1. Hauptrunde am 09. August 2008

FC Carl Zeiss Jena - 1. FC Kaiserslautern 2:1

Der 1. FC Kaiserslautern war in der vergangenen Spielzeit einer der wenigen Vereine gewesen, gegen den der FCC ein positives Punktekonto ergattert hatte. Doch eigentlich zählt die Vergangenheit nichts, wenn der Etat durch den Abstieg in der neuen Saison um ein Vierfaches geringer ist als beim Kontrahenten.

Henning Bürger hatte Felix Holzner für dessen Scheibenwischer-Geste aus dem Aue-Spiel abgestraft und ihn nicht mal als Ersatzspieler nominiert. Somit durfte Marco Riemer zum ersten Mal hinten rechts in der Viererkette ran – einer Position, auf der ihn viele für die Zukunft sehen und die ihm nach eigenem Bekunden auch Spaß macht. Auf der anderen Seite spielte erneut Sträßer und der brachte den Lauterer Schlussmann schon nach vier Minuten mit einem 19 Meter-Schuss gehörig auf Trapp – was durchaus wörtlich zu nehmen ist, stand doch mit dem 18jährigen Kevin Trapp die Nummer drei in der Lauterer Torwart-Hierarchie zwischen den Pfosten. Keinen Finger rührte der Schlussmann beim Kopfball Sebastian Hähnges nach Hansens Flanke von der linken Seite. Leider flog das Leder um Haaresbreite am linken Pfosten vorbei (19.). Es sollte die letzte klare Chance in Hälfte eins bleiben, obwohl von Jenaer Seite durchaus weiter passabler Fußball geboten wurde. Unnötiges Risiko im Aufbauspiel wurde diesmal vermieden, stattdessen versuchte man es mit langen Bällen auf die gefährlichen Hähnge und Amirante. Noch ohne Erfolg. Und die Lauterer ? Blieben ihrem mitgereisten Anhang eigentlich alles schuldig vor der Pause. Gleich mehrfach landeten Zuspiele ohne Not im Niemandsland. Tiefpunkt ihrer bis dahin uninspirierten Vorstellung waren zwei Freistoßausführungen vor dem Halbzeitpfiff. Die erste beförderte Reghecampf vom Strafraumeck ins Seitenaus (!), kurz darauf wurde Riemer direkt in die Füße gespielt. „Zweite Liga – keiner weiß warum“, höhnte es aus der Jenaer Fankurve.

Mit Beginn der zweiten Hälfte schien es zunächst, als hätte FCK-Coach Milan Sasic in der Kabine die richtigen Worte gefunden. Ein Abseitstor in der 48. Minute, Sekunden darauf eine Möglichkeit für Lakic, der Bellinghausens Vorlage aber unvorteilhaft erwischte. „Mit meinem Bauch hätte ich vielleicht getroffen, aber für ihn ist es schwer, mit dem Bauch ein Tor zu erzielen“, scherzte sein Trainer nach dem Spiel. In einer Phase, in welcher der Favorit zu seinem Spiel zu finden schien, behielt Jena den Kopf oben. Es war Marco Riemer, der einen langen Ball tief in Lauterns Hälfte schlug. Hähnge verlängerte mit dem Kopf und Andre Schembri lupfte das Leder im Sprung über den verdutzten Trapp hinweg ins Tor. Genial ! Nicht nur in dieser Szene rechtfertigte der Malteser seinen ersten Einsatz von Anbeginn. Mit ihm scheint der richtige Mann im zentralen offensiven Mittelfeld gefunden.
Die Pfälzer drängten auf den sofortigen Ausgleich. Bellinghausens Flachschuss wurde von Robert Müller sogar noch leicht abgefälscht – Carsten Nulle kratzte das Leder dennoch mit den Fingerspitzen um den Pfosten und reagierte auch nach der darauffolgenden Ecke großartig gegen den aus Dortmund in die Pfalz gewechselten Amedick. Wieder scheint Lautern am Drücker – wieder antwortet der FCC auf seine Weise: Ziegners Eckball von rechts fliegt an die Grenze des 5-Meter-Raums. Einmal, zweimal, dreimal werfen sich Trapp und seine Vorderleute vor die Torlinie, wehren Bälle aus Nahdistanz ab. Doch gegen den vierten Versuch von Marco Riemer sehen sie alt aus. 2:0. Die Pokalüberraschung in greifbarer Nähe. „Der FCC ist wieder da“, singen die Fans und Erinnerungen werden wach dabei an die Pokaleuphorie des Vorjahres. Doch nicht alle lehnen sich schon zufrieden zurück. Zu oft hat Jena in jüngster Vergangenheit einen Zweitore-Vorsprung eingebüßt. Und siehe da, durch Lakics Anschlusstreffer, mit strammem 16-Meter-Schuss erzielt, droht es auch diesmal wieder eng zu werden in der Schlussphase. Ausgerechnet Kaiserslauterns Kapitän verliert kurz danach aber die Nerven. Erst foulte er Riemer mit gestrecktem Bein und als sich Tim Petersen berechtigterweise darüber beschwerte, griff Bellinghausen dem Jenaer Abwehrspieler auch noch an den Hals. Eine Tätlichkeit war das sicher nicht, eine grobe Unsportlichkeit aber allemal. Und so gab es zweimal Gelb für zwei unfaire Aktionen in Folge – Respekt, Herr Schalk, alles richtig gesehen ! Wie sein Kollege in der Vorwoche kam der Schiedsrichter bis zur 80. Minute ohne Karten aus, um dann in der Schlussphase den Karton noch mehrfach einzusetzen. In der nicht enden wollenden Nachspielzeit blieb einem das für Jena schlagende Herz fast stehen, als einer der langen Lauterer Verteidiger aus Nahdistanz zum Kopfball kam. Doch Nulle hielt und brachte sein Team endgültig in die zweite Pokalrunde.

Während für den Zweitligisten der Saisoneinstand tüchtig daneben ging, darf man in Jena resümieren: Das zweite Spiel war besser als das Erste, das dritte Spiel besser als das Zweite. Gegen Lautern mit deutlich mehr Licht als Schatten. Da scheint etwas zu wachsen. <fc>


Tore: 1:0 Schembri (50.), 2:0 Riemer (55.), 2:1 Lakic (78.)

Jena: Nulle; Riemer, T. Petersen, Müller, Sträßer; Hansen, Schembri (88. N. Petersen), Ziegner, Kikuchi; Hähnge, Amirante (90. Bochud)

Kaiserslautern: Trapp; Dick, Amedick, Ouattara, Demai; Reghecampf (72. Reinert), Kotysch, Bellinghausen (GRK, 81.), Dzaka, Jendrisek (67. Ziemer); Lakic

Zuschauer: 8489

Schiedsrichter: Schalk (Augsburg)

Bericht auf fck.de


2. Hauptrunde am 24. September 2008

FC Carl Zeiss Jena - FSV Frankfurt 1:0

Wenn regenfeuchte Luft über dem Paradies liegt, die Flutlichter gleißen und leichter Nebel über die Saaleaue wabert, dann ist Pokalzeit in Jena und auf dem Weg zur Stätte der Demütigung von vor zwei Wochen kommt fast so etwas wie Vorfreude auf, selbst in solch tristen Zeiten wie den aktuellen. Für Mark Zimmermann hingegen hieß es Abschied nehmen von seinem Interimsposten auf der Cheftrainerbank, weilte der Neue doch bereits auf der Tribüne, um sich erstmals selbst ein Bild von dem zu machen, was da als Aufgabe vor ihm liegt. Ob sich René van Eck an der taktischen Ausrichtung Zimmes orientieren wird? Der Bad Salzunger wirbelte das Team jedenfalls im Vergleich zum Offenbach-Spiel kräftig durcheinander. Tim Petersen und Ralf Schmidt rückten wiedergenesen in den Kader, der leicht kränkelnde Hähnge tauschte die Bankrolle mit Amirante, und eine Variante mit Dreierkette in der Abwehr und einer Doppel-Sechs Riemer/Hansen davor sollte die chronische Gegentorflut des "FCC 2008" stoppen. Dass dies in der Tat gelang, und das obwohl die Verteidigung ein Durchschnittsalter von sagenhaften 21 Jahren aufwies, ist jedoch der gesamten Mannschaft gutzuschreiben, die hinsichtlich Kampfeskraft, Einsatz und Disziplin nicht vermuten ließ, auch nur entfernteste Verwandtschaft mit jener Truppe zu besitzen, die 10 Tage zuvor den Namen des Thüringer Traditionsvereins derart beschmutzte.

Auch wenn echte Torchancen lange Mangelware blieben, Jena kontrollierte das Spielgeschehen von Anpfiff an, ließ den Zweitligagästen mit aufwendigem Laufspiel keine Luft zum Atmen und wurde nach 26 Minuten für diesen Einsatz belohnt. Der sich auf der Spielmacherposition pudelwohl fühlende Ziegner unter Bedrängnis zweier Gegenspieler mit traumhaftem Anspiel auf Amirante, der mit viel Gefühl auf den perfekt startenden Nils Petersen, welcher nicht das lange Bein des herausstürzenden FSV-Keepers Klandt, den fälligen Elfer plus eventuellen Platzverweis sucht, sondern aus spitzem Winkel zum 1:0 einschießt. "Hier regiert der FCC", mehr ein Flehen von den Rängen als wirkliche Überzeugung, schließlich wusste man um die seltsamen Folgen, die solch ein eigener Treffer in der Psyche des gemeinen FCC-Kickers hat. Und in der Tat, die bis dahin völlig harmlosen Gäste, die eher den Eindruck erweckten, sie spielten um einen Platz in der deutlich renommierteren Damenabteilung des FSV, kamen urplötzlich zu Gelegenheiten. Zweimal Cenci, je einmal Shapourzadeh und Klitzpera schockten die Zuschauer mit kreuzgefährlichen Gelegenheiten, dann war Pause.

Den besseren Start aus selbiger erwischten zunächst die von sagenhaften 28 Schlachtenbummlern begleiteten Hessen, als Theodoridis Robert Müller narrt und das Leder im Strafraum übers Nulle-Gehäuse hämmert. Dann aber wieder der FCC: Hansen ganz fein auf den Torschützen der ersten Hälfte, der völlig freistehend das lange Eck anvisiert und an der Zehenspitze des besten Frankfurters Klandt scheitert (51.). Nur zwei Minuten später knallt Amirantes Schuß nach toller Kombination an den Pfosten, eine Abseitsstellung sah der Linienrichter aber zuvor. Erneut zwei Minuten danach wird Petersens Kopfball nach Flanke des deutlich formverbesserten Sträßer erneut von Kandt entschärft. Es waren Feuerwerksminuten, doch den Tribut zahlte der FCC in der dann folgenden letzten halben Stunde. Nicht nur Salvatore Amirante, der von Krämpfen geplagt viel zu spät ausgewechselt wurde, der Großteil der Mannschaft musste dem laufintensiven Spiel Tribut zollen, Fragen nach dem konditionellen Zustand der Truppe taten sich erneut auf. So gehörte die zweite Halbzeit optisch ganz klar den Gästen, nur wirklich gefährliche Tormöglichkeiten sprangen nicht heraus. Hier ein Bein Sträßers dazwischen, dort fliegt Wuttke in eine Flanke hinein, da grätscht Riemer den Passversuch ab, hier hat Müller den Kopf oben. Pokalfight live im Paradies. Da jedoch auch die Weißgekleideten es nicht fertig brachten, in die weit geöffnete Hintermannschaft der Bornheimer für die Vorentscheidung zu sorgen - Hansen hatte diese per Flugkopfball nach gefühlvoller Flanke des eingewechselten Hähnge auf dem Schädel - hieß es zittern bis zur 93. Minute. André Schmidt hatte Theodoridis an der Strafraumgrenze von den Beinen geholt und der Grieche übernahm die Aufgabe selbst. "Nulle! Nulle"-Rufe, beten, Luft anhalten und als der Hesse im FCC-Tor den Freistoß entschärfte, Schiedsrichter Rafati die Partie beendete, plumpsten tonnenweise Steine von den leidgeprüften blau-gelb-weißen Herzen auf Rasen, Rängen und Trainerbank. Die Feierlichkeiten waren von Erleichterung geprägt, endlich wieder ein Spiel gewonnen, wenn auch nicht glanzvoll, so aber doch beherzt nach über einem halben Jahr endlich wieder einmal zu Null gespielt, doch die große Ekstase blieb aus. Und so hatte das "Der FCC ist wieder da" auch etwas Verhaltenes. Um Jenas Fans nach jenen letzten Wochen wieder zu versöhnen, bedarf es noch mehr solcher vorbildlichen Vorstellungen wie an diesem Abend. Einem Pokalabend in bester Jenaer Tradition. <gunner>

Tor: 1:0 N. Petersen (25.)

Jena: Nulle; Wuttke, Müller, T. Petersen (64. A. Schmidt), R. Schmidt; Riemer, Ziegner, Hansen, Sträßer; Amirante (82. Schembri), N. Petersen (72. Hähnge)

Frankfurt: Klandt; Weißenfeld, Schumann, Klitzpera, Hillebrand; Shapourzadeh (72. Mikolajczak), Barletta, Kreuz (55. Mehic), Theodoridis; Cenci (64. Bencik), Ulm

Zuschauer: 5852

Schiedsrichter: Rafati (Hannover)

Spielbericht auf fsv-frankfurt.de


Achtelfinale am 27. Januar 2009

FC Carl Zeiss Jena - FC Schalke 04 1:4

Eine solche Kulisse hatte es im Ernst-Abbe-Sportfeld seit Jahrzehnten nicht gegeben. Die eigens für das Schalke-Match installierte Tribünenkonstruktion in der Nordkurve ließ das Fassungsvermögen noch einmal auf 17.600 Zuschauer ansteigen. Selbst in der legendären Saison 1980/81 mit dem Einzug ins Europacup-Finale waren es weniger, nämlich jeweils 16.000, die bei den Spielen gegen Rom, Valencia, Newport und Lissabon mitfieberten. Lediglich der Stadionrekord vom 28. März 1962 mit beinahe unvorstellbaren 27.500 Besuchern gegen Athletico Madrid blieb unangetastet. Doch da dürften die wenigsten Interessenten von heute schon dabei gewesen sein.

Nicht nur die Zuschauerzahl, auch die Atmosphäre erwies sich einem Treffen zweier Traditionsvereine als würdig. Über die Anzeigetafel abgespielte Kurzfilme von den Pokalhighlights des Vorjahres brachten so manchem Zeiss-Fan schon vor Anpfiff eine Gänsehaut ein - und das nicht wegen der kühlen Witterung. Im Vorsatz, dem Ruf eines Pokalschrecks einmal mehr gerecht werden zu wollen, zeigten Jenas Spieler von Anfang an wenig Respekt vor großen Namen. Wobei sie nicht versuchten, alles zu überrennen. Der Spielaufbau erfolgte geordnet und erst nach dem Pass in die Spitze zog das Tempo an. Da die Schalker erst mal zu prüfen schienen, was hier auf sie zukommen würde, dauerte es fast eine Viertelstunde bis zur ersten Torgelegenheit. Im Abtauchen erwischte Farfan einen Kopfball, den Nulle sicher parierte.
Sieben Minuten später: Hähnge wird im gegnerischen Sechzehner leicht in die Zange genommen - knifflig zu bewerten, ob strafstoßwürdig oder nicht. Der Pfiff bleibt aus. Jenas Hintermannschaft, noch im Rückwärtsgang, übersieht anschließend Rakitic. Ein fataler Fehler, hat dieser auf der linken Seite doch alle Freiheiten und genügend Zeit, den bestpostiertesten Mitspieler im Zentrum zu erspähen. Rakitics Zuspiel von links kickt Farfan mit einem Hackentrick ins Netz - 0:1. Ein Tor wie im Training. Die Gastgeber zeigen sich vom recht frühen Rückstand nicht geschockt, doch noch fehlt ihnen der nötige Druck in den Aktionen. Der Ziegner-Freistoß, den Eckardt aufs gegnerische Gehäuse verlängert, wird für Neuer zu einer leichten Beute (28.). Der Bundesligist dagegen steht kurz vor seinem zweiten Treffer, als Bordon aus 22 Metern eine Rakete auf Nulles Kasten abfeuert. Jenas Keeper reagiert blitzschnell, wehrt den Ball zur Seite ab. Es ist die Initialzündung für eine Vorpausenoffensive des letzten im Wettbewerb verbliebenen Drittligisten. Nach einem hoch in den Strafraumraum geschlagenen Freistoß steht Müller frei am langen Pfosten, kommt aber nicht ganz heran. Eckball. Von rechts hereingegeben, erwischt ihn Hähnge mit dem Kopf. Scharf. Platziert. Doch mit einem unglaublichen Reflex  bekommt Manuel Neuer noch die Fingerspitzen der rechten Hand ans Leder, lenkt es an die Latte. Da Schalkes Schlussmann auch den nächsten Ziegner-Freistoß per Faustabwehr klärt, geht der FCC mit einem Rückstand in die Kabine. Doch haben die letzten Minuten vor der Pause gezeigt: Hier ist einiges möglich.

Gleiches mag auch René van Eck seinen Schützlingen gesagt haben, sodass diese gleich da weiter machen, wo sie aufgehört haben. Hähnge auf Ziegner, dessen Pass zwischen drei Schalkern hindurch landet bei Sträßer. Der Mittelfeldspieler versucht mit langem Bein, den herauslaufenden Neuer zu überwinden – und scheitert an ihm. Die Gäste übten sich keineswegs in Schönspielerei. Längst hatten sie begriffen, hier auch kämpferisch dagegen halten zu müssen. Und standen dennoch gehörig unter Druck in dieser Phase. Nach Sträßers Möglichkeit vergingen nur einhundert Sekunden, bis Wallschläger auf der rechten Außenbahn durchstartete. Mit dessen hoher Hereingabe bekam Neuer diesmal Probleme, sodass der Ball Sebastian Hähnge genau vor die Füße tropfte. Jenas einziger Spitze war wohl selbst ein wenig überrascht über die sich plötzlich bietende Chance. Das vom Keeper verlassene Tor vor Augen, schoss Hähnge lediglich den vor ihm stehenden Gegenspieler an.
Es machte wirklich Spaß zu sehen, mit wie viel Herzblut Jenas junge Mannschaft die Bundesliga-Routiniers in Schwierigkeiten brachte. In einem einzigen Punkt offenbarte sich aber doch ein Klassenunterschied - der Chancenverwertung. Das wurde spätestens in Minute 66 klar, als der sonst unauffällig in der Abwehr spielende Westermann sich in die Offensive einschaltete und dessen halbhoher Ball von Farfan einfach mal direkt genommen wurde. Nulle ohne Chance. Es war das zweite Tor des peruanischen Nationalspielers, aber noch nicht die Vorentscheidung. Denn als hätte er bei Farfan ganz genau hingeschaut, nahm praktisch im Gegenzug der eben eingewechselte Andre Schembri einen Eckardt-Ball volley und traf aus 15 Metern unter tausendfachem Jubel ins Eck. Schon gegen Kaiserslautern war Schembri zum Pokalhelden geworden, jetzt gestaltete er das Geschehen wieder offen. Leider nur für drei Minuten. Immer wenn Jena am Drücker schien, fing es sich ein umso ärgerlicheres Gegentor ein. In Minute 71 hob Rakitic einen Freistoß über die Mauer, traf in die von Nulle freigemachte Torwartecke und wohl auch mitten ins Jenaer Fußballherz. Denn so sehr sich das Team mühte, nach Asamoahs Platzverweis vorübergehend in Überzahl spielte, diesen Rückschlag steckte es nicht mehr weg. Zumal die numerische Ausgeglichenheit ziemlich schnell wieder hergestellt war, weil sich Riemer nach seinem Ballverlust als letzter Mann eine Notbremse gegen Kuranyi leistete. Dem eingewechselten Ex-Nationalstürmer blieb mit einem Treffer ins lange Eck der Schlusspunkt in dieser Partie vorbehalten. Aus fünf Chancen hatten die Gäste vier Tore werden lassen. Einen Bundesligisten mit einer solchen Effektivität zu besiegen, ist nahezu unmöglich für einen zwei Klassen tiefer beheimateten Verein. Dafür müssen halt viele Dinge zusammen kommen - auch, dass der Kontrahent es an Cleverness fehlen lässt.

Dennoch waren sich am Ende alle einig, dass der FCC mit einem 1:4 deutlich unter Wert geschlagen wurde. Auch wenn sich die Hoffnung auf ein weiteres Pokalwunder nicht erfüllt hat, Jenas Mannschaft verabschiedete sich erhobenen Hauptes aus dem Wettbewerb. Und falls es ihr gelingen sollte, die Rückrunde zu einem wie auch immer gearteten positiven Abschluss zu führen, hätte sie der Truppe vom Vorjahr sogar etwas voraus. <fc>

Torfolge: 0:1 Farfan (19.), 0:2 Farfan (66.), 1:2 Schembri (67.), 1:3 Rakitic (71.), 1:4 Kuranyi (90.)

Jena: Nulle; Wallschläger (78. T. Petersen), Riemer (RK, 80.), Müller, R. Schmidt; Sträßer (64. Schembri), Hansen (71. Amirante), Eckardt, Ziegner, Fuchs; Hähnge

Schalke: Neuer; Rafinha, Höwedes, Bordon, Westermann; Jones, Ernst, Rakitic (83. Kobiashvili); Asamoah (RK, 75.), Altintop (77. Kuranyi), Farfan

Zuschauer: 17.600

Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)

Spielbericht auf schalke04.de
...und ein Kommentar auf der selben Seite
Fotos von Jens Weißenburger


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