2. Hauptrunde: 1. FC Gera 03 - FC Carl Zeiss JENA 1:4

Gera: Dolecek - Busse, Fuhrmann, Grüttner (75. Bangemann), Neubert (75. Sobek), Quade, Paliatka (72. Nowacki), Sadlo, Zahorec, Bach, Cserge

Jena: Jovanovic; Holetschek (20. Görke); R. Schmidt, Hujdurovic; Maul (76. Böhme), Ziegner, Manai (65. Werner), Keil; Hähnge, Zimmermann, Jovic

Zuschauer: 2340

Schiedsrichter: Eichler (Erfurt)

Tore: 0:1 Zimmermann (25.), 1:1 Sadlo (45., FE), 1:2 Maul (57.) 1:3 Werner (81.), 1:4 Görke (85.)

Recht ungefährdet zog der Oberligist in die nächste Runde ein. Schon in Halbzeit eins hätte er das Spiel entscheiden können, ging aber sorglos mit seinen Chancen um. Sogar ein Foulelfmeter wurde von Manai vergeben, den schwach geschossenen Ball konnte Dolecek halten. Zimmermanns herrlicher 20-Meter-Schlenzer blieb somit der einzige Jenaer Treffer vor der Pause. Die Geraer besaßen bereits in Minute 40 eine Ausgleichschance durch Sadlo, welcher direkt vorm Pausenpfiff einen von Jovanovic an Quade verursachten Strafstoß verwandelte. Hiervon unbeeindruckt gelang den Jenaern nach 56 Minuten die erneute Führung durch Maul auf Vorarbeit Ziegners. Die im bisherigen Saisonverlauf noch unbezwungenen Gastgeber mühten sich vergeblich um den erneuten Ausgleich und mussten noch weitere Treffer durch die eingewechselten Werner und Görke hinnehmen. Am Ende zeigten sich beide Trainer mit den fairen 90 Minuten zufrieden.

Außerdem spielten in Runde zwei: FC Carl Zeiss Jena II - Einheit Rudolstadt 3:5 n.E.
Nach 120 Minuten stand es durch Tore von Stephan und Schwesinger 1:1. Die Klubzweite hierbei mit deutlichen Chancenvorteilen. Allein Schwesinger traf noch dreimal die Torlatte. Dem Glück und ihrem Torhüter Schneider hatten es die Gäste zu verdanken, dass auch nach der Verlängerung noch kein Sieger feststand. Im fälligen Elfmeterschießen traf Schwesinger wiederum nur die Lattenunterkante, obendrein scheiterte auch noch Kowalik, während alle vier Rudolstädter ins Netz trafen. Jenas Landesligateam spielte mit: Kraus - Kowalik, Treitl, Leutloff, Michel (106. Hohmann), Holzner, St. Wille, Müller, Stiefel, Schwesinger, K. Schmidt (80. Seibek)
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Achtelfinale, 26.02.05: ZFC Meuselwitz - FC Carl Zeiss JENA 2:4

Meuselwitz: Eckstein - Bronec, Pinder, Kotowski, Großmann, Kwiatkowski, Graf (75. Luft), Weiß, Miltzow, Dimter, Andrusak (81. Jaga)

Jena: Kraus; Holetschek; Kowalik, Hujdurovic; Schmidt (46. Hartwig), Thielemann, Ziegner, Manai (84. Görke), Maul; Hähnge (62. Jovic), Endres

Zuschauer: 928

Schiedsrichter: Wenkel (Mühlhausen)

Tore: 1:0 Weiß (22.), 2:0 Weiß (30.,FE), 2:1 Endres (32.), 2:2 Endres (46.), 2:3 Manai (76.), 2:4 Jovic (88.)

Im allgemeinen kommen schwierige Platzverhältnisse dem Außenseiter zugute. Beide Trainer waren sich jedoch vor diesem Spiel einig, dass der Schneeboden an der Konstellation nichts ändern würde. So etwas käme dem Fußball, den Meuselwitz zu spielen pflegt, nicht gelegen, versicherte Damian Halata. Heiko Weber als Coach des Favoriten ließ von vornherein keine Ausreden gelten; seine Jungs hätten nun schon so lange auf Schnee trainiert, dass wirklich keiner mehr Probleme damit haben dürfte.
Angesichts des schneebedeckten, nicht einmal gewalzten Bodens entwickelte sich ein ansehnliches Pokalspiel, in dem Jena die ersten Möglichkeiten besaß.  Hähnge zielte aus der Drehung um 30 Zentimeter daneben (17.), Manai ließ seinen Gegenspieler, nicht aber Torhüter Eckstein alt aussehen (20.). Der ZFC nutzte den ersten Jenaer Abwehrfehler rigoros aus. Schmidt hatte auf seiner linken Abwehrseite Dimter ziehen lassen. Kowalik sah sich genötigt auszuhelfen und fehlte dadurch in der Mitte. Dimters hoher Ball erreichte Weiß, der Kraus mit platziertem Schuss ins linke Eck überwand. Mit Recht sauer reagierten Spieler und Fans des FC Carl Zeiss acht Minuten später auf eine Entscheidung von Schiri Wenkel. Nicht für Graf  wegen dessen Schwalbe, sondern für Hujdurovics regelkonformen Einsatz im Luftduell wurde die Gelbe Karte gezückt. Zusätzlich zeigte der Unparteiische auch noch auf den Elfmeterpunkt. Weiß schickte Jenas Torhüter ins falsche Eck. War’s das schon ? Konnte auf diesem Boden, auf dem jeder flach gespielte Ball zwangsläufig nach 10 Metern im Schnee stecken blieb, eine Aufholjagd Erfolg haben ? Ja, sie konnte. Die von Weber beschriebene Schneepraxis kam seinen Schützlingen jetzt tatsächlich zugute und der Anschlusstreffer verlieh ihnen den nötigen Kick. Ziegners Freistoß verlängerte Manuel Endres mit dem Fuß zum 1:2. Als Wilzow Hujdurovic tunnelte und den in Position gelaufenen Großmann bediente, hätte der ZFC erneut auf zwei Tore davonziehen können. Dies verhinderte Kraus mit großartiger Fußabwehr (36.).
In der zweiten Halbzeit waren noch keine sechzig Sekunden vorrüber, da hatten Ziegner und Endres praktisch eine Wiederholung des ersten Jenaer Tores zustande gebracht. Wieder ein Freistoß des Mittelfeldspielers von der linken Seite, erneut brauchte der Stürmer nur noch zu verlängern. Endgültig unten durch war Herr Wenkel bei den Gästen, als Endres in der 55. Minute mit einem Tritt an den Knöchel im Strafraum zu Fall gebracht wurde, der Elfmeterpfiff jedoch ausblieb. Zwar hatte es zuvor zwei Situationen gegeben, in denen Jenaer Akteure allzu offensichtlich einen Strafstoß erzwingen wollten, doch beim Foul am zweifachen Torschützen Endres stand der Referee eigentlich zu günstig, um guten Gewissens auf Weiterspielen entscheiden zu können. Doch auch ohne Schiri sollte Jena die Wende in diesem Spiel vollenden. Wieder war es Ziegner, der mit viel Auge und Gefühl die Vorlage gab, diesmal auf den freistehenden Manai, dessen Kopfball aus sechs Metern die Vorentscheidung brachte. Die Gegenwehr der Gastgeber war nun gebrochen. Zwar fischte Eckstein noch einen 28-Meter-Fristoß Hujdurovics aus dem Dreiangel (80.), doch gegen Jovics Treffer  wiederum per Kopf vermochte auch er nichts mehr auszurichten. Die Vorlage mit links kam auch diesmal von Torsten Ziegner, der damit das Kunststück fertig brachte, sämtliche Treffer vorbereitet zu haben. Ein Grund mehr, sich über Olaf Holetscheks solides Comeback auf der Liberoposition zu freuen: Ziegners Offensivqualitäten müssen seit Sonnabend nicht mehr in der Abwehr verkümmern. <fc>
Fotos von Jens Weißenburger

Viertelfinale, 13.04.05: SV 1913 Schmölln - FC Carl Zeiss JENA 0:6

Schmölln: Mehlhorn - Galle, Leube, Hußner, Podlesak (77. R. Rieger), Becker, Rieger, Goerke, Weinert, Bartels, Wawra

Jena: Kronholm; Görke; Kowalik, Holzner; Keil, Thielemann, Ziegner, Zimmermann (46. Werner), Böhme (54. Seb. Wille); Jovic, Endres (46. Werner)

Zuschauer: 1050

Schiedsrichter: Jauch (Benshausen)

Tore: 0:1 Ziegner (12., FE), 0:2 Görke (13.), 0:3 Holzner (47.), 0:4 Görke (52.), 0:5 Werner (62,), 0:6 Jovic (82., FE)

Der Tabellenvierte der Thüringenliga hatte eine Runde zuvor den Oberligisten VfB Pößneck aus dem Pokalrennen geworfen, entsprechend gewarnt war der FC Carl Zeiss. Dieser ließ von Beginn an keine Zweifel aufkommen, wer die nächste Runde erreichen wird. Ein 2:0 nach 13 Minuten, entstanden durch Freistoß und Foulelfmeter - damit war die Vorentscheidung bereits gefallen. Schmölln muss man zugute halten, dass sie von Anfang bis Ende versuchten mitzuspielen. Zu ihrer ersten Chance kamen sie jedoch erst zwei Minuten nach der Halbzeitpause, unmittelbar nachdem der junge Holzner mit dem dritten Tor den Sack endgültig zugebunden hatte. Erfreulich, dass die neu ins Team gerutschten Spieler Keil, Holzner, Böhme und Wille ihre Chance zu nutzen verstanden und sich wieder als Alternativen für die restlichen Punktspiele ins Gespräch brachten. Lediglich bei Torhüter Kronholm in dessen erstem Pflichtspieleinsatz konnten mangels Beschäftigung keine neuen Erkenntnisse über sein Leistungsvermögen gesammelt werden.
Impressionen vom Spiel <jw>

Halbfinale, 27.04.05: SV 08 Steinach - FC Carl Zeiss JENA 0:7

Steinach: Möller; P. Müller (58. Gropp), Mayer, Pflügner; Roß, Kempter, Stepanek, Kaiser (RK, 61.) Wirsing (72. Sesselmann); Hendrich (88. Winkler), Schorn

Jena: Kronholm; Holetschek; Görke, Hujdurovic; Werner (46. Holzner), Thielemann (68. Kowalik), Ziegner (46. Keil), Hartwig, R. Schmidt; Hähnge, Jovic

Zuschauer: 750

Schiedsrichter: Walter (Martinroda)

Tore: 0:1 Jovic (12.), 0:2 Görke (20.), 0:3 Jovic (40.), 0:4 Keil (53.), 0:5 Hähnge (58.), 0:6 Hähnge (82.), 0:7 Keil (88.)

Gegen die Steinacher hatte einige Tage zuvor bereits die zweite Mannschaft des FC Carl Zeiss ihr Punktspiel gewonnen, die Schützlinge von Heiko Weber nahmen den Kontrahenten dennoch nicht auf die leichte Schulter. Von Beginn an ging der Oberligist volles Tempo, ließ dem Landesligisten kaum Raum für eigene Aktionen und stellte bezeiten die Weichen auf Finaleinzug. Auffälligste Akteure waren vor der Pause Torsten Ziegner und nach dem Wechsel der für den Kapitän ins Spiel gekommene Andreas Keil. Trotz der sieben Tore wurde teilweise fahrlässig mit den Chancen umgegangen. Allein Sebastian Hähnge hätte das Resultat in zweistellige Dimensionen schrauben können. Wie schon im Achtelfinale bestritt Olaf Holetschek sein erstes Spiel nach Verletzungspause und stand die neunzig Minuten problemlos durch.

Finale, 04.05.05: FC Carl Zeiss JENA - FC Rot-Weiß Erfurt/Amateure 6:7 n.E.

Jena: Kraus; Görke; Kowalik, Hujdurovic; Werner (91. Schmidt), Thielemann, Ziegner, Hartwig (53. Zimmermann), Maul; Jovic (58. Hähnge), Endres

Erfurt: Bach - Gauder, Scherer, Akoto, Six, Sesselmann, Schnuphase (106. Franz), Klingmann (65. Habichhorst), Braham, Fischer, Mensah (98. da Silva)

Zuschauer: 1700

Schiedsrichter: Hammer (Ranis)

Tore: 1:0 Ziegner (22.), 1:1 Fischer (52.), 2:1 Hujdurovic (97.), 2:2 Fischer (114.); Elfmeterschießen: da Silva (Kraus hält), 3:2 Ziegner, 3:3 Braham, 4:3 Thielemann, 4:4 Fischer, 5:4 Hähnge, Franz (Kraus hält), Hujdurovic (Lattenunterkante), 5:5 Gauder, Görke (Innenpfosten), Habichhorst (Kraus hält), Zimmermann (Bach hält), 5:6 Sesselmann, 6:6 Schmidt, 6:7 Scherer, Endres (Bach hält)

Was man da schreiben möchte, gibt die deutsche Sprache einfach nicht her. Es war schlichtweg eine Zumutung, die da fein getarnt als Thüringer Pokalfinale einher kam. Ich meine nicht, daß es ein großes Problem ist, gegen Erfurts Zwote im Elfmeterschießen zu verlieren, auch wenn es natürlich schon ein Problem ist, in diesem Spiel überhaupt ins Elfmeterschießen zu müssen. Es sind vielmehr die 120 Minuten, die bis dahin über uns ergangen waren. An was Schlechteres kann ich mich auch mit viel Wohlwollen nicht erinnern und bin dafür auch sehr dankbar. Mußte man bereits in der ersten Halbzeit gut ausgeschlafen und hoch konzentriert sein, damit einem die Augendeckel nicht zuklappten, so erreichte die ganze Veranstaltung nach der Pause auf der nach unten offenen Spaß-Skala absolute Spitzenwerte. Daran können auch die vier Tore nichts ändern, die der Trostlosigkeit ein wenig vom Glanz nahmen. Zunächst hatte Ziegner einen Freistoß aus 22 m direkt verwandelt (21.), geschlagene 75 Spielminuten später Hujdurovic mit einem Kopfball die erneute Führung hergestellt. Zwischendurch konnte Fischer zweimal per Kopf ausgleichen (52., 112.) und damit den Abend schier unendlich in die Länge ziehen. Was sich zwischendurch auf dem Spielfeld so abspielte spottete jeder Beschreibung. Von Raumaufteilung keine Spur, eine echte Hommage an die Kreisklasse. Statt dessen ein wahres Fehlpaß-Festival zwischen den Strafräumen, bei dem Jena größtenteils versuchte die Führung möglichst phantasielos über die 90 bzw. 120 Minuten zu bugsieren. Möglichkeiten ergaben sich denn auch weniger aus mutwilligen Handlungen als vielmehr dann, wenn sich der Zufall machtvoll über die Tristesse erhob. Erwähnenswert sind maximal ein Schuß von Maul aus etwa 12 m, den Bach nur mit Glück abwehren kann (83.) und eine Chance von Zimmermann mit dem gleichen Ergebnis (104.). Das größte Vergnügen für die Zuschauer war denn auch weniger das Spiel selbst, als vielmehr eine Meldung im Live-Ticker des MDR, die Jena eine Viertelstunde vor Ende der regulären Spielzeit Chancen im Minutentakt konstatierte. Ein wahrer Schenkelklopfer. Danke MDR.
Zum Elfmeterschießen erwachten dann die meisten Zuschauer wieder aus ihrer Apathie. Nach drei tollen Paraden von Kraus, hätte Jena dem ganzen Elend noch ein halbwegs positives Ende bereiten können, Hujdurovic, Görke und Zimmermann besannen sich aber der Tradition dieses denkwürdigen Abends und verliehen dem Treiben noch eine angemessene Wendung. Lattenunterkante, Pfosten und Bach im Erfurter Tor verhinderten die aufkeimende Freude. Nachdem Scherer für Erfurt getroffen hatte, blieb es somit Endres vorbehalten einen rabenschwarzen Tag mit einem ebensolchen Schuß zu beenden.
Zurück blieb nur Unverständnis über dieses fußballerische Gruselepos. Wenn das die Art und Weise ist, wie Jena mit Druck umgeht, dann wird die Relegation, so sie denn erreicht wird, sicherlich der pure Spaß. Einfach mal bei der Krankenkasse nachfragen, ob Herzschrittmacher auch prophylaktisch eingesetzt werden. <bpf>
Fotos


Kommentatorenteam:

<fc> - Frank Cichos
<uk> - Uwe Kaiser
<jw> - Jens Weißenburger
<vg> - Volker Große
<bpf> - Björn Pfennig
<gunner> - Stefan Meißner

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