangel - 1:0. Damit wäre die erste Halbzeit schon fast erzählt, lediglich den ersten ernsthaften Schuß auf Kellers Tor in der 32. min, mit dem er aber nicht viel Mühe hatte, könnte man noch erwähnen.
Nach der Pause passierte wiederum fast eine Viertelstunde lang gar nichts, bevor Kämpfe (an diesem Tag einer der auffälligsten Jenaer) den Eisenhüttenstädter Keeper mit dem straffen Fernschuß weckte. Dann lief wieder das Standardprogramm des Tages: Jena - überwiegend in Ballbesitz - ließ den Ball im Mittelfeld laufen ohne drückend torgefährlich zu werden, die Einheimischen zogen sich ob ihres laschen Engagements immer mehr den Zorn der eigenen Zuschauer zu. In der 70. Minute - endlich passierte wieder was - setzte sich Rousajew rechts durch, gibt zurück auf Kaiser, dessen Schuß jedoch gehalten wird. Im nächsten Zeiss-Angriff hätte alles klar gemacht werden können, doch Marco Kämpfe donnerte Nowotnys Eingabe übers statt ins Stahl-Tor - eine echte 100%ige ! Kurz vor Schluß hatte der EFC noch die Ausgleichschance (eigentlich war es die einzige echte Torchance des EFC) , jedoch ging glücklicherweise der Schuß aus der Drehung knapp am langen Pfosten vorbei. Auf der anderen Seite hatte Jena dann Eckball, den Kaiser per Kopf zum Endstand in die Maschen drückte. <uk>
Die entscheidenden Szenen im Bild

FC Carl Zeiss JENA - Spandauer SV 1:0

Tore: 1:0 Schwesinger (41.)
Jena:
Keller; Sänger; Wentzel, Friedrich; Sträßer, Noll (34. Kämpfe), Kaiser, Hempel (84. Nowacki), Nowotny; Schwesinger (58. Azevedo), Benedyk
Spandau:
Eckstein; Perkovic (62. Odine), Schiemann, Höche, Meinecke, Prill, de Souza, Schwacke, Mutlu (81. Wojtal), Obidile, Zieme (21. Caljkusic)

Zuschauer: 1902

Schiedsrichter: Sather (Grimma)

Spielbericht:
Für das Regionalligaheimspiel gegen den Spandauer SV am Ostermontag ließ sich der FC Carl Zeiss JENA etwas Besonderes einfallen: Es sollte ein Nachmittag für die ganze Familie werden. Kinder bis 14 Jahren haben freien Eintritt und kommt die ganze Familie, zahlen beide Elternteile jeweils nur den ermäßigten Preis. Aber dennoch reichte es nur zu einem mageren Zuschauerbesuch von 1902 Zuschauern.
Nach vier sieglosen Spielen in Folge hatte der FCC von Beginn an Angst, auch dieses Spiel verlieren zu können. Kaiser und Nowotny bemühten sich zwar im Mittelfeld, noch spielerisch lief diesmal nicht viel zusammen. Die Spandauer konnten in den ersten 30 Minuten fast schon nach belieben agieren, ohne jedoch selber zu großen Chancen zu kommen. Dennoch hatten die Gäste zunächst die klareren Chancen (Freistoß von Schiemann (8.), Flanke von Meinecke), scheiterten jedoch am wieder sicher haltenden Torwart Keller. Erst in der 28. Minute kam Jena zu einer echten Chance, doch Hempel schoß einen Freistoß aus bester Position weit über das Tor. Eine Minute später versuchte sich Nowotny mit einem schönen Schuß aus der Drehung, aber der Ball ging um wenige Zentimeter am Torpfosten vorbei. Bereis in der 34. Minute wechselte Spielertrainer Gerstner den nach langer Verletzungspause wieder genesenen Marco Kämpfe für den glücklosen Noll ein. Der 27jährige brachte von nun an richtig Schwung in das Jenaer Spiel. Zunächst scheiterte in der 36. Minute noch Benedyk mit seinem Schuß aus 18 Metern an Torwart Eckstein, doch nur wenige Minuten später konnten die Jenaer jubeln. Kaiser paßte auf rechts außen zu Kämpfe und dessen Flanke verwertete Schwesinger mit einem schönen Kopfball zur Jenaer Führung.
Nach der Pause verflachte das Spiel erneut. Chancen waren auf beiden Seiten Mangelware. Hempel versuchte sich nach einem Zuspiel von Azewedo, doch erneut ging sein Schuß einige Meter über das Tor. So plätscherte das Spiel so hin und wurde erst in der 84. Minute wieder spannend, als der Spandauer Schwake zunächst knapp verfehlte und im Gegenzug Benedyk über den Ball "säbelte". Der Schlußpfiff kam dann wie eine Erlösung. <vg>
Wer das Goldene Tor nicht gesehen hat, kann das hier nachholen.

FC Erzgebirge Aue - FC Carl Zeiss JENA 4:1

Tore: 1:0 Pagels (6.), 2:0 Pagels (22.), 3:0 Schmidt (28.), 4:0 Schmidt (28.), 4:1 Noll (42., Handelfmeter)
Aue:
Beukert; Tautenhahn; Schmidt, Zweigler; Barth, Hasse, Tomoski, Thielemann, Lakhmai; Pagels (78. Sadlo), Seinig (73. Nowacki)
Jena:
Keller; Sänger; Wentzel, Kaschuba; Sträßer (65. Schwesinger), Noll, Friedrich (  . Hauser), Kaiser, Hempel, Nowotny; Nowacki (46. Azevedo)

Zuschauer: 1850

Schiedsrichter: Scheibel (Breitenhagen)

Spielbericht:
Wie gut, daß zwischen Aue und Jena Fanfreundschaft besteht. So war gesichert, daß zumindest der überwiegende Teil der Jenaer Anhänger an diesem Mittwochabend seinen Spaß hatte.
Dieser begann schon vor dem Spiel. Das FCC-Fanprojekt hatte seine Street-Soccer-Anlage mitgebracht. Anschliessend ging's gemeinsam ins idyllisch gelegene Erzgebirgs-Stadion. Das Gros der Jenaer begab sich gleich mit in den Auer Fanblock, wo über neunzig Minuten Zusammenhalt demonstriert wurde und auch schon mal der jeweilige "Lieblingsgegner" (Zwickau hier, Erfurt da) mit Sprechchören bedacht wurde. Lange vor Spielschluß zog dann eine gemeinsame Polonese durchs Stadionrund. Wohlgemerkt beim Stande von 4:1 für den Gastgeber ! Aber so etwas kann eine Fanfreundschaft doch nicht erschüttern.
Erschütternd war höchstens das Defensivverhalten der Jenaer Spieler in der ersten halben Stunde. Nach dem frühen 0:1-Rückstand war das taktische Konzept der Thüringer über den Haufen geworfen. Doch wie leicht es den Gastgebern gemacht wurde, zu weiteren Treffern zu kommen, war absolut unverständlich. Beim 0:2 spekulierte die Abwehr wohl zu Unrecht auf Abseits, Pagels bedankte sich. Treffer Nummer drei fiel im Anschluß an einen Eckball - Keller kam heraus, aber nicht an den Ball. Und am 0:4 hatte der gegen Erfurt noch so überzeugende Wentzel seinen Anteil. Viel zu kurz sein Rückpaß zum Torhüter, welcher dadurch zum zweiten Mal eine unglückliche Figur machte. Jenas Ehrentreffer fiel durch einen Strafstoß - Libero Tautenhahn hatte Nowackis Flanke von rechts an die Hand bekommen, Noll verwandelte sicher. Bei Aluminium-Treffern von Tomoski und Pagels lag vor der Pause ein weiterer Gegentreffer in der Luft.
Vielleicht wäre es eine interessante zweite Halbzeit geworden, hätte Kaisers Kopfball aus sechs Metern unmittelbar nach Wiederanpfiff den Weg ins Tor gefunden. Er landete jedoch an der Querlatte. So plätscherte das Geschehen bis zum Schluß dahin. Die "Veilchen" zogen sich mehr und mehr in die eigene Hälfte zurück, Jenas Elf konnte daraus kein Kapital schlagen. Nennenswerte Aktionen gab es keine mehr. - Bleibt eigentlich nur, dieses Spiel schnellstens abzuhaken und am Ostermontag den Spandauern ein paar Eier ins Netz zu legen. <fc>
Fotos aus dem Erzgebirgsstadion

FC Carl Zeiss JENA - FC Rot-Weiß Erfurt 0:1

Tore: 0:1 Treitl (60.)
Jena:
Keller; Sänger; Wentzel, Friedrich; Sträßer, Noll, Kaiser (80. Nowacki), Hempel (88. Benedyk), Nowotny; Rousajew, Schwesinger (68. Hauser)
Erfurt:
Kraus; Scheller; Tews, Große; Tanne, Treitl, Ertmer (79. Allilovic), Schmidt, Schönberg; Koslov (88. Engelhardt), Otto

Zuschauer: 4513

Schiedsrichter: Schößling (Leipzig)

Spielbericht:
Am Freitag habe ich Post bekommen. Abgeschickt aus Sachsen, kann folgende E-Mail eigentlich nur von einem Erfurter gekommen sein: "Wir kriegen euch alle. Jena wird fallen.Wir werden mit 2000 Mann einmarschieren und werden ein Schlachtfeld hinterlassen." - Um es vorweg zu nehmen: Es gab tatsächlich etliche Zwischenfälle. Erfurts Knallkörper in den Jenaer Sitzplatzblock, dreißig Tribünen-Verweise, zwei Leichtverletzte, mehrere Festnahmen. Die befürchtete Schlacht traf aber ebenso wenig ein wie die angekündigten Zweitausend. Gästecoach Jürgen Raab, als Ex-Jenaer wohl mit gewissen Befürchtungen in die Saalestadt gereist, bedankte sich hinterher sogar bei den Jenaer Fans für die Fairness gegenüber seiner Person.
Auch auf dem Spielfeld ging es zwar kräftig zur Sache (7x Gelb), es artete aber nie aus. Das erste Signal setzte Tobias Friedrich mit einem Freistoß aus 30 Metern neben den linken Pfosten (4.). Zehn Minuten darauf jubelten die Erfurter zu früh; Koslovs Treffer wurde wegen Abseits zurecht aberkannt. Ein Kopfball Schwesingers (29.), eine Chance Treitls (35.) sowie ein Noll-Schuß, der zur Ecke abgewehrt wurde (43.) waren die übrigen Torraumszenen vor der Pause. Kämpferisch gaben alle Feldspieler ihr Bestes (Wentzel mit überragender Zweikampfbilanz!), das Geschehen spielte sich jedoch hauptsächlich im Mittelfeld ab. Und wenn es dann doch mal Richtung Strafraum ging, stand zumeist einer im Abseits. Wahrlich nichts für Fußball-Ästheten.
Rot-Weiß kam mit ein wenig mehr Schwung aus den Kabinen. In der 57. Minute wurde ein Schuß von Schmidt so ungüstig abgefälscht, daß der Ball genau in den Lauf von Otto sprang, doch Axel Keller spitzelte Erfurts Stürmer den Ball vom Fuß. Otto brachte zwei Minuten später von halblinks einen Freistoß vors Tor, der lang und länger wurde. So sehr sich Keller auch streckte - nicht er, auch nicht Schwesinger, sondern Treitl kam an den Ball und köpfte zur Gästeführung ein. Die Jenaer drängten auf den schnellen Ausgleich. Doch die ordnende Hand im Mittelfeld, der Ideengeber fehlte. Zweifellos wurde ein Thomas Gerstner diesbezüglich schmerzlich vermißt. Doch es einzig und allein daran festzumachen, wäre zu einfach. Die vielgepriesene zweite Halbzeit in Plauen, welche Gerstner auch schon von der Coachingzone aus verfolgen mußte, hat schließlich bewiesen, daß es auch ohne ihn geht....gehen kann. Bezeichnend für die Angriffswirkung war zudem, daß die erste FCC-Chance in Halbzeit zwei einer Unsicherheit des Erfurter Torhüters entsprang. Da waren aber schon 65 Minuten gespielt. Für Erfurts Mannen ergaben sich nun Räume zum Kontern. Nach einem Paß von Schönberg lief Treitl ab der Mittellinie mutterseelenallein auf das Jenaer Tor zu. Doch zum Glück verpaßte der Ex-Kahlaer die Vorentscheidung, schob das Leder knapp am linken Pfosten vorbei (70.). Jena warf in der Schlußphase alles nach vorn. Libero Sänger war nur noch im gegnerischen Strafraum zu finden. Unglaublich die Szene in der 84. Minute, als Nowacki, Hempel und wiederum Nowacki nacheinander ihre Gegenspieler anschossen, statt ins Tor zu treffen. Als Sträßer innerhalb von neunzig Sekunden zweimal überhastet verzog, wurden Jenas Zuschauer allmählich ungeduldig. Und auch drei Minuten vor Schluß war ihnen der Torjubel nicht vergönnt. Rousajew beförderte das Leder zwar ins Erfurter Netz, doch Friedrich hatte den Ball zuvor mit der Hand gespielt. - Zugegebenermaßen eine bittere Heimniederlage, übrigens die erste gegen Erfurt nach 13 Jahren ! Die inner-thüringische Saisonbilanz gestaltet sich somit ausgeglichen: 1 Sieg, 1 Unentschieden, 1 Niederlage. Allerdings mit dem feinen Unterschied, daß dem RWE seine vier Meisterschaftspunkte nicht viel nutzen werden, der FCC am Ende der Saison dagegen einen Cup in den Händen halten könnte.
Nach Spielschluß kam es zum Wasserwerfer-Einsatz gegen Erfurts Fans. Aber nicht etwa, weil diese nun doch noch ihre angekündigte Schlacht führen wollten, sondern weil sich die Anhänger der siegreichen Mannschaft zehn Minuten nach Abpfiff noch immer feiernd in ihrem Block befanden ! "Polizeitaktische Entscheidung", so die simple Begründung des Einsatzleiters. Bleibt nur zu hoffen, daß solch ein Vorgehen gegen Fangruppen nicht zur Normalität wird. <fc>
siehe auch Fotos von Jens Weissenburger

VFC Plauen - FC Carl Zeiss JENA 1:1

Tore: 1:0 Zapyshnyi (14.), 1:1 Kaiser (50.)
Plauen:
Kunze; Dünger; Soschinski, Krasselt; Färber (65. Spranger), Schmidt, Starke, Stadelmann, Walther; Zapyshnyi, Hölzel (80. Weiß)
Jena:
Keller; Sänger; Wentzel, Friedrich; Gerstner (23. Sträßer, 46. Hauser), Kaiser, Noll, Hempel, Nowotny; Rousajew (43. Schwesinger), Nowacki

Zuschauer: 3120

Schiedsrichter: Sax (Berlin)

Spielbericht:
"Eigentlich hätten wir heute gewinnen müssen !", ärgerte sich Thomas Gerstner nach dem Abpfiff am Zaun in der Fankurve. Dem ist nichts hinzuzufügen.
In der Anfangsviertelstunde hatte der FCC das Spiel im Griff und bestimmte das Geschehen. Bereits der erste Angriff sah erfolgversprechend aus, aber Nowacki erwischte die Kopfballverlängerung leider nicht mehr mit dem Fuß. Nach 15 Minuten verpaßte ein Plauener Verteidiger eine Flanke, Hempel hebt den Ball von der Grundlinie vors Tor, jedoch Rousajews (?) Kopfball wird vor der Linie gestoppt - aus meiner Sicht (und der der meisten Zeiss-Fans) von einem Plauener Spieler per Hand. Statt des Elfmeterpfiffs (ich habe lange nicht mehr über einen Schiri so gemeckert, aber der Herr Sax war an diesem Abend wirklich der schwächste Mann auf dem Platz) gab es aber sofort das 0:1, denn Kunze knallt den Ball weit nach vorn, Zapyshni überläuft die Jenaer Abwehr, die anscheinend schon auf "Elfmeter" geschalten hatte, und macht das Tor. Von da an war bei unserem Team der Faden gerissen und die Gastgeber dominierten mit ihrem körperbetonten Spiel. Die Jenaer Spieler waren da völlig von der Rolle, zeigten in den Zweikämpfen kaum Einsatz, standen falsch zum Gegenspieler und brachten keinen vernünftigen Ball mehr nach vorn. Es war auch Glück dabei, daß Keller in dieser Phase außer einem Flachschuß von halbrechts, der vorbei ging, keine richtig brenzligen Situationen zu überstehen hatte. Kurz vor der Pause fing sich der FCC wieder und kam wieder vors Plauener Tor. Ca. 5 Minuten vor der Halbzeit kommt ein wunderschöner Diagonalpaß in den Strafraum, jedoch der Jenaer Angreifer (in dem Funzelflutlicht waren Rückennummern schwer zu erkennen) wird von 2 Verteidigern ungestraft umgehauen.
Für die 2. Halbzeit hatte ich eigentlich kein gutes Gefühl, mußte mich aber glücklicherweise eines Besseren belehren lassen. Der FCC kam mit tollem Schwung aus der Kabine und schon nach 4 Minuten hätte Schwesinger den Ausgleich machen müssen, anstatt sofort draufzuhauen, wartete er leider, bis der Verteidiger zur Ecke klären konnte. Diese sorgte für Gefahr und für weitere 2 Ecken. Die dritte dieser Eckenserie schlug Hempel auf den kurzen Pfosten, Kopfballverlängerung und Kaiser köpfte zum 1:1 ein. Jetzt hatte Jena endgültig das Sagen im Vogtlandstadion, sowohl auf dem Platz als auch auf den Rängen. Die 300 mitgereisten Zeiss-Fans supporteten lautstark die Angriffsbemühungen der Spieler, die gegenüber der ersten Halbzeit jetzt nicht mehr wiederzuerkennen waren und den VFC voll unter Druck setzten. Die klarste der vielen Chancen vergab Jena in der 60. min: Einen Jenaer Steilpaß will der VFC-Keeper außerhalb des Strafraums wegköpfen, der Ball springt jedoch quer nach rechts zu Schwesinger, der aber zum Entsetzen von Spielern und Fans den Ball unbedrängt am leeren Tor vorbeischiebt (So was fördert graue Haare !). Ab der 75. Minute wurde das Spiel dann wieder ausgeglichener und als der FCC (ich glaube, es war wieder Schwesinger) in der 82. min nach schöner Kombination im Plauener Strafraum auch die letzte Chance nicht nutzen konnte, war das Auswärtsunentschieden perfekt.
Die zweite Halbzeit hat Mut gemacht für die nächsten Spiele, so muß es mal 90 Minuten lang laufen... <uk>
Spielbericht auf der Plauener Homepage

Lok/Altmark Stendal - FC Carl Zeiss JENA 2:1

Tore: 1:0 Shubitidze (2.), 1:1 Hempel (18.), 2:1 Wiedemann (85.)
Stendal:
Petruschka; Grempler; Kraska, Moustapha; Hoffmann, Zimmermann (65. Biro), Schulz (27. Marscheider), Demuth; Berg, Wiedemann, Shubitidze (60. Marciniak)
Jena:
Keller; Sänger; Wentzel, Gerstner (GRK, 48.), Friedrich; Sträßer (89. Schwesinger), Kaiser (46. Nowacki), Noll, Nowotny (50. Hauser); Rousajew, Hempel

Zuschauer: 1152

Schiedsrichter: Dittrich (Parchim)

Spieltelegramm:
Erste FCC-Niederlage in diesem Jahr +++ Kurioses Tor schon nach einer Minute +++ Keller lag verletzt am Boden, Schiedsrichter pfiff nicht ab, Shubitidze traf ins leere Gehäuse +++ Hempels Ausgleich durch verwandelten Freistoß +++ Kaiser und Nowotny mußten mit Verletzungen vom Platz, Gerstner mit Ampelkarte +++ Entscheidung durch freigespielten Wiedemann
(Anm.: Unser Berichterstatter mußte leider kurzfristig absagen, sodaß wir erstmals nach eineinhalb Jahren keinen eigenen Spielbericht liefern können. Zum Trost gibt es ein paar Bilder.)

FC Carl Zeiss JENA - VfB Leipzig 1:0

Tore: 1:0 Hempel (81.)
Jena:
Keller; Sänger; Wentzel, Friedrich; Sträßer, Gerstner (89. Berger), Kaiser, Noll (57. Rousajew), Hempel, Nowotny; Nowacki (80. Schwesinger)
Leipzig:
Grundmann; Edmond; Loose, Bancic; Jülich, Seifert (62. Fritz), Nylen, Lazic (66. Bordas), Hornung; do Santos (38. Mbidzo), Dittgen

Zuschauer: 3538

Schiedsrichter: Voigt (Kleinkoschen)

Spielbericht:
3538 Zuschauer gegen den Tabellenführer - das sind exakt fünf mehr als gegen den 1.FCM und damit Saisonrekord im Ernst-Abbe-Sportfeld. Doch wenn man sich überlegt, daß der FC Carl Zeiss in diesem Kalenderjahr noch ungeschlagen ist, der VfB Leipzig fünf der sechs letzten Spiele gewonnen hatte, dann kann man sich ausmalen, wieviel mehr noch gekommen wären, hätte dieses Spiel nicht an einem Dienstagabend stattgefunden.
Nach der Devise "Never change a winning team" lief exakt die selbe Anfangsformation auf wie vier Tage zuvor in Erfurt. Neu war lediglich, daß Hauser und Kaschuba nicht einmal als Ersatz aufgeboten waren, da sie die geforderten Trainingsresultate nicht gebracht hatten. Bislang einmalig die Gastansage des Leipziger Stadionsprechers, der den zahlreichen VfB-Fans auch einmal auf fremden Terrain die Aufstellung vorlas. Die ersten Möglichkeiten im Spiel besaßen die Thüringer. Kaisers Flanke nach sechs Minuten verwertete Sträßer, doch Grundmann parierte sicher. Nach fünfzehn Minuten spielte Sträßer den Ball genau in den Lauf von Hempel, der spitzelte den Ball am herausstürzenden VfB-Torwart vorbei - leider auch am rechten Pfosten. Hinzu kam eine Unsicherheit Grundmanns, die Noll nicht verwerten konnte (23.). Praktisch im Gegenzug die erste dicke Chance der Gäste. Nach einem Eckball von links kommt do Santos aus knapp fünf Metern zum Kopfball, den Keller gerade noch weghechten kann. Und Leipzig setzte noch einen drauf: In der 37. Minute flankt Seifert von links in den Jenaer Strafraum, Lazic schlägt zunächst über den Ball, gibt dann zurück auf Jülich, dessen 18-Meter-Kracher von der Lattenunterkante an den Pfosten fliegt und dann von einem Jenaer (Friedrich?) bereinigt werden kann.
Die Gastgeber kamen zwar mit mehr Schwung aus den Kabinen. Chancen blieben jedoch Mangelware, zu sehr neutralisierten sich die Mittelfeldreihen beider Mannschaften. Erst als Michail Rousajew für Noll ins Spiel kam, brachte das wieder Belebung ins Angriffsspiel. Sehenswert, wie der Russe den Ball mit der Brust für Nowacki abtropfen ließ (dessen Schuß zu hoch) und wie er den Ball aus 16 Metern volley nahm und nur knapp am rechten Pfosten vorbeischoß. Die Leipziger blieben freilich nichts schuldig. Als Mbidzos auf rechts das Laufduell gegen Sänger gewann, mußte Keller mit spektakulärer Fußabwehr vor einem Leipziger klären (60.). Ab der 75. Minute spielten die Messestädter nur noch zu zehnt. Bordas hatte sich schwer am Kiefer verletzt und da das Wechselkontigent bereits erschöpft war, fortan der Gast in Unterzahl. Fünf Minuten später erneute Aufregung: Freistoßpfiff nach einem Foul an Gerstner. Als dieser sich wieder aufrappelt, geraten er und Hornung mit den Köpfen aneinander, wälzen sich beide etwas theatralisch am Boden, um schon wenig später wieder gemeinsam an der Seitenlinie zu stehen. Ob die wütenden Proteste von der Leipziger Bank tatsächlich berechtigt waren, ließ sich vom Zuschauerplatz aus in diesem Moment beim besten Willen nicht beurteilen. Der Freistoß jedenfalls war korrekt - und brachte die Entscheidung ! Dirk Hempel schlenzte den Ball aus 22 Metern herrlich ins rechte Eck. Die verzweifelten Angriffe der Sachsen brachten nichts mehr ein. Fazit: Der Unterlegene war keinesfalls die schwächere Mannschaft, insofern ist dessen Niederlage als unglücklich zu bezeichnen. Doch mal ehrlich - war das im Hinspiel nicht genauso ?
Zum Schluß noch ein paar Sätze zu einem Mann, der hierzulande kein Unbekannter ist: Hans Ulrich Thomale, in jungen Jahren Trainer in Jena. - Wenn einer seiner Schützlinge einen offenen Unterkieferbruch erleidet, dann nimmt einen das als Coach persönlich mit. Für das Auftreten Thomales am Spielfeldrand sollte man deshalb Verständnis aufbringen können, auch wenn das halbe Stadion "Thomale raus" gebrüllt hat. Doch noch in der Pressekonferenz war er völlig außer sich. Ohne weiteren Kommentar sei aufgezählt, daß er die obligatorische Gratulation an den Sieger unterließ, daß er dem Schiedsrichterassistenten rechtliche Schritte androhte, einen Spruch kreirte, den man für die breite Öffentlichkeit besser nicht wiedergibt, Thomas Gerstner bei dessen Spieleinschätzung zweimal ins Wort fiel und seinem jungen Trainerkollegen außerdem prophezeite, er habe noch gar nichts geleistet und werde schon bald viel Lehrgeld zahlen müssen. <fc>
Stimmen zum Spiel und ein weiterer ausführlicher Spielbericht finden sich auf der offiziellen VfB-Page
Drei Fankommentare zum Leipzig-Spiel

FC Carl Zeiss JENA - Dresdner SC 1:1

Tore: 0:1 Schmidt (15.), 1:1 Rousajew (66.)
Jena:
Keller; Sänger; Wentzel, Kaschuba (38. Hauser); Noll (46. Hempel), Gerstner, Nowotny, Kaiser, Friedrich; Rousajew, Azevedo (77. Benedyk)
Dresden:
Weidner; Bulatovic; Holz, Ehle; Heidler (RK, 25.), Diebitz, Berger (46. Hetzer), Maglica, Bloß; Binke, Schmidt (66. Gleis)

Zuschauer: 2571

Schiedsrichter: Cyrklaff (Cottbus)

Spielbericht:
FCC goes Online - nicht mehr lange hin, und Thüringens Nummer eins präsentiert sich im World Wide Web. Wer sich von Euch jetzt wundert und meint, dies sei doch bereits seit 1995 der Fall, hat selbstverständlich recht. Mit der kleinen Einschränkung allerdings, daß die weltweite Internet-Präsenz bisher ausschließlich von Fans abgesichert wurde. Nun hat eine Jenaer Computervertriebsfirma die FCC-Geschäftsstelle mit einer modernen Computeranlage samt neuester Software und Peripherie ausgestattet, welche am Samstag vor dem Spiel präsentiert wurde. Und wie zu erfahren war, wird eine offizielle FCC-Homepage nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Klar, daß wir unter den Ersten sein werden, die darauf hinweisen, wenn es soweit ist. Schon eher, vielleicht sogar in dieser Woche, werden wir mit dem Verein zusammen entscheiden, ob und wie es danach mit unserer Page weitergeht.
Nun aber zum Spiel. Dem DSC merkte man die Nervosität zu Beginn deutlich an. Die Jenaer versäumten nur, daraus Kapital zu schlagen. Wie man überhaupt sagen muß, daß die erste halbe Stunde komplett verschlafen wurde. Und so passierte das, was auch schon gegen Croatia passiert war. Der Kontrahent kommt das erste Mal erwähnenswert über die Mittellinie und geht prompt in Führung. Diesmal im Anschluß an einen Eckball, der von Kaiser zunächst aus dem Strafraum geköpft wird. Das Leder kommt jedoch postwendend zurück, fliegt über Freund und Feind hinweg, Schmidt schaltet schneller als Kaschuba und spitzelt den Ball am herausstürmenden Keller vorbei ins Netz. Ein Treffer, der den Gästen mehr Sicherheit verlieh und die Jenaer noch mehr lähmte. Daran änderte auch der Platzverweis für den von den KSC-Amateuren zu Dresden gewechselten Heidler wegen grobem Foulspiels nichts (Grätsche von hinten mit gestrecktem Bein). Erst als mit Kaschuba ein Vorstopper gegen Hauser ausgetauscht wurde, gewann die Partie an Qualität. Bis zur Pause folgten Torszenen im Minutentakt: Ein 20-Meter-Schuß Gerstners, bei sich DSC-Keeper Weidner das erste Mal strecken mußte (42.), ein Lupfer Kaisers, welcher genau auf dem Lattenkreuz landete (43.) und ein schöner, halbhoher Schuß Hausers, den Weidner um den Pfosten lenkte (45.). Dazwischen lag aber auch das 0:2 in der Luft; Schmidts Flanke von rechts erreichte den freistehenden Binke. Dessen Kopfball aus fünf Metern parierte Keller in höchster Not. (44.).
Die zweite Halbzeit begann, wie die erste geendet hatte - mit Glanzparaden beider Torleute. Weidner lenkte Rousajews Kopfball über die Latte, Keller fischte Hetzers 23-Meter-Schuß aus dem Dreiangel. Als der DSC-Keeper auch noch Rousajews Flachschuß mit dem Fuß abwehrte (64.) und Friedrichs 18-Meter-Knaller entschärfte (65.), schwante einem als FCC-Fan Böses. Doch zum Glück für uns beging Weidner wenigstens einen Fehler in neunzig Minuten: Hempels Flanke von rechts wird von ihm unterlaufen, ein Jenaer (war es Sänger?) paßt in die Mitte, wo wieder einmal Michail Rousajew goldrichtig steht und per Kopf zum 1:1 vollendet. - Genug Zeit blieb noch, um ähnlich wie beim letzten Heimspiel das Ding noch umzubiegen. Doch die zehnköpfige Betonabwehr der Sachsen ließ nicht mehr viel zu, zumal der Schiedsrichter das permanente Zeitspiel nicht zu unterbinden wußte. Schüsse von Hauser und Benedyk waren wieder eine sichere Beute Weidners. Als Nowotny fünf Minuten vor Schluß den Torhüter schon überlaufen hatte, ihm der Ball aber ins Toraus versprang, war klar, daß es diesmal nur zu einem Punkt reichen würde.
So wird sich der vom Abstieg bedrohte DSC gerne an uns erinnern. Drei der bis zum Samstag dreizehn Treffer wurden im Heimspiel gegen Jena erzielt, der gerade mal dritte Auswärtstreffer in zwölf Begegnungen verhinderte die Revanche im Rückspiel. Dem FCC fehlten die Ideen, mit denen man einen dezimierten Kontrahenten permanent unter Druck hätte setzen können. Daß Axel Keller als Einziger rundum zu überzeugen wußte und seine Mannschaft vor einer sogar möglichen Niederlage bewahrte, sagt einiges aus. <fc>
Fotos zum Spiel

SV Babelsberg 03 - FC Carl Zeiss JENA 0:1

Tore: 0:1 Rousajew (34.)
Babelsberg:
Heinrich; Buder; Wendt, Oesker, Block, Lau, Klews (74. Manai), Grundmann, Meyer, Müller, Künzel
Jena:
Keller; Sänger; Wentzel, Sträßer, Noll; Gerstner (60. Hempel), Kaiser, Friedrich, Nowotny; Azevedo (65. Nowacki), Rousajew (74. Kaschuba)

Zuschauer: 1646

Schiedsrichter: Sturm (Berlin)

Spielbericht:
Ein überwiegend grauer kalter Wintertag im "Karli" (= Karl-Liebknecht-Stadion, ein astreines Fußballstadion), trotzdem präsentierte ein Teil der rund 200 Zeiss-Fans kurz vor dem Abpfiff freie Oberkörper. Diese Freizügigkeit lag aber weniger an der Wintersonne, die sich kurz vor Ultimo durch die Wolken drängelte, sondern an den 3 Punkten, die der FCC in der Filmstadt zwischen Potsdam und Berlin einpackte.
Noch einige solcher Spiele und alle Zeiss-Fans können mit grauen Haaren und Herzrhythmusstörungen bei ihrer Krankenkasse eine Reha-Kur beantragen: Wieder einmal war Zittern bis zum Schlußpfiff angesagt und anstelle des 2:0, das die Nerven auf dem Rasen und im Gästeblock beruhigt hätte, gab es -zig brenzlige Situationen vor Kellers Tor. Die Babelsberger gaben sich von Anfang an große Mühe, daß Spiel zu bestimmen und den FCC unter Druck zu setzen. In der 1. Halbzeit gelang ihnen das auch zu Beginn und in der Endphase. Der FCC mußte ganze Serien von Eckbällen über sich ergehen lassen. Aber der SV 03 steht nicht umsonst im Tabellenkeller - wer so schwach beim Abschluß ist, braucht sich nicht zu wundern. Nach einer Viertelstunde zeigte der FCC, daß man auch außerhalb der eigenen Hälfte spielen konnte. Bei 2 schnellen Kontern in der 15. und 16. Minute hatte Noll (einer der besten Jenaer) jeweils das 1:0 auf dem Fuß, aber erst schoß er überhastet vorbei und dann war der 03er Keeper im Tiefflug einen Tick eher am Ball. Kurze Zeit später mußte aber Keller einen gefährlichen Kopfball zur Ecke abwehren. Das Geschehen verlagerte sich mehr und mehr ins Mittelfeld, und so richtige Chancen konnten die Gastgeber nicht herausspielen. Plötzlich ging aber beim FCC die Post ab: weiter Paß aus der Abwehr auf den nach vorn stürmenden Gerstner, der passt nach halb links auf Azewedo und der wiederum bedient blitzschnell den rechts laufenden Rousajew, der den Ball unter Heinrich hindurch zum Führungstreffer einschiebt - so muß ein Konter aussehen, das war echt allererste Sahne. Der SV 03 verstärkte jetzt seine Bemühungen im Angriff und in der 40. Minute zeigte Keller, warum er bisher nur 3 Gegentreffer einstecken mußte: ein abgerutschter Schuß aus 20 m Entfernung wird zur unfreiwilligen Flanke und den folgenden scharfen Kopfball wehrt er irgendwie mit dem Körper zur Ecke ab. Unmittelbar vor der Pause hätte es die oben erwähnte Nervenberuhigung geben können, als Azewedo direkt auf Rousajew ablegt, dessen Schuß der Torwart jedoch mit dem letzten Fingernagel erwischt. Nach der folgenden Ecke kommt Friedrich an der Strafraumgrenze frei zum Schuß, knallt den Ball jedoch knapp über die Latte.
Im zweiten Durchgang gab es für den FCC nur noch eine erwähnenswerte Torgelegenheit, doch aus Nolls scharfem 18-m-Schuß (58. min) ergibt sich nur eine Ecke. Nach Gerstners Auswechslung zog sich unser Team immer mehr zurück, die 03er rückten nach und boten nun Riesenräume zum Kontern. Leider nahm der FCC das Angebot nicht an, keiner unserer Stürmer blieb vorn, um vielleicht mal einen langen Paß zu erwischen. Im 5-Minuten-Abstand erspielte sich Babelsberg jetzt die guten Gelegenheiten, aber glücklicherweise verbesserten sie ihre Trefferquote nicht: Hackenabspiel im Strafraum - Schuß aus der Drehung - Keller klärt zur Ecke, dann ein Freistoß aus 20 m knapp über die Mauer und übers Tor. In der 80. Minute hatten dann die meisten Jena-Fans schon gedanklich den Ausgleich hingenommen, der 03er Stürmer zielte aus 8 m genau ins Netz - aber ins Außennetz !!! Bis dahin beschränkte sich das Jenaer Spiel auf weites Nachvorndreschen des Balles, nur dort war niemand. Nach der Gelb-roten Karte für Friedrich durch den (man kann fast sagen: für die Regionalliga typisch) schwachen Schiedsrichter (eigentlich war gar nichts passiert) verbesserte sich die Situation auch nicht, da Kaschubas Einwechslung (für Rousajew) ein Beitrag zur Stärkung der Abwehr war (ich gebe zu, was anderes wäre mir in dieser Situation auch nicht eingefallen). Als dann aber endlich die Sonne ein paar Strahlen durch die Wolken schickte - und die o. g. FKK-Welle auslöste,, konnte sich der FCC etwas aus der Verteidigung lösen und die Zeit im Mittelfeld über die Runden bringen.
Ende gut - alles gut !? Warum lief bisher in der Rückrunde (siehe gegen den FCB und Croatia), bei eigener Führung nach vorn nicht mehr viel, obwohl man den Gegner eigentlich schon im Griff hatte und der Kontrahent z.T. klar schwächer war ? Liegt es daran, daß keiner so richtig Regie führt, wenn Gerstner nicht auf dem Platz steht ? Da müssen endlich mal auch andere das Herz in die Hand nehmen. <uk>
Fotos aus der Filmstadt

FC Carl Zeiss JENA - SD Croatia Berlin 2:1

Tore: 0:1 Cerovec (27.), 1:1 Friedrich (36.), 2:1 Rousajew (76.)
Jena:
Keller; Sänger; Wentzel, Friedrich; Sträßer, Noll (46. Hempel), Kaiser, Hauser (35. Rousajew), Nowotny; Azevedo, Nowacki
Berlin:
Akova; Catic; Wohlgemuth, Butkovic; Avanoglu (81. Sapina), B. Kolak, Brzovic, Pocrnic, Sadriu (78. Kojundzija), Vrcic, Cerovec

Zuschauer: 1945

Schiedsrichter: Robel (Briesen)

Spielbericht:
Sportlich war es in den letzten Wochen sichtbar bergauf gegangen mit dem FC Carl Zeiss. Nur in finanzieller Hinsicht blieben die Sorgenfalten bestehen. Dies soll sich jetzt ändern. Mit Jürgen Jaschke (Jenoptik) und Burghard Köster (Goethegalerie) wurden kompetente Partner ins Präsidium geholt, welche auch gleich die Marketing-Initiative "Jena Offensiv" mit ins Leben riefen. Mit dieser Initiative sollen neue Sponsoren gefunden werden. Wichtiger Unterschied zur bisherigen Praxis: Zukünftig sollen den Geldgebern entsprechende Gegenleistungen geboten werden. Weg vom Image, bei einem FCC-Sponsoring handele es sich um eine Art Almosen an einen notleidenden Sportverein. Mit neuen Kooperations-Partnern spätestens kommende Saison den Wiederaufstieg in den bezahlten Fußball zu schaffen - dies ist das erklärte Ziel.
Jena offensiv - so begann auch die Partie gegen Außenseiter Croatia Berlin. Doch wie schon vorweg befürchtet (meine Tipspiel-Prognose lautete 1:0...), tat sich der Gastgeber wieder einmal schwer gegen eine Elf, die betont defensiv begann und auf gelegentliche Konter baute. Folgerichtig brachten zunächst nur Fernschüsse etwas Gefahr. Nowacki versuchte sich zweimal vergebens (14., 19.), Kaisers 20-Meter-Schuß stellte die einzige Bewährungsprobe für Croatias Torhüter in der ersten halben Stunde dar. Als sich dessen Vorderleute zum ersten Mal über die Mittellinie trauten, hatten sie prompt ein Erfolgserlebnis: Einen Querpaß nimmt Cerovic aus zwölf Metern volley, vom rechten Innenpfosten springt der Ball ins Tor. Entsetzen im weiten Rund, was diesmal sogar wörtlich zu nehmen ist, da Croatia auswärts 0 (in Worten: null!) Fans aufzubieten hat, der Gästeblock vollständig verwaist blieb. Der Rückstand und die zunehmende Unzufriedenheit auf den Rängen animierte nun sogar Libero Sänger, sich in die Ofensive einzuschalten. Sein Doppelpaß mit Nowacki in der 34. Minute sah gut aus, der Schuß aus 15 Metern strich aber am linken Pfosten vorbei. Trainer Gerstner nahm anschliessend Hauser vom Platz, brachte mit Rousajew eine dritte Spitze und beorderte Jörg Nowotny von der rechten auf die linken Seite. Dort angekommen, beförderte Nowotny einen Eckball in den Berliner Strafraum, Torwart Akova zögerte beim Herauslaufen, Tobias Friedrich bedankte sich per Kopf aus sechs Metern Entfernung. Es war der erste Treffer des Ex-Suhlers im FCC-Dress.
Wer gedacht hatte, die Jenaer würden nach diesem Tor in Halbzeit zwei sicherer und überlegter angreifen, hatte sich geirrt. Ideengeber Gerstner fehlte an allen Ecken und Enden, Kaiser mühte sich vergebens um Ordnung im Mittelfeld, Sträßer unterliefen haufenweise Fehlabspiele. Da auch der eingewechselte Hempel bis auf zwei Einzelaktionen wieder nichts zuwege brachte, konnte aus der permanenten optischen Überlegenheit kein Kapital geschlagen werden. Rätselhaft auch, weshalb Flanken von links regelmäßig ins Leere flogen, weil weder die Mitte noch der zweite Pfosten besetzt waren. Und das bei drei Stürmern ! Ein Experiment, das gegen eine Mannschaft vom Schlage Croatias sicher gewagt werden konnte, das sich so schnell aber nicht wiederholen wird. - Die Berliner, in dessen Reihen mehr Spieler mit einem deutschen Paß stehen sollen als beispielsweise beim 1.FCM, wirkten zwar noch viel harmloser, durften sich aber berechtigte Hoffnungen machen, einen Punkt mit nach Hause zu nehmen. Bis zur 76. Minute ! Da schoß Azevedo Richtung Tor, Libero Catic warf sich dazwischen, der Ball trudelte in den Torraum, wo ihn Rousajew zum 2:1 ins Netz stocherte. Ein Glückstreffer, der dem Spielverlauf freilich mehr als gerecht wurde und nun schon den fünften Heimsieg in Folge brachte.
Amüsant und bezeichnend zugleich die Reaktion Thomas Gerstners auf die Frage eines Jenaer Journalisten, wen er in seiner Mannschaft als besten Spieler gesehen hätte. "Gerste" nahm sich den Aufstellungsbogen, las die Namen aller nicht eingesetzten Auswechselspieler vor und fügte hinzu: "Nur die haben fehlerfrei agiert, die heute nicht auf dem Platz waren. Ansonsten war keiner da, der auch nur annähernd Normalform erreicht hat." <fc>
Alles Wichtige gibt es hier auch per Bild

FC Carl Zeiss JENA - FC Berlin 1:0

Jena:
Keller; Noll; Wentzel (GRK, 87.), Friedrich; Sträßer, Gerstner, Kaiser, Hempel, Nowotny (78. Kämpfe); Nowacki (72. Azevedo), Rousajew (88. Schwesinger)
Berlin:
Bartel; Lenz; Majchrzak, Kallnik; Lesch, Brestrich (75. Dahlke), Krznaric, Gatti, Ohly (78. Aberkane); Maric, Salomo (56. Gezen)

Zuschauer: 2957

Schiedsrichter: Bley (Sehma)

Spielbericht:
Quizfrage: In welcher Phase des Spieles gelang dem FC Carl Zeiss JENA in dieser Saison noch kein einziger Torerfolg ?
Alle diejenigen, die spontan auf die Anfangsviertelstunde getippt haben, können sich wahlweise selbst auf die Schulter klopfen oder 100 Punkte in ein Heft ihrer Wahl eintragen. Denn tatsächlich kamen unsere Kicker in der Hinserie nur langsam aus den Startblöcken. Beinahe hätte diese Erfolglosigkeit mit Beginn der Rückrunde geendet ! Schon in Minute eins erkämpfte sich Nowacki den Ball, spitzelte ihn auf Gerstner, dessen Musterpaß erreichte Hempel, doch der scheiterte aus 17 Metern an Berlins Torhüter Barthel. Wenig später erneut ein lupenreines Zuspiel des Spielertrainers, diesmal auf Nowacki. Doch der für Azevedo aufgebotene Stürmer verzieht. - Der auch von den eigenen Fans weiterhin BFC Dynamo titulierte Gast (was ist eigentlich aus der Umbennungs-Aktion geworden?) fand nur mühsam ins Spiel. Erst nach 31 Minuten die erste Torchance, die aber war hochkarätig. Krznaric war rechts im Strafraum eher am Ball als der herauslaufende Keller, spielte zurück auf Lesch, doch dessen Schuß erwischte Jenas Torhüter gerade noch mit dem Fuß. Es war der Auftakt zur ansehnlichsten Phase des Spieles, weil die Jenaer nichts schuldig blieben und mit dem schönsten Spielzug der Partie antworteten. Nicht zufällig war wiederum Thomas Gerstner der Ausgangspunkt; 20-Meter-Superpaß in den Strafraum auf Nowotny, dieser läuft links bis zur Grundlinie, flankt zentimetergenau auf den Kopf von Rousajew. Den Kopfstoß aus 5 Metern Entfernung lenkte FCB-Keeper Barthel über die Latte (34.). Vorlagengeber Jörg Nowotny, einst von Halle nach Leverkusen, Saarbrücken und Uerdingen gewechselt, führte sich bei seinem ersten Spiel für den FC Carl Zeiss gut ein, könnte durchaus ein wichtiger Spieler im Mannschaftsgefüge werden. Weshalb Michail Rousajew trotz manch unglücklicher Aktion derzeit als Stürmer gesetzt ist, zeigte er eine Minute vor der Pause: Hempels gezirkelten Freistoß von links erwischte der Russe mit dem Hinterkopf, verlängerte ihn damit unerreichbar für den Torhüter ins lange Eck und ist damit wieder alleiniger Schützenkönig des Teams. Gemäß den Spiel- und Chancenanteilen eine bis dahin verdiente Führung, doch noch war nicht Halbzeit ! Als Krznaric aus zwölf Metern ein Fallrückzieher gelang, stockte uns allen der Atem. Zum Glück kam Axel Keller im Hechtflug mit den Fingerspitzen an den Ball, lenkte zur Ecke.
Salomos Schuß aus neun Metern (52.) bildete den Auftakt zu einer zweiten Hälfte, in welcher der Gast den Ton angab und den Jenaern zumindest offensiv nichts mehr gelang. Hatte man den Gegner vor der Pause schon frühzeitig bei der Ballannahme gestört, ließ man ihn nun gewähren, stand oft viel zu weit vom Ballführenden entfernt. Die Folge war ein druckvolles Angriffsspiel der Berliner. Ideengeber Gerstner orientierte sich deshalb mehr und mehr nach hinten, Hempel tauchte völlig ab. Nur Kaiser und gelegentlich Sträßer bemühten sich im Mittelfeld um Linie, brachten aber nichts Konstruktives zustande. Die Stürmer hingen nun folgerichtig in der Luft. Wie gut, daß Eric Noll bewies, daß er ein jederzeit zuverlässiger Sänger-Ersatz auf der Libero-Position ist und daß Axel Keller auch weiterhin sein Reaktionsvermögen unter Beweis stellte. Lediglich bei zahlreichen Ausflügen aus seinem Kasten erntete der Torhüter so manches Kopfschütteln bei den Zuschauern. Von denen wußten offenbar nur wenige, daß es sich um eine taktische Marschroute des Trainers handelte, Keller eine Art halben Libero spielen zu lassen. Ein Modell mit Zukunft ? Ich bin da skeptisch. - Nachdem der bereits verwarnte Wentzel nach unnötigem Handspiel vom Platz ging, sehnten sämtliche Jenaer den Schlußpfiff herbei und waren dann heilfroh, das 1:0 über die Zeit gebracht zu haben.
Keine Frage, eine Fortführung der überzeugenden Heimpartien gegen Dresden und Magdeburg war's nicht. Wollen wir deshalb mal Optimisten sein und es auf die kurze Winterpause mit nur zwei Testspielen im Freien schieben. Immerhin stellt sich die Frage, wann der FC Carl Zeiss zuletzt vier Heimspiele in Folge gewonnen hat. Für die Beantwortung dieser Quizaufgabe gäbe es dann noch ein paar Zusatzpunkte. <fc>

1. FC Union Berlin - FC Carl Zeiss JENA 1:0

Tore: 1:0 Telles (78.)
Union:
Kosche; Härtel; Müller (46. Telles), Nikol, Menze, Walle, Közle (76. Swahn), Petrowsky (55. Bergner), Schwanke, Oelkuch, Persich
Jena:
Keller; Sänger; Wentzel, Friedrich; Hauser, Gerstner, Noll, Kaiser, Hempel (70. Nowacki); Azevedo, Rousajew

Zuschauer: 2156

Schiedsrichter: Santher (Grimma)

Spielbericht:
Der Bericht zum Spiel gegen den EFC Stahl endete mit Blick auf das schwierige Restprogramm mit den Worten: "Haben die Jenaer ihre besten Spiele nicht gerade gegen höher eingestufte Gegner gezeigt ?" Daß diese wie ein Stoßgebet wirkende Prognose sich derart überzeugend erfüllen würde, hätte ich allerdings selbst nicht für möglich gehalten. Vier Siege und ein Remis, dazu der Pokalerfolg, stellten eine imponierende Serie dar. Doch jede Serie geht einmal zu Ende.
Wer die ersten Spielminuten in Berlin verpaßt hat, braucht sich nicht zu ärgern. Beide Mannschaften mühten sich mit den irregulären Bodenverhältnissen ab. Es ist nicht zu begreifen, daß in der Hauptstadt keine Helfer aufzutreiben sind, die den Platz von zehn Zentimeter hohem Altschnee befreien können und daß auf diesem Platz dann auch noch Regionalligafußball gespielt wird. Wie flach gespielte Bälle nach kurzem Weg einfach im Schnee stecken blieben und von den Aktiven regelrecht freigeschaufelt werden mußten, mutete schon grotesk an. An ein attraktives Spiel war bei diesen Begingungen nicht zu denken, und auch die Torchancen blieben rar. Die besten besaßen mit Persich (22.) und Oelkuch (27.) zwei Unioner, doch Axel Keller rettete jeweils in großem Stil. Dann die Schrecksekunde: In einem Luftduell verletzte sich der Jenaer Schlußmann am linken Knöchel (40.), mußte minutenlang behandelt werden. Es ist ihm hoch anzurechnen, daß er die Zähne zusammenbiß und trotz Schmerzen bis zum Ende durchhielt. Da sich zudem Thomas Gerstner eine Kopfverletzung zuzog, die umgehend genäht werden mußte, hatte die medizinische Abteilung zur Pause alle Hände voll zutun. Auch Gerstner hielt durch, war fortan am blauen Turban zu erkennen.
Wirkte der Gastgeber in Halbzeit eins optisch überlegen, gestaltete sich das Spiel nach dem Wechsel ausgeglichener. Endlich orientierten sich auch die Jenaer verstärkt nach vorn. Gerstners Freistoß in der 48. Minute fiel leider auf das Union-Gehäuse obendrauf und nicht hinein. Die größte Chance hatte aber zehn Minuten später Michail Rousajew, als er halbrechts im Strafraum freie Schußbahn hatte, jedoch das Leder vertändelte statt "draufzuhalten". - Unions Offensivabteilung verfiel nach der passablen ersten Hälfte in zunehmende Ratlosigkeit gegen die kompakte FCC-Abwehr. Umso bitterer für uns, daß ein Eckball zwölf Minuten vor Ultimo die Entscheidung brachte und dies durch den Kleinsten, den Brasilianer Telles per Kopf. Den Jenaern lief nun die Zeit davon. Schiedsrichter Sather hatte nach handgestoppten 45:38 min in Hälfte zwei genug vom Schneestapfen. Anders ist es nicht zu erklären, daß er längere Unterbechungen (die Verbannung des Union-Trainers auf die Tribüne dauerte allein 3 Minuten!) nicht nachspielen ließ und mitten in einer Jenaer Aktion im Union-Strafraum abpfiff. Die Berliner hatten jedoch nicht unverdient gewonnen und können über die Winterpause vom Aufstieg träumen. Wenngleich schon wegen des vorsintflutlichen Stadions der DFB wohl wieder was dagegen haben wird.
Die schöne Serie ist zwar zu Ende - die Jenaer haben jedoch zum Schluß der Hinrunde eindrucksvoll bewiesen, daß mit ihnen wieder zu rechnen ist. Wenn Tobias Friedrich nach dem sagenhaften Magdeburg-Spiel erzählt, daß es Spaß macht, in dieser Mannschaft zu spielen, sind das keine leeren Floskeln. Endlich hat der FCC wieder eine verschworene Truppe beisammen und keine Ansammlung von untereinander zerstrittenen Grüppchen. Das Präsidium will sich nun in der Winterpause überlegen, ob Lizenzantrag gestellt wird oder nicht. Ich finde, man sollte ihn sicherheitshalber einreichen... <fc>
Jens Weissenburgers Fotos zum Spiel

FC Carl Zeiss JENA - 1.FC Magdeburg 2:0

Tore: 1:0 Kaiser (83.), 2:0 Rousajew (86.)
Jena:
Keller; Sänger; Kaschuba (67. Hauser), Wentzel; Gerstner, Noll (77. Nowacki), Kaiser, Hempel, Friedrich (GRK,82.); Azevedo, Rousajew
Magdeburg:
Dreszer; Hetmanski (22. Ortlieb); Schmidt, Wojcik; Egler, Kretzschmar (RK, 61.), Hannemann, Koc, Sandmann (RK, 84.); Maltritz, Mydlo (71. Lau)

Zuschauer: 3533

Schiedsrichter: Zschoke (Dippoldiswalde)

Spielbericht:
"Wir haben vor dem Spiel unseren Gästen ein paar kleine Nikolausgeschenke überreicht, mit dem Hinweis, daß die Punkte aber in Jena bleiben sollen. Ich bin sehr froh darüber, das wir das auch geschafft haben. Die Mannschaft hat eine klasse Leistung gezeigt und ohne überheblich zu sein, muß ich sagen, daß wir noch höher hätten gewinnen müssen", so das Fazit von Thomas Gerstner nach dem Spiel.
Vor 3533 Zuschauern legte Jena los wie die Feuerwehr. Bereits nach 3 Minuten hatte Gerstner nach einem Freistoß die erste Chance zur Jenaer Führung. Dirk Hempel (4.Minute) und Erik Noll (5.) mit ihren herrlichen Schüssen setzten die Chancenserie bereits eine Minute später fort. Bis auf einen Schuß von Magdeburgs Neuzugang Schmidt(10.) und einem Kopfball, den der Jenaer Torwart Keller hervorragend parierte, brachten die Gäste in der ersten Halbzeit keine nennenswerte Chance mehr zustande. Nach weiteren etlichen Möglichkeiten für den FCC hatte kurz vor dem Pausentee Dirk Hempel (44.) noch einmal eine Riesenmöglichkeit zur Jenaer Führung, konnte diese aber leider nicht nutzen.
Auch nach der Pause drückten die Jenaer weiter aufs Tempo und erarbeiteten sich weitere gute Möglichkeiten. Die Magdeburger, die an diesem Tage eine sehr schwache Partie boten, konnten sich nur auf gelegentliche Konter beschränken, die aber Dank der wieder einmal sehr guten Leitung der Jenaer Abwehr allesamt kläglich vergeben wurden. Nach einem dummen Foul an Matthias Wentzel sah in der 61. Minute der Magdeburg-Kapitän Jörg Kretzschmar die Rote Karte. Doch Jena konnte trotz personeller Überzahl noch kein Kapital daraus schlagen. Die Einwechslung von Christian Hauser brachte noch einmal neuen Schwung in das Jenaer Spiel. Den Unmut der Jenaer Zuschauer sah sich der an diesem Tage schwache Referee Zschoke in der 78. Minute gegenüber, als er ein elfmeterreifes Foul an Hauser nicht pfiff. Kurz später sah auch noch das Jenaer Geburtstagskind Tobias Friedrich nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte, was dem Jenaer Anhang überhaupt nicht gefiel. Jeder im Stadion erwartete nun, daß es doch nur eine Nullnummer werden würde. Da faßte sich Sven Kaiser, der ebenso wie Gerstner ein sehr starkes Spiel machte, ein Herz und schoß nach einem Querpaß aus ca. 25 Metern unhaltbar aufs Magdeburger Tor. Der Jubel bei den Jena-Fans kannte keine Grenzen, und der Bann war nun gebrochen. Kurz vor dem Spielende erziehlte dann noch Michail Rousajew die viel umjubelte und mehr als verdiente 2:0 Führung, was der Höhepunkt in einem sehr guten Spiel der Jenaer war. <vg>
Kommentar zur polizeilichen Anordnung vor dem Magdeburg-Spiel
Bilder eines denkwürdigen Fußballnachmittages

Chemnitzer FC - FC Carl Zeiss JENA 0:0

Chemnitz:
Fröhlich; Laudeley; Bittermann, Mehlhorn; König, Jan Schmidt, Tetzner (65. Kunze), Köhler, Jendrossek (70. Liebers); Ullmann, Jörg Schmidt
Jena:
Keller; Sänger; Wentzel, Kaschuba; Gerstner, Friedrich, Noll, Hempel (68. Kaiser), Hauser; Rousajew, Benedyk

Zuschauer: 2650

Schiedsrichter: Fröhlich (Berlin)

Spielbericht:
Wenn ein Spieler mit seinem neuen Verein gegen eine Mannschaft spielt, bei der er in früheren Zeiten die Fußballstiefel geschnürt hat, dann ist er in der Regel noch ein wenig motivierter als sonst. Beim Spiel Chemnitz gegen Jena stand in jedem Team ein solcher Akteur: Jens König (inzwischen mit kurzem Haarschopf) und Axel Keller, der beim CFC praktisch großgeworden ist. Während der eine um einen Stammplatz kämpft, sollte der andere auf längere Sicht unsere Nummer eins sein.
Thomas Gerstner hatte sich exakt für die gleiche Anfangsformation entschieden, die auch schon gegen Dresden begonnen hatte; der wiedergenesene Kaiser mußte zunächst auf der Bank Platz nehmen. Krzystof Benedyk hatte die erste Chance im Spiel - seinen 20-Meter-Schuß meisterte Fröhlich (7.). Gerstner traf wenig später das Außenetz (11.), Benedyks Kopfball verfehlte das Tor (22.). - Mehr Jenaer Chancen werde ich in diesem Bericht aber nicht aufzählen, denn es gab schlichtweg keine weiteren ! Dabei kann man den Jenaern nicht einmal den Vorwurf machen, mit einer sturen Mauertaktik agiert zu haben. Aus der Abwehr wurde recht zielstrebig nach vorn gespielt, doch je näher man an den Chemnitzer Strafraum kam, desto unpräziser wurden die Pässe. Anpassungsprobleme an den schwer zu bespielenden Schneeboden waren unübersehbar. Der Gastgeber wirkte dagegen, als hätte er schon seit Wochen unter diesen Bedingungen trainiert. Schien der CFC-Anhang vor der Pause noch ziemlich eingefroren (am lautesten hörte man die Cheerleaders!), machten die gastgebenden Spieler von Beginn an Dampf. Einem Schuß von Jörg Schmidt (12.) folgte ein Lattenkopfball Ullmanns nach Ecke von rechts (14.). Der Ex-Jenaer König scheiterte am Ex-Chemnitzer Keller (27. und 33.). Brandgefährlich auch die Szene, als Jendrossek freistehend zum Schuß kam. Keller war zwar rechtzeitig unten, konnte den Ball jedoch nicht festhalten. Wentzel eilt zu Hilfe, doch statt das Leder aus dem Fünfmeterraum zu schlagen, versucht er es herauszuspielen. Der Ball hoppelt zu Ullmann, prallt anschliessend gegen Wentzel und Keller, von wo er ins Toraus trudelt. - Uff. Halbzeit.
Nach dem Wechsel das gleiche Bild. Chemnitz berannte das Jenaer Tor, scheiterte aber entweder an den eigenen Unzulänglichkeiten im Torschuß oder aber an der gutpostierten Abwehr um die herausragenden Sänger und Keller. Der Torhüter wurde buchstäblich zum Matchwinner. Weder Jörg Schmidt (72.), der zuvor Hauser und Friedrich ausjongliert hatte, noch Köhler (88., freier kann man nicht zum Kopfball kommen!) vermochten Axel Keller zu überwinden. Als Mehlhorn einen Freistoß aus zwanzig Metern an die Querlatte knallte (78.), hatte Keller auch mal das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite. Logisch, dass nach dem Schlusspfiff nur die Jenaer Akteure mit ihren Fans feierten. Der Aufwärtstrend hält an, vier Begegnungen in Folge blieb man nun schon ungeschlagen.
Wieviele Spiele hatte es zu Saisonbeginn gegeben, in denen der FC Carl Zeiss aufgrund mangelnder Chancenverwertung reihenweise Punkte verschenkt hat. Diesmal war der eine Zähler, den die Jenaer Elf mit einer großen kämpferischen Leistung und einer Portion Glück entführte, das absolute Maximum. Nicht nur hier, auch in Zwickau und Leipzig sollte man sich über ihn freuen - denn diese Chemnitzer werden vermutlich noch zu beachten sein ! <fc>
Zum Spielbericht auf der offiziellen CFC-Homepage
Auch bei einem 0:0 lohnt sich die Betrachtung der Fotos

FC Carl Zeiss JENA - Dynamo Dresden 3:0

Tore: 1:0 Rousajew (19.), 2:0 Gerstner (60., FE), 3:0 Azevedo (86.)
Jena:
Keller; Sänger; Wentzel, Kaschuba; Gerstner, Friedrich, Noll (87. Berger), Hempel (80. Sträßer), Hauser; Rousajew (76. Azevedo), Benedyk
Dresden:
Rautenberg; Wahl, Reckmann, Kardos; Terjek (74. Schröter), Schönfeld, Jelen, Oberritter (46. Bernhardt), Großmann, Patschinski (74. Gütschow), Hanke

Zuschauer: 3279

Schiedsrichter: Sax (Berlin)

Spielbericht:
Carl Zeiss Jena kontra Dynamo Dresden - diese Ansetzung war einer der Klassiker zu alten Oberligazeiten. Doch dauerte es nach dem letzten Aufeinandertreffen (3:2) sieben Jahre, bis sich beide Vetretungen wieder einmal gegenüber standen. Immerhin 3279 Interessenten waren trotz des ungemütlichen Wetters ins Ernst-Abbe-Sportfeld gepilgert, um diese Neuauflage zu erleben. Zumindest die Jenaer Anhänger werden ihr Kommen nicht bereut haben.
Dabei sah es zunächst eher nach einem Langweiler aus. In den ersten achtzehn Minuten gab keine einzige Tochance zu notieren. Doch dann der Auftritt des Michail Rousajew ! Von Noll angespielt, wurde sein erster Schußversuch noch abgeblockt. Doch der Russe faßte sich ein Herz, ignorierte den heranpreschenden Gerstner, zog stattdessen aus achtzehn Metern selbst ab und traf oben links ins Dresdner Tor. Ein herrlicher Treffer, der dem Spiel im Allgemeinen und dem Schützen im Besonderen wahnsinnig gut tat ! Kein Zufall deshalb, daß Rousajew auch der Absender des Pfostenschusses in Minute 37 war. Hempel hatte den Musterpaß gespielt, Rousajew am Torhüter vorbei ins lange Eck gezielt. Der heranstürzende Benedyk verfehlte den vom Aluminium zurückspringenden Ball unglücklich. - Ein ungefährlicher Freistoß Wahls fünf Minuten vor dem Pausenpfiff war der erste direkte Schuß auf das Jenaer Gehäuse. Zu wenig. Ebenfalls zu wenig, nämlich Grips, besitzt offenbar jener Dresden-"Fan", der seine Leuchtraketen insgesamt viermal Richtung Jenaer Zuschauer abfeuerte. Ansonsten war von Dynamo in der ersten Hälfte nichts zu sehen. Lediglich die Fan-Sprechchöre "Ihr seid Scheiße wie der RWE" haben uns tief getroffen. ;-)
Es war schon paradox. Wie in Leipzig zog sich die Jenaer Elf mit Beginn der zweiten Halbzeit in die eigene Hälfte zurück, ließ den Kontrahenten sein Spiel aufziehen. Bernhardt (50.) und Schönfeld (51.) prüften erstmals Keller im Jenaer Tor. Erfreulicherweise scheint sich Tobias Friedrich das Solo Sängers aus der Vorwoche genau angeschaut zu haben. Sein Sturmlauf von der Mittellinie erinnerte jedenfalls daran und konnte von Bernhardt erst im Strafraum regelwidrig gestoppt werden. Schiedsrichter Sax, der in Halbzeit eins meiner Meinung nach zurecht auf Schwalbe Benedyks entschieden hatte, zeigte diesmal sofort auf den Punkt. Gerstner wollte Rousajew schiessen lassen, der traute sich aber nicht so recht. Ergo legte sich der Spielertrainer das Leder kurzerhand selbst zurecht und verwandelte, wenngleich Rautenberg die Ecke geahnt hatte. - Wer nun aufgebende Sachsen erwartet hatte, sah sich getäuscht. Im Gegenteil, die letzte halbe Stunde wurde zum offenen Schlagabtausch ! Die bedingungslos fightenden Dresdner zwangen Keller zu mehreren tollen Paraden, Wentzel mußte in der 68. Minute kurz vor, Hempel (73.) und Hauser (90.) sogar direkt auf der Torlinie retten. Bei zunehmendem Regen nahm Jena den Kampf an. Benedyks herrlicher Schrägschuß landete am Lattenkreuz (71.), Hempel und Azevedo scheiterten an Rautenberg. Treffer Nummer drei entsprang einer Co-Produktion der eingewechselten Sträßer und Azevedo und brachte die Entscheidung. Daß Paulo Azevedo schon zum wiederholten Male als Joker traf und trotzdem noch immer keinen Platz in der Anfangsformation sicher hat, spricht für das gewachsene Leistungsvermögen im Jenaer Offensiv-Bereich. Da sich zudem die Abwehr stabilisiert hat und mit Keller jetzt ein bislang fehlerfreier Torhüter zwischen den Pfosten steht, kommen die nun drei Siege in Folge nicht von ungefähr.
Jenas Edel-Fan Christoph Dieckmann, vor Wochen bei der Diskussion im Fanhaus wie wir alle ziemlich verzweifelt, konnte nach der Partie strahlen: "So etwas habe ich hier lange nicht erlebt." Womit er vermutlich auch die Stimmung unter den begeistert mitgehenden Zuschauern gemeint hat. Es wäre schön, wenn möglichst viele von ihnen auch in Chemnitz dabei wären ! <fc>
Highlights des Spieles
Spielbericht auf der offiziellen Dynamo-Seite

FC Sachsen Leipzig - FC Carl Zeiss JENA 1:3

Tore: 0:1 Benedyk (27.), 1:1 Förster (67.), 1:2 Azevedo (84.), 1:3 Benedyk (86.)
Leipzig:
Sejna; Hammermüller (RK, 78.); Virag, Förster; Rietschel, Gerloff (46. Vatter), Keilwerth (GRK, 71.), Lucic, Müller (75. Baum); Lischke (45. Demiray), Filipovic
Jena:
Keller; Sänger; Kaschuba, Wentzel; Gerstner, Hauser, Noll (83. Azevedo), Kaiser, Hempel (58. Sträßer); Rousajew (90. Nowacki), Benedyk

Zuschauer: 2493

Schiedsrichter: Scheibel (Calbe)

Spielbericht:
Auch kurze Auswärtsfahrten können ihre Tücken haben. Einmal mit dem Pkw falsch abgebogen und schon findet man sich in Leipzigs Innenstadt wieder statt in Leutzsch. Da freut man sich, wenn einem ein freundlicher Einheimischer den Weg weisen kann. Doch mit "Alfred-Kunze-Sportpark" wußte er zunächst nichts anzufangen. Bis ihm ein Licht aufging: "Ach - Sie meinen das Chämiehhh-Stadion !" - Genau das meinten wir und kamen gerade noch pünktlich zum Anpfiff in den mit ca. 500 Jena-Fans gut gefüllten Gästeblock.
Wären wir 20 Minuten später eingetroffen, wir hätten nichts verpaßt. Chancen blieben hüben wie drüben zunächst Mangelware, doch schon in dieser Phase diktierten überraschend die Jenaer den Spielrhythmus. Nicht unverdient deshalb der Führungstreffer nach 27 Minuten: Gerstners Flankenversuch wird abgeblockt, Noll schießt aus zwanzig Metern, Kaiser grätscht rein, legt damit Benedyk auf und der trifft zur Freude der hinterm Tor postierten FCC-Supporters aus sechs Metern Entfernung ins Eck. Sachsen Leipzig bekam auch in den verbleibenden Minuten der ersten Hälfte das Spiel und die eigenen Nerven nicht richtig in den Griff, die Zeiss-Akteure agierten dagegen im Mittelfeld mit selten zuvor gesehener Coolness. Speziell Spielertrainer Thomas Gerstner hatte offensiv wie defensiv viele gute Szenen, machte sein bestes Saisonspiel und gehört in dieser Form immer aufs Spielfeld und nicht an dessen Rand. - Da auch die Abwehr stabil wirkte, mußte einem vor der Pause um die Führung nicht bange sein.
Das änderte sich unmittelbar nach dem Seitenwechsel. Mit einem Sturmlauf versuchten die Sachsen, ihre vierte Niederlage in Folge abzuwenden, belagerten nun regelrecht den Jenaer Strafraum. Erst nach 20 Minuten in Hälfte zwei kamen die Thüringer mal wieder gefährlich über die Mittellinie. Hätte Karsten Sänger, der aufgrund seiner Leutzscher Vergangenheit massiv beschimpft wurde, sein Solo über fünfzig Meter erfolgreich abgeschlossen, wären die Sachsen-Anhänger glaube ich völlig ausgeflippt. Sängers souveräne Leistung als FCC-Libero schien ohnehin schon wie ein rotes Tuch auf sie zu wirken. - Nach Försters Ausgleich (unhaltbarer Kopfball unter die Latte) drohte das Spiel zu kippen. Rietschel zwang Keller zu einer großen Parade (67.), Müllers Hammerschuß zwei Minuten darauf wehrte Gerstner mit Flugkopfball (!) ab. Erst die Ampelkarte für den Ex-Jenenser Keilwerth verschaffte unserer Elf wieder etwas Luft. Ausgerechnet Leipzigs Kapitän Hammermüller setzte da noch einen drauf, indem er als letzter Mann gegen Krzystof Benedyk die Notbremse zog, obwohl von Not in der Szene eigentlich noch keine Rede sein konnte. Gerstner ließ daraufhin Stürmer Azevedo für Mittelfeldmann Noll bringen und landete damit einen Volltreffer. Denn schon seine erste Ballberührung bescherte dem kleinen Paulo Azevedo ein Kopfballtor und brachte ihn in der internen Spielerwertung auf Platz 1. Damit nicht genug - zwei Minuten später bereitete er auch noch das 3:1 herrlich vor, Rousajews anschliessenden Schuß bekam Sejna nicht zu fassen und Benedyk brauchte den Ball nur noch über die Linie zu drücken.
Auf unserer Rückfahrt herrschte natürlich beste Stimmung. Was in den sieben Fanbussen nicht anders gewesen sein wird. Deren Fahrt wurde diesmal aus der Mannschaftskasse bezahlt. Prima. Nur - wenn man einen Tag später hört, daß einzelne Fans wahrscheinlich im Promille-Überschuß die Bus-Inneneinrichtung beschädigt haben sollen, kann man sich eigentlich nur an den Kopf fassen. <fc>
Die offizielle Page des FC Sachsen begnügt sich mit der Wiedergabe des (wieder einmal merkwürdigen) MDR-Videotext-Berichtes. Interessanter liest sich IMHO der Kommentar auf der Fanpage.
Hier noch die Fotos von Jens Weissenburger

FC Carl Zeiss JENA - Eisenhüttenstädter FC Stahl 1:0

Tore: 1:0 Kaiser (75.)
Jena:
Keller; Sänger; Wentzel, Friedrich; Noll (69. Sträßer), Gerstner, Hempel, Kaiser, Hauser; Benedyk (80. Azevedo), Rousajew (90. Nowacki)
Eisenhüttenstadt:
Hillmann; Weber; Thieme, Schwöbel; Reimer, Danelia, Malesa, Klenge, F. Bartz; Schade (58. Kietzmann), Wagner

Zuschauer: 1309

Schiedsrichter: Kokel (Kamenz)

Spielbericht:
"Wenn vor der Saison jemand gesagt hätte, daß sich am 12. Spieltag mit Jena und Eisenhüttenstadt zwei potentielle Abstiegskandidaten gegenüber stehen, hätte das nur ein müdes Lächeln hervorgerufen. Mittlerweile ist es aber eine Tatsache, daß heute ein wichtiges Spiel gegen den Abstieg auf dem Programm steht." - Diese Ankündigung im Stadionprogramm brachte es auf den Punkt. Den Zweitligisten und den Regionalligadritten von 1997/98 trennten vor dem Spiel gerade mal zwei bzw. drei Punkte von einem Abstiegsrang.
War aus diesem Grunde ein Fritz Bohla im Stadion, nur mal so, um sich in Erinnerung zu bringen ? Egal, er sah auf alle Fälle von Anbeginn eine spielbestimmende Jenaer Elf, die sich schon in der Anfangsphase so viele Chancen herausarbeitete wie zwei Wochen zuvor gegen Aue im ganzen Spiel nicht. Schon in Minute zwei verfehlte Rousajew nach schöner Einzelleistung das Tor nur um Zentimeter, kurz darauf kam Noll einen Tick zu spät gegen Hillmann. Als der EFC-Schlußmann im Luftkampf mit Mannschaftskamerad Thieme den von Gerstner hereingegebenen Ball nicht fing, sollte die Jenaer Führung eigentlich fällig sein. Doch Rousajew brachte das Leder aus fünf Metern nicht im Tor unter, Thieme rettete auf der Linie (25.). Allein der Russe hätte das Spiel schon vor der Pause entscheiden können. So auch nach gut einer halben Stunde, als er den Ball in die Mitte zurückspielte, anstatt ihn aus spitzem Winkel über den Torwart zu lupfen. Da auch Sturmpartner Benedyk eine Unsicherheit Hillmanns nicht nutzen konnte, aus knapp zehn Metern den Ball ins Aus jagte (29.), blieb es bis zur Pause torlos. Die bis dahin extrem schwachen Gäste hatten in dieser Zeit nicht einen vernünftigen Angriff zustande gebracht !
Zu Beginn der zweiten Hälfte liessen es die Jenaer, warum auch immer, merklich ruhiger angehen. Und bauten damit die Hüttenwerker auf, die nun plötzlich merkten, was hier möglich war. Die optische Überlegenheit der Gäste in dieser Phase brachte dank der sicheren FCC-Innenverteidigung mit Sänger, Wentzel und Friedrich (in ungewohnter Position) zwar kaum Zählbares ein. Doch zumindest in der 67. Minute stockte einem als Zeiss-Fan der Atem: Eine Ecke von links köpfte Hauser aus dem Strafraum, Eisenhüttenstadts Kapitän Klenge nimmt den Ball mit der Brust an, hält aus gut zwanzig Metern voll drauf - und scheitert an Axel Keller im Jenaer Tor. Der Neuzugang aus Altchemnitz bekam nach Weißgärbers Dummheit endlich seine Chance und machte seine Sache schonmal sehr ordentlich. Nach vorn ging bei Jena dreißig Minuten nach der Pause so gut wie gar nichts - bis zum 1:0. Einen Freistoß Hausers nahe der Eckfahne verpaßten in der Mitte Freund und Feind, Sven Kaiser hieß der Nutzernießer am langen Pfosten - sein erster Treffer für den FC Carl Zeiss ! Es mag bei einem Tor Vorsprung paradox klingen, aber das Spiel war hiermit entschieden. Fortan stürmten nur noch die Jenaer. Der wie sein Gegenüber erstmals ins Rampenlicht gerückte Hillmann steigerte sich im EFC-Tor nun beträchtlich; zum Glück für die Gastmannschaft und ihre zehn (!) mitgereisten Anhänger. Denn sonst hätten Rousajew, Gerstner, Sänger noch jenes Schützenfest veranstaltet, daß sich schon in Halbzeit eins angedeutet hatte. Die letzte Chance des Spieles besaß, na wer schon, Michail Rousajew. Doch auch die wurde vergeben, sogar besonders kläglich, denn das Zuspiel von Azevedo hätte vermutlich sogar die Mehrzahl der Zuschauer besser verwertet.
Mit diesen immens wichtigen drei Punkten machte der FCC gleich ebensoviele Tabellenplätze gut und kann nun endlich mal mit mehr Selbstvertrauen in die nächsten Spiele gehen. Zum Glück, denn das Restprogramm der Hinrunde hat es in sich - aber mal ehrlich, haben die Jenaer ihre besten Spiele nicht gerade gegen höher eingestufte Gegner gezeigt ? <fc>
Kurzbericht auf der neuen EFC-Fanpage
Szenen eines wichtigen Heimsieges

Spandauer SV - FC Carl Zeiss JENA 1:0

Tore: 1:0 Milinkovic (90.)
Spandau:
Eckstein; Schiemann; Höche, Prill; Milinkovic, Podvorica, de Souza, Schwake, Kusche (90. Cumaglioglu); Caljkusic (85. Gül), Wojtal (73. Mutlu)
Jena:
Weißgärber (RK, 88.); Noll; Wentzel, Kaschuba (78. Röser); Rousajew (70. Hauser), Kaiser, Gerstner, Hempel, Friedrich; Benedyk, Azevedo (66. Nowacki)

Zuschauer: 312

Schiedsrichter: Bley (Sehma)

Spielbericht:
Nach manchen Spielen kann man gar nicht so viel essen, wie man k..... (Verzeihung !) brechen möchte. Das Gastspiel des FCC auf der umzäunten Wiese des Spandauer SV gehörte dazu. Der K.O. kam in der vorletzten Minute, als die meisten der 150 mitgereisten Jena-Fans sich schon mit zwei verschenkten (auf Grund der Spielanteile und Chancen) und einem Trostpunkt abgefunden hatten: Langer Ball in den Jenaer Strafraum, Weißgärber ist vor dem Angreifer am Ball - und plötzlich fällt der Spandauer wie vom Blitz getroffen zu Boden. Riesenaufregung, der Schiri konsultiert seinen Assistenten, zeigt danach Weißgärber "Rot" und dazu auf den Elfmeterpunkt. Für mich und einen Teil der FCC-Fans, die hinter dem entgegengesetzten Tor standen völlig unverständlich, da wir aus dieser Distanz kein Foul bzw. Tätlichkeit gesehen hatten. Lediglich der hohe Zaun verhinderte den Platzsturm. Nach Aussagen besser postierter Jena-Supporter muß Weißgärber gegen den wild anstürmenden Spandauer das Bein stehen lassen haben, obwohl er den Ball schon sicher hatte - Blackout ! Sollte es so gewesen sein, lieber Jens, dann hast Du Deinem Team und den Fans den Sonntag so gründlich versaut, daß die Denkpause (noch dazu nach den eben wenig überzeugenden Leistungen der letzten Spiele) nach der Roten Karte nur zu begrüßen ist ! In den 5 Minuten Spielunterbrechung war echt was los auf dem Rasen, in der rot-blauen-Spielertraube brach ein weiterer Spandauer zusammen, stand aber bald grinsend wieder auf und bekam von einem Mannschaftskameraden einen anerkennenden Klaps auf den Po für gute schauspielerische Leistung. Diese Show war trauriger Höhepunkt einer boshaften und bösartigen Spielweise des SSV. Besonders die Spandauer Nr. 7 tat sich mit Tacklings in die Beine, Nachtreten und ähnlichen "Nickligkeiten" hervor. Der Schiedsrichter fiel darauf herein und pfiff zum Teil seltsam. Unter anderen pfiff er einen links außen durchgelaufenen Jenaer zurück, um einem Spandauer "Gelb" zu zeigen !!! Naja, jedenfalls hielt "Ersatztorwart" Gerstner den Elfer, leider zischte aber der Nachschuß ins Netz - nur stand der Torschütze bereits viel zu zeitig 3-4 Meter im Strafraum !
Aber Schiri hin und her - die Tore müssen wir selbst schiessen. Und da wären wir bei der Ursache, warum Jena nicht gewonnen hat: Es fehlt ein "Knipser", der die Chancen verwertet. Allein zwischen 14. und 20. Minute hatten wir fünf Chancen: Flanke von Kaiser - Rousajew köpft vorbei, Schuß von Rousajew (aus 16 m) gehalten, zwanzig Sekunden später 25-m-Schuß von Friedrich an die Latte, der Schuß von Hempel nach einer Ecke wird gehalten, ebenso wie Nolls abgerutschtes Schüßchen ins kurze Eck nach schönem Doppelpaß. In der 34. min köpfte wiederum Rousajew nach schnellem Gegenangriff und Flanke von Gerstner am langen Pfosten vorbei. Was Erwähnenswertes von Spandau ? - Fehlanzeige !
Gleiches Spiel nach Wiederanpfiff. Benedyk bringt das Kunststück fertig, aus 8 Metern Entfernung sich von den 7,32 m Torbreite genau die Mitte auszusuchen und so den Torwart anzuschiessen (49.). In der 57. setzte er noch einen Kopfball aus Nahdistanz übers Tor (nach herrlicher Kombination über Azevedo und Rousajew). Eine Viertelstunde vor Schluß tauchte der SSV das erste Mal so richtig vor Weißgärbers Tor auf (2 Ecken) und in der 77. min gab es die einzige richtige Chance für die Gastgeber, als nach Flanke von rechts ein Kopfball knapp das Ziel verfehlte. In der 80. und 87. Minute lag nochmals der Jenaer Siegtreffer in der Luft, aber der SSV-Keeper zeigte bei Hempels und Rösers Schüssen Glanzparaden. Und dann kam jene 89. Minute...
Kurios nur, daß Spandaus Trainer in der Pressekonferenz einen "verdienten Sieg" seiner Elf hervorhob und 3 "100%ige" für sein Team gesehen haben wollte. Wahrscheinlich hat er auch den Kurzbericht im MDR-Videotext geschrieben... (oder ich war bei einem anderen Match). Da lag jener mir unbekannte Spandauer Anhänger wesentlich richtiger, dessen Aussage nach dem Spiel mit "Spandau nichts, Jena etwas, Ergebnis oberglücklich" diese insgesamt schwache Partie sehr gut beschreibt. <uk>
Nachtrag zum Spielbericht:
Die TV-Bilder zeigten eindeutig das Foul ohne Not von Weißgärber am durchlaufenden Schiemann. Für mich absolut nicht nachvollziehbar deshalb die Szenenbeschreibung des Rot-Sünders selbst: "Ich hatte den Ball schon sicher, da rempelte mich der Berliner an und fiel zu Boden. Der Strafstoß war ein Witz." - Wenn man schon solch einen Mist verzapft hat, sollte man hinterher wenigstens dazu stehen ! <fc>
siehe auch Marios Fankommentar

FC Carl Zeiss JENA - FC Erzgebirge Aue 0:2

Tore: 0:1 Tautenhahn (78.), 0:2 Schmidt (81.)
Jena:
Weißgärber; Noll; Wentzel, Kaschuba; Röser (46. Sträßer), Kaiser, Hempel, Nowacki, Hauser; Benedyk (74. Azevedo), Rousajew
Aue:
Huster; Tautenhahn; Schmidt (86. Hasse), Zweigler; Thielemann, Tomoski, Barth, Bagemiel (78. Reinold), Lakhmay; Sadlo, Eidtner (76. Kretschmer)

Zuschauer: 2346

Schiedsrichter: Melms (Osterburg)

Spielbericht:
Der Spielplan wollte es, daß unmittelbar nach dem großen Rivalen RWE die befreundeten Auer Punktspielkontrahent waren. Während die angereisten Gästefans zur Party im Fanhaus und zum 200-Mark-Torschuß in der Halbzeitpause eingeladen worden, bekamen die Auer Spieler drei Punkte mit auf den Heimweg.
Es wird nur Spekulation bleiben, wie das Spiel verlaufen wäre, hätte der Referee nach wenigen gespielten Sekunden ein klares Foul im Strafraum an Kaschuba geahndet. Er traute es sich nicht. Die folgenden neunzig Minuten jedenfalls standen auf mäßigem Niveau. So spricht es Bände, wenn der angeschlagen ins Spiel gegangene Benedyk die beste, weil einzige Jenaer Torchance der ersten 45 Minuten hatte. Seinen 18-Meter-Schuß lenkte Aues Schlußmann Huster zur Ecke (12.). Eine "Graupe" von Weißgärber lud zehn Minuten später gleich zwei Erzgebirgler zum Torschuß ein, Noll rettete in höchster Not. - Aber ausgerechnet Weißgärber ! In den ersten Punktspielen ohne spielentscheidenden Fehler, war er von FCC-Präsident Kurbjuweit nach dem Erfurt-Spiel in ungewohnt scharfer Weise öffentlich kritisiert worden ("Unser Torwart ist eine Katastrophe!"). Nur Trainer Gerstner schenkte ihm weiter das Vertrauen. Als der Jens in der Anfangsphase Eidtners Riesenchance zunichte machte, schien alles wieder in Ordnung. Doch nach erwähntem Patzer wirkte der Mannschaftskapitän komplett verunsichert, mußte zu allem Überfluß auch noch die Hähme einiger Jenaer Zuschauer über sich ergehen lassen, was sein Nervenkostüm noch weiter ramponierte. Ob ein Wechsel auf Keller beim nächsten Punktspiel vielleicht doch sinnvoller ist ? - Freilich war das, was die meisten Feldspieler boten, auch nicht überzeugend. Aue besaß mit Thielemann zwar einen Antreiber, aber keinen Vollstrecker. Und so gerieten besonders die zwanzig Minuten vor der Pause zum echten Langweiler.
Ein bißchen besser wurde es mit Wiederanpfiff. Hausers 16-Meter-Schuß (54./links vorbei) und Hempels 22-Meter-Freistoß (69./Huster hielt) konnten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß bei der Mittelfeldachse Kaiser - Hempel - Hauser an diesem Tage nicht viel zusammenlief. Da sich auch die Variante mit Nowacki, Röser, später Sträßer auf der rechten Außenbahn nicht als Bringer erwies, bekamen die Gäste zunehmend Oberwasser. Tomorskis Innenpfosten-Torlinien-Ball aus 35 Metern an Weißgärber vorbei (72.) war noch ein Warnschuß, zwei Treffer nach Eckbällen bedeuteten den Sieg. Beim 0:1 schauten fünf Jenaer inklusive Torwart tatenlos zu, wie Tautenhahn von der Torraumgrenze einköpfte, beim 0:2 fabrizierte Rousajew eine unfreiwillige Mustervorlage für Schmidt.
"Is doch ooch mal scheen, ohne Streß und Tumulte." Aues Fans fühlten sich nach der Partie merklich wohl am Jenaer Fanhaus. Sollen die Kontakte Jena - Aue auch in der nächsten Saison vertieft werden, dürfen sich die Jenaer Akteure allerdings nicht mehr viele Heimspiele dieser Art erlauben. <fc>i
s.a. Fotos

FC Rot-Weiß Erfurt - FC Carl Zeiss JENA 2:2

Tore: 1:0 Helbig (25.), 2:0 Schmidt (66.), 2:1 Nowacki (78.), 2:2 Rousajew (80.)
Erfurt:
Kraus; Wehrmann; Tews (69. GRK), Große; Schönberg (88. Nedic), Scheller, Sugzda (46. Otto), Fuhrmann, Schmidt; Helbig, Alilovic (71. Ertmer)
Jena:
Weißgärber; Noll; Kaschuba (46. Hempel), Wentzel; Röser, Friedrich (63. Sträßer), Kaiser, Rousajew, Hauser; Benedyk, Azevedo (68. Nowacki)

Zuschauer: 4500

Schiedsrichter: Voigt (Kleinkoschen)

Spielbericht:
"Das ganze Leben ist eine Wundertüte", hört man mindestens dreimal am Tag aus dem Radio meiner Eltern (es ist wirklich nicht meins). Seit spätestens Freitag weiß ich, der Mann hat recht!
Fragte man sich 15 Minuten vor Spielende des Thüringenderbys noch ernstlich, warum man sich sowas freiwillig antuen kann (wenigstens als Jena- Fan), ärgerte man sich kurz nach dem Abpfiff fast ein bißchen darüber, daß es nicht doch noch mit dem Sieg in Erfurt geklappt hat. Aber der Reihe nach: Jena begann gleichwertig, verlor aber ziemlich schnell den Faden und sah sich nach ca. zehn Minuten ständigen Erfurter Angriffen ausgesetzt. Da Jena es kaum schaffte für Entlastung zu sorgen, schien das 1:0 für die "geliebten" Erfurter nur eine Frage der Zeit und fiel folgerichtig auch nach 25 Minuten. Nach einer Ecke flog Weißgärber mehr oder weniger elegant am Ball vorbei und Helbig brauchte den Ball nur noch ins leere Tor zu köpfen. 1:0. Da auch Erfurt keine Bäume ausriß und lediglich nach Ecken und Freistößen gefährlich wirkte, blieb es bis zur Halbzeit bei der knappen Führung für die Gastgeber.
Gerade als Jena stärker wurde und einige gefährlich Angriffe andeutete, fiel das 2:0. Schmidt hatte mit seinem wunderschönen Freistoß über die Jenaer Mauer (so fair muß man schon sein) in der 66. Minute für die scheinbare Vorentscheidung gesorgt und uns in zwischenzeitliche tiefe Depressionen gestürtzt. Wäre nicht der Erfurter Mannschaftskapitän Tews gewesen, wäre es wohl auch kein schöner Abend mehr geworden. Der jedoch hatte in der 69. Minute ein Einsehen und exte sich vom weiteren Spielverlauf mit seiner zweiten gelben Karte. Was nun kam, hatte wohl keiner mehr erwartet. Jena erahnte die gegebene Chance und verstärkte den Druck. In der 79. Minute fiel nach einem schönen Konter der 2:1 Anschlußtreffer durch Nowacki und schon eine Minute später der Ausgleich durch Rousajew. Wahnsinn! Jena wollte jetzt mehr und erarbeitete sich noch zwei hundertprozentige Chancen. Erst konnte Kraus einen Kopfball parieren, dann wurde das Erfurter Tor gleich von der gesamten Jenaer Sturmreihe unter Beschuß genommen, aber das Glück war nun doch wieder auf Erfurter Seite. Da Jena aber auch fast noch den dritten Gegentreffer hinnehmen mußte als, es mal wieder keiner fertigbrachte den Ball aus dem eigenen Strafraum zu entsorgen und Wentzel schon auf der Linie klären mußte, war am Ende jeder im Jenaer Fanblock mit dem Punktgewinn zufrieden und die Feierlichkeiten der mindestens 1000 Fans konnten ihren Lauf nehmen.
Zu erwähnen wäre noch die wahrscheinlich schlechteste Leistung eines Stadionsprechers seit Erfindung des Fußballs. Sowas parteiisches bekommt man wirklich nicht jeden Tag geboten. Aber was sollīs. Der Mann war am Ende gestraft genug! <bpf>
Spielbericht auf der inoffiziellen RWE-Page

FC Carl Zeiss JENA - Lok/Altmark Stendal 2:0

Tore: 1:0 Azevedo (16.), 2:0 Hempel (69.)
Jena:
Weißgärber; Sänger; Kaschuba, Wentzel; Franke (46. Sträßer), Kaiser, Friedrich, Noll (64. Hempel), Hauser (71. Röser); Rousajew, Azevedo
Stendal:
Saager; Suchanek; Buchheim, Schmidt; Grempler, Lässig (46. Marciniak), Dadunaschvili, Hoffmann (48. Moustapha), Demuth; Wiedemann, Shubitidze

Zuschauer: 1892

Schiedsrichter: Sturm (Berlin)

Spielbericht:
"Ich wünschte, meine Spieler wären heute abend hier gewesen. Dann bräuchte ich vor dem Spiel gegen Stendal eigentlich kaum mehr was sagen." - FCC-Coach Thomas Gerstner sprach diese Worte zum Abschluß einer Podiumsdiskussion drei Tage vor dem Spiel, an der trotz TV-Championsleague-Konkurrenz soviele Fans teilgenommen hatten, daß das Fanhaus schier aus allen Nähten zu platzen drohte. Leider konnte man das vom Ernst-Abbe-Sportfeld am Sonnabend nicht behaupten, die Kulisse von weniger als 2000 Besuchern bedeutete Minusrekord. Der Stachel aus der Dresden-Blamage saß offensichtlich ganz tief.
Fehlende Motivation konnte man Gerstners Schützlingen diesmal nicht nachsagen, bemühten sie sich doch von Anbeginn um eine offensive Spielweise und hatten schon nach acht Minuten die erste Riesenchance im Spiel. Azevedo schloß jedoch aus achtzehn Metern einen Überzahlangriff zu überhastet ab und übersah zudem noch den frei postierten Kaiser. Fünf Minuten später die erste dicke Chance der Gäste, als Shubitidze die Verwirrung in Jenas Hintermannschaft ausnutzte, aber nur die Querlatte traf. Doch nicht nur die FCC-Abwehr hatte ihre Ruhepausen. 16. Minute: Hauser zirkelt einen Freistoß von halbrechts hoch in den Strafraum über mindestens vier Stendaler hinweg, Paulo Azevedo bedankt sich freistehend mit Kopfball aus Nahdistanz - 1:0. Wenig später hätte Azevedo beinahe sein zweites Tor gemacht, doch der Schuß strich am langen Pfosten vorbei. Vorausgegangen war hier eine schöne Kombination auf links über Hauser und Rousajew. Wie man überhaupt sagen muß, daß vor der Pause die meisten Impulse von der linken Seite ausgingen (Hauser), während sich zentral noch immer kein Spielgestalter fand. Sechs Minuten vor dem Halbzeitpfiff wäre den Gästen fast eine Kopie des Jenaer Führungstores gelungen. Einen hohen Freistoßball von rechts verfehlten mehrere Jenaer, Buchheim traf für Stendal aber erneut nur die Latte. Alles in allem eine glückliche Pausenführung nach einer nur mäßigen ersten Halbzeit.
Mit Beginn der zweiten Hälfte zog das Tempo auf beiden Seiten etwas an. Carsten Sträßer war für den gelbbelasteten Debütanten Franke ins Spiel gekommen und sorgte nun auch auf der rechten Seite für mehr Gefahr. Nicht zufällig hatte der U18-Auswahlspieler (die TeBe-Hyänen sollen schon Witterung aufgenommen haben...) die nächste Jenaer Chance. Nach sehenswertem Anspiel verfehlte er jedoch das Tor. Auch die zweite Einwechslung erwieß sich spätens in der 69. Minute als Gewinn. Dirk Hempel führte an der Mittellinie einen Freistoß blitzschnell aus, spielte Doppelpaß mit Rousajew und vollendete mit schönem Schuß zum 2:0. Die Entscheidung war gefallen, der erste Jenaer Heimsieg seit dem 21. März perfekt ! Von allem nervlichen Ballast befreit, hatte der FCC in den folgenden zehn Minuten seine beste Phase. Hier wurde durchaus ansehnlicher Kombinationsfußball geboten, wie man ihn sich als Jena-Fan mal von Anbeginn wünschen würde. Abschliessender Höhepunkt war eine Doppelchance in Minute achtzig: Zunächst ein Freistoß Kaisers, den Saager zur Ecke faustete; diesen Eckball beförderte "Fußballgott" Mario Röser an die Latte (wir hätten es ihm alle so gegönnt!). Röser war übrigens eingwechselt worden - man konnte Thomas Gerstner ein wahrlich glückliches Einwechsel-Händchen bescheinigen. Vorwerfen muß man der Jenaer Elf allerdings, daß sie die Chancen gegen diesen nun niedergerungenen Gegner nicht zu einem noch höheren Sieg genutzt hat. Aber wer weiß, vielleicht hat man sich die Tore ja auch für das Pokalspiel gegen den MSV Duisburg aufgehoben ?
Daß meine im Plauener Bericht beschriebene Serie Remis - Niederlage - Sieg weiterhin Bestand hat, sei diesmal nur am Rande erwähnt. Was Erfolg und Leistung vom Samstag wert sind, wird sich in den kommenden zwei Partien zeigen: der 2. Runde im DFB-Pokal und (noch wichtiger) dem Thüringen-Derby in Erfurt. Oder um es mit Steffen Patzer zu sagen: "Wichtig ist, daß alle feststellen, daß die Mannschaft zueinander findet und daß sie über einen längeren Zeitraum beweist, daß sie stärker wird.". <fc>
Die Fotos sind diesmal in nicht ganz guter Qualität wie gewohnt, ihren Zweck erfüllen sie aber allemal.

Dresdner SC - FC Carl Zeiss JENA 3:0

Tore: 1:0 Berger (41.), 2:0 Gleis (84.), 3:0 Bensch (86.)
Dresden:
Weidner; Diebitz; Holz, Büttner; Berger, K. Michael, Bloß Bulatovic (76. Bensch), Binke (82. Arbeiter); Maglica, Weiß (34. Gleis)
Jena:
Weißgärber; Sänger (74. Gerstner); Kaschuba, Wentzel (57. GRK); Sträßer (58. Noll), Kaiser, Friedrich, Hempel, Hauser; Weber (82. Nowacki), Azevedo

Zuschauer: 798

Schiedsrichter: Richer (Berlin)

Spielbericht:
Ich hoffe nur, das war der Tiefpunkt der Saison! Selten habe ich ein so schwaches Spiel in einem so trübsinnigem Stadion vor so langweiliger Kulisse gesehen - "Bonjour Tristesse". Das beste an diesem Tag: das auch für Dresdenunerfahrene Autofahrer leicht zu findende Stadion direkt an der B 6 zwischen A 4 und Zentrum. Im nominell 30.000 Leute fassenden Ground war ein winziges Eckchen als Zookäfig für die wilden Gästefans hergerichtet. Das Futter (u.a. Bratwürste in halber Größe zum doppelten Preis) wurde passenderweise durch die Gitterstäbe aus dem Nachbarblock heraus verkauft.
Da ich in den beiden Spielen gegen Ulm und Plauen einen FCC gesehen habe, der vorsichtigen Optimismus weckte, kann ich mir die (Nicht-)Leistung gegen den Regionalliganeuling nur mit totaler Überheblichkeit erklären. Oder welche Ursache gibt es sonst dafür, daß wir im ersten Durchgang lediglich dreimal in den DSC-Strafraum kamen, weil ein nicht funktionierendes Mittelfeld die beiden Angreifer regelrecht verhungern ließ. Deshalb ist es nicht erstaunlich daß Jenas beste Chance bis zur Pause aus einer "Kombination" Weißgärber - Azewedo in der 35. min entstand. Einen Befreiungsschlag unseres Keepers nahm der Stürmer auf, der DSC-Torwart kam aus dem Tor gestürzt und "stellte" Azewedo an der Strafraumgrenze, der versuchte den Torschuß, verfehlt unter das leere Tor jedoch um 1 Meter. Ansonsten breiten wir den Mantel des Schweigens über die desolate Leistung unseres Teams - es gab einfach nichts erzählenswertes! Der Dresdner SC versteckte sich nicht ehrfurchtsvoll (warum auch), sondern gab sich Mühe, eigene Torchancen zu erarbeiten. Ganz heiß wurde es aber erst, als Weißgärber in der 41. min mächtig zu tun hatte, den Ball über die Latte zu drücken. Die anschließende Ecke knallte Berger direkt aufs Tor und irgendwie rutschte der Ball - nach Zwischenberührung von Weißgärber - zum Jubel von 500 der 800 Zuschauer zwischen einem auf der Linie stehenden Jenaer und dem rechten Pfosten durch. Der Gegentreffer schien unser Team endlich zu wecken; 3 Minuten nach dem Rückstand wurde Weber gut in der Mittelstürmerposition angespielt, jedoch verhindert ein kräftiger Klammergriff des schwarz-roten Verteidigers (Wo ist Ihre Brille, Herr Schiedsrichter?), daß "Benno" vorbeihuschte und allein vor dem Tor stand. Nach der Pause wurden die Bemühungen nach vorn verstärkt, es ist jedoch bezeichnend, daß nur bei 2 Freistößen bis zur 55. min, die an Latte und Pfosten krachten, ernsthafte Gefahr fürs Dresdner Gehäuse bestand. Zu allem Übel bekam Wentzel in der 57. min die Gelb-Rote Karte für ein Allerweltsfoul (wobei ich eher dazu neige, daß er den Ball spielte). Von da an versuchte es der DSC immer wieder, mit Kontern die Entscheidung herbeizuführen, scheiterte aber immer an seiner inkonsequenten, zögerlichen Spielweise. Da der FCC aber trotz optischer Überlegenheit zu lasch und umständlich spielte und offensichtlich bei etlichen Zeiss-Kickern der Biß fehlte, wechselte sich Spielertrainer Gerstner selbst ein. Sein Bemühen fruchtete leider nichts und als auch ihm Fehler unterliefen meldeten sich prompt die ersten Meckerköppe (die ja sowieso immer alles besser wissen). Dann löste unser Team de facto den Libero auf und ließ nur noch die beiden Manndecker zu Absicherung hinten (ist aber o.k. bei einem Rückstand). Kurz vor Schluß konnte der DSC nicht mehr anders und schoß mit 2 Kontern den FCC endgültig ab und trieb das Ergebnis Richtung Desaster. Hoffentlich hat sich der Dresdner Torwart keinen Rückenschaden eingehandelt - weil er sich in der letzten Viertelstunde nach ...zig Kullerbällchen unserer "Angreifer" bücken mußte...
Unverständlich für mich die Forderung einiger weniger Fans "Gerstner raus!" Wenn wir davon ausgehen, daß wir in dieser Saison voraussichtlich wenig mit dem Aufstieg zu tun haben, so soll man Gerstner Zeit geben, mit unserem jungen Team (in dem viel Potential steckt) in Ruhe zu arbeiten. Hektischer Aktionismus nach dem 7. Spieltag schadet jetzt nur, auch wenn die Tabelle leicht besch... aussieht. Es kann nur noch besser werden (siehe 1. Satz)! <uk>

FC Carl Zeiss JENA - VFC Plauen 1:1

Tore: 1:0 Hauser (40.), 1:1 Schmidt (62.)
Jena:
Weißgärber; Sänger; Kaschuba, Wentzel; Sträßer, Kaiser (75. Noll), Friedrich, Hempel, Hauser; Weber (78. Rousajew), Azevedo (78. Schwesinger)
Plauen:
Kunze; Dünger, Soschinski, Krasselt (86. Wolfrum); Riedel, Starke, Walther, Schmidt (73. Hölzel), Stadelmann; Weiß (83. Anokam), Spranger

Zuschauer: 2513

Schiedsrichter: Spickennagel (Mixdorf)

Spielbericht:
Für neutrale, stur nach der Statistik gehende Ergebnistipper dürfte es bei diesem Match keine Probleme gegeben haben: Jenas Saisonserie Remis - Niederlage - Sieg - Remis - Niederlage - (Pokal)Sieg deutete ebenso auf eine Punkteteilung hin wie das bisherige Abschneiden der Plauener, die in fünf Begegnungen zuvor viermal unentschieden gespielt hatten. Jenas Fans freilich hofften nach dem Pokaltriumph über Ulm auf den ersten Punktspielsieg im Ernst-Abbe-Sportfeld. Es wäre der erste seit März gewesen.
Die Mannschaft werde sich in Zukunft an jener Leistung messen lassen müssen, hatte Thomas Gerstner nach dem Ulmer Spiel gemeint. Die Chancenausbeute in 90 Punktspielminuten ließ jedoch eher den Schluß zu, daß gerade dieses Pokalspiel seinen Schützlingen noch im Kopf rumspukte. Dabei brachte man es in Halbzeit eins immerhin noch auf drei Torchancen: Einem schön herausgespielten, wegen Abseitsstellung jedoch annullierten Treffer Sträßers nach nur acht Minuten (wäre ja auch zu schön gewesen...), einen Fernschuß Azevedos, der den Ball in aussichtsreicherer Position zuvor nicht unter Kontrolle bekam (38.) und einer feinen Einzelleistung Hausers, die zum 1:0 führte. Der Jenaer Mittelfeldakteur hatte einen weiten Paß aus der eigenen Hälfte angenommen, seinen Gegenspieler abgeschüttelt und aus vierzehn Metern von halblinks ins lange Eck getroffen. Schon das dritte Saisontor Hausers - einer muß ja zum Goalgetter werden, wenn die Stürmer Ladehemmung haben ! Manchmal konnte einem aber auch Angst und Bange werden, wenn sich Hauser am gegnerischen Strafraum befand; dann nämlich klaffte auf der linken Abwehrseite oft ein riesiges Loch. Nicht zufällig also wurden die VFC-Chancen meist über rechts eingeleitet und wenn man ehrlich ist, waren es sogar die klareren in Halbzeit eins. Walthers Schuß (6.), Sprangers Kopfball am Elfmeterpunkt (26.) seien da genannt und natürlich Riedels Möglichkeit, die Weißgärber in Klassemanier vereiteln konnte (32.).
Die erste Viertelstunde der zweiten Halbzeit spielte sich ausschließlich zwischen den Strafräumen ab. Ärgerlich aus Jenaer Sicht die Entstehung des Ausgleichstreffers. Wentzel hatte den Ball am Boden liegend weggespitzelt, mehrere Sekunden lag das Leder frei, doch kein Jenaer schaltete schnell genug. Stattdessen ein Gästeangriff - Foul - Freistoß - Treffer aus achtzehn Metern an der Abwehrmauer vorbei ins rechte untere Eck. Schade, daß Hempels Schuß im Gegenzug Zentimeter am linken Pfosten vorbeizischte. - Das Bemühen, nach diesem Rückschlag den Sieg aus dem Feuer zu reißen, konnte man keinem aus der Jenaer Elf absprechen (was vor nicht allzu langer Zeit ja noch nicht selbstverständlich war). Doch wirkte ihr Spiel zu hektisch und überstürzt. Durchdachte Aktionen, überlegte Pässe aus dem Mittefeld blieben Mangelware, dementsprechend gering fiel die Chancenausbeute in der verbleibenden Zeit aus. Zur Panik gibt es dennoch keinen Grund, waren doch auch in diesem Spiel einige gute Ansätze zu erkennen. Und wenn sich die junge Truppe noch weiter zusammenrauft, werden Spiele wie das am Mittwochabend auch mal gewonnen werden. Die Sachsen, die von Glück sagen konnten, daß ein schwacher Schiri-Assistent das Handspiel Kunzes außerhalb des Strafraumes nicht anzeigte, feierten am Ende mit ihrem zahlreichen Anhang das erneute Unentschieden wie einen Sieg.
Und uns bleibt die Hoffnung, daß der eingangs erwähnte Saison-Zyklus ab nächsten Spieltag seine Gültigkeit verliert. <fc>
Die spielentscheidenden Szenen bildlich festgehalten.

VfB Leipzig - FC Carl Zeiss JENA 1:0

Tore: 1:0 Mbidzo (63.)

Leipzig:
Jovanovic; Edmond, Werner, Küttner, Nylen, Bancic, Jülich, (46. Dehaust), Dittgen, Mimuß, (46. Mbidzo), Lazic (83. Bordas), Seifert
Jena:
Weißgärber; Sänger (79. Azevedo); Wentzel, Kaschuba; Sträßer, Kaiser, Friedrich, Hauser, Hempel; Weber, Rousajew

Zuschauer: 3175

Schiedsrichter: Fleske (Schönau/ Brandenburg)

Spielberichte:
Dumm gelaufen! Mehr fällt mir dazu eigentlich auch nicht mehr ein. Während der FC Carl Zeiss die wesentlich größeren Spielanteile hatte und auch wesentlich ideenreicher wirkte, konnte der VfB Leipzig überhaupt nicht überzeugen. Aber was nützt das. Am Ende hatten die Sachsen ein Tor geschossen und drei Punkte erkämpft und Jena nichts. Dabei hätte es so schön werden können. Jena spielte sich gute Chancen heraus und vor allem Hempel hatte nach einem wunderschönen Angriff die Möglichkeit zu Führungstreffer. Das Glück entschied sich aber anders und so flog der Ball ein paar Zentimeter am langen Pfosten vorbei. Auch ein Freistoß von Hauser senkte sich etwas zu spät und wieder warīs nichts. Auch andere Chancen durch Rousajew und Weber blieben ungenutzt.
Auch nach der Halbzeit änderte sich das Bild nicht und Jena erspielte sich die besseren Möglichkeiten, die aber mit viel Pech und mindestens dem gleichen Anteil Unvermögen alle vergeben wurden. Anders der VfB. Die erste Chance wurde gleich zur Führung genutzt. Dittgen läuft nach einem Stockfehler in der Jenaer Abwehr frei aufīs Tor zu, den mißratenen Torschuß brauchte Mbidzo aus einem Meter nur noch inīs leere Tor zu schieben...und hatte auch damit noch Schwierigkeiten.... Egal, 1:0!
Jena machte nun hinten auf. Zwangsläufig ergaben sich daraus riesige Konterchancen für die Leipziger, bei deren Verwertung sich die einheimischen Angriffsspieler jedoch überaus ungeschickt anstellten. Selbst einen aus so einer Konterchance resultierenden Elfmeter vermochte der VfB nicht zur 2:0- Führung zu nutzen, wodurch das Spiel bis zum Schluß offen blieb. Doch auch die Jenaer Angriffsbemühungen scheiterten oft am eigenen Unvermögen. Die größte Möglichkeit hatte dabei Kaiser (oder Rousajew?), welcher nach einer Flanke von rechts den Ball direkt auf Jovanovic köpfte. Aber von außen siehtīs ja auch immer leichter aus...
Letztlich hat mir die Leistung von Jena trotz der Niederlage ganz gut gefallen. Einzig die Chancenauswertung ist nach wie vor mangelhaft. Dazu kommt dann auch noch ein Übermaß an Pech, welches sich in Jena sehr wohl zu fühlen scheint und inzwischen Dauergast geworden ist. Trotzdem kann man, so denke und hoffe ich wenigstens, recht optimistisch in die Zukunft schauen. Das vorhandene Potential ist riesig und die Mannschaft scheint gut eingestellt zu sein, was wohl in erster Linie ein Verdienst von Thomas Gerstner ist. Einzig Geduld müssen wir wahrscheinlich noch ein bißchen mitbringen. Für Prognosen ist es zwar noch reichlich früh, mittelfristig scheint mir der Wiederaufstieg in die zweite Bundesliga mit dieser Mannschaft aber durchaus möglich zu sein (klar, ein paar Verstärkungen müssen noch her!). Voraussetzungen dafür sind natürlich, daß es auch über Jahre gelingt die Mannschaft zusammenzuhalten und der DFB endlich einen vernünftigen Aufstiegsmodus einführt, der auch Ostvereinen eine reale Chance einräumt in den Profifußball aufzusteigen. Aber bei beiden Dingen ist wohl eher der Wunsch der Vater des Gedanken... <bpf>
Fotos zum Spiel

Bei weitem nicht so optimitisch sieht Mario in die Zukunft. Hier sein Fankommentar.

Zum Spiel in Leipzig gibt es noch einen zweiten Spielbericht von uns:

Für Jena war dieses Spiel ein ganz bitteres in dieser noch jungen Saison. Sie waren die spielbestimmendere Mannschaft und standen am Ende doch nur mit "leeren Händen" da.
Für Trainer Gerstner war es das beste Spiel seiner Mannschaft in dieser Saison. Doch ein Spiel wird nun einmal durch Tore entschieden, und diese konnte der FCC wieder einmal nicht erziehlen. Leipzig leistete sich zu Beginn der Partie erstaunlich viele Abspielfehler, so daß Jena die eine oder andere Chance (Rousajew 10., Hauser 16., Hempel 28., Friedrich 41.) bekam. Doch leider konnte keine verwertet werden. Der VfB dagegen hatte nur wenige Möglichkeiten, die aber ebenso ungenutzt blieben.
Auch nach der Pause machten die Thüringer Druck und hatten durch Hauser gemeinsam mit Rousajew (56.), Weber mit Kopfball (61.) und abermals der laufstarke Weber (63.) ihre Möglichkeiten. Doch zur Überraschung aller erziehlte Leipzig die Führung zum 1:0. Nach einem Anspiel von Seifert schob Mbidzo (stark Abseitsverdächtig) den Ball über die Linie. Weißgärber hielt später noch einen Elfmeter von Lazic und rückte anschließend in die Abwehr vor, um seine Vorderleute als Libero zu unterstützen. Als der Leipziger Torwart die große Kopfballchance von Rousajew (77.) mit toller Parade vereitelte und der Schiedrichter das Foul an Azevedo (86.) auf außerhalb des Strafraumes verlegte, war das Pech nun ganz auf Jenas Seite. Den bitteren Schlußpfiff erlebte Trainer Thomas Gerstner auch nicht mehr von seiner Bank, da er vom Schiedrichter Fleske wegen Reklamierens auf die Tribüne verbannt wurde. <vg>
siehe auch Spielbericht auf offizieller VfB-Seite

FC Carl Zeiss JENA - SV Babelsberg 1:1

Tore: 1:0 Azewedo (61.), 1:1 Steiner (90.)

Jena:
Weißgärber; Sänger; Wentzel, Ellguth (52. Hempel), Sträßer, Kaiser, Friedrich, Hauser; Weber (79. Schwesinger), Rousajew (63. Nowacki), Azevedo
Babelsberg:
Pletz; Buder; Steiner, Petsch, Schmidt, Bengs, Petrowski, Manai, Kildanovic, Lau, Oesker

Zuschauer: 2100

Schiedsrichter: Binkowski (Berlin)

Spielbericht:
Getrübte Stimmung nach dem Abpfiff im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld: Der FCC konnte auch gegen den SV Babelsberg noch keinen ersten Heimsieg einfahren.
Auch in diesem Spiel versuchte es Trainer Gerstner wieder mit drei Stürmern, doch außer einem Eckenverhältnis von 5:1 für Jena konnte man dem Spiel der ersten Halbzeit nicht viel Gutes abgewinnen. Die Thüringer hatten bis auf eine Chance von Weber (16.), bei der Lau den Schuß gerade noch zur Ecke klären konnte, keine weitere echte Torchance in der ersten Halbzeit. Anders dagegen die Gäste: In der 11. Minute wurde Schmidt von Manai herrlich angespielt und Weißgärber konnte dessen Schuß mit einer starken Fußabwehr gerade noch halten. Bereits 13 Minuten später konnte erneut Schmidt die nicht immer sicher wirkende Viererkette von Jena austricksen und vergab dann aber seine Chance. Die größte Möglichkeit erarbeiteten sich die Babelsberger in der 36. Minute, als Lau von der Grundlinie aus flankte und Hausers Rettungsversuch am Aluminium landete.
Nach der Pause versuchte nun Jena, den Druck nach vorne zu erhöhen. Dabei hatten sie gleich zwei Riesenchancen durch Kaiser (49.) und Weber (51.), doch jedesmal konnte Pletz die Jenaer Führung verhindern. Doch in der 61. Minute leistete sich der bis dahin gut haltendes Babelsberger Torwart Pletz einen kapitalen Fehler, den Jenas Neuzugang Azewedo zum Führungstreffer ausnutzte. Aber auch danach versuchten die Gäste noch einmal alles, um in Jena einem Punkt entführen zu können. Sie besaßen durch Oesker (66.) und Lau (72.) noch weitere gute Möglichkeiten, doch auch die wurden vergeben. Aber es kam, wie es kommen mußte: Der FCC hatte sich anscheindend bereits auf einen Sieg eingestellt, da erziehlte Steiner Sekunden vor dem Abpfiff mit einem herrlichen 14-m-Schuß den nicht mehr geglaubten Ausgleich für die Babelsberger. <vg>
Fotos zum Spiel, bearbeitet von Jens Weissenburger

SD Croatia Berlin - FC Carl Zeiss JENA 0:2

Tore: 0:1 Rousajew (57.), 0:2 Sträßer (61.)

Berlin:
Thomaschewski; Catic, Perkovic, Sadriu, Pocmic (78. Kunica), Jurcevic (59. Saphia), Kola, Günes, Yildiz; Bacic (59. Butkovic), Vrcic
Jena:
Weißgärber; Sänger; Wentzel, Kaschuba; Sträßer, Kaiser, Friedrich, Hauser; Weber (46. Nowacki), Rousajew, Azevedo

Zuschauer: 324

Schiedsrichter: Cyrklaff (Cottbus)

Spielbericht:
Im dritten Spiel der laufenden Saison gelang dem FC Carl Zeiss JENA endlich der erste Sieg, den sie sich bei brütender Hitze (ca. 35 C) in Berlin hart erarbeiten mußten.
Dabei lief bei den Jenaern in der ersten Spielhälfte gar nicht so viel zusammen. Die wenigen Torchancen durch Weber, Rousajew und Hauser blieben leider ungenutzt.
Die Einwechslung in der Halbzeitpause von Nowacki für Weber brachte nach dem Wechsel neuen Schwung in die Aktionen des FCC. In der 57. Minute war es dann endlich soweit: einen Einwurf verlängerte Friedrich auf Rousajew, und dieser setzte sich gegen seine beiden Gegenspieler durch und vollstreckte zur Jenaer Führung. Nur wenige Minuten später machte Jena dann alles klar. Nach einem Handspiel von Sadriu verwandelte Sträßer den fälligen Elfmeter zum 2:0 für Jena. Danach spielten die Thüringer endlich befreit auf hatten noch hochkarätige Chancen durch Hauser, Sträßer und Kaiser, die jedoch leider allesamt vergeben wurden. <vg>
Könnte es sein, daß diese Fotos von mehr Leuten betrachtet werden, als Zuschauer im Stadion waren ? ;)

FC Carl Zeiss JENA - FSV Zwickau 1:2

Tore: 0:1 Jank (7.), 0:2 Schuster (32.), 1:2 Hauser (81.)

Jena:
Weißgärber; Sänger; Wentzel, Röser; Sträßer (72. Azevedo), Ellguth (61. Kaiser), Friedrich, Hempel (85. Berger), Hauser; Weber, Rousajew
Zwickau:
Groß; Pinder; Barylla, Feix; Nierlich, Ziegner (79. Danko), Viertel (46. Popovic), Keller, Schuster (67. Beuchel); Milde, Jank

Zuschauer: 2539

Schiedsrichter: Koop (Lüttenmark)

Spielbericht:
Das erste Heimspiel des FCC hatten sich die 2500 Fans, die an diesem Samstag bei sehr hohen Temperaturen den Weg ins Stadion gefunden hatten, bestimmt ein wenig andern vorgestellt.
Die Zwickauer begannen mit einen Blitzstart und hatten bereits schon in der 7. Minute Erfolg, als Jank eine Eingabe von Viertel zur Führung der Gäste verwerten konnte. Doch Jena setzte sofort dagegen und hatte bereits in der 14. Minute die Chance durch Weber (Jenaīs bester Akteur an diesem Tage), den Ausgleich zu erzielen. Der FCC drängte weiter auf den Ausgleich und hatte mehrere gute Möglichkeiten (21. Weber, 28 Friedrich), doch leider vermochten sie es wieder nicht, das Tor zu treffen. Und so kam es, wie es kommen mußte: Mit einem herrlichen Schuß aus ca. 20 Metern in den rechten oberen Winkel erziehlte Schuster das 2:0 für die Zwickauer. Als dann noch kurz vor der Halbzeitpause Friedrich nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah, hatte keiner mehr im Stadion noch an eine Wende im Spiel geglaubt.
Doch Trainer Gerstner setzte nach der Pause alles auf Angriff und der FCC sorgte immer wieder für Gefahr im Strafraum des FSV. Erst traf Rousajew per Kopf nur den Pfosten (48.) und dann schob Weber den Ball über die Linie(72.), aber Schiedsrichter Koop erkannte den Treffer wegen einer Abseitsposition nicht an. Christian Hauser erziehlte mit einem schönen Schuß neun Minuten vor Spielende zwar noch den Anschlußtreffer, aber leider blieb es dabei und der FC Carl Zeiss verlor sein erstes Heimpsiel, in dem der FCC nach Spielanteilen wenigstens den Ausgleich verdient hätte. <vg>

FC Berlin - FC Carl Zeiss JENA 0:0

Berlin:
Bartel; Lenz; Maek, Kallnik; Petzold, Gatti (68. Jonelat), Krznaric, Ohly; Aberkane (77. Jopek), Seruga (58. Jarling)
Jena:
Weißgärber; Sänger; Wentzel, Noll; Sträßer, Ellguth (58. Friedrich), Rousajew, Hempel (87. Berger), Kaiser, Hauser; Weber (75. Azevedo)

Zuschauer: 832

Schiedsrichter: Reck (Demmin)

Spielbericht:
Aller Anfang ist schwer. Berlins Stadionsprecher mutmaßte vor dem Spiel, daß Absteiger zu Beginn einer Saison oft Schwierigkeiten haben, sich in der neuen Klasse zurecht zu finden. Zumindest die Zeiss-Elf konnte in den ersten neunzig Minuten keinen Gegenbeweis antreten.
Nur gut, daß die Zustände im Berliner Sportforum nicht typisch sein werden für diese Regionalliga Nordost. Eine derart triste Atmosphäre wie dort habe ich bei Jenaer Auswärtspunktspielen selten zuvor erlebt. Nicht nur die Anlage selbst läßt zu wünschen übrig, auch am Service wird gespart. Torhüter und Feldspieler mußten sich mangels Balljungen die Bälle eigenständig aus Kieshaufen und Sandgruben angeln. Die (Nichtthüringer) Bratwürste für hungrige Zuschauer waren zunächst nicht fertig und dann kürzer als das Brötchen (dafür kosteten sie mehr als hierzulande). Fans im herkömmlichen Sinne scheint der FC Berlin nicht zu besitzen. Lediglich bei Eckball- und Freistoßentscheidungen zugunsten des FCB verfielen die Sitzplatz-Inhaber in rhythmisches Klatschen, welches bis zur Ausführung der Standarts zumeist schon wieder verebbt war. Die Anfeuerungen aus der Jenaer Kurve waren demgegenüber schon deutlicher zu vernehmen, gleichwohl nicht nur ich mit einer größeren Anzahl Supporters gerechnet hatte. Ein Grund mag die Ferienzeit gewesen sein, der eine oder andere wird nach den Enttäuschungen der letzten Saison auch erstmal abwarten wollen. Haben auch jene FCB-Begleiter eine Rolle gespielt, die dem Klub aus Hohenschönhausen bei Auswärtsspielen regelmäßig ein Negativimage verpassen ? Von diesen Typen war auch heuer in heimischer Umgebung nichts zu sehen.
Das Niveau der Partie paßte sich den Rahmenbedingungen an. Beide Vertretungen waren zuallererst darauf bedacht, zum Saisonauftakt ja nicht zu verlieren. Die erste Gelegenheit hatten die Gastgeber, als Krznaric den Ball aus sechs Metern übers Tor zirkelte. Es blieb die einzige Schrecksekunde für Weißgärber in Halbzeit eins - wo der MDR-Fernsehreporter "sechs gute Chancen der Berliner in den ersten zwanzig Minuten" gesehen haben will, ist mir noch immer ein Rätsel. Vorm anderen Gehäuse ging es freilich auch nicht gerade turbulent zu, ein Schuß von halblinks (Hauser?) knapp am langen Pfosten vorbei (14.) sollte die größte Jenaer Chance im ganzen Spiel bleiben. Wobei Hempel diese Aktion hätte selbst abschliessen müssen, statt zum Mitspieler zu passen. - Die beste Phase der Gastgeber gipfelte in Ohlys Pfostenschuß (58.). Ansonsten war die Jenaer Abwehr um Sänger und Noll auch in der Folgezeit Herr der Lage. Erwähnenswert die gute Partie Carsten Sträßers, der nach anfänglicher Nervosität im defensiven Mittelfeld einen prima Einstand in der ersten Mannschaft gab. Weniger gute Noten verdiente sich die Offensivabteilung. Hempel baute im Laufe des Spieles immer mehr ab, Kaiser produzierte erschreckend viele Fehlpässe und im Angriff rieb sich der neue Kapitän Weber gleich an mehreren Gegenspielern auf. Trotz aller technisch-taktischen Pluspunkte Jenas - aufgrund der Berliner Chancenvorteile wären drei Punkte an diesem Tage nicht verdient gewesen. Thomas Gerstner wechselte kurz vor Schluß sogar nochmal aus, um Zeit zu gewinnen ! Ein Indiz dafür, daß der nach eigenen Aussagen immer nach dem Maximum strebende Trainer mit dem einen Punkt zufrieden sein mußte.
Mindestens Platz sechs haben sich beide Vereine für diese Saison auf die Fahnen geschrieben. Mit Leistungen wie am Samstag wird das kaum machbar sein. Aber da aller Anfang schwer ist, hoffen wir auf eine deutliche Steigerung der Jenaer beim ersten Heimspiel gegen den meistgenannten Staffelfavoriten aus Zwickau. Erst nach dieser Begegnung werden wir wissen, wo unser FCC tatsächlich steht. <fc>
Ungeachtet erschwerter Bedingungen hat Jens Weissenburger ein paar Spielszenen bildlich festgehalten.




<- zur Startseite