VfB Leipzig gegen FC Carl Zeiss JENA 3:3

Tore: 0:1 Kanopa (11.), 0:2 Zimmermann (23.), 1:2 Edmond (30.)
      1:3 Zimmermann (54.), 2:3 Kujat (85.), 3:3 Pinder (86.)

Leipzig:
Grundmann; Kern; Edmond, Schößler; Däbritz, Werner (81. Weichert), Bancic, Wulftange (59. Jülich), Opoku (35. Pinder); Kujat, Fuchs
Jena:
Neumann; Raickovic (73. Penzel); Röser, Wentzel; König, Nierlich, Holetschek, Hauser (11. Ziegner), Schneider; Zimmermann, Kanopa (82. Kämpfe)

Zuschauer: 4500

Schiedsrichter: Weiner (Ottenstein)

Spielbericht:
[Saisonabschluß mit Uwe Kaiser]
KAFFEEFAHRT! Schönes Wetter (eigentlich schon wieder zu warm), ein bedeutungsloses Spiel, eine relativ kurze Anreise - alles Voraussetzungen für einen lockeren und fröhlichen Saisonausklang. Doch zum x-ten Mal hat der FCC gezeigt, warum diese Saison so daneben gegangen ist: In einem guten Spiel, das man nach der klaren Führung voll im Griff hatte, vergaß man, daß ein Spiel eben 90 Minuten dauert und nicht nur 85! Allein in den Auswärtsspielen in Zwickau, Frankfurt und Unterhaching hat man jeweils in den letzten 3 Minuten insgesamt 3 Tore kassiert und 4 Punkte verschenkt.
Aber: Auch im 5. Auswärtsmatch (vorher Hertha, Essen, Frankfurt, Uerdingen), zu dem ich den Spielbericht lieferte, verlor der FCC nicht!!! Wenn ich nächste Saison einen zahlungskräftigen Sponsor für die Auswärtsfahrten finde - Vorsicht, ich bin teuer! -, steigen wir wahrscheinlich auf ;-) !
Entgegen den Befürchtungen, daß es angesichts der Hitze, der vielen Ausfälle von Stammspielern auf beiden Seiten und der Bedeutungslosigkeit für Auf- oder Abstieg ein müdes Rumgegurke werden könnte, bestätigten sich glücklicherweise nicht. Beide Teams spielten mit Engagement (unverständlich allerdings das Geholze einiger VfB-Kicker in der 2. Halbzeit) und wollten ihren Fans zum Saisonabschluß etwas bieten. Die Leipziger machten zu Beginn viel Druck, so daß man in den ersten Minuten Schlimmes befürchten mußte. Aber den ersten richtigen Jenaer Angriff nach 12 Minuten (Nierlich über links) schloß Kanopa mit dem 1:0 ab. Danach wollte der VfB unbedingt den Ausgleich, aber so richtig dicke Chancen hatten sie nicht. Dafür startete Jena nach weiteren 12 Minuten den zweiten Angriff: Wieder marschierte Nierlich links außen ab, seinen Schuß aus spitzen Winkel konnte der Leipziger Keeper nur abklatschen und Zimmermann machte das 2:0. Hundertprozentige Chancenverwertung! Warum nicht öfters so in dieser Saison? Dann drehten die Leipziger noch mehr auf und nach einer Flanke von Opoku (ganz stark, wurde dann zum Glück ausgewechselt) brauchte Edmond nur noch einzunicken. 3 Minuten später das gleiche von der anderen Seite, aber Neumann hielt diesmal den Kopfball. Erwähnenswert noch ein Leipziger Fernschuß von halbrechts (ging knapp vorbei) und die Stadion-Bratwurst (für Nichtthüringer Verhältnisse ganz erträglich) - beides gab es in der 38. Minute.
Die 2. Hälfte glich der ersten - Leipzig greift an, Jena entschließt sich nach 10 Minuten zum Angriff und schießt das dritte Tor. Nierlich (bester Jenaer) bekommt einem Zuckerpaß, geht rechts außen durch und "Zimme" haut die Flanke direkt rein - Spitze! Die Chancenverwertung lag jetzt immer noch bei 100 % !!! In der 60. Minute gab es im Leipziger Strafraum ein ziemliches Durcheinander, aber Grundmann konnte den Schuß halten. Eine Viertelstunde vor Schluß startete ein Jenaer (die Abendsonne blendete stark, ich glaube, es war Holetschek) ein schönes Solo, ließ einige Leipziger im Strafraum stehen, macht aber leider einen Haken zuviel und schießt vorbei. Zwischendurch (62.) schoß Schößler für die Gastgeber einen Elfer an Marios Tor vorbei.
Mein Ärger über die letzten 10 Minuten hält sich nur deshalb in Grenzen, weil es um nichts mehr ging - außer um eine bessere Tabellenposition. Der FCC hatte plötzlich keine Lust und/oder keine Kraft mehr. In der 80. konnte Neumann einen 20-m-Knaller noch abfausten und auch drei Minuten später war Super-Mario gegen einen frei durchgelaufenen Leipziger noch erfolgreich, aber gegen die beiden Treffer war er auf Grund der "Nickerchen" seiner Abwehrspieler machtlos. Erst kann ein Sachse unbedrängt flanken und alle gucken interessiert zu, wie Kujat einköpft, und 60 Sekunden später darf Pinder aus 18 Metern flach einschießen. Der Torschütze hatte vorher sogar noch Zeit, ganz offensichtlich zu schauen, ob denn der Ball durch die Lücke auch ins Tor passen würde. Letztendlich waren die rund 300 Jenaer Fans über den Schlußpfiff froh, damit nicht noch Schlimmeres passiert.
Nach dem Abpfiff zeigten die Leipziger Zuschauer, daß die zerlegte Imbißbude im Hinspiel kein Ausrutscher weniger Idioten war: Nach dem Platzsturm beim Abpfiff (der beim letzten Heimspiel verständlich ist) rückte ein Kindermob, durchsetzt mit älteren Dickerchen in der Midlife crisis, auf die Jenaer Kurve zu, begann mit Steinen u.ä. Zeugs zu werfen. Da sich die zahlreichen Ordnungshüter intelligenterweise INNEN am Zaun aufgebaut hatten (damit kein böser Jena-Fan etwa auf den Zaun klettert), versuchten sich einige sächsische A...löcher (Ich darf das sagen, ich bin auch Sachse!) unter Polizeischutz an den Jenaer Fahnen. Es dauerte eine Weile, bis die Grünröcke (ich meine nicht eventuell anwesende Förster) begriffen, daß sie in den Innenraum gehören. Und für so einen Dilettantismus bezahlt man Steuern!!!

FC Carl Zeiss JENA gegen Hertha BSC Berlin 2:1

Tore: 0:1 Kruse (29.), 1:1 Holetschek (39.), 2:1 Nierlich (47.)
Jena:
Neumann; Sänger; Röser, Wentzel; Cramer (85. Hauser), Nierlich, Schneider, Holetschek, König; Zimmermann, Rousajew (80. Gerstner)
Hertha:
Fiedler; Karl (66. O.Schmidt); Sverisson, Vural; Covic, A. Schmidt, Dardai, Dinzey, Hartmann (50. Fährmann); Kruse (76. Götz), Weidemann

Zuschauer: 9065

Schiedsrichter: Kemmling (Burgwedel)

Spielbericht:
Zwei Matchbälle - diese Formulierung hörte man öfters in Bezug auf die beiden noch ausstehenden Punktspiele. Eines davon mußte gewonnen werden, dann wäre der Klassenerhalt perfekt. Ein Doppelfehler dagegen, welch Schreckensvision, würde den FC Carl Zeiss möglicherweise auf längere Sicht vom bezahlten Fußball ausschliessen.
Dementsprechend verkrampft und nervös gestaltete sich die Anfangsphase. Zwar hatte der FCC die erste Chance durch Rousajew, der nach vier Minuten unter Bedrängnis am Tor vorbeischoß - doch die Initiative übernahm Hertha. Mario Neumann sei Dank, daß der gefährliche Schuß Hartmanns nicht schon nach einer Viertelstunde zum Rückstand führte. Dafür zappelte wenig später der Ball im Netz der Herthaner. Holetschek hatte einen Freistoß von halbrechts direkt aufs Tor gezogen. Alles jubelte schon, doch der Schiedsrichterassistent wollte eine Abseitsstellung von Zimmermann und Rousajew erkannt haben. Und da diese noch den Ball berührten, konnte von passivem Abseits leider nicht die Rede sein. Irgendwie erinnerte mich dies an das Heimspiel gegen den anderen Aufsteiger Kaiserslautern. Auch da wurde Jena ein Tor wegen Abseits aberkannt, worauf der Kontrahent das 1:0 erzielte. Und es kam auch diesmal so. 29. Minute: Die Bogenlampe von Dardai lenkt der ungünstig postierte Neumann zwar an die Torlatte, doch den zurückspringenden Ball erwischt Torjäger Kruse als Erster und köpft ohne Mühe ein. Vorteil Hertha. Den Haupstädtern merkte man an, daß ihr Aufstieg in die 1. Bundesliga schon feststand; nicht jede Situation wurde mit hundert Prozent Einsatz und Konzentration angegangen. Doch die Lockerheit und das Selbstvertrauen speziell nach diesem Treffer machte ihr Spiel so gefährlich. Karl (der hatte schon mit dem HFC Chemie gegen Jena gespielt!), Vural und Dinzey wußten besonders zu gefallen. Hätte der in eine Flanke rutschende Covic nach 32 Minuten getroffen, wäre der erste Jenaer Matchball vermutlich vergeben gewesen. So aber gelang den Thüringern noch vor der Pause der Ausgleich, als der U21-Auswahlkeeper Fiedler einen Eckball Schneiders nicht festzuhalten vermochte und Olaf Holetschek die sich bietende Chance nutzte. Einstand. Durchatmen, Seitenwechsel.
Der eine oder andere der über 9000 Zuschauer wird noch am Bratwurststand gestanden haben, da erzielte Frank Nierlich die Führung. Angespielt von Schneider, überlief er Hartmann und zog aus 15 Metern halbrechts ab. Das war zwar alles andere als eine gute Schußposition (Nierlich selbst sprach anschliessend vom "Idiotenwinkel"), doch Fiedler hatte gegen diesen Kracher nicht den Hauch einer Chance. Nun war Jena obenauf, Cramer, König und der starke Nierlich forcierten die Aktionen aus dem Mittelfeld, was zu Chancen wie Rousajews Fallrückzieher führte. Hertha wollte nach dem 0:1 in Berlin nicht ein weiteres Mal gegen Jena verlieren, fing sich wieder und setzte sich die letzte Viertelstunde in der Jenaer Hälfte fest. Doch den Erfolg vor Augen überstand der FC Carl Zeiss mit Glück und Geschick die Schlußphase schadlos. Spiel, Satz und Sieg Jena.
Als dann noch die Resultate aus Zwickau und Mainz bekannt wurden, kannte der Jubel keine Grenzen: Der Klassenerhalt war perfekt !!! Hunderte Fans rannten nach Abpfiff aufs Spielfeld und feierten ihre Jungs, wie man es seit dem Wiederaufstieg 1995 nicht mehr erlebt hatte. Der Gesang der Polonaise tanzenden Hertha-Fans "Nie meeehr - zweite Liga" wurde nun vom Jenenser "Zweite Liga und Jena ist dabei" übertönt. Sekt und Zigarren in der Kabine, Freibier im Fanclubhaus - alles war happy an diesem Sonntag. Freude auf ein weiteres Jahr Profifußball. <fc>
Und so liest sich der Bericht auf der Hertha-Homepage

VfL Wolfsburg gegen FC Carl Zeiss JENA 4:1

Tore: 1:0 Spies (13.), 1:1 Bennert (49.), 2:1 Tyszkiewicz (54.),
      3:1 Spies (84.), 4:1 Hauser (90./ET)

Wolfsburg:
Zimmermann; Keller; Jensen, Kleeschätzky; Kapetanovic, Spies, Ballwanz (26. Tomcic), Dammeier, Stammann; Meißner, Tyszkiewicz (69. Ratke)
Jena:
Neumann; Raickovic; Sänger, Nedic; Bennert (59. Hauser), Gerstner, Schneider, Nierlich, König; Rousajew, Zimmermann

Zuschauer: 7328

Schiedsrichter: Frey (Neu-Ulm)

Spielbericht
[von Björn Pfennig]
Jetzt wird's so richtig eng. Durch das 1:4 in Wolfsburg (wo wirklich jeder einen VW fährt und unser Auto -kein VW- allseitig bestaunt wurde) steht Jena nun zwei Spieltage vor Saisonende nur noch zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz. Dabei spielte Zeiss eigentlich gar nicht so schlecht und hatte bereits in den ersten Minuten gute Gelegenheiten, die aber alle an Umständlichkeit starben. Die Wolfsburger machten es da wesentlich besser. Zwar konnte Schneider noch einen Ball von der Linie schlagen und Neumann einen Schuß Kellers um den Pfosten lenken, gegen den Schuß von Spies war nichts mehr zu machen und bereits nach 13 Minuten stand es 1:0 für die Gastgeber. Danach hatte der VFL noch einen Pfostenschuß und einige Möglichkeiten, die meistens Neumann zunichte machte. Allerdings hätten sich die VW-Bauer auch über ein 1:1 zur Halbzeit nicht beschweren können, da sich Jena auch einige gute Chancen erarbeitete. Die beste vergab Bennert, der von König schön freigespielt wurde und plötzlich frei auf's Tor zulief. Einfach zu schießen, erschien ihm jedoch scheinbar zu unspektakulär, sodaß er wieder auf König zurückzuspielte, wodurch eine gute Chance ein armseeliges Ende fand.
Nach der Pause klappte es dann allerdings doch recht schnell mit dem Ausgleich, an dem sich die Zeissfans genau 5 Minuten freuen durften. Ein Schuß von Bennert wurde so abgefälscht, daß Zimmermann im Tor der Gastgeber keine Chance hatte, bevor Tyszkiewicz den alten Abstand wieder herstellte. Nach einer flachen Eingabe kam der Ball nicht sichtbar für Neumann aus einer Spielertraube Richtung Jenaer Tor und schaffte es mit letzter Kraft über die Linie. Zwischendurch hatte schon König versucht, das Eigentor des Jahres zu erzielen. Bei einer Kopfballrückgabe griff Neumann am Ball vorbei und der Ball kullerte ganz langsam in Richtung des leeren Jenaer Tores, hüpfte aber dann doch nur vor den Pfosten und ersparte uns wenigstens dieses erneute Trauererlebnis. Jena erarbeitete sich nun noch ein paar gute Chancen, hatte aber mal wieder kein Glück. Der abgefälschte Schuß von Schneider war eigentlich schon so gut wie im Tor, als noch eine Faust Zimmermanns angeflogen kam und uns den ganzen Spaß versaute. In der 78. Minute fiel dann mit der Gelb-Roten Karte sowas wie die Vorentscheidung. Die Wolfsburger wollten gerade zu einem Konter ansetzen, als Nedic, der sich am Spielfeldrand behandeln ließ, von der Seitenlinie angestürmt kam und dem Angriffsversuch ein vorzeitiges Ende bereitete. Da dieser das Feld eigentlich nicht verlassen hatte, hätte sich der Schiri die Karte wegen "unerlaubter Behandlung" auch sparen können. Dies tat er nicht und brachte somit Teile der Jenaer Fans dazu, den Zaun im VFL-Stadion massiv zu bekämpfen. Diese Reaktion verstärkte sich noch, als das 3:1 fiel. Sänger lag schon lange verletzt im eigenen Strafraum, was die Wolfsburger jedoch nicht auf die Idee brachte, den Ball vielleicht mal ins Seitenaus zu spielen. Spies beendete den Angriffszug in der 83. Minute zum 3:1. Fair Play und Aufstiegskampf passen halt irgendwie nicht zusammen. Zwei Minuten später fiel sogar das 4:1, bei dem der Linienrichter allerdings auf Abseits erkannte. Mit dieser Variante hatten allerdings weder Stadionsprecher noch Wolfsburger Fans gerechnet, die erst Minuten später merkten, daß es immer noch 3:1 steht. In der 90. Minute fiel dann aber doch noch das 4:1 durch ein Eigentor von Hauser, der nach einer Wolfsburger Ecke den Ball ins eigene Tor köpfte. Passiert einfach!!!
Kämpferisch hat Jena alles gegeben und hätte eigentlich auch mehr verdient gehabt. In richtige Depressionen haben mich aber eigentlich erst die Siege von Lübeck, Zwickau und Gütersloh gestürzt, wodurch der Abstand auf Platz 15 auf beängstigende Ausmaße zusammengeschrumpft ist. Hoffentlich spielt wenigstens Kaiserslautern mit und siegt gegen Mannheim.

FC Carl Zeiss Jena gegen FSV Mainz 05 2:1

Tore: 1:0 König (26.), 1:1 Ouakili (37.,FE), 2:1 Rousajew (60.)
Jena:
Neumann; Raickovic; Nedic, Sänger; Nierlich, Cramer (88. Gerstner), Schneider, Holetschek, König (78. Hauser); Rousajew (90. Röser), Zimmermann
Mainz:
Wache; Stöver, Herzberger, Neustädter, Gabriel (65. Erhard); Klopp, Schmidt, Akrapovic, Weiß (61. Grevelhörster); Demandt, Ouakili

Zuschauer: 3680

Schiedsrichter: Fleischer (Neuburg)

Spielbericht
Der FC Carl Zeiss war in den vergangengen Wochen der Abstiegszone Stück um Stück näher gerückt. Und dies beim wohl schwierigsten Restprogramm aller gefährdeten Klubs - gleich drei Aufstiegskandidaten in den letzten vier Spielen! Der erste von ihnen hieß FSV Mainz 05 - eine Mannschaft, die zwar nur ein Tor von einem Aufstiegsplatz entfernt war, die aber bei ihren letzten Gastspielen stets die Punkte in Jena gelassen hatte.
Enttäuschend diesmal die Zuschauerzahl: 3680 bedeutete Saison-Minusrekord. Und dies nach dem guten Auswärtsspiel bei Frank Engels Trainer-Debüt. Lag es am unbeständigen Wetter ? Am Spieltag mitten in der Woche ? Da die Mittwochspiele der zweiten Liga mit einer Ausnahme (Köln, aber da geht eh kaum einer hin) vorgezogen wurden, konnte auch Schalkes EC-Finale nicht der Grund gewesen sein. Es sei denn, man wollte sich dafür zuvor noch gehörig in Stimmung trinken... Das Spiel begann relativ verhalten, die ersten Chancen erspielte sich Mainz. Mario Neumann rettete hier gleich mehrfach in großem Stil. Erst nach gut zwanzig Minuten bekam der FCC das Spiel in den Griff und die Führung ließ nicht lange auf sich warten: Freistoß Jena, Schneider legt auf König ab und der trifft aus 26 Metern ins linke untere Eck. Bei den Mainzer Ausgleichsbemühungen danach spielte Ouakili die Hauptrolle. Erst umspielte er Torhüter Neumann, hob den Ball aber aus spitzem Winkel übers Gehäuse (31.). Sechs Minuten später wurde er im Strafraum von Raickovic und Sänger flankiert, fiel nach einem leichten Rempler und durfte den Elfmeter gleich selbst verwandeln. Jena ließ sich davon zum Glück nicht schocken und kam noch vor der Pause zu zwei Riesengelegenheiten: Holetscheks Kopfball an die Latte (39., Zimmermanns Nachschuß wurde abgeblockt) und Rousajews Hundertprozentige, als der einen Paß von Zimmermann völlig freistehend fünf Meter vorm Tor erst noch annehmen wollte, den Ball nicht unter Kontrolle bekam und der Mainzer Torwart klären konnte (44.).
Wahrscheinlich wäre auf die Art der "Schuldige" für das neuerliche Remis gefunden gewesen - wenn, ja wenn Michail Rousajew nach sechzig Spielminuten nicht noch eine weitere Chance bekommen und diese auch genutzt hätte. Vorbereiter waren Nedic und Sänger, Rousajews Schuß von der Strafraumgrenze war unhaltbar. Das Häufchen mitgereister Gäste-Fans wartete fortan vergebens auf Ausgleichschancen ihrer FSV-Elf. Zwar wußten die Mainzer einige Male technisch zu gefallen, Torgefahr und zwingende Kombinationen brachten sie in den zweiten 45 Minuten aber nicht mehr zustande. Ganz anders der FC Carl Zeiss. Mag es am Trainerwechsel, der wiedergewonnen Motivation oder am Erkennen der ernsten Lage gelegen haben - ein derartiges Teamwork, wo einer für den anderen fightet, hatte man in Jena schon lange nicht mehr erlebt. Jens König, Dejan Raickovic (beste Spieler), auch Michail Rousajew wirkten wie ausgewechselt. Da Trainer Engel die Jungs zudem prima auf die Mainzer Viererkette eingestellt hatte, war der Sieg an diesem Tag hochverdient. Allein Bernd Schneider hätte ihn noch in die Höhe schrauben müssen; doch einmal schob er den Ball dem Torwart durch die Beine am Pfosten vorbei und kurz vor Schluß scheiterte er nach einem Konterzug am gut reagierenden Wache.
Was die drei Punkte wert sind, wird man erst richtig wissen, wenn Zwickau, Mannheim, Gütersloh gespielt haben - aber eines steht für mich jetzt schon fest: Bei derart engagierten Vorstellungen bleibt dem Thüringer Fußball sein Vertreter im bezahlten Fußball erhalten. <fc>

KFC Uerdingen gegen FC Carl Zeiss JENA 2:2

Uerdingen:
Hollerieth; Peschke (43. Schmidt); Panadic, Golombek; Grauer, Jüptner, Wollitz, Grammozis (81. Hahn), Straube; van Buskirk (46. Thorup), Müller
Jena:
Neumann; Raickovic; Nedic (74. Wentzel), Sänger; König (68. Hauser), Holetschek, Gerstner, Schneider, Cramer; Zimmermann, Rousajew (86. Bennert)

Zuschauer: 3158

Schiedsrichter: Hilmes (Nordhorn)

Spielbericht
[von Uwe Kaiser]
"Gut, dann schauen wir uns das Drama eben mal von der Tribüne aus an" , dachte ich, als mir Matthias vor der "Grotenburg" eine Tribünenkarte "sponsored by Fanprojekt" gab. Doch das Befürchtete blieb glücklicherweise aus.
Zunächst begann das Spiel alles andere als glücklich für den FCC : Zwar hatte Jena die erste Torchance, als nach 6 Minuten Holetschek einen 25-m-Freistoß knapp drüberschoß, aber als sich der KFC das rste mal in unseren Strafraum verirrte, stand es 0:1 aus Jenaer Sicht. Nach einem Einwurf von rechts prallte der Ball wie im Flipperautomaten zwischen den "Weißen" und den "Blau-Roten" hin und her und hätte sich vermutlich ins Toraus verabschiedet, wenn ihn nicht noch ein Uerdinger im Fallen in Neumanns Kasten gelenkt hätte. Der FCC ließ sich durch den Gegentreffer aber nicht stören und zog sein Spiel durch, wie man es auswärts lange nicht gesehen hatte - ggressiv und offensiv!!! Holetschek verzichtete endlich mal auf die "Bewachung" der eigenen Strafraumgrenze (wie zuletzt öfters gesehen) und teilweise wurde aus dem 4-4-2-System sogar ein 4-2-4, da Schneider und Cramer weit aufrückten. Nur 5 Minuten nach dem Uerdinger Führungstreffer schob Cramer den Ball in den Rücken der Abwehr, "Zimme" umkurvte Hollerieth und machte den Ausgleich. In der 18. Minute versuchte sich Mark Zimmermann mit einem Fallrückzieher am "Tor des Jahres", doch Hollerieth konnte den Ball gerade noch so zur Ecke lenken. Der KFC wurde weiter unter Druck gesetzt und nach einem Rückpaß brachte der KFC-Keeper den Ball gerade mal bis zur Strafraumgrenze und gab Mark Zimmermann die Vorlage zu seinem zweiten Treffer im Spiel und mir die Gelegenheit zum zweiten Solojubel auf der Sitzplatztribüne. Uerdingen hatte es vor allem Libero Peschke (der als letzter Uerdinger vor dem Torwart etliche Jenaer Angriffe mit Rieseneinsatz und sauberen Tacklings zunichte machte) zu verdanken, daß der FCC nur noch ein Tor vor der Pause schoß: 37. Minute Cramer spielt schön auf Rousajev, doch dessen Schuß wird durch den Keeper zur Ecke abgewehrt. Eine Minute danach dachte "Raicko" leider, daß er im Abseits stände; wäre er konsequent in Holetschek Freistoßflanke reingelaufen... In der ersten Halbzeit hatte der KFC durch Peschke (der sich bei dieser Aktion verletzte und ausgewechselt werden mußte) noch eine Riesenchance, doch dessen Kopfball landete am Pfosten.
Nach der Pause durften alle Stehplatzzuschauer in den E-Block der Gegentribüne - Angst vor einem heraufziehenden Gewitter oder der Versuch, Stimmung in den Ground zu bringen? Da sich die paar hundert KFC-Fans in den ersten 45 Minuten darauf beschränkten, ab und zu die Entlassung ihres Trainers zu fordern, gaben die rund 100 FCC-Fans (mit 19 Fahnen und 1 Teddybär am Zaun!) den Ton an. Im zweiten Teil standen blau-rote und blau-gelb-weiße Fans im E-Block einträchtig nebeneinander und machten prima Stimmung. Der KFC-"Manolo" stand sogar mitten unter den Jenaern und unterstützte auch ihren Support mit seiner blau-roten Pauke! Endlich blieben mal die ganzen blöden Anti-Gesänge aus! Warum gibt es so ein gutes Einvernehmen zwischen den Fans so selten?
Leider ging's in der zweiten Halbzeit auf dem Spielfeld für den FCC nicht so schön weiter. Erst bekommt man den Ball nicht weg, und dann landete eine "über den Senkel gerutschte" Flanke im langen Eck von Neumanns Tor (Eigentlich war der Ball lange genug in der Luft, um noch zu reagieren!). Ausgleichende Gerechtigkeit - 2 Minuten später wummert Wollitz einen Freistoß aus 20 m an die Lattenunterkante. Hier Pech, da Glück! Von jetzt an war Uerdingen optisch überlegen, aber ernsthafte Gefahren für das Unentschieden gab es auch durch Jena nicht. Zimmermann und Rousajev agierten jetzt 20 m weiter hinten als im Teil 1, und bis auf Rousajevs Versuch eines Alleingangs (zu zaghaft) und Zimmermanns wunderbare weite Flanke von rechts außen auf Cramer (schoß drüber) hatte auch Hollerieth nichts mehr auszustehen. So jubelte beim Abpfiff der blau-rot-gelb-weiße Fanblock - die einen, weil sie keine weitere (mögliche) Heimniederlage kassierten und die anderen weil man endlich wieder ein niederlagenfreies Spiel mit einer gut kämpfenden und spielenden Mannschaft gesehen hatte.
Eine Bemerkung zum Trainerwechsel: Trotz einer Auswärtsleistung, die um Welten besser war als z.B. der Kick in Unterhaching, verkneife ich mir eine Einschätzung über Sinn und Erfolg des Tauschs Vogel - Engel bis zum 34. Spieltag. Unbestritten allerdings, daß ein Engel eine größere theoretische Flughöhe hat als ein Vogel.

Fortuna Köln gegen FC Carl Zeiss JENA 2:0

Köln:
Wessels; Lottner; Radschuweit, Mink (46. Brdaric); de Wit, Renn, Akonnor, Zernicke, Kranz (62. Niggemann); Krieg (80. Niedziella), Hey
Jena:
Saric; Raickovic; Sänger, Nedic (70. Janjic); Nierlich, Cramer, Gerstner, Schneider, Holetschek, König; Rousajew

Zuschauer: 1500

Schiedsrichter: Lange (Herrenberg)

Spielbericht
[Björn Pfennig war in Köln vor Ort]
Und wieder nichts. Als Zeissfan lohnt es sich nicht mehr zu den Auswärtsspielen Jenas mitzufahren. Auch am Freitag- diesmal bei Fortuna Köln- wurde es wieder nichts aus dem angestrebten Punkt. Dabei hätten es sogar drei werden können, da Köln keineswegs überzeugte und sehr glücklich zu den Toren kam.
Es hätte alles so schön werden können. Die schätzungsweise 200 mitgereisten Fans hatten das mit nur 1000 Zuschauern gefüllte Kölner Südstadion akkustisch voll im Griff und die Fortuna versprach eigentlich, ein nicht zu starker Gegner zu sein, so daß wenigstens ein Unentschieden drin war. Am Ende kam jedoch mal wieder alles anders. Das Spiel bewegte sich von Beginn an auf einem recht niedrigen Niveau und beide Mannschaften beschränkten sich hauptsächlich darauf, Tore zu verhindern, wodurch kaum gute Chancen herausgespielt werden konnten. Radschuweit mit einem Kopfball und Hey mit einem Weitschuß vergaben dabei die besten Möglichkeiten für die Fortuna. Die Jenaer erarbeiteten sich zwar ebenfalls mehrere Möglichkeiten, richtig zwingende Aktionen waren jedoch kaum dabei, was vor allem daran lag, daß die Mannschaft insgesamt zu defensiv eingestellt war. Lediglich mit Distanzschüssen sowie Cramers Direktschuß kam manchmal sowas wie Gefahr auf. In der zweiten Halbzeit ging dann alles sehr schnell. Nach einer Ecke Akonnors griff Saric am Ball vorbei und Krieg hatte keine Mühe zu vollenden. Danach wurde Jena aggresiver und versuchte das Spiel an sich zu reißen. Dabei konnte sich die Mannschaft allerdings kaum Chancen erarbeiten, da der Spielaufbau zu langsam und ideenlos verlief und die Kölner Abwehr sehr kompakt hinten drin stand. Lediglich eine Großchance hatten die Thüringer als ein Jenaer frei auf's Tor zulief und den fälligen Schuß völlig unbedrängt vorbeisetzte. Auf Kölner Seite vergab Akonnor freistehend vor'm Jenaer Tor eine glasklare Chance. Erst in der 85. Minute wurde dem Jenaer Anhang die letzte Hoffnung genommen. Nach einer Flanke konnte ein Kölner Spieler unbedrängt auf Saric's Tor köpfen. Dieser konnte den Ball zwar abwehren, jedoch nicht festhalten, so daß Brdaric keine Mühe hatte zum 2:0 zu vollenden.
Die Jenaer Fans reagierten auf die erneute schwache Jenaer Leistung sehr gereizt und belagerten nach dem Spiel den Jenaer Mannschaftsbus. Die Diskussionen mit Ernst Schmidt und Lothar Kurbjuweit dauerten noch lange an, wobei vor allem die taktische Einstellung Jenas die Gemüter erhitzte. Von Anfang an auf Unentschieden zu spielen funktioniert in den wenigsten Fällen, was eigentlich auch Eberhard Vogel schon aufgefallen sein müßte. Wie kann es sein, daß mit Rousajew lediglich ein Stürmer auf dem Platz steht und erst in der 70. Minute, lange nach dem 1:0, mit Janjic ein weiterer eingewechselt wird ? Unverständlich ist auch, daß hochmotivierte Spieler wie Ziegner und Hauser, die in Essen voll überzeugten, kaum zum Einsatz kommen und Saric, welcher am laufenden Band spielentscheidende Fehler produziert, schon wieder im Tor stand. Hinzu kommt, daß einige Spieler wohl in Gedanken schon bei anderen Vereinen spielen.
Ein Blick auf die Tabelle nach dem 29. Spieltag zeigt, daß die Ängste der Fans, nach den Siegen von Zwickau und Lübeck durchaus völlig berechtigt sind, sind doch zum Abstiegsplatz jetzt nur noch vier Punkte Luft. Vielleicht kapiert ja Jena jetzt endlich, um was es eigentlich geht...

FC Carl Zeiss JENA gegen Stuttgarter Kickers 0:0

Jena:
Saric; Raickovic; Sänger, Nedic; Nierlich, Cramer, Schneider, Holetschek (65. Gerstner), König; Zimmermann (46. Janjic), Rousajew (77. Weber)
Stuttgart:
Walter; Malchow; Strogies, Pfuderer; Hofacker (5. Chatzis, 83. Sebescen), Raspe, Kevric, Lösch, Minkwitz; Sailer, (56. Maric), Beierle

Zuschauer: 5881

Schiedsrichter: Dr. Dörr (Griesheim)

Spielbericht
Mindestens zwei Saisonspiele der 2. Bundesliga stehen für den Chef des Hauptsponsors Jenoptik fest im Terminplan. Dabei weiß Lothar Späth gar nicht so genau, wem er dann eigentlich die Daumen drücken soll - ist er doch einerseits jetzt in Jena aktiv und weiß um die Bedeutung des Profifußballs für die Region, andererseits aber nach wie vor Mitglied bei den Stuttgarter Kickers, die zudem jetzt noch Aufstiegsambitionen hegen.
Im Duell viertschwächste Heimelf gegen zweitstärkstes Auswärtsteam hatte der Gastgeber die erste Chance, zugleich die größte im ganzen Spiel: Nach Vorarbeit von Nierlich und Cramer hat Bernd Schneider freie Schußbahn, zieht aus zwölf Metern ab, trifft aber nur den linken oberen Innenpfosten (14.). Fast alle Zuschauer hatten diesen Ball schon drin gesehen und diese Aktion wäre auch allemal ein Tor wert gewesen. So aber blieb nur allgemeines Haareraufen und der anschliessende Versuch Stuttgarts, sich aus der Umklammerung zu befreien. Kevrics Eingabe, die Nedic von der Torlinie schlug (29.) und vor allem Beierles Chance aus Nahdistanz nach abgefältschtem Freistoß (41.) brachten dann auch Gefahr für Sarics Gehäuse. Gefahr ganz anderer Art entstand in der 43. Minute, als Carsten Sänger den frei durchlaufenden Sailer am Trikot festhielt. Schiedsrichter Dörr beließ es zum Glück bei Gelb und "entschädigte" die Jenaer damit für manch umstrittene Entscheidung.
Die zweite Halbzeit begann recht schwungvoll. Alexander Janjic in seinem bislang längsten Einsatz für den FC Carl Zeiss hatte schon drei Minuten nach seiner Einwechslung die Riesenchance zum ersten Treffer, bekam aber das Leder fünf Meter vorm Tor nicht unter Kontrolle. Schneider und Nierlich hatten die Vorarbeit geleistet. In der 56. Minute köpfte Dejan Raickovic knapp übers Gehäuse, auch hier war Bernd Schneider mit schönem Paß der Vorbereiter. Unser nun auch offiziell von Schalke 04 umworbener Mittelfeldspieler scheint durch den aversierten Wechsel (-> Kommentar) so richtig auf Touren zu kommen, war erneut bester Akteur und trotz einiger "Atempausen" so ziemlich an jeder guten Aktion beteiligt. Leider blieben solche in der letzten halben Stunde aus. Technische Unzulänglichkeiten, Abspielfehler und eine hohe Foulquote liessen das Niveau fortan merklich abfallen. Stuttgarts Abwehr hatte bis zum Schlußpfiff keine große Mühe mehr, allerdings brachten die Gäste nach vorn für einen Aufstiegsaspiranten entschieden zu wenig. Und als es in der 90. Minute doch noch mal eng wurde, beging Libero Malchow "ein notwendiges Foul" (Gästetrainer Wolf) an Cramer und sah dafür Gelb-Rot. Uerdingen als nächsten Kickers-Gegner wird's gefreut haben, dem FC Carl Zeiss nützte es nichts mehr.
Schade, mit einem Sieg wäre Jena wohl aus dem Kreis der Abstiegskandidaten ausgeschieden. Zwar sind es auch so schon sieben Punkte plus das bessere Trefferverhältnis bis zur Gefahrenzone, aber bei diesem Restprogramm ist man damit noch nicht aller Sorgen ledig.   Lothar Späth's Seelenlage freilich war nach diesem Spielausgang noch immer in Ordnung. <fc>
-> Kommentar und Reaktionen zu: Jena aus dem Schneider?

SpVgg. Unterhaching gegen FC Carl Zeiss JENA 2:1

Tore: 1:0 Reich (42.), 1:1 Rousajew (48.), 2:1 Täuber (89.)
Unterhaching:
Wittmann; Vladimir; Täuber, Bucher; Hartig (80. Bergen), Garcia (67. Zimmermann), Reich, Zeiler, Lust; Gröber (60. Schmöller), Radlspeck
Jena:
Saric; Raickovic; Sänger, Wentzel (80. Nedic); Nierlich, Cramer, Schneider (68. Gerstner), Holetschek, König; Zimmermann (85. Weber), Rousajew

Zuschauer: 1200

Schiedsrichter: Prengel (Düsseldorf)

Spielbericht
[diesmal von Björn Pfennig]
Eigentlich waren wir alle von unserem Ausflug nach Österreich (Linzer ASK gegen Grazer AK) ganz zuversichtlich nach Unterhaching gereist. Die Unterhachinger hatten die letzten vier Spiele verloren und der FCC endlich- seit über einem halben Jahr- mal wieder zu Hause gewonnen, sodaß doch wenigstens ein Punkt im Sportpark drin war.
Diese Konstellation wirkte sich dann auch weitestgehend auf das Spiel aus. Die Jenaer spielten aus einer gesicherten Abwehr heraus und liessen kaum Chancen für die stark drängende Münchener Mannschaft zu. Andererseits tat Carl Zeiss kaum was für die Offensive und der Ball wurde häufig nur unkontrolliert hinten rausgeschlagen, sodaß kaum für Entlastung gesorgt wurde und sofort die nächste Angriffswelle der Münchener auf das Jenaer Tor rollte. Allerdings konnten sich auch die Unterhachinger kaum gefährliche Chancen herausspielen, da die meisten Angriffe sehr konzentriert abgefangen wurden. Lediglich bei Standartsituationen wurde es manchmal gefährlich und das Unentschieden konnte nur mit etwas Glück verteidigt werden. In der 43. Minute war es dann allerdings doch mit dem Glück vorbei. Einen Freistoß von Reich fälschte Olaf Holetschek unhaltbar für Alexander Saric ins eigene Netz ab, sodaß die insgesamt verdiente Halbzeitführung für Unterhaching hergestellt war, obwohl Raickovic eine Minute nach der Führung sogar noch die Möglichkeit zum Ausgleich hatte. Sein Kopfball aus Nahdistanz ging jedoch über das Tor.
Die Halbzeitpause vertrieben sich die schätzungsweise 250 Jenaer Fans dann damit, Mario Neumann und Milos Nedic bei Flankentraining anzufeuern, was für die Anhänger bis dahin den absoluten Höhepunkt darstellte. Nach der Pause sorgte jedoch Michail Rousajew schnell für einen neuen, als er nach einer Vorlage Olaf Holetscheks parallel zum Strafraum in die Mitte lief und flach abzog. Der Ball landete unhaltbar für Wittmann im Unterhachinger Tor. Jena wirkte jetzt wie verwandelt und setzte die Spielvereinigung stark unter Druck. Weitere gute Chancen waren die logische Folge. Michail Rousajew setzte sich gegen mehrere Gegner im Strafraum durch und legte den Ball unglücklich auf einen Unterhachinger Spieler ab, statt selbst zu schiessen. In einer anderen Szene setzte sich Mark Zimmermann an der rechten Seite ebenfalls gegen mehrere Unterhachinger Spieler durch und flankte den Ball nach innen. Jens König traf den Ball jedoch nicht richtig und vergab somit eine weitere gute Chance. Die beste Möglichkeit hatte Mark Zimmermann bei einem Konter der Jenaer in der 83. Minute. Nach einem Traumpaß von Frank Nierlich nahm er den Ball jedoch nicht richtig an und das 1:2 blieb nur ein Traum. Auf der Gegenseite hatten die Unterhachinger in Radlspeck allerdings auch einen überragenden Spieler, welcher immer wieder für Gefahr vor dem Tor von Alexander Saric sorgte und etliche gute Chancen hatte. Saric reagierte jedoch stets sehr gut und verhinderte eine erneute Führung der Hachinger. In der 90. Minute konnte allerdings auch er nichts mehr machen. Die Jenaer Fans begannen gerade sich damit abzufinden, daß statt der möglichen drei Punkte wieder nur ein Punkt rausspringt, als Schiedsrichter Prengel auf Freistoß gegen Jena entschied. Irgendwie ahnte ich schon was da kommt. Der Ball prallte zwar von der Jenaer Mauer relativ weit in die Jenaer Hälfte zurück; von dort nahm ihn jedoch Täuber auf und knallte ihn aus 35 Metern unhaltbar in Saric's Tor. Ein Sonntagsschuß, der uns auch noch um den einen Punkt brachte. Die Jenaer versuchten zwar in der Nachspielzeit nochmal den Ausgleich zu erzielen und hatten auch noch gute Gelegenheiten dazu, am Ende reichte es jedoch mal wieder nicht.
Die Niederlage war zwar ziemlich unglücklich, allerdings auch völlig unnötig, da Zeiss vor allem die erste Halbzeit verschlief und sich auch in der letzten Viertelstunde wieder zu weit zurückdrängen ließ, anstatt weiter auf Sieg zu spielen. Nach den Spielen in Zwickau und Frankfurt ist Unterhaching auswärts nun schon der dritte Gegner, der kurz vor Schluß noch ein Tor gegen Jena erzielt und uns somit um wichtige Punkte bringt. Vielleicht sollte Jena mal probieren den Gegner bis zum Schluß unter Druck zu setzen und selbst noch ein Tor zu erzielen. Die Möglichkeit ausgekontert zu werden ist dann zwar immernoch relativ groß, weniger als so hat Jena dann aber auch nicht. Solange die Mannschaften, die hinter Jena plaziert sind, ebenfalls verlieren bleibt ja wenigstens der Abstand nach hinten gewahrt. Mit diesem Glück kann man jedoch nicht bis zum Ende rechnen. Man sollte sich nur an die Serie von Mainz 05 in der letzten Saison erinnern, welche ja schon so gut wie abgestiegen waren. Es gilt daher die noch fehlenden Punkte so schnell wie möglich einzufahren. Stuttgart ist zwar dafür nicht der ideale Gegner, andererseits haben die vergangenen Spiele gezeigt, daß Jena gegen besser plazierte Mannschaften meist stärker spielt. Also dann, auf geht's ...

FC Carl Zeiss JENA gegen SV Meppen 2:1

Tore: 1:0 Helmer (52./ET), 1:1 Thoben (67.), 2:1 Cramer (87.)

Jena:
Saric; Raickovic (90. Nedic); Sänger, Wentzel; Nierlich, Cramer, Schneider, Holetschek, König (84. Weber); Zimmermann, Rousajew (74. Janjic)
Meppen:
Brasas; Helmer; Prus, Deters; von Ahlen, Schulte (63. Szewczyk), Myyry, Vorholt, Marell (80. Imort); Thoben (86. Böttche), Claaßen

Zuschauer: 6171

Schiedsrichter: Friedrichs (Lennestadt)

Spielbericht
Jenas Spiele gegen den SV Meppen bargen zuletzt immer kleine Besonderheiten in sich; beim Hinspiel die Meppener Fluchtlicht-Einweihung, vor Jahresfrist der kuriose Torwart-Treffer zum Ausgleich in der Schlußminute. Auch in diesem Jahr sollte es wieder eine Rarität zu bestaunen geben: Einen Jenaer Heimsieg !
Sieben Monate und fünf Tage hatte der FCC kein Punktspiel mehr im eigenen Stadion gewonnen. Um diese Serie zu beenden, begann der Gastgeber mit viel Elan und gutem Angriffsspiel über die Flügel. Es dauerte dennoch gut zwanzig Minuten bis zur ersten Torgelegenheit: Raickovic hatte diagonal in den Strafraum geflankt, Mark Zimmermann stand frei vor Brasas, scheiterte jedoch am Meppener Torwartriesen. Die Gäste, zuletzt auch auswärts mit ordentlichen Ergebnissen, wirkten in der Offensive harmlos. Ihr gefürchteter Torjäger Claaßen war in den neunzig Minuten kaum zu sehen. Hinten allerdings agierten sie recht clever, gestatteten dem Gegner neben erwähnter Großchance nur noch zwei Möglichkeiten vor dem Halbzeitpfiff: Einen Zimmermann-Schuß aus Nahdistanz (43.,Brasas hielt) und einen Freistoß von Bernd Schneider an die Torlatte (30.). "Schnicks" war diesmal bester Feldspieler, gegenüber den letzten Heimspielen kaum wieder zu erkennen. Sollte es tatsächlich wahr sein, daß Schalkes Manager Assauer wegen ihm auf der Tribüne saß, dann hat dieser eines der besten Saisonspiele Schneiders gesehen.
Sieben Minuten nach Wiederanpfiff dann der ersehnte Jenaer Führungstreffer durch - einen Meppener. Königs Einwurf verlängerte Holetschek in den Strafraum, dort wollte Helmer wahrscheinlich zur Ecke klären, doch sein Kopfball senkte sich ins eigene Tor. Derartige Präsente verstoßen aber offenbar gegen alle (Heim)Spielregeln, deshalb wurde eine Viertelstunde später Jenas obligatorisches Gastgeschenk überreicht. Nach Nedic (Lübeck), Raickovic (Mannheim) war diesmal Torhüter Saric mit Verteilen dran. Schon in der ersten Halbzeit zweimal unsicher im Herauslaufen, wollte er wohl in der 67. Minute Claaßens ungefährlichen Flankenball ganz cool mit einer Hand an sich reißen, ließ ihn stattdessen jedoch völlig unbedrängt vor Thoben fallen, der ihn mit dem Knie ins Netz bugsierte. Es war zum Verzweifeln - die Emsländer hatten bis zu diesem Zeitpunkt im Grunde genommen keine Torchance gehabt und es stand dennoch 1:1. Sollte es das elfte sieglose Spiel daheim in Folge werden ? - Nein ! Denn ausgerechnet Heiko Cramer, der den Verein bekanntlich verlassen will und nur durch Gerstners Gelbsperre von Beginn an dabei war, sorgte drei Minuten vor Schluß für den Siegtreffer. Dabei war er mit Paß auf Holetschek auch noch selbst Vorbereiter, forderte anschliessend den Ball zurück und traf von der Strafraumgrenze mit tollem Volleyschuß ins rechte obere Eck. Nicht nur ihm merkte man die Erleichterung an, der ganzen Mannschaft nebst Fans fielen ganze Gesteinsbrocken vom Herzen. Der Sieg freilich war hochverdient, was Meppens Coach Paul Linz auch fair anerkannte: "Es wäre fast eine Frechheit gewesen, wenn wir mit dieser Leistung einen Punkt geholt hätten."
An dieser Stelle mal ein Wort zum Publikum. Klar ist Jena nicht der Zuschauerkrösus der zweiten Liga. Wenn aber trotz eingangs erwähnter Erfolglosigkeit der letzten Monate noch immer über 6000 gegen einen SV Meppen ins Stadion kommen, dann ist das glaube ich aller Ehren wert. Zum Vergleich: Leipzig brachte zeitgleich nur 3500 zusammen. Und obwohl es sich eine Handvoll Jugendlicher (unter der Tribüne) zwischendurch nicht verkneifen konnte, ein Geburtstagslied zum 20. April anzustimmen, war die Unterstützung der Jenaer Spieler von den Rängen aus vorbildlich. Schön, daß diese Treue auch wieder mal belohnt wurde. <fc>
Zur Spielstatistik des SV Meppen

Eintracht Frankfurt - FC Carl Zeiss JENA 1:1

Tore: 0:1 Zimmermann (62.), 1:1 Gaudino (87.)

Frankfurt:
Nikolov; Hubtschew; Kutschera, Bindewald; Becker (81. Guth), Roth, Schur (62. Beuchel), Gaudino, Komljenovic; Güntensperger, Flick (62. Beuchel)
Jena:
Saric; Raickovic; Sänger, Wentzel; Gerstner, Holetschek,Schneider, Nierlich, König (71. Nedic); Weber (76. Rousajew), Zimmermann

Zuschauer: 14500

Schiedsrichter: Gettke (Dorsten)

Spielbericht
[Uwe Kaiser war mit im Waldstadion]
Nachdem wir auf der Hinfahrt alle Unwetter (Wolkenbrüche mit Schnee- und Hagelsturm) in Thüringen überstanden hatten, lächelnd an insgesamt ca. 30 km Staus jeweils auf der Gegenfahrbahn! vorbeigefahren waren und uns auch von den körperintensiven und ach so leidenschaftlichen Kontrollen der Ordner hatten nicht abschrecken lassen, begann das Spiel im Waldstadion bei strahlender Abendsonne.
Gleich vorweg: Die Serie der miserablen Spiele (gegen HL, Z, MA) konnte unterbrochen werden, und der FCC bot eine relativ solide Auswärtsleistung. Allerdings wurde es unserem Team durch die Einheimischen auch nicht allzu schwer gemacht. Nach ein paar Minuten war der erste Angriffsschwung der Eintracht vorbei und Jena bekam das Spiel in den Griff. Nach mehreren Ecken wurde in der 15. Minute Holetscheks Schuß noch abgeblockt, in der 20. Minute wollte keiner der Jenaer eine scharfe, flache Eingabe von rechts im Frankfurter Tor versenken und auch Raickovic "verzichtete" 4 Minuten vor der Pause von der gleichen Position aus, von der er gegen Mannheim den Ausgleich schoß auf den Führungstreffer.
Auch in der 2. Halbzeit reichte der Schwung (ist eigentlich schon übertrieben) der Gastgeber für fünf Minütchen, ab der 55. Minute hatte Jena wieder alles im Griff. Ganz logisch: Nach einem schönen Zuspiel von Holetschek (Olaf, es wurde auch wieder mal Zeit!) ließ Zimmermann 2 Schwarz-Rote ins Leere laufen und sorgte mit dem 1:0 für Riesenjubel unter den ca. 1.000 (!) Zeiss-Fans. Unmittelbar darauf hätte Weber nach einem Abwehrfehler mit dem 2:0 alles klar machen können, ballerte aber übers Tor. Reaktionen der Frankfurter: Bei der Mannschaft auf dem Spielfeld keine. Lediglich auf der Tribüne setzte ein großes Laufen ein: ca. 200 Leutchen vom Eintracht-Mob (Sorry, aber eine andere Bezeichnung für diese Beschränkten wäre eine Beleidigung für richtige Hools!) wollten zur Jenaer Kurve. Nachdem sie ungehindert bis in den Nachbarblock kamen, verhinderten die "Grünen" körperliche Kontakte. Da der Jena-Block zu diesem Zeitpunkt endgültig akustisch die Oberhand im Waldstadion übernahm, reagierten die "mutigen" Hessenfans ihren Frust unter Polizeischutz an ein paar Jena-Fahnen ab, die fast ein Viertel des Stadionzauns einnahmen. Während die Ordner im Innenraum durch ihr schnelles Reagieren die Mehrzahl der blau-gelb-weißen Fahne außerhalb unseres Blocks retteten, verhinderte die Staatsmacht (die an diesem Abend außer ihren Gummistöcken nichts im Griff hatten) mit Hunden, daß die Jenaer ihre Fahnen in Sicherheit brachten.
Auf dem Spielfeld konnte eigentlich nichts mehr anbrennen, da der FCC den Ball schön laufen ließ und Eintracht außer gutem Willen nichts zu bieten hatte. Schneider hatte noch eine schöne Gelegenheit, schoß aber schon von der Strafraumgrenze, anstatt noch ein paar Meter zu laufen. Leider machte unser Team in der letzten Viertelstunde dann den Fehler, den Ball nur noch planlos hinten raus zu schießen (Fehlte bei einigen die Kraft?), anstatt es weiter wie bisher anzugehen. Doppelt bitter war dann der Ausgleich: erstens drei Minuten vor dem Schluß durch eine mehr oder weniger zufällige Aktion der Hessen und zweitens durch einen Frankfurter, der zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr auf dem Rasen hätte stehen dürfen. Während der Schiri konsequent bei Angriffen von hinten in die Beine des Gegenspielers gelbe Karten verteilte, war er Gaudino gegenüber inkonsequent: Nach berechtigter Verwarnung wegen Foulspiels verzichtete Herr Gettke mehrmals darauf, nach höhnischem Beifall in Richtung Schiri, absichtlichem Ballwegwerfen und mehreren Reklamationen und Diskussionen leider darauf, dem Frankfurter Autoliebhaber bereits Mitte der ersten Hälfte das überfällige Gelb-Rot zu zeigen. Aber auch nach dem Gegentreffer hatte Jena noch eine Torchance, aber leider...
Die Enttäuschung war den Spielern deutlich anzusehen, als sie nach Spielende in unsere Fankurve kamen. Jetzt muß man darauf hoffen, daß der FCC in den nächsten Spielen an die ersten 75 Minuten im Waldstadion anknüpft und wir vielleicht im April doch noch den ersten Heimsieg seit Urzeiten (seit 15.9.96) bejubeln können.
Aus einer Email eines Eintracht-Fans

FC Carl Zeiss JENA gegen SV Waldhof Mannheim 1:1

Tore: 0:1 Reichel (59.), 1:1 Raickovic (90.)

Jena:
Saric; Raickovic; Nierlich, Sänger; Gerstner, Bennert, Schneider, Holetschek, Hauser (70. Cramer); Zimmermann (70. Janjic), Weber
Mannheim:
Langner; Luginger, Schlotterbeck, Schön, Richter; Gerlach (77. Barth), Reichel, Hayer (89. Epp), Hofmann; Kobylanski (65. Ksienzyk), Gunnlaugsson

Zuschauer: 4270

Schiedsrichter: Hufgard (Mömbris)

Spielbericht
Jena gegen Mannheim - da trafen nicht nur Tabellennachbarn aufeinander, sondern auch die Klubs mit den schwärzesten Serien der 2. Liga. Der FC Carl Zeiss seit dem Sieg gegen Zwickau vor zweihunderteins Tagen in neun Begegnungen ohne Heimerfolg . Waldhof dagegen extrem auswärtsschwach, hatte in elf Partien zuvor gerade zwei Zähler ergattert. Und als zuletzt auch daheim gepatzt wurde, war der Trainer fällig: Günter Sebert mußte Uwe Rapolder weichen.
Beim Gastgeber waren König, Wentzel, Rousajew (gesperrt), Nedic und Röser (verletzt) von vorherein nicht im Aufgebot, zu allem Überfluß verletzte sich auch noch Mario Neumann im Abschlußtraining und nahm nur auf der Bank Platz. Nach sieben Minuten die erste Chance; Mark Zimmermann in seinem 50. Bundesliga-Spiel dribbelte sich durch drei Gegenspieler hindurch und verfehlte das Mannheimer Gehäuse nur um Zentimeter. Dann hatte noch Bernd Schneider in aussichtsreicher (allerdings auch abseitsverdächtiger) Position eine Gelegenheit (15.) - das war's bis zum Pausenpfiff! Was den Zuschauern, die man am Tag zuvor noch um Geduld gebeten hatte, in dieser Phase zugemutet wurde, hatte mit Zweitligafußball nichts mehr zutun ! Da denkt man, gegen Lübeck schon den Niveau-Tiefpunkt erlebt zu haben und wird doch eines Schlechteren belehrt. Fehlpässe auf engstem Raum, Mißverständnisse en masse, übergroße Nervosität, kein Konzept und keine Chancen. Es war ein trostloses Gekicke. Dem SVW muß man immerhin das Kompliment machen, im defensivtaktischen Bereich (Viererkette, Forechecking) Herr der Lage gewesen zu sein. Nach vorn tat sich aber auch hier nichts.
Immerhin war eine Besserung zu Beginn der 2. Hälfte in Sicht. Erst mußte Schön einen Kopfball des besten Jenaers, Nierlich von der Linie holen (47.), kurz darauf pfiff Holetscheks Freistoß knapp übers Lattenkreuz. Doch dann die kalte Dusche, als Dejan Raickovic bei einem versuchten Befreiungsschlag über den Ball trat, Gunnlaugsson frei auf Saric zulief. Der Torhüter konnte zwar per Fußabwehr zur Seite abwehren, aber dort stand Reichel und hatte keine Mühe einzuschieben. Der selbe Mannheimer stand drei Minuten später erneut im Mittelpunkt, als er Schneider im Mittelfeld foulte und nach Gelb in der ersten Halbzeit mit Gelb-Rot vom Platz mußte. Die Jenaer Spieler wie Zuschauer schöpften nun wieder neuen Mut, Trainer Eberhard Vogel brachte zwei frische Leute. Warum er allerdings, in Rückstand liegend und mit einem Mann mehr auf dem Platz, mit Mark Zimmermann den gefährlichsten Stürmer vom Platz nahm - darauf wußte vermutlich niemand eine Antwort. Der FCC drängte fortan mit aller Macht auf den Ausgleich und prompt ergaben sich hochkarätige Chancen. 71. Minute: Nierlichs Schuß pariert Langner, der gerade eingewechselte Cramer setzt den Nachschuß an den Innenpfosten. 74. Minute: Freistoß Schneider, Kopfball Cramer ins rechte untere Eck, erneut bleibt Langner Sieger. 81. Minute: Diesmal ist Cramer Vorbereiter, Paß auf Weber, der steht völlig frei vor Langner, doch der Mannheimer Teufelskerl pariert auch hier. Als kurz vor Ultimo auch noch ein Schneider-Schuß nach Flanke Janjics abgeblockt wird, scheinen die Punkte endgültig weg. Doch irgendwann muß der FC Carl Zeiss auch mal Glück haben. Dreieinhalb Minuten waren bereits nachgespielt, da nimmt Sänger eine Gerstner-Flanke mit der Brust an, legt kurz nach links auf Raickovic ab und ausgerechnet der Sündenbock vom 0:1 trifft mit Flachschuß zum erlösenden Ausgleich. Der Schiri pfiff direkt danach ab.
Hinterher wußte man als Jena-Fan nicht so recht, ob man sich ärgern oder freuen sollte. Die erschreckend schwache spielerische Vorstellung, der Fortbestand der Erfolgslosigkeit auf eigenem Platz (TV-Zitat: "Das hat kein Publikum der Welt verdient") konkurrierten mit der enormen kämpferischen Steigerung und der Freude über das Tor in letzter Sekunde, mit dem man vorläufig die mitbedrohten Waldhof-Buben hinter sich läßt. Bleibt zu hoffen, daß Jena in den nächsten Partien gegen ausnahmslos höher plazierte Kontrahenten die zum Klassenerhalt nötigen Punkte erringt. <fc>
Hier ein Kommentar von Uwe Kaiser
Für die Waldhof-Homepage lieferten zwei mitgereiste Mannheim-Fans einen Spielbericht

FSV Zwickau gegen FC Carl Zeiss JENA 1:0

Tore: 1:0 Klee (86.)

Zwickau:
Karavaev; Hermel; Barylla, Menze; Günther, Keller, Lense (58. Pohl), Lucic (70. Viertel), Hecker; Kirsten, Klee (89. Wieland)
Jena:
Neumann; Sänger; Wentzel, Röser (87. Janjic); Gerstner, Ziegner (46. Nierlich), Schneider (85. Bennert), Holetschek, Rousajew; Weber, Zimmermann

Zuschauer: 6798

Schiedsrichter: Zerr (Ottersweier)

Spielbericht
Ein Osterspaziergang würde es nicht werden, das war von vornherein klar. Es sei denn, man ist Zeiss-Fan und läßt die Anreise zu einem Mehrtageserlebnis werden. Elf Unerschrockene machten sich schon am verregneten Karfreitag zu Fuß auf den Weg ins Westsachsen-Stadion. Da am Sonntag zudem Fanbusse und ein Autokorso anrollten, waren rund 2000 Thüringer dabei, die dann für wesentlich mehr Stimmung von den Rängen sorgten als die Einheimischen.
In der ersten Hälfte gab es auch Grund dazu, denn der FC Carl Zeiss hatte durch Holetschek (19., Freistoß), Schneider (21., Karavaev parierte) und Zimmermann (41.) einige gute Torgelegenheiten. Bis auf einen Fernschuß neben das Jenaer Tor hatten die Gastgeber dem nichts entgegenzusetzen. Zwar besaß die Partie insgesamt bescheidenes Niveau, dennoch war unverkennbar, daß Jena in Spielanlage und Zweikampfverhalten deutlich im Plus lag. Schade nur, daß daraus kein zählbarer Vorteil gezogen werden konnte. Zwickaus Sturmspitzen Kirsten und Klee waren bei Wentzel und Röser jedenfalls in guten Händen und auch Spielmacher Lucic gelang im ersten Spiel nach seiner Verletzung so gut wie nichts an diesem Nachmittag. Immerhin war seine Schwalbe in der 39. Minute gut genug für Schiedsrichter Zerr, der statt Lucic dem völlig perplexen Wentzel die Gelbe Karte zeigte - ein Irrtum mit Folgen.
Gerade vier Minuten in der zweiten Halbzeit waren gespielt, da beging Wentzel im Mittelfeld tatsächlich mal ein Foul und marschierte schon Richtung Kabine, als der Referee die beiden Karten noch gar nicht draußen hatte. Nun war es freilich erstmal vorbei mit Jenaer Offensivbemühungen, die bis dato harmlosen Zwickauer übernahmen die Initiative. Menze (63.) und Groth (70.) prüften Mario Neumann im Jenaer Kasten, Torjäger Kirsten traf aus 12 Metern Entfernung nur die Latte. Aber auch Bernd Schneider hatte acht Minuten vor Schluß noch die Chance, die in Unterzahl befindliche Zeiss-Mannschaft in Führung zu schießen; von Mark Zimmermann freigespielt, verfehlte er aus 14 Metern das Zwickauer Gehäuse nur knapp. Wenig später rückte wieder einmal der Schiri in den Blickpunkt. Michail Rousajew, bereits wegen Foulspiels verwarnt, wollte einwerfen - der Unparteiische hatte jedoch auf Einwurf für Zwickau entschieden, Rousajew ließ den Ball aus der Hand nach hinten wegrollen und sah dafür ebenfalls die Ampelkarte. Spätestens jetzt mußte man Herrn Zerr aus Jenaer Sicht den Vorwurf machen, seine Linie nicht konsequent über 90 Minuten durchgehalten zu haben. Wenn Rousajew für ein vergleichsweise harmloses Vergehen derart bestraft wird, dann hätte der Zwickauer Barylla schon in der Anfangsphase vom Platz gemußt, als er nach seiner Verwarnung Sekunden später (!) Zimmermann in übler Manier von den Beinen holte. Jedenfalls kam es, wie es nun kommen mußte - der Ex-Jenaer Carsten Klee stand nach 85 Minuten unbedrängt vor Neumann und konnte einen Flankenball ins lange Eck köpfen. Mit dem verbliebenen Reservoir an Akteuren und Spielzeit war eine passende Antwort leider nicht mehr möglich. Daß einer der Besten im Jenaer Trikot, Mario Röser, mit einer drei Zentimeter langen Rißwunde im Gesicht ausgewechselt werden mußte, hatte zwar auf den Spielverlauf keinen Einfluß mehr, könnte aber mit Blick aufs nächste Spiel die Personalsorgen noch vergrößern.
Nachdem man gegen die vier derzeit auf den Abstiegsrängen plazierten Vertretungen gerade mal vier Pünktchen holte, wird die nächste Heimbegegnung für den FCC praktisch zum Sechs-Punkte-Spiel. Daß Waldhof Mannheim ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt mit neuem Trainer aufkreuzen wird, macht die Aufgabe ganz gewiß nicht leichter. <fc>

FC Carl Zeiss Jena gegen VfB Lübeck 1:1

Tore: 1:0 Weber (61.), 1:1 Jurgeleit (63., Foulelfmeter)
Jena:
Neumann; Sänger; Nedic, Röser (67.Wentzel); Gerstner, Cramer (76. Bennert), Schneider (73. Janjic), Holetschek, Rousajew; Weber, Zimmermann
Lübeck:
Wilde; Behnert; Möller (73. van der Steen), Hoffmann; Golke, Winkler, Jurgeleit, Schwinkendorf, Köpper; Iaschwili (85. Siedschlag), Löbe (85. Koch)

Zuschauer: 3723

Schiedsrichter: Wezel (Dußlingen)

Spielbericht
Die ersten Rückrundenresultate hatten gezeigt, daß der FC Carl Zeiss nur dann zufriedenstellende Ergebnisse erzielt, wenn die kämpferische Einstellung hunderprozentig stimmt. Gegen Essen, Lautern war das der Fall, gegen Gütersloh und Oldenburg nicht. Nun hatte man es mit dem VfB Lübeck zutun und nach sieben Remis sowie einer Niederlage in Folge sollte endlich wieder der erste Heimsieg errungen werden.
Das Spiel begann vielversprechend. Keine neunzig Sekunden waren gespielt, da wurde Heiko Cramer herrlich in Szene gesetzt, jedoch vergab dieser freistehend aus zwölf Metern. Ärgerlich, hätte doch eine derart frühe Führung endlich mal für Ruhe und Selbstvertrauen bei den Jenaer Aktiven sorgen können. Immerhin deutete diese Aktion an, daß die langen Kerls im Lübecker Abwehrzentrum mit schnellem Kurzpaßspiel arg in Verlegenheit zu bringen sind. Leider beherzigten das die Jenaer in der Folgezeit viel zu selten, verlegten sich stattdessen wieder auf hohe Flanken in den Strafraum. Dementsprechend die Anzahl an Tormöglichkeiten bis zur Pause; nach Cramers Riesenchance sorgten nur noch der emsige Zimmermann und Rousajew zweimal für Gefahr.
Gäste-Trainer Körbel muß seinen Schützlingen in den Kabinen eingeredet haben, daß an diesem Abend sogar mehr als ein Unentschieden drin sei. Denn mit Wiederanpfiff tauchten plötzlich die Lübecker mehrfach gefährlich vor Neumanns Gehäuse auf. Bei Iaschwillis Chance nach genau einer Stunde stockte wohl allen Zeiss-Fans der Atem, zum Glück vergab der Ukrainer kläglich. Sekunden später war dafür der Jubel umso größer, auch wenn das Zustandekommen des 1:0 irgendwie zum Spiel paßte: Zuspiel Holetscheks, Heiko Webers Schußversuch mißlingt, der Ball rollert durch Behnerts Beine, hinter dem steht Blondschopf Winkler, der säbelt schwungvoll über den Ball, Weber erkennt seine zweite Chance und verwandelt aus Nahdistanz. Ich habe nachgeschaut: fast fünf Monate war es her, daß Jena im eigenen Stadion das erste Tor geschossen hatte! Die Freude währte kaum zwei Minuten, da lief Milos Nedic Lübecks Stürmer Löbe über den halben Platz hinterher, um ihn in einer Position von den Beinen zu holen, aus der Löbe maximal noch hätte flanken können ! Die Schieber-Rufe nach dem Strafstoß-Pfiff waren in diesem Fall unberechtigt. Erstens war es ein Foul und zweitens schaute Herr Wezel auch extra noch einmal genau nach, ob der Tatort wirklich im Strafraum lag. Später, bei Zimmermanns Schwalbe entschied er ebenso korrekt, nur bei Löbes grobem Foul an Röser war Gelb nach unserer Ansicht zu milde. Jedenfalls traf Jurgeleit wie schon im Hinspiel vom Punkt, bescherte mit seinen zwei verwandelten Elfmetern den Lübeckern in dieser Saison insgesamt vier Zähler gegen den FC Carl Zeiss. Denn die Thüringer schafften keine weiteren Treffer, obwohl in der 82. Minute nur Zentimeter fehlten; Michail Rousajew hatte aus spitzem Winkel abgezogen, Torwart Wilde lenkte den Ball mit einer Reflex-Armbewegung an die Querlatte. Viel mehr tat sich nicht vor beiden Toren, weil die Gäste sich dann doch wieder auf die Defensive beschränkten und Jena die Ideen im Mittelfeld fehlten, wo zum Beispiel Bernd Schneider erneut unter seinen Möglichkeiten blieb. Zu überzeugen wußte hier nur der oft gescholtene Thomas Gerstner, der auf der rechten Außenbahn eine gute Partie bot.
Auf der abschliessenden Pressekonferenz äußerte Charly Körbel sein Unverständnis über Pfiffe der Jenaer Zuschauer gegen die eigene Mannschaft. Lübecker Fans ständen da viel geduldiger hinter ihrer Truppe. - Sicher, derartige Unmutsäußerungen dezimieren das ohnehin geschwächte Selbstvertrauen der Heimmannschaft noch mehr. Andererseits steht zu befürchten, daß in dieser Saison nicht noch einmal eine Elf mit derart beschränkten Mitteln in Jena aufkreuzen wird und solch eine Mannschaft muß ganz einfach bezwungen werden. So etwas spüren die Zuschauer genauso wie fehlende einhundert Prozent... <fc>

VfB Oldenburg gegen FC Carl Zeiss Jena 1:0

Tore: 1:0 Elberfeld (22.)

Oldenburg
Eilenberger; Klütz; Sall, Uwe; M. Janiak (74. Ehle), Tammen, Cisek, Votava, Goch; Valentincic (30. J. Janiak), Elberfeld (86. Etebu)
Jena:
Neumann; Sänger; Wentzel, Röser; Gerstner, Nierlich, Schneider (79. Bennert), Holetschek, Rousajew (72. Cramer); Weber, Zimmermann (68. Janjic)

Zuschauer: 3000

Schiedsrichter: Casper (Dortmund)

Spieltelegramm
Vermeidbare Niederlage beim Abstiegskandidaten +++ Jena spielerisch im Plus mit Schwächen in der Offensive +++ Goldenes Tor durch 16-Meter-Scharfschuß +++ Zimmermann vergab beste Chance zum Ausgleich (54.)

FC Carl Zeiss Jena gegen 1. FC Kaiserslautern 2:2

Tore: 0:1 Rufer (57.), 1:1 Zimmermann (71.), 1:2 Wagner (73.), 2:2 Holetschek (84.)
Jena:
Neumann; Sänger; Nedic, Wentzel; Gerstner, Nierlich, Schneider, Holetschek, Rousajew (68. Cramer); Weber, Zimmermann
K'lautern:
Reinke; Kadlec; Koch, Schönberg-Christensen; Greiner (46. Ratinho), Roos, Brehme, Wagner, Riedl (46. Rufer, 87. Schäfer); Rische, Kuka

Zuschauer: 8834

Schiedsrichter: Weiner (Ottenstein)

Spielbericht
Diesen 1.FCK kann man bedenkenlos als Glücksfall für Liga zwei bezeichnen. Ein Team mit Ex-Weltmeister und aktuellen Nationalspielern, ein Trainer, der mit Werder Bremen schon zu Meisterehren kam sowie zahlreich mitgereiste Fans, an deren Auftreten sich beispielsweise so manch Essener Fan ein Beispiel nehmen sollte. Der DFB-Pokalinhaber zog die Jenaer Zuschauer wie ein Magnet ins Stadion (wann hatte es hier in einem Punktspiel zuletzt ein nahezu ausverkauftes Haus gegeben?). Fast ein bißchen schade also, daß dieses Gastspiel vorerst einmalig bleiben wird.
Der Tabellenführer spielte von Anbeginn souverän, kam durch Wagner und Rische per Kopf zu den ersten Tormöglichkeiten. Jena hielt tempomäßig sofort dagegen, hatte es aber zunächst sehr schwer, sich eigene Chancen zu erspielen. Umso bejubelter die Szene, als ausgerechnet der kleine Mark Zimmermann nach einem Eckball am höchsten stieg und der Ball im Netz landete. Was TV-Bilder nicht exakt belegen konnten, wollte der Schiedsrichter-Assistent jedoch ganz genau gesehen haben: Heiko Weber stand im Abseits. Bis zur Pause blieb es dann ein von beiden Seiten offensiv geführtes Spiel. Die Lauterer besaßen zwar die besseren Chancen, doch Jena hatte neben seiner gegen Gütersloh noch vermißten Kampfkraft auch sonst einiges entgegenzusetzen. Dusan Uhrin, tschechischer Nationaltrainer: "Jena spielt für mich einen sehr guten Fußball. Die Mannschaft kann nicht nur kämpfen, sie ist auch technisch stark."
Erinnert sich noch jemand an die Statistik, nach der Kaiserslautern und Jena die erfolgreichsten Mannschaften der 2. Halbzeit sind ? Es konnte also spannend werden nach dem Wechsel - und es wurde spannend! Otto Rehagel hatte seinen Lieblingsspieler, "Kiwi" Rufer gebracht und damit einen guten Riecher. Denn während Kuka und Rische bei Nedic und Wentzel kaum einen Stich sahen, stand der Neuseeländer trotz Fitneßrückstandes mehrfach im Blickpunkt. Nach knapp einer Stunde eröffnete er den Torreigen, als er Wagners Ecke einköpfte (Neumann ohne Chance). Der FCC wirkte keineswegs schockiert und kam durch Mark Zimmermann per Schuß ins lange Eck nach Vorlage Cramers zum Ausgleich. Für den Jenaer Stürmer war es das vierte Tor im dritten Spiel der Rückrunde! Er wirkte auch insgesamt gefährlicher als Sturmkollege Heiko Weber, war gemeinsam mit Milos Nedic für mich bester Jenaer an diesem Abend. Sein Pandon auf FCK-Seite hieß Martin Wagner. Ohnehin die tragende Figur im Pfälzer Mittelfeld, brillierte dieser zusätzlich noch mit seinen Freistoß-Krachern. Schon im Hinspiel hatte er aus 35 Metern getroffen, diesmal waren es zehn Meter weniger. Und dies nur zwei Minuten nach dem Jenaer Ausgleich! Etliche Beobachter waren sich sicher, daß gegen diese erfahrene Gästeelf nun die Vorentscheidung gefallen sei. Jedoch sollten sie eines Besseren belehrt werden. Zwar hatte Rufer in der 78. noch eine Großchance (Neumann reagierte großartig), vergab Heiko Weber in aussichtsreicher Position; aber der umjubelte Ausgleich fiel schließlich doch noch durch einen Flachschuß von Kapitän Olaf Holetschek, bei dem Reinke offenbar die Sicht versperrt war.
Nach dem Spiel waren sich alle einig, ein rassiges Spiel mit gerechtem Ausgang gesehen zu haben: die beiden Trainer, Thüringens Spitzenpolitiker Vogel und Schuchardt (die sich als Rundfunkreporter versucht hatten) und die Jenaer Zuschauer, die ihr Team wie einen Sieger feierten. Für Kaiserslautern mag es ein Spiel wie jedes andere auf dem Weg zum Wiederaufstieg gewesen sein - für Jena war es ein kleines Fußball-Fest. <fc>
Zum bislang einzigen Bericht auf den FCK-Homepages

Rot-Weiß Essen gegen FC Carl Zeiss Jena 0:2

Tore: 0:1 Zimmermann (45.), 0:2 Zimmermann (75.)

Essen:
Kurth; Matysik; Pickenäcker, Kutowski; Helmig, Margref (65. Holick), Hobday, Milanko, Schuster (81. Zedi); Beyel (46. Klein), Vier
Jena:
Neumann; Raickovic; Nedic, Wentzel (86. Penzel); Nierlich, Hauser (77. Rousajew), Gerstner (75. Bennert), Holetschek, Cramer; Zimmermann, Weber

Zuschauer: 10924

Schiedsrichter: Hauer (Celle)

Spielbericht
[Uwe Kaiser stand im Jenaer Fanblock:]
Rehabilitation voll gelungen ! Leider sahen 6000 Leute die Blamage gegen Gütersloh, aber nur knapp 200 FCC-Fans den tollen Auswärtssieg im Essener Georg-Melches-Stadion. Nicht allein das Ergebnis, sondern die Art und Weise, wie dieses 2:0 zustande kam, haben den Auswärtstrip ins Ruhrgebiet zum Erlebnis werden lassen.
Von Beginn an stimmte die Einstellung der Mannschaft, in puncto Laufbereitschaft, Einsatzwille und Abstimmung untereinander waren die Blau-Gelb-Weißen im Vergleich zum letzten Heimspiel nicht wiederzuerkennen. Zwar machte anfangs Rot-Weiß das Spiel und versuchte, Druck zu machen, aber im Großen und Ganzen stand die Jenaer Abwehr sicher. So mußte man in der ersten Hälfte nur bei 2 Freistößen (übers Tor und gehalten) die Luft anhalten und nach einem scharfen Kopfball von Margref zusätzlich tief durchatmen, aber Neumann (war diesmal ganz stark) verhinderte den Rückstand. Zwischendurch versuchte der FCC immer mal, mit Kontern das Spiel aufzulockern. Und - irgendwann müssen auch wir einmal Glück haben - in der 45. Minute hielt Mark Zimmermann bei einem Querschläger an der Strafraumgrenze voll drauf und sorgte im Jenaer Fanblock für sehr gute Laune.
Nach 5 Minuten in der 2. Halbzeit hätte es eigentlich schon 2:0 stehen müssen. Hauser sauste mit Ball am Fuß durch die gesamte Essener Hälfte, doch leider hielt erst Kurth hervorragend und den Nachschuß hob der Jenaer dann am Tor vorbei. Essen stand nun unter Druck, versuchte aber jedoch relativ ideenlos, die FCC-Abwehr in Verlegenheit zu bringen. Lediglich nach einer Ecke köpfte ein RWE-Spieler (Angelo Vier ? - konnte ich übers ganze Feld hinweg nicht genau erkennen) so auf die rechte obere Torecke, daß ich das Ding eigentlich schon drin sah - aber Neumanns Riesenparade ließ meinen Gedankenblitz nicht Wirklichkeit werden und versaute den 11.000 Essener Zuschauern den Torjubel. Dann gab es noch mal Hektik, als die Essener unbedingt einen Elfer haben wollten, der Schiedsrichter zu meiner Ürraschung (zuvor hatte der Herr in grün-schwarz im Zweifelsfall immer zugunsten von Rot-Weiß entschieden) jedoch abwinkte; die TV-Zeitlupe gab ihm aber m.E. recht. Und dann lief wieder einer der Jenaer Konter - und als Gerstner kurz vorm Strafraum überlegte, ob er nach links oder rechts abspielen sollte, gingen die 2 Abwehrspieler höflich zur Seite. Gerstners Schuß konnte der Keeper nur zur Seite abrutschen lassen und so hatten die FCC-Fans besten Blick auf Zimmermanns zweiten Treffer. Unbedingt erwähnenswert ist Rousajews Versuch, das Tor des Jahres zu schiessen - toller Seitfallzieher nach Flanke von rechts, aber Kurth bekam unglücklicherweise noch die Hände an den Ball.
Mit dem dritten Auswärtssieg der Saison hat sich der FCC etwas Luft nach hinten verschafft. (Anm.: Stellt Euch vor, wir hätten nur ein oder zwei Heimsiege mehr !) Den Spielern und Eberhard Vogel war die Erleichterung deutlich anzusehen, als sie sich nach dem Abpfiff bei den mitgereisten Fans für die akustische Unterstützung bedankten.

[und so sah es Björn Pfennig:]

Ca. 200 FCC-Fans unter den insgesamt 11000 Zuschauern wollten die durch die beiden Platzverweise der letzten Woche stark ersatzgeschwächte Jenaer Mannschaft unterstützen. Die Reise hat sich gelohnt, denn 90 Minuten später verliessen die Saalestädter als Sieger den Platz und sicherten dem Jenaer Anhang eine feuchtfröhliche Heimfahrt.
Dabei begann es gar nicht so gut. Die Essener starteten mit Dauerdruck vor Neumanns Tor. Der FCC schlug den Ball häufig nur planlos hinten raus, so daß sofort die nächste Angriffswelle der Essener beginnen konnte. Die Jenaer verpassten es selbst koordinierte Angriffe vorzutragen und das 1:0 schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Andererseits ging die Jenaer Hintermannschaft diesmal sehr konzentriert zu Werke und ließ kaum hochkarätige Chancen für die Essener zu. Lediglich einmal hatten die 11000 den Torschrei schon auf den Lippen als Margref vor dem Jenaer Tor frei zum Kopfball kam. Mario Neumann reagierte jedoch glänzend und verhinderte das sichere Tor. In der 45. Minute stellten die Saalestädter dann den Spielverlauf auf den Kopf. Nach einem Paß von Olaf Holetschek landete der abgefälschte Schußversuch von Heiko Weber bei Mark Zimmermann, der sich nicht lange bitten ließ und aus 14 Metern voll abzog. Torwart Kurth im Essener Tor hatte keine Chance und die etwas glückliche Halbzeitführung war hergestellt.
In der zweiten Halbzeit nutzten die Jenaer ihre Führung um aus einer sicheren Konterstellung heraus auf ihre Chancen zu warten. Dabei kam ihnen das ideenlose Vorgehen der Rot-Weißen natürlich sehr entgegen, welche mit ihren teilweise harmlosen Angriffen immer wieder in der Jenaer Abwehr hängen blieben. Nur einmal wurde es wieder so richtig eng, als ein Essener Spieler nach einer Ecke vor Mario Neumanns Tor frei zum Kopfball kam. Der Jenaer Torwart reagierte aber wieder gedankenschnell und der Essener Anhang konnte sich wieder hinsetzen Auf der anderen Seite waren die Konter des FCC stets brandgefährlich und sorgten immer wieder für Verwirrung in der Essener Abwehr. Mitte der zweiten Hälfte schoß Mark Zimmermann nach seinem Solo über den halben Platz über das Tor und auch der gut spielende Christian Hauser hatte eine gute Chance, scheiterte aber am Essener Torwart. In der 75. Minute war es dann soweit: Bei einem Konter konnte Kurth einen Schuß von Thomas Gerstner nur abklatschen lassen und Mark Zimmermann hatte keine Mühe direkt vor den schon jubelnden Jenaer Fans den Ball ins leere Tor zu schieben. Der Rest war nur noch singen und feiern, was wir dann auch in aller Ruhe taten, denn die Essener hatten nichts mehr zuzusetzen. Im Gegenteil: Michail Rousajew hätte mit seinem sehenswerten Seitfallzieher fast noch das 3:0 hergestellt, was aber vom gut reagierenden Kurth verhindert wurde. Die letzten Minuten brachte der FCC noch über die Zeit und sicherte so den dritten Auswärtserfolg der laufenden Saison.
Betrachtet man sich die Tabelle wird aber auch deutlich, wie wichtig dieser Sieg war, da die Abstiegszone doch in bedenkliche Nähe gerückt ist, zumal mit Kaiserslautern am Freitag wieder ein Gegner nach Jena kommt, gegen den ein Unentschieden oder gar ein Sieg sicherlich eine Überraschung wäre. Mit der kämpferischen Einstellung und der Laufbereitschaft vom Freitag sollte es allerdings gelingen, dem FCK das Leben so schwer wie möglich zu machen. Vielleicht kommt ja noch ein bißchen Glück dazu und dann....aber das ist noch Träumerei.

FC Carl Zeiss Jena gegen FC Gütersloh 2:5

Tore: 0:1 König (2./ET), 0:2 Konerding (7.), 0:3 van der Ven (22.),
      1:3 Weber (40.,FE), 1:4 Meyer (62.,FE), 1:5 van der Ven (64.), 
      2:5 Zimmermann (67.)

Jena:
Neumann; Raickovic (27.Nedic); Sänger (53. Janjic), Wentzel; Nierlich, Bennert (46.Gerstner), Schneider, Cramer, König; Weber ,Zimmermann
Gütersloh:
Matysek; Tschiedel; Böger, Reekers; Flock (59.Choroba), Konderding, Meyer, Landgraf, Bonan (88.Gellrich), Brinkmann; van der Ven (84.Papic)

Zuschauer: 6106

Schiedsrichter: Byernetzki (Hamburg)

Spielbericht
Es hätte ein schöner Fußballnachmittag werden können; über 6000 Zuschauer hatten bei besten äußeren Bedingungen Lust auf erfolgreichen Jenaer Fußball nach der Winterpause. Am Ende blieb nur noch Frust.
Schon der Beginn ließ Böses erahnen. Nach 45 Sekunden mußte Mario Neumann einen gefährlichen van der Ven-Schuß um den Pfosten lenken. Der Eckstoß kommt hoch herein, König im Duell mit Reekers erwischt den Ball nicht richtig, köpft in Richtung eigenes Gehäuse. Normalerweise kein Problem für Neumann, doch Bernd Schneider überhört den Ruf "Torwart", will seinerseits retten und behindert Neumann - 0:1. Nach sieben Minuten war dann die gesamte Jenaer Abwehr nicht im Bilde, als Tschiedel zum Flanken kam und Konerding völlig frei vorm Tor nur noch einnicken brauchte. Klar konnte Gütersloh mit dieser Fuehrung auf des Gegners Platz befreit aufspielen, aber wie leicht es ihnen zusätzlich noch gemacht wurde, war erschreckend. Da konnte mit eins, zwei Körpertäuschungen durch Jenas Abwehr förmlich hindurchspaziert werden. Wenigstens Mario Neumann behielt die Übersicht und reagierte einige Male hervorragend. In der 22. Minute aber war auch er machtlos gegen ein Tor über drei Stationen, daß die desolate Abwehrleistung am treffendsten widerspiegelt: Abschlag von Matysik, Kopfballverlängerung zu van der Ven, der rennt den Jenaern über den halben Platz auf und davon und vollendet. Der Gastgeber erholte sich lange Zeit nicht von diesem Schock, zumal auch noch Libero Raickovic mit einer Kieferverletzung ausgewechselt werden mußte. Erst nach dem verwandelten Strafstoß ging für ein paar Minuten sowas wie ein Ruck durch die Mannschaft, torgefährlicher wirkte aber auch hier der Neuling (Bennerts Rettungsaktion gegen Bonan).
Bei aller Konfusion in der Anfangsphase - so richtig enttäuscht hat mich die Jenaer Elf vor allem in der Zeit nach Wiederanpfiff. Nichts war da zu sehen vom Aufbäumen, mit dem man in der Hinrunde noch so manches Spiel umbiegen konnte. Hatte man in der Winterpause noch angekündigt, die von der Statur her kleinen Angriffsspitzen nicht mehr so oft mit hohen Flanken bedienen zu wollen, so praktizierte man genau diese unsinnige Variante gegen Gütersloh ein ums andere Mal. Die Abwehr blieb auch in der Folgezeit ein Unsicherheitsfaktor, da mit Nedic nach Sängers Verletzung schon der dritte Akteur in einem Spiel auf die Liberoposition rückte und Wentzel den einzigen FCG-Stürmer nie in den Griff bekam. Erst foulte er van der Veen im Strafraum (62.,Elfmeter zum 1:4), nur zwei Minuten darauf ließ er ihn frei zum Volleyschuß kommen. Mark Zimmermanns Treffer bekamen viele Zuschauer schon nicht mehr mit, ebenso Jenas erste Rote Karten dieser Saison, für König (68.) und Schneider (77.). Es steht zu befürchten, daß Jens König nach seinem dummen, groben Foul an der Mittellinie für etliche Spiele gesperrt wird. Bernd Schneiders Rempler als letzter Mann im Strafraum war vergleichsweise harmloser Natur, auch wenn der Feldverweis den Regeln entsprach. Van der Veen schoß den Elfer übrigens über das Gehäuse (ob das schon Mitleid war ?).
Ein Blick auf die Tabelle und die weiteren Ansetzungen zeigt, daß mit Ausnahme Lübecks alle Mannschaften, die nun noch hinter Jena stehen, den FCC im eigenen Stadion empfangen. Es wäre demnach immens wichtig, könnte das von Mario Neumann geäußerte Vorhaben in die Tat umgesetzt werden: "Am Freitag in Essen die Antwort geben auf dieses Scheiß-Spiel." <fc>
Offener Brief des Gütersloher Fanclubs FANATICS

FC Carl Zeiss Jena gegen VfB Leipzig 0:0

Jena:
Neumann; Raickovic; Sänger, Wentzel; Gerstner (71. König), Cramer (77. Bennert), Schneider, Holetschek, Nierlich; Weber, Rousajew (71. Zimmermann)
Leipzig:
D. Hoffmann; Shala; Edmond, Schössler; Däbritz, Heidrich, Bancic, Weichert, G. Hoffmann; Bittencourt, Fuchs

Zuschauer: 6098

Schiedsrichter: Schütz (Norken)

Spielbericht
Es war eine Art Endspiel um den nordostdeutschen Zweitligaherbstmeister, diese letzte Begegnung vor den Weihnachtsferien. Jena hätte bei einem Sieg die Leipziger überflügelt. Nach den letzten Heimresultaten sprach allerdings viel für ein Unentschieden und genau das wurde es denn auch, wobei die fröstelnden Zuschauer nach dem 1:1 (Köln), 2:2 (KFC), 3:3 (Wolfsburg) ein 4:4 der Nullnummer vorgezogen hätten.
Den Thüringern merkte man speziell vor dem Wechsel an, daß sie es diesmal partout vermeiden wollten, auf eigenem Platz einem Rückstand hinterher laufen zu müssen. Sicherheit war da oberstes Gebot, das letzte Risiko im Mittelfeld wurde gescheut, hatten doch Heidrich, Fuchs, Bittencourt ihre Gefährlichkeit im Saisonverlauf schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Letzterer sorgte nach 29 Minuten erstmals für Aufregung in der Jenaer Hintermannschaft, als er den aus dem Strafraum stürzenden Mario Neumann überlief und zur Flanke kam - Matthias Wentzel rettete per Hechtsprung vor einem einschußbereiten Leipziger. Im Gegenzug die größte Jenaer Chance vor der Pause: Heiko Webers Schuß läßt Torwart Hoffmann abklatschen, Rousajews Abstauber aber geht neben das Tor. Viel mehr tat sich nicht vorm Halbzeitpfiff. In der Pause bewiesen dann einige Gästefans ihren Heldenmut, als sie Stadioneinrichtung in Form einfacher Bretterbuden zerlegten. Die besonders zahlreich vetretene Polizei (Ostderbys haben halt ihren Ruf) ging im Gegensatz zu manchem Westkollegen bei Jenaer Gastspielen nicht mit Schlagstöcken dazwischen, sondern beließ es bei Filmaufnahmen, deren Auswertung dem FC Carl Zeiss möglichweise noch etwas Geld einbringen wird. Für diese Art Spenden möchten wir uns beim "harten Sachsen-Kern" schon jetzt gesondert bedanken!
Nach der Pause wurde auch wieder Fußball gespielt und dies etwas offensivbetonter als zuvor. Chancen blieben dennoch rar. Erst in der 63. Minute bot sich Heidrich eine nach präzisem Zuspiel von Fuchs. Die Freistöße von Bittencourt (65.), Holetschek (70.) und Schneider (88.) , die Möglichkeiten für Raickovic (75.) und Fuchs (79.) - mehr war nicht. Das Remis geht nach Feld- und Chancenanteilen somit vollauf in Ordnung und beide Teams schienen auch nicht unzufrieden damit. Beste Jenaer: Dejan Raickovic und Olaf Holetschek.
Ein Blick auf die Tabelle belegt noch einmal, wie wichtig der überraschende Auswärtssieg bei der Hertha war: Vier Punkte trennen unseren FCC gerade mal von einem Abstiegsrang und den belegt immerhin die Frankfurter Eintracht ! Alles andere als ein beruhigendes Polster, was insbesondere an den vielen Punktverlusten daheim liegt. Andererseits läßt sich auf 23 Punkte im verflixten zweiten Jahr nach dem Aufstieg aufbauen und wenn man es genau nimmt: Zu einem Aufstiegsplatz in die erste Liga fehlen schließlich auch nur fünf Zähler... <fc>

Hertha BSC Berlin gegen FC Carl Zeiss Jena 0:1

Tore: 0:1 Rousajew (78.)
Hertha:
Fiedler; Sauer; Oliver Schmidt, Kober; Covic (75. Fährmann), Götz (81. Veit), Arnold (85. Andreas Schmidt), Dinzey, Hartmann; Preetz, Kruse
Jena:
Neumann; Raickovic; Sänger, Wentzel; Nierlich, Cramer (78. Bennert), Holetschek, Schneider (86. Röser), Gerstner (90. Penzel); Rousajew, Weber

Zuschauer: 8684

Schiedsrichter: Buchhart (Schrobenhausen)

Spielberichte
[diesmal gleich von zwei mitgereisten Fans, hier zunächst von Björn Pfennig]

"Oh, wie ist das schön..." hallte es am Samstagnachmittag aus dem Gästefanblock des Berliner Olympiastadions. Und das war es auch, denn der FCC trat die Heimreise völlig verdient mit drei Punkten an. Herha hatte es 90 Minuten lang nicht geschafft die Jenaer unter Druck zu setzen und sich klare Chancen herauszuspielen. Der Sieg war vor allem der sicher stehenden Abwehr zu verdanken. Die wenigen Bälle die trotzdem durchkamen fing Mario Neumann im Jenaer Tor sicher weg. In der ersten Hälfte waren die Spielanteile fast ausgeglichen, wobei sich der FCC in der Anfangsphase die klareren Chancen herausspielen konnte. So hätte Rousajew bereits nach 5 Minuten mit einem 16-Meter-Schuß das 1:0 erzielen können. Die Herthaner wurden aus dem Spiel heraus kaum torgefährlich.
Erst nach dem Seitenwechsel verstärkten sie ihre Angriffsbemühungen und konnten sich einige Chancen erarbeiten. Vor allem Fernschüsse durch Preetz (50.), Dinzey (54.) und Arnold (58.) waren gefährlich, da der Ball durch den anhaltenden und starken Schneeregen unberechenbar wurde. In der 51. Minute war es erneut Preetz der eine gute Chance für die Herthaer vergab. Nach einer Flanke von Hartmann köpfte er den Ball aus acht Metern am Tor vorbei. Auch diese Phase überstand der FCC schadlos und konnte sich anschließend wieder etwas befreien. Nach einem 12-Meter-Schuß von Raickovic in der 60 Minute führte der zweite gefährliche Angriff der Jenaer zum 1:0. In der 78. Minute setzte sich Heiko Weber auf der linken Seite gegen zwei Berliner durch und gab nach einem Flankenlauf den Ball flach in die Mitte. Der mitgelaufene Michail Rousajew hatte keine Probleme die präzise Flanke zur etwas glücklichen, aber auch durchaus verdienten Führung zu nutzen. Die anschließende Schlußoffensive der Hertha blieb ohne Erfolg, da es den Berlinern nicht gelang, gegen die enge Jenaer Verteidigung eine klare Chance herauszuspielen. Lediglich in der 89. Minute hatte Veit die Gelegenheit noch einen Punkt für die Hertha zu retten. Mario Neumann war jedoch richtig herausgelaufen und sicherte dem FCC den zweiten Auswärtssieg der Saison und somit eine feucht- fröhliche Heimreise des Jenaer Anhangs.
Jena hatte den Sieg aufgrund der besseres taktischen Spiels verdient, da die Abwehr jederzeit die nötige Übersicht bewies und eine der wenigen Chancen konsequent umgesetzt wurde. Auch die kämpferische Einstellung der Mannschaft lies keinen Zweifel daran aufkommen, daß man in Berlin den Platz als Sieger verlassen wollte.
Für die ca. 1000 mitgereisten Zeissfans hat sich die Reise nach Berlin mal wieder gelohnt. Im vierten Auswärtsspiel gegen die Hertha gelang dem FCC der dritte Sieg und blieb bei bisher einem Unentschieden im Olympiastadion bisher ungeschlagen. Hoffentlich bleibt's so. Dieser Sieg war aber auch bitter nötig, will man nicht in die Abstiegszone geraten, die ja in der zweiten Bundesliga bekanntlich besonders groß ist. So ist auch der unbeschreibliche Jubel der Mannschaft und der Fans, die trotz Dauerregens völlig aus dem Häuschen waren, nach dem Spiel zu erklären, da man sich erstmal wieder ein kleines Polster zu den unteren Plätzen geschaffen hat. Trotzdem muß am Freitag mal wieder ein Heimsieg gegen Leipzig her, um den Erfolg von Berlin nicht wieder zu zerstören.

[und so sah es Uwe Kaiser:]

Merke: Das Berliner Olympiastadion ist immer eine Reise wert. Alle Jahre wieder Scheißwetter, aber nie eine Niederlage - ein Sieg oder wenigstens ein Unentschieden ist immer herausgesprungen. Auch dieses Mal war alles wie immer. Es war saukalt und in den immer stärker werdenden Regen mischten sich auch einige Schneeflocken. Die schlechten Witterungsbedingungen waren nach dem Abpfiff für die Jenaer Spieler und die ca. 700 bis 800 mitgereisten Fans völlige Nebensache. Die 3 Punkte entschädigten ausreichend für die Kälte und Nässe. Hertha versuchte zwar von Beginn an, das Spiel zu machen und den FCC unter Druck zu setzen - es blieb aber größtenteils beim Versuch. Unsere Abwehr behielt den Kopf oben und ließ den Berlinern nur wenig Torgelegenheiten. Und: Endlich mal ein Spiel, in dem unser Torwart auf den mittlerweile üblichen Blackout verzichtete. Mario Neumann brauchte kaum ernsthaft einzugreifen, Herthas Schüsse sausten aber auch in der zweiten Halbzeit am Tor vorbei. Ein starker Antritt von Heiko Weber auf der linken Seite war 12 Minuten vor Schluß auch der Ausgangspunkt zum Highlight des Matches. Seine flache Eingabe erwischte Rousajev und sorgte so für allgemeines Wohlbefinden unter den Blau-Gelb-Weißen. Bis zum Schlußpfiff gab es noch zwei Situationen im Jenaer Strafraum, bei denen man tief Luft holen mußte, doch Neumann blieb sicher und der schon fast übliche "Schwimmkurs" in der Verteidigung bei knapper eigener Führung blieb aus. Als die Mannschaft nach dem Abpfiff zum Fanblock kam, merkte man allen die Freude über den (etwas unerwarteten) Sieg an. Vor allem "Matz" Vogel kriegte sich vor lauter Freude kaum wieder ein. Die geringe Zuschauerresonanz war enttäuschend. Gerade mal etwas mehr als die Hälfte der erwarteten 15.000 Zuschauer (8.600) waren in die Riesenschüssel des Olympiastadions gekommen. Große Klasse war die Unterstützung durch den FCC-Fanblock. Trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit gegenüber dem Hertha-Block, ging die Supporter-Wertung (Stimmung, Lautstärke) klar an die Gäste-Fans. Nach dem Tor waren alle total happy. Daraufhin vervierfachte sich (grundlos) die Ordnerzahl vor dem Gästeblock.

FC Carl Zeiss Jena gegen VfL Wolfsburg 3:3

Tore: 0:1 Tyszkiewicz (14.), 1:1 Schneider (24.), 1:2 Spies (37.), 1:3 Mauksch (61./Foulelfmeter), 2:3 Weber (83.), 3:3 Holetschek (89./Foulelfmeter)
Jena:
Neumann; Raickovic; Sänger, Wentzel; Nierlich (82. Penzel), Cramer, Holetschek, Schneider, Bennert (71. Gerstner); Zimmermann (61. Rousajew), Weber
Wolfsburg:
Zimmermann; Mauksch; Jensen, Tomcic; Keller, Dammeier, Spies, (87. Meißner), Ballwanz, Kapetanovic; Radtke (82. Kleeschätzky), Tyszkiewicz (61. Probst/GK)

Zuschauer: 4269

Schiedsrichter: Friedrichs (Lennestadt)

Spielbericht
Jena rettete einen Punkt in der letzten Minute.
Zunächst sah es aber gar nicht so danach aus, denn der Wolfsburger Tyszkiewicz hatte nach knapp einer Viertelstunde keine Mühe, die Führung aus Nahdistanz zu erziehlen. Doch Jena konterte und Schneider erziehlte bereits 10 Minuten später, nach einer sehr schönen Kombination über Raickovic und Cramer, den Ausgleich zum 1:1. Doch die Wolfsburger zeigten sich vom Ausgleich unbeeindruckt und spielten weiter bissig. In der 37. Minute war es dann Spies, der von keinem CZ-Spieler angegriffen wurde, und das 1:2 markierte.
Nach dem Wechsel sorgte Raickovic mit einem 25-Schuß für Aufsehen. Doch nur 5 Minuten später kam es noch schlimmer für die Thüringer, denn Raickovic foulte den Torschützen zum 0:1, Tyszkiewicz, und der Referee zeigte sofort auf den Punkt. Mauksch ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte sicher zum 1:3.
Die Jenaer-Kicker zeigten aber Moral und konnten 7 Minuten vor Schluß durch Weber verkürzen. Und fast mit dem Schlußpfiff gelang Holetschek mit einem Elfmeter, nach einem Foul an Weber, den von vielen schon nicht mehr geglaubten Ausgleich.<vg>

FSV Mainz gegen FC Carl Zeiss Jena 3:2

Tore: 1:0 Neustädter (8.), 2:0 Grevelhörster (31.), 3:0 Grevelhörster (68.), 3:1 Rousajew (71.), 3:2 Bennert (78.)
Mainz:
Wache; Klopp (58. Lemsalu), Neustädter, Schmidt, Stöver; Lieberknecht, Akropovic, Ouakili, Hock; Demandt (67. Policella), Grevelhörster (82. Erhard)
Jena:
Neumann; Raickovic; Sänger, Wentzel; Nierlich (67. Bennert), Cramer, König, Holetschek, Schneider; Zimmermann (67. Rousajew), Weber

Zuschauer: 4700

Schiedsrichter: Gettke (Haltern)

Spielbericht
Jena machte gleichen Fehler wie gegen Uerdingen und überließ dem Gegner alle Aktivitäten +++ Jena begann erst ab der 35. Minute dagegen zusetzen +++ viele Großchancen wurden vergeben +++ unnötiger Ballverlust im Mittelfeld brachte in der Jenaer Drangphase das 3:0 +++ Einwechslung von Rousajew und Bennert wirkte sich positiv aus +++ mit einer besseren Chancenverwertung und dem druckvollen Spiel von Anfang an, hätte Jena das Spiel gewinnen können und müssen <vg>

FC Carl Zeiss Jena gegen KFC Uerdingen 2:2

Tore: 0:1 Panadic (8.), 0:2 Nowotny (20.), 1:2 Holetschek (43.), 2:2 Nierlich (55.)
Jena:
Saric; Sänger; Nedic, Wentzel; Nierlich, Cramer, Schneider, Holetschek, König (64. Bennert); Weber, Rousajew (64. Zimmermann)
Uerdingen:
Bade; Peschke; Rahner, Panadic; Bittengel, Jüptner (58. Kühn), Grammozis, Wollitz, Straube; van Buskirk, Nowotny (56. Grauer)

Zuschauer: 5341

Schiedsrichter: Stark (Landshut)

Spielbericht
Wieder ein Unentschieden. Der FC Carl Zeiss scheint auf dem besten Wege, den Unterhachingern ihren Titel als Remiskönige der zweiten Liga streitig zu machen. Diesmal aber braucht Fußball-Jena im Gegensatz zur Vorwoche nicht unglücklich über die Punkteteilung zu sein - sah es doch eine Halbzeit lang nach der ersten Heimniederlage aus.
Ja, es schien sich sogar ein Debakel anzubahnen. 8. Minute: die erste Gäste-Ecke wird von Wollitz hoch auf den Elfmeterpunkt geschlagen, der herausstürzende Saric kommt nicht an den Ball, Panadic springt höher als Nedic und köpft mühelos ein. 18. Minute: Nowotny taucht völlig frei vor Alexander Saric auf, doch der kann den Ball gerade noch am Pfosten vorbeilenken. 20. Minute: Grammozis' Schuß wird noch abgefangen, aber im Nachsetzen drückt Nowotny aus dem Gewühl heraus den Ball über die Linie. Der Absteiger mit Aufstiegsambitionen diktierte klar das Geschehen. Was aber war in dieser Phase nur mit Jena los ? Die Abwehr wurde bei den schnellen Gäste-Attacken von einer Verlegenheit in die andere gerissen, das Mittelfeld bekam das Geschehen überhaupt nicht in den Griff (der gewöhnlich zu den besten zählende Jens König erwischte einen rabenschwarzen Tag) und die Sturmspitzen hingen fast folgerichtig in der Luft. Ein Zuschauer äußerte sogar die Vermutung, daß die Spieler den Feiertag am Abend zuvor etwas zu wörtlich genommen hatten, derart desolat die Vorstellung der Jenenser in der ersten Hälfte. Das Anschlußtor von Olaf Holetschek nach Schneider-Ecke fiel zu diesem Zeitpunkt völlig überraschend.
Doch dieser Treffer in Kombination mit einer Standpauke von Trainer Vogel hatte die Jenaer wachgerüttelt, ließ sie wie verwandelt aus der Kabine kommen. Zunächst entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancenvorteilen für den FCC. Die größte Gelegenheit vergab dabei Heiko Cramer, der aus sechs Metern Entfernung den Ball an den Pfosten setzte. Mehr Fortune hatte wenig später Frank Nierlich, der von Bernd Schneider per Hackentrick schön freigespielt wurde, in den Strafraum lief und diagonal ins lange Ecke traf. Nun war man endgültig am Drücker. Schneider, Cramer und speziell Olaf Holetschek drehten nun mächtig auf, die in der ersten Hälfte noch so souveräne KFC-Truppe begann regelrecht zu schwimmen, mußte im eigenen Strafraum eine turbulente Szene nach der anderen ausstehen. Zweifellos, Jenas Powerfußball in dieser Phase gehörte zum Besten, was uns Zuschauern in dieser Saison geboten wurde ! Und wäre da nicht wieder einmal die mangelnde Chancenauswertung gewesen, die Uerdinger um den Ex-Jenaer Kapitän Peschke wären ohne Punkt heimgefahren. Allein Bernd Schneider hätte bei zwei Riesenchancen das Spiel entscheiden können. Erst in der Schlußphase konnten die Gäste die Partie wieder ausgeglichen gestalten, hatten erneut durch Panadic sogar noch eine Chance zur erneuten Fuehrung, die Saric aber vereitelte (84.). Dem hatte Jena noch einen schönen Flugkopfball von Matthias Wentzel nach Vorlage Cramers entgegenzusetzen (79.), doch es blieb beim 2:2 nach ungewöhnlichen 90 Minuten.
Das Remis entspricht durch die völlig unterschiedlichen Halbzeiten dem Spielverlauf. Erwähnenswert die Leistung von Schiedsrichter Stark, der seinem Namen alle Ehre machte, als er zum Beispiel beim Foul an Schneider Vorteil gelten ließ und so den Ausgleichstreffer möglich machte. Jena ist jetzt seit sechs Spielen ungeschlagen, allerdings reichte es dabei auch nur einmal zum Sieg. Remiskönige eben... <fc>

FC Carl Zeiss Jena gegen Fortuna Köln 1:1

Tore: 1:0 Weber (30.), 1:1 Lottner (84.)
Jena:
Saric; Raickovic; Sänger, Nedic (58. Wentzel); Bennert (72. Gerstner), König, Cramer (75. Röser), Holetschek, Schneider; Weber, Rousajew
Köln:
Wessels; Lottner; Schneider (81. Azzouzi), Radschuweit; Renn (56. Lipinski), Kranz, Niedziella, Brdaric, Akonnor; Hey, Krieg (56. Dengel)

Zuschauer: 4802

Schiedsrichter: Frey (Neu-Ulm)

Spielbericht
Revanche war angesagt bei diesem Spiel gegen die Kölner; 6:0 hatten diese den FC Carl Zeiss beim letzten Aufeinandertreffen deklassiert - die höchste Jenaer Zweitliganiederlage bisher.
Und es begann auch recht verheißungsvoll. Schon nach drei Minuten mußte Wessels gegen Olaf Holetschek retten. In der 14. Minute hatte eine neue, gekonnte Freistoßvariante Premiere, welche Milos Nedic leider nicht zum Torerfolg verwerten konnte. Wenig später wurde Heiko Cramer von Jens König in Szene gesetzt, verzog aber knapp. Nach einer halben Stunde dann endlich die längst überfällige Führung: Schneider setzte einen Freistoß an den Innenpfosten, den zurückspringenden Abpraller verwandelte Heiko Weber in seinem 100. Zweitligaspiel zum 1:0. Und Jena machte weiter Druck. Ein zweiter Treffer von Weber wurde annuliert, weil der Linienrichter die Abseitsfahne gehoben hatte (was Schiri Frey erst etliche Zeit später mitbekam) und einen Kopfball Königs nach Freistoß Holetscheks parierte Wessels unmittelbar vor dem Pausenpfiff auf der Linie. Kölner Chancen wurden in diesem Bericht bisher nicht aufgezählt, es gab einfach keine. Lediglich den Kopfball von Brdaric in der Anfangsphase könnte man hier anführen, echte Gefahr brachte der jedoch nicht.
Jenas Überlegenheit an Feld- und Chancenanteilen setzte sich fort. Die Abwehr um Libero Raickovic hatte mit den zwar recht offensiv eingestellten, aber in der Jenaer Hälfte harmlosen Kölnern keine Probleme, im Mittelfeld kurbelten Bernd Schneider, auch Olaf Holetschek unermüdlich das Spiel an und vorn war Jubilar Heiko Weber ein ständiger Unruheherd. Nur wurden auch die besten Chancen vergeben - und das sollte sich rächen. Es begann mit der Gelb-Roten Karte für Raickovic. Schon in Hälfte eins hatte Dejan gegen eine zugegebenermaßen umstrittene Entscheidung reklamiert und Gelb gesehen - rund eine Stunde später tat er das noch einmal und wurde deshalb vom Platz gestellt (77.). Müßig zu diskutieren, ob man nun wie Trainer Vogel auf Raickovic sauer sein muß oder von einem namhaften Schiedsrichter mehr Fingerspitzengefühl für die Situation erwarten kann. Der Klub mit den wohl wenigsten Fans in der 2. Liga nutzte jedenfalls die aufkommende Hektik zum prompten Ausgleich - gegen Lottners Granate aus 20 Metern hatte der selten geprüfte Alexander Saric keine Chance. Übrigens - die Ampelkarte für den Kölner Brdaric drei Minuten vor Schluß ebenfalls wegen einer Unmutsgeste fand ich genauso daneben, das roch stark nach einer Konzessionsentscheidung, um die erhitzen Gemüter etwas zu beruhigen. Das zahlenmäßige Gleichgewicht nutzte sowieso keinem mehr, da beide Mannschaften offensichtlich nun nichts mehr riskieren wollten.
Ich kann mich an keine Mannschaft in der letzten Zeit erinnern, die mit so wenig Tormöglichkeiten einen Punkt aus Jena entführen konnte. Aber so ist das ja öfters im Fußball, wer seine vielen Chancen nicht nutzt, wird am Ende trotz guter Leistung dafür bestraft. Der FCC muß nun im nächsten Heimspiel versuchen, die beiden verlorenen Punkte wieder wettzumachen. Gegen Uerdingen, daß derzeit "einen Lauf" zu haben scheint, wird dies ganz sicher nicht leicht. <fc>
Hier noch zwei Kommentare zum Spiel von Wolfgang Unbereit und Frank Cichos

Stuttgarter Kickers gegen FC Carl Zeiss Jena 1:2

Tore: 1:0 Kevric (5.), 1:1 Rousajew (34.), 1:2 Pfuderer (83./ET)
Stuttgart:
Klaus; Lösch; Pfuderer (84. Labak), Wüllbier; Nylen, Strogies (41. Hofacker), Malchow, Kevric, Santl; Beierle (51. Sailer), Maric
Jena:
Saric; Raickovic; Nedic, Sänger; Nierlich, Holetschek, Cramer, Schneider, König (79. Bennert); Rousajew (87. Wentzel), Weber

Zuschauer: 2941

Schiedsrichter: Haür (Celle)

Spieltelegramm
Stärkstes Auswärtsspiel verhinderte Stuttgarter Tabellenführung +++ Kickers-Führung durch direkt verwandelten Eckball +++ Jena in Folgezeit feldüberlegen mit guten Torchancen +++ Rousajews Ausgleich erstes Auswärtstor nach 484 Minuten +++ Gastgeber nur kurz nach der Pause am Drücker +++ Saric hier mit glänzenden Reaktionen +++ Eigentor verhalf zum ersten Erfolg nach vier sieglosen Partien

FC Carl Zeiss Jena gegen SpVgg. Unterhaching 1:1

Tore: 0:1 Garcia (12.), 1:1 Weber (61.)
Jena:
Saric; Raickovic; Wentzel (46. Sänger), Röser (27. Nedic); Nierlich, Schneider, Holetschek, Cramer (72. Bennert), König; Rousajew, Weber
Unterhaching:
Wittmann; Täuber; Grassow, Bucher; Lust, Reich, Hartig, Strehmel, Bartsch (73. Vladimir); Garcia (65. Zimmermann), Radlspeck (57. Zeller)

Zuschauer: 4210

Schiedsrichter: Dr. Dörr (Griesheim)

Spielbericht
Mit der Spielvereinigung Unterhaching kam der einzige in Meisterschaft und Pokal noch ungeschlagene Profiklub Deutschlands ins Ernst-Abbe-Sportfeld. Auch nach den 90 Minuten bei den gemeinhin als heimstark eingestuften Jenensern sollte dieser Status erhalten bleiben.
Schon die Anfangsphase des Spiels kam der Köstner-Truppe gelegen. Nach vorsichtigem Beginn bekam der Gast in der 12. Minute einen Freistoß zugesprochen, den Lust zwar in die Mauer schoß - den zurückspringenden Ball aber nahm Garcia volley und traf aus 10 Metern halbrechts ins entlegene Eck. Saric war zwar noch dran, konnte indes den Treffer nicht mehr verhindern. Damit war genau das eingetreten, was gegen diese Mannschaft nicht passieren darf: Ein Rückstand, den es nun gegen ein Bollwerk aus phasenweise elf Mann aufzuholen galt. Und Jena tat sich unsagbar schwer, den Riegel zu knacken, versuchte immer wieder, mit hohen Flanken in den Strafraum zum Erfolg zu kommen, was gegen die großgewachsenen Gästespieler wohl die unsinnigste Taktik überhaupt gewesen sein dürfte. Kein Wunder, daß die größte Chance vor der Pause einer Standartsituation entsprang: Bernd Schneider zirkelte einen Freistoß von halblinks Richtung Dreiangel, doch Wittmann konnte den Ball zur Ecke lenken (40.).
Das gleiche Bild in Halbzeit zwei: "Betonfußball" der Randmünchener, Ideenlosigkeit und zu wenig Bewegung im Jenaer Mittelfeld sowie zwei Stürmer Weber und Rousajew, die sich trotz allen Bemühens kaum einmal gegen ihre Gegenspieler behaupten konnten. Doch Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel, und diese Ausnahme führt nach gut einer Stunde prompt zum Ausgleich. Heiko Weber nimmt Königs weiten Einwurf mit der Brust an, dreht sich blitzschnell und findet mit seinem Schuß die Lücke zwischen Torwart, Abwehr und Pfosten. "Bennos" vierter Treffer in der laufenden Saison, womit er Platz eins der internen Spielerwertung zurückeroberte. Klar, daß Jena die letzte halbe Stunde auf den Siegtreffer drängte, doch blieben Chancen gegen die defensivstarken Unterhachinger weiterhin Mangelware. Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn Sängers Kopfball in der vorletzten Spielminute ins Tor statt an die Lattenoberkante gegangen wäre. Das Glück scheint den Jenaern in Heimspielen momentan nicht hold.
Auch wenn man im Jenaer Lager mit dem neuerlichen 1:1 möglicherweise unzufrieden ist; nach dem Spielverlauf hätte man diesmal auch völlig leer ausgehen können. Der eine Punkt wiederum ist mit Blick auf das untere Tabellendrittel nur etwas wert, wenn nach vier sieglosen Spielen innnerhalb der nächsten zwei Begegnungen endlich wieder einmal gewonnen wird. Beste Spieler diesmal: Jens Koenig (zum wievielten Male eigentlich?) und Carsten Saenger (warum nur sitzt er anfangs immer noch auf der Bank??) <fc>

SV Meppen gegen FC Carl Zeiss Jena 0:0

Meppen:
Brasas; Böttche; Deters, Vorholt; Prus (69. Myyry), Bujan, Schulte, Winter, Helmer (77. Menke); Thoben, Claaßen
Jena:
Saric; Raickovic; Röser, Wentzel; Bennert (46. Cramer), Nierlich, Schneider, Holetschek (62. Rousajew), König; Nedic (73. Sänger), Weber

Zuschauer: 12000

Schiedsrichter: Werthmann (Iserlohn)

Spielbericht
Flutlichteinweihung in Meppen. 700 Lux stark und 1 Million Mark teuer. Nicht nur der FC Carl Zeiss, auch das Deutsche Sportfernsehen war zur Premiere erschienen. Selbiges gab sich in seinen Vorberichten auch redlich Mühe, das Image von der Meppener Povinzmannschaft zu korrigieren. Selbst wenn das nicht hundertprozentig gelang, so wurde doch deutlich, daß dieser Verein professionell geführt wird und sich nicht von ungefähr einen Stammmplatz in Liga zwei gesichert hat.
Die kämpferische Einstellung seiner Mannschaft im letzten Spiel gegen Frankfurt hatte Trainer Eberhard Vogel offenbar überzeugt, gab er doch trotz möglicher Alternativen genau jenen elf Mann das Vertrauen, die auch gegen die Eintracht begonnen hatten. Speziell die Abwehr hatte das Geschehen in den ersten fünfunddreißig Minuten auch sicher im Griff. Meppen wußte sich nur durch Fernschüsse zu helfen; den Gefährlichsten aus 20 Metern von Claaßen (18.) parierte Alexander Saric, der erneut den Vorzug vor Mario Neumann bekommen hatte. In der 40. Minute verschätzte sich Saric allerdings mächtig, als er bei Claaßens Torschuß aus spitzem Winkel wohl mit einer Flanke gerechnet hatte und den Ball passieren ließ. Doch diesmal war Fortuna ihm hold, der Ball sprang zum Ärger der Meppener vom Pfosten in die Arme des Jenaer Torhüters zurück. Die stärkste Phase des SV hatte Jena damit schadlos überstanden.
Nach dem Wechsel agierte Meppen zwar weiter feldüberlegen, aber vor dem gegnerischen Strafraum zu ideenlos. Auch die vielgepriesenen Einwechselspieler Myyry (finnischer Nationalkicker) und Menke (37jähriger Routinier) konnten nicht mehr viel bewegen. Die besseren Tormöglichkeiten in diesem Abschnitt hatten sogar die Jenaer. Heiko Weber verpaßte in der 54. Minute eine Schneider-Eingabe; gut eine viertel Stunde darauf rannte Bernd Schneider auf Brasas zu, wurde jedoch von Meppens Torwart und einem Abwehrspieler am erfolgreichen Abschluß gehindert. Insgesamt gesehen lief auf beiden Seiten nicht viel zusammen, stand die Partie nur auf mittelmäßigem Niveau. Erfreulich immerhin, daß der FCC in fremden Gefilden endlich wieder mal einen Punkt holte, auch wenn das erste Auswärtstor nach 450 Minuten noch immer auf sich warten läßt.
Beste Spieler in einer ausgeglichenen Jena-Elf: Bernd Schneider und Matthias Wentzel. <fc>

FC Carl Zeiss Jena gegen Eintracht Frankfurt 1:1

Tore: 0:1 Guht (27.), 1:1 Holetschek (80., Foulelfmeter)

Jena:
Saric; Raickovic (46. Sänger); Wentzel, Röser; Nierlich, König, Schneider, Holetschek, Bennert (70. Cramer); Nedic, Weber
Frankfurt:
Nikolov; Bommer; Bindewald, Pejovic; Dickhaut, Gaudino, Beuchel, Hennig (34. Roth), Glöckner; Güntensperger, Guht (70. Dworschak)

Zuschauer: 7807

Schiedsrichter: Casper (Dortmund)

Spielbericht
Es passiert nicht alle Tage, daß ein deutscher Ex-Meister und viermaliger Pokalsieger im Ernst Abbe-Sportfeld zum Punktspiel erscheint. Entsprechend erwartungsvoll war diesmal die Atmosphäre und entsprechend motiviert schien die Zeiss-Elf von Anbeginn. Kein Vergleich mit dem sang- und klanglos abgegebenen Spiel in Mannheim.
Gegenüber dieser Begegnung hatte es einige Umformierungen gegeben. Auffallend vor allem die überraschende Wandlung von Milos Nedic vom zuletzt mäßigen Abwehrspieler zum engagierten Ersatzstürmer. Jena begann ebenso schwung- wie druckvoll, hatte durch Wentzel (Parade von Nikolov, 7.) und Weber (Pfostenschuß, 8.) gleich hochkarätige Chancen. Doch nach gut 20 Minuten bekam die Eintracht das Geschehen vorübergehend in den Griff, der Führungstreffer durch Guht kam somit nicht mal sonderlich überraschend. Vorausgegangen war eine Flanke von Hennig, die der herauslaufende Alexander Saric nicht mehr erreichte (die Frage, welchen Torhüter er den Vorzug geben soll, wird Trainer Vogel vermutlich auch vorm nächsten Spiel beschäftigen). Beinahe wäre den Thüringern wie schon gegen Zwickau der sofortige Ausgleichstreffer gelungen, doch Nedic scheiterte zunächst an Torwart Nikolov (28.) und köpfte fünf Minuten später in aussichtsreicher Position neben das Gehäuse.
Auch nach der Pause drückte Jena permanent auf den Ausgleich, biß sich jedoch an der Abwehr um den souveränen 39jährigen Libero Bommer immer wieder fest. Das brachte Gefahr durch schnelle Konterzüge, so als Güntensperger völlig frei aus fünf Metern über das Tor schoß (70.). Dies hätte sicher die Vorentscheidung bedeutet, Trainer Stepanovic sah's genauso und biß vor Wut fast seinen Zigarillo ab. In den letzten zehn Minuten rückte der lange Zeit unauffällig agierende Schiedsrichter Casper in den Mittelpunkt. Hatte er in der 50. Minute nach Beuchel-Foul an Weber den Elfmeter noch verweigert, entschied er in Minute 80 auf Strafstoß; Wentzel hatte völlig frei Nikolov angeschossen, Weber wollte nachsetzen, wurde von Pejovic gehalten - Elfmeter. Holetschek verwandelte flach ins rechte Eck. Der FCC nun mit der sprichwörtlich zweiten Luft, drängte vehement auf das Siegtor und Spieler wie Zuschauer wähnten sich schon im siebenten Fußball-Himmel, als in der 85. Minute Frank Nierlich nach Vorlage Königs ins lange Eck traf. Doch da war ja noch das Schiedsrichter-Gespann: Der Assistent wollte eine Abseitsstellung von Weber erkannt haben, was nach den TV-Bildern definitiv nicht stimmte. Sicher, der Mann an der Seitenlinie hat keine Zeitlupe zur Verfügung und es war sicher auch eine unglückliche Aktion Webers, daß er den ohnehin ins Tor gehenden Ball noch selbst verwandeln wollte. Jedoch erwischte er das Leder erst hinter der Torlinie, als die Aktion also schon abgeschlossen war. Und das wiederum hätte Herr Casper sehen müssen, der sich nach diesen Fehlentscheidungen über das aufgebrachte Publikum wirklich nicht zu wundern brauchte. Kosteten sie doch den Gastgebern zwei Punkte.
Gänzlich unzufrieden brauchte nach Spielende dennoch niemand zu sein. Frankfurts Dragoslav Stepanovic über die gutklassige Partie: "Die Jenaer haben uns bis an die Grenze gefordert, waren stark in den Zweikämpfen. Zum ersten Mal in dieser Saison haben aber auch meine Spieler richtiggehend gekämpft, den Fight angenommen." <fc>

SV Waldhof Mannheim gegen FC Carl Zeiss Jena 4:0

Tore: 1:0 Kobylanski (16.), 2:0 Reichel (52.), 3:0 Köpper (80.), 
      4:0 Gunnlaugsson (84.)

Mannheim:
Langner; Köpper; Wagenhaus, Barth; Gerlach, Dehoust (79. Luginger), Reichel, Hayer, Hofmann; Gunnlaugsson (84. Czakon), Kobylanski (84. Commodore)
Jena:
Neumann; Raickovic; Sänger, Wentzel; Nierlich (74. Nedic), Gerstner, Cramer, Holetschek, König; Schneider, Weber

Zuschauer: 4500

Schiedsrichter: Prengel (Düsseldorf)

Spielbericht
[diesmal vom mitgereisten Björn Pfennig]
Als Zeissfan traut man sich bei Auswärtsspielen schon nicht mehr aus dem Bus zu steigen. Man ahnt schon, was da kommt...
Auch im vierten Spiel in Folge blieben die Jenaer auf fremden Plätzen ohne Torerfolg und sind damit seit dem 8. März - damals gewann man bei Hertha BSC mit 4:2 - ohne Auswärtssieg. Am Wochenende bezog man in Mannheim beim bis dahin sieglosen SV Waldhof gleich eine 0:4-Packung. Vor 4500 Zuschauern, davon ca. 300 aus Jena, bestimmten die Mannheimer von Beginn an das Spiel, konnten sich aber kaum Chancen erarbeiten. Erst nach einem völlig unnötigen Ballverlust Olaf Holetscheks vorm eigenen Strafraum konnte sich Gunnlaugsson den Ball erkämpfen und auf den mitgelaufenen Kobylanski spielen. Dieser lies sich die Chance nicht nehmen und vollendete in der 18. Minute zum 1:0. Auch danach gelang es den Jenaern nicht, sich eigene Chancen zu erarbeiten, was wohl hauptsächlich daran lag, daß mit Heiko Weber lediglich ein Stürmer in den Reihen der Saalestädter auf dem Feld stand, welcher von Wagenhaus zudem noch völlig ausgeschaltet wurde.
Nach der Pause gingen die Mannheimer bereits in der 52. Minute durch einen schönen Konter mit 2:0 in Führung. Cramer hatte den durchgelaufenen Reichel nicht genügend attackiert, welcher Neumann mit einem scharfen Schuß überwinden konnte. Nach diesem Tor wurden alle taktischen Zwänge abgelegt, wodurch Jena zu einigen guten Gelegenheiten kam, bei denen aber einerseits Pech (wie bei einem Volleyschuß Bernd Schneiders), meist aber das eigene Unvermögen den Torerfolg verhinderten. Durch weitere individuelle Fehler bei Zeiss gelang es den Mannheimern sogar, das Ergebnis noch deutlicher zu gestalten. Einen Freistoß Köppers lenkte Neumann in der 80. Minute ins eigene Tor. Das 4:0 fiel nach einem weiteren Konter der Waldhöfer, bei dem keiner der ballführenden Spieler vernünftig angegriffen wurde und Gunnlaugsson sechs Minuten vor Schluß wenig Mühe hatte den Endstand herzustellen.
Fazit: Was dem Jenaer Anhang am Wochenende geboten wurde, war unakzeptabel, zumal Mannheim nicht so stark gespielt hat, daß bei entsprechender Konzentration und besserer Umsetzung der taktischen Anweisungen nicht wenigstens ein Unentschieden möglich gewesen wäre. Man muß aufpassen, in den kommenden Spielen nicht unnötig in Zugzwang zu geraten, zumal man bis jetzt fast nur gegen Mannschaften gespielt hat, die das untere Drittel der Tabelle zieren und nach den Siegen von Essen, Mannheim und Zwickau auch das Tabellenende bedenklich nahe gerückt ist. Gegen Frankfurt ist ein Sieg jetzt fast schon Pflicht, der aber nur bei einer deutlichen Leistungssteigerung erkämpft werden kann. Besonders taktische Mängel und individuelle Fehler dürfen gegen die Eintracht, welche auch mächtig unter Zugzwang steht, nicht wiederholt werden.
Positiv: Danke nochmal an das Mannheimer Fanprojekt, welches die Jenaer Fans nach dem Spiel zu einer Grillfete eingeladen hat, sodaß der Tag doch noch irgendwie lustig endete...
Hier geht es zu den Spielkommentaren auf dem Mannheim-Server
Aus einer Email des Mannheimer Webmasters Marco Dinies

FC Carl Zeiss Jena gegen FSV Zwickau 2:1

Tore: 0:1 Kunze (47.), 1:1 Sänger (48.), 2:1 Rousajew (55.)

Jena:
Saric; Raickovic; Sänger, Wentzel, Bennert (88. Röser), Cramer (84. Nedic), Schneider, Holetschek, König; Weber, Rousajew (62. Gerstner)
Zwickau:
Karavaev; Tipold; Seifert (57. Klee), Hermel; Groth (56. Lucic), Günther, Härtel, Pilz, Hecker (77. Pohl); Kirsten, Kunze

Zuschauer: 6246

Schiedsrichter: Wack (Gersheim)

Spielbericht
Nach den 0:1-Niederlagen am letzten Spieltag waren beide Mannschaften im Zugzwang, war doch abzusehen, daß sich der Verlierer dieser Begegnung den Abstiegsrängen zumindest annähern würde.
Allein der Gastgeber begann entsprechend engagiert. Schon nach sechs Minuten hätte sich Thoralf Bennert als zweifacher Torschütze feiern lassen können, wenn nicht Pilz seinen Schuß von der Torlinie geköpft (4.) und Karavaev sein Solo im letzten Moment gestoppt hätte. Rousajew (9., 38.), Holetschek (22.), erneut Bennert (31.) sowie Cramer (44.) erarbeiteten sich weitere Torgelegenheiten bis zur Pause, scheiterten aber entweder am lettischen Nationaltorhüter oder eigenen Unzulänglichkeiten im Ausnutzen der Chancen. Und deshalb mußten die Thüringer zur Pause mit dem 0:0 zufrieden sein, denn nach Wentzels Strafraumaktion gegen Kirsten in der 32. Minute hätte man sich über einen Elfmeterpfiff nicht beschweren können. Daß er ausblieb, konnte man maximal als ausgleichende Gerechtigkeit zum dubiosen Lübeck-Schiri werten.
Zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff sahen die zahlreich mitgereisten Gästefans die erste nennenswerte Torchance ihrer Mannschaft - und deren Führung ! Tipolds Eingabe nach Ecke von Pilz konnte Kunze unbedrängt einköpfen. Zum Glück hatte schon zwei Minuten später auch der FC Carl Zeiss Erfolg nach einem Eckball. Karsten Sänger verwandelte aus sechs Metern mit dem Innenrist. Für die Statistiker ein Treffer mit doppelter Brisanz, war es doch Sängers allererstes Zweitligator und für seinen Klub Nummer 200 seit Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga. - Erinnert sich noch jemand an die Nr. 1 ? Carsten Klee hatte vor fünf Jahren in Leipzig getroffen. - Klee war auch diesmal dabei, allerdings im Trikot der Westsachsen und bei Sänger die Zeit nach seiner Einwechslung abgemeldet. Zu der Zeit stand es schon 2:1, denn nach dem Ausgleich hatte Jena aus dem Mittelfeld mit Cramer, Bennert und dem überragenden König weiter Druck erzeugt und war nach 55 Minuten zum Siegtor gekommen. Bennerts Schrägschuß wehrte Karavaev nach vorn ab, Michail Rousajew nahm den Ball mit dem Rücken zum Tor stehend an und traf mit 10-m-Schuß aus der Drehung. Somit trug sich auch der Russe erstmals in die Jenaer Torschützenliste ein, Der FCC setzte fortan auf Absicherung des eigenen Tores mit gefährlichen Kontern. Allzu viele Schwierigkeiten hatte man dabei nicht mehr. Zwar trug Zwickau zur fairen und recht ansehnlichen Partie redlich bei, aber in der Schlußphase fehlte bei ihnen ein erkennbares Aufbäumen gegen die Niederlage; Zitat eines hinter mir stehenden FSV-Fans: "Die spielen, als wenn sie 2:0 führen würden!"
Bleibt zu hoffen, daß Jena seine in den Heimspielen angedeutete Stärke nun endlich auch auswärts umsetzen kann und nicht zum Aufbaugegner der angeschlagenen Waldhöfer wird. Interessant wird auch sein, für welchen Torhüter sich Trainer Eberhard Vogel dort entscheidet, denn Alexander Saric war weit mehr als bloßer Ersatz. <fc>

VfB Lübeck gegen FC Carl Zeiss Jena 1:0

Tor: 1:0 Jurgeleit (71., Foulelfmeter)

Lübeck:
Wilde; Behnert; Mazeikis, Schwinkendorf; Hoffmann, van der Steen, Jurgeleit, Golke, Kindgen; Koch, Siedschlag
Jena:
Neumann; Raickovic; Sänger, Nedic; Nierlich (15. Bennert), Wentzel, Schneider, Holetschek, König (53. Penzel); Rousajew, Weber (70. Saric)

Zuschauer: 7250

Schiedsrichter: Insam (Köln)

Spieltelegramm
Niveauarmes Fußballspiel +++ Jena total defensiv ohne jegliche Gefahr nach vorn +++ beide Außenverteidiger erlitten Gehirnerschütterung +++ Torwart Neumann mußte mit Gelb-Rot vom Platz (70.) +++ Schiedsrichter wirkte bei Zweitligadebüt alles andere als überzeugend

FC Carl Zeiss Jena gegen VfB Oldenburg 3:1

Tore: 1:0 Weber (26.), 2:0 Holetschek (43.), 2:1 Uwe (45.), 3:1 Weber (81.)

Jena:
Neumann; Raickovic; Sänger, Nedic; Gerstner (64. Bennert), Nierlich, Schneider (55. Cramer), Holetschek, König; Rousajew, Weber (82. Zimmermann)
Oldenburg
H.-J.Butt; Claaßen; Uwe, Klütz; Cisek, Ehle (53. Tammen), Sievers, Goch, Sall (78. Zierott), Szubert; J. Janiak (66. Elberfeld)

Zuschauer: 5255

Schiedsrichter: Lange (Stuttgart)

Spielbericht
Nein, ich hätte beim Auflaufen der Mannschaften kein neutraler Spielbeobachter sein wollen. Hätte ich doch gar nicht gewußt, wer denn nun der Gastgeber aus Thüringen und wer der Gegner ist. Schließlich stand auf allen 22 Feldspieler-Trikots unübersehbar 'FC Carl Zeiss Jena' ! Die Ursache für dieses Verwirrspiel war der vergessene zweite Trikotsatz des VfB Oldenburg. Nun benutzt Jena, in der letzten Saison wurde mit neuer Trikotfarbe prompt verloren, schon aus Aberglauben daheim grundsätzlich seine blau-weiße Garnitur. Und deshalb blieb dem Neuling nichts anderes übrig, als in die schwarz-gelbe Spielkleidung zu schlüpfen. Jenas neuen Trikotsponsor wird's gefreut haben...
Auch am Verlauf der ersten 25 Minuten war kaum zu erkennen, wer denn nun die Heimmannschaft ist. Das Geschehen spielte sich hauptsächlich zwischen den Strafräumen ab, Jena hatte mit hohen Bällen gegen die groß gewachsenen Abwehrspieler der Niedersachsen keinen Erfolg. Wie es gemacht werden muß, zeigte Michail Rousajew mit der Vorbereitung des Führungstreffers. Im Mittelfeld angespielt, sprintete er fast 25 Meter an der Außenlinie seinem Gegenspieler davon und flankte über Torhüter Butt hinweg so druckvoll und präzise, daß Weber am rechten Pfosten nur noch einnicken brauchte. Der Russe war auch Ausgangspunkt für Tor Nummer zwei. Seinen Paß in den Strafraum nahm Schneider auf, der von Libero Claaßen zu Fall gebracht wurde - Strafstoß. Holetschek traf zwar nur den Pfosten, doch da Butt den Ball noch berührte, bekam der Jenaer Kapitän die Chance zum Nachschuß und verwandelte zum 2:0. Damit schien schon vor der Pause der Sieg sicher zu sein, wovon wohl auch die Jenaer Abwehr träumte, als sie sowohl Vorbereiter Cisek als auch den nigerianischen Torschützen Uwe (nicht die Spur von Torjubel) sträflich ungedeckt liessen.
Lag es an diesem Treffer, daß die Jenaer bis Mitte der zweiten Hälfte verunsichert und fast nur in der eigenen Hälfte (re)agierten ? Oldenburg wirkte in dieser Phase jedenfalls optisch überlegen, ohne Glanzpunkte setzen zu können, womit das Niveau der Partie rapide sank. Doch wie schon im Spiel gegen Essen fing sich der FC Carl Zeiss wieder und machte nach mehreren Gelegenheiten neun Minuten vor Schluß alles klar. Nierlich hatte geflankt, Webers versuchter Hechtflugkopfball verunglückte zwar, doch im Nachsetzen stocherte er das Leder noch ins Oldenburger Tor. Hätte Cramer aus drei Metern nicht die Lattenunterkante getroffen, Zimmermann seine Chance genutzt und der Schiri bei seiner (ansonsten recht ordentlichen) Zweitliga-Premiere nicht einen Überzahl-Konter zugunsten einer Oldenburger Verwarnung zurückgepfiffen - Jena hätte die Ausbeute aus dem ersten Heimspiel noch gesteigert.
Nach vier Spieltagen ein Wort zu unseren Neuzugängen: Torwart Saric saß nach seinem Wechsel aus Belgrad erstmals auf der Ersatzbank, läßt sich also nicht einschätzen. Frank Nierlich hat mit seiner einsatzfreudigen Spielweise die Erwartungen bisher erfüllt. Der erfahrene Thomas Gerstner dagegen wirkt noch immer seltsam verunsichert und gehemmt. Am meisten überzeugt hat mich bisher Michail Rousajew. Zwar hat er, eigentlich als Torjäger gekauft, bisher noch nicht getroffen. Dafür trat er umso öfter als Vorbereiter in Erscheinung, bot auch gegen seinen Ex-Klub eine ausgezeichnete Leistung und war gemeinsam mit Sturmkollege Heiko Weber bester Jenaer an diesem Nachmittag. <fc>
Hier noch eine Anmerkung von Uwe Kaiser vom Fanclub "family", Hainichen-Chemnitz

1. FC Kaiserslautern gegen FC Carl Zeiss Jena 2:0

Tore: 1:0 Wagner (2.), 2:0 Koch (17.)

K'lautern:
Reinke; Brehme; Koch, Schäfer; Greiner, Roos, Franck, Wegmann (88. Riedl), Wagner; Rische (77. Ratinho), Kuka
Jena:
Neumann; Raickovic; Sänger, Röser; Gerstner (46. König), Nierlich (76. Nedic), Bennert, Holetschek, Schneider (69. Cramer); Rousajew, Weber

Zuschauer: 36611

Schiedsrichter: Pohlmann (Felde)

Spieltelegramm
Grandiose Kulisse auf dem Betzenberg +++ früher Rückstand Jenas durch 35m-Freistoß +++ Röser bereits nach 16 Minuten mit Gelb/Rot vom Platz gestellt +++ Sekunden später Vorentscheidung nach Abwehrfehler +++ Sieg durch Vielzahl an Gastgeber-Chancen verdient +++ nach dem Wechsel Jena respektloser und mit einigen Tormöglichkeiten (Schneider, Rousajew)
Mehr Infos zum Spiel gibt's auf der FCK-Homepage
Und hier noch die Kritik eines FCK-Fans

FC Carl Zeiss Jena gegen Rot-Weiß Essen 4:0

Tore: 1:0 Holetschek (13.), 2:0 Zimmermann (55.), 3:0 Cramer (64.),
      4:0 Weber (86.)

Jena:
Neumann; Raickovic; Sänger, Röser (61. Nedic); Gerstner, Cramer, Nierlich, Holetschek, Bennert (69. König); Rousajew, Zimmermann (70. Weber)
Essen:
Ogrinc; Matysik; Tomas, Ratkowski (63. Schürmann); Holick, Beyel (60. Klein), Scharpenberg, Schreier, Margref (60. Dondera); Vier, Helmig

Zuschauer: 4466

Schiedsrichter: Wagner (Hofheim)

Spielbericht
Fans des FC Carl Zeiss in nah und fern dürften die Tabelle derzeit außergewöhnlich gern anschauen, steht der einzige Thüringer Profiklub doch tatsächlich nach zwei Spieltagen als Spitzenreiter da. Wann hat es das zuvor schon einmal gegeben... !?
Gegen Rot-Weiß Essen hatte Trainer Eberhard Vogel die selbe Formation wie drei Tage zuvor auf den Platz geschickt und die kam auch gleich zu einem schnellen Führungstor. Nach einem Foul an Rousajew an der rechten Strafraumseite verwandelte Kapitän Olaf Holetschek den fälligen Freistoß direkt aus 18 Metern. Nach diesem Kunststoß hatten Cramer (21.) und Zimmermann (31.) Chancen zu einer frühen Vorentscheidung, vergaben jedoch. Die mitgereisten Gäste-Fans (weniger als erwartet, wohl eine Nachwirkung der Heimschlappe am ersten Spieltag) sahen dagegen kaum Torchancen ihrer Elf. Einige recht gewagte Rückpässe seiner Vorderleute stellten somit die schwersten Aufgaben für Mario Neumann dar.
Das änderte sich unmittelbar nach Wiederbeginn. Hier hatte Essen seine stärkste Phase, war durch Beyel (46.,nach Fehler Rösers) und Vier (48., Fallrückzieher) dem Ausgleich nahe. Dann setzte Dauerregen ein und der Gastgeber schwamm sich im wahrsten Sinne des Wortes wieder frei. Als Mark Zimmermann nach schöner Einzelleistung gegen zwei Mann und Heiko Cramer aus einem Konter heraus die Tore zwei und drei besorgt hatten, war der Widerstand des Neulings gebrochen und Jena konnte einen Gang zurück schalten, zumal es sich erneut auf einen sicheren Schlußmann verlassen konnte. Heiko Webers Tor nach Zuspiel Rousajews war gewissermaßen das Sahnehäubchen zur Tabellenführung.
Euphorie ist dennoch fehl am Platze. Denn erstens ist dieser relativ leicht errungene Sieg mit Sicherheit nicht als Maßstab für das eigene Leistungsvermögen zu nehmen und zweitens steht schon am nächsten Spieltag der ultraschwere Gang zum 1. FC Kaiserlautern auf dem Programm. Immerhin hat für Jena das sprichwörtlich schwere zweite Jahr nach Wiederaufstieg mit vier Punkten gut begonnen. Daß dabei auch das Remis in Gütersloh einiges wert gewesen sein kann, deutete der Sieg des FCG beim Bundesliga- Absteiger Uerdingen an.<fc>
Hier der Bericht auf der RWE-Homepage

FC Gütersloh gegen FC Carl Zeiss Jena 0:0

Gütersloh:
Teuber; Tschiedel, Böger, Konerding, Landgraf, Meyer, Choroba, Lewe, Bonan (71. Flock), Ekmescic (63. Papic), van der Ven
Jena:
Neumann; Raickovic; Sänger, Röser; Gerstner (79. Nedic), Nierlich, Cramer, Holetschek, Bennert; Rousajew, Zimmermann (61. Weber)

Zuschauer: 6200

Schiedsrichter: Berg (Konz)

Spieltelegramm
Neuling von Beginn an feldüberlegen +++ Jena in der Abwehr souverän, etliche Glanzparaden Neumanns +++ nach vorn zu wenig Initiative +++ Bennert und Weber dennoch mit Chancen zum Sieg +++ Trainer Vogel verteilte Sonderlob an Bennert

Kommentar zu "Souvenirverkauf beim FCC"

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