Die mit Spannung erwartete Mitgliederversammlung am 29.09.07 in der Jenaer POM-Arena begann mit 15 Minuten Verspätung. Aufgrund der in den letzten Monaten aufs Doppelte angestiegenen Mitgliederzahl kamen so viele Vereinsangehörige wie noch nie bei einer MV zusammen.

In seinem Rechenschaftsbericht zog Präsident Rainer Zipfel Bilanz über die in der letzten Saison gebrachten Leistungen - angefangen beim Team der 1.Mannschaft, welches es am letzten Spieltag noch geschafft hatte, den Verbleib in der 2.Bundesliga zu sichern bis hin zum jüngsten Jahrgang, wo der Ansturm so groß ist, dass zusätzliche Teams ohne Wettkampfbetrieb zusammengestellt werden. Zipfel rechtfertigte die beiden Trainerentlassungen der vergangenen Monate, würdigte die Fan- und Sponsorenunterstützung sowie die medizinische Betreuung. Die Werbekampagne "Aktion 5000" sei ein großer Erfolg. Durch diese Aktion erhöhte sich innerhalb nur weniger Monate die Zahl der Miglieder von 1450 auf aktuell 2951.
Mit großem Stolz konnte berichtet werden, dass das Präsidium Wort gehalten habe und der FCC endlich schuldenfrei sei, wobei die letzte Saison sogar mit einem kleinen Gewinn in Höhe von 288.000 Euro abgeschlossen wurde. Luft nach oben wurde beim Jahresbudget ausgemacht. Zwar fällt es mit 8,5 Millionen Euro so hoch wie nie zuvor in der Vereinsgeschichte aus, bei einem Ligadurchschnitt von rund 15 Millionen zählt der FC Carl Zeiss damit aber noch immer zu den Underdogs. Positiv zu werten ist hingegen, dass ihm in diesem Jahr bei der Lizenzierung erstmals keinerlei Auflagen im wirtschaftlichen Bereich erteilt wurden.

Das Präsidium wurde mit nur einer Gegenstimme entlastet, der Aufsichtsrat sogar einstimmig. Von den zehn vorgeschlagenen Kandidaten für den neuen Aufsichtsrat erhielten acht Kandidaten die notwendige Anzahl an Stimmen. Die beiden Politiker Reyk Seela (CDU) und Christoph Matschie (SPD) fielen durch. Neben einer allgemeinen Skepsis gegenüber Politikern dürfte hierbei der last-minute-Eintritt in den Verein unmittelbar vor der Versammlung eine Rolle gespielt haben. Der designierte Aufsichtsratschef Till Noack ("wir brauchen Kontakte nach Erfurt") zeigte sich über dieses Votum der Mitglieder enttäscht. Die aufgestellten Kandidaten zum Ehrenrat erreichten dagegen allesamt die erforderliche Stimmenzahl und auch zwei Anträge auf Satzungsänderung wurden angenommen.

Nach fast fünfstündiger Dauer wurde am Ende der Veranstaltung über die Ausgliederung des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes in die "FC Carl Zeiss Jena Fußball Spielbetriebs GmbH" abgestimmt. So professionell die Veranstaltung ansonsten organisiert war - von der Filmpräsentation bis zum perfekten Catering - die Wahlprozedur geriet beinahe zur Farce. Dass im Beisein eines Notars und des eigenes angereisten Experten für Sportrecht die Möglichkeit einer Wahlfälschung in Form der Mehrfachabstimmung bestand, rief jede Menge Unverständnis hervor. Nicht der Präsenzkontrolle, wie es Versammlunsgleiter Voss wissen wollte, sondern der Disziplin der Mitglieder war es zu verdanken, dass der Wahlvorgang nicht annuliert werden musste. Mit 470 Ja- bei 34 Nein-Stimmen bzw. 91 Prozent Zustimmung fiel das Votum weit deutlicher aus als es für eine Dreiviertelmehrheit erforderlich war. Mit der Ausgliederung in eine GmbH stimmten die Mitglieder auch der Übertragung der Namens- und Kennzeichenrechte zu, kann künftig Eigenkapital generiert werden. Präsident Zipfel ließ seiner Freude über das Wahlergebnis freien Lauf, hatte er doch wochenlang in unermüdlicher Überzeugungsarbeit für diese Entscheidung gekämpft.

Bleiben noch die Stilblüten des Tages. Der organisatorische Hinweis eines "Frischluft-Schrägstrich-Raucherbereichs" durch den Versammlungsleiter wurde noch getopt durch die Aufforderung der Wahlausschuss-Vorsitzenden "Bitte reißen Sie den Stimmzettel durch", als es darum ging, die Aufsichtsratswahl- von der Ehrenratswahl-Bescheinigung zu trennen. Aber das waren nur Momentaufnahmen in einer Mitgliederversammlung mit Weichenstellung für die Zukunft. <vg/fc>


Wahlen in Zahlen

anwesende Wahlberechtigte: 545
Zahl der benötigten Stimmen: 273
 
in den Aufsichtsrat gewählt: 
Till Noack 480
Dr. Reinhardt Töper 471
Michael Meier 462
Bernd Jurke 451
Dieter Wolf 390
Hartmut Beyer 379
Dirk Schöler 348
Gerd Brunner 308

Nicht in den Aufsichtsrat gewählt:
Reyk Seela 266
Christoph Matschie 184

In den Ehrenrat gewählt:
Jürgen Werner 489
Udo Gräfe 457
Helmut Müller 445
Winfried Patzer 433
Klaus Müller 411

 

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