An unserer bislang größten Fandiskussion beteiligten sich:


Ausgangspunkt war die Mail von Felix B. aus Ilmenau:

Hallo Fans,

wie es aussieht, ist es nun endgültig vorbei mit dem Jenaer Profifußball. Doch das ärgerliche an dieser bitteren Wahrheit ist, daß die Katastrophe vermeidbar gewesen wäre. Sie ist vor allem das Resultat unprofessionellen Handelns auf der ganzen Linie.

Sportlich gesehen wurden gegen zu viele mittelmäßige Gegner zu viele unerzwungene dilletantische Fehler begangen, die wertvolle Punkte gekostet haben. Dazu kommen Spiele, die aufgrund offensichtlich vorhandener Unzulänglichkeiten chancenlos verloren wurden. Rainer Hollmann sprach diese schon lange nicht mehr zu verbergende bittere Wahrheit zuletzt ja endlich einmal unverblümt aus, als er sagte, die Mannschaft sei "nicht in der Lage" und "nicht zweitligareif". Dieser Umstand war ja seit langem jedem einigermaßen realistischen Beobachter klar, auch wenn hin und wieder erzielte Achtungserfolge darüber hinwegtäuschten.
"Nicht zweitligareif" heißt doch, daß dort ein Team zusammengestellt wurde, das den Anforderungen dieser Spielklasse nicht genügt. Spätestens jetzt wird deutlich, daß es entscheidende Versäumnisse nicht im sportlichen sondern im Managementbereich gegeben hat. Da werden in einer Saison 2 Trainer entlassen, die es nicht geschafft haben, eine Mannschaft mit Regionalligaformat aus der Abstiegszone zu befördern. Welch Wunder!
Da wird von offensichtlich überforderten Spielern immer wieder 100% Einsatz gefordert, obwohl Jedem klar sein sollte, daß selbst der größte Einsatz fehlende Fähigkeiten nicht ersetzen kann. Doch muß man sich fragen: Sind in Präsidium und Management auch jederzeit 100% für den Klassenerhalt gegeben worden? Das beginnt bei der Sponsorensuche. Dabei fiel man auf das unseriöse Unternehmen callme herein, weil andere Firmen wohl schon keinen Glauben mehr in den Erfolg beim FCC setzten.
Dennoch kann man das Argument nicht gelten lassen, daß Jena ein Verein mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten ist. Für 3 Trainer, die ja nach wie vor alle auf der Gehaltsliste stehen, insofern nicht teure Abfindungen gezahlt wurden und 6 (!) mittelmäßige bis unfähige Stürmer scheint ja genug Geld vorhanden zu sein.Ganz zu schweigen von den Totalausfällen Pfitzner und James. Fakt ist, daß der Abgang der Abwehrspieler Raickowic und Sänger nicht kompensiert werden konnte. Während man bei Raickowic wohl einsehen mußte, daß das Gehalt bei Tennis Borussia Berlin in Jena wohl nicht zahlbar ist, wurde Sänger durch geiziges Pokern regelrecht vertrieben. Viel mehr als James und Pfitzner zusammen hätte er wohl nicht gekostet. Auch ein Zweijahresvertrag hätte den FCC wohl nicht ruiniert, dafür aber nun wohl das Mißmanagement seines Vorstandes.
Als Ersatz für Raickovic und Sänger holte man lediglich den in Leipzig ausgemusterten Lindner. Der später noch verpflichtete Tomas wurde im Verlaufe der Saison stillschweigend und wiederum ersatzlos abgegeben. Daß so die klaffenden Löcher in der Abwehr nicht geschlossen werden konnten, ist dann wohl kein Wunder.
Doch statt in der Winterpause die Fehler zu korrigieren und etwas für die Abwehr zu tun, vepflichtete man mit Kocis und Chalaskiewicz 2 ausgemusterte Stürmer, die sich in die graue Masse ihrer Kollegen einordneten. Und so kam, was kommen mußte: Es fielen weiter Gegentore en masse. In 5 von 7 verlorenen Heimspielen waren jeweils 3 Gegentreffer zu verzeichnen, gegen Freiburg sogar 4.
Wenn man die aktuelle Lizenzmannschaft auflaufen sieht, dann sind deutliche körperliche Nachteile gegenüber dem Gegner nicht zu übersehen. Nicht nur, daß fast alle Spieler einen Kopf kleiner als ihre Gegenspieler sind, auch können einige von ihnen aufgrund ihrer zerbrechlichen Statur im direkten Zweikampf einfach weggeschoben werden. Dann ist es auch kaum ein Wunder, daß gegnerische Mannschaften immer wieder durch hohe Hereingaben in den Jenaer Strafraum für Gefahr sorgen können, bzw. der FCC durch Eckbälle und Flanken selbst nie zum Erfolg kommt. Hinzu kommen wohl auch noch läuferische Defizite. Wie sonst ist es zu erklären, daß in fast jedem Heimspiel nahezu identische Gegentore fallen, die aus Kontern entstehen, die aufbauend auf einem einzigen gegnerischen Paß die gesamte "Abwehr" lahm legen.
Dann sieht man aufgescheuchte Jenaer Spieler nur noch hinterherlaufen und beeindruckt zuschauen, wenn sie nicht noch durch ein Foul einen Strafstoß verursachen.
Dabei gibt es positive Ansätze in der Offensive. Doch was nützen die, wenn wie in St. Pauli, Frankfurt oder gegen Unterhaching in kürzester Zeit Führungen zunichte gemacht werden, weil die Abwehr nahezu ungehindert überrannt wird. Andererseits beginnen Abwehraufgaben auch schon im Mittelfeld. Aber auch hier gibt es keinen Spielmacher oder Routinier, der die Mannschaft führen kann. Auch wenn noch 10 neue Trainer eingestellt würden, auch die könnten aus Amateurspielern keine Profis zaubern.

Ergo: Nun stehen Club und Fans vor dem Scherbenhaufen, der aus der verfehlten Personalpolitik der Herren Schmidt und Kurbjuweit resultiert. Vor dem Hintergrund des wohl nur noch durch ein Wunder zu verhindernden Abstieges sollte man nun auch einmal über personelle Konsequenzen in der Clubführung nachdenken. Viele Beobachter befürchten, daß in Jena auf lange Zeit keine Rückkehr in den bezahlten Fußball mehr möglich sein wird. Und wenn nicht bald einmal ein frischer Wind durch die Führungsetage weht, stirbt wohl auch noch die letzte Hoffnung, daß eines Tages im Ernst - Abbe - Sportfeld doch wieder um Zweitligapunkte gespielt werden kann...

Felix B.

 

Die erste Reaktion kam von Tobias Sessler:

Der FC Carl Zeiss steht vor dem Abstieg in die Regional-Liga Nord-Ost, was das sportliche Ende des Vereins auf lange Sicht bedeuten könnte, denn zum einen werden in diesem Fall auch die letzten Führungsspieler den Verein verlassen und zum anderen dürfte ein direkter Wiederaufstieg schon durch konkurrierende Clubs, wie Dynamo Dresden, FSV Zwickau, Sachsen Leipzig usw. sehr schwierig werden. Das erschreckende an der sportlichen Situation des Vereins ist die Tatsache, daß die Fehlerquellen deutlich auszumachen sind und dennoch keine Behebung erfolgte oder erfolgen konnte.
Dem aufmerksamen Zuschauer sollte nicht entgangen sein, daß wohl 2/3 der Gegentore nahezu identisch entstehen. Im Regelfall fehlt Jens Gerlach in der halblinken Position, weil er zuvor einen (durchaus guten!) Flankenlauf unternommen hat. Ein gegnerischer Spieler treibt nun den Ball in den linken Mittelfeldbereich, wo er nicht gestoppt wird. Jetzt folgt ein Diagonalpaß in Richtung Strafraumgrenze, wo ein weiterer Spieler den Ball annimmt und zwischen Lindner und dem Manndecker frei auf das Tor zuläuft. Es gibt nun noch genau 3 Varianten: 1. Der Jenaer Manndecker reißt den Angreifer von hinten nieder, 2. unser Libero rutscht von hinten in die Beine oder 3. unser Torwart wirft sich dem Stürmer entgegen. Im Regelfall führen alle 3 Varianten zu einem Gegentor oder Strafstoß. Bei Beobachtung solcher Szenen stellte sich mir schon einige Male die Frage, ob der FCC mit einer 3-er Kette spielt, oder was sonst der Sinn der schnurgeraden Abwehrlinie ist, durch dessen Lücken die Gegner spazieren. Wenn schon die Fehler im Mittelfeld passieren, wäre es doch durchaus erfreulich, wenn ab und an, der Libero hinter seiner Abwehr stehen würde und als letzter Mann dem Stürmer entgegengeht. Ich stimme der Meinung zu, daß Sänger und Raickowic nicht ersetzt werden konnten. Die Verpflichtung von Chalaskiewicz sehe ich aber durchaus positiv, denn seit er relativ frei im Mittelfeld eingesetzt wird, erhöht sich die Bindung der Stürmer an das Spiel erheblich. Insgesamt halte ich die Jenaer Mannschaft trotz allem für Zweitligatauglich. Dessen ungeachtet müchte ich noch anmerken, daß die Kommentare von Herrn Hollmann zwar sehr realistisch sind - aber vielleicht sollte sich ein Trainer als Mitgleid der Mannschaft sehen und nicht als außenstehender Kritiker... Ist der Jenaer Vereinsführung eigentlich klar, daß ca. 2 Wochen nach der Unterschrift Hollmanns, ein gewisser Herr Dörner bei Zwickau für die Regionalliga unterschrieben hat? Aber wer ist schon Dixie Dörner?
Ich wünsche den Jenaer Fans alles gute und gebe die Hoffnung erst dann auf, wenn wirklich alles vorbei ist!

Tobias Sessler

Zu Felix' Kritik an der Einkaufspolitik hier noch ein paar Bemerkungen von mir selbst - denn nicht alles stellt sich als das dar, wonach es ausschaut.

Daß vor der Saison gravierende Fehler in der Einkaufspolitik gemacht wurden, ist unstrittig. Neben der Verpflichtung verletzungsanfälliger älterer Akteure (Lindner, Kischko) erlagen die Verantwortlichen dabei einem fatalen Irrglauben; überdurchschnittliche Spieler der Regionalliga sind nicht, wie man annahm, allemal Verstärkungen für einen Zweitligisten. Dies läßt sich gerade jetzt wieder an den Ex-Erfurtern Bärwolf und Pfitzner belegen. Dafür ausschließlich Präsident und Manager verantwortlich zu machen, wäre IMHO jedoch kurzsichtig. Denn in erster Linie stellt immer noch der Trainer die Wunschliste auf und der hieß zu Beginn der Saison Frank Engel. Der Transfer von James ging, wenn ich mich recht entsinne, sogar noch auf das Konto von "Matz" Vogel.
Mit den Verstärkungen in der Winterpause ist das ebenfalls so eine Sache. Bedarf bestand eigentlich für alle Mannschaftsteile mit Ausnahme des Torwartes. Ich weiß, daß die Verantwortlichen durchaus nicht nur nach Stürmern gesucht haben. Doch nur da wurden sie am Ende fündig. Machen wir uns nichts vor: Einem Verein aus dem Nordosten Deutschlands fliegen die gebratenen Tauben ohnehin schon nicht in den Mund und wenn dann noch inmitten einer Saison neue Leute her müssen, ist die Auswahl sehr begrenzt. Richtigerweise (siehe da, man hatte gelernt!) schaute man sich auf den Ersatzbänken der Profivereine um. Doch müssen Akteure von dort erstens von ihrem Verein freigegeben werden, zweitens z.B. mit Hilfe zusätzlicher Sponsoren finanzierbar sein und drittens auch selbst wechseln wollen. Letzteres ist durchaus nicht selbstverständlich. Markantestes Beispiel von mehreren, die mir zu Ohren gekommen sind: Der FCC war an einer Rückkehr von Michael Molata interessiert, der beim Hamburger SV ein Reservistendasein fristet. Pagelsdorf & Co. hätten einem Wechsel, eventuell auf Leihbasis, bis zum Saisonende zugestimmt. Doch Molata selbst winkte ab, war nicht bereit, seinem alten Verein zu helfen ! Traurig, aber wahr - bei derartigen Geschichten muß man Chalaskiewicz und Kocis sogar noch dankbar sein. Zumal Rostock und Düsseldorf bei der Ablöse entgegenkommend waren, die Fortuna zudem noch am laufenden Gehalt von Kocis beteiligt ist. Dieses geringe Risiko waren die beiden allemal wert, auch wenn sich bislang leider keiner von beiden als eine Verstärkung wie vor Jahren Hutwelker (auch der kam aus Düsseldorfs Reserve) erwiesen hat. Tja - und dann gab es eben noch dieses sagenhafte Unglück, daß DER Glücksgriff unter den Neuverpflichtungen Axel Jüptner von einem Tag auf den anderen nicht mehr unter uns weilte.
So kam in dieser Saison eines zum anderen. Drücken wir die Daumen, daß sie doch noch ein gutes Ende findet.

Frank Cichos

Uwe Kaiser schrieb:

Zum Großteil kann man dem Kommentar von Felix zustimmen, er zeigt viele Ursachen für diese verkorkste Saison, wenn ich auch einige Dinge etwas anders sehe, z.B. zu den Fehleinkäufen: Sänger war kein Verlust - siehe das Theater als Spielertrainer, was der in Leipzig angerichtet hat. Und James hat in den Vorbereitungsspielen (z.B. Enschede) toll gespielt, warum ist er im Alltag so eingebrochen? Verletzungen? Oder hätte der Trainer (damals Engel) auf ihn mehr eingehen müssen.
Während man die erste Halbzeit in Fürth noch als erträglich verkraften konnte, war die 2. Hälfte zum Vergessen, da hatte Hollmann 100%ig recht. Mich hat enttäuscht, daß einige Spieler in Halbzeit 2 nicht mehr den rechten Biß gezeigt haben. Da ist der Gegenspieler mit dem Ball nur 2 m entfernt, aber man macht die 2 Schritte nicht und attackiert nicht, sondern man läßt ihn laufen und schaut zu, ob vielleicht ein anderer eingreift. Imponiert hat mir Weber, der nach dem Schlußpfiff als erster in die Kurve kam und sich bei den Fans bedankte. Ich habe mir am Dienstag die Wiederholung des MDR-Thüringen-Journals vom Montag reingezogen (in Sachsen findet alles etwas später statt ;-) ): Die Aussagen von Weber und Kurbjuweit bestätigen eigentlich meinen Eindruck, den ich schon seit dem Meppen-Spiel (trotz Sieg) hatte. In Meppen habe ich versucht, mich damit zu trösten, daß gewisse Spieler sich völlig verausgabt hatten und deshalb die besagten (und schon oben erwähnten) 2 Schritte zum Gegner nicht gemacht haben, um ihn zu stören.
Wenn wir - im Falle des Abstiegs ;-) - eine reelle Chance auf sofortigen Wiederaufstieg haben wollen, muß gleich ein richtiger Trainer ran und keine Billiglösung. D.h. Hollmann muß gehalten werden. Und wenn Schmidt sein eigenes Gehalt dem Trainer gibt. Betreffs Sponsoren (vor allem größerer) hat man wahrscheinlich einfach zu wenig "Klinken geputzt", aus Angst, sich etwas zu vergeben. Kann nicht mal jemand bei Microsoft oder beim Sultan von Brunei anfragen - Jena als HighTech-Region, das wäre doch eine lohnende Angelegenheit (für den Anfang genügen 2 - 3 Mio. jährlich, notfalls auch Dollar ;-) ).
Was ist eigentlich mit Spielerverträgen für die nächste Saison? Kurbjuweit sagte im DSF, daß man sich schon gedanklich mit der RL beschäftigt habe, aber noch nicht mit den Spielern gesprochen hat. Haben die beim Club schon wieder vergessen, wie es '94 gelaufen ist? Es sollten umgehend Vertrage mit allen Spielern gefürht werden, damit man auf einem Stamm aufbauen kann, der durch eigenen Nachwuchs ("hungrige" junge Spieler) und vielleicht 2 - 3 richtige (!!!) Neuverpflichtungen (mehr werden wir uns nicht leisten können) ergänzt werden kann. Wobei wenige teuere Neuverpflichtungen besser sind, als viele mit 0 DM auf dem Preisschild (die Pleiten mit Bärwolf und Co. reichen).
Unbedingt halten sollte man: Kischko, Neumann, Lindner, Röser, Wentzel, Gerlach, Hauser, Holetschek, Nierlich, Ziegner, Weber, Zimmermann. Schneider wird ja wohl leider so oder so weg sein (es sei denn, der Sultan springt doch ein ;-) ). Wenn es schon nach unten gehen sollte (was ich immer noch nicht hoffe - es sind noch die notwendigen 5 Siege machbar), dann muß es unbedingt mit Volldampf weitergehen.
Überigens: Was reitet Hollmann eigentlich, immer wieder den Bärwolf einzuwechseln? Will er auf satirische Art und Weise auf den Spielernotstand beim FCC aufmerksam machen? Bärwolf ist im letzten halben Jahr keine vernünftige Aktion gelungen, und was er in Fürth wieder geboten hat... - da leistet jeder Stürmer aus der Amateurmannschaft mehr.
Die Unprofessionalität beim Club wird ja auch beim leidigen und lang und breit diskutierten Thema Fanartikel (siehe auch den entsprechenden Artikel im "Aufsteiger") überdeutlich. Die aus der nachfolgenden Diskussionen entstanden Vorschläge zur Verbesserung habe ich vor einiger Zeit an den FCC geschickt - null Reaktion !
An dieser Stelle gebe ich aber zu, daß mir zum Thema Jenaer Zukunft nichts mehr einfällt und ich auch lieber nicht weiter darüber nachdenken will. Warten wir doch erstmal die nächsten 5 Siege ab !!! Hoffentlich erleben wir die noch in dieser Saison ! Und am letzten Spieltag steigt das Entscheidungsspiel gegen D'dorf um / gegen den Absteig ! Entweder die oder wir !!! Man merkt sicher, daß man mit mir z.Zt. sowieso nicht ernsthaft reden kann - hat aber meine Frau auch schon gesagt... :-)
Übrigens bin ich immer noch der Meinung, daß uns 5 Siege retten können - und wir haben noch 6 Spiele. Und dann hilft uns vielleicht noch Zarah Leander weiter: "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen..."

Uwe Kaiser

Vom Fanclub "Titanen" schrieb uns Andrej Rosenheinrich:

Nach dem letzten Spieltag und der Vorstellung gegen Fürth hat sich der flammende Kommentar von Uwe Kaiser aus der Vorwoche wohl bereits erledigt. Sicher, wir können immer noch 5 Siege aus 6 Spielen holen, aber mal ehrlich, wer gute Ansätze wie gegen Frankfurt und U'hachingen so nutzt glaubt da wohl nicht dran. Stellt sich die Frage : Wie weiter, FC Carl Zeiss Jena. Ich glaube, es macht wenig Sinn über die verfehlte Einkaufspolitik dieser Saison zu streiten, daß die Bockmist war wissen wir alle und es hilft uns nicht weiter. Reden wir lieber, was passieren sollte. Schließlich kann das Ziel nur Wiederaufstieg so schnell wie möglich sein, und da sind wir leider nicht die einzigen. Zwickau zieht bereits Sponsoren mit richtig Geld an Land, hat schon den Trainer verpflichtet, der sich um nichts anderes kümmern muß als die Mannschaft für die nächste Saison zusammenzustellen. Und was haben wir? Eine Liste mit Leuten die gehen werden. Herr Schmidts Zuversicht und die nach seiner Aussage von vor wenigen Wochen über die eingleisige Planung für die 2.Liga können uns bald mächtig auf die Füße fallen. Zudem hat Herr Schmidt sicherlich einigen Mißkredit bei den Fans, ob nun wegen callme oder dem Einkauf eines halben Dutzend "preiswerter" Spieler dieser Saison. Überdem wurde der einzig überzeigende Abwehrspieler aus Kostengründen zum Vertragsamateur, um anderen ihr Leben auf der Auswechselbank bezahlbar zu machen. Der im Kommentar erwähnter Carsten Sänger ist ja nicht der einzige durch Kleinlichkeit vergraulte Spieler, ich erinnere mich da an Akpoborie, der zu einem anderen Regionalligisten ging. Und was hätten wir für den später für Geld kriegen können! Wenn ich Herrn Schmidt auf den alten Mannschaftsfotos aus den 80'er Jahren sehe kommt mir der selbe Gedanke wie bei Helmut Kohl, sie haben ihr Werk getan, aber nun ist es Zeit zu gehen. Irgendwie kann es einem ja auch nicht in den Kopf daß bei einem Unternehmen im Ort mit Milliardenumsatz, daß dieses Jahr an die Börse will kein Sponsorengeld zu holen ist. Zeiss - Fans (und davon soll es ja laut Oberbürgermeister mindestens 50000 geben) sind schließlich auch potentielle Aktienkäufer. Mit etwas cleverem Managment müßte da doch was gehen! Über Herrn Kurbjuweit würde ich nicht so urteilen wie Felix B., er hat gehandelt wo er handeln mußte, auch wenn es unpopulär war. Außerdem sollte man einen besseren Kandidaten haben, bevor man über den alten herfällt, und genug Fußballverstand hat Herr Kurbjuweit mit Sicherheit.
Also, wie weiter. Welcher Trainer arbeitet demnächst hier, sicherlich mit die wichtigste Frage. Falls es Herr Hollmann ist, sollte mich das freuen. Desweiteren sollte man mit den Spielern sprechen die man halten will, nicht alle sind schlecht. Und sich Gedanken über neue Spieler machen, auch gute Regionalligaspieler sind nicht dicht gesät. Schließlich wollen wir nicht auch in der kommenden Saison nach dem dritten Spiel den Satz : "Trainer und Präsident sind nach Jugoslawien geflogen um mögliche Verstärkung zu verpflichten" lese. Es gibt viel zu tun, FC Carl Zeiss Jena, packt es an. Bald!

Andrej Rosenheinrich

Deutliche Kritik am Managment übt auch Karsten Eifler

Eigentlich ist die derzeitige Situation schon lange abzusehen gewesen, oder ? Der Jenaer Fußball zeichnete sich in den letzten Jahren schon lange durch mangelhafte Unprofessionalität aus. Bestes Beispiel sind die aberwitzigen Spielertransfers nach Jena. Hauptverantwortlicher für diese Misere ist meiner Meinung nach ein gewisser Ernst Schmidt. Durchaus eine clevere Erscheinung, doch sollte auch er nach dem bevorstehenden Abstieg endlich seine Konsequenzen ziehen und den Hut nehmen. Hat man doch in Jena stets nur darauf geachtet, ja nicht eine Mark Schulden zu machen, statt endlich einmal fähige Spieler nach Jena zu holen, statt immer nur ausgemusterte Zweitliga-, meist nur durchschnittliche Regionalligaspieler, bestes Beispiel der ganze "Erfurt-Clan", nenne mir doch einmal jemand auch nur einen guten Spieler von all diesen Erfurtern. EIn weiterer Punkt ist, daß man nicht imstande war, entsprechende Sponsoren aufzutreiben (siehe "call me"), wie oft mußte man sich bei Heimspielen in den letzten Jahren wundern, was für Lücken die Werbebanden um das Spielfeld aufwiesen, das sollte man mal mit anderen ostdeutschen Mannschaften vergleichen. Weiterhin passend der Stadionumbau zu diesem Zeitpunkt, der doch auch schon seit Jahren immer wieder neu geplant wurde. Sicher, vieles ist eine Frage des lieben Geldes, doch hätte es wohl nicht geschadet, manchmal etwas mehr Risiko zu beweisen und auch mal ein paar Schulden zu machen. Ergebnis wäre doch wohl eine bessere sportliche Leistung mit besserem Tabellenplatz gewesen, was wiederum mehr Sponsoren angezogen hätte, von den zahlenden Zuschauern ganz zu schweigen. Ich wohne und arbeite seit zwei Jahren in Dresden und es ist ein schwacher Trost, in der nächsten Saison hier ein Auswärtsspiel des Clubs sehen zu können, hoffentlich dann mit ein paar anderen Gesichtern in der Vereinsführung. Das dies das Ende des Jenaer Profifußballs ist, der so oft recht unprofessionell war, wird jeder realistische Beobachter nachvollziehen können und wer jetzt noch von möglicher Rettung spricht, träumt wohl. Sicher wäre es sehr schön, wenn der Klassenerhalt gelingen sollte, doch vielleicht kann sich nur durch den Absturz in Jena etwas geändert werden und irgendwann gelingt dann möglicherweise ein Neuanfang. Jedenfalls habe ich mir so meine Gedanken gemacht, wenn ich nach den Heimspielen wieder auf die A4 gen Dresden fuhr und eigentlich bedauerte, überhaupt nach Jena gefahren zu sein. So weit mein Kommentar. Für Reaktionen und Meinungen wäre ich sehr dankbar.

Karsten Eifler

Und gleich nocheinmal "Titanen" - diesmal 'Mr. President', Stefan Quast:

Als allererstes möchte ich sagen, daß die Geschehnisse dieser Saison mir das Herz bluten lassen. Mit welcher Stümperhaftigkeit und Dilletanz unserer FC dieses Jahr seine wohl für viele Jahre andauernde Profifußballabwesenheit leichtfertig fabriziert hat ist ja schon fast zum totlachen. Da fällt mir sofort Thema Neuverpflichtungen(James,Bärwolf,Pfitzner,Lindner,Kocis,Tomas..), Theater um Stadionausbau, Trikotsponsorausfall...ein. Was bei allem noch leider dazukam ist der Tod von Axel Jüptner(das paßt bei allem Sarkasmus zu dem gezeigten Trauerspiel). Als logische Schlußfolgerung kann nur der Abstieg stehen.(bei noch 4 Heimspielen und leider nur 2 Auswärtsspielen).--alles andere wäre fast unverschämtes Glück. Trotz alledem liegt die Hauptschuld bei der sogenannten Mannschaft des FC. Mit welcher Leichtfertigkeit, Überheblichkeit und Arroganz die Spiele verloren wurden ist ja eigentlich nicht zu beschreiben(Pauli,Haching,Frankfurt...). Zu allem kam natürlich auch Unclevernis, fehlendes Können und Nichtkämpfen. Ausnahmen: Schneider(Technik), Gerstner(Einsatz), Kischko(Können). Ansonsten war der Rest der Mannschaft für mich Totalausfall. Wenn ich sehe wie ein Herr Wentzel oder ein Daniel_Bärwolf_Fußballgott über den Platz schleichen dann fehlen mir die Worte. B. James trägt ja wenigsten zur Erheiterung der Zuschauer bei (PS: nach unbestätigten Meldungen sind die Chicago Bulls an ihm interessiert).
Die einzig Gelackmeierten beim Abstieg sind ja wohl nur wir Fans. Den Spielern ist es doch scheißegal wo sie nächstes Jahr spielen-Hauptsache nicht in Jena, wo Sie den Abstieg verbockt haben. Alleine die Vorstellung (oder besser das Grauen) in Fürth (Gruß an Horscht) spiegelt die ganze Sache wieder. Wenn ich schon das nötige Niveau nicht besitze, dann kann ich doch wenigstens so tun, als wenn ich kämpfe. Aber die Spieler haben heutzutage keine Ehre mehr für ihren Verein zu spielen--Hauptsache ich habe mein Geld am 1. auf dem Konto.
Bleibt nur zu hoffen, daß nächstes Jahr frische Leute --Präsident,Manager,Mannschaft-- vielleicht noch etwas bewegen können, ansonsten müssen sogar wir um die Teilnahme an der neuen 3 Liga bangen, und spielen dann gegen Kahla und Vfl Halle.

Ein frustrierter Titanepräsident

Aus Kassel erhielten wir Post von Andreas Kühne:

Man kann natürlich kurz vor Saisonende immer sagen was falsch lief beim FCC. Ich denke aber das Hauptproblem liegt bei der Abwehr. Da wurde in Jena potentiell abgerüstet - Raickovic, Nedic und Sänger weg, man sieht ja was daraus wurde. Es wurde kein annährend gleichwertiger Ersatz gefunden oder verpflichtet. Natürlich ist das in Jena auch alles eine finanzielle Frage. Auch unsere Stürmer rissen in dieser Saison wahrlich keine Bäume aus. Das es diese Saison nicht läuft, liegt wohl auch daran daß wir permanent 0:1 hinten liegen. Dann läuft die Zeit davon und jeder kann sich ausmalen wie es ist wenn man ein Tor schießen muß. Dazu kommt noch daß unsere Abwehrspieler bei fast jeden Konter in heiloses Durcheinander verfallen.
Ein weiterer Grund so meine ich ist daß man in Jena einfach nicht aufgerüstet hat, man schaue sich nur den Rest der 2.Liga an. Unser Team ist zwar im Grunde genommen (man nehme die Abwehr aus) nicht schlechter geworden aber fast alle anderen Zweitligisten haben sich eben durch gute Spieler ergänzt. Das Geld was vor Saisonbeginn eingespart wurde mußte ist in der Winterpause in das Spielermaterial eingesetzt worden was noch auf dem Markt war - ein Glücksspiel wie ich meine. Des weiteren habe ich diese Saison in vielen Spielen einfach den letzten Einsatz vermißt. Das war in vergangenen Zeiten immer noch die Trumpfkarte um das nicht vorhandene spielerische Potential auszugleichen. Nach dem St.Pauli - Spiel sagte Jens Gerlach daß nicht jeder Spieler alles für den Verein gibt. Das sagt wohl schon alles.
Auch die vielen vergebenen Punkte sind ein Grund für den jetzigen Stand, man denke nur an St. Pauli, Haching, Düsseldorf oder Frankfurt - da hatten wir den Sieg schon sicher. Aber man kann halt nun mal nicht erwarten daß unserer Stürmer 4 oder 5 Tore schießen um die Fehler in der Abwehr wettzumachen. Tja, wie solls weitergehen ? Als FCC-Fan habe ich zwar immer noch Hoffnung, aber.................. ?
Hoffen wir bei einen evtl. Abstieg das wir wenigstens ein schlagkräftiges Team zusammenhalten können sonst wird die 2. Liga ein Wunschtraum bleiben. Zum Schluß möchte ich noch an alle Fans appelieren auch in schlechten Zeiten weiter zum FCC zu stehen. Entweder gewinnen wir noch 5mal oder wir holen halt in der RL 6 Punkte gegen den Pleiteverein RWE (mit Cramer ? )

Andreas Kühne

Mario Koch meldete sich aus bayrischen Gefilden zu Wort:

Das "Interview" mit Gerlach nach dem St. Pauli Spiel habe ich auch mitbekommen. Es mangelt bei weitem noch an Sicherheit sich in den Medien verständlich wiederzugeben. Bei der fehlenden "Coolness" auf dem Spielfeld ist das ähnlich. Ich erinnere nur an die unrühmliche Kartenbilanz nach dem Wiederaufstieg - damals in diese zweite Liga. Die Blamage alljährlich in Unterhaching kann ich mir wahrscheinlich sparen. Bitte entschuldigt meinen Pessimismus aber die Punkte, die es zu verteilen gilt werden jede Woche weniger. Natürlich drücke ich trotzdem alle Daumen.
Leute wie Saric und Rajkovic hätte man nicht ziehen lassen dürfen. Wenn Jenas Torhüter die Torlinie verlassen wird mir Himmelangst. Wentzel in der Abwehr ist ein Totalausfall. Im Sturm fehlt ein Vollstrecker wie Rraklli.
Ist das Management nicht in der Lage sich mit Herrn Späth zusammenzusetzen, damit unser aller FCC nicht den Bach runtergeht und in Zukunft ein Sponsor mit Bezug zur Region auf das Trikot kommt ? Ansonsten sehe ich für den ostdeutschen Fußball ziemlich schwarz. Zwickau ist bereits weg und Leipzig hat in dieser Liga auch nichts zu suchen. Ein Grund mehr alle Kräfte in Jena zu mobilisieren.

Mario Koch

Ursachenforschung betreibt auch Adrian Wittwer:

der abstieg hat sich ja dann doch lange angekündigt, genau gesagt beinahe schon am ersten spieltag. vergessen wir bitte nicht, daß jena schon längst hoffnungslos letzter gewesen wäre, wenn nicht meister kischko die gesamte saison über topleistungen (stichwort "elfmeterkiller nr.1") gebracht hätte. insofern steht er trotz der patzer gegen fortuna köln und verletzungen außerhalb jeder diskussionen ! die heimpleiten gegen freiburg und cottbus konnte man immer noch als ausrutscher interpretieren, doch irgendwann gehen solche ausreden halt nicht mehr. wie bei vielen fans schon angesprochen, ist die heimmisere das hauptproblem. spiele wie gegen fürth oder köln durften nicht verloren werden - mir schwante schon nach dem kölner spiel, daß es das wohl war in sachen zweite liga. eigentlich hat mich nur noch meine fan-euphorie bei dem gedanken gehalten, daß es auch noch wunder gibt (ich habe an heimsiege geglaubt, ich idiot !)
meiner meinung nach liegen hier die schwächen:
1) mangelnder einsatz - wie oft hört man selbst von den fans in der kurve das berühmte "ohgottogottogott". es wird zu wenig gekämpft, gelaufen, gegrätscht (und wenn doch, dann im strafraum und kischko mußte den elfer mal wieder halten ...)! auch in den letzten wochen schien es so, als wäre den meisten die situation noch nicht klar (motto: janz ruhich, det läuft ...). dazu gesellte sich noch eine gefährliche mischung aus arroganz und amateurhaftigkeit (hinrunde st. pauli, düsseldorf), die uns einige punkte kostete.
2) personal - es gibt in der tat zu wenig zweitligareife spiele in diesem team. konkret: kischko, gerstner, lindner, holetschek, schneider, jüptner, gerlach. das war's; traurig, nicht wahr ? bei verletzungen wie bei kischko ist einfach kein ersatz da (neumann gegen uerdingen war eine zumutung !). ansonsten schwächen in der abwehr (röser teilweise gut), im spielaufbau und vor allem im sturm. nach dem abgang vom willenlosen könig, war auf der linken mittelfeldseite nichts mehr zu sehen. hauser war weitgehend überfordert, hat erst in den letzten wochen eine existenzberechtigung in der 2. liga bewiesen, der alte rousajew schien auch eher desinteressiert, und spieler wie cramer schrecken schon lange keinen richtigen zweitligisten mehr. die neueinkäufe - wem sag ich das - waren bis auf kischko, lindner und gerlach einfach fehlgriffe. in james hatte ich große hoffnungen gesetzt, die er leider nur im pokal in hannover erfüllt hat. sicher hatten viele auch verletzungspech, doch als ausrede ist das einfach zu schwach. bezeichnend ist nur, daß man als die große, lang erwartete verstärkung in der winterpause, den alten (34 !) und erwiesenermaßen torungefährlichsten stürmer der 1.liga, herrn chalaskiewicz, verpflichtet haben (42 spiele, 1 tor) - hut ab ! zum stichwort stürmer noch die bemerkung, daß es für mich nicht nach nachvollziehbar ist, weiter auf bärwolf setzt, anstatt mal ein zeichen zu setzen (ungewöhnliche situationen erfordern ungewöhnliche maßnahmen). ohne krise wäre auch ein ricken nicht so weit aufgestiegen. sträßer (unser nachwuchsnationalspieler) ab in die profiabteilung !!! auch kanopa hätte schon längst spielen müssen ! doch solange man nur durchschnittliche alte leute hat ...
3) das liebe geld - was man nicht hat, kann man nicht ausgeben, soweit die altbekannte jenaer devise. daß man aber auch ohne sie gut existieren kann (nürnberg) und sogar erfolgreich, ist auch bekannt, doch das sind zwei extreme. einfach etwas mehr investieren (raickovic!!!) und nicht immer nur die regionalligakicker holen. bärwolf, pfitzner, cramer ... nachwuchs + zwei drei kracher a la hutwelker, das wär's gewesen ! mit den sponsoren hat man halt pech gehabt, doch man sieht in cottbus (sicher auch nicht das sponsorenparadies), daß man kann, wenn man will.
nächstes jahr, und damit muß man sich einfach vertraut machen, fährt der jena-fan nach stendal und eisenhüttenstadt ! auf geht's ?!

Adrian Wittwer

Seit ca. 20 Jahren besucht Enrico Romstedt Jenas Heimspiele im EAS. Hier seine Kritik:

In den letzten Wochen sind die Auswirkungen der Fehler, welche in den letzten zwei Jahren gemacht wurden, so richtig erkennbar. Es wird langsam Zeit das Leuten wie den Herren Schmidt und Kurbjuweit mal das Ende ihrer Tätigkeit beim Club nahegelegt wird. Unprofessioneller wie diese Herren kann man keinen Club leiten. Die Suche nach Sponsoren scheint nicht stattzufinden, zumal in Jena ein Unternehmen existiert, welches Umsätze in Miliardenhöhe macht und dieses Jahr an die Börse geht. Es scheint bisher niemand so richtig den Versuch gestartet zu haben das Geld, was zweifellos in der Region vorhanden ist, locker zu machen. Ein weiteres Problem ist der sogenannte Fanartikelverkauf. Dieser findet defacto, in ermangelung eines richtigen Vermarktungskonzeptes, nicht statt. Diese, sich noch in Amt und Würden befindende, Clubführung ist mit den Notwendigkeiten, welche sich aus der Zugehörigkeit zu einer Profiliga ergeben, nicht vertraut und somit nicht in der Lage diesen Club als wirtschaftlich und sportlich erfolgreiches "Unternehmen" zu führen. Jedem, von uns würde die Kündigung vorgelegt, wenn die geforderten Leistungen nicht erbracht werden. Beim FCC jedoch wird nur der Trainer geschaßt und nicht die Frage nach den Verantwortlichen in der Clubführung gestellt.
Von Seiten der Fans sollte jetzt der Auslöser zum Wechsel an der Vereinsspitze kommen. Es sollte alles für einen schnellen Wiederaufstieg getan werden, da der Sturz in die Drittklassigkeit wohl nicht zu verhindern ist. Der Aufstieg sollte dann mit einem Team aus richtig "scharfen Hunden" (junge Spieler mit einigen "Leithammeln" der älteren Generation) zu schaffen sein. Ich bin auch der Meinung das R. Hollmann der Richtige für diese Aufgabe ist. Er sollte in der Lage sein eine schlagkräftige Manschaft für den Wiederaufstieg zusammenzubringen. -> K-lautern läßt grüßen!!!!! Nur darf man diese Spieler dann nicht wieder ziehen lassen!!!

Enrico Romstedt

Ingrid Knabe sorgt erfreulicherweise dafür, daß dieses Forum keine reine "Männerrunde" wird. Hier ihre Mail:

Ich habe mir gerade die eingegangenen Meinungen angesehen und möchte als "steinalte" Clubfanin, die schon zu Peter und Roland Duckes Zeiten dem Verein die Treue hielt und mit zwei weinenden Augen noch an die tollen, auch internationalen, Spiele aus dieser Zeit zurückdenkt, allen, die hier ihre Meinung schon kundgetan haben, voll zustimmen. Es ist alles gesagt worden, was auch mich bewegt und ich nicht anders sehe. Die Clubleitung und auch der Trainer sollten sich diese Fanzeilen zu gemüte führen. Fußballzeiten sind für die Fans von Jena hart und werden wohl noch härter.
Die Treue der Fans sollte eigentlich mit einer guten Leistung auf dem Rasen belohnt werden, was wir ja z. Z. sehr vermissen. Es reicht nicht, wenn die Spieler am Ende des Spiels den Fans an der Bande die Hände drücken!
Trotzdem drücke ich immer noch die Daumen und hoffe auf ein Wunder für den FCC.

Ingrid Knabe

Ein Thüringer im Land der Sachsen, Michael Prokopi schrieb:

Ich komme aus Gera, bin Student in Zwickau (Punktelieferant für 's nächste Heimspiel). Ich war v o r dem letzten Heimspiel gegen St. Pauli der Überzeugung, daß die Mannschaft, der Trainer und die Vereinsführung den Ernst der Lage endlich kapiert haben. Doch ich wurde bitter enttäuscht! Mein Vater ist arbeitslos, wir mussen 3 mal uberlegen ob wir ins Stadion gehen (aber was macht man nicht alles als Fan). Doch was sieht man für sein Geld? Eine total lustlos agierende Mannschaft, die bei mir den Eindruck hinterlieb, als wollte sie gar kein Tor schießen. Selbst Herr Hollmann (übrigens sollte er gehalten werden) lehnte gelangweilt an der Seite, als ob die Mannschaft 3:0 führt und gerade den Aufstieg in die Bundesliga geschafft hat. Wenn ein normaler Arbeitnehmer eine solch desolate Leistung auf Arbeit abliefert, wird er schlicht und ergreifend entlassen. Doch was ist bei uns? Die Herren "Profis" nutzen das Spiel zum gemütlichen Auslaufen am Abend und bekommen dafür auch noch Geld! Andere Spieler schalten schon Anwälte ein, um einen Weggang vom Verein zu erreichen. Schlimm, daß Zimmermann so weit gehen mußte, doch stellt sich mir die Frage: Warum will die halbe Mannschaft weg? Für mich sieht es so aus, als ob die gesamte Mannschaft (Heiko Weber ausgeklammert) sich überhaupt nicht um den Verein schert, sondern nur noch daran denkt, das sinkende Schiff so schnell wie möglich zu verlassen. Somit kann man nur sagen, daß das Plakat "Ein Verein stirbt, die Verräter werden gehen" voll den Tatsachen entspricht.
Doch werden alle "Verräter" gehen? Fur mich sind die Verräter nicht nur in der Mannschaft zu suchen, sondern und vor allem in der Vereinsführung. Was dort seit Jahren an Mißwirtschaft betrieben wurde, ist mit reinem Pech nicht mehr zu erklären. Für mich gehort die gesamte Führung des Vereins ausgetauscht. Ein Manager Schmidt, der von einer professionellen Vereinsführung fast so viel versteht wie ich, gehört abgesägt. Er versucht nur, auf Kosten des Vereins seine Rente zu sichern und vergibt dabei den Verein zu führen. Anders kann ich es mir nicht erklären wie ein Sponsor wie "CALL ME" an Land gezogen werden konnte. Man fragt sich doch warum bringt es die Vereinsführung nicht zustande, mit Herrn Späth ins Geschaft zu kommen. (Hat übrigens 'ne tolle Vorlesung in Zwickau gehalten.) Der Mann macht Jena zu seiner Metropole, errichtet in der Innenstadt sein "eigenes Denkmal" und geht an die Börse. Das Geld ist also vorhanden, doch wenn dem jetzt niemand nachgeht, ist es bald "5 nach 12" und man braucht kein Geld mehr für einen Verein, da er dann bereits im sportlichen Niemandsland verschwunden ist. Nichts gegen "Globus" aber schon im Namenszug des Vereins steht doch der eigentliche Hauptsponsor (siehe Bayer Leverkusen). Dieses Versäumnis muß man allein dem Vorstand anlasten.
Präsident Kurbjuweit war ein begnadeter Fußballer, allein für eine wirtschaftliche Vereinsfürhung ist er wohl nicht der richtige Mann (siehe Uwe Seeler). So kann man nur hoffen, daß diesen eklatanten Mißstanden hoffentlich bald Rechnung getragen wird und ein volliger Neuaufbau von Mannschaft und Vereinsfuhrung in der Regionalliga erfolgt. Denn wer glaubt jetzt noch an ein Wunder a la Gladbach? Wir, die Fans schon, doch die Mannschaft hat den Glauben wahrscheinlich schon lange verloren.
Bevor ich meine objektive Bestandsaufnahme beende, muß ich noch 2 kritische Punkte loswerden. Ich stehe auch bei jedem Heimspiel im Block F. Ich habe auch nichts mit Linken am Hut. Doch von den Gesängen "Wir bauen eine U Bahn von St. Pauli bis nach Ausch..." und der Reichkriegsflage möchte ich distanzieren. So etwas gehört nicht ins Stadion.

Michael Prokopi

Eine treue Fangemeinde besitzt der FCC auch in Berlin. Matthias Koch aus Berlin-Köpenick gehört dazu:

Marktwirtschaftlich unfähige Vereinsführung muß weichen - Diktatur Schmidt zerschlagen!
Angesichts der gegenwärtigen Situation beim FCC blutet mir mein Herz. Sicher wäre mit etwas mehr Konzentration der Spieler und Glück ein "einstelliger Tabellenplatz" möglich gewesen. Mehr aber auch nicht.
Machen wir uns nichts vor. Der FCC ist einfach nicht zweitliga-tauglich! Und das in allen Bereichen. Manager Schmidt hat mit seiner Sparpolitik zwar jährlich die Lizenz gesichert, aber unseren Club auch sytematisch Richtung Regionalliga gewirtschaftet. Halt, der Begriff "wirtschaften" paßt nicht so recht zu Herrn Schmidt. Es reicht nicht, dem DFB in den Hintern zu kriechen und sich wiederholt als Retter des Jenaer Fußballs feiern zu lassen. Haben die auf der Jenaer Geschäftstelle eigentlich schon Computer? Wieso hat der FC keine offizielle Internetseite? Auf dieser könnte man Fanartikel in die ganze Welt verkaufen, Werbemöglichkeiten anbieten, sprich dem Verein ein breiteres als das bisherige östliche, provinzielle, eben nur regionale Forum verleihen. Schon hier müssen sich zwei Studenten in ihrer Freizeit ehrenamtlich abmühen. (Was sie übrigens ganz gut machen.)
Doch selbst das öffentliche "Aushängeschild" des Clubs, unser Programmheft, ist das schlechteste, was die 2. Bundesliga zu bieten hat. Der "Journalist" R.-P. Palitzsch kasiert dafür auch noch Kohle und lehnt die ehrenamtliche Mitarbeit von Fans ab.
Ständig wird in Jena über das fehlende Geld gejammert. Ich kann es nicht mehr hören. Es kotzt mich an. Die Schmidt-Bande, das müssen mehrere sein, soviel Unsinn kann einer nicht allein verzapfen, verschleudert meiner Meinung nach sinnlos Geld. Den Supergau mit "Call me" möchte ich nicht weiter ausführen. Dazu weiter:
Wieso hatte der FCC als einzige Zweitliga-Mannschaft (!) kein DSF-Montagsspiel? Hier gingen mindestens 80.000 DM für die Auswärtsmannschaft verloren. Wo sind die ausgemachten Ablöse-Spiele für Bürger (damals Schalke) und Enke (BMG) geblieben? Wie kann es sein, daß die Weltfirmen Jenoptik und Carl Zeiss sowie Krone Millionengewinne einstreichen, gar an die Börse gehen, und unsere Vereinsführung geht bei Dorfbetrieben betteln? Unbestätigten Meldungen zufolge, warten auch die großen Unternehmen einen Rückzug Schmidt`s erst ab. Mit 2 Millionen Etat für die Regionalliga brauchen wir gar nicht erst anfangen. Das sollen nur einige Beispiele sein. Dafür folgt beim FC Carl Zeiss eine Billiglösung nach der anderen...
Spieler und Trainer aus Erfurt, die nichts taugen. Das Trainingslager in der Winterpause im Süden wurde aus Kostengründen gestrichen. Leider hatte der FCC nicht nur äußerst schlechte (klimatische) Trainingsbedingungen in der Heimat, sondern auch keine richtigen Spielpartner, da in der 1. Bundesliga und Regionalliga der Spielbetrieb schon wieder zwei Wochen lief. Peinlich, peinlich. Als das Spiel gegen Leipzig ausfiel, was ja wochenlang bekannt war, hatte der FC auch keinen Sparingspartner, um im Rhythmus zu bleiben. Das sind alles Mosaiksteine die zum Verfehlen des Saisonziels beitragen.
Auch der Umgang mit den Fans sucht seinesgleichen. Den "wahren" Anhängern vor der Anzeigetafel verdeckt ständig das DSF-Kamera-Gerüst die Sicht. Von Sonderzügen oder Bussen hat der Verein auch noch nichts gehört. Dafür soll der Fan gualitativ minderwertige und überteuerte Spielertrikots kaufen. Außerdem wird den Zuschauern seit Jahren ein völlig unbrauchbarer Stadionsprecher zugemutet. Dieser könnte durch Uli Klemm, bereits bei einigen Amateurspielen erprobt, ersetzt werden. Jena scheint mit 1,75 Beinen in der Regionalliga zu sein. Dann hat auch der Manager Ernst Schmidt seinen Arbeitsplatz verspielt. Sollte er nicht freiwillig zurücktreten, muß er dazu gedrängt werden. Wir brauchen einen kaufmännisch geschulten Manager, wenn er noch etwas sportliches Wissen mitbringt, um so besser.
Die Vetternwirtschaft in Jena muß aufhören. Leider verliert unser Präsident Kurbjuweit auch seinen guten Ruf. Er ist derzeit nur die Marionette des Managers. Die wichtigen Sachen entscheidet ausschließlich Meister Schmidt.
Ich bin Fan durch und durch. Ich fahre auch in der Regionalliga, zumal 7 mal im Berliner Gebiet, überall hin. Aber ich habe keine Lust Spiele der gemeinsamen Oberliga Hessen/Thüringen zu besuchen. Damit es nicht soweit kommt, müssen Spieler und Funktionärsköpfe rollen...

Matthias Koch

Weil es zur Sprache kam, drei Anmerkungen zu diesem Statement: Der FCC hat auf seiner Geschäftsstelle noch keinen Computer mit Netzanschluß, lediglich der Vizepräsident besitzt über seine Arbeitsstelle Zugang zum Internet. - Die TV-Montagsspiele werden, soweit ich weiß, ausschließlich vom DSF vergeben, die Vereinsführungen haben da keinen entscheidenden Einfluß drauf. - Über Formen des Fanartikelverkaufes im Internet wurde tatsächlich schon einmal nachgedacht. Doch bevor diese mit uns gemeinsam umgesetzt werden konnten, waren Thomas Vogel und seine Mitstreiter nicht mehr im Amt...

Weiter mit Euren Meinungen - Thomas Wohlrab, Bad Homburg schrieb:

Ja, was soll man da noch sagen ?! Das kann, muß und will ich so stehen lassen, was meine Vorredner/innen getippt haben. 15 Jahre fahre ich nun diesem - meinem Lieblingsclub - hinterher, aber das Kapitel Profi-Fußball scheint sich jetzt auf lange Zeit zu schließen. Meiner Meinung nach ist es kurzsichtig zu glauben, der schon einmal gelungene sofortige Wiederaufstieg sei eine Garantie für die Wiederholung im nächsten Jahr. Dillentantisch, wer meint, so ein Abstieg hätte auch positive Aspekte, wie die Tatsache, nun auf erfolgshungrige Spieler setzen zu können bzw. "frisches junges Blut" in die Mannschaft bringen zu können. Das hätte man auch vorher haben können, dazu brauche ich einen Abstieg nicht. Die namentliche Aufzählung der Enttäuschungen dieser Saison erspare ich mir. Außerdem sagen einige Sponsoren ja bereits "Servus", wenn man in der 2.Liga nicht unter den ersten 10 steht ... Was soll das werden, wenn das ärmste Bundesland Deutschlands dann gar nur noch drittklassig vertreten ist (für Erfurt muß ja schließlich auch noch was übrigbleiben). Die Konkurrenz in der Regionalliga ist nicht nur stärker , sondern auch größer geworden. Waren es bei unserem letzten Gastspiel in dieser Klasse noch 3 Vereine (Jena, Union, Chäämiiee), die um den Aufstieg kämpften, so ist es mittlerweile die halbe Liga geworden, die sich dieses Ziel jährlich auf die Vereinsfahne schreibt. Gar nicht auszudenken, Nobel-TB Berlin würde nicht aufsteigen und der VfB Leipzig würde neben Jena und Zwickau den Oberliga-Reigen in Liga 3 noch komplettieren. Die Vergangenheit hat es oft bewiesen : meist ist es einfacher, höherklassig die Liga zu halten (siehe Wolfsburg in der Bundesliga), als einmal abgestiegen Jahr für Jahr Spitzenfußball anzubieten, um wieder aufsteigen zu können (siehe Dresden in der Regionalliga). Zumal im Osten die Geldhähne zugeschraubt scheinen, daß einem beim Versuch finanziell was zu bewegen- bildlich gesprochen - die Augen aus den Höhlen treten.
Wem das jetzt alles zu schwarzseherisch war, für den hab ich noch was : lasst uns gemeinsam alles dafür tun, Mainz (Auswärtssieg), Leipzig (Heimsieg) und Düßeldorf (Heimsieg) noch zu überholen. Ich ruf ` auch mal in Zwickau an, daß sie die Punkte mit der Post schicken. Noch ist es nicht vorbei ... (und wenn doch - sagt mir gerade ein Fan der Offenbacher Kickers - dann geht es trotzdem weiter und irgendwann sind wir wieder da, notfalls schalten wir das Flutlicht aus ...). Bekanntlich leben Totgesagte länger ...

Thomas Wohlrab

Um zu erreichen, daß diejenigen um die es hier geht, von der Existenz dieses Forums erfahren, werde ich dem oben erwähnten Vizepräsidenten eine Mail mit der http-Adresse zukommen lassen. Sollte es daraufhin tatsächlich eine Reaktion geben, halte ich Euch natürlich auf dem Laufenden.
Ich fände es zum Beispiel gut, wenn bestimmte Personen folgende Meinung von Stefan Meißner lesen würden:

Es ist zutiefst frappierend, sich die zahlreichen hier abgegebenen Statements derer, die derzeit wohl die Einzigen sind, denen diese Situation wirklich an die Nieren geht zu Gemüte zu führen. Vor allem deshalb, weil in jedem Artikel so viel Wahres steckt. Eine wahre Verarschung im Gegensatz dazu, was unsere Kicker nicht erst in den letzten Wochen auf dem Rasen anbieten. Das Spiel gegen Uerdingen konnte ich urlaubsbedingt "leider" nicht verfolgen (es war die erste Heimabwesenheit seit RL gegen Zehlendorf), aber wenn das Spiel gegen Haching nicht schon aufgrund der Gesamtsituation der moralische Nackenschlag war, das Fürth-Gekicke war wohl der endgültige Beleg dafür, daß die Mehrzahl der "Angestellten" des Vereins entweder nicht tauglich für den Profifußball sind (Bährwolf's Auftritt war schon geradezu grotesk komisch) oder einfach nicht gewillt sind, mit diesem Verein den Klassenerhalt zu erreichen. Das ist das eigentlich Schmerzliche, daß im krassen Gegensatz zu den eigenen Entbehrungen finanzieller, psychischer und sonstiger Art die Akteure auf dem Rasen ihrem Schicksal offensichtlich vollkommen gleichgültig gegenüberstehen. Aber ist das neben der Charakterlosigkeit einiger "Profis" nicht auch nicht etwas dem Trainer anzulasten? In den bisherigen Beiträgen wurde unisono der Verbleib von Rainer Hollmann gefordert. So ganz uneingeschränkt stehe ich dem nicht gegenüber. Ich bin beileibe kein Hollmann-Gegner, unter ihm hat der FCC einmal eine hervorragende Saison mit Platz 8 von 24 Mannschaften gespielt, aber ich glaube, daß auch er schon viel zu früh mit dem Kapitel 2.Liga und vielleicht auch mit dem Kapitel FC Carl Zeiss abgeschlossen hat. Nie hat er sich von seine Mannschaft gestellt, sondern Kritik nach dem Motto "nicht zweitligatauglich" geübt. Hat er dabei eher seinen eigenen Ruf im Sinn gehabt? Bei aller (sicherlich objektiv berechtigten) Kritik am Team, wo blieben danach die Konsequenzen? Hat nicht auch ein Trainer für die entsprechende Motivation zu sorgen? Nicht jeder Trainer verkörpert den Ede-Geyer-Rumpelstielzchen-Stil, aber wann sah man Rainer Hollmann schon mal in Erregung auf (bzw. neben) der Bank? Grund dazu hätte er ja wohl permanent gehabt. Ich denke, er hat innerlich schon lange Abschied genommen und wird wohl auch von sich aus kaum bleiben wollen. Sich zur Führungsriege des FCC, Entschuldigung, es ist ja nur eine Person, zu äußern, ist müßig und wurde ja schon zur Genüge getan. In der Wirtschaft gibt es den Begriff des "Kaputtsparen's", genau das ist dem FCC auf die Füße gefallen. Wenn ich die fortwährenden Durchhalteparolen a la "solange- es-rechnerisch-noch-eine-Möglichkeit-gibt..." der letzten Wochen höre, so ist mir klar, wie die Regionalligarealität unseres Vereins aussehen wird. Man sollte nicht vergessen, daß für die künftige zweigleisige RL nur die 6 besten Ost-Clubs qualifiziert sind, wir gehen schweren Zeiten entgegen...
In der letzten Zeit sind im MDR des öfteren mal Aufzeichnungen aus alten Europacupzeiten des FCC zu sehen. In Jena wurde nie der filigranste Fußball gespielt, aber es war für jeden Spieler stets die Pflicht, alles aus sich herauszuholen für die Ehre, dieses Emblem auf dem Herzen tragen zu dürfen. Disziplin und Kampf, was können unsere Kicker (Ausnahmen Röser, Weber) mit diesen Vokabeln eigentlich anfangen? Für mich bleibt an die Adresse dieser verantwortungslosen Spieler, von denen künftig sicherlich der ein oder andere bei unterklassigen Monetenclub's wie TeBe oder Ahlen zu finden sein wird, nur zu sagen: Ich liebe diesen Verein, ich liebe ihn abgöttisch, aber euch hasse ich!

Stefan Meißner

Aus München schrieb uns Rayk Bergner:

Ich bin seit Oktober 1997 Student an der Universität München.Ich wohnte im Raum Saalfeld- Rudolstadt (Unterwirbach ) und bin ein eiserner Fan des FC .Es bringt mir hier in Bayern zwar ständig nur Lästereien ein,aber ich stehe in der Beziehung (zum FC ) über den Dingen.
Ich glaube,daß es an der Zeit ist,endlich auch einige Worte zur Situation in Jena zu äußern.Es wird mir nicht leicht fallen dies zu tuen,da sich wahnsinnige Wut , grenzenlose Enttäuschung , zeitweilige Resignation , Verständnislosigkeit und nahezu wöchentliche schlechte Laune wegen der schlechten Leistungen "Meines Vereins !!!" nur schlecht mit der Hoffnung und dem Wunsch auf den Klassenerhalt vereinbaren lassen. Aber ich werde versuchen die Situation aus meiner Sicht ,welche sich kaum von dehnen meiner " Vorkritiker" unterscheidet ,so objektiv wie möglich zu erläutern.
Um noch einmal auf die "Lacher " aus München zurück zu kommen ,es handelt sich dabei unter anderem um einen Fan des FCN. Das Verhältnis  zu bayrischen Vereinen mag durchaus gespannt sein (was ich nachvollziehen kann :)) ,aber eines muß man ihnen lassen, sie  spielen erfolgreich(zumindest im Vgl. zu Jena ).
Auf mein Argument für die Misere,  "Jena hat kein Geld ",bekomme ich immer die Antwort , "Nürnberg hat 17 Millionen Schulden". Was soll man da noch sagen ? Es ist natürlich klar ,das eine gesicherte Finanzierung unabdingbar ist. Aber was nützt UNS das ??!!! Mit UNS meine ich übrigens die Fans,welche am Saisonende nicht sagen wollen und sagen können,wir wechseln zu Frankfurt, Nürnberg oder gar Turin (?) .
Wir leben in einer Marktwirtschaft ,man kann den Spielern deshalb eigentlich nicht verübeln,wenn sie in ihren 10 -15 Jahren als Profi ihre " Schäfchen  ins Trockene "bringen wollen und müssen.Aber muß man denn schon 7 Spieltage vor Saisonende (Spiel gegen Hachingen 2.3 !! ) merken,daß die Luft raus ist ?!!!Und eines sei gesagt , so begnadete Fußballer ,welche von jedem Verein mit Kusshand genommen werden , gibt es (mit Ausnahme von Schneider manchmal ) in Jena nicht .Also reißt euch noch mal den Arsch auf  , um das schier unmögliche zu schaffen.  "Klassenerhalt !!!!!!! "
Aber ich habe das Gefühl ,wenn ich den Wechselgerüchten Glauben schenken kann , selbst Erfurt  (wer ist das denn ? :) ) zahlt den Spielern mehr als der geizige " Möchtegernmanager " Schmidt .Damit bin ich beim nächsten Punkt,dem Management .Es ist zwar einfach zu sagen: "Das Präsidium muß weg !!!!!" ,aber im Falle der Jenaer glaube auch ich daran .Dieses Hick-Hack mit den Sponsoren ,oder der Verkauf der kompletten Abwehr ,wie kann so etwas passieren ???
Es sieht im Osten schlecht mit Arbeitsplätzen , mit Leistungsfähigen Betrieben usw... aus ,aber das Beispiel Cottbus (kann sich sogar eine vereinseigene Homepage leisten) zeigt , es geht .
Weg mit den alten , vermutlich nur aus personlichem Interesse handelnden ;Seilschaften .
Aber an dieser Stelle sei bemerkt ,die Fans können ihren Unmut nur unter die Massen bringen,wenn es Aktionen im Stadion gibt !!Das Internet öffnet  Tor und Tür weltweit!! Über die Schwellen der Verantwortlichen für die Misere reicht es allerdings nicht.Jeder Fußballclub, der etwas auf sich hält,hat seine eigene Homepage. Nähere Erläuterungen zum letzten Satz verkneife ich mir.
Vielleicht muß erst ein Herr Joseph Lewis , ein englischer Börsenspekulant kommen , um Ordnung in Jena zu schaffen. Er besitzt u.a. 25 % von den Glasgow Rangers (Wert 120 Mio. DM ) ,sowie 54 % von Slavia Prag (Wert 6,9 Mio. DM ) und 75 % vom FC Vicensa (19 Mio DM ) . Merkt ihr etwas ,es ist kein deutscher Verein dabei. Sagt es laut dem Herrn Schmidt ,vielleicht verhökern er und seine Seilschaft  unseren FC für den genialen Teuhandpreis von einer Mark.
Das währe wahrscheinlich ,auch wenn es nur Spinnereien sind :) ,die beste Lösung für die Jenaer. Herr Smith(nicht Schmidt :) ) will nämlich ,im Vergleich zu unserer genialen aufopferungsvollen Chefetage, Geld verdienen.Da das mit dem Herrn Schmidt und seinen Lakaien nicht funktionieren würde ,stände ihre Entlassung an :))))))))) !!
Mit den letzten Sätzen wollte ich nur auf die Misere im FC CARL ZEISS Jena (man achte auf das Fett gedruckte im Namen!!! ) hinweisen. Leider hat der Herr kein Interesse an Jena ,oder vielleicht doch :) !???!
Aber eines noch zum Trost ,das Stadionprogramm in Unterhachingen ist noch viel viel schlechter als unseres (ist aber kostenlos).Mit dem völlig unmodernen langweiligen ,und die Stadionansage betreffend  zurückgebliebene ,Herr in dem Turm (Sprecher ) kann man auch kein Kapital mehr herausschlagen.Aber vermutlich reicht das Geld nicht für die ,im Falle der Entlassung fällige ,Prämie.Damit müssen ja die vielen ( 3 ) ,noch auf der Gehaltsliste stehenden Trainer bezahlt werden.
In diesem Sinne , wünsche ich allen Fans des FC CARL ZEISS JENA noch ein paar hoffentlich schöne Spiele.Denkt immer dran,wir haben es schon mal geschafft.

Rayk Bergner

Während die Zeiss-Akteure in Mainz sang- und klanglos untergingen, schrieb uns Katrin Kühnel vom Fanclub Berlin-Penig:

Als wir (Matze, Katrin, Rigo) uns heute um 18.45 Uhr bei Matze trafen waren wir noch guter Hoffnung den Abstieg mit 5 Siegen zu entgehen.Doch bereits 19.05 Uhr war unsere Hoffnung getrübt, als wir von Uwe Kaiser (live in Mainz) die Nachricht der 2:0 Führung für Mainz übermittelt bekamen. Und es sollte noch schlimmer kommen.... Ich weiß nicht was sich einige "Herren" dabei denken, so eine gleichgültige, kampflose Haltung an den Tag zu legen obwohl Sie genau wissen um was es geht. Beim Spiel Jena gegen St. Pauli hing ein Plakat am Zaun: "Ein Verein stirbt - Die Mörder werden gehen ". Diesen kann ich nur Zustimmen. Ich bin seit meinem 12. Lebensjahr Fan von Carl Zeiss. (1. Spiel Frankfurt/Oder - Jena). Ich habe schon viel mitgemacht. Aber so eine Saison... Mittlerweile stehts es 4:0... naja das wars dann wohl??!!! Jena müßte den Fans die in Mainz waren das Geld zurück erstatten. Nicht nur den Eintritt sondern auch die Fahrtkosten. Und überhaupt scheinen einige"Herren" nicht zu wissen, daß Jena die besten und treusten Auswärtsfans hat. Und ich glaube auch die Zuschauer bei Heimspielen waren immer reichlich vorhanden, auch in schlechten Zeiten. Aber wir haben nie die Hoffnung aufgegeben und wieder ging es los Woche für Woche. Aber den Herren Spielern scheint das nicht zu interessieren, daß manche ihr letztes Geld ausgeben nur um ihren Verein bei Auswärtsspielen zu unterstützen.
Wenn Jena jetzt absteigt werden Sie wohl nicht so schnell wieder Aufsteigen.Garantiert nicht mit einen Etat von 2 Millionen. Schade!

Katrin Kühnel

Post bekamen wir auch von Ursula Roelofs:

Heute früh habe ich das Interview mit L. Kurbjuweit in der TLZ gelesen und mir so manches erst mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen.
In vielen Dingen hat Kurbjuweit recht, wenn er z. B. sagt, daß es an der Einstellung sehr vieler Spieler mangelt und er bezweifelt, ob manch einer seinen gewünschten neuen Arbeitsplatz erhält (sagte ich nicht auch schon so etwas ???). Auch bin ich seiner Meinung, wenn der Verein versuchen will Trainer Hollmann zu halten. Viel Glück!
Aber ganz und gar nicht einverstanden bin, wenn er Manager Schmidt überreden will, noch ein Jahr länger zu machen. Na, dann: Gute Nacht, FCC! Ich möchte die Leistungen von Herrn Schmidt keineswegs schmälern. Mitnichten! Er hat in den letzten Jahren sehr gute Arbeit geleistet. Aber im Management ist es wie im richtigen Leben: Nur ein topfiter Mensch kann hervorragende Leistungen bringen. Und die Gesundheit von E. Schmidt ist nun mal, auch durch die jahrelange Arbeit an der Vereinsspitze, nicht mehr die beste. Gönnen wir ihm seinen verdienten Ruhestand und sagen: "Danke!" Denn ich sehe es ansonsten genauso wie alle Fans: die Misere beim FCC ist hausgemacht.
Ich habe den Meinungen meiner "Vorredner" fast nichts hinzuzufügen. Aber ist es nicht äußerst skandalös, wenn man hört, daß Frank Intek den Club verlaßen muß, nur weil für seine Arbeit als Trainer der Amateure kein Geld mehr da ist??? Für mich heißt das nichts anderes, als das es zur nächsten Saison keine Amateurmannschaft mehr gibt... Nicht ganz einverstanden bin ich im übrigen auch mit Kurbjuweits Äußerung, daß Trainer Hollmann die Spieler bekommen hat, die er wollte. War da nicht was mit Molata? Auch hatte er noch nach einem ordentlichen Abwehrspieler verlangt, nur als Hollmann kam, war der Markt schon abgegrast und der Verein hatte, wie immer, kein Geld.
Apropos Geld: Wie kann es sein, daß ein Verein wie Energie Cottbus ein Jahresetat von ca. 10 Mio DM zur Verfügung hat, wo er doch am "Ende der Welt" (sorry Energie :-)) ) zu hause ist und sich die Vereinsführung des FCC stolz hinstellt und sagt: "Wir sind schuldenfrei (gratuliere), haben aber nur einen Etat von 2 Mio DM. Mehr gibt die Region nicht her."? Da komme ich doch sehr ins Grübeln - siehe meine "Vorredner".

Ursula

Mike Serfling schrieb:

Ja was will man den anderen Beiträgen noch hinzufügen. Ich mache es kurz und bündig. Ich als alter FCC-Fan bin darüber sehr traurig, was sich in Jena momentan abspielt. Man mag gar nicht daran glauben, das es für meherere Jahre kein Profifußball in Jena mehr gibt.Wenn nicht noch ein großes Wunder passiert, wird dies pure realität. Wenn man das leztzte Spiel so betrachtet gegen Mainz 05, muß man sich fragen, ob den Spielern überhaupt bekannt ist, auf welchen Tapellenplatz sie in der zweiten Liga stehen. Andere Mannschaften die mit Jena im Keller stehen, kämpfen und raffen sich noch einmal auf um nichts unversucht zu lassen doch den Klassenerhalt in der zweiten Bundesliga zu schaffen. Ich habe eigentlich fest daran geglaubt, als Jena Rainer Hollmann verpflichtete, das Jena das noch packt. Aber das Umfeld vom FCC ist ja wie bekannt nicht das gelbe vom Ei. Mann kann jetzt nur hoffen, das dadurch der FC Rot -Weiß Erfurt nicht Flügel bekommt, und den FCC den Rang abläuft. Die Befürchtung habe ich nämlich. Einige Spieler vom FCC wollen ja nach Erfurt wechseln. Ein was positives muß ich der Sache noch abgewinnen, denn Jena wird fast wie in alten Zeiten gegen ehemalige Oberliga-Mannschaften spielen. Mann kann nur mit Wehmut auf die alten vergangenen Tage zurückblicken. Aber Trotzdem: "Steht auf wenn Ihr Jena Fans seit"

Mike Serfling

Mittlerweile haben wir eine Antwort von FCC-Vizepräsident Franz Donner erhalten ! Darin schreibt er, daß in unserer Diskussion jene Themen angesprochen werden, die auch die Vereinsführung sehr bewegen und daß die Verantwortlichen bei der Umstruktuierung des Vereines durch einige der Meinungen hier bestärkt werden. Wörtlich heißt es dazu: "In diesem Zusammenhang sind auch einzelne Statements in die Diskussion in den Führungsgremien mit eingeflossen."
Über die vorgesehene Neustruktuierung im Verein wollte Herr Donner zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben machen. Er kündigte aber an, zu gegebener Zeit mit einem eigenen Statement auf die "erfreuliche Fan-Diskussion" zu reagieren. Diese Mail werden wir dann im Originalwortlaut hier veröffentlichen.

Trotz der erfreulich hohen Beteiligung bislang - es kommen immer wieder neue Aspekte hinzu. So z.B. in der Meinung von Björn Pfennig:

Den meisten Meinungen auf dieser Seite muß ich durchaus recht geben. Die Spieler sind in Gedanken schon lange nicht mehr in Jena, der Trainer hat wahrscheinlich mehr seinen eigenen Ruf im Sinn als das Schicksal des Vereins und die Neuverpflichtungen der letzten Jahre waren größtenteils Totalausfälle. Alles richtig! Wie konnte es aber soweit kommen, zumal es ja den anderen Vereinen unserer Region auch nicht viel besser geht!
Das Kernproblem liegt doch nicht innerhalb der Vereine sondern in der ach so hochgelobten Struktur des Profifußballs. Ich weiß zwar, daß das dieser Hinweis nichts bringen wird (einige werden auch lachen), aber was sollīs! Wenn sich von vier Ostvereinen drei in die vier Abstiegsplätze reinteilen, so kann mir niemand erzählen, daß das was mit der Arbeit innerhalb der Vereinsführungen zu tun hat. Das würde ja bedeuten, daß im Ostfußball schlechter gewirtschaftet wird als in den westdeutschen Vereinen. Solche Beispiele gibt es sicherlich auch (sogar ganz nah), sind doch aber nicht an der Tagesordnung. Hier muß ich mich auch hinter Ernst Schmidt stellen. Kaputtgespart hat er Jena sicherlich nicht. Wo soll denn das einmal ausgegebene Geld wieder herkommen? Mehr als 7000 Zuschauer durchschnittlich würden sich im Ernst- Abbe- Sportfeld auch nicht verlaufen, wenn Jena weiter oben stehen würde und mögliche Sponsoren gibt es ja dank der Treuhand auch nicht mehr. Eine Verschuldung des Vereins würde somit zwangsläufig auf eine Lizenzverweigerung hinauslaufen. Außerdem würde eine finanzielle Überbelastung durch Spielerverpflichtungen noch nicht zwangsläufig einen sportlichen Erfolg bedeuten, auch wenn dieser zugegebenermaßen wahrscheinlicher wäre. Bleibt er aber aus, kann man den Verein gleich schließen.
Fakt ist, daß man aus nichts nunmal nicht viel erwirtschaften kann (auch nicht Ernst Schmidt!), wodurch die Misere im Ostfußball vorbestimmt war und ist. In den letzten 10 Jahren wurde dabei fast ausschließlich von vorhandenen Spielern profitiert. Dieses Potential ist nun aufgebraucht, entweder verkauft oder zu alt! Neue gute Spieler können sich besagte Vereine aus den erwähnten finanziellen Gründen nicht leisten und die Nachwuchsabteilungen werden von den reichen Vereinen schon im Kindergartenalter geplündert, ohne das einer der ausbildenden Clubs was davon hätte. Mit Einführung der dritten Bundesliga wird das Problem noch verschärft, da sich ärmere Vereine meiner Ansicht nach auch eine dritte Profiliga (in der ja gütigerweise auch sechs Ostvereine mitspielen dürfen!!!) nicht leisten können! Selbst die Vereine unserer Region, die sich für diese Liga qualifizieren, dürften es schwer haben. Da auch Cottbus und selbst Rostock dem anhaltenden Ausverkauf in zahlungsstärkere Regionen kaum lange standhalten dürften, wird sich folgerichtig der Hauptteil der finanzschwächeren NOFV- Vereine bald in der dritten oder gar vierten Liga wiederfinden. In letzterer soll dann Thüringen mit Hessen zusammengewürfelt werden, wodurch dann auch noch relativ reizvolle traditionsreiche Begegnungen auf ein Minimum reduziert werden. Oh du wunderbare Fußballzukunft... Es wird Zeit, daß aus den Reihen des DFB und besonders des NOFV Alarm geschlagen wird, denn ohne tiefgreifende Umstrukturierung unserer Ligastrukturen oder andersweitiger Reformen (zum Beispiel besserer Schutz der Nachwuchsabteilungen) werden wohl die besten Vereine des Nordostens bald TeBe und Herha sein. Und die haben ja bekanntlich mit Ostfußball auch nicht so sehr viel zu tun!
Ich will die vereinsinternen Fehler, welche auch in Jena gemacht wurden, nicht wegreden (die letzten Spiele waren echt eine Sauerei), denke aber, daß es an der Zeit ist, vielleicht das Problem auch mal von dieser Seite zu betrachten! Kein Mensch will, daß unsere Vereine einseitig bevorteilt werden. Eine gewiße Chancengleichheit sollte aber selbst im Profifußball noch gegeben sein. Will man nicht in wenigen Jahren Verhältnisse wie im deutschen Eishockey haben- und selbst da wurde jetzt mit einem neuen Transfersystem reagiert, welches die Vereine bevorzugt, die eine stärkere Nachwuchsarbeit leisten- sollte man seitens des DFB schleunigst reagieren. Erstens ist dies auch im Sinne von finanzschwächeren Vereinen aus den alten Bundesländern (!), zweitens wäre es in jedem Falle im Sinne der Fans. Und die müssen sich ja das Gekicke schließlich anschauen. Außerdem hat auch unsere Region vernünftigen Fußball verdient, der aber bei den derzeitigen Verhältnissen kaum eine Chance hat. Denkt mal drüber nach!

Björn Pfennig

Aus Cottbus schrieb uns Axel Ganskow:

Auch ich kann es natürlich nicht lassen, mein Kommentar zu dieser prekären Lage abzugeben, denn ich bin schon solange FCC-Fan, daß ich mich an die Anfangszeiten gar nicht mehr erinnern kann.
Meiner Meinung nach ist es deutlich erkennbar, daß sich dieses Desaster schon seit bestimmt 2 Jahren angebahnt hat. Sowohl finanziell als auch sportlich. Es war zum Beispiel schon seltsam, als letztes Jahr der Sponsor auf dem Trikot "MBO" hieß. Doch da sie zur Jenoptik-Familie gehören und mit Firmensitz in Jena, war die Sache noch zu ertragen. Aber in dieser Saison haben sie wohl den Vogel abgeschoßen. Doch die "Callme"-Geschichte wurde ja schon durchgekaut, und vielleicht kann so etwas ja mal passieren, die sind nicht die ersten (und gewiß nicht die letzten). Doch Tatsache ist, daß allein der Zwang nach solchen Unternehmen Ausschau zu halten, der Ausschlag für diese Pleite war. Na und dann ist ja noch das Thema, daß wir schuldenfrei seien und deshalb sich eigentlich niemand über die Vereinsführung hätte beschweren können. Doch bei solchen Dingen sollte man vorsichtig sein, auch wenn man da Beispiele wie Nürnberg anführt. Denn was passiert, wenn dann der sportliche Erfolg ausbleibt, was, wie Ihr wißt schnell passieren kann, sollte sich jeder mal überlegen. Deshalb halte ich das "Jenaer Modell" für gar nicht so falsch, wenn man zugegebenerweise hier und da ein paar Korrekturen vornimmt. Aber denkt doch mal nach: Glaubt Ihr alle, daß der eigentlich schon beschlossene Abstieg in die 3.Liga ausschließlich auf dieses Problem zurückzuführen ist. Ich glaube nicht, obwohl ich den Vorstand nur in dieser Sache entlasten will.
Ich bin der Meinung wie viele andere, daß der Verein die falschen Spieler geholt hat, und ihnen zu wenig geboten hat. Nicht unbedingt Geld aber vielmehr eine Zukunftsperspektive. Außerdem, möchte ich sagen, wurde wenig auf einige Spieler eingegangen, oder auf ihre eigentlichen Talente geachtet. Zum Beispiel hätte ich in dieser Saison Olaf Holetschek von Anfang an auf die Liberoposition gesetzt. So hätte man schon den unsinnigen Kauf von Lindner eingespart. Im zweiten Beispiel verstehe ich nicht, wieso man von dem Modell Frank Nierlich im Mittelfeld spielen zu lassen wieder abgerückt ist. Wahrscheinlich weil man bei Neueinkäufen weniger an die Abwehr als ans Mittelfeld gedacht hat. Obwohl er eben da besser aufgehoben wäre. Und außerdem wäre es doch ohnehin dem Jenaer Fußballprinzip entgegengekommen, sich speziell um die Abwehr zu kümmern. Zumal uns letzte Saison die gesamte Abwehr abhanden gekommen ist. Den Angriff will ich in der Sache weg lassen, denn dieser hat in Jena selten Bäume ausgerissen, Jenaer Stürmer eigentlich nur auf dem Platz stehen, um die Elf komplett zu kriegen. Ich kann mir vorstellen, daß es für einen Ostverein mit derartiger Finanzlage nicht einfach ist, sich auf dem Markt das herauszusuchen, was genau das Richtige wäre. Doch daß es geht, hat selbst unser FCC schon bewiesen, obwohl es nicht oft vorkommt.
Zwei Fälle fallen mir da spontan ein, denen ich auch einen Namen geben will:
1.Der "Jens Gerlach Fall": Der Verein sollte sich auf Spieler konzentrieren, die schon einmal in Jena gespielt haben, gute Erfahrungen gemacht haben und auch für die Fans und für den Namen "FC Carl Zeiss Jena"spielen würden, wenn es sein muß. Und von solchen Spielern gibt es genug!
2. Der "Axel Jüptner Fall": Dieser Spieler hat es geschafft, obwohl er von vornherein keine Zukunft in Jena hatte, da er im Sommer hätte in Oberhausen spielen müssen, sich in kürzester Zeit als einer der besten Jenaer zu präsentieren. Auch solche Spieler gibt es, die vorher noch nie mit dem ostdeutschen Fußball zutun hatten, trotzdem sich derart aufopfern können, auch wenn es nur für ein halbes Jahr ist! Mein Vorwurf an den Vorstand in diesem Fall ist, daß man nicht eher auf diesen Mann gekommen ist und somit schneller als Oberhausen gewesen wäre. Statt dessen behält man sich Spieler zurück wie Heiko Cramer, die schon letztes Jahr nicht den besten Eindruck hinterlierßen.
Außerdem sollte man sich nicht selber die Amateur-Fußball-Tür vor der Nase zuschlagen, denn auch hier schlummert ein kleines Vermögen, z.B. Torsten Ziegner, Mario Kanopa oder Christian Hauser.
Noch ein Wort zum Trainer: Ich bin nicht unbedingt der Meinung, daß man sich so sehr auf Rainer Hollmann fixieren sollte, was man wahrscheinlich ja auch nicht tut, denn auch er hatte schon mehrmals die Möglichkeit die Leute wieder derart aufzurütteln, oder die Mannschaft umzustellen, um das Drama abzuwenden. Doch gleich im ersten Heimspiel gegen Köln zu verlieren, wo wir doch die Chance hatten auf einem Nichtabstiegsplatz überwintern zu können, und das nach einem guten Pokalspiel, oder auch der Start der 2.Halbserie in Wattenscheid nach einer so guten Hallenfußball-Saison spricht nicht gerade für sein Konzept, insofern er überhaupt eins hatte.
Doch meiner Meinung nach ist das jetzt alles zu spät, wir können nur das Beste hoffen. Und wir als Fans werden selten angehört, und wenn wir uns beschweren, heißt es nur: Wir sind "erfolgverwöhnte" Dummschwätzer und Besserwisser!

Euer Axel (Exl) Ganskow

Aus Dresden schrieb uns Martin Meusel:

Seit ich mich selbst mit dem Internet beschäftige besuche ich teilweise mehrmals wöchentlich eure Internetseite, bin also interessierter Konsument der Geschehnisse in und um den Verein aus einiger Distanz, aber trotzdem GROSSER Jenafan, seit ich weiß, was Fußball ist.
Ich gehöre also auch zu den zutiefst traurigen Menschen, die wiedereinmal mit ansehen müssen, was dem Verein widerfährt. Da ich weder Livespiele noch TV Übertragungen verfolgen kann (was leider in der kommenden Saison ändert, da Jena dann nach Dresden kommen wird wenigstens 2 mal) möchte ich auch keine Aussagen zu Spieler wagen, sondern mich auf etwas globalere Perspektiven beschränken.
Als erstes wäre da das wohl leider alles entscheidende Thema Geld. Ohne dem läuft, was nichts neues ist, nichts. Und wenn ich mich hier im Osten umschaue, dann komme ich auf die Idee, daß der Abstieg weniger am Verein liegt, sondern an der Situation hier im Osten. In der nächsten Saison werden in den beiden höchsten Spielklassen Deutschland gerade 2 Vereine aus dem Osten vertreten sein. Solange keine Sponsoren gefunden werden, die spielstarken Spielern auch die entsprechenden Gehälter garantieren können, wird sich auch am Fußball im Osten nichts ändern. Und wenn man sich die Industrie im Osten anschaut, dann tränen einem nicht nur angesichts der Arbeitslosenzahlen die Augen. (vielleicht kann ja der Verein des CZ Jena jetzt mal auf seinen ehemaligen Namensgeber zugehen und ihn nach seinem Milliardenauftrag von AMD um Sponsorenverträge verhandeln) Wenn man aber Cottbus als Alternative vorhält, so sehe ich den Grund von Cottbus beeindruckenden Tabellenplatz eher in der Unfähigkeit von Dynamo Dresden, die nicht in der Lage waren, einige zum Teil bundesligärfahrene Spieler zu halten, die in Cottbus dann die Möglichkeit sahen, etwas aufzubauen. Meine Prognose aber ist, daß es Cottbus ähnlich wie Zwickau, Leipzig und Jena ergehen wird.
Solange die Wirtschaft im Osten am Boden liegt, solange wird es auch dem Fußball dort schlecht gehen und Jugendliche werden eine ihrer letzten Interessen verlieren und was dabei rauskommt haben wir ja auch bei der Wahl in Sachsen-Anhalt beobachten können.
Und um die Schwarzmalerei auf die Spitze zu treiben, es interessiert ja auch niemanden. Wenn man sich mal die Seiten vom "Kicker" oder von "Ran" anschaut, die Miesere im Osten wird dort mit keinem Buchstaben erwähnt. Der Untergang des Ostfußballs ist meiner Meinung nach ein Spiegelbild der Gesellschaft.
Meine Hoffnung ist, daß Jena als Kleinziel wenigstens den Sprung in die eingleisige 3. Bundesliga in der kommenden Saison schafft. Und dann gibt es nur drei Dinge die helfen: Geld, Geld, Geld.

Martin Meusel

Zu Wort gemeldet hat sich auch noch Gerd Müller-Pfeiffer mit Kölner Email-Adresse:

Ein drittklassiger Verein, mit drittklassigen (oder nnoch schlechter ???) Management mit drittklassigen Spielern gehört halt in die dritte Liga.
Wir können nur hoffen, daß wir einen neuen Anfang schaffen mit neuen, jungen, erfolgshungrigen Spielern. Aber ob wir es jemals weider schaffen, in die zweite Bundesliga zu kommen, dürfte mehr als fraglich sein. Die zweite Liga wird ganz anders gemanaget als noch vor 10 Jahren. Diese Veränderung hat unser Club leider nicht begriffen.

Gerd Müller-Pfeiffer