2. Hauptrunde am 04. September 2010
SC Leinefelde 1912 - FC Carl Zeiss Jena 0:3
Bis zur vorletzten Minute um das Weiterkommen bangen musste der FCC bei
seinem ersten Pokalauftritt in Leinefelde vor zwölf Jahren. Das blieb der Zeiss-Elf und seinen Anhängern diesmal zum
Glück erspart. Denn spätestens nach 36 Minuten, als der nach vorn
aufgerückte Alexander Voigt eine Ecke Landekas über die Linie
drückte, waren die Weichen gestellt. Zuvor hatte bereits Sören
Eismann von der Strafraumgrenze aus getroffen (17.).
Im Anschluss an das 2:0
nahm das Match den zu erwartenden Verlauf: Der Gastgeber hielt tapfer dagegen,
ohne den Favoriten jedoch ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Dieser
tat mehr oder minder nur das Nötigste, kam dennoch weiterhin zu klaren
Tormöglichkeiten, welche aber mit einer (Fahr)Lässigkeit vergeben
wurden, die man sich nur in solch einem Pokalspiel erlauben darf. Nikol,
Hähnge und Orlando ließen klarste Gelegenheiten aus. Das
Saison-Pflichtspiel-Debüt von Orlando darf dennoch als erfolgreich eingestuft werden.
Zum einen erzielte der Holländer nach abgesessener Sperre den Treffer
Nummer drei (57., Vorlagengeber Hähnge), zum anderen gehörte er
über die gesamte Spielzeit hinweg zu den auffälligsten Akteuren.
<fc>
Tore: 0:1 Eismann (17.), 0:2 Voigt (36.), 0:3 Orlando (57.)
Achtelfinale am 09. Oktober 2010
Alles andere als (vom Trainer) befreit präsentierten
sich Jenas Spieler beim Dritten der Thüringer Verbandsliga. Gegen einen
wie erwartet stark defensiv ausgerichteten Kontrahenten agierten
unsere Kicker eine halbe Woche nach der Beurlaubung Jürgen Raabs
noch immer recht verunsichert. Dabei gingen sie
mittels eines an Orlando verschuldeten, durch Ziegner
verwandelten Foulelfmeters in Führung. Aus dem Spiel heraus gelang
ihnen in 120 Minuten trotz bester Möglichkeiten aber kein Treffer - im Gegensatz zu den Gastgebern, deren
Ausgleichstor allerdings durch einen von Holzner abgefälschten,
daher unhaltbaren Schuss kurz nach der Pause zustande kam. Als Bester in
einer aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeber-Elf glänzte Torwart
Reiter. Inmitten der Verlängerung hatte Ziegner einmal Pech, als er
einen Freistoßball an die Latte schoss. Ein ausführlicher Bericht der Gastgeber findet sich auf zcontent.de.
Tore: 0:1 Ziegner (25./FE), 1:1 Heuschkel (49.)
Die Formulierung "vorweg genommenes Endspiel" war an diesem
Tag häufiger zu vernehmen, auch wenn dabei außer acht
gelassen wird, dass die beiden Thüringer Drittligisten in der
Vorsaison kläglich an Meuselwitz und Pößneck
gescheitert waren. In diesem Jahr nun trafen sie bereits im Viertelfinale
wieder aufeinander und die Auslosung eines Heimspiels für den FC Carl
Zeiss nährte die Hoffnung, dass sich Jena auch im nächsten
Lostopf befinden könnte. Weist doch Erfurt die bislang schlechteste
Auswärtsbilanz in Liga drei auf. So sah es zu Beginn der Partie allerdings nicht aus, da sich
die ersten Minuten fast ausnahmslos in der Jenaer Hälfte abspielten.
Einen Aufsetzer-Ball von Weidlich traute sich Nulle nicht zu fangen, faustete
ihn stattdessen zur Seite weg (11.). Beim Zedi-Kopfball nach einer
Viertelstunde war Jenas Torhüter rechtzeitig unten, der Abpraller
blieb ohne Folgen. Keine 120 Sekunden später aber geschah es: Nach
einem Pass aus der eigenen Hälfte, noch per Kopf verlängert,
läuft Tino Semmer auf der linken Seite in den Jenaer Strafraum und
dabei Sichone auf und davon. Die Schnelligkeitsnachteile seines
Mannschaftskameraden werden Carsten Nulle bewogen haben, aus seinem Kasten
heraus zu kommen. In einer Situation allerdings, in der er besser die kurze Ecke
zu gemacht hätte, da in der Mitte noch ein Verteidiger zurücklief.
Semmer erkannte die sich bietende Gelegenheit und verwandelte mit präzisem
Ball an Nulle vorbei ins lange Eck zur Führung. Um dies abzuändern wurde Orlando für
Landeka ins Spiel gebracht, an dem das Geschehen diesmal ein wenig vorbei
gelaufen war. Den ersten Aufreger in Hälfte zwei bildete eine
Strafraumszene nach 51 Spielminuten: Halb wurde er gezogen, halb sank er hin,
der Sebastian Hähnge im Erfurter Strafraum - hier kann man sicher
pfeifen, aber eine klare Elfmetersituation sieht zugegebenermaßen
anders aus. Während der folgenden Spielminuten blieb ohnehin keine
Zeit mehr, darüber nachzudenken. Denn jenes Feuerwerk an Chancen, das
die Jenaer Elf von nun an abbrennen sollte, hatte im bisherigen Saisonverlauf
so noch nicht mal annähernd stattgefunden. Fünf klarste
Gelegenheiten am Stück nahmen ihren Anfang mit Hähnges
Kopfball nach einer Ecke von rechts. Eigentlich schienen bei hoch herein gegebenen Bällen
Jenas Akteure gegen die baumlangen Gästeverteidiger auf
verlorenem Posten zu stehen, nicht aber Sebastian Hähnge, der in sechs
Metern Torentfernung sogar recht frei zum Kopfball kam, jedoch am blitzschnell
reagierenden Orlishausen scheiterte (54.) Gleich darauf flog ein
22-Meter-Schuss von Schmidt halbhoch am Erfurter Kasten vorbei. Den Kopfball
von Moses Sichone nach einem Freistoß hatte Dirk Orlishausen der Körpersprache
nach schon verloren gegeben, doch das Leder prallte an den Pfosten ! Sekunden
später, immer noch in Minute 62, schaute Erfurts Keeper erneut nur
hinterher, als der durchbrechende Reimann den Ball am Schlussmann und dem
langen Pfosten vorbei schob. Nach 64
Minuten war der schnelle Orlando von niemandem zu stoppen, auch Orlishausen kam
zu spät, doch auch dieser
Schuss passierte den Pfosten von der falschen Seite her. Angetrieben von
begeisterten Fans attackierten Jenas Spieler die Rot-Weißen schon an
der Mittellinie und erzwangen auf diese Art den mittlerweile so was von
verdienten Ausgleich nach 75 Spielminuten: Eckball von links, Sichone ist mit
dem Kopf zur Stelle, trifft unhaltbar aus 5 Metern. Endlich !!! Gemessen an den
Aktionen zuvor erschien der Ausgleichstreffer vergleichsweise unspektakulär,
doch er gab den Gastgebern weiteres Selbstvertrauen. Frech zirkelte Nikol einen
Eckball direkt aufs kurze Dreiangel, wo er kurz vor der Linie noch abgefangen
wurde. Mit Beginn der Verlängerung fragten wir uns mehr
und mehr, welche Magie eigentlich vom Tor vor der Südkurve ausgeht,
dass immer nur da die Post abgeht. Denn ab der 91. Minute besaß
für eine Viertelstunde lang der Kontrahent aus der Landeshauptstadt wieder
Oberwasser. Nach Maluras Vorarbeit von rechts rauschten gleich zwei Erfurter
heran, verfehlten die scharfe Eingabe aber knapp. Zwar sorgte Kurbjuweit mit
einer Freistoß-Variante in der 98. Minute kurzzeitig für
Entlastung, trotzdem waren wir froh, als die 105. Minute erreicht war. Noch
einmal Seitenwechsel - jetzt durfte Jena wieder in Richtung Erfolgsgehäuse
spielen. Wo das Spiel dann tatsächlich auch entschieden wurde. Martin
Pohl holte mit Elementen aus dem Ringkampf Exauce Mayombo von den Beinen, die
Erfurter Proteste nach dem Strafstoßpfiff hielten sich in Grenzen.
Ronny Nikol war sich seiner Sache relativ sicher, wie er im Interview hinterher
preisgab, schließlich hatten sie die vergangenen Tage über
einige Male vom Punkt aus geübt. Flach in die Mitte schießend
behielt Nikol die Nerven und sorgte dafür, dass der FCC auch bei der
Auslosung des Pokalhalbfinales wieder im Lostopf sein wird. Spät, aber
nicht zu spät stellen wir erfreut fest: In dieser Mannschaft steckt
wieder Leben ! <fc>
Tore: 0:1 Semmer (17.), 1:1 Sichone (76.), 2:1 Nikol (110./FE)
Es ist nicht das Pokalaus allein, was einen
traurig stimmt, sondern viel mehr der Aufwand des Gegners: Meuselwitz musste
nicht das Spiel der Saison abliefern, es reichte eine "normale"
Underdogleistung. Nach offensiv engagierten Anfangsminuten gingen die Hausherren nach einem
Freistoss von der linken Seite in Führung. Die Flanke wurde länger und länger
und am langen Pfosten konnte Müller ziemlich unbedrängt aufs Tor köpfen und
Ziegners Rettungsversuch konnte das Unglück auch nicht
verhindern. Danach zog sich Meuselwitz etwas zurück, aber so richtig ins
"Schwimmen" kamen sie angesichts der Jenaer Angriffe nicht. Ab und zu ergaben
sich kleine Möglichkeiten für den FCC, aber entweder scheiterte man an Dix, der
einen wirklich guten Tag erwischt hatte, oder war zu umständlich oder ungenau.
Nach ca. 25 Minuten begann die beste Viertelstunde des FCC, man wurde immer
druckvoller und ließ den Ball schnell und genauer laufen. In der 27. min
verhinderte der herausstürzende Dix, dass Öztürk einen langen Ball zum
Ausgleich einschob. Fünf Minuten später war es wieder der stämmige Torhüter,
der das 1:1 verhinderte: Nach direktem Spiel Ziegner - Hähnge - Öztürk war
wiederum der heranstürmende Dix einen Schritt eher am Ball als der Jenaer
Angreifer. In der 40. Minute prallte ein Schuss von Brown-Forbes an Dix ab,
aber kein Jenaer war zur Stelle. Kurz danach war es nach einer Flanke von
rechts ein ZFC-Verteidiger, der den Ball im letzten Moment kurz vorm Tor und kurz
vorm Torwart wegschlug. Nach der Pause gleiches Bild: der FCC stürmte, der ZFC wartete ab. Aber
eine richtige Druckphase mit Chancen im Minutentakt ergab sich nur von der 51.
bis zur 53. Spielminute: Eckardt köpfte eine Flanke von FBF übers Tor, dann war
es FBF selbst, der Schmidts Flanke in einen Schuss parallel zur Torlinie
umsetzte und letztendlich drückten Dix' Fingerspitzen Ziegners
direkten Freistoss von links über das lange Toreck. Das sich Meuselwitz aber
insgesamt relativ clever auf die Jenaer Angriffsbemühungen einstellte, handelte
Heiko Weber und wechselte Smeekes (Stadionsprecher: "Smiekes") und Reimann ein. Trotzdem dauerte es scheinbar
ewig bis zur nächsten FCC-Chance, als Hähnge nach Reimanns Anspiel aus
der Drehung abzog, aber Dix wieder abwehrte (67. min).
Sechzig Sekunden später dribbelte FBF zwar einigen Meuselwitzern Knoten in die
Beine, vergaß aber beim schönen Spielen den richtigen Moment zum Torschuss. Und
so kam es wie so oft in der Geschichte des Fußballs: Jenaer Ballverlust am
ZFC-Strafraum, blitzschnelles Spiel nach vorn, Böhme schickte mit einem Schwenk
den letzten Jenaer Verteidiger ins leere und ließ Siefkes
keine Chance - 0:2. Ich hatte das Spiel bereits "abgehakt", als plötzlich und
unerwartet sich ein von Smeekes geschossener Ball
irgendwie zwischen Pfosten und Dix ins Netz mogelte (74.). Trotzdem war der FCC
in der verbleibenden Viertelstunde nicht in der Lage, ein richtiges Powerplay
aufzuziehen und Meuselwitz kam mit geschickter Verteidigung und Zeitspiel
unbeschadet über die Runden. Die dickste Chance ergab sich nach der letzten
Ecke, aber Schmidts Kopfball ging über die Latte. Die Glaserkuppe scheint dem FCC nicht zu liegen und die Sonne, die sich in
der zweiten Halbzeit durch die Wolken drängelte war noch das Schönste an diesem
Tag. Zwanzig, fünfundzwanzig gute Minuten reichen auch gegen einen
Viertligisten nicht aus. <uk>
Tore: 1:0 Ziegner (6., ET), 2:0 Böhme (69.), 2:1 Orlando (73.)
BSG Wismut Gera - FC Carl Zeiss Jena 4:5 n.E.
Doch auch den Geraern sollte das Aluminium noch zum Verhängnis werden.
Petzold und Jahn trafen im Elfmeterschießen nur Latte und Pfosten,
sodass der Pfostentreffer Kurbjuweits, nach dem die Einheimischen bereits
die Sensation gewittert hatten, nicht mehr ins Gewicht fiel. Immerhin
blieb dem Drittligisten im Gegensatz zum Vorjahr der Pokal-K.o. im
Achtelfinale erspart. Jenas Spieler spurteten nach Abpfiff in die Kabinen.
Ihr Sportchef und Interimscoach Lothar Kurbjuweit kommentierte die Leistung
nach dem Spiel mit einem nichtssagenden "Wir haben zwar vieles richtig gemacht, aber nur wenig gut." <fc>
Viertelfinale am 16. November 2010
FC Carl Zeiss Jena - FC Rot-Weiß Erfurt 2:1 n.V.
0:1 nach nicht einmal zwanzig Spielminuten und nicht nur
Trainer Wolfgang Frank hatte zu diesem Zeitpunkt ein ungutes Gefühl.
Besonders die schlechte Zweikampfbilanz der Jenaer gab Anlass zur Besorgnis.
Wenigstens kamen sie nach 21 Spielminuten zu ihrer ersten Gelegenheit,
als Ralf Schmidt von Reimann in Szene gesetzt wurde und ähnlich wie
Semmer zuvor von der linken Seite her in den Strafraum eindrang. Der
Unterschied zur Situation beim Gegentor bestand darin, dass Schmidts Abschluss
das lange Eck verfehlte.
Jenas Probleme beim Herausspielen weiterer Chancen rührten
unter anderem daher, dass die Mittelfeldspieler nicht konsequent genug nachrückten,
was bei zwei Sechsern und ohne offensive Schaltstation nun einmal erforderlich
ist. So blieb es während der ersten halben Stunde bei der einen
Torgelegenheit für die Blauen, die sich aber Stück für
Stück steigern sollten und zunächst mit Fernschüssen
ihr Glück versuchten. Truckenbrods flacher Ball zischte am Tor vorbei
(31.). An Kurbjuweits Schuss bekam Orlishausen noch eine Hand heran (39.). Und
als erneut Kurbjweit von der ungewohnten linken Seite schön in die
Mitte vors Tor flankte, verpasste Reimann nur um Haaresbreite (45.). Die
Erfurter hatten sich nach der Führung etwas zurückgezogen,
besaßen bis zur Pause lediglich noch eine gute Möglichkeit:
Nachdem Nulle einen weiteren Fernschuss hatte prallen lassen müssen,
diesmal nach vorn vor die Füße von Zedi, flog der
20-Meter-Ball des Erfurter Kapitäns über die Querstange. In
den Kategorien Spielanteile, Eckstöße, Strafraumszenen
schaffte es der FCC, bis zum Halbzeitpfiff einen Gleichstand herzustellen. Nur
beim Resultat lagen sie mit einem Treffer hinten.
"Wir müssen
ja schon froh sein, wenn wir in die Verlängerung kommen", vernahm ich
einen Erfurter Medienvertreter angesichts klarer Jenaer Überlegenheit
in Hälfte zwei. Zweifellos waren es die besten 45 Minuten, die der FCC
im bisherigen Saisonverlauf zustande gebracht hatte.
, 120.); Reichwein (90. Lüttmann), Semmer
Halbfinale am 26. April 2011
ZFC Meuselwitz - FC Carl Zeiss Jena 2:1
, 77.), Oswald, Weinert; Böhme