1:1 im Heimspiel gegen Fortuna Köln. Weiterhin zuhause unbesiegt, aber im dritten Heimspiel nacheinander wiederum kein Sieg. Woran lag's? Sicher nicht nur allein am Platzverweis von Dejan Raickovic, der zum wiederholten Male sein loses Mundwerk nicht zügeln konnte. Verwunderlich deshalb die Aussage des Trainers Eberhard Vogel, der ihn für den Punkteverlust allein verantwortlich machen wollte. Denn den meisten der zahlreichen Zuschauern mußte zwangsläufig aufgefallen sein, daß der Coach 15(!) Minuten vor Abpfiff zwei zwar nicht überragend spielende offensive Feldspieler (Cramer, Bennert) vom Feld nahm und sie durch zwei Defensivspieler (Gerstner, Röser) ersetzte. Nach dem Motto: Hinten dicht, und vorne hilft der liebe Gott. Die Folge davon war, daß das bis dahin offensive Spiel der Zeiss-Elf zerfiel, das Mittelfeld und der Sturm in der Luft hing und dadurch die Kölner, die bis zu diesem Zeitpunkt kaum eine erwähnenswerte Torchance besaßen, langsam Oberwasser bekamen. Dies führte zwangsläufig zu Fehlern bei den spieltechnisch unterlegenen Gastgebern. Einer dieser Fehler führte zu einem umstrittenen(?) Freistoß. Raickovic beschwerte sich darüber beim Schiedsrichter und wurde wegen Meckerns vom Platz gestellt. Von da an nahm das Unheil seinen Lauf. Gelsdorf reagierte sofort (Azouzzi), Vogel konnte nicht mehr reagieren, das Ergebnis ist bekannt. Fazit: Wenn mann mit einer solchen Wechseltaktik 15 Minuten vor Ultimo das Spiel, noch dazu ein Heimspiel, nach Hause zu schaukeln versucht, darf man sich nicht wundern, wenn man zum Schluß mit (fast) leeren Händen dasteht. In einer so ausgeglichen besetzten Liga, in der jeder jeden schlagen kann, müssen Heimspiele von der Taktik her über volle 90 Minuten möglichst offensiv geführt und gewonnen werden. Da gilt erst recht nicht die Ausrede, daß man ja gegen einen Aufstiegsaspiranten einen Punkt geholt hätte. (Anscheinend gibt es unter einigen Spielern und Offiziellen des FC Carl Zeiss Jena die Auffassung, daß es in der 2.Fußballbundesliga 13 Aufstiegsanwärter, einen FC Carl Zeiss und vier Abstiegskandidaten gibt.) Ansonsten könnte es dem FCC so ergehen wie dem Chemnitzer FC. Zur Winterpause auf einem vorderen Platz, nach der Saison abgestiegen. Und dann würden im fußballtraditionsreichen Jena für immer die Lichter ausgehen. Übrigens: Für alle ,für die der Schiedsrichter wieder mal der Buh-Mann war: Jener Herr Frey pfiff vorige Saison das Spiel Hertha BSC - FC CZ Jena, das bekanntlich 2:4 endete.

Wolfgang Unbereit

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