FC Carl Zeiss JENA - MSV Neuruppin 2:1

Tore: 1:0 Ziegner (11., HE), 2:0 Ziegner (30.), 2:1 Zschiesche (63.)
Jena: Kraus; Holetschek; Hujdurovic, Görke; Werner, Thielemann, Schmidt, Ziegner (75. Manai), Maul (51. Holzner); Zimmermann, Endres (57. Hähnge)
Neuruppin: Unger; Biermann, Neubert, Seering; Prymula (31. Simic), Neumann, Mutschler (53. Aydin), Novacic (75. Seeger), Zschiesche; Cepni Ben-Hatira

Zuschauer: 10.150

Schiedsrichter: Böhm (Berlin)

Spielbericht:
Es ist neun Uhr morgens. Mir tut alles weh. Meine Hand tastet nach einem Tetra-Pack Saft. Leer. Ich muß zur Küche. Der Fußboden gibt nach, die Wände bewegen sich bedrohlich im Kreis. Mein Zimmer gibt ein erschreckendes Bild wieder. Waterloo kurz vor fertig. Die Klamotten liegen quer über alle Stühle verteilt, es riecht nach Bier. Nur der ordentlich zusammengelegte Schal läßt eine gewisse Restintelligenz beim Heimkommen vermuten. War ich das? Ich nehme ihn. Im Flur treffe ich meine Mitbewohnerin. Mein ‚Guten Morgen’ klingt wie der finale Versuch von Alanis Morissette Baß zu singen. Es quietscht nur. Ich hänge ihr den Schal um den Hals und drücke sie. Endlich geschafft!
Als ich später am Tag vor meinem Rechner sitze, geht es mir noch nicht viel besser. Alles läuft ab, wie in einem Film. Es ist ein Rausch. Ein Rausch, nach dem sich alle schon so lange gesehnt haben und der trotzdem viel heftiger war, als erwartet. Ich kann den Krach vom Vortag noch deutlich hören. ‚Der FCC ist wieder da’ und ‚Nie mehr vierte Liga’ hallt es. Und dabei fehlt mir jedes Verständnis für die Zeit. Anstoß und Abpfiff verschmelzen. Dazwischen nur schemenhafte verschwommene Eindrücke. Das proppevolle Stadion. Der mühsam verwandelte Handelfmeter von Torsten Ziegner gleich zu Beginn (11.). Der Aufschrei, der im Paradies sämtliche Bäume entlaubt haben sollte. Dann das 2:0 als Unger im Neuruppiner Tor einen Ziegner-Freistoß einfach durchwinkt (31.). Wieder grenzenloser Jubel. ‚Wir steigen auf, wir steigen auf!’ Durchatmen! Nach der Pause die absolute Kontrolle. Das Beherrschen des Gegners. Dann doch noch ein Konter, den Zschiesche mit einem Heber zum Anschlußtreffer vollendet (63.). Kurzes Rechnen. Das reicht trotzdem dicke, drei schießen die nicht mehr! Weiter grölen, auch wenn bei mir schon lange nix mehr kommt. Noch ein Freistoß von Ziegner auf´s lange Eck und ein komischer Ball von Görke Richtung Dreiangel (83.); Unger kann beide über die Latte lenken. Dann nur noch warten. Warten auf den Schlußpfiff. Sekunden später gibt es kein Halten mehr. Wir rennen vor die Tribüne. Jetzt nur noch Feiern. Wildfremde Leute liegen sich in den Armen. ‚Aufsteiger, Aufsteiger!’. Die Mannschaft. Der Pokal. Ein Rausch. Viel zu lang war die Zeit in dieser Halbprofiwelt. Viel zu groß die Angst, in letzter Sekunde doch wieder mit leeren Händen dazustehen. Und dementsprechend unbeschreiblich sind jetzt die Szenen auf dem Rasen.
Stunden später stehen wir hinter der Tribüne. Die Erleichterung ist noch allgegenwärtig, auch wenn keiner mit was anderem gerechnet hatte. Wir sprechen über die vergangene Saison, über das, was nun eigentlich alles anders war, als die Jahre zuvor. Es war der unbedingte Wille. Der Wille, der vor drei Jahren gegen Dresden noch gefehlt hat und der uns vor wenigen Wochen in Halle die Meisterschaft gebracht hat. Der Wille, dem längst geschlagenen Verfolger Plauen zu zeigen, daß es nur Einen geben kann. Und es war auch dieser Wille, der uns letzte Woche den Ich-kann-vor-mehr-als-1000-Fans-nicht-gewinnen-Mythos zu Grabe tragen lies, den die Mannschaft mit schöner Regelmäßigkeit bei wichtigen Spielen um sich aufgebaut hatte. Das eigentliche Wunder aber hat die Vereinsführung vollbracht, die auch im vierten Jahr hintereinander einen vernünftigen Rahmen für diese Gruselliga geschaffen und mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs eine schlagkräftige Mannschaft zusammengebastelt hat. Nach all diesen Tiefschlägen!
Viel zu spät verlassen wir das Stadion. Wir wollen noch ein Bier trinken gehen. Der REWE hat schon geschlossen. Egal! Aus der Wagnergasse kommen noch Gesänge. Wir hängen uns dran und bringen uns weiter auf das Niveau von Zwölfjährigen. Irgendwann tut alles nur noch weh. Ich muß nach Hause. Vorher renne ich im ?Cheers? noch einen Barhocker um. Ein Rausch. Ein Rausch, der wenn er vergangen ist, nicht nur Kopfschmerzen zurückläßt, sondern vor allem eine Welt, die wieder ein wenig mehr auf die Füße gedreht dasteht. Eine Welt, über die wir oft geschimpft haben, die uns in den letzten vier Jahren oft den letzten Nerv geraubt hat und die wir trotzdem so lieben. Unsere Welt – der FC CARL ZEISS JENA. <bpf>
Aufstiegsbilder - nicht nur aus dem Ernst-Abbe-Sportfeld

MSV Neuruppin - FC Carl Zeiss JENA 0:2

Tore: 0:1 Zimmermann (8.), 0:2 Endres (45.)
Neuruppin: Unger; Biermann, Neubert, Seering; Simic (68. Cepni), M. Neumann (75. Weller), Mutschler, Novacic, Zschiesche; Ben-Hatira, Aydin (64. Rogoli)
Jena: Kraus; Holetschek; Hujdurovic, Görke; Werner, Thielemann, Schmidt, Ziegner, Maul (70. Holzner); Zimmermann (78. Jovic), Endres (60. Hähnge)

Zuschauer: 5850

Schiedsrichter: Bley (Sehmatal)

Spielbericht:
[von Gastkommentator Knut Oberländer]
Zu Hunderten hatten sich die Zeissfans auf den Weg zu einer Wanderung in die Mark Brandenburg gemacht. Die A 20 war voll mit Autos, an denen blaugelbweißen Schals wehten und deren Nummernschilder erkennen ließen, dass dieser FC Carl Zeiss auch nach Jahren der Unterklassigkeit ein Verein von überregionaler Bedeutung ist, ganz im Gegensatz etwa zu einem reinen Provinzclub aus der thüringischen Landeshauptstadt.
Die rund 3000 Blaugelbweißen sorgten im Stadion für Heimspielatmosphäre und Webers Mannen auf dem Rasen trugen ihren Teil zur guten Stimmung des eigenen Anhangs bei, denn nachdem sich vor Anpfiff ein paar märkische Landeier erfolgreich daran versucht hatten, einer Art „Lord of the Dance“-Interpretation die Grandezza einer Bauernpolka zu verleihen, riss Jena von Beginn an das Heft des Handelns an sich und setzte den Gastgeber auf dessen eigenem Ground unter Druck, so dass sich der MSV Neuruppin kaum befreien konnte. In der 6. Minute blieb die erste Jenaer Ecke noch folgenlos für die Brandenburger, doch 60 Sekunden später fing Tobias Werner einen Ball im Mittelfeld ab, stürmte auf den Neuruppiner Strafraum zu und drückte ab. Zwar wurde sein Schuss abgewehrt, allerdings nur zum mitgelaufenen Mark Zimmermann, der überlegt aus gut 12 Metern ins lange Eck einlochte und für Ekstase im Zeissblock sorgte. Jena blieb auch danach am Drücker, wenngleich Hujdurovics Kopfball in 10. Minute das Tor verfehlte und sich die Gastgeber nach einer Viertelstunde etwas fingen. Zu zwingenden Chancen kam der MSV allerdings nicht. Die Angriffe der Gastgeber mochten zwar nicht ungefällig vorgetragen sein, doch entweder war vorm Jenaer Strafraum schon Schluss mit Fußball-Preußens Gloria oder Görke (13.) und Hujdurovic (23.) konnten klären. Nur einmal stockte den Zeissfans der Atem, als eine Kopfballrückgabe des Bosniers in der 29. Minute zur bis dato größten Gefahr für den Jenaer Kasten wurde. Der nicht nur in dieser Szene aufmerksam mitspielende Daniel Kraus bewies aber dem eigenen Anhang, dass in Jena die Zeitrechnung des Jahres 1 nach Grasser&Berbig-Fortgang begonnen hat. Der FCC war allemal gefährlicher, so bei dem Konter in der 20. Minute, als Zimmermann nach Ziegner-Pass nur vom Heimkeeper an einem Doppelpack gehindert werden konnte oder beim „Hopp oder Top“- Schuss des selben Spielers in der 42. Minute. Eine noch wesentlich größere Möglichkeit zum Erhöhen bot sich zuvor für Manuel Endres (36.), als er aufs MSV-Tor zu lief, Unger seinen Lupfer abwehren konnte und Jenas Stürmer beim Versuch nachzusetzen, ins Straucheln geriet. Kurz vor dem Halbzeitpfiff war der FCC-Goalgetter jedoch wieder auf den Beinen und als Görke eine Flanke scharf in den Fünfmeterraum lenkte, verpassten alle Neuruppiner den Ball, aber Endres nicht, sondern köpfte zum 2:0 ein und das Sehnen des Jenaer Anhangs nach einem weiteren Treffer vor der Pause fand seine Erfüllung.
Nach dem Wechsel machte der FCC von seinem Privileg Gebrauch, es bei hochsommerlichen Temperaturen und mit einer beruhigenden Führung im Rücken auf des Gegners Platz etwas bedächtiger angehen zu lassen, ohne dabei die Kontrolle über das Spiel zu verlieren. Gute Chancen blieben nun hüben wie drüben Mangelware, aber so lange bei diesem Spielstand Minute um Minute verstrich, mochte gut Ding ruhig Langeweile haben. Zur Steigerung des Unterhaltungswertes versuchten sich Ziegner und seine Nebenleute zwar stellenweise im Schönspielen, aber das war eine Spur zu lässig, um für echte Gefahr zu sorgen, denn die Konzentration und Präzision im Jenaer Angriffsspiel ließ nach. In der Abwehr hingegen leistete man sich solchen Luxus nicht, sondern blieb hochkonzentriert bis zum Schluss, wobei Hujdurovic heraus zu heben ist, der bei einer gefährlichen MSV-Flanke in der 70. Minute in allerhöchster Not klärte und auch sonst durch hervorragendes Stellungsspiel glänzte. In der 83. Minute konnte jedoch auch Faruk nicht mehr helfen, denn ein hervorragend aus gut 20 Metern außen an der Mauer vorbei aufs kurze Eck getretener Freistoß der Neuruppiner bedrohte den Jenaer Kasten. Kraus hielt allerdings im großen Stil und wäre wohl auch eine Minute später zur Stelle gewesen, als ein MSV-Schuss von der Strafraumgrenze knapp am Kasten vorbei strich. Es blieben die beiden einzigen echten Möglichkeiten der Brandenburger in der zweiten Hälfte, die in der Nachspielzeit noch Glück hatten, dass Jovic eine Eingabe des eingewechselten Hähnge am Fünfmeterraum stehend knapp neben den langen Pfosten setzte.
Dann war Schluss und eine Woge in Blaugelbweiß ergoss sich über den Rasen. In einer Woche hat nun der FC Carl Zeiss die Riesenchance, dafür zu sorgen, dass die Begeisterung des Sonntags nicht nachlässt und das Kapitel Viertklassigkeit in der Jenaer Fußballgeschichte endlich geschlossen werden kann.
Bilder vom Spiel
...und der Fan-Party am Vortag <jw>

VFC Plauen - FC Carl Zeiss JENA 1:5

Tore: 0:1, 0:2, 0:3, 0:4 Endres (14., 36., 65., 72.), 0:5 Werner (86.), 1:5 Zapyshnyi (88.)
Plauen: Golle - Kellig, Hölzel, Pietsch, Gemeiner, T. Pannach, M. Pannach, Risch, Zapyshnyi, Popa, Reimann
Jena: Kraus - Kowalik (9. Holzner), Holetschek, Hujdurovic - R. Schmidt, Ziegner (37. Manai), Thielemann, Görke, Werner, Zimmermann (63. Keil) , Endres

Zuschauer: 2741

Schiedsrichter: Lupp (Zossen)

Spielbericht:
Abschied ist ein scharfes Schwert, schmachtete einst Roger Whittaker, doch er kann auch bittersüß sein, wenn man sich nach vier leidvollen Jahren endlich aus der ungeliebten Oberliga zu verabschieden gedenkt. So fanden sich im Plauener Vogtlandstadion knapp 1.000 FCC-Fans ein, um das hoffentlich letzte Punktspiel in dieser Spielklasse mit einer gebührenden Party zu begehen.
Für beide Teams ging es um nichts mehr, doch wer daraufhin mit einer Notelf des Staffelsiegers gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Benno Weber schickte seine besten 11 auf den grünen Rasen, während sein Gegenüber Tino Vogel aufgrund von Verletzungen und Sperren vor größere Probleme gestellt war und unter anderem auf Abwehrchef Petr Grund und den als FCC-Neuzugang gehandelten Carsten Paulick verzichten musste. Jena war es recht, und von der ersten Minute an übernahmen die Thüringer die Spielregie. Während die Vogtländer in Person von Christian Reimann und Catalin Popa vor allem durch übertriebene Härte auffielen, zogen die Ziegner, Schmidt und Thielemann im Mittelfeld die Fäden, zerrte Werner unermüdlich an den Ketten und fiel die Führung auch folgerichtig nach 13 Minuten. Käpt’n Ziege flankte einen Freistoß von halblinks auf den Kopf von Manuel Endres, der ins lange Eck verlängerte und den Startschuß für einen traumhaften Nachmittag setzte, dem er in Minute 36 seine Fortsetzung verpasste. Ausgangspunkt diesmal Ralf Schmidt, der mit wuchtigem Kopfballl Ziegner in Szene setzte, welcher nach langem Solo VFC-Keeper Golle umspielend präzise nach innen passte, wo unser Frankenknipser nur noch einzuschieben brauchte. Müßig, die unzähligen Möglichkeiten für Zimmermann, Schmidt, Werner, Ziegner, Holzner oder Holetschek aufzuzählen, die dem 2:0 vorausgingen oder folgten. Der FCC war nicht nur auf den Rängen Herr im Hause, und Plauens andächtig staunender Anhang hatte bis zur Pause nur einmal Grund zu Beifallsbekundungen, als Popas artistischer Seitfallzieher von Kraus in ebenso großer Manier über die Latte gelenkt wurde. Bis dahin hatten auf Jenaer Seite bereits Kowalik nach unglücklicher Verletzung und Ziegner wegen Gelbrot-Gefahr das Feld verlassen, an der Überlegenheit des Spitzenreiters änderte das in keiner Phase etwas.
Nach der Pause das gleiche Bild. Plauen zwar bemüht, aber sichtlich hilflos in seinen Angriffsbemühungen, so dass sich dem Gast Kontermöglichkeiten im Minutentakt boten. Vor allem der agile Werner und der umsichtige Thielemann glänzten im Umkehrspiel, so dass Plauens Torwart wohl mehr ins Schwitzen kam als mancher seiner Stürmerkollegen. Auch der Linienrichter schien vom Tempo der Jenaer Angriffe überfordert zu sein, anders ist die Aberkennung des dritten Zeiss-Treffers nach einer Traumkombination wegen angeblichen Abseits nicht zu erklären. Zimmermann und Manai hatten Doppelpass gespielt und den zurückgelegten Ball drückte Endres über die Linie, bevor die Fahne nach oben schnellte. Doch Jenas Anhang musste nur kurz hadern, sieben Minuten später landete der Ball beanstandungslos in den Maschen, als Endres Manais Flanke mit Köpfchen hineinwuchtete. Einen vierten Streich hatte Jenas Neuner aber noch im Gepäck: 73. Spielminute, Werner wird steil geschickt und ist vor dem herausstürzenden Golle am Ball, entscheidet sich nicht für den Schlenzer aus spitzem Winkel ins leere Tor, sondern legt ab auf …na Endres natürlich, der mit trockenem Schuß den Gästeblock endgültig zum Kochen bringt. Den Schlusspunkt unter eine Jenaer Vorstellung, die der Bezeichnung „Weißes Ballett“ mehr als gerecht wurde, setzte dann Tobias Werner vier Minuten vor Schluß, als er eine Manai-Flanke erst überlegt annahm, und dann ins lange Eck knallte. 5:0, mit einer solchen auch in der Höhe hochverdienten Demontage des lange Zeit ärgsten Verfolgers hatte niemand gerechnet und so ging Plauens Ehrentreffer durch Zapyshnyi nach Jenaer Schlafwageneinlage im allgemeinen Jubel vollkommen unter. Viele registrierten ihn erst nach Abpfiff überrascht auf der Anzeigetafel, was der Partylaune weit weniger abträglich war als die leider wieder einmal zu verzeichnenden Übergriffe der vollkommen indisponierten Polizeikräfte gegen Jenaer Fans beim Abgang aus dem Stadion. Für Plauens Fans war der Nachmittag auch so schon deprimierend genug, wenn die Frauen unter ihnen nicht der nackende Auftritt eines wohl Jenaer Flitzers während der zweiten Halbzeit zumindest teilweise fürs Kommen entschädigt hätte.
Derart locker und lustig wird es in einer Woche in Neuruppin wohl nicht zugehen, doch hat der FCC eindrucksvoll gezeigt, dass er spielerisch gewappnet ist für das erste Relegationsspiel. Damit es dann wirklich zu einem süßen Abschied von vierjähriger Oberligatristesse gereicht, ist aber zuvorderst bedingungsloser Kampf vonnöten. Der Unterstützung seiner Fans kann sich die Mannschaft dabei gewiß sein! <gunner>
Bilder des Tages <jw>

FC Carl Zeiss JENA - ZFC Meuselwitz 2:0

Tore: 1:0 Hujdurovic (25.), 2:0 Ziegner (37.)
Jena: Kraus; Holetschek; Kowalik, Hujdurovic; Werner, Schmidt, Ziegner, Zimmermann (54. Manai), Maul (72. Holzner); Hähnge, Endres (58. Jovic)
Meuselwitz: Dix; ; Rada, Baumann, Bronec, Luft; Kotowski, Weiß Dimter, Kwiatkowski (63. Andrusak); Graf (56. Heim), Miltzow

Zuschauer: 2738

Schiedsrichter: Wenkel (Mühlhausen)

Spielbericht:
Zu Beginn gab es eine Schweigeminute zum Tod von Wolfgang Blochwitz. Je zweimal war der Torwart mit dem FC Carl Zeiss DDR-Meister und Pokalsieger geworden, hatte auch danach dem Verein die Treue gehalten. Einen Tag, nachdem der FCC im vierten Anlauf erstmals die Staffelmeisterschaft errungen hatte, erlag „Bloche“ seiner schweren Krankheit. Welch hohen Stellenwert er in den Annalen des Vereins einnimmt, beweist ein Transparent, welches Fans, die ihn nicht ein einziges Mal live haben spielen sehen, eigens für ihn anfertigten: „Eine Legende geht, doch der Erfolg kommt wieder !“
Auf den Erfolg hoffen wir in der Relegation, doch bis es so weit ist, gilt es noch, die restlichen Punktspiele anständig und unversehrt über die Bühne zu bringen. Heiko Weber hatte angekündigt, gegen Meuselwitz ein paar Stammspieler schonen zu wollen. Dies erwies sich als Bluff, für wen auch immer inszeniert, denn nur der leicht angeschlagene Thielemann blieb tatsächlich draußen. Zutreffend dagegen Webers Versprechen, seine Jungs würden auch gegen den ZFC kompromisslos auf Sieg spielen. Zwar dauerte es zehn Minuten bis zur ersten Chance (Zimmermann nach Vorlage Ziegners), doch von der ersten Sekunde an ließen die Gastgeber keinen Zweifel in puncto Motivation aufkommen. Torsten Ziegner gab einmal mehr den Muster-Kapitän, zog das Spiel ein ums andere Mal an sich. Als seine Flanke nach zwölf Minuten abgeblockt wurde, täuschte er eine zweite Hereingabe an, um dann zur Grundlinie zu dribbeln und scharf nach innen zu passen. Leider fehlte ein Abnehmer. Beim Schuss von Endres sechzig Sekunden später bekam ZFC-Keeper Dix gerade noch eine Hand an den Ball. Eine Viertelstunde war gespielt, da ging der erste Regenguss hernieder. Doch im Vorhaben, das letzte fehlende Pünktchen zum auch theoretisch feststehenden Staffelerfolg schnell in trockene Tücher zu packen, ließen sich die Jenaer von nichts abbringen. Einer der Abwehrspieler schaltete sich besonders häufig in das Angriffsspiel ein: Faruk Hujdurovic. Als gebe es nichts Schöneres, als seinen Geburtstag auf dem Rasen des Ernst-Abbe-Sportfelds zu verbringen, spürte man Hujdurovics Spielfreude bis auf die letzte Tribünenreihe hinauf. Das Geschenk zum 35. bereitete er sich nach zweiundzwanzig Minuten selbst, als er Ziegners Eckball aus sieben Metern in die Maschen beförderte. Die Zipsendorfer, welche noch die Woche zuvor Pößneck mit 7:0 deklassiert hatten, trauten sich auch in Rückstand liegend nichts, was irgendwie mit Offensive in Verbindung gebracht werden kann. Im Abwehr- und Zweikampfverhalten erwiesen sie sich allerdings als recht unbequemer Kontrahent und es bedurfte schon eines lehrbuchreifen Angriffs, um mit dem zweiten Treffer das Spiel vorzeitig einer Entscheidung zuzuführen. Torsten Ziegner hieß der Schütze, doch dass ebenso viel Jubelnde auf Sebastian Hähnge zustürzten, hatte seine Berechtigung. Mag der Stürmer Gefahr laufen, seine Torjägerkrone noch an den Oberlausitzer Kubis zu verlieren – wenn er solche Vorlagen produziert wie jene vom Samstag in Minute 37, sollte ihn das nicht weiter grämen. Seine butterweiche Flanke gehörte zu den Highlights des Nachmittags ! Dies hätte auch das 3:0 kurz vor der Pause werden können, doch nach schöner Kombination über Ziegner, Schmidt und Maul köpfte Zimmermann über die Torlatte (43.). Manuel Endres versäumte es Sekunden vor dem Pausenpfiff, seine ohnehin überragende Quote mit einem weiteren Tor aufzubessern. Nach Holetscheks Eingabe schoss er den einzigen auf der Linie stehenden Verteidiger an.
Die zweite Hälfte konnte vom Niveau her nicht ganz mit der ersten Schritt halten. Ausreichend Tormöglichkeiten gab es dennoch, wobei nun auch die Gästeelf, die sich nach Saisonschluss erstmal eine Reise nach Mallorca gönnen wird, ihren Anteil hatte. Bei Kwiatkowskis Freistoß in der 59. Minute und beim 18-Meter Schuss von Miltzow eine Viertelstunde später zeigte sich Daniel Kraus auf dem Posten. Beim Freistoß in Minute 61 nahm ihm Rada unfreiwillig die Arbeit ab, indem er den Ball aus drei Metern Entfernung übers Tor hob. Auf Jenaer Seite war insbesondere Tobias Werner um weitere Treffer bemüht. Doch stand denen mit Oliver Dix ein guter Gästetorwart entgegen, ab und an fehlte auch schon mal die Konzentration. Die Zuschauer nahmen’s gelassen. Bereits fünf Minuten vor Ultimo setzten von der Tribüne Jubelgesänge ein, die erst abflauten, als der Pokal für die Staffelmeisterschaft durch sämtliche Spielerhände gegangen war.
Erinnert sich noch jemand an meinen Bericht vom 1. Spieltag in Sondershausen ? Vom Plakat mit der Aufschrift „Unaufsteigbar“ war da die Rede, welches die Jenaer Mannschaft fast die gesamte Saison hindurch begleitet hat. Pünktlich zu meinem letzten Saisonbericht hat es sich gewandelt. Die Buchstaben steig sind durch halt ersetzt worden. Gelingt es der Jenaer Elf, ihr häufig gezeigtes Potential in der Relegation zwei weitere Male umzusetzen, könnte sie tatsächlich „Unaufhaltbar“ sein...<fc>
Bilder auf weissenburger.de
Spielbericht auf der ZFC-Homepage

Hallescher FC - FC Carl Zeiss JENA 0:1

Tore: 0:1 Endres (87.)
Halle: Küfner - Trehkopf, Krauß (62. Eberhardt), Kindling, Gemazashvili, Miftari, Petrick, Gleis (75. Breitkopf), Friedrich, Römer, Koslov
Jena: Kraus; Holetschek; Kowalik, Hujdurovic; Görke, Thielemann, Schmidt (88. Holzner), Ziegner, Maul; Hähnge (75. Jovic), Zimmermann (62. Endres)

Zuschauer: 2003

Schiedsrichter: Oehme (Witzschdorf)

Spielbericht:
Trostlose Kulisse im Kurt-Wabbel-Stadion eine halbe Stunde vor Spielbeginn: Der Heimblock leer, der Gästeblock auch nicht toll gefüllt. Während aber die erst später anrückenden Jenaer Zugfahrer für Belebung in der Gästekurve sorgten, blieb der Rest des Stadions „tot“. Das Pokalaus der Hallenser in Sangerhausen und das bescheidene Wetter der vorfristigen Eisheiligen (einstellige Temperaturen und Regen) sorgten für eine Minuskulisse bei Gastspielen des FCC in Halle. Lediglich der kleine überdachte Bereich des Blocks E, der einzige unterm Dach für Nicht-VIPs, war bereits kurz nach Öffnung der Stadiontore sehr gut gefüllt.
Der FCC zeigte von Anpfiff an, daß man heute die Chance zum vorzeitigen Staffelsieg nutzen wollte. Bereits nach 3 Minuten ergab sich die erste Chance, als Hähnge auf der linken Seite einen Schritt gegen den herausstürzenden Küfner zu spät kam und Zimmermann den Abpraller aufs leere Tor hob – leider stand aber noch ein Hallenser auf der Linie und konnte den Ball abwehren. Der FCC machte unverändert Druck, so daß die Gastgeber erst nach zehn Minuten das erste Mal ernsthaft zum Jenaer Strafraum kamen. Zunächst entstand keine Gefahr, der Ball wurde auf Kraus zurückgespielt. Dessen Abschlag ging jedoch völlig verunglückt auf den vorm Strafraum stehenden Koslov, der paar Schritte marschierte, aber zum Glück ein ganzes Stück am langen Pfosten vorbeischoß. Dann ging es weiter in Richtung HFC-Tor, der FCC war optisch überlegen, aber unmittelbar vorm Tor fehlten immer Genauigkeit und der letzte Biß. Schon in dieser Phase sah man, daß der Frust der Hallenser Zuschauer berechtigt war, die Leistung der Heimmannschaft war spielerisch einfach unterirdisch. Meistens versuchte man es pauschal mit langen Bällen nach vorn. Jedoch bis auf die 20. min, als der Linienrichter ein Abseits verschnarchte, ein Jenaer Verteidiger aber rechtzeitig „reparierte“, strahlte der HFC die Gefährlichkeit einer Gruppe Klosterschüler aus. Ganz anders der FCC, der sich auf der Gegenseite mehrere Chancen erspielte. So in der 23. min, als nach Ziegner-Ecke das Chaos vorm Tor regierte, leider kein Jenaer an der herrenlos herumliegenden Ball kam. In der 26. min wurde eine erneute Ziegner-Ecke per Kopf auf den langen Pfosten verlängert, Kowaliks Aufsetzerschuß lag jedoch zu hoch. Nur eine Minute später kam nach einem Fehlpaß aus der Heimabwehr heraus Hähnge plötzlich in Ballbesitz, seine Flanke von links außen lag jedoch zu hoch. Riesenaufregung in der 32. min: Hähnge lief mit dem Ball im Strafraum quer, ein Gegenspieler stellte sein Bein in den Weg, Hähnge stürzte, der Schiedsrichter pfiff, Elfmeter... dachte ich, aber denkste: Hähnge sah „Gelb“ für eine angebliche „Schwalbe“. Nach dem Spiel bestätigte Hähnge meine Beobachtung von der Tribüne: Es war ein Foul! Bis auf diese Entscheidung war der Referee eigentlich ganz in Ordnung, zwar pfiff er vielleicht manchmal etwas kleinlich, aber dies gegen beide Teams gleichermaßen. Jeweils nach Ziegner-Vorlagen mißlangen Maul und Holetschek (35. und 37.) jeweils Schußversuche. Zwischenzeitlich spielte der HFC unter Krauß’ gütiger Mithilfe mit den blau-gelb-weißen Nerven: Eine lange Freistoßflanke von rechts fliegt durch den Strafraum, der Jenaer Keeper verharrte regungslos auf der Linie und der Hallenser am langen Pfosten war so überrascht über den durchkommenden Ball, daß er ihn ins Aus rutschen ließ. Der FCC wollte nun vor der Pause doch noch das Tor erzielen und schnürte den HFC regelrecht ein. Als ein HFC-Konterversuch abgefangen wurde, bekam Hähnge den ball von Ziegner serviert, seinen Schuß aus spitzem Winkel wehrte Küfner jedoch zur Ecke ab. Diese und die weitere Ecke verwandelten die einheimische Abwehr jeweils in einen Hühnerhaufen, leider konnte der „Fuchs“ FCC daraus nicht Zählbares machen, Hujdurovics Kopfball wurde kurz vorm Tor durch einen Spieler abgewehrt. Als auch Thielemanns 20-m-Flachschuß knapp am Tor vorbeizischte, war die erste Halbzeit gelaufen. In der Pause lernte ich auf der Tribüne Galli und Matti kennen und mußte mir telefonische „Beschimpfungen“ aus dem Gästeblock anhören. ;-)
Nach der Pause passierte bis auf zwei Freistöße – je einen für den HFC (vorbei) und den FCC (Zimmermann köpfte zu hoch) – nichts nennenswertes. Da der HFC in der Abwehr jetzt ziemlich solide stand und sich nur zwei-, dreimal zu Konterversuchen hinreißen ließ, versuchte es der FCC mit Schüssen von Schmidt (58., zu locker) und Kowalik (62., flach, vorbei). Irgendwie war aber die Luft aus dem Spiel heraus, optisch bestimmte der FCC das Geschehen, aber die Torgefahr fehlte. Sicherlich schwanden auch die Kräfte, denn der Rasen war zwar schön grün, aber auch sehr tief und kraftraubend. In der 74. min gab es nach langer Pause wieder eine HFC-Chance: Als der FCC den Ball im Mittefeld verlor, startete ein schneller Konter über links, ein mitgelaufener Stürmer verpaßte jedoch die scharfe Eingabe. Mit den Einwechslungen von Endres und Jovic kam frischer Wind ins Jenaer Spiel und sofort sprang der Angriffsturbo wieder an. Zunächst bediente Jovic auf der linken Außenbahn Schmidt (77.), dessen Flanke Endres aber zu hoch Richtung Tor setzte. 120 Sekunden später spielte Jovic den rechts laufenden Endres, aber für dessen hohe Flanke war sogar Görke einige Zentimeter zu klein. Auf der Gegenseite sorgte ein verzweifelter 28-m-Fernschuß Gemazashvilis für Torgefahr, der einen halben Meter übers Dreiangel strich. In der 83. min gab es nach einer Ecke Ziegners wieder das fast schon gewohnte Abwehrdurcheinander, der Ball sauste wie eine Flipperkugel im Tor- und Strafraum hin und her und wiederum verpaßte kein Jenaer dem Ball den richtigen Kick. Im nächste Angriff überlief Jovic auf der rechten Seite die Hallenser Abwehr, Maul lief in der Mitte mit, nur war die folgende Hereingabe so ein Zwischending aus Flanke und Schüßchen und verirrte sich zwischen Maul und Tor im Niemandsland. Dann die Szene des Tages, ach was, wahrscheinlich DIE Szene seit dem 2:0 gegen Plauen am 17. Spieltag: Görke flankte von rechts, Endres schraubte sich hoch und noch bevor er den Ball berührte, wußte ich: „JETZT!!!“ Sekundebruchteile explodierten die Tribünensitzreihen hinter mit, auf denen sich jetzt die zwei Dutzend Zeiss-Fans lautstark outeten. Vom Rest des Spiels ist mir nicht mehr viel in Erinnerung geblieben, Endres köpfte nochmals knapp daneben, Ziegner warf sich irgendwann gegen Ende in einen Hallenser Schuß, dann war Abpfiff und der kollektive Wahnsinn eroberte den grünen Rasen im Platzsturm.
Der FCC hat zwar mit diesem Sieg de facto den Staffelsieg und die Relegationsteilnahme gesichert, aber trotzdem kehrte nach der ersten Siegesfreude sehr schnell wieder Fassung und Ernsthaftigkeit ein. In der Pressekonferenz, im Kabinengang und auch dann am Mannschaftsbus merkte man doch, daß die Spieler und Trainer wissen, daß mit dem Staffelsieg nur ein kleiner Teil des Saisonziels erreicht wurde – wenn die Relegation nicht gewonnen wird, war alles für die Katz! <uk>
Bilder vom Staffelsieg

FC Carl Zeiss JENA - SV Dessau 05 4:1

Tore: 0:1 Bebber (25.), 1:1 Endres (34.), 2:1 Endres (61.), 3:1 Ziegner (84.), 4:1 Jovic (90.)
Jena: Kraus - Thielemann, Görke, Hujdurovic, R. Schmidt, Holetschek, Ziegner, Hähnge (46. Jovic), Endres, Werner (62. Kowalik), Zimmermann (80. Holzner)
Dessau: Spielau - Freund, Stutz, Koppeng, Westphal, Strokosch, Kaluza (83. Lehnert), Hauser, Stefke, Schulz (59. Hüller), Bebber

Zuschauer: 2588

Schiedsrichter: Bley (Sehmatal)

Spielbericht:
Bestes Fußballwetter, Tabellenführer seit dem ersten Spieltag, sechs komfortable Punkte Vorsprung auf den Hauptrivalen aus Plauen und es waren nur noch zwei Heimspiele zu bestreiten - all diese Fakten reichten leider aber nicht aus, um in dieser wichtigen Phase der Saison ein paar mehr ins Stadion zu locken. Traurig. Zu tief sitzt der Stachel der Enttäuschung der letzten Jahre den Fans in den Knochen. Aber dieses Jahr sollte es doch endlich klappen…Vier Tore waren zu erzielen, um die magische Grenze der 100! geschossenen Tore in dieser Saison feiern zu können. Und so kam es auch, dass viele der Fans heute nur daran dachten, wer denn den entscheidenden Treffer zum vierten und zugleich einhundertsten Tor markieren werde.
Der FCC nahm nach einigen Minuten Anlaufschwierigkeiten auch gleich das Zepter in die Hand und kam nach acht Minuten zur ersten guten Tormöglichkeit. Jenas Kapitän Ziegner hatte zum Sololauf angesetzt und umspielte die halbe Abwehr der Gäste, doch sein Schuss in die lange Torecke konnte Gästekeeper Spielau mit Fußabwehr gerade noch retten. Bis auf eine Möglichkeit von Endres (20.) plätscherte dann das Spiel dann so dahin, und der FCC vermochte es nicht, den Druck der Anfangsminuten aufrecht zu erhalten. Im Mittelfeld wurde zu ungenau kombiniert und auch mehr und mehr wurden die Zweikämpfe verloren. Das machte die Dessauer natürlich stark, und so war es nicht verwunderlich, dass Stefke in der 21.Minute fast das 0:1 erzielt hätte, aber Kraus konnte mit einer tollen Parade die Großchance gerade noch vereiteln. Nur 120 Sekunden später die nächste Torchance für die Gäste, aber auch hier konnte Kraus seine Qualitäten beweisen. Aber es kam, wie es kommen musste. Erneut waren nur zwei Minuten gespielt und die Gäste führten mit 0:1. Nach einem Freistoß von der linken Seite konnte Bebber das Kopfballduell gegen Holetschek für sich entscheiden, und der Ball flog an Kraus vorbei ins Tor. Was für ein Schock für den FCC. Jeder diskutierte vor dem Spiel, wer den heute das vierte und zugleich 100. Saisontor erzielen möge, und dann auf einmal führten die Gäste. Sollte sich diese Überheblichkeit rächen? Aber zum Glück rappelten sich die Jenaer Spieler sofort auf und hatten durch Endres kurz nach Wiederanpfiff die Möglichkeit zum sofortigen Ausgleich, aber Spielau hatte die Fäuste noch dran. Der Tabellenführer legte jetzt endlich einen Gang zu und kam dadurch auch zu mehr Torchancen. Zunächst hatte Hujdurovic nur das Außennetz getroffen, aber wenig später (34.) erlöste Endres mit einem Kopfball die Fans und traf zum vielumjubelten und auch hochverdienten Ausgleich. Sekunden später fast das 2:1 für Jena, aber der an diesem Tage formschwache Hähnge hatte bei seiner einzig nennenswerten Aktion im Spiel kein Glück und traf mit seinem platzierten Schuss leider nur den Pfosten. Aber anstatt weiter nachzusetzen und auf die Führung zu drängen, nahmen die Jenaer völlig unmissverständlich wieder das Tempo zurück und so passierte auch bis zu Pause nichts mehr.
Viele der Fans wären gerne Mäuschen in der Kabine gewesen, denn es dürfte diesmal etwas lauter zugegangen sein. Zumindest agierte der FCC nach der Pause auffällig druckvoller und engagierter nach vorn. Nach einer Kombination von Endres über Görke kommt Zimmermann in bester Position mit dem Kopf zum Ball (49.), allerdings hatte Spielau seine Hände noch dran und konnte so die Führung gerade noch verhindern. Die Chancen häuften sich nun, und Endres hatte binnen weniger Sekunden zweimal die Möglichkeit zum erneuten Torerfolg zu gelangen, doch traf er zunächst per Kopf nur den Pfosten und beim zweiten Mal rettete Spielau gerade noch auf der Linie (56.). Aber nach gut einer Stunde konnte auch der Dessauer Schlussmann nichts mehr ausrichten, als nach einem Freistoß von Ziegner der quirlige Endres per Kopf die lautstark umjubelte Führung erzielte. Dieses Tor war wie eine Befreiung für die Jenaer, denn sie spielten fortan viel konzentrierter und waren nun auch die klar tonangebende Mannschaft im Rund. Der spielstarke Ziegner (Schuss aus 28m, 66.), Endres (75.) als auch der eingewechselte Jovic (81.) hätten danach alles klar machen können. So mussten die Fans bis zur 84. Minute zittern, als Freund Ziegners Schuss so unglücklich abfälschte, dass er im eigenen Tor landete und somit das Jenaer Stadion in ein Tollhaus verwandelte. Standing Ovations auf den Rängen, und die undiskutable Leistung der ersten Halbzeit war vergessen. Und nun sollte selbstverständlich auch noch das vieldiskutierte vierte Tor her. Um ein Haar wäre Youngster Holzner zum glücklichen Jubiläumstorschützen gekürt worden hätten, aber leider verfehlte er mit seinem Flugkopfball nur knapp das Gehäuse. Aber der Höhepunkt sollte dennoch folgen. Wenige Sekunden waren noch zu spielen, da schnappte sich Hotsch das Leder und knallte den Ball aus 30m auf das Tor. Spielau konnte gerade noch an die Latte lenken, doch den anprallenden Ball nahm Jovic auf und markierte das 100. Saisontor für den Tabellenführer. Jetzt kannte der Jubel auf den Rängen keine Grenzen mehr und die Jenaer Fans waren restlos begeistert.
Nach einer schwachen ersten Halbzeit konnte der FCC zum Glück das Blatt noch wenden und am Ende sogar einen klaren Sieg einfahren. Nun brauchen die Jenaer aus den letzten verbleibenden drei Spielen nur noch einen Sieg, um den Staffelsieg in diesem Jahr endlich nach Jena holen zu können. Die Fans hätten es auf jeden Fall verdient. <vg>

FC Eilenburg - FC Carl Zeiss JENA 0:1

Tore: 0:1 Endres (9.)
Eilenburg: Zsigry; Knaubel; Schmidt, Künast (85. Köckeritz); Schaaf, Petzold, Heyde (64. Auerswald), Moritz, Bernhardt (80. Delitzsch); Hönemann, Fischer
Jena: Kraus; Görke; Kowalik, Hujdurovic; Holzner, Thielemann, Ziegner, Werner; Hähnge (59. Jovic), Zimmermann (86. Schmidt), Endres (82. Hartwig)

Zuschauer: 835

Schiedsrichter: Simon (Schkopau)

Spielbericht:
Oh, das klang schon toll,was da auf der Eilenburger Homepage vor dem Spiel zu lesen war: Von der Ausnahme-Mannschaft Carl Zeiss Jena war da die Rede, dem Staffelprimus, der jedem die Superlative raubt. „Mit phänomenalem Offensivfußball entzaubern sie ihre Gegner reihenweise“, hieß es wörtlich. „Dabei spazieren die Thüringer mit einer schier unglaublichen Leichtigkeit durch die Liga.“
Diese Eloge mag ein klein bisschen übertrieben sein, nach den ersten zehn Spielminuten wird sie jeder Eilenburger Zuschauer dennoch für wahr gehalten haben. Denn die Jenaer präsentierten in der Anfangsphase tatsächlich mitreisenden Offensivfußball. Los ging es schon nach zwei Minuten mit Hähnges Schuss nach Kopfball-Ablage von Endres. Es folgten Hähnges Linksflanke und der Kopfball Mark Zimmermanns, den Libero Knaubel für seinen schon geschlagenen Torhüter von der Linie holen musste (4.). Sowie der mustergültige Einsatz von Werner, der einen Richtung Toraus springenden Ball zurück erkämpfte, ihn dann aber etwas zu scharf auf den aussichtsreich postierten Endres spielte (8.). Trotz des frühen Zeitpunkts war die Führung überfällig und sie fiel dann auch in Minute neun: Hujdurovics Freistoß landet in der Mauer, den zurückspringen Ball hebt Ziegner tief hinein in den Strafraum, wo Manuel Endres mit Aufsetzerkopfball aus sieben Metern „einlocht“. Dem Endres wirft man ja gelegentlich vor, zu viele Chancen auszulassen. Doch tut er dies eigentlich erst dann, nachdem er sein Tor gemacht hat. 10 Treffer in 12 Spielen sprechen jedenfalls für ihn – selbst Topscorer Hähnge bringt es nicht auf solch eine hohe Quote. Beide bildeten diesmal nur phasenweise die Doppelspitze, da sich Hähnge auf der Stürmerposition mit Zimmermann abwechselte, während Werner die linke Seite übernahm. Mark Zimmermann war es dann auch, der die Partie schon nach zehn Minuten beinahe entschieden hätte. Wieder hatte Torsten Ziegner ein gutes Auge für den Mitspieler, sah, dass Zimme auf der rechten Seiten unbedrängt heran stürmte. Dem Zuspiel folgte eine Fackel aus 15 Metern an den rechten Pfosten, welche die mitgereisten Zeiss-Fans aus der ohnehin ungewohnten Sitzposition nach oben riss. Eilenburg wirkte nach der ersten Viertelstunde wie von einer Dampfwalze überrollt. Doch im Fußball bedeutet dies nicht zwangsläufig das Ende. Nach und nach erholten sich die Gastgeber, wagten sich nach 25 Minuten das erste Mal an den gegnerischen Strafraum vor, kamen durch Künasts Kopfball und Kraubels Freistoß zu ersten Gelegenheiten und insgesamt mehr Ballbesitz. Unterstützung erfuhren sie in dieser Phase durch den Referee, der einige zweifelhafte Freistöße verhängte. Keinen Einfluss nahm er aber auf das Geschehen in Minute 42: Einen verunglückten Schussversuch leitete FCE-Kapitän Schaaf mit der Hacke weiter, was Höhnemann wohl derart überraschte, dass er aus zwölf Metern Mittelstürmerposition weit verzog.
Durch den Zuschauerandrang (wer das Häuschen am Gastgeber-Eingang gesehen hat, weiß was knapp 1000 Zuschauer für Eilenburg bedeuten) hatte unser Spiel etwas verspätet begonnen und so wussten wir schon vor Beginn der 2. Hälfte, dass Plauen gleich nach Wiederanpfiff in Führung gegangen war. Da dessen Kontrahent Sachsen Leipzig nur noch zu zehnt auf dem Platz war und einen Elfmeter verschossen hatte, schien alles wie gehabt auf einen knappen VFC-Sieg hinaus zu laufen. Der FC Carl Zeiss war demnach gut beraten, sich einzig auf sich selbst zu verlassen. Und hielt sich zunächst daran. Bei Hujdurovics Torschuss stand als einziges ein Mitspieler im Weg (48.), Endres scheiterte danach aus vollem Lauf an Torwart Zigry (49.). Und in der 53. Minute nahm ein Eilenburger Verteidiger dem einschussbereiten Hähnge gerade noch den Ball vom Fuß. Wieder dauerte es eine Viertelstunde, bis sich der Neuling nach vorn orientierte. Zwar fand Fischers Treffer keine Anerkennung, da der Ball zuvor schon die Grundlinie überschritten hatte. Doch schien dies der letzte noch fehlende Zünder gewesen zu sein, um den Gastgebern zu zeigen: Hier ist für uns was drin. Von nun an versetzte einen dieses Spiel in einen nervenaufreibenden Zustand zwischen Hoffen und Bangen. Einerseits hoffen, da Leipzig in Plauen plötzlich doch der Ausgleich gelungen war. Andererseits bangen, weil Jenas 1:0-Vorsprung nun ebenso in Gefahr schien. Prompt erinnerte man sich an den zweiten Teil besagter Homepage-Vorschau, in der von einer Jenaer Auswärtsschwäche die Rede war. Nun haben bis auf Meuselwitz alle Mannschaften dieser Liga in fremden Stadien eine schlechtere Bilanz als im eigenen, doch eines hatte der FC Carl Zeiss in dieser Saison tatsächlich noch nicht geschafft: Einen knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen ! Als nach 63 Minuten ein Eilenburger Eckball durch den Sechzehner flatterte und niemand heran kam, hörte man im Jenaer Block die ersten Steine vom Herzen fallen. Eine ganze Geröll-Lawine löste sich fünf Minuten später: Im Bestreben, hinten auszuhelfen verspringt Endres vorm eigenen Strafraum der Ball, Fischer schießt unverzüglich aus 17 Metern, der Ball springt an den rechten Pfosten, von da zu Schmidt, der aus spitzem Winkel draufhält - Kühnast vorm leeren Tor kommt einen Schritt zu spät. Jena antworte mit einer Werner-Chance nach Doppelpass mit Jovic, die Zsigry mit Beinabwehr zunichte machte. Doch der FC Eilenburg, der in dieser Form das Abstiegsgespenst alsbald vertrieben haben dürfte, hatte jetzt seine stärkste Phase. Dies imponierte dem Referee offenbar so sehr, dass er bei Knaubels zweitem Gelb-Foul den Karton wieder einsteckte, ohne ihn gezeigt zu haben. Und so blieb es bis zum Schluss eine echte Zitterpartie. Im Wissen, dass es in Plauen beim 1:1 geblieben war, fieberte auch Präsident Zipfel dem Schlusspfiff entgegen. „Schiri, kuck mal auf Uhr“, rief er hinein, was der Referee auch tat und ......... drei Minuten Nachspielzeit anzeigte. Es waren die längsten Minuten in dieser Saison, obwohl sich in ihnen nichts mehr ereignete.
Sieh an, auch Jena kann mit einem Tor Vorsprung gewinnen ! Dreißig Spieltage hat es gedauert, um nach vielen klaren Erfolgen und manch enttäuschendem Punktverlust in engen Spielen zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Allerdings müssen schon noch zwei Siege aus den nächsten drei Spielen her, damit der FCC entspannt nach Plauen fahren und zu dem werden kann, was er in Eilenburgs Vorschau bereits vor dem 30. Spieltag war: Der Staffelprimus, der jedem die Superlative raubt. <fc>
Bilder des Tages
Nachbetrachtung auf fceilenburg.com

FC Oberlausitz Neugersdorf - FC Carl Zeiss JENA 0:3

Tore: 0:1 Hähnge (17.), 0:2 Zimmermann (53.), 0:3 Endres (61.)
Neugersdorf: Barta - Dörner, Winkler, Michael, Uhlig, Gierich (74. Havel), Hubeny, Thomas, Krocian, Kubis (65. Kästner), Koch
Jena: Kraus; Görke; Kowalik, Hujdurovic; Holzner (63. Hartwig), Thielemann, Ziegner, Zimmermann (72. Seb. Wille), Werner; Endres (69. Jovic), Hähnge

Zuschauer: 444

Schiedsrichter: Cyrklaff (Laubsdorf)

Spielbericht:
Als Tino Vogel nach Plauens Hinrundenremis in Neugersdorf davon sprach, dass auch noch andere Spitzenteams hier Punkte lassen würden, hatte er zwar die Oberligageschichte der letzten Jahre auf seiner Seite, konnte aber nicht den Aderlass vorausahnen, den die Oberlausitzer nach dem Rücktritt von Trainer Schulz und dem Weggang zahlreicher Leistungsträger in der Winterpause zu verkraften hatten. Und so steht die einst so heimstarke Mannschaft, die in den letzten Jahren ausnahmslos jede Spitzenmannschaft der Liga schon das Fürchten lehrte vor einer Situation, die Coach Berndt mit den Worten „Ich habe Angst vor dem freien Fall“ recht illusionslos charakterisierte. Statt Schreckgespenst Neugersdorf nun also Oberlausitzer Kanonenfutter?
Mit der Aufstellung von gleich vier gelernten Stürmern konnte Heiko Weber im unbedarften Beobachter schon den Eindruck erwecken, man wolle die acht noch zum Centurium fehlenden Treffer gleich heute erzielen. Einer dieser vier Goalgetter – nach seiner starken zweiten Hälfte gegen Grimma diesmal von Anbeginn dabei – war Tobias Werner und auf der linken Außenbahn der auffälligste in einer Zeisself, die vom Anpfiff weg die Initiative übernahm und anders als zuletzt sofort druckvoll agierte. Dennoch dauerte es bis zur 9. Minute, ehe eben dieser Werner, schön auf links freigespielt, mit einer Flanke Sebastian Hähnge bediente, der aber aus Nahdistanz den Ball weit über das Gehäuse des tschechischen Schlussmannes Barta katapultierte und somit die erste Möglichkeit des Spiels ungenutzt ließ. Neugersdorf, sehr konzentriert agierend und dicht gestaffelt dem Favoriten nur wenig Räume bietend, ließ bis auf Ziegners Solo (10.) und Endres’ Außennetztreffer (16.) wenig anbrennen, doch eine Minute später klingelte es dann doch. Endres leitete den Ball unter größter Bedrängnis im Fallen auf den zentral stehenden Hähnge weiter, der Nerven aus 21 Drahtseilen bewies, Barta mit einer Finte auf den Hosenboden setzte und dann von der Strafraumgrenze eiskalt überlupfte. Tor Nummer 22 also für den Topscorer der Oberliga, Treffer Nr. 93 für den FCC und während der blau-gelb-weiße Anhang „Nur noch sieben“ skandierte, spulte der Spitzenreiter nun sein übliches Programm herunter. Kompromisslos in der Defensivarbeit, auch das Geduldsspiel „hintenrum“ nicht scheuend, erarbeitete man sich nun deutliche Feldüberlegenheit und Chancen für Zimmermann mit Schlenzer nach Ziegner-Pass (26.), Werner nach Endres’ Hackenvorlage und langem Solo (33.), Hujdurovic per Kopf (36.) und Holzner mit Distanzschuß nach Endres-Ablage (40.). Die größte Möglichkeit aber hatte zweifellos Krzysztof Kowalik, als er Ziegners mustergültige Flanke völlig freistehend weit neben den langen Pfosten setzte. Die Hausherren spielten durchaus gefällig mit, ansatzweise für Gefahr sorgten sie allenfalls eine Minute vor der Pause, als Hubeny zunächst von Kowalik erfolgreich am Torschuß gehindert und Sekunden später vom Linienrichter per Abseitsfahne zurückbeordert wurde. Dann durfte sich der beschäftigungslose Kraus endlich mit dem Pausentee aufwärmen, und der Griff zur Flasche sollte zugleich das letzte Mal in diesem Spiel gewesen sein, dass der 21jährige Goalie mal richtig zupacken musste.
Unmittelbar nach dem Seitenwechsel machte Jena Ernst und belagerte nun das Barta-Gehäuse in einem Powerplay, wie es dem frischgebackenen Eishockeymeister aus Berlin zur Ehre gereicht hätte. Um ein Haar hätte dann ausgerechnet die komplette Verteidigungsreihe für die Vorentscheidung gesorgt, als Hujdurovics Flachschuß nach abgewehrtem weitem Görke-Einwurf und Kowaliks erneuter Flanke an den Pfosten klatschte. So war das 2:0 aber doch einem Offensivakteur vorbehalten, als Zimmermann, Sekunden zuvor noch knapp an einer Hähnge-Flanke vorbeisegelnd, in der 53. Minute einen Freistoß seines Kapitäns per Kopf in die Maschen setzte. Jubel im 180 Mann starken, äußerst gut gelaunten Gästeblock, der allerdings ganz WM-gerecht mittlerweile auch in einen Hochsicherheitstrakt samt Zäunen der Marke Sondershausen verwandelt wurde und somit einiges an der einst familiären Atmosphäre auf dem wohl in einem Anflug von Realsatire „Oberlausitz-Arena“ getauften Sportplatz eingebüßt hat. Bevor die über die gesamte Spielzeit kreativ-lautstarken Jenaer Fans die Zuschauerzahl von 444 Besuchern auf ihre Weise mit „In Neugersdorf kennt euch keine Sau“ kommentierten, beseitigte Manuel Endres die letzten Zweifel am erneuten Ausbau der Tabellenführung auf 4 Punkte, als er nach einer glatten Stunde mit trockenem Flachschuß ins lange Eck eine Ablage Holzners verwandelt, nachdem Werners Hereingabe von der linken Seite zunächst hängen geblieben war. Görkes Freistoß, Zimmermanns Flachschuß und Endres’ Kopfball hatten zuvor schon ihr Ziel verfehlt, nach dem 3:0 konnte lediglich der eingewechselte aber wiederum enttäuschende Hartwig mit 20m-Hammer übers Tor (69.) sowie ein Neugersdorfer mit Fasteigentor und anschließender Rettungstat auf der Linie die im kalten Ostwind frierenden Zuschauer erwärmen. Zu mehr reichte es dem durch die drei Wechsel sichtlich der Spielfreude beraubten Spitzenreiter nicht mehr, und der ein oder andere sparte sich seine Kräfte wohl schon für das nächste Auswärtsspiel in Eilenburg auf.
Am Ende stand ein sicherer und in souveräner Manier erzielter 3:0-Erfolg zu Buche, das gleiche Ergebnis, mit dem Jena übrigens seine Oberligaauftritte in Neugersdorf einst begann. Vielleicht ja ein gutes Omen und der Kreis vierte Liga schließt sich nun endlich auch für den FCC? <gunner>

FC Carl Zeiss JENA - SV 1919 Grimma 5:0

Tore: 1:0 Kowalik (34.), 2:0 Endres (52.), 3:0 Görke (54.), 4:0 Zimmermann (68.), 5:0 Thielemann (74.)
Jena: Kraus - Thielemann, Görke, Hujdurovic, Holzner (70. Seb. Wille), Kowalik, Ziegner, Hähnge (28. Zimmermann), Endres, Jovic, Keil (46. Werner)
Grimma: Becker - Zaulich, Wohllebe, Saalbach, Knoof, Großmann, Branski, Richter, Liebich, Kunert (50. Hoffmann), Behring (74. Schober)

Zuschauer: 2473

Schiedsrichter: Koch (Potsdam)

Spielbericht:
Es hätte so schön sein können, wenn…der FCC am vergangenen Wochenende sein Punktspiel in Magdeburg gewonnen hätte. Denn dann hätte der Tabellenführer bereits einen beruhigenden Vorsprung von sieben Punkten auf seinen ärgsten Verfolger aus Plauen gehabt. Aber es kam ja leider anders, als man hoffte, und der Vorsprung ist zwischenzeitlich sogar nur auf einen Punkt zusammengeschrumpft, da der VFC unter der Woche sein Spiel gewann, während die Kicker aus Jena im Pokal antreten mussten. Aber es nutzte nichts, ein Sieg musste heute her, um den Vorsprung bei einem Sieg im Nachholspiel am Mittwoch wieder auf die alten vier Punkte ausbauen zu können.
Jenas Trainer Heiko Weber setzte von Beginn an mit Hähnge, Endres und Jovic drei etatmäßige Stürmer ein, um den Gegner aus Grimma gleich massiv unter Druck zu setzen und die nötigen Treffer zu erzielen. Allerdings taten die Gäste ihm diesen Gefallen nicht, denn sie versteckten sich keinesfalls und spielten ebenfalls forsch nach vorn, und sorgten so für einiges Unbehagen auf der Trainerbank. So dauert es auch knapp eine Viertelstunde, bis die Jenaer zu ihrer ersten Tormöglichkeit kamen, doch Endres köpfte aus Nahdistanz über das Gehäuse. Das Spiel plätscherte so dahin, und Kapitän Ziegner war es schliesslich, der in der 21. Minute die Fans mit einer gekonnten Aktion aus der Lethargie riss. Im zentralen Mittelfeld angespielt schnappte er sich das Leder, umkurvte in Maradona-Manier Gegner um Gegner und vollendete seine gekonnte Aktion mit einem platzierten Schuss ins lange Toreck, doch Grimmas Spieler Richter konnte den Ball gerade noch von der Linie schlagen. Trotzdem blieben die Chancen des FCC zunächst Mangelware, und die drei Stürmer hingen in der Luft. Trainer Weber reagierte nach gut einer halben Stunde und wechselte mit Zimmermann einen Spieler ein, der auch in der Lage war, sich die Bälle aus dem Mittelfeld holen zu können. Kowalik war es dann, der die nächste gute Gelegenheit für die Platzherren hatte, doch zunächst scheiterte er noch bei seinem Kopfballversuch. Aber in der 34. Minute machte er es besser und erlöste die Fans mit einem herrlichen Kopfball aus gut 5m zur 1:0 Führung. Grimmas Stürmer Behring sorgte fünf Minuten vor der Pause noch für Aufregung auf den Rängen, doch sein von Hujdurovic noch abgefälschter Schuss ging zum Glück der Jenaer um einen Meter neben das Tor.
Die Führung zur Pause war ohne Frage verdient, doch beim heutigen Gegner konnte man sich auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen. Dies schienen die Spieler auch begriffen zu haben, denn sie kamen wie verwandelt aus der Kabine. Zunächst musste Gästekeeper Becker noch Kopf und Kragen riskieren, um vorm heranstürmenden Endres das zweite Tor zu verhindern. Doch in der 52. Minute war er machtlos. Werner hatte sich gekonnt gegen drei Grimmaer durchgesetzt, war bis zur Grundlinie vorgedrungen und spielte einen mustergültigen Querpass vors Tor, so dass Endres aus einem Meter Entfernung nur noch den Fuß hinhalten musste, um das zweite Jenaer Tor zu machen. Nun war endgültig der Bann gebrochen. Wenige Sekunden später klingelte es erneut im Tor der Gäste. Nach einem Eckball von Ziegner stand Görke im Strafraum goldrichtig und hatte keine Mühe, den Ball aus kurzer Entfernung über die Linie zu köpfen. Ziegner (57.) und Endres (62.) hätten kurze Zeit später das Ergebnis noch weiter in die Höhe schrauben können, doch scheiterten beide bei ihren Aktionen nur knapp. Aber es war ja noch lange nicht Schluss, denn in der 68. Minute konnten die Zuschauer erneut jubeln. Thielemann hatte diagonal in den Strafraum gepasst, Endres hatte den Ball auf den besser postierten Zimmermann durchgelassen, und dieser ließ sich diese Torchance nicht entgehen und schoss mit einem trockenen Schuss zum 4:0 ein. Und wenn es einmal gut läuft, dann läuft es halt wie von selbst. Diesen Gedanken musste wohl auch Thielemann in der 74. Minute gehabt haben, denn er probierte sein Glück einfach einmal mit einem Schuss von der Strafraumgrenze und der Ball landete im langen Eck zum 5:0.
Nach einer sehr verhaltenen und teilweise sehr langatmigen ersten Halbzeit, konnte der FC Carl Zeiss JENA sich also in zweiten Hälfte enorm steigern und damit sein so wichtiges Heimspiel am Ende noch souverän mit 5:0 beenden. Kulminationspunkt des Spieles war zweifelsohne der hervorragend herausgespielte Treffer zum 2:0. Danach ergaben sich die Gäste ihrem Schicksal, kamen bis auf eine Freistosschance zu keiner weiteren Tormöglichkeit und mussten am Ende sogar zufrieden sein, beim Tabellenführer in Jena nicht höher verloren zu haben.<vg>
Fotos auf weissenburger.de

1. FC Magdeburg - FC Carl Zeiss JENA 2:1

Tore: 1:0 Kühne (16.), 2:0 Grundmann (20.), 2:1 Endres (33.)
Magdeburg: Person; Otte, Mensch, Grundmann, Plock; A. Müller, Kühne, N'Bombais (69. Sommermeyer), Woitha (90. Griep), St. Müller, Bander (89. Uffrecht)
Jena: Kraus; Holetschek (28. Görke); Kowalik, Hujdurovic; Manai, Thielemann, Ziegner, Zimmermann, Maul (31. Hartwig); Hähnge, Endres (69. Jovic)

Zuschauer: 2162

Schiedsrichter: Klatte (Wildau)

Spielbericht:
Da hatten wir uns am Vortag gefreut, dass der VFC Plauen sein 1:0 mal nicht über die Zeit gebracht hatte und für Jena sich die Chance eröffnete, auf sieben Punkte davon zu ziehen. Gegen die zuletzt arg gebeutelten Magdeburger (u.a. Niederlage in Sondershausen) schien das machbar. Ein Elfmeter ohne Torwart sozusagen. Verwandelt wurde er nicht.
Die Seitenwahl spielte an diesem Tag eine weitaus größere Rolle als sonst, hatte doch der FC Carl Zeiss in der ersten Halbzeit ebenso so sehr mit dem Gegenwind wie mit dem Kontrahenten zu kämpfen. Beleg dafür schon der falsch berechnete Rückpass von Holetschek auf Kraus, den der Torhüter gerade noch um einen Schritt vor dem heran stürzenden Banser bekam. Und wer weiß, vielleicht wäre Krzystof Kowalik auch nicht jener folgenschwere Stellungsfehler zum 0:1 unterlaufen, wenn Windstille geherrscht hätte. Den immer länger werdenden Ball vermochte Kowalik nicht mehr die gewünschte Richtung zu verleihen, sein Kopfball nach hinten flog Kühne in den Lauf, der nicht lange fackelte und aus 14 Metern die Gastgeber-Führung erzielte. Spätestens jetzt hätte der Tabellenführer hellwach sein müssen, doch vier Minuten nach dem ersten Schnitzer folgte der nächste: Magdeburger Freistoß von deren rechten Seite, Thielemann springt hoch, Holetschek auch, doch erst der dahinter postierte Ersatzkapitän Grundmann erwischt den Kopfball, drückt ihn aus sechs Metern über die Linie. Dies, liebe Zeiss-Abwehr, war dann aber wirklich nicht den Windverhältnissen anzulasten ! 0:2 nach zwanzig Minuten – während die Zuschauer aus der sächsisch-anhaltinischen Hauptstadt unerwartete Glücksgefühle auslebten durften, herrschte in Jenas Fanblock Bestürzung, teils Resignation. „Das kannste abhaken, bei Jena geht gar nichts“, ergab sich mein Hintermann bereits dem Schicksal. Immerhin, die Jenaer Spieler taten dies nicht, steckten zwei Verletzungen in drei Minuten (Holetschek und Maul humpelten beide vom Platz) weg. Nach einer halben Stunde zappelte das Leder erstmals im Magdeburger Netz, der Schiedsrichter hatte zuvor jedoch eine Torwartbehinderung im Fünfmeterraum gesehen. Drei Minuten später hatte auch der Mann in Schwarz-Gelb nichts mehr auszusetzen: Eine Ecke Ziegners wird kurz abgewehrt, Hartwig befördert sie zurück in den Strafraum auf Endres, der mit links über Abwehrbein und Torwart ins Netz lupft. Hoffnung. Nun waren sie wieder im Spiel. Doch der Wind blies ihnen weiter ins Gesicht und insbesondere ein Magdeburger spürte, dass wieder mehr nach vorn kommen muss. Banser köpfte freistehend an der Torraumgrenze über die Latte, vier Minuten später warf sich Hujdurovic gerade noch in seinen Schuss (40.). Ebenso knapp scheiterte auf der anderen Seite Görke, dessen Kopfball nach Ziegners Freistoß über die Latte strich (43.).
Viel kann Trainer Heiko Weber seinen Jungs in der Kabine nicht gesagt haben, so schnell wie diese auf dem Feld zurück waren. Vielleicht hat er lediglich an das Pokalspiel in Meuselwitz erinnert, als nach dem 0:2 noch vor der Pause der Anschlusstreffer, gleich nach Wiederanpfiff der Ausgleich und am Ende der Sieg heraussprang. Beinahe hätte es geklappt mit der Neuauflage dieses Szenarios, zumindest der Ausgleich lag in der 49.Minute in der Luft: Ausgangspunkt erneut ein Freistoß Ziegners, Manuel Endres köpft aus sieben Metern aufs Tor, doch Schlussmann Person taucht auf die Grundlinie und fängt den Ball dort ab. Mittlerweile war die Sonne heraus gekommen, der Wind flaute ab, doch das Geschehen verlagerte sich auch ohne ihn mehr und mehr in die Magdeburger Hälfte. In der 54. Minute reklamierte Kais Manai auf Handspiel im Sechzehner, hatte seinem Gegenspieler das Leder aber selbst an die Hand geschossen. Fünf Minuten darauf wieder der Tunesier, obgleich bedrängt mit freier Schussbahn – und was macht er daraus ? Legt blind mit der Hacke auf Ziegner ab oder besser gesagt dahin, wo er ihn vermutet... Beim nächsten Mal klappte das Zusammenspiel der beiden besser. Ziegner trickste einen Verteidiger aus, Abspiel auf Manai, welcher jedoch über den Kasten ballert. Dann erneut Ziegner, diesmal mit dem Außenrist auf Hähnge, welcher Person zu einer blitzartigen Fußabwehr zwingt. Der Jenaer Kessel stand unter Dampf, speziell der Mannschaftskapitän hing sich voll rein – so sehr, dass er einmal hinter der Seitenlinie den Journalisten Matthias Koch samt dessen Fotoausrüstung umrannte. Doch vom Glück verfolgt wurde der Tabellenführer an diesem Tag wirklich nicht. Zwei verletzte Stammspieler hatten bereits vom Platz gemusst - zehn Minuten vor Schluss erwischte es auch noch Kais Manai, der sich ohne gegnerische Einwirkung etwas zuzog, was nach Muskelfaserriss aussah. Da das Auswechselkontingent zu diesem Zeitpunkt bereits erschöpft war, beendete Carl Zeiss die Partie zu zehnt. Dies löschte das Feuer im Jenaer Spiel, doch selbst hier, in Unterzahl, ergab sich noch eine Ausgleichschance. Dem Aufsetzerball Thorsten Görkes aus achtzehn Metern schaute der FCM-Keeper nur hinterher – wie er haarscharf am Pfosten vorbei flog. Wenn zu zehnt alles auf eine Karte gesetzt wird, ergeben sich für die gegnerische Elf Räume zum Kontern. Und es soll auch gar nicht verschwiegen werden, dass die Niederlage noch höher hätte ausfallen können, wenn beispielsweise Kühne präziser geschossen oder auf seinen besser postierten Nebenmann abgelegt hätte (89.). Es blieb beim 1:2 aus Thüringer Sicht. Zwar hat sich der Vorsprung in der Tabelle nur um einen Punkt reduziert, doch muss man kein Rechenkünstler sein um fest zu stellen, dass es nun schnell kribblig werden kann. Denn bei 5 Zählern Vorsprung hätte sich Jena aufgrund des überragenden Torverhältnisses womöglich noch ungestraft ein Unentschieden mehr erlauben können. Nun darf es keinen Ausrutscher mehr geben, bevor sich Plauen einen geleistet hat, will Jena das 34. Spiel nicht zum Finale um den Staffelsieg werden lassen.
Es gibt Anhänger, die bis zum Sonntag felsenfest davon überzeugt waren, dass der FCC die Sache diesmal durchzieht. Und die nun Angst haben, den immer gleichen Alptraum ein viertes Mal zu erleben. <fc>
Bilder des Tages

FC Carl Zeiss JENA - VfB Auerbach 4:1

Tore: 1:0 Holetschek (8.), 2:0 Endres (15.), 3:0 Jovic (71.), 3:1 Poh (74.), 4:1 Hähnge (80.)
Jena: Kraus; Holetschek; Hujdurovic, Görke; Manai, Thielemann, Ziegner (50. Werner), Zimmermann (72. Hartwig), Maul; Hähnge, Endres (60. Jovic)
Auerbach: Fröhlich; Gorschinek; Gerloff, Wieland (20. Witscher); Stabenow (64. Göschel), Schmidt, Chudzik, Pfoh (76. Otto), Troche; Korb, Dittrich

Zuschauer: 2079

Schiedsrichter: Luther (Halle)

Spielbericht:
Und wieder stand ein Heimspiel gegen einen vermeintlich „kleinen“ Gegner auf dem Programm. Angesichts der bisher in der Rückrunde gezeigten Leistungen sollte es eigentlich keine Befürchtungen gegeben, aber der Zeiss-Fan ist ja durch entsprechende Erfahrungen geprägt (und von Natur aus sowieso) skeptisch.
Diese Skepsis löste sich aber schon kurz nach Spielbeginn in Luft auf. Der FCC drückte sofort aufs Tempo und in der 8. min knallte Holetschek nach einem Anspiel von Hähnge den Ball von der halblinken Strafraumgrenze schönheitspreisverdächtig in den langen Dreiangel. Und sofort weiter ging es mit einem Schuß von Maul, den der Torwart übers Tor lenken konnte. Nach einer Viertelstunde konnte man die Herztropfen an diesem Abend endgültig wegpacken: Einen weiten Einwurf von Görke von der rechten Seite fing Fröhlich mit beiden Händen, doch bevor man die Szene gedanklich als erledigt abhaken konnte, stolperte er über einen Mitspieler und ließ den Ball fallen. Maul stocherte nach und das Spielgerät gelangte zu Endres, der den Ball nur noch 3 m nur weit ins Tor schubsen mußte. Anschließend schaltete der FCC – sicherlich in der Kenntnis um die bis in den Mai hinein folgenden „englischen Wochen“ – sofort zwei Gänge zurück, ohne aber die Spielkontrolle aufzugeben. Im Großen und Ganzen ging es nach wie vor nur in Richtung Gästetor und es ergaben sich regelmäßig weitere Chancen. Hähnges Kopfball lag in der 20. min etwas zu hoch, in der 35. min wurde sein Schuß gehalten. Zwischendurch (22.) mußte Fröhlich gegen Endres alle Kunst aufbieten, um das dritte Gegentor vorerst zu verhindern. Zimmermann schob dann noch in der 37. min sechs Meter vorm Tor stehend eine Holetschek-Eingabe knapp am linken Pfosten vorbei.
Erster Höhepunkt nach der Pause war die Auswechslung Ziegners in der 50. min. Nachdem er bereits kurz vor der Pause „Gelb“ wegen Meckerns bekam, konnte er anscheinend sich weitere Verbalattacken nicht verkneifen und Weber mußte ihn vor einem eventuellen Platzverweis retten. Ein kapitänswürdiges Verhalten bei diesem Spielstand gegen diesen Gegner war das garantiert nicht! Ansonsten schlich die Viertelstunde nach dem Wiederanpfiff so vor sich hin. Die Gäste waren anscheinend über Jenas ruhige Spielweise froh und wollten nicht durch unnötige Gegenwehr Schlimmeres als ein 0:2 provozieren. Lediglich den Zuschauern wurde es allmählich langweilig. Als aber Jovic für Endres eingewechselt wurde, nahm die Partie wieder Fahrt auf. Thielemanns Schuß (62.) von der Strafraumgrenze wurde von Fröhlich per Flugeinlage abgewehrt. Wenige Minuten später setzte Hähnge nach Manai-Freistoß einen Kopfball nur Zentimeter an der falschen Seite des Pfostens vorbei. In der 71. min legte der von drei Verteidigern umzingelte Jovic den Ball quer auf die rechte Seite auf den heranstürmenden Manai. Die drei Auerbacher orientierten sich komplett auf Manai, so daß dieser sich mit Zuspiel auf den in den Rücken der Abwehr gelaufenen Jovic den Assistpoint fürs 3:0 sichern konnte. Leider war dann die Ruhephase des FCC zu intensiv: In der 73. min kommt ein weiter Abschlag des Gästekeepers bis in den Jenaer Strafraum, wird per Kopf zu kurz abgewehrt und Pfoh ließ mit plaziertem Flachschuß aus 16 m Entfernung Krauß keine Chance. Der FCC war an diesem Abend aber so stark, daß er sofort wieder den Hebel auf Angriff umstellen konnte und sich auch sofort Chancen ergaben. Hähnge hätte an diesen Abend ganz allein Auerbach in Grund und Boden versenken können, aber entweder scheiterte er am stark haltenden Fröhlich oder an der Genauigkeit. Und dem Jenaer Goalgetter wäre dieser Abend ohne die 80. Spielminute sicherlich in schlechter Erinnerung geblieben: Als Manai von links in den Strafraum flankte, stellte die Auerbacher Abwehr ihre Arbeit komplett ein, so daß plötzlich Hähnge, Hujdurovic und Werner wie an der Schnur aufgereiht und unbewacht an der Torraumlinie standen. Da Hähnge der erste in der Reihe war, bekam er den Ball und machte mühelos das vierte Jenaer Tor. Werner und nochmals Hähnge hatten anschließend weitere Torchancen, aber das 4:1 war dann doch der Endstand. Auch, weil Krauß drei Minuten vor Ultimo aufpaßte und Gorschineks 25-m-Freistoßkracher mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte.
Insgesamt war es ein einspannter Abend, an dem der FCC sich ziemlich mühelos den Heimsieg sicherte. Und angesichts des am Sonntag anstehenden schweren Auswärtspiels in Magdeburg wurden auch nicht die letzten Kraftreserven angegriffen. <uk>
Bericht der Auerbacher

FSV Zwickau - FC Carl Zeiss JENA 0:2

Tore: 0:1 Hähnge (44.), 0:2 Hähnge (63.)
Zwickau: Rothe; Vogel; Trochocki, Fahrenholz; Köcher, Werner Hartung, Mees (67. Haprich), Müller; Nemec, Mydlo (47. T. Schmidt)
Jena: Kraus; Holetschek; Hujdurovic, R. Schmidt; Manai (53. Hartwig), Thielemann, Ziegner, Zimmermann (64. Werner), Maul; Hähnge, Endres (78. Jovic)

Zuschauer: 1673

Schiedsrichter: Simon (Schkopau)

Spielbericht:
[von Gastkommentator Ragnar Boedefeld]
Wenn der Spitzenreiter zum Tabellensechzehnten fährt, erwartet jeder eigentlich einen Sieg des ersteren. Der leidgeprüfte FCC-Fan jedoch kann über derartige Vorhersagen nur müde und etwas bitter lächeln, waren es doch in den letzten Jahren wiederholt solche Konstellationen, die den entscheidenden Punkt kosteten, der am Ende zur Teilnahme an den Relegationsspielen fehlte. Dazu kam dann noch, dass Zwickau 36% seiner Saison-Punkte in den letzten drei (von 22!) Spielen gemacht hatte. Die Unken im Jenaer Fanblock riefen daher nicht überraschend vom Punktverlust, der uns hier ganz einfach blühen musste...
In den ersten zehn Minuten verstimmte das Gequake jedoch. Jena baute sofort Druck auf und drängte den FSV in die eigene Hälfte. So richtig zwingende Aktionen kamen indess nicht zustande, ein Endress-Schuss von der halbrechten Strafraumlinie in die Arme von Rothe war noch das Gefährlichste. Mit zunehmender Spieldauer in der ersten Halbzeit gelang es Zwickau, das Spiel aus der eigenen Hälfte zu verlagern, auch weil bei Jena nicht mehr viel zusammenlief. Da versprang hier ein Ball bei der Annahme, ging dort ein Zuspiel zehn Meter - vertikal(!) - am Ziel des Anspiels vorbei ins Aus... die Unkenrufe wurden wieder lauter. Wenn Jena Gefährlichkeit andeutete, dann durch lange Bälle, Standards (Kopfball Hähnge zwei Meter links oben neben das Tor, 25.) oder Fernschüsse (Manai 35., Hujdurovic 39.). Kurz vor der Halbzeit war Zwickau mit einem Kopfball nach Freistoßflanke sogar nahe am Torerfolg, nach der anschließenden Ecke flog der Ball chaotisch im Jenaer Strafraum hin und her, bevor die Situation geklärt werden konnte - es machten sich Ängste breit, die Fans zu Unken werden lassen. Kurz vor der Halbzeit war das alles dann egal. Hujdurovic setzt sich rechts außen durch und flankt scharf nach innen, Rothe kann den Ball nicht festhalten und Hähnge brauchte unter (verfrühtem) Jubel nur noch einzuschieben.
Jetzt musste Zwickau in der zweiten Halbzeit natürlich kommen, wenn sie noch auf Punkte aus waren - was Jena wiederum Raum zum Kontern ermöglicht hätte. Davon war jedoch nichts zu sehen, offensichtlich war die Zwickauer Zielsetzung nur, nicht unterzugehen. Es gab nicht eine müde Torchance für den FSV in der zweiten Hälfte, und der FCC riss sich ebenfalls nicht den Arsch auf. Gefahr resultierte nur noch aus Standards, wie beim 2:0 - Freistoß Ziegner, Kopfball Hähnge - Tor! Kaffeekränzchenstimmung auf dem Platz, Feierstimmung im Jenaer Fanblock; das Westsachsenstadion lieferte aber auch ein beeindruckendes Echo auf das 500-Kehlen-UFFTA. Dass Jena in den letzten 15 Minuten nochmal ein bisschen mehr Druck machte und durch Hähnge, Endres, Werner, Ziegner und Jovic gute Chancen zum 3:0 hatte, ging dabei fast ein wenig unter. Insgesamt gesehen war es ein Gurkenspiel, aber in diesem Jahr gewinnen wir die wenigstens! Außerdem haben die Jenaer Starlets wohl ordentlich Kraft für das Mittwoch-Spiel gegen Auerbach gespart - uns soll es recht sein, wenn's was bringt. Auch wenn es mir seit gestern immer dann automatisch die Augendeckel runterziehen wird, wenn ich nur an Zwickau denke.
Ein Nachwort noch, aus gegebenem Anlass, da es (nicht nur) in letzter Zeit offensichtlich wiederholt Probleme dieser Art gegeben hat: Wir sind daran gewöhnt worden, dass Polizeipräsenz eine Notwendigkeit bei Fußballspielen darstellt. Nun ist es durchaus möglich (wie in Zwickau wieder vorgekommen), dass einer dieser Herren morgens mit dem falschen Bein aufgestanden oder von vornherein auf Provokation aus ist. Sollte dies der Fall sein, ein Tipp: Man vergewissere sich, dass eine ausreichende Anzahl von Zeugen zur Stelle ist (je mehr, desto besser) - und verlange höflich die Dienstnummer des entsprechenden Beamten. Da die Damen und Herren in dieser Hinsicht auskunftspflichtig sind und vor einer großen Anzahl von Zeugen auch entsprechenden Respekt haben müssen, ist sehr häufig eine deutliche Entspannung der Lage die Folge. Falls nicht, kann man hinterher immer noch eine Dienstbeschwerde einreichen, die umso bessere Aussichten auf Erfolg hat, je mehr man sich selbst zurückhalten konnte...
Bilder des Tages <jw>

FC Carl Zeiss JENA - Germania Halberstadt 4:0

Tore: 1:0 Kowalik (27.), 2:0 Hähnge (33.), 3:0 Hähnge (45.), 4:0 Werner (75.)
Jena: Kraus; Holetschek; Kowalik, Hujdurovic; Schmidt, Thielemann, Ziegner, Zimmermann (58. Werner), Manai; Hähnge (70. Görke), Endres (64. Jovic)
Halberstadt: Kischel; Kullat, An. Kopp, Al. Kopp (64. Penev), Wiekert, Gelrach, Thiele, König, Pölzing, Döring, Schlitte (86. Hartmann)

Zuschauer: 3484

Schiedsrichter: Oehme (Witzschdorf)

Spielbericht:
Wer das Ernst-Abbe-Sportfeld am Donnerstagabend völlig unbedarft betrat, wurde mit einer bizarren Situation konfrontiert. Man hätte meinen können, es handle sich um die finalen Anstrengungen der Welthungerhilfe zur Rettung der Welt. Hunderte Menschen umlagerten die sonst so beschaulich gelegenen Bratwurstbuden und fanden sich zu Warteschlangen zusammen, wie man sie bisher nur von den Fahrkartenschaltern der Deutschen Bahn kannte. Manche der fast 3500 Essensgäste hatten offensichtlich schon länger nix mehr gekriegt, so daß die ausgelobte Freiwurst wohl als eigentlicher Grund ihres Kommens gewertet werden kann. Gratis zur Wurst gab´s dann sogar noch ein Fußballspiel (quasi als schönste Nebensache der Welt!). Gegen den Angstgegner. Soll dieses Wort überhaupt an den Start gebracht werden, so hat sich Germania Halberstadt dieses Prädikat wahrlich verdient. Waren in der letzten Saison aus Jenaer Sicht noch zwei Unentschieden zu beklagen, so ist der mühsam erdachte und gerade glaubensfähig gewordene Mythos von der Unbesiegbarkeit nach dem letzten Aufeinandertreffen gar nicht erst wieder nach Hause zurückgekehrt. 0:3 hieß es damals und entlockte mir vor dem heimischen Videotext zunächst ein jammervolles Zweifeln, später dann ein zweifelndes Jammern.
Das sollte diesmal nicht wieder passieren. Und so ließ sich Jena auch gar nicht erst auf lange Angstgegner-Debatten ein und erlaubte den Gästen kaum Eingewöhnungszeit. Einzig und allein die mangelnde Chancenauswertung strahlte zunächst noch mehr Überzeugungskraft aus. Zunächst versuchte sich Endres freistehend per Kopf, scheiterte aber aus nur 5 Metern an Kischel im Halberstädter Tor (plaziert ist anders!) (4.), ein paar Minuten später wurde sein Schußversuch von der Torraumgrenze nach einem Querpaß von Zimmermann noch geblockt (12.). Nun war Ziegner an der Reihe. Sein Alleingang durch des Gegners Linien endete mit einem scharfen Schuß aus etwa 18m ... direkt in Kischels Arme (20.). Als nächster durfte sich dann auch noch Thielemann versuchen, womit die hohe Kunst des Scheiterns ihrer absoluten Amplitude entgegenstrebte. Hähnge hatte nach einem Zuspiel von Thielemann den Ball auf Zimmermann, der wieder weiter auf Thielemann geleitet. Bis hierher ein Traum. Thielemanns Schuß aus etwa 8m war dann aber eindeutig der traurige Teil der Geschichte (26.). Als der von Kischel zur Ecke abgewehrte Ball dann von Schmidt nach innen geschlagen wurde, hatte das Leiden aber endlich ein Ende. Kowalik war mit nach vorne gekommen und erlöste uns mit seinem Kopfball von unseren düsteren Wir-werden-sicherlich-gleich-böse-ausgekontert-Gedanken (27.). Der paßte! Ich glaube nicht, daß in diesem Moment noch jemand daran zweifelte, wer den Platz als Sieger verlassen würde, aber als angstgegnergläubig fühlte ich mich trotzdem verstanden, als Jena das Tempo weiter hoch hielt. Folgerichtig ergaben sich auch weitere Möglichkeiten. Nachdem Endres nach einer schönen Kopfball-Vorlage von Zimmermann wieder vom Pech begünstigt wurde und seine Direktabnahme am langen Pfosten vorbeirollte, hatte Hähnge nur kurze Zeit später mehr Glück. Nach einem schönen Diagonalpaß von Thielemann, zeigte er Thiele noch schnell, was ein Haken ist, um dann von halbrechts ins kurze Eck zu verwandeln (33.). Und weil’s so schön war, tat er’s gleich noch mal. Wieder ins kurze Eck. Schmidt hatte einen langen Ball aus dem Mittelfeld von links auf Hähnge geflankt, dessen Kopfball zur endgültigen Vorentscheidung einschlug. Verdienter Halbzeitapplaus all jener, die nicht noch oder schon wieder ihre Beharrlichkeit am Bratwurststand zur Schau stellten.
Die zweite Halbzeit war dann Schaulaufen. Jena präsentierte sich nun mit der Würde des Führenden. Sich um Gotteswillen nicht verletzen, den Gegner trotzdem kontrollieren, dann und wann noch mal ein feiner Spielzug und wenn es sich denn einrichten läßt, vielleicht sogar noch ein Tor. Hähnge machte den Anfang, nach einer Eingabe Zimmermanns von der Grundlinie. Seine perfekte Schußhaltung konnte aber letztendlich nicht darüber hinwegtäuschen, daß ihm der Ball ziemlich albern über den Fuß sprang (48.). Eine glatte 6,0. Endres´ letzter Versuch für diesen Abend endete wie die vorangegangenen. Glücklos. Sein Schuß vom linken Torraumeck hatte zwar Kischel bereits hinter sich gelassen, kullerte aber anschließend auch noch am langen Pfosten vorbei (49.). Manai ging es nach zeitweise jeder Menge Leerlauf nicht viel besser, ein Halberstädter konnte das 4:0 im letzten Moment noch verhindern (70.). Allerdings nicht sehr lange. Die schönste Kombination des Abends führte nämlich letztlich doch noch zum Erfolg. Ziegner hatte sich auf der rechten Seite durchgesetzt und den eingewechselten Jovic in Strafraumhöhe angespielt. Der behauptete den Ball zunächst gegen den etwas apathisch wirkenden Kullat und legte ihn dann auf Werner ab, der ebenfalls neu im Spiel war. Sein Schuß von Höhe des Elfmeterpunktes sorgte für das verdiente Endergebnis (75.) und dafür, daß der Begriff Angstgegner im Zusammenhang mit Halberstadt wohl vorerst nicht wieder fallen dürfte.
4:0 nach einer 3:0-Hinspielniederlage. Wem da nichts einfällt. Ich weiß ja, daß der Vergleich vielleicht ein bißchen weit hergeholt ist. Halberstadt ist nicht Rom, 2005 nicht 1981. Aber in schlechten Zeiten muß man sich halt an alles klammern, was sich zum Klammern so anbietet. Zu lange träumen sollte man aber andererseits auch wieder nicht. Anno 1981 sprang am Ende nämlich nur Platz 2 raus. Und der sollte es diesmal um alles in der Welt bitte nicht wieder sein. <bpf>
Schnappschüsse

FV Dresden-Nord - FC Carl Zeiss Jena 1:3

Tore: 0:1 Endres (16.), 0:2 Ziegner (68.), 0:3 Endres (76.), 1:3 Streiber (88.)
Dresden: Moritz; Düring, Moses, Georgi; Hamel (62. Semmer), Kostadinov, Terjek, F. Gaunitz (77. Arto); Heinisch, Pfeffer (71. Streiber)
Jena: Kraus; Holetschek; Kowalik, Hujdurovic; Thielemann, Ziegner, Schmidt, Hartwig (52. Hähnge), Manai (52. Görke); Endres, Zimmermann (76. Jovic)

Zuschauer: 495

Schiedsrichter: Mattig (Frankfurt/Oder)

Spielbericht:
Als sich Jenas Coach Heiko Weber unter der Woche darüber ärgerte, dass sein Torhüter trotz sensationeller Trainingsleistungen in den Spielen mangels Gegnerschaft nicht wirklich zeigen kann was er drauf hat, ahnte er wohl nicht, wie sehr sich dies in Dresden wiederum bestätigen sollte. Der Minutenzeiger hatte bereits die 88 überschritten, da kamen die Gastgeber zu ihrer ersten echten Torchance des Spieles, als Streiber munter durch die Jenaer Hintermannschaft spazieren durfte und prompt mit einem satten Sonntagsschuss aus gut 20 Metern ins entlegene rechte Dreiangel dem zuvor bis auf zwei geklärte Flankenbälle in Halbzeit eins beschäftigungslosen Kraus keine Chance ließ. Dass dies für nur wenig Unruhe unter den gut 200 mitgereisten FCC-Fans sorgte, lag an der beruhigenden 3:0-Führung, mit der ihre Mannschaft das Spiel bereits sicher nach Hause geschaukelt hatte. Dabei sah es in der Anfangsviertelstunde alles andere als nach einem Spaziergang in Dresdens wenig idyllischem Norden aus, Jena tat sich gegen die diszipliniert und kompakt stehende Gastgeberelf schwer. Ohne den verletzten Maul, dafür mit Hartwig auf der rechten Außenbahn und diesmal dem Sturmduo Zimmermann/Endres, kam der Spitzenreiter zu keinen zwingenden Angriffsaktionen, musste den „Baronen“ sogar Gleichwertigkeit im Feldspiel attestieren. Doch es war einer jener genialen Momente, die dann eben doch den Unterschied zu einem Tabellenelften ausmachen, als Holetschek mit weitem Traumpass vom Mittelkreis den ganz links durchlaufenden Schmidt bedient, welcher das Leder direkt weiter nach innen befördert, wo unser Rückrundenknipser Endres artistisch mit dem glücklicherweise nicht geschnittenen Fußnagel des großen Zehs den Ball zur glücklichen Führung über die Linie spitzelt. Eine Führung, die unserer Mannschaft nun Sicherheit gab, zumal die verzweifelt nach vorn spielenden Nordler nun mehr Räume boten, in die vor allem die in die Schnittstelle der Viererkette gespielten Bälle wie Nadelstiche stießen. Gerade der schnelle Zimmermann tauchte so ein ums andere Mal gefährlich vor dem Kasten von Nord-Keeper Moritz auf und hatte in der 25. Spielminute nach schönem Pass von Manai den Gästeschlußmann schon überköpft, bevor er von selbigem knapp vor der Strafraumgrenze umgerissen wurde. Moritz war letzter Mann, und welche Strafe auf so eine Bilderbuch-Notbremse steht, war allem im Stadion klar. Nur Schiedsrichter Mattig aus Frankfurt/Oder hatte andere Ansichten und beließ es bei einer gelben Karte und Freistoß. Es sollte nicht die einzige seltsame Entscheidung des Unparteiischen bleiben, aber dass sie nicht spielentscheidend war, lag am FCC, der weiterhin auf Resultatserhöhung drängte. Doch es blieb bis zur Pause bei Möglichkeiten für den enttäuschenden Manai und den starken Hujdurovic, während Dresdens Angriffslüftchen mit dem Wörtchen lau noch geradezu euphorisch umschrieben wären.
Nach dem Seitenwechsel agierten die Gastgeber endlich druckvoller, doch mit ihrem nett anzusehendem Mittelfeldspiel drängten sie den Spitzenreiter zwar mehr und mehr in die eigene Hälfte, Torgefahr resultierte daraus dennoch nicht. Zu sicher stand Jenas Innenverteidigung, die im Vergleich zur Hinrunde mehr und mehr an Stabilität gewinnt und auch bei hohen Bällen jederzeit Herr der Lage war. Man verlegte sich nun weitgehend aufs Kontern, und wiederum war es der im Vergleich zu den letzten Begegnungen leicht formverbesserte Ralf Schmidt, der die Entscheidung einleitete. Seine Hereingabe nach schönem Konterlauf konnte von einem Dresdner noch leicht handverdächtig geklärt werden, sein Nachsetzen war dann nur per Foul zu unterbinden und den fälligen Freistoß jagte Kapitän Ziegner unter Zuhilfenahme eines nicht näher definierbaren Körperteils von Sebastian Hähnge ins Dresdner Gehäuse. Der Körpersprache der Nordlichter war deutlich anzusehen, dass der Kuchen hiermit gegessen war und während sie an die Wirkung ihrer Angriffsbemühungen wohl zunehmend selbst den Glauben verloren, konterte Jena umso gefährlicher. Hujdurovics unter starker Bedrängnis im Fallen gespielten Ball konnte Moritz noch mit phantastischer Fußabwehr parieren, doch bei Manuel Endres’ Galavorstellung eine Viertelstunde vor Spielende war auch er machtlos. Ziegner hatte einen Angriff abgefangen und spielte traumhaft diagonal auf den rechts durchlaufenden Görke, Görke direkt weiter auf Endres, und wie unser fränkischer Winterpausenglücksgriff den Ball gegen die Laufrichtung seines Gegenspielers mit der Brust annahm und dann direkt in die Maschen setzte, war allein sein Eintrittsgeld wert. Da war es ihm auch zu verzeihen, dass er in der 80. und 84. Minute vollkommen freistehend das 4:0 vergab, bevor Dresden dann noch zu seinem glücklichen Ehrentreffer kam. Er wird sich dies wohl für den Gründonnerstag aufgehoben haben, wenn gegen Halberstadt noch eine Rechnung zu begleichen ist. Ob Daniel Kraus dann etwas mehr zu tun bekommt? <gunner>

FC Carl Zeiss JENA - FC Erfurt-Nord 5:0

Tore: 1:0 Maul (3.), 2:0 Endres (12.), 3:0 Manai (32.), 4:0 Hujdurovic (59.), 5:0 Zimmermann (67.)
Jena: Kraus; Holetschek; Kowalik, Hujdurovic; Schmidt (59. Hartwig), Thielemann, Ziegner, Manai, Maul; Hähnge (46. Zimmermann), Endres (67. Werner)
Erfurt: Arnold - Keller, Gretsch, D. Schneider, N. Janke, C. Schneider (82. Perec), Kiehn, Hölbing (71. Raßler), Lux, Klee, M. Jahnke

Zuschauer: 1843

Schiedsrichter: Walter (Zwickau)

Spielbericht:
Nicht nur für die Spitzenposition in der Tabelle, auch für sein spezielles Personalproblem kann sich der FC Carl Zeiss glücklich schätzen. Das Problem nämlich, ob es der Trainer hinbekommt, bei dem nur durch einen Verletzten reduzierten Kader an gesunden Spielern wirklich alle bei Laune zu halten.
In der Spielart 11 aus 22 hatten Schmidt und Hähnge ein gutes Los gezogen, durften diesmal wieder von Beginn ran. Zudem kehrte Hujdurovic nach Gelbsperre ins Aufgebot zurück. Schmidt übernahm mit Kowalik die linke Seite, wo der Pole zunächst mehr Betrieb machte. Energisch setzte er sich nach zwei Minuten gegen Schneider durch, flankte gezielt aufs rechte Torraumeck, wohin sich Alexander Maul seinem Bewacher davon geschlichen hatte. Der Kopfball schien nicht unhaltbar, rutschte zwischen Torwart und Pfosten ins Netz. Als nächstes probierten es die Jenaer von der anderen Seite. Mauls Flanke musste Manuel Endres nur touchierend ins lange Eck verlängern – 2:0 nach 12 Minuten ! Dabei war es keineswegs eine stürmische Anfangsoffensive, wie der eine oder andere Daheimgebliebene vielleicht vermuten wird. Kombinationsfußball hieß diesmal die Devise, ruhig und abgeklärt ließ der Gastgeber den Ball durch die eigenen Reihen laufen. Fehler unterliefen selten, lediglich einmal zwang ein ungenaues Abspiel von Hähnge Olaf Holetschek zu erhöhtem Einsatz. Im Zweikampf mit Lux verletzte sich der Libero, was ungute Vorahnungen auslöste, doch konnte Hotsch nach kurzer Behandlung weiterspielen. Nach zwanzig Spielminuten lieferte Manuel Endres den nächsten Beweis seiner Klasse, als er im Strafraum den Ball stoppte, einen Haken um seinen Gegenspieler schlug und aus elf Metern abzog. Der Ball klatschte an die Lattenunterkante. Nach so etwas können einem jungen Torhüter schon mal die Nerven flattern, zumal Sebastian Arnold erstmals den Vorzug vor Fienhold erhalten hatte und seine Feuertaufe ausgerechnet beim Spitzenreiter erlebte. Einer Schmidt-Flanke entgegen laufend, griff Arnold nicht zu, was selbst Alexander Maul verblüffte, der diese Unsicherheit nicht nutzen konnte. Doch der Keeper sollte sich steigern. Mauls Schuss nach 24 Minuten hätte auch ein Bezirksliga-Torwart mal eben noch gehalten, doch bei Manais Geschoss fünf Minuten darauf vollbrachte Arnold seine erste Heldentat, die nicht die letzte bleiben sollte. Alexander Maul und Kais Manai - nicht zufällig waren beide auch für den dritten Treffer verantwortlich. Mauls hohe Eingabe überflog vier Erfurter, mit artistischem Sprung bugsierte Manai den in Torausnähe geratenten Ball noch hoch ins Dreiangel. Beim Aufstellen einer Bestenliste darf auch Manuel Endres nicht fehlen, der nach seinem Tor und dem Lattenschuss in der 44. Minute auch noch den Innenpfosten traf. Bei eigenem 3:0-Vorsprung und Auerbachs Führung in Plauen war Jenas Fußballwelt zur Pause in Ordnung. Perfekt wäre sie gewesen ohne die Fragezeichen um Sebastian Hähnge. Ausgerechnet der Topscorer der Liga und beste Spieler der Hinrunde beim FC Carl Zeiss steckt derzeit in einer echten Formkrise, brachte auch gegen die biederen Erfurter nichts zustande. Beleg dafür seine Aktion in Minute 36, als er gut in Szene gesetzt auf das gegnerisch Tor zulief, aber statt zu schießen einfach in Richtung Grundlinie weiterlief und die Situation entschärfte. Hoffentlich findet Hähnge bald aus dem Tal heraus, denn trotz der eingangs beschriebenen erfreulichen Konkurrenzsituation werden seine Stürmerqualitäten mit Sicherheit noch gebraucht.
Gegen Erfurt war für Hähnge nach 45 Minuten Schluss. Statt seiner rückte Mark Zimmermann in den Angriff, dessen Einsatzperioden von mal zu mal verlängert werden, um ihn allmählich wieder heran zu führen. Kompagnon Endres sorgte vorn gleich wieder für Furore, scheiterte zunächst per Kopf und 120 Sekunden später mit einem Schuss am schnell reagierenden Arnold. Die mitlaufende Uhr näherte sich der Stundengrenze, als Hujdurovic einen Moment schneller am Ball war als Kiehn und mit Glücksschuss aus zwölf Metern zum 4:0 traf. Ein wenig kurios Tor Nummer fünf: Hartwigs Pass in den Strafraum prallte Keller an den Allerwertesten, von dort Zimmermann in den Lauf. Mark gelang es zwar, den Torhüter zu überwinden, doch traf er nur den Pfosten, wohin Keller eilte und mit einem verkorksten Befreiungsschlag den Ball ins eigene Tor beförderte. Es sollte der Schlusspunkt eines Punktspiels sein, das mehr den Charakter einer Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen besaß. Sogar die Auslaufphase in den letzten zwanzig Minuten war enthalten.
Trotz Plauens Last-Minute-Sieg war Jenas Fußballwelt auch nach 90 Minuten in Ordnung. Für viele. Nicht aber für Präsident Rainer Zipfel. Die Mikrofone auf der Pressekonferenz waren bereits ausgeschaltet, als er seiner Enttäuschung freien Lauf ließ. "Was sollen wir noch machen ?" haderte er mit Blick auf sinkende Zuschauereinnahmen „Jena ist Spitzenreiter, gewinnt jedes Spiel 5:0 und dann kommen bei gutem Wetter 1800 Zuschauer. Die Leute erwarten, dass wir in der dritten oder zweiten Liga spielen, aber wir haben Zuschauerzahlen für die Oberliga. Wo soll denn nur das Geld herkommen?“ <fc>

FV Dresden 06 Laubegast - FC Carl Zeiss JENA 0:5

Tore: 0:1 Manai (23.), 0:2 Kowalik (60.), 0:3 Endres (68.), 0:4 Hartwig (71.), 0:5 Johne (ET.76.)
Dresden: Weidner - Kunisch, Glaubitz, Winkler, Heiße, Johne, Ehrlich (46. Bernhardt), Herra (59. Kohlschüttler), Hoffmann, Scannewien, Eißrich
Jena: Kraus - Thielemann, Görke, Kowalik, Maul, Holetschek, Ziegner, Hartwig, Jovic (66. Zimmermann), Manai (75. Schmidt), Endres (70. Hähnge)

Zuschauer: 680

Schiedsrichter: Schmidt (Luckau)

Spielbericht:
Als Jena-Anhänger braucht man schon einen gehörige Affinität zur Selbstkasteiung, um jedes Jahr aufs neue die Bolzplätze in der Gemarkung Dresden aufzusuchen. Erstens versprühen sämtliche Sportanlagen, auf welche man uns in der Vergangenheit so gelockt hat, den Charme ostdeutscher Industriebrachen, deren Betreten normalerweise streng untersagt sein sollte. Zweitens waren in den letzten Jahren genau dort immer die Punkte geblieben, die uns am Ende der Saison hemmungslos den Gewinn der Vizemeisterschaft feiern ließen. Und drittens, und das brauche ich wohl nicht noch mal extra ausführen: Es ist Rückrunde! Und zu all dem dann auch noch 10 cm tiefer Schnee, was in Anbetracht der bekanntermaßen sehr südländisch anmutenden Spielpraxis der Gastgeber geradezu zauberhaften Sport versprach und meine Erwartungen bereits im Vorfeld stark minimierte. Hinzu kommen die Erinnerungen an den letzten Ausflug nach Laubegast, als sich der augenscheinlich einzige Ball der gesamten Region mehr auf den umliegenden Elbwiesen denn am eigentlichen Ort der Veranstaltung wiederfand und sich das Spiel grauenvoll über den Nachmittag schleppte. Am Ende stand damals ein 1:1, mit dem wir uns noch gut bedient wieder trollten. Mit dementsprechenden Lustverlust zog ich also los, stellte mich hinter ein bedrohlich wackelndes Bauzäunchen und fröstelte mit 679 (Hexenkessel!) Leidensbrüdern in mich hinein...
Und zunächst sollte mein grenzenloser Pessimismus nicht enttäuscht werden. Jena versuchte sich mit einer Art Kombinationsfußball, die für derartige Bodenverhältnisse zweifelsfrei als ungeeignet definiert werden kann und blieb erwartungsgemäß ein ums andere mal im Schnee stecken. Frohsinn kam erst nach etwa 10 Minuten auf, nachdem sich die Mannschaft der Überzeugung beugte, daß sich die tiefe Schneedecke wohl kaum als Bühne für großen Fußball-Voodoo eignen würde und es fortan mit hohen Bällen in den Strafraum probierte. Von da an ergaben sich folgerichtig auch erste Möglichkeiten. Zunächst hatte Hartwig nach einer knappen Viertelstunde eine Thielemann-Flanke auf Jovic verlängert, dessen Kopfball zwar die richtige Richtung hatte, es aber fast nicht bis zu Weidner im Dresdner Tor geschafft hätte (13.). Kurz darauf war es Endres, dessen Schrägschuß zwar wesentlich mehr Schwung und Lebensfreude mitbrachte, man die grobe Richtung des potentiellen Zielgebietes aber nur erahnen konnte (17.). Auf der anderen Seite prügelten die Dresdner die Bälle dann und wann einfach in die Spitze, was zwar nicht sehr innovativ aussah, aber immer dann recht gefährlich wurde, wenn sich Jenas Defensivhelden das mitunter absurde Absprungverhalten des Balles gar nicht mehr erklären konnten. Doch weder Laubegasts 8er (Schrägschuß von halbrechts, 18.) noch Eißrich (Schuß von der Strafraumgrenze, 21.) kamen an Kraus im Jenaer Tor vorbei und versuchten es danach auch gar nicht erst wieder. Grund dafür war in erster Linie der erlösende Kopfball-Treffer von Manai nach 23 Minuten. Der hatte sich nämlich nach einer Ziegner-Ecke von links in einen Kopfball von Endres geworfen und aus etwa 2 Metern höchst akrobatisch die Führung erzielt. Meinen schwarzseherischen Fähigkeiten versetzte dieses Tor zwar einen schweren Schlag, ich konnte es aber durchaus gut verschmerzen.
In der Folgezeit übten sich beide Mannschaften zunächst in Besitzstandswahrung. Außer einem sensationellen Fast-Eigentor der Laubegaster aus, na sagen wir mal 25 m, tat sich rein gar nix und erst kurz vor dem Halbzeitpfiff wurde es wieder interessant. Endres konnte sich aus einer Schneewehe als erster wieder befreien, scheiterte aber zunächst an Weidner, von dem aus der Ball zum mitgelaufenen Jovic sprang. Der hat aber im Moment eindeutig das Problem, das leere Tor zu treffen und zielte statt dessen auf den zurücklaufenden Dresdner Schlußmann (45.). Was da noch keiner ahnte war, daß Jovic eine Viertelstunde nach der Halbzeit sein Können nochmals zur Schau stellte, als er einen langen Paß an Weidner vorbeilegte, um dann ... naja ... schieben wir es mal auf den Platz ... das Tor weiträumig zu umschießen. Einfach nicht sein Tag. War aber auch nicht so dramatisch, denn zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 2:0. Einen Freistoß von Hartwig hatte Kowalik kurz zuvor unhaltbar und wunderschön dazu ins rechte Toreck geköpft (60.). Das war auch gleichzeitig die Vorentscheidung, denn mit den Kräften der Dresdner schwand nun auch zusehends deren Überlebenswille. Dementsprechend hielt sich Jena nicht mehr länger mit Erklärungsversuchen auf. Zwar scheiterte Manais Anspiel auf den eingewechselten Zimmermann zunächst noch, den zurückerkämpften Ball flankt er dann aber butterweich auf den vor dem Tor allein frierenden Endres, der per Kopf auch die letzten Zweifler ruhigstellte (68.). Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Denn nur drei Minuten später fiel bereits das 4:0, nachdem Hartwig einen gescheiterten Abwehrversuch der Dresdner von der Strafraumgrenze aus verwertete (71.). Doch auch das war es noch nicht. Erst ein wunderschönes Eigentor nach einem Eckball beendete eine aus Laubegaster Sicht wohl grauenvolle Viertelstunde (76.). Da sahen Jenas Stürmer nicht gut aus, als ihnen Johne mit seinem Drehschuß förmlich die Show stahl.  Besser kann man ihn nicht treffen! Das war´s dann aber doch fast, denn Jena reichte es und den Gastgebern sowieso. Zwar gab es noch eine große Möglichkeiten, als Zimmermann den Ball aus fünf Metern über das Tor jagte, so richtige Anstalten machte die Mannschaft aber nun nicht mehr. Es reichte ja auch für eine beschwerdefreie Heimreise.
Der Schlußpfiff brachte in erster Linie die Erkenntnis, daß die Mannschaft jeden schlagen kann, sobald sie den Kampf annimmt, ohne dabei ihre eigene Linie zu verlieren. Die spielerischen Mittel reichen allemal aus. Genau das hat in Leipzig nicht geklappt und ist deshalb um so ärgerlicher. Aber wenn wir jetzt schon an historisch gewachsenen Orten der Angst derartige Triumphe feiern können, so muß es doch auch irgendwann mal mit dem Aufstieg klappen, oder? Aber nicht vergessen: Es ist ja Rückrunde. <bpf>
Bilder auf weissenburger.de

FC Sachsen Leipzig - FC Carl Zeiss JENA 1:0

Tor: 1:0 Ferl (81.)
Leipzig: Lippman; Noll, Jack, Wejsfelt, Gerster; Watzka (72. Boltze), Ferl, Niestroj, Toku (GRK, 77.); Kujat (90. Baum), Schwesinger (59. Seifert)
Jena: Kraus; Ziegner; Görke, Hujdurovic; Keil (66. Kowalik), Thielemann, R. Schmidt, Manai (74. Hartwig), Maul; Jovic (62. Werner), Hähnge

Zuschauer: 6585

Schiedsrichter: Herzberg (Rostock)

Spielbericht:
So etwas hatte es lange nicht gegeben. Eine vierstellige Anzahl Zeiss-Anhänger hatte sich auf den Weg in die Messesstadt gemacht. Zu den üblichen Lockmitteln wie sportliche Brisanz und namhafter Gegner kam diesmal die Spielstätte hinzu: Zum ersten Mal sollte der FCC im neuen Zentralstadion spielen. Der Spaß bei der Anreise wurde den Bahnfahrern allerdings gründlich verdorben. Leipziger Hohlköpfe bewarfen den Sonderzug mit Pflastersteinen. Die Folgen: Zersplitterte Scheiben, ein demolierter Zug, verletzte Fans, Festnahmen.
Sechseinhalbtausend Zuschauer postierten sich in der WM-Austragungsstätte 2006 vorwiegend hinter den Toren. Da die Keeper sich zunächst im Kasten vorm gegnerischen Fanblock einrichteten, flogen reichlich Schneebälle. Auf dem dank Rasenheizung ansonsten schneefreien Untergrund setzte Jena die ersten Akzente, indem sich Manai auf der linken Seite energisch durchsetzte, Thielemann aber am Schuss gehindert wurde. Die Schützlinge von Wolfgang Frank hatten ein paar Eckbälle entgegen zu setzen, die dann folgenden Minuten spielten sich im Mittelfeld ab. Zeit, um ein bisschen die Atmosphäre des Zentralstadions auf sich wirken zu lassen mit seiner ganz eigentümlichen Akustik. Die eigenen Gesänge hallten wieder, die vergleichbar laute Anfeuerung von gegenüber kam teilweise nur als Rauschen an. Als sich nach Abschluss dieser Betrachtungen schon Langeweile breit zu machen droht, trifft Kujats hohes Bein Andreas Keil in der Magengegend. Und das im Strafraum. Der Pfiff ertönt, Elfmeter ! Denkste, der Referee verlagerte den Ort des Geschehens mal schnell einige Zentimeter vor die Strafraumlinie und wurde von seinem Assistenten nicht auf den Irrtum aufmerksam gemacht. Torsten Ziegner spekulierte beim Freistoß auf eine löchrige Mauer, schoss einen Grün-Weißen an (22.). Schade drum. Dachten wir auch drei Minuten später. Da führte Jena einen Freistoß aus dem Spiel heraus schnell aus, Hähnge vermochte Lippmann aus vollem Lauf nicht zu überwinden. Weitere drei Minuten später herrscht Durcheinander im Leipziger Strafraum, Maul und Jovic kommen nicht zum Schuss. Den kurz abgewehrten Ball schießt der noch in der Hinrunde für Sachsen tätige Thielemann über die Latte. Mit Manais Aktion, Ballannahme mit der Brust und dem gehaltenen Volleyschuss, endete Jenas kurze Drangperiode nach 35 Minuten. Immerhin hatte sich der Tabellenführer ein paar Möglichkeiten heraus gespielt, während Daniel Kraus genauso viel gefährliche Bälle auf sein Tor bekommen hatte wie in den 180 Spielminuten zuvor gegen Sonderhausen und Pößneck – nicht einen einzigen.
Schon zur Pause war klar, dies würde kein Spiel der vielen Chancen. Vollstreckerqualitäten waren also gefragt und die traut man den Stürmern am ehesten zu. Unsere Doppelspitze stellte sich als erstes der Prüfung. Sebastian Hähnge legte kurz ab auf Manai, rannte derweil in den Strafraum und bekam das Leder exakt zugespielt. Unserem Goalgetter stand nur noch der Torhüter im Weg, er sah auf der anderen Seite aber auch Sturmpartner Jovic freistehend. In Sekundenbruchteilen musste er sich entscheiden und wählte das Abspiel. Miroslav Jovic hatte das leere Tor vor sich. Um sicher zu gehen, dass ihm von links niemand in die Parade fährt, entschied er sich für die rechte Ecke und schoss das Leder zum Entsetzen aller Jena-Fans hoch an den rechten Innenpfosten, von wo es Lippmann in die Arme flog. Das darf doch nicht wahr sein ! Weil die Jenaer Spieler noch mit dem Schicksal haderten, ermöglichten sie den Stürmertest Marke Leipzig. Hujdurovic spekulierte auf Abseits, welches Görke jedoch aufgehoben hatte. Dadurch wurde Andreas Schwesinger etwas zuteil, von dem er in Jenaer Zeiten nach eigenem Bekunden zu wenig bekommen hatte: Eine Chance. Er vergab sie aus 16 Metern Torentfernung, nachdem er Daniel Kraus bereits ausgrdribbelt hatte. Jovic und Schwesinger – zwei Stürmer, ein Schicksal: Megachance versiebt, den Trainer verärgert, ausgewechselt. Der FCC kontrollierte fortan wieder das Spiel, wie so oft in dieser Saison. Doch etwas war anders als sonst. Irgendwie fehlte der Biss, das Risiko, der Steil- statt Querpass. Es schien, als gingen die Jenaer davon aus, sie müssten nur häufig genug vorm gegnerischen Sechzehner erscheinen, irgendwann würde den Sachsen-Verteidigern schon der spielentscheidende Fehler unterlaufen. Falls nicht, genüge auch ein 0:0. Die Gastgeber, auswärts bis dato fast stärker einzuschätzen als daheim, wirkten in einigen Szenen tatsächlich nervös. Den spielentscheidenden Fehler aber machten sie nicht. Auch nicht ihre Nummer 20 Farat Toku, der bereits verwarnt Kowalik über die Klinge springen ließ und vom Platz musste. Im Gegenteil, die Spielentscheidung fiel nach einem Moment Unaufmerksamkeit in der Jenaer Hintermannschaft. Fatal, dass beim von Schmidt verschuldeten Freistoß sieben Blaue gegen vier Grün-Weiße im Sechzehner standen und trotzdem Ferl ungehindert im Fünfmeterraum köpften konnte. „Toooooor für Sachsen Leipziiig“, brüllte der Stadionsprecher ins Mikrofon und auch die Fankurve von gegenüber war jetzt laut und deutlich zu verstehen. Mit dieser Wende im Spiel hatten nach dem Feldverweis wohl nur noch die kühnsten Optimisten dort gerechnet. Die verbleibenden Minuten vermochten die Jenaer nichts mehr auszurichten.
„Die Zuschauer sollen deutlich sehen, wer Erster und wer Vierter ist“, war Heiko Weber im Vorfeld des Spiels zitiert worden. Diese Vorgabe müssen seine Spieler missverstanden haben. Denn sie verwalteten das Unentschieden, so lange es noch unentschieden stand, spielten kühl und abgeklärt. Zu kühl, zu abgeklärt. Wo war das Feuer, der bedingungslose Wille zum Sieg, mit dem Plauen am 17. Spieltag in die Knie gezwungen worden war ? Heiko Weber sprach nach Abpfiff von einer arroganten Spielweise und brachte es damit auf den Punkt. Wobei ich mich frage, ob er selbst mit der erneuten Zurücknahme von Ziegner sowie den Einwechslungen der defensiveren Kowalik, Hartwig für Keil und Manai die richtigen Signale für forschen Angriffsfußball gesetzt hatte. Klar, nach mehr als vier Monaten darf eine Mannschaft auch wieder mal verlieren. Doch über die Art und Weise, wie einem keineswegs über sich hinauswachsenden Kontrahenten die Punkte geschenkt worden sind, wird geredet werden müssen. Ansonsten läuft der FC Carl Zeiss Gefahr, auch nächstes Jahr wieder im Zentralstadion zu spielen. <fc>
Bilder aus Leipzig
Spielbericht auf sachsenleipzig.de

FC Carl Zeiss JENA - VfB Pößneck 3:0

Tore: 1:0 Endres (25.), 2:0 Manai (39.), 3:0 Jovic (77.)
Jena: Kraus; Görke, Thielemann, Hujdurovic; Maul, Kowalik, Keil (70. Wachsmuth), Schmidt, Manai, Endres (30. Werner), Hähnge (59. Jovic)
Pößneck: Okrucky; Busse, Daum (67. Wiegand), Tews, Wolter, Bloß (82. Krause), Walther, Hurt, Zimmermann (68. Förster), Schimmelpfennig, Sonnenberg

Zuschauer: 2201

Schiedsrichter: Gerber (Chemnitz)

Spielbericht:
Da war sie wieder die Partie beider Stadtwerke-Teams oder man konnte auch fast sagen, Jenas erste Mannschaft gegen die Zweite. Zumindest bot Gästetrainer Distelmeier auf dem Mannschaftsaufstellungsbogen incl. Auswechselspieler ein komplettes Team ehemaliger Spieler des FCC auf. Aber diesmal galt es für die Platzherren, die Fehler der letzten drei Partien gegen den VfB abzustellen und endlich einmal wieder drei Punkte zu erzielen.
Der FCC, der im heutigen Spiel auf seinen Gelb-gesperrten Kapitän Ziegner verzichten musste, spielte mit Kowalik im Abwehrzentrum. Die Pößnecker versteckten sich nicht und spielten von Beginn an mutig mit nach vorn. Trotzdem dauerte es knapp eine Viertelstunde, bis Hähnge zur ersten Tormöglichkeit des Spiels kam. Sein gefährlicher Kopfball in der 18.Minute konnte aber von einem Spieler der Gäste gerade noch auf der Linie gerettet werden. Die Platzherren wachten nun auf und erhöhten den Druck nach vorn. Bereits wenige Minuten später durften die Fans des FCC zum ersten Mal jubeln. Neuzugang Endres wurde mit dem Rücken zum Tor an der Strafraumgrenze angespielt, drehte sich geschickt um seinen Gegenspieler herum und traf mit einem platzierten Schuss ins lange Toreck zur Führung für die Platzherren. Allerdings konnte sich Endres über seinen ersten Torerfolg im Trikot des FC Carl Zeiss nicht lange freuen, denn nur drei Minuten später wurde er bei einem Duell mit Tews derart hart am Kopf getroffen, dass er mit einer großen Platzwunde vom Platz getragen werden musste, die später in der Klinik genäht werden musste. Aber der FCC verdaute diesen Schock sehr gut und spielte konzentriert weiter nach vorn. Nachdem Keil mit seinem Schuss aus der Distanz (34.) und Kowalik per Kopfball (37.) noch kein Glück hatten, machte es Manai wenig später besser und traf zum viel umjubelten 2:0 für den FCC. Der Tunesier, einer der besten Spieler am heutigen Tage, hatte ein Zuspiel an der Strafraumgrenze angenommen, legte sich trotz Bewachung durch einen Pößnecker Spieler den Ball auf den anderen Fuß und zirkelte ihn mit einem herrlichen Schuss ins linke obere Toreck. Klasse! Fast mit dem Pausenpfiff erneut noch eine gute Gelegenheit für den Tabellenführer, doch VfB-Keeper Okrucky konnte in letzter Sekunde ein Zuspiel auf den einschussbereiten Manai noch vor dessen Füßen wegfischen.
Nur drei Minuten der zweiten Halbzeit waren gespielt, da hatten die Jenaer Fans erneut einen Torschrei auf den Lippen. Der an diesem Tage ebenfalls sehr starke Thielmann hatte nach innen geflankt, Hähnge hatte per Kopf verlängert und Manai schoss in Rücklage den Ball aus drei Metern über das Tor. Die Gäste versuchten im Anschluss ihre Angriffbemühungen zu verstärken, aber sie fanden gegen die gut stehende Abwehr der Jenaer keine rechten Mittel. Jovic war nach einer Stunde für Hähnge ins Spiel gekommen und führte sich sofort gut ein. Nach kurzem Zuspiel von Maul zog er ansatzlos aus 20m ab und traf zum eigenen Ärger nur die Querlatte. Zehn Minuten später war es ebenfalls Jovic, der den Gästetorwart prüfte, doch sein Schuss aus 14m stellt für Okrucky keine Gefahr da. Aber Jovic schien das Sprichwort "Aller guten Dinge sind drei" verinnerlicht gehabt zu haben, denn er gab nicht auf, ackerte unverdrossen weiter und hatte nur einige Augenblicke später seinen Torerfolg. Einen Pass auf ihn hatte Busse bereits schon sicher, doch beim Nachsetzen verlor er wieder den Ball und der Stürmer des FCC nutzte diese Möglichkeit eiskalt aus und donnerte das Ding aus 10m in die Maschen. Auch die letzen Pessimisten waren verstummt und der Kuchen an diesem Tage gegessen. Die Platzherren spielten nun in aller Ruhe und Gelassenheit ihr Spiel herunter und Pößneck hatte aufgegeben. Jenas Nachwuchskicker Wachsmuth hatte zwei Minuten vor Ultimo noch eine Möglichkeit zur Resultatsverbesserung, allerdings ging sein Kopfball nach Flanke von Manai über das Tor.
Das Spiel war vorbei, und eine gute bis sehr gute geschlossene Mannschaftsleistung hatte am heutigen Tage dafür gesorgt, dass die Serie der Unentschieden in den letzten drei Gegenüberstellungen nun endlich Geschichte war. Der VfB enttäuschte diesmal auf ganzer Linie, war zu kaum einem Zeitpunkt ein ebenbürtiger Gegner, was die Statistik von 10:1 Ecken und 11:0! Torchancen für den FCC nur zu gut widerspiegelt. <vg>
Bilder zum Spiel

FC Carl Zeiss JENA - BSV Eintracht Sondershausen 6:0

Tore: 1:0 Ziegner (8.), 2:0 Ziegner (26., FE), 3:0 Maul (28.), 4:0 Maul (30.), 5:0 Ziegner (36., FE), 6:0 Hähnge (67.)
Jena: Kraus; Ziegner; Görke, Hujdurovic; Keil, Thielemann, Schmidt, Manai (62. Werner), Maul; Hähnge (69. Hartwig), Endres (54. Jovic)
Sondershausen: Greschke; Jager, Rausch, Tanne, Duft, Wehrmann, Gerschewski (70. Töpfer), Rustler, Klaus (GRK, 85.), Caspar (81. Wattrodt), Kloth

Zuschauer: 1762

Schiedsrichter: Heine (Berlin)

Spielbericht:
Dass bei etwas Flexibilität sogar nach zwei Spielabsagen noch um Punkte gespielt werden kann, zeigte sich am Sonnabend. In Neugersdorf war die Partie gegen den FC Carl Zeiss abgesetzt worden und auch bei Sondershausen gegen Laubegast wurde die Unbespielbarkeit des Platzes gemeldet. Da die Platzkommission für Jena grünes Licht gab, schlossen sich beide Präsidenten kurz und vereinbarten, ihren 17. Spieltag zum Termin des 18. nachzuholen. Sonnenschein statt Flutlicht, jedoch nur 1765 Zuschauer – hat die kurzfristige Ansetzung Zuschauereinnahmen gekostet ? Die Frage bleibt offen, waren doch die Medien rechtzeitig informiert. Zudem galt Sondershausen von jeher nicht als Zuschauermagnet und ob bei einem Nachholtermin irgendwann zur Wochenmitte wirklich mehr Besucher hätten ins Stadion kommen können, ist eher unwahrscheinlich.
Jena hatte in der Winterpause viermal ein- und nur einmal verkauft. Es war recht einfach, sich an neue Gesichter zu gewöhnen, denn zu Beginn des Spiels standen nur zwei auf dem Platz. Stürmer Manuel Endres ließ es gleich zu Beginn gehörig krachen. Und zwar ans Lattenholz, wohin er in der dritten Spielminute einen von Manai getretenen und Maul verlängerten Freistoß beförderte. Der zweite Neuzugang betätigte sich zunächst als Vorbereiter. Thielemann legte für Maul auf, dessen halbhohe Vorlage schoss Hähnge volley übers Tor (5.). Als Ziegner einen Freistoß aus 25 Metern wunderschön über die hochspringende Mauer ins linke Toreck zirkelte, begann der Spielverlauf sich auch im Ergebnis wider zu spiegeln. Sondershausen fand kein Gegenmittel, weil Jena aus allen Mannschaftsteilen Druck ausübte. Einer der Aktivsten war dabei Ronny Thielemann, der nicht die geringsten Anpassungsprobleme offenbarte. Das gute Spielverständnis, die klugen Vorlagen sowie seine Zweikampfbilanz insbesondere vor der Pause geben Anlass zur Vermutung, dass wir mit ihm eine echte Verstärkung aus Leipzig bekommen haben. Schade, dass sein Schuss in der 13. Minute auf dem Weg zum Tor von Mauls Fuß unglücklich gebremst wurde. Nach der Chance für Manai, für den durch das Umspielen des Torwarts der Winkel zum Schuss zu spitz wurde, verschaffte ein Jenaer Ausrutscher den Gästen die erste Tormöglichkeit. Ziegner hatte einen Freistoß kurz auf Görke abgelegt, doch rutschte dieser aus. Im Zurücklaufen erwischten Ziegner und Hujdurovic den Ball nicht, Klaus spielte ungehindert in die Mitte, wo Caspar zwar mutterseelenallein, aber auch zwei Meter im Abseits stand. Bis zur 43. Minute sollte es das schon wieder gewesen sein mit den Offensivbemühungen der Gäste, denn nun brach es richtig über sie herein. Den Anfang machte ein berechtigter Elfmeter, Endres war von Gerschewski am Trikot zu Boden gezogen worden. Mit kurzem Anlauf verwandelte Ziegner genau dahin, wo auch schon sein Freistoß gelandet war – links oben. Drei Minuten weiter zog Hujdurovic aus 25 Metern ab. Eintracht-Keeper Greschke konnte hier noch parieren. Beim fälligen Eckball von Schmidt verharrte er auf der Linie, ohne Chance gegen Mauls wuchtigen Kopfball. Zwei Minuten später probierte es Greschke dann mal mit Herauslaufen, steuerte allerdings schnell zurück, da Manais Eckball nicht erreichbar schien. Schnell zurück war aber dann aber immer noch nicht schnell genug für Alexander Maul, der seinen Aufsetzerkopfball hinter die Linie setzte. Schließlich war es Gerschewski, der auch den zweiten Elfmeter durch Halten am Trikot verursachte, diesmal von Maul. Ziegner, gleicher Schütze, gleiche Ecke, aber diesmal flach. Hoppla, vier Treffer in zehn Minuten ! Das hatte es selbst beim Torfestival gegen Dresden-Nord nicht gegeben. Die Spielfreude auf Jenaer Seite ebbte bis zum Seitenwechsel nicht ab. Ob Schmidt und Keil im Zusammenspiel der Youngster (40.) oder Manai-Hähnge-Endres beim schnellen Vorstoß – der Tabellenführer wirkte nicht nur bei Standartsituationen gefährlich. Auf der Gegenseite prüfte der Klaus schnell noch den Kraus, dann schickte der Schiri die Spieler für 15 Minuten ins Haus.
Alexander Maul versuchte anschließend gleich da weiter zu machen, wo er vor der Pause aufgehört hatte. Seinem Volleyschuss am langen Pfosten vorbei war ein Doppelpass mit Kais Manai voraus gegangen. Dem Tunesier fiel diesmal die alleinige Rolle des Spielgestalters im zentralen Mittelfeld zu, da Torsten Ziegner vom Trainer in der Abwehrformation getestet wurde. Bei einem Zu-Null-Spiel und drei erzielten Treffern kann nicht von einem missglückten Test gesprochen werden. Doch ob Ziegner auf einer Art Liberoposten zum Modell der Zukunft wird, ließ der Trainer offen und darf auch bezweifelt werden. Zwar ist der Mannschaftskapitän aufgrund seiner fußballerischen Möglichkeiten und Erfahrung tatsächlich in der Lage, auf unterschiedlichsten Positionen zu bestehen. Doch stellt sich die Frage: Ist ganz hinten wirklich die beste Wahl ? Sind ihm dazu schon in der ersten Halbserie nicht zu viele Abspielfehler unterlaufen, die wenn überhaupt nur zu kaschieren waren, weil Ziegner da eben nicht letzter Mann war ? Und verschleudert der FCC nicht eine Menge Offensivpotential, solange Zimmermann noch nicht fit ist ? Fakt ist, dass Weber sich fürs nächste Spiel einen anderen Ausputzer suchen muss, denn Ziegner holte sich in der 70.Minute die fünfte Gelbe Karte ab. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 6:0, weil Sebastian Hähnge auch an einem nicht so guten Tag in der Lage ist, ein Tor zu machen. Wieder war Maul beteiligt, nach seiner Eingabe scheiterte Hähnge zunächst an Greschke, lupfte den Abpraller aber gekonnt über den am Boden liegenden Torhüter hinweg. Der Schützenkönig der Liga durfte danach raus und wir bekamen mit Sven Hartwig den dritten Neuzugang geboten. Alerdings machte mehr ein anderer der eingewechselten Spieler auf sich aufmerksam: Tobias Werner scheiterte zunächst mit einem Kopfball, nachdem Görke den Pfosten getroffen hatte (78.) und legte dann selbst noch ein gehöriges Pfund Richtung Eintracht-Gehäuse drauf, das leider einen halben Meter zu weit rechts landete (81.).
Was stand da auf dem Transparent im Gästeblock ? „Jede Serie hat ein Ende“ Die Serie der Niederlagen gegen Jena zu beenden, war für die Westthüringer an diesem Tag schier unmöglich. Ins Wanken geriet allerdings die Serie der Zu-Null-Spiele. Torsten Ziegner sorgte letztendlich für ihren Fortbestand, weil er auf der Linie stehend einen Freistoß von Wehrmann entschärfte (78.). Unrühmlich der Abgang von Torsten Klaus, der im Vergleich zum Hinspiel zwar seine Punker-Frisur, nicht aber seinen Hang zum Rot-Sehen verloren hatte und auf dem Gang in die Kabine wütend eine Kiste der Gastgeber umtrat. Das Transparent hing da schon längst nicht mehr. <fc>
Bilder vom Rückrundenauftakt
Spielbericht auf eintracht-sondershausen.de

FC Carl Zeiss JENA - VFC Plauen 2:0

Tore: 1:0 Maul (78.), 2:0 Werner (83.)
Jena: Kraus; Görke; Hujdurovic, Wachsmuth (88. Leutloff); Kowalik, Treitl, Ziegner, Holzner (51. Werner), Maul; Hähnge, Jovic (43. Schwesinger)
Plauen: Golle; Pietsch (RK, 89.) Hölzel, Risch, Popa, Schulze, Paulick, Dashi, Pannach; Zapyshny, Reimann (73. Kellig)

Zuschauer: 4439

Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)

Spielbericht:
Eine unruhige schlaflose Nacht, ein nervöses Gefühl im Magen beim Gang hinunter ins Paradies und schon frühzeitig eine Armada FCC-Fans im Ernst-Abbe-Sportfeld: Es war mal wieder Spitzenspiel in Jena und dem erfahrenen Zeissfan schlottern bei solchen Ereignissen die Knie in der Vorahnung, dass es den Kickern auf dem Rasen wieder einmal gleichsam ergeht. Doch zunächst hatte alles etwas von Weihnachtsstimmung. Nachwuchsspieler verteilten Schokonikoläuse, Schatzmeister Glöckner wurde nach seinem beispiellosen Kraftakt der Entschuldung unseres Clubs feierlich verabschiedet und der Supporters Club überreichte den D2-Junioren einen Satz selbst gesponserte Trikots. Drumherum stimmt es in unserem Verein, doch ist eben alles nur Makulatur ohne den längst überfälligen Aufstieg, dem einen Schritt näher zu kommen unsere Mannschaft endlich einen Big Point gegen jene Mannschaft setzen wollte, gegen die sie vor einem halben Jahr die Meisterschaft an gleicher Stelle verspielte. Die personellen Voraussetzungen waren dazu alles andere als gut. Holetschek, Keil, Zimmermann, Manai, Schmidt verletzt - quasi ohne etatmäßiges Mittelfeld hatte Heiko Weber zu planen und griff dabei ganz tief in die Trickkiste. Eine Reaktivierung des im Sommer verabschiedeten und eigentlich als Spielertrainer der 2. Mannschaft agierenden Stefan Treitl hatte wohl keiner der fast 4.500 Stadionbesucher erwartet.
Um es vorwegzunehmen: Coach Weber lag mit dieser Entscheidung goldrichtig, der alte Hase brachte als Staubsauger vor der Abwehr Ruhe in die Defensivaktionen, sorgte bei Standards für Sicherheit, bildete mit seiner kämpferischen Art einen Gegenpol zum Plauener Spiel und verschaffte Holzner und Ziegner die nötigen Freiheiten in der Spielgestaltung. Gerade der Kapitän war es, der das Geschehen mehr und mehr an sich riß, so dass Jena nach 10 recht offenen Minuten mehr und mehr die dominante Kraft auf dem Platz darstellte. Wirkliche Gefahr aus dem Spiel heraus entstand jedoch nur selten, zu dicht standen die Gäste in der Verteidigung und unterbanden mit ihrem harten Spiel Jenas Angriffe meist im Keim auf Kosten einer Flut von Freistößen und einer Verletzung Miroslav Jovics, der kurz vor dem Seitenwechsel das Feld verlassen musste. Zuvor sorgte sein Sturmpartner Hähnge für die erste Jenaer Großchance nach 12 Spielminuten, als sein Flachschuß nur knapp am langen Eck vorbeizischte, und auch vier Minuten später war Jenas Knipser vom Dienst mit einem gefährlich abgefälschten Freistoß nicht mit Fortuna im Bunde. Ebensowenig wie Hujdurovic, der das Leder per Kopf aus drei Metern knapp neben den Pfosten setzte, als es nach der anschließenden zunächst abgewehrten Ecke über Wachsmuth und den zu zögerlichen Maul zu ihm gelangte. Ziegner mit gefährlichen Schüssen (21. und 24.) und Kowalik per Kopf nach Ziegner-Freistoß (43.) versuchten sich ebenfalls, doch wirklich zwingend wurde es vor dem Tor von Plauens Golle nur selten. Dafür hatten die Vogtländer nach vorn lange Zeit rein gar nichts zu bieten und verlegten sich weitestgehend auf das Schlagen von langen Bällen auf den fleißigen Reimann. Kein Vergleich zum spielerisch guten Auftritt der Sachsen im Frühjahr, doch kurz vor der Pause stockte den zahlreichen Besuchern dann doch der Atem, als Reimann eben so einen Befreiungsschlag gekonnt auf Zapyshny ablegt, der urplötzlich allein vor Keeper Kraus auftaucht. Thorsten Görke schafft es zumindest, den Goalgetter der Vorsaison so zu bedrängen, dass er sich den Ball nicht mehr auf seinen starken linken Fuß legen kann und Kraus den mit rechts abgegebenen Flachschuß parieren kann.
Durchatmen hieß es also im FCC-Lager, doch die zweite Halbzeit begann so wie die erste endete. Nach nur zwei Minuten erwischte Reimann in abseitsverdächtiger Position einen langen Ball, als Hujdurovic danebenschlug und steuerte gemeinsam mit Zapyshny allein auf Kraus zu, ohne jedoch den Ball wirklich unter Kontrolle zu bekommen. Nur so ist es zu erklären, dass sich der eigentlich pfeilschnelle Ex-Jenaer vom zurückeilenden Alexander Maul ablaufen ließ und Plauens zweite Großchance des Spieles leichtfertig vergab. Der VFC agierte nun wesentlich mutiger, durch den Wechsel Jovic-Schwesinger fehlte in der Spitze jemand neben Hähnge, der die Bälle halten kann und die Partie drohte den Jungs in Weiß aus den Händen zu gleiten. Die gut 800 mitgereisten Gäste hatten in der 56. Minute den Torschrei schon auf den Lippen, als ein Diagonalschuß von Paulick knapp am langen Pfosten vorbeischrammte, dann besann sich der FCC endlich und bekam nach einer Stunde die Partie wieder in den Griff. Chancen blieben jedoch auch weiterhin Mangelware, sieht man von Hähnges eine sichere Beute Golles werdenden Freistoß und Schwesingers Schusschance aus Abseitsposition ab. So sah es eine Viertelstunde vor Ende fast danach aus, als würden sich die beiden Spitzenteams der Liga auf ein 0:0 geeinigt haben. Doch ähnlich wie im letzten Jahr, als beide Mannschaften sich ähnlich neutralisierten, aber Plauens Kellig kurz vor Abpfiff dem torlosen Treiben ein Ende bereitete, hatte auch diesmal ein Spieler etwas dagegen. Andreas Schwesinger sein Name, großartig seine Ballannahme an der Strafraumgrenze, blitzschnell seine Drehung und artistisch sein Schuß aufs Tor, dem nur eines im Weg stand: Der Pfosten. Doch jener Aluminiumknaller sollte die Initialzündung sein für Jenas Schlussoffensive. Den direkt folgenden Einwurf schleudert Görke in gewohnter Manier in den Strafraum, wo zuerst Kowalik, dann Schwesinger per Kopf an den langen Pfosten verlängern, wo Alexander Maul mit dem Fuß zur Stelle ist und das Ernst-Abbe-Sportfeld in ein wahres Tollhaus verwandelt. Jena führte, und Jena setzte nach. Nur zwei Minuten später ist es Werner, der aus spitzem Winkel Golle zu einer Parade zwingt, dann hieß es wieder Zittern auf der Gegenseite. Plauen – zuvor von der kleinlichen Spielleitung des Referees wenig angetan – suchte nun seine Möglichkeiten in Freistößen in Strafraumnähe und Jenas bekannte Schwächen diesbezüglich auszunutzen. Doch die blau-gelb-weiße Abwehr stand diesmal, und als Zapyshnys Freistoß sieben Minuten vor dem Ende in den Armen des sicheren Kraus landete, ging die Sache nach hinten los. Jenas Keeper mit weitem Abschlag, über Umwege gelangt der Ball zu Hähnge, der den Ball perfekt in den Lauf des auf und davon startenden Tobias Werner spielt. Mit der Kaltschnäuzigkeit eines abgezockten Haudegens schließt das 19jährige Eigengewächs mit trockenem Flachschuß aus 18 Metern ins rechte Toreck ab und lässt die Kernberge erbeben. Wie groß müssen die Zweifel der leidgeprüften FCC-Anhänger gewesen sein, wie dünn das Vertrauen in die eigene Elf nach den Rückschlägen der letzten Jahre angesichts der tausendfachen Jubelausbrüche, Umarmungen und Gefühlsexplosionen, die nun nach der Vorentscheidung auf den Rängen um sich greifen? Ein Tausendfaches „Wir woll’n Jena siegen seh’n“ mit Schalparade auf der Tribüne, wann gab es das zuletzt? Das Geschehen auf dem Platz nahmen wohl nur noch die Wenigsten wahr, Hähnges durch Foul an der Strafraumgrenze gestoppten Durchbruch, Ziegners Freistoß knapp über das Tor oder die unnötige und auch etwas überzogene Rote Karte gegen Plauens Pietsch nach gefrustetem Nachtreten gegen den spät eingewechselten Youngster Leutloff, all das war nicht mehr als das künstliche Hinauszögern eines längst entschiedenen Spieles, in dem der FCC endlich einmal wieder einen wirklichen Big Point macht. Verdientermaßen, wie auch Plauens Trainer Tino Vogel in der Pressekonferenz eingestand. Und auch wenn Heiko Weber die Euphorie etwas bremste und zurecht darauf verwies, dass eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft mitnichten gefallen ist: Er kann stolz sein auf seine Mannschaft und das in dieser Hinrunde Geleistete. Neun Punkte Vorsprung bei einem mehr gespielten Match auf den ärgsten Verfolger, und das trotz des Einbaus zahlreicher Spieler aus dem eigenen Nachwuchs: Beste Voraussetzungen für ein gelungenes Weihnachtsfest 2004. Und wenn der ein oder andere heute wieder eine schlaflose Nacht und morgen eventuell ein flaues Gefühl im Magen hat, so dürften die Ursachen anderer Natur sein als VOR diesem Spitzenspiel. <gunner>
Bilder vom erfolgreichen Jahresabschluss

ZFC Meuselwitz - FC Carl Zeiss JENA 1:1

Tore: 0:1 Hähnge (19.), 1:1 Pinder (63.)
Meuselwitz: Eckstein - Baumann, Bronec, Pinder, Großmann, Kotowski, Luft, Dimter (25. Böhnke, 90. Ballaschk), Andrusak, Kwiatkowski, Graf (87. Scheil)
Jena: Kraus; Görke; Hujdurovic, Benedetti; Kowalik (81. Schwesinger), Wachsmuth, Ziegner, Holzner (65. Leutloff), Böhme; Hähnge, Jovic (46. Werner)

Zuschauer: 3478

Schiedsrichter: Cyrklaff (Laubsdorf)

Spielbericht:
Ein Unentschieden beim Überraschungsteam der Liga, das noch dazu die stärkste Abwehr besitzt. Gut oder schlecht, halbvolles oder halbleeres Glas? Die Antwort werden wir wohl erst nach dem nächsten Heimspiel beantworten können. Um mal die Zusammenfassung vorwegzunehmen: Der FCC hat in Meuselwitz 2 Punkte liegen gelassen, weil man trotz Feldüberlegenheit und eigener Führung dem Gegner einen Gegentreffer schenkte und anschließend keine spielerischen Mittel fand, die ZFC-Abwehr dauerhaft unter Druck zu setzen. Die schöpferischen Ideen aus dem Mittelfeld fehlten.
Aber der Reihe nach: „Schnaudertalhalle“, Ursel’s Getränkeshop“ (mit Deppenapostroph), „ Bluechip-Arena“, der Reihe nach passierte ich die Meuselwitzer Sehenswürdigkeiten und ergatterte noch 5 Quadratmeter Parkplatz im Wald. Dann tauchte nach einem kurzen lauschigen Spaziergang der Eingang des Gästebereichs zwischen den Bäumen auf. Zeitiges Kommen sicherte schnellen Einlaß und gute Plätze, denn 13 Uhr war statt Anpfiff zunächst Warten angesagt – an den Kassen waren die Eintrittskarten alle. Bei den später verkündeten 3400 Zuschauern waren aber sicherlich nicht die mitgerechnet, die mit Bezahlung, aber ohne Tickets eingelassen wurden. Die Bluechip-Arena war rammelvoll.
Auf dem Rasen ging es dann blendend los: Der FCC schaltete sofort auf volle Kraft voraus und nagelte die Gastgeber in ihrer eigenen Hälfte fest. In der 6. min ging Jovic links zur Grundlinie, seine Flanke konnte unmittelbar vor Holzners Kopf abgewehrt werden. Einige Minuten später war es wieder Jovic, der nach Kowaliks Zuspiel fast von der gleichen Stelle flanken konnte. Hähnges Kopfball ging jedoch knapp über die Torlatte. Der unmittelbar folgende Angriff ging diesmal über die rechte Seite, aber wieder über Jovic. Kowalik rauschte voll in die Flanke rein, der Ball wurde aber zur Ecke gelenkt. In der 18. Spielminute war dann das Bollwerk endlich geknackt: Jovic spielte auf Ziegner und Hähnge lenkte dessen Flanke über den Keeper hinweg ins lange Eck. Irgendwann zwischen 20. und 25. min hatte Krauß, der diesmal für Jovanovic im Kasten stand, den ersten Ballkontakt. Das erste Ereignis, was man mit viel gutem Willen als ZFC-Chance bezeichnen konnte, fand übrigens erst in der 35. Minute statt, als eine abgefälschte Flanke sich im Jenaer Strafraum senkt, Krauß aber sicher zur Stelle war. Ansonsten spielte sich der Rest der ersten Halbzeit direkt vorm Gästeblock ab und Eckstein hat ausreichend zu tun. Erst mußte er nach einem langen Görke-Einwurf einen Kopfball abwehren, dann in der 33. min einen 20-m-Schuß Böhmes aus dem Dreiangel kratzen. Großchancen gab es dann zwar bis zur Pause keine mehr, aber mit ein, zwei Ausnahmen blieb der Rasen in der Jenaer Hälfte ungenutzt. Den einzigen Vorwurf, den man unserem Team bis dahin machen konnte, war das fehlende 2:0.
Unmittelbar nach der Pause schien das Spiel unverändert weiterzugehen: Eckstein leistete sich in der 48. min eine Unsicherheit, Kowalik (der mit den meisten Torchancen an diesem Tag!) schob den Ball von der Strafraumgrenze jedoch am leeren Tor vorbei; die Fahne des Linienrichters war da aber sowieso oben, obwohl keiner so richtig wußte warum. In der 53. min hatte Kowalik nach einem Durcheinander im Meuselwitzer Strafraum wieder ein Schußchance, wurde aber abgeblockt. Wiederum 2 Minuten später verzichtete Werner nach einer Böhme-Flanke auf einen Direktschuß, konnte aber das Spielgerät auch nicht unter Kontrolle bringen. In der 61. min ging ein Kopfball Hähnges – die Flanke kam von Hujdurovic – leider genau auf den Keeper. Die reine Aufzählung der Chancen liest sich gut, trotzdem war es nicht mehr das Spiel der ersten Halbzeit. Zwischen den Chancen löste sich Meuselwitz immer wieder aus der eigenen Hälfte, ohne jedoch ernsthafte Gefahr für Krauß zu verursachen. In der 63. min pfiff dann der Schiedsrichter (Wie schlecht muß man eigentlich sein, um in dieser Oberliga NICHT pfeifen zu dürfen? Einziges Tauglichkeitskriterium scheint die Fähigkeit zum freihändigen Gehen zu sein.) einen gewöhnungsbedürftigen Freistoß auf der rechten Meuselwitzer Angriffsseite für die Gastgeber. Was dann folge, war eine gespiegelte Ausgabe des Hallenser 3:3 vom ersten Advent: Der Ball war ewig in der Luft unterwegs und landete schließlich im langen Jenaer Toreck. Im Gegensatz zur ersten Annahme, daß die Kugel ohne Freund- und Feindberührung im Netz landete, zeigte sich später im TV, daß Wachsmuths Kopf für die entscheidende Richtungsänderung sorgte. Jena drängte dann auf Korrektur dieses ausgeglichenen Spielstandes, aber irgendwie war von jetzt an die Luft raus. Es gelang nicht mehr, den ZFC zu entscheidenden Fehlern zu zwingen, die Chancen resultierten oft aus Einzelaktionen: Böhme schoß nach etlichen Metern Alleingang knapp übers Tor (82.), Ziegner zielte nach Hähnges Zuspiel parallel zur Strafraumgrenze bei freier Sicht auf Eckstein auch zu hoch (88.). Dann war Feierabend.
An der Kreuzung zur Hauptstraße las man noch „ Traudel’s Schreib-Spiel Haushaltwaren“ – wieder mit dem falschen Apostroph. Aber ein richtiger Trost war das auch nicht. Warten wir mal ab, wie es gegen Plauen ausgeht und ob wir danach fröhliche Weihnachten oder einen brennenden Baum haben. <uk>
Spielbericht auf der ZFC-Homepage

SV Dessau 05 - FC Carl Zeiss JENA 1:4

Tore: 1:0 Dreyer (4.), 1:1 Hähnge (17.), 1:2 Hähnge (18.), 1:3 Görke (38.), 1:4 Böhme (47.)
Dessau: Wiesegart (45. Spielau); Koppeng (13. Stefke), Freund (GRK , 68.), Schwibbe, Arnoldi; Kirst, Geidel, Schulz, Sawetzki; Hüller, Dreyer (70. Kolch)
Jena: Jovanovic; Görke; Benedetti, Hujdurovic; Maul, Schmidt (54. Wachsmuth), Ziegner, Stiefel (63. Werner), Böhme; Hähnge (30. Schwesinger), Jovic

Zuschauer: 530

Schiedsrichter: Böhm (Radebachtal)

Spielbericht:
[von Gastreporter Knut Oberländer]
Wer am Mittwochabend im Paul-Greifzu-Stadion danach lüsterte, einen flotten Dreyer geboten zu bekommen, der brauchte nur gut 5 Minuten zu warten und schon stand es durch ein Freistoßtor des Dessauer Goalgetters 1:0. Maßgeblich beteiligt an diesem Treffer war Jenas Keeper Jovanovic, der nahtlos an seine Leistung des HFC-Spiels anknüpfte und den harmlos aufs kurze Eck geschlagenen Ball nicht halten konnte. Damit lag der FCC zum zweiten Mal in dieser Saison im Rückstand, was angesichts des nicht sonderlich glücklichen Spielausgangs bei der Premiere in Halberstadt nichts Gutes verhieß. Webers Mannen berappelten sich aber alsbald wieder und drängten auf den Ausgleich. Ein zur Ecke abgewehrter Freistoß Ziegners in der 17. Minute sorgte noch nicht für richtige Torgefahr, doch bei der Ausführung des Standards war Jenas Hrubesch-Bierhoff-Reinkarnation Hähnge wieder mit Köpfchen zur Stelle und markierte das erhoffte schnelle 1:1. An der Ausführung des Anstoßes fanden die Dessauer so viel Freude, dass sie die Prozedur kurz darauf gleich wiederholten. Dazwischen lag ein Jenaer Angriff, bei dem Jovic auf rechts seinen Gegenspieler narrte und die Flanke präzise auf den Torschützen des Jenaer Ausgleichs schlug, der abermals per Kopf traf und so seinen bereits 14. Saisontreffer markierte. Dieser Doppelschlag schien den Dessauern jeden Glauben an eine Überraschung gegen den Favoriten von der Saale zu nehmen, denn der FCC kontrollierte von da an das Geschehen nach Belieben, so dass es sich Benno Weber sogar leisten konnte, seinen Doppeltorschützen gegen Schwesinger auszuwechseln (30.). Dessen erste gute Tat war ein weiter Einwurf in der 38. Minute, der zum langen Pfosten verlängert wurde, wo Thorsten Görke per Flugkopfball vollendete. Kurz vor der Halbzeit dann die erste Großchance im Spiel, die nicht zu einem Treffer führte, denn Schwesinger brachte einen Steilpass per Direktannahme zwar am Torwart vorbei, setzte den Ball aber neben den Pfosten (44.). Bei dieser Aktion verletzte sich der Dessauer Torwart so schwer, dass er gegen den etatmäßigen Keeper Spielau ausgetauscht werden musste.
Gleich zu Beginn der 2. Hälfte verhinderte Benedettis beherztes Eingreifen einen möglichen Anschlusstreffer der Gastgeber. Auf der anderen Seite zeigte Jovic seine ganze Klasse. Vor dem Strafraum angespielt drang er in den Sechzehner und wackelte dort den Ball abschirmend so lange mit dem Hintern, bis sich fast sämtliche Dessauer Defensivspieler auf ihn stürzten und Miro per Querpass auf den völlig ungedeckten Robert Böhme ablegen konnte. Der hatte wenig Mühe, den Ball per Innenspann ins lange Eck zu schieben. Wer nun hoffte, dieser Treffer wäre ein Fanal für einen Jenaer Sturmlauf Richtung Dessauer Tor, der sah sich bald enttäuscht. Die gefährlichen Momente vor Spielaus Kasten ließen sich an der Hand eines der Unaufmerksamkeit zuneigenden Sägewerksarbeiters abzählen. Eine Kopfballbogenlampe Hujdurovics (54.), ein abgeblockter Schuss Mauls (57.), ein wegen vorgeblichen Abseits nicht gegebener Treffer Jovics (73.) und ein 20-Meter Schuss über den Kasten nach Schwesinger-Solo (86.): Das wars, was Jena nach dem 1:4 zu bieten hatte. Werners Schuss von der Strafraumgrenze, der behutsam Richtung Torhüter kullerte, konnte da schon fast als Großchance gelten. Die Gastgeber hingegen wären froh gewesen, wenigstens Möglichkeiten dieser Güte vorweisen zu können. Außer einem Strafraumgewühl im Gegenzug des vierten Jenaer Treffers (50.) kamen sie nur ein einziges Mal gefährlich vors Tor, als ein Kopfball das Jovanovic-Gehäuse verfehlte (78.). Bemerkenswert daran war, dass es in dieser Szene 6 Jenaern gegen 3 Dessauer weder gelang, den Pass in den Strafraum und die anschließende Flanke zu verhindern, noch den Angreifer beim Abschluss zu hindern. Die an Harmlosigkeit kaum zu überbietenden Dessauer ließen ansonsten nicht mal im Ansatz erkennen, auf welche Art sie vor knapp 4 Wochen das Oberligaspitzenteam aus Neugersdorf mit 4:0 nach Hause schickten, und als sie ab der 68. Minute dank einer gelbroten Karte nur noch zu zehnt spielten, ging es bei den Muldestädtern allein um Schadensbegrenzung.
So fuhr Jena überraschend problemlos 3 Auswärtszähler ein. Dass man als Zuschauer dafür in der 2. Halbzeit über weite Strecken Fußball an der Zumutbarkeitsgrenze geboten bekam ließ sich somit verschmerzen. Positiv aus Jenaer Sicht war zudem, dass die Mannschaft im Hinblick auf das schwere Spiel in Meuselwitz nicht all zu viele Körner gelassen haben dürfte und der FCC bei der Chancenverwertung diesmal eine Effizienz aufwies, mit der man im Spiel gegen Halle wahrscheinlich alle Punkte im EAS behalten hätte.

FC Carl Zeiss JENA - Hallescher FC 3:3

Tore: 1:0 Maul (14.), 1:1 Gleis (26.), 2:1 Hähnge (68.), 2:2 Petrick (70.), 3:2 Hähnge (84.), 3:3 Trehkopf (87.)
Jena: Jovanovic; Görke; Hujdurovic, Kowalik; Maul, Benedetti (46. Seb. Wille), Ziegner, Schmidt; Hähnge, Werner (83. Wachsmuth), Jovic (55. Schwesinger)
Halle: Küfner; Trehkopf, Georg, Krauß; Fährmann, Gemazashvili (83. Linkert), Breitkopf, Miftari, Koslov (70. Hartmann); Petrick, Gleis

Zuschauer: 3365

Schiedsrichter: Bley (Sehmatal)

Spielbericht:
Es passiert wohl nur einmal im Jahr, dass im Vorfeld der Partie mehr über Sicherheitsaspekte als über die sportliche Brisanz berichtet wird. Die Vorfälle der letzten beiden Jahre noch im Gedächtnis und erste Resultate der Sicherheitsberatung im Ohr, sah ich mich in einer Vorschau aufs Halle-Spiel jedenfalls genötigt, alle Besucher um Verständnis für verschärfte Kontrollen zu bitten. Nur so könne dieses Punktspiel zu einem reinen Fußballfest werden. Womöglich haben die Medienberichte über polizeiliches Großaufgebot und Hallenser Gewaltpotential dem einen oder anderen Interessenten die Lust am Stadionbesuch genommen. Es wäre schade drum. Denn ein Fußballfest ist es tatsächlich geworden.
Schon nach einhundert Sekunden durfte das erste Mal mit der Zunge geschnalzt werden. Gekonnt nahm Torsten Ziegner an der Seitenlinie den Ball an, täuschte ein Abspiel vor und ließ damit seinen Gegenspieler ins Leere laufen. Weil er somit einen weiteren Hallenser Verteidiger auf sich zog, wurden Görke zum freien Mann, doch blieb dessen Schuss beim letzten Abwehrspieler hängen. Genie und Wahnsinn. Die andere Seite des Fußballers Torsten Ziegner offenbarte sich acht Minuten später, als er das Leder im Mittelfeld an Fährmann vertändelte. Pass auf Gemasashvili, der Jovanovic umkurvte, doch mit seiner Flanke zum Glück Ziegner die Möglichkeit zum Ausbügeln verschaffte. Im Anschluss an den zweiten Eckball stieg Alexander Maul unter Bedrängnis lehrbuchreif zum Kopfball hoch – 1:0 ! Mauls sechster Saisontreffer. Der Torjubel war kaum verebbt, da brandete er ein zweites Mal auf. Allerdings nur bei jenen Personen, die die Abseitsfahne des Assistenten an der Linie nicht bemerkt hatten. Ob Jovic tatsächlich im Abseits stand oder vielleicht doch auf gleicher Höhe mit Miftari, lässt sich nicht mehr auflösen. Mit Forechecking ließen die Jenaer in dieser Phase des Spiels ihren Gegner nicht zu Entfaltung kommen. Vom Zeitpunkt her fiel der Ausgleich deshalb überraschend. Fährmanns hoher Pass landete im Rücken der Jenaer Abwehr, wohin sich gleich drei Hallenser geschlichen hatten. Alexander Gleis köpfte aus acht Metern in den entlegendsten Torwinkel. Jovanovic ohne Chance. Dieser Treffer gab den Gästen jenen Auftrieb, den sie zusätzlich zum Trainerwechsel noch gebraucht hatten. Koslovs 25-Meter-Schuss sauste am Pfosten vorbei (27.), Fährmanns Geschoss touchierte ihn sogar (36.). Auch bei Breitkopfs Chance fehlte nicht viel. Derartige Gegenwehr hatte der Spitzenreiter im eigenen Stadion bislang selten erlebt. Kaum zu glauben, dass die selben Hallenser Spieler beispielsweise gegen Grimma und Sondershausen Punkteinbußen hatten hinnehmen müssen. Doch auch in Halles stärkster Phase hielt Jena gut dagegen. Maul vergab nach Vorarbeit von Hähnge plus Werner ebenso wie Hujdurovic Sekunden vor der Halbzeit, nachdem Küfner einen Eckball unterlaufen hatte.
Halles Torhüter rückte nach Wiederanpfiff zunehmend in den Blickpunkt des Geschehens. Bei Kowaliks Einzelaktion mit 16-Meter-Absch(l)uss hatte Küfner noch Glück, dass kein Jenaer zum Abstauben in der Nähe war. Doch seine Reaktion beim Kopfball von Tobias Werner (vorausgegangen war ein Missverständnis Trehkopf-Koslov) zeigte schon: Diesem Keeper darf man nicht den Hauch einer Abwehrchance lassen. Sebastian Hähnge beherzigte dies in Minute 68 : Nach Schmidts Ecke steigt ein gemischtes, weiß-rotes Quartett hoch, der Ball fällt dennoch zu Boden, wo Hähnge volley aus acht Metern einschießt. Einsatzstark wie gewohnt, hatte unser Goalgetter bis dahin ein paar misslungene Aktionen mehr als sonst aufzuweisen, bewies aber wieder einmal eindrucksvoll, dass mit ihm ständig zu rechnen ist. Dieses Tor gab den Thüringern wieder alle Trümpfe in die Hand. Doch im Bestreben, diese unverzüglich auszuspielen, übertrieben sie es wohl ein bisschen. Wie sonst ist es zu erklären, dass fast sich fast die komplette Abwehrreihe mit einem Mal zwischen Mittelfeld und Angriff tummelt ? Lediglich Görke schaffte es bei Halles schnellem Gegenstoß in Minute 70 rechtzeitig zurück. Zwar vermochte er Breitkopf am Torschuss zu hindern, doch für Petrick war kein Gegenspieler mehr da. Es blieben acht Minuten Zeit, sich darüber zu ärgern, dann hatte Andreas Schwesinger seine erste gelungene Szene. In einer Situation, in der wohl nur ihm einfällt zu schießen, zog er aus 25 Metern Torentfernung ab. Mann, was wäre das geworden, hätte der Ausgemusterte, den nun doch noch ein Weilchen bleiben soll, in dieser Szene getroffen ! Doch Küfner faustete auch diese Granate zur Ecke. Und als wenn es nicht reichen würde, die schönsten Zeiss-Bälle zu entschärfen, hielt der Schlussmann auch gegen die eigenen Vorderleute seinen Kasten sauber. Nach Willes Sprint, Mauls Eingabe und Schwesingers Kopfball lenkte Krauß den Ball nicht zur Ecke sondern in Richtung Eigentor. Küfner aber hechtete dazwischen. Jenas Dauerdruck sollte dennoch ein weiteres Mal zum Erfolg führen. Bemerkenswerterweise war es wieder Schwesinger, der die Vorlage zum 3:2 gab, welches Hähnge per Kopf erzielte. Noch sechs Minuten zu spielen – das muss es doch nun gewesen sein ! Noch einmal werden sie sich nicht die Führung weg nehmen lassen. Dachten wir, hofften wir. Als Fährmann inmitten der Jenaer Hälfte einen Freistoß in den Strafraum schlug, waren neun Jenaer Feldspieler hinten. Doch was nützt dies, wenn der Torhüter nicht im Bilde ist ? Der Ball war lange in der Luft, flog wie mit dem Lineal gezogen diagonal durch den Strafraum, doch Jovanovic kam nicht ran. Während sein Gegenüber eine Glanzparade nach der anderen ablieferte, durfte Jovanovic an diesem Tag nur die Bälle aus dem Netz holen. Der Albtraum eines jeden Torhüters. Dieses Spiel aber, von dem hinterher beide Trainer sagen sollten, es wäre das beste der letzten Monate gewesen, war damit immer noch nicht gelaufen. Nachspielzeit, Maul flankt – Schwesinger zum Ersten, Hujdurovic zum zweiten, beide schießen sie den am Boden liegenden Miftari an. Als Schmidts Kopfball von Küfner aus dem Eck gekratzt wurde, Hujdurovic Sekunden vor Abpfiff lediglich das Außennetz traf, war klar: Ein Happy End bleibt den Jenaern trotz starker Leistung diesmal verwehrt.
Vorne top, hinten flop. Bei einem 3:3-Endergebnis muss man nicht lange forschen, wo die Mängel lagen. Beim Versuch, sie abzustellen, sollten sich Heiko Webers Schützlinge aber nicht gänzlich von ihrer Linie abbringen lassen. Diese Art Fußball macht einfach Spaß ! <fc>
Fotos auf weissenburger.de
Spielbericht auf der offiziellen HFC-Page

FC Carl Zeiss JENA - FC Eilenburg 4:0

Tore: 1:0 Maul (37.), 2:0 Hähnge (54.), 3:0 Maul (74.), 4:0 Görke (83.)
Jena: Jovanovic; Görke; Benedetti (63. Wachsmuth), Hujdurovic; Maul, Stiefel, Ziegner, Werner, R. Schmidt (68. Seb. Wille); Hähnge, Jovic (72. Böhme)
Eilenburg: Zsigry; Heyde, Knaubel, Kühnast; Schaaf, Petzold, Polten, Moritz, Auerswald - Delitzsch (88. Bettfür), Bergfeld (80. Fischer)

Zuschauer: 1706

Schiedsrichter: Simon (Schkopau)

Spielbericht:
Der FC Eilenburg war da. Zum Punktspiel! Auch wenn es überheblich klingen mag, so ist doch alles was mir dazu einfällt: Raus aus dieser Liga, Jena! Dieser Gedanke wird schnell zum Glaubenssatz, wenn man sich die Art und Weise anschaut, wie sich solche Spiele gestalten. Im Normalfall reicht für die ganze Veranstaltung nämlich ein Halbfeld aus, auf dem es für den jeweiligen Gegner nur darum geht, derart destruktiv zuwerke zu gehen, daß bereits die Vorstellung lächerlich erscheint, hier und heute könnte zu irgendeinem Zeitpunkt ein Tor fallen. Geht die Rechnung auf, endet das Ganze dann mit einem ebenso schauerlichen wie torlosen Unentschieden, wenn nicht, ist der Rest auch egal, was dann oftmals exorbitante Ausmaße des Ergebnisses nach sich zieht.
So war es auch mit Eilenburg. Die Mannschaft, noch 15 Jahre nach der Wende in einem unbeschreiblich ostigen Grün am Start, beendete – ähnlich einer fußgesteuerten Variante des Völkerballs – in Höhe der Mittellinie alle Anstrengungen sich dem gegnerischen Tor weiter zu nähern. Statt dessen versuchten die Sachsen die selbstverursachte Enge vergeblich dafür zu nutzen, das Jenaer Offensivspiel mit der eigenen Tristesse und Lethargie zu infizieren. Nur weil Jena beharrlich die eigenen Interessen verfolgte, wurde das ganze halbwegs attraktiv und es ergaben sich von Anfang an eine ganze Menge Möglichkeiten. Bereits nach 4 Minuten war es Werner, dessen Schuß von der Strafraumgrenze aus das Tor knapp verfehlte, nur zwei Minuten später eierte Ziegner mit Ball am Fuß in Richtung Gästekasten, brachte es aber freistehend ebenfalls nicht fertig, den Führungstreffer zu erzielen. Und auch Jovic, von Schmidt schön in Szene gesetzt, scheiterte nach etwas mehr als einer Viertelstunde von exakt der gleichen Stelle (17.). Und so ging es auch weiter. Erst war es Hähnges Kopfball, der sein Ziel nicht fand (19.), zwei Zigarettenlängen später der von Schmidt, den Zsigry noch irgendwie aus dem Toreck kratzte (29.), dann wieder einer vom offensichtlich leicht desorientierten Hähnge (32.). Zwischendurch hatte Werner mal wieder sein Glück von der Strafraumgrenze aus versucht, wenn auch schön anzuschauen, so doch wieder mit bekanntem Ergebnis (24.). Der Höhepunkt des kollektiven Scheiterns war erreicht, als ein Schuß von Ziegner mit viel Mühe ins Seitenaus desertierte. So verging die Zeit in trister Viertligaatmosphäre bis kurz vor Ungeduld. Erst als die von Eilenburg herbeigesehnte Halbzeitpause immer bedrohlicher heranrückte, belohnte sich Jena endlich mit dem erlösenden 1:0. Maul hatte einen von Ziegner getretenen Freistoß unhaltbar ins lange Toreck geköpft (37.). Verdient aber auch keine Minute zu früh! Das Tor kam der Beendigung eines Glaubenskrieges zwischen unsortierter Defensivarbeit und (bis dahin) ineffizientem Angerenne gleich, wodurch nach dem Seitenwechsel dann folgerichtig auch alles ganz einfach wurde.
Lief aus dem Spiel heraus nicht sonderlich viel zusammen, so waren es vor allem die Standardsituationen, welche die Gäste vollends überforderten. Acht Minuten nach Wiederanpfiff war es zunächst Hähnge, der vom Strafraumeck aus genau in den Winkel traf (53.), knapp 20 Minuten später folgte dann eine nahezu perfekte Kopie des ersten Treffers. Wieder hatte Ziegners Freistoß den am langen Pfosten postierten Maul gefunden, dessen aufgesetzter Kopfball für Zsigry unhaltbar ins Tor flog (71.). Zwischendurch war nicht viel passiert. Nur Hähnge hatte einmal den Außenpfosten getroffen, nachdem Werner ihn aus dem Mittelfeld heraus schön freigespielt hatte (65.). Das dickste Ding vergab allerdings Böhme eine Viertelstunde vor dem Ende, wieder nach einem Ziegner-Freistoß. Unbedrängt schoß er einen auf Linie postierten Eilenburger an, nachdem bereits Werner den Ball nicht richtig getroffen hatte. Soll vorkommen. Den Schlußpunkt des einseitigen Gekickes setzte Görke in der 82. Minute. Ein Dings wie vom Frings gegen Holland segelte erst an einer ganzen Horde Grüner, dann an Böhme und dann auch noch an Hujdurovic vorbei ins lange Eck zum 4:0-Endstand.
Da die Mannschaft wirklich bis zur letzten Minute rannte und rackerte, hat sie sich jedes einzelne der vier Tore verdient. Keine guten Zeiten für Schwarzseher also, zumal sich die Konkurrenz gegenseitig über den Haufen schießt. Jena hat sich damit schon wieder einen ansehnlichen Vorsprung herausgearbeitet und die Fußballnachmittage im Ernst-Abbe-Sportfeld ähneln im Spannungsgehalt dem eines Angelurlaubs in einer norwegischen Blockhütte. Es ist halt wie immer zum Beginn der fünften Jahreszeit. Und da ist auch schon das Problem. Kann man dem Frieden diesmal trauen? Zu tief sitzt die Skepsis der letzten drei Spielzeiten, daß kurz vor Schluß wieder alles schief geht; wie bei der Olsenbande alles mächtig gewaltig ist und am Ende doch wieder alle eine lange Nase machen. Und irgendwann haben auch wieder ein paar Truppen den Bogen raus, wie man gegen Jena zu einem historischen Pünktchen kommt. Da werden uns Mannschaften erwarten, bei denen völlig apathische Balljungs minutenlang versuchen, den vermeintlich einzigen Spielball der Region wieder herbeizuschaffen, da werden einzelne Spieler – ihr vorzeitiges Ableben vor Augen – viertelstundenweise auf Plätzen vor sich hinsterben, da werden sichere Bälle drei Meter vor dem Tor im Matsch liegen bleiben und so weiter und so fort. Genau aus diesen Gründen sollte es nicht immer eine ganze Halbzeit in Anspruch nehmen, die Führung herauszuschießen. Manchmal müssen eine oder zwei Möglichkeiten einfach ausreichen. Nicht, daß am Aschermittwoch wieder alles vorbei ist. <bpf>
Alle Tore im Bild

SV 1919 Grimma - FC Carl Zeiss JENA 0:2

Tore: 0:1 Hähnge (57.), 0:2 Jovic (76.)
Grimma: Becker – Schober, Massner (53. Großmann), Saalbach, Zaulich, Knoof, Lochasz, Leimner (62. M. Werner), Branski - Liebich, Behring
Jena: Jovanovic; Schmidt; Benedetti, Hujdurovic; Maul, Böhme (83. Seb. Wille), Ziegner (59. Wachsmuth), Zimmermann, Manai; Jovic, Hähnge (69. Werner)

Zuschauer: 600

Schiedsrichter: Schwarzenstein (Gardelegen)

Spielbericht:
Wenn der FCC in den letzten Jahren in Grimma spielte, so kamen angesichts der blau-gelb-weißen Karawane nicht nur der Wirt der nahegelegenen Gaststätte „Vogels Ballhaus“, sondern stets auch torhungrige Zuschauer reichlich auf ihre Kosten. 2:2, 5:1 und 5:0 lauteten die Resultate und da die Sachsen unlängst in Pößneck zwei Defensivkräfte durch rote Karten verloren, war hierzulande die Hoffnung auf ein erneutes Schützenfest im Muldental groß. Doch auch die Personalnot in Jenas zuletzt ohnehin wackliger Innenverteidigung, verursacht durch die andauernde Verletzung Holetscheks und die Sperren für Kowalik und Görke, ließen vorab im Internetforum mehr oder weniger ernstgemeinte Tips von 4:2 bis 9:8 sprießen.
Beide Trainer hatten dagegen anderes im Sinn, und der von den Jenaer Fans freundlich begrüßte Achim Steffens stellte seine Truppe gegen die alten Schützlinge betont defensiv ein, auch die beiden diesen Namen heute nicht wirklich verdienenden „Spitzen“ Liebich und Behring waren größtenteils damit beschäftigt, mit ihren Kameraden die Räume zuzustellen und Jenas Angriffsbemühungen ab der Mittellinie zu zerstören. Benno Weber seinerseits stellte von der mutigen Aufstellung des Magdeburgspiels um, besetzte die Außen mit Böhme und Maul, innen verteidigten Benedetti und Hujdurovic, während der wiedergenesene Ralf Schmidt die vakante Position des zentralen Abwehrorganisators in der Dreierkette übernahm. Um es vorwegzunehmen: Der 19jährige machte seine Sache ordentlich, bis auf jene 29. Minute, als er im Spielaufbau den Ball gedankenlos Grimmas Behring in die Beine spielte, dessen Anspiel Saalbach jedoch zur Erleichterung der gut 300 mitgereisten Schlachtenbummler aus aussichtsreicher Position flach neben den langen Pfosten setzte. Es war das einzige Mal, dass die Gastgeber vor dem Jovanovic-Gehäuse auftauchten, ansonsten kannte das Spiel nur eine Richtung, auch wenn die FCC-Kicker ein ums andere Mal ihre Standprobleme auf dem vom immer wieder einsetzenden Regen triefnassen und vom Platzwart betont hochgeschnittenen Rasen hatten. Es dauerte jedoch eine gute halbe Stunde, bis Jenas Offensivbemühungen etwas Pep bekamen. Bis dahin machte nur der sehr spielfreudige Jovic zweimal auf sich aufmerksam, doch weder sein versuchter Heber (17.) über Becker im Grimmaer Tor, noch der Schlenzer (26.) nach schönem Benedetti-Zuspiel fanden ihr Ziel. Doch nach 33 Minuten zeigte der Spitzenreiter endlich, warum er seit Wochen die Tabelle anführt und zog das Tempo an. Manai hatte Maul auf links bedient, dessen Flanke Hähnge im 5m-Raum bedrängt von einem Grimmaer nicht verwerten konnte. Die anschließende Ecke gelangte zu Miro Jovic, der an der Grundlinie gefühlvoll an den langen Pfosten flankte, wo Zimmermann das Leder aus Nahdistanz an den Außenpfosten setzte. Nur vier Minuten später versuchte sich Manai mit einem Distanzschuß, den Becker zur nächsten Ecke hechtete, die diesmal direkt getreten wurde und so durfte sich Alexander Maul als nächste Testperson in Sachen Aluminiumstabilität versuchen, als sein Kopfball nur die Querlatte traf. Da auch Hujdurovics gefährlicher Kopfball nach Ziegner-Freistoß nach einer Dreiviertelstunde nicht den erhofften Torjubel im Gästeblock brachte, ging es torlos in die Kabinen nach einer ersten Halbzeit, die das Herz des Fußballfeinschmeckers nur selten erwärmen konnte.
Doch Jena machte nach dem Seitenwechsel unbeirrt weiter, stand hinten sicher und erspielte sich geduldig weitere Möglichkeiten. Hähnges Freistoß von der Strafraumgrenze weit über das Tor (52.) wirkte noch etwas hilflos, bei Jovics Schusschance nach Benedetti-Flanke (54.) brannte es in Grimmas Strafraum schon etwas mehr und nach 56 Spielminuten war es endlich soweit. Eine der ungezählten Eckbälle zog Manai von rechts an die Strafraumgrenze, wo Zimmermann am höchsten stieg und den Ball Hähnge auflegte, der dem Leder im 5m-Raum die entscheidende Richtungsänderung gab und zum umjubelten Führungstreffer einschob. Erleichtert nahm Benno Weber seinen vor allem in HZ 1 gelb-rot-gefährdeten Kapitän vom Platz und gewährte dem jungen Toni Wachsmuth eine weitere Bewährungschance. Grimma gab seine Igelhaltung nun langsam auf, doch statt eigene Möglichkeiten zu erspielen, boten sich nun verstärkt Jenas Angriffsreihe Räume zum Kontern. Maul schloß nach 63 Minuten einen solchen mit Schuß ans Außennetz ab, als er zu zögerlich agierte, Böhme hatte vier Minuten später die Riesenchance zu Resultatserhöhung als er eine Jovic-Flanke über den Kasten jagte und nach weiteren vier Minuten hatten Jenas Anhänger schon den Torschrei auf den Lippen, als wiederum Jovic von rechts flankte, Werner den Ball klug durchließ auf Manai, der die Kugel aus 10 Metern freistehend über die Latte setzte. Fast wären die Nachlässigkeiten im Abschluß bestraft worden, doch der zuletzt in der Kritik stehende Jovanovic verhinderte nach 73 Minuten den drohenden Ausgleich, als er Knoofs wunderbar über die Mauer gezirkelten Freistoß in großer Manier aus dem oberen Eck kratzte. Tief durchatmen im Jenaer Lager hieß es, und es war an der Zeit, den Sack endlich zuzubinden. Was schon einmal klappte, funktioniert auch ein zweites Mal dachte sich wohl Geburtstagskind Kais Manai eine Viertelstunde vor dem Ende. Wieder Eckball von rechts, wieder Zimmermann per Kopf in den 5m-Raum und diesmal steht Miro Jovic goldrichtig, um das Leder mit der Stirn aus drei Metern über die Linie zu drücken. Krönung einer phantastischen Leistung des Dribbelkönigs, der sein Glück kaum fassen konnte, wohl zum ersten Mal seit 100 Jahren einmal wieder mit dem Kopf getroffen zu haben. Die Begegnung war gelaufen, und auch wenn der eingewechselte Werner mit artistischem Fallrückzieher (80.) und Flachschuß nach Benedetti-Vorlage (90.) Becker ebenso prüfte, wie auf der anderen Seite Schober per Kopf und Hacke in der 88. Minute eine Doppelchance vergab, es blieb beim leistungsgerechten Sieg, bei dem der Spitzenreiter wenig Glanz versprühte, doch nach den Patzern der Konkurrenz als großer Gewinner aus diesem Wochenende geht.
Nichts war es also mit der erhofften und zugleich befürchteten Toreflut, stattdessen durfte sich Boris Jovanovic nach sieben Wochen endlich einmal wieder über eine weiße Weste freuen. <gunner>
Bilder des Tages

FC Carl Zeiss JENA - 1. FC Magdeburg 3:1

Tore: 1:0 Ziegner (13., FE), 2:0 Hähnge (24.), 2:1 Neumann (42.), 3:1 Ziegner (52.)
Jena: Jovanovic; Görke (GRK , 67.); Hujdurovic, Benedetti; Maul, Ziegner, Zimmermann, Werner (46. Böhme), Manai; Hähnge (77. Holzner), Jovic (84. Seb. Wille)
Magdeburg Beer; Mensch, Grundmann, Kallnik, Plock (80. N'Dombasi); S. Müller, Otte (57. Probst), Woitha (74. Kühne), Neumann; Kurbjuweit, Banser

Zuschauer: 3924

Schiedsrichter: Schinköthe (Dresden)

Spielbericht:
Chinas Staatszirkus gastiert zur Zeit in Jena. Dies wäre hier nicht weiter erwähnenswert, wenn der Zirkus nicht auf dem Gelände des Ernst-Abbe-Sportfelds sein Zelt aufgeschlagen hätte. Lange bekam niemand mit, dass der Beginn der Abendvorstellung und des Fußballspiels zeitgleich um 19 Uhr angesetzt waren. Dies hätte einen erhöhten organisatorischen Aufwand mit sich gebracht und die Gefahr, dass ein Artist beispielsweise bei plötzlichem Torjubel zu Schaden kommen könnte. Einen Tag vor dem Spiel aber setzten sich Zirkusdirektor und Fußballvereinspräsident an einen Tisch mit dem Ergebnis, dass die Manege an diesem Abend zwei Stunden später freigegeben wurde.
Zirkus ganz anderer Art veranstalteten die Fangruppen beider Lager beim Einmarsch der Spieler. Die Pyroaktion verstärkte noch die Spitzenspiel-Athmosphäre im Stadion, besonders auf Jenaer Seite war diesmal weit mehr zu sehen als die Funzeln vom letzten Mal. Der Blick auf die Aufstellung ergab ein paar Überraschungen. Benedetti, wochenlang außer Gefecht gesetzt, durfte bei seiner Rückkehr gleich von Beginn ran. Auf der Wechselbank nahmen nur drei Feldspieler Platz und der angekündigte Ralf Schmidt stand gar nicht im Aufgebot. Das Größte aber war, dass Heiko Weber zu Beginn gleich vier gelernte Stürmer aufs Feld schickte ! So ein Schlitzohr - erzählt jedem, dass er unter der Woche verstärkt auf die Defensivarbeit geachtet hat und stellt dann offensiver denn je auf. Dementsprechend stark verlagerte sich das Geschehen zunächst in die Magdeburger Hälfte. Tobias Werner hätte schon nach acht Minuten seine Nominierung rechtfertigen können, ihm fehlte nach Görkes weitem Einwurf nur ein Schritt zu Ball und möglichem Torerfolg. Sebastian Hähnge spielte kurz darauf Torsten Ziegner an, dessen genialer Kurzpass Miroslav Jovic genau in den Lauf flog. Der hatte nur noch den gegnerischen Torhüter vor sich und so wussten sich die Gäste-Verteidiger nicht anders zu helfen, als ihn von hinten umzurempeln - Strafstoß. Zwar ahnte Christian Beer die Ecke, doch Ziegners Elfmeter war platziert genug fürs der erste Tor der Gastgeber. Nun war der FC Carl Zeiss bisher in jedem Heimspiel mit 1:0 in Führung sowie am Ende als Sieger vom Platz gegangen. Da aber Magdeburg schon in Leipzig und Plauen gewonnen hatte, verließen sich die Thüringer nicht auf ihre Serie und legten sofort nach. Ziegners Tor hatte richtig Auftrieb gegeben, zuallererst dem Schützen selbst. Eine Augenweide, wie er sich in der 15. Minute den Ball von einem Fuß auf den anderen legte und mit links abzog. Beer konnte parieren. Nach 20 Minuten folgte die nächste Chance für Werner. Trotz Bedrängnis brachte er diesmal zwar den Fuß ans Leder, konnte diesem durch das durchgestreckte Bein aber nicht die gewünschte Richtung verleihen. Doch die Richtung gab an diesem Tag ohnehin ein anderer vor: Torsten Ziegner. Der Mannschaftskapitän fing in der 24. Minute einen Magdeburger Angriff ab und raste mit Ball am Fuß über den gesamten Platz. Hatte man ihm in den vergangenen Wochen nicht ganz unberechtigt vorgeworfen, etwas zu ballverliebt zu sein - an diesem Tag hat er genau das richtige Maß gefunden. Sein Abspiel vorm 2:0 kam genau im richtigen Moment. Sebastian Hähnge verwertete den Querpass aus sieben Metern zu seinem achten Saisontreffer, doch jeder im Stadion hatte gesehen: Dies war das Glanzstück des Torsten Ziegner ! "Zugabe", brüllte die begeisterte Menge und wurde zusätzlich zum Anfeuern animiert von Kais Manai, als dieser zum zweiten Eckball schritt. Aus dieser Ecke wäre fast das 3:0 entstanden. Zimmermann drosch den kurz abgewehrten Ball aus 23 Metern aufs Tor, Beer parierte aber. Dessen Vorderleute hatten bis dahin kaum einen Stich gesehen, doch nach einer halben Stunde kamen sie erstmals gefährlich vors Jenaer Gehäuse. Banser war durch Hujdurovic nicht zu stoppen, sein Schuss von der linken Seite pfiff knapp am langen Pfosten vorbei. Faruk Hujdurovic, eben noch zweiter Sieger, hatte drei Minuten später eine starke Szene, als er mittels Grätsche den Ball zum eigenen Torwart zurück spielte. Benedettis Ballverlust hätte ansonsten einen Vier gegen Eins-Überzahlangriff der Magdeburger heraufbeschworen. Es folgten einige Minuten, in denen einen das Gefühl beschlich, die Luft sei schon raus aus diesem Spiel. Doch war sie schneller wieder drin als uns lieb sein konnte, nachdem Müller bei einem Freistoß täuschend über den Ball gelaufen war, stattdessen Neumann aus 18 Metern ins linke obere Eck schlenzte. Damit war die erste Hälfte noch längst nicht passé. In der 45. Minute fing Hähnge zunächst einen Querpass ab, scheiterte aber an Beer. Im Gegenzug lief Banser aufs Jenaer Tor zu und da es ihm gelang, den herausstürzenden Jovanovic zu umspielen, schien der Ausgleich perfekt. Zum Glück schlüpfte Hujdurovic ein weiteres Mal in die Rolle des Feuerwehrmanns, als es lichterloh im Strafraum brannte und löschte Bansers Schuss einen Meter vor der Torlinie zur Ecke.
Trainer Weber nahm zur Pause zwar einen seiner vier Stürmer vom Platz, doch begann Jena die zweite Hälfte deswegen nicht weniger offensiv. Ausgerechnet der für Werner ins Spiel gekommene Böhme war es, dem nur ein Schritt zum Torerfolg gegen Beer fehlte (50.). Zimmermann und Jovic (ihm haben seine zwei Tore von Auerbach sichtlich gut getan) leisteten hierzu die Vorarbeit. Dann die 52. Spielminute. Freistoß für Jena, mehr als 30 Meter Torentfernung. "Ich frage mich gerade, wer bei Jena aus dieser Entfernung einen Freistoß direkt aufs Tor schießen will", tat ich Tickerredakteur 'Gunner' gerade noch meine Skepsis kund, um Sekunden später freudestrahlend ein klein bisschen klüger zu sein. Zwar wurde Ziegners Geschoss erst durchs Abfälschen unhaltbar, doch hätte es Beer wohl auch so vor Probleme gestellt. In der 55. Minute versuchte Görke mit hohem Bein zu klären, traf jedoch den ballführenden Magdeburger, sah dafür die gelbe Karte und hatte sich überdies auch noch selbst weh getan. Während er im Seitenaus behandelt wurde, legte sich Kallnik kurz vor der Strafraumgrenze den Ball zurecht. Ungute Erinnerungen an Hälfte eins wurden wach - da wird doch nicht wieder.... ? Noch ehe der Gedanke zuende gebracht wurde, hatte Jovanovic Kallniks Flachschuss gehalten. "Magdebuuurg, Magdebuuurg", stimmten die FCM-Fans daraufhin an, was eher wie ein trauriger Abgesang auf dieses Spiel klang als wie die notwendige Anfeuerung. Möglicherweise führte aber nicht nur der Spielstand, sondern die momentane Gesamtsituation des Vereins zu dieser Stimmung in Moll. Jenas Spieler musste es nicht berühren. Die Partie schien zu ihren Gunsten gelaufen, zumal Hänhnge noch einen Freistoß vom Strafraumeck an die Lattenunterkante schmetterte, wobei alle erneut mit Ziegner als Schützen gerechnet hatten (66.). In das keineswegs unfaire Spiel brachte Schiedsrichter Schinköthe neue Aufregung, indem er Görke mit Gelb-Rot vom Platz stellte wegen eines Fouls, für das man nicht Gelb zeigen muss, schon gar nicht an einen bereits verwarnten Akteur. Doch alle Mutmaßungen, jetzt würde es noch einmal eng werden, erwiesen sich zum Glück als reine Spekulation. Zu clever, zu selbstbewusst und einsatzstark legten sich die verbliebenen zehn Jenaer ins Zeug. Kallniks Schuss in der vorletzten Spielminute war das Einzige, was noch Gefahr brachte. Und wenn Felix Holzner bei seinem Oberliga-Debüt den Ball richtig getroffen hätte, wäre dem FCC sogar in Unterzahl noch ein Tor gelungen.
Als später am Abend der chinesische Staatszirkus seine Pforten öffnete, hatten knapp 4000 Stadionbesucher bereits eine tolle Vorstellung geboten bekommen. <fc>
Fotos von Jens Weißenburger

VfB Auerbach - FC Carl Zeiss JENA 3:6

Tore: 0:1 Zimmermann (18.), 0:2 Hähnge (23.), 1:2 Pfoh (37.) 1:3 Hujdurovic (56.), 2:3 Pfoh (58.), 2:4 Zimmermann (65.), 2:5 Jovic (80.), 3:5 Stabenow (88.), 3:6 Jovic (90.)
Auerbach: Berger; Kunze; Kramer, Chudzik; Dittrich (81. Göschel), Troche, Gorschinek, Stabenow, Gerloff; Korb, Pfoh
Jena: Jovanovic; Görke; Hujdurovic, Kowalik (RK, 89.); R. Schmidt (31. Keil), Ziegner, Manai (63. Wachsmuth), Zimmmermann (75. Werner), Maul; Hähnge, Jovic

Zuschauer: 1100

Schiedsrichter: Klatte (Wildau)

Spielbericht:
Für jemanden, der dann und wann mal Spielberichte schreibt, sind solche Nachmittage der blanke Hass. Warum nicht ein knapper 2:1-Erfolg oder so was ähnliches, bei dem alle 20 Minuten mal eine Notiz fällig wird und genug Zeit dafür bleibt, sich der Trostlosigkeit des Dargebrachten hinzugeben und derweil eine vernichtende Bilanz zu ziehen. Statt dessen kommen zwei Mannschaften auf den Platz, die es bevorzugten, gänzlich auf den unterhaltungsmindernden Charakter defensiven Rumgezickes zu verzichten und nach dem Motto zuwerke gehen „Schieß du nur eins, ich haue dir dann schon wieder zwei rein!“ Jena gelang das in vollendeter Perfektion. Viermal tauchten die Auerbacher im Jenaer Strafraum auf, einmal hatte Jena Glück, dreimal kurz darauf Anstoß. Auf der anderen Seite wurde dementsprechend auch nicht rumgegeizt und so begann ich haufenweise kleine bunte Zettelchen vollzuschreiben...
Verdientester Aktivist der ersten halben Stunde war ohne Zweifel Schmidt, der offenbar die nützliche Gabe besitzt an mehreren Orten gleichzeitig Fußball spielen zu können und mit einer Reihe kluger Bälle die meisten Angriffe der ersten halben Stunde einleitete. Konnte Manai seinen perfekten Paß nach einer guten Viertelstunde noch nicht verwerten und scheiterte mit einem wenig eleganten und dazu noch überflüssigen Häkchen an der zurückgelaufenen Abwehr, stellte sich Zimmermann nur vier Minuten später weit weniger feinfühlig an und donnerte die flache Hereingabe Schmidts von der Strafraumgrenze unhaltbar in den Winkel (19.). Traumtor! Jena ließ nun nicht locker. Zunächst verfehlte Mauls Kopfball nach einer Schmidt-Flanke das Tor ganz knapp (21.), nur wenig später machte sich der starke Hähnge allein auf und davon und hellte unsere Mienen mit seinem 16-Meter-Schuß in den bereits zuvor von Zimmermann benutzten Dreiangel weiter auf (24.). Wieder ein Traumtor. Bis hierhin gibt es nichts zu beanstanden. Bis hierher. Den mit der verletzungsbedingten Auswechslung von Schmidt kam ein Bruch ins Spiel und in Jenas Defensive wurde es zeitweilig puppenlustig. Zunächst rettete Jovic einen Ball in der gegnerischen Hälfte, der es im nachhinein betrachtet mal lieber bis zur Auslinie geschafft hätte. Statt dessen landete er bei Stabenow und nur zwei blitzschnelle Stationen später zum Anschlußtreffer im Jenaer Tor (37.). Pfoh hatte sich die Chance von Höhe des Elfmeterpunktes nicht nehmen lassen und mindestens all jene die bereits letztes Jahr mit im Vogtland waren, sollten in diesem Moment gewußt haben, daß es hier noch ganz schön garstig werden könnte.
So agierte Jena bis zur Pause auch erst mal vorsichtiger und fiel erst nach dem Seitenwechsel wieder über die Eingeborenen her, ab jetzt dafür aber im Minutentakt. Zunächst scheiterte Hähnge mit einer Direktabnahme an Berger im Auerbacher Tor (47.), nur eine Minute später schoß Hujdurovic einen 30m langen Kondensstreifen ins VfB-Stadion. Latte, Pfosten, zurück ins Feld. Skandal! Nachdem Jovic es noch fertigbrachte im verwaisten Tor einen zurückgelaufenen Abwehrspieler anzuschießen (49.), beendete Hujdurovic die Leidenszeit der Jenaer Fans und stellte nach einer Jovic-Flanke per Kopf den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her (54.). Schwere Erleichterung, die aber leider wieder nicht lange anhielt. Denn derart kalt erwischt schickten sich nunmehr die Gastgeber wieder an, ein zweites mal die Mittellinie zu überqueren, mit bekanntem Ergebnis (58.). Gesehen habe ich leider gar nix, da der Zaun vor mir mit Fans voll hing und ich ehrlich gesagt gerade nicht damit gerechnet hatte, diese Seite des Spielfeldes einsehen zu müssen. Fakt ist, daß es wieder Pfoh war, der von Stabenow in Szene gesetzt den Ball an Jovanovic vorbei ins lange Eck schob (58.). Von nun an stand Jena wieder unter Zugzwang und reagierte dementsprechend verständnislos auf die neuerlichen Ambitionen der Gastgeber auf einen Punkt. Lange ließ dann auch die Antwort nicht auf sich warten. Einen Befreiungsschlag von Görke aus der eigenen Hälfte nahm Zimmermann sensationell sicher aus der Luft und brachte ihn anschließend überlegt im rechten Eck unter (66.). Mal wieder zwei Tore vor! Der bisherigen Geschichte dieses Spiels gedenkend machte Jena einfach weiter und kam nach Chancen von Görke (Auerbacher klärt auf Linie) (68.) und Zimmermann (drüber) (75.) auch zum verdienten 5:2. Werner hatte Hähnge auf der linken Seite schön freigespielt und der weiter auf den mitgelaufenen Jovic in der Mitte gepaßt. Der Schuß ins leere Tor war zweifellos kein Kunststück mehr, dafür aber die endgültige Entscheidung (80.). So, einen bunten Zettel habe ich noch. Auch 5 Minuten vor dem Ende war Auerbach nämlich noch nicht tot. Diesmal war es Stabenow selbst, der den Ball aus 16m in Richtung langes Toreck schoß. Nicht gerade ein Faden, aber – typisch für dieses Spiel – wieder drin (87). Wer weiß, was noch passiert wäre, wenn Jovanovic nicht eine Minute vor dem Ende doch noch sein Erfolgserlebnis gehabt, und mit Mühen den Anschlußtreffer verhinderte hätte. Statt dessen rundete Berger im Auerbacher Tor den Ausflug ins Vogtland ab, als er in der Nachspielzeit den vor ihm aufkreuzenden Jovic entweder nicht richtig erkennen konnte oder einfach mal was Neues ausprobieren wollte. Zur allgemeinen Aufheiterung schoß er den Jenaer Stürmer derart ungeschickt an, daß der Ball direkt zum 6:3-Endstand ins Tor trudelte, was übergangslos in diversen Feierlichkeiten mündete.
Fazit: Wer nicht da war, darf sich berechtigterweise schwere Vorwürfe machen, denn es war ein wirklich sehenswertes Spiel, bei dem sich beide Mannschaften nichts schenkten und sich letztendlich die größere spielerische Klasse durchgesetzt hat. Daß das Abwehrverhalten auf beiden Seiten desaströs war, konnte den Zuschauern letztendlich nur recht sein, egal aus welchem Lager sie kamen. Jena sollte aber aufpassen und für den letzten Satz bezahle ich auch gerne 5 Mark ins Phrasen-Sparschwein. Spiele kann man aus der Offensive heraus gewinnen, Meisterschaften wohl kaum! <bpf>
Alle neun Tore
Bericht auf der VfB-Page

FC Carl Zeiss JENA - FSV Zwickau 3:1

Tore: 1:0 Hujdurovic (37.), 2:0 Wille (42.), 2:1 Köcher (65.), 3:1 Schmidt (72.)
Jena: Jovanovic; Görke; R. Schmidt, Hujdurovic; Maul, Seb. Wille, Ziegner, Manai (78. Wachsmuth), Keil (46. Böhme); Jovic (62. Werner), Hähnge
Zwickau: Rothe; Schönberg, Hartung, Mees, Vogel (78. Strobel); Haprich, Werner, Fahrenholz, Köcher; Müller (70. Trochocki), Nemec

Zuschauer: 2471

Schiedsrichter: Böhm (Berlin)

Spielbericht:
Dem überragenden 8:1 gegen Dresden Nord folgte eine 0:3-Klatsche in Halberstadt. Unterschiedlicher hätten die beiden Punktspiele vor dem Zwickau-Match nicht verlaufen können und nach der ersten Saisonniederlage begann schon wieder das Zittern vor dem „Und täglich jährlich grüßt das Murmeltier der FCC“, mit dem immer wieder komfortable Tabellenführungen verspielt wurden. Deshalb war es wichtig, wie sich der FCC gegen Zwickau schlagen würde.
Jena machte von Anfang an Druck und besaß in der Anfangsviertelstunde auch zwei hochkarätige Chancen: Manai ließ zwei Gegenspieler stehen, verfehlte jedoch mit seinem Schuß aus 18 m das untere Toreck nur knapp (7. min). Nochmals 7 Minuten später wurde eine Görke-Einwurf-„Flanke“ verlängert, der herausstürzende Keeper irritierte jedoch Keil am langen Pfosten und dieser verfehlte den Ball und den Führungstreffer. Danach hatten sich die Zwickauer besser in der Abwehr (teilweise zwei Viererabwehrketten!) sortiert, der FCC machte weiterhin das Spiel, aber so richtig dicke Chancen blieben aus. Schmidt Schuß von der Strafraumgrenze (18., nach Vorarbeit von Jovic) lag ebenso zu hoch wie Ziegners 25-m-Freistoß (21.). Nach Doppelpaß Manai-Jovic wurde der Ball zurück auf Ziegner gelegt, dessen Schuß aber zu harmlos für Rothe war (33.). Zwickau hatte in dieser Phase lediglich 2 Torschüsse zu bieten, die jedoch Jovanovic nicht ernsthaft testeten. Erst in der 33. min wurde es im Jenaer Strafraum turbulent, als Maul über den Ball schlug und auch keiner seiner Mitspieler die Spielkugel sofort wegbekam. Daraus resultierte jedoch eine Konterchance, die aber links außen in einem Freistoß endete, den Manai aufs kurze untere Eck setzte – nur war wiederum Rothe zur Stelle. Dieses erstmalige Zittern in der eigenen Abwehr schien genau der Weckruf gewesen zu sein, der den FCC benötigte, um seine Attacken zu forcieren. Plötzlich bekam Zwickau Probleme und der FCC eine Riesenchance in der 36. min: nach dem von Ziegner eingeleiteten Traumkonter über Manai macht Jovic eigentlich alles richtig, als er den Ball am Strafraum über den herausstürzenden Keeper schlenzt... nur sprang der Ball von der Lattenunterkante nicht ins Tor! So ergab sich für den heranfliegenden Ziegner die zweite Chance, aber Rothe konnte mit Riesenparade zur Ecke lenken. Unmittelbar danach war es endlich soweit: Die Ecke wurde erst abgewehrt, Ziegner flankt erneut und findet den freistehend Hujdurovic, der per Kopf das verdiente 1:0 erzielte. Jetzt wurde ein Unterschied zum FCC der letzten beiden Jahre deutlich: Nach der Führung wurde nicht ein Gang zurückgeschalten, sondern sofort aufs nächste Tor gedrückt. Und Zwickau hatte in der 41. min seine liebe Mühe, als nach einem mittleren Durcheinander ein Verteidigerbein Jovics Chance aus 3 m Entfernung zunichte machte und irgendwie den Ball noch über die Querlatte bugsierte. Einen Angriff später half aber nichts mehr: Schmidt wurde links von Ziegner bedient, zwei Weiße stiegen über seine Flache Eingabe und der dahinter postierte Wille erschreckte alle Zuschauer, indem er den Ball nicht draufballerte, sondern mehr plaziert als straff mit Innenseite genau die frei lange Ecke anvisierte – 2:0! Klasse!!! Und wiederum einen Angriff später hätte Hähnge den 100 anwesenden Zwickauer Fans den Grund zur vorzeitigen Heimreise liefern können, aber Rothe erwischte den angesetzten Heber und verhinderte das 3:0.
Mit Beginn der zweiten Halbzeit kam Böhme für Keil, dem außer einer Gelben Karte diesmal nicht viel glückte. Zwickau versuchte nun sichtbar, irgendwie das Blatt noch zu wenden. Kurz nach Wiederanpfiff kratzte Jovanovic einen Nemec-Kopfball unter der Latte heraus. Dann hatte Maul auf der Gegenseite die nächste Torchance (53.), als der bis dahin starke Rothe den Fernschuß fast über die Linie fallen ließ. Die Jenaer Abwehr spielte in der 57. Minute wiederum mit den Nerven der Zuschauer und beschäftigte Jovanovic, indem man Köcher aus Nahdistanz völlig frei köpfen ließ – aber Jovanovic behielt auch bei dieser „Hundertprozentigen“ nochmals die Oberhand. Trotzdem bestimmte der FCC nach wie vor das Spiel, ließ es aber etwas ruhiger angehen. Bis zur 65. min ging das auch gut, doch nach einer Ecke wurde Köcher von Schmidt am langen Torraumeck völlig alleingelassen und drückte den Ball zum Anschlußtreffer über die Linie. Und nun sah man den zweiten Unterschied im Vergleich zu den letzten Jahren: Der FCC geriet nichts ins „Schwimmen“, sondern schaltete wieder auf „Volle Kraft voraus“ und erspielte sich weitere Chancen. Werner köpfte knapp übers Tor (70.), Rothe wehrte Hähnges Schuß aus der Drehung zur Ecke ab. Und genau in die folgende Eckballflanke flog Schmidt hinein und machte per Kopf das 3:1! Damit war den Gästen auch der „letzte Zahn gezogen“, sie zeigten sich zwar bemüht, aber Jena gestattete keine weiteren Chancen mehr.
Sollte das 3:1 ein Wegweiser für die weitere Saison gewesen sein, so könnten wir den weiteren Monaten gelassen entgegensehen. Der FCC war in Halberstadt gestolpert, aber nicht gefallen. Es war zwar kein glanzvoller Zauberfußball-Sieg, aber ein verdienter. Auffällig zudem, daß der FCC es über die gesamte Spielzeit mit spielerischen Mitteln versuchte und auf einfaltslose Flanken aus dem Halbfeld (die man im letzten Jahr häufiger sah) verzichtete. Da hat Weber in den wenigen Monaten als Trainer echt was erreicht! <uk>
Bildes des Tages <jw>
FSV-Spielbericht auf der offiziellen Seite
...und noch einer auf der Fanpage

VfB Germania Halberstadt - FC Carl Zeiss JENA 3:0

Tore: 1:0 Hujdurovic (29., ET), 2:0 Gerlach (39.), 3:0 Hartmann (89.)
Halberstadt: Kischel; Wiekert, Cunaeus, Pfannkuch, Pölzing; König, Gerlach, Kopp (63. Mzyk); Schlitte (84. Thiele), Penev (73. Hartmann), Döring
Jena: Jovanovic; Görke; R. Schmidt (46. Kowalik GRK , 85.), Hujdurovic; Maul (46. Seb. Wille), Ziegner, Manai, Zimmermann, Keil; Hähnge, Jovic (57. Werner)

Zuschauer: 2341

Schiedsrichter: Gerbers (Chemnitz)

Spielbericht:
„Wenn wir in Halberstadt gewinnen, sind wir weiter als im Vorjahr.“ Heiko Weber wusste, dass seinen Jungs ein ähnlich schweres Spiel wie beim mühevollen 1:1 der vergangenen Saison bevorstehenden würde. Dass diese Begegnung, wie er prognostizierte, zum Wegweiser für den FC Carl Zeiss werden wird, wollen wir jedoch lieber nicht annehmen. Denn das würde bedeuten, von nun an geht’s bergab.
Dabei zeigte die Anfangsphase der Partie eine ganz andere Richtung an. Jena begann weitaus druckvoller als beim letzten Aufeinandertreffen im April. Andreas Keil hatte Schlitte in Minute 5 sauber vom Ball getrennt und aus Ralf Schmidts anschließendem Befreiungsschlag entwickelte sich die erste Großchance. Denn das Leder flog geradewegs in den Lauf von Miroslav Jovic, der von drei Verteidigern nicht einzuholen war, mit Schuss aus 14 Metern aber an Torwart Kischel scheiterte. Jovic war auch der Gefahrenherd nach 10 Minuten, als er im Anschluss an die zweite Ecke aus dem Gewühl heraus nicht zum Schuss kam. Die allerbeste Gelegenheit aber besaß Kais Manai nach 25 Minuten. Mitten in der gegnerischen Hälfte angespielt, ließ er zunächst Kopp stehen, spielte danach Doppelpass mit Hähnge, versetzte Gerlach und Pfannkuch somit in die Zuschauerrolle und zog dann aus 12 Metern ab. Alles richtig gemacht, führte Manais Aktion dennoch nicht zum Torerfolg, da Kischel seine enorme Reaktionsschnelligkeit ein zweites Mal unter Beweis stellte und mit Fußabwehr seinen Kasten sauber hielt. Bis hierhin trat der FC Carl Zeiss wie ein Tabellenführer auf. Was plötzlich zum Bruch im Spiel führte, lässt sich wenige Stunden nach Abpfiff nur vermuten. Hatten unsere Kicker das Gefühl, hier werde schon alles klar gehen und man könne sich erst einmal ein Päuschen genehmigen ? Oder führten die ersten Angriffsversuche der Gastgeber, begünstigt durch Fehler in der eigenen Hintermannschaft, zur vorsichtigeren Spielweise ? Die Hausherren nutzten das Lockerlassen sofort. 29 Minuten gespielt, langer Freistoßball von der linken Seite, ein Halberstädter sowie drei Jenaer steigen hoch und es ist Hujdurovic, der unglücklich ins eigene Netz köpft. Jenas Antwort bestand aus einem direkt geschossenen 24-Meter-Freistoß Ziegners knapp neben den Pfosten sowie zwei Kopfbällen Görkes und Manais. Halberstadt verteidigte mannschaftlich geschlossen den knappen Vorsprung. Selbst die Stürmer Penev und Schlitte halfen schon mal hinten aus, ließen Döring als einzige Spitze vorn. Als Gegenleistung schalteten sich die Verteidiger in manch Angriffsaktion ein. Sechs Minuten vor der Pause gab es wieder einen langen Freistoß aus dem linken Mittelfeld in den Jenaer Strafraum. Er wäre diesmal ins Toraus getrudelt, hätte ihm nicht Ralf Schmidt mit der Schuhspitze eine verhängnisvolle Richtungsänderung verpasst. Denn sie wurde zur Maßvorlage für Gerlach, welcher freistehend ins kurze Eck verwandelte. Bilanz der ersten Halbzeit: Halberstadt zwei Chancen, zwei Tore. Jena zwei Chancen, null Erfolg.
Heiko Weber reagierte, ließ den Unglücksraben Schmidt sowie den indisponierten Maul in der Kabine. Mit Wille und Kowalik kam jene Mischung aus Jugend und Routine ins Spiel, die Jenas gesamte Mannschaft 2004/2005 charakterisiert. Der Youngster führte sich auch gleich gut ein. Hähnge hatte mit Blick für den freistehenden Mitspieler von der linken auf die rechte Seite gepasst und Sebastian Wille zum Volleyschuss eingeladen – leider verfehlte dieser um einen Meter sein Ziel. Wenig später ein Solo von Ziegner, wieder nach rechts herausgespielt auf Wille, dessen Flanke Zimmermann wuchtig aufs Dreiangel köpfte. Doch der Kischel ließ sich einfach nicht überwinden ! Trotz dieser Szene war eines deutlich geworden: Im Gegensatz zu manch vorangegangenem Spieltag besaß der FCC diesmal nicht die Lufthoheit. Egal ob Ecken, Freistöße oder Flanken – hohe Bälle flückten die VfB-Verteidiger mühelos herunter wie reife Äpfel vom Baum. Sebastian Hähnge war einer der wenigen, die das erkannten. Bei seinem Flachschuss in Minute 68 musste Kischel noch einmal sein Können unter Beweis stellen. Mittlerweile erinnerte vieles an das Spiel der Vorsaison. Auch da waren die Jenaer häufiger in Ballbesitz gewesen, hatten aber lange kein Mittel gegen die Halberstädter Abwehr gefunden. Erst die Hereinnahme Andreas Schwesingers führte damals zum Ausgleich und um ein Haar noch zum Siegtreffer. Doch war Schwesinger diesmal gar nicht fürs Aufgebot berücksichtigt worden. Wer also sollte diesmal die Kastanien aus dem Feuer holen ? Weber probierte es mit Tobias Werner – ohne Erfolg. Und als Krzystof Kowalik nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah (Jenas erster Feldverweis der Saison), war klar, dass es nicht mal mehr zu einem Punkt reichen würde. Neun verbliebene Feldspieler versuchten in der Schlussphase Unmögliches möglich zu machen und rannten prompt in einen Konter. Jovanovic eilte aus seinem Kasten, verlor aber das Laufduell gegen Hartmann. Ziegner war jedoch mit zurück gerannt, an Hartmann vorbei gespurtet und sollte die Situation bereinigen. Dachten wir. Doch wie schon das eine oder andere Mal vorm gegnerischen Strafraum erwies sich Ziegner als zu ballverliebt. Statt es in Aus zu befördern, vertändelte er das Leder an den nachsetzenden Hartmann, welcher es aus spitzem Winkel einnetzte. Ungerecht aber irgendwo verständlich, dass sich nach diesem Lapsus der ganze Frust der Fans über die erste Saisonniederlage an einem einzigen Spieler entlud. Die „Ziegner raus“-Rufe gegen den eigenen Mannschaftskapitän verstummten erst wieder, als dieser nach Abpfiff sichtlich mitgenommen am Fanblock erschien.
Nach dem euphorisierenden 8:1 gegen Dresden-Nord sind Spieler und Anhänger schneller wieder auf der Erde gelandet als angenommen. Umwerfen muss dieses Resultat trotzdem niemanden. Vielleicht ist es sogar ganz hilfreich, dass ein heimstarker Kontrahent aus dem mittleren Bereich der Tabelle dem Spitzenreiter schonungslos seine Defizite aufgezeigt hat. Besser Halberstadt als Magdeburg, Halle oder Plauen – jenen Mannschaften, gegen die die Big Points ausgespielt werden. <fc>
Bilder auf weissenburger.de

FC Carl Zeiss JENA - FV Dresden Nord 8:1

Tore: 1:0 Hujdurovic (6.), 2:0 Zimmermann (8.), 3:0 Hähnge (27.), 4:0 Manai (39.), 5:0 Maul (45.), 5:1 Semmer (54.), 6:1 Werner (69.), 7:1 Manai (76.), 8:1 Manai 80.)
Jena: Jovanovic; Görke; R. Schmidt (46. Benedetti), Hujdurovic; Maul, Ziegner, Manai, Keil; Zimmermann, Hähnge (60. Werner), Jovic (54. Schwesinger)
Dresden: Moritz - Ackermann (46. Arto), Kostadinov, Terjek, Härtig, Georgi, Genschur (46. Hamel), Bartos (46. Hecht), Scholze (GRK , 71.), Semmer, Petzold

Zuschauer: 1527

Schiedsrichter: Weisenborn (Berlin)

Spielbericht:
Was für ein Spiel! Unglaublich. Großartig. Viele Zuschauer und auch Spieler konnten nach dem Abpfiff des Unparteiischen aus Berlin gar nicht so recht glauben, was soeben im Ernst-Abbe-Sportfeld passiert war. Bei den recht mäßigen Leistungen der letzten Wochen, in denen zwar der FCC stets seine Hausaufgaben machte und die Spiele gewann, fehlte es doch oft an der spielerischen Klasse und dem Kampfgeist, den die Zuschauer und Fans oft sehr vermissten. Und nun dies: Der FCC deklassierte sein Gegner aus Dresden Nord, wie man es selten im Jenaer Rund gesehen hatte. Es war nicht nur das Ergebnis, was glücklich stimmte. Nein, auch in Sachen Kampfgeist und vor allem in spielerische Klasse wusste der FCC an diesem Tage zu gefallen.
Man war sich zwar vor dem Spiel eigentlich sicher, auch diesen Gegner heute bezwingen zu können, aber dass es am Ende zu so einem Torfestival kommen sollte, das hatten selbst die kühnsten Träumer nicht erwartet. Der FCC erwischte einen Start nach Maß und ging bereits in der 6. Minute durch Hujdurovic in Führung. Es waren keine 100 Sekunden vergangen, da konnten die Jenaer Fans erneut jubeln. Jovic hatte mustergültig in die Gasse auf Zimmermann gepasst, der ließ sich diese Chance nicht entgehen und schlenzte den Ball am Torwart Moritz vorbei in die lange Torecke. Den ersten Eckball des Spiels (25.) für Dresden Nord fing der FCC glänzend ab und startete einen Konter mit Überzahlspiel der Jenaer, doch Jovic spielte seinen Querpass viel zu spät herein, so dass diese hervorragende Tormöglichkeit verpuffte. Nur zwei Minuten später machte es aber Sturmpartner Hähnge besser, indem er einen leicht abgefälschten Freistoss aus gut 25 m im Tor versenkte. Trotz bereits hoher Führung ließ der FCC nicht nach und setzte die Gäste weiter unter Druck. Mittelfeldregisseur Kais Manai hatte bis dato Probleme mit der Standfestigkeit auf dem durchgeweichten Rasen und nutzte diese Druckphase seiner Mannschaft aus, um am Spielfeldrand seine Schuhe zu tauschen. Dies sollte sich bereits nur wenige Minuten später bezahlt machen. Ziegner hatte in der eigenen Spielhälfte auf Manai gepasst, dieser fasste sich ein Herz, startete zu einem Sololauf über den gesamten Platz und schloss mit einem herrlichen Schuss aus 14 m zum 4:0 ab. Der Jubel war noch kaum verhallt und die Spieler warteten schon auf den Halbzeitpfiff, da klingelte es erneut im Kasten der Gäste. Diesmal war es Maul, der sich in die Liste der Torschützen eintragen durfte. Sekunden später war die erste Halbzeit Geschichte. Was für ein Spiel - das Jenaer Team wurde mit Standing Ovations in die Kabine begleitet. Wann hatte es zuletzt so etwas gegeben?
Gästetrainer Baron wechselte in der Pause mit der Wut der Verzweiflung gleich drei seiner Spieler aus. An diesem Spieltag wäre er bestimmt nicht unglücklich darüber gewesen, wenn er alle seine Spieler hätte austauschen können. Bis auf Torwart Moritz, der noch die eine oder andere gute Torchance der Jenaer vereitelte, war von den anderen seiner Mitspieler an diesem Tage nichts zu sehen. "Wir waren heute nicht auf dem Platz", so kommentierte passend der völlig ratlose Trainer der Dresdner die Leistung seiner Mannschaft. Der FCC dagegen knüpfte nahtlos an seine Leistung der ersten Hälfte an. Nach einer Eingabe von Hähnge (48.) kam Jovic nicht richtig zum Schuss und knallte das Leder aus kurzer Entfernung über das Gehäuse. Wenig später erneut eine glänzende Möglichkeit für die Platzherren, doch Mauls Querpass in den Strafraum kam für den gut postierten Jovic zu scharf und ungenau. Dann kam das, was an diesem Tage keiner für möglich gehalten hatte. Jovanovic, der den Ball in diesem Match kaum berühren durfte, konnte einen Freistoss der Gäste nicht richtig festhalten und Semmer ließ sich die Chance nicht entgehen und verkürzte zum 5:1 (54.). Sollte es jetzt wirklich noch einmal eine Aufholjagd der Dresdner geben? Weit gefehlt, denn dieser Treffer sollte letztendlich nur eine Schönheitskorrektur des Ergebnisses darstellen. Denn nur wenige Sekunden später besaß der FC Carl Zeiss JENA erneut eine gute Möglichkeit, aber Maul verfehlte mit einem Schuss nach Vorarbeit von Manai das Tor nur knapp. Nachdem Moritz auch einen herrlichen Schuss aus 18 m von Ziegner mit glänzender Parade gerade noch vereiteln konnte, so war er doch nur wenig später erneut geschlagen. Zimmermann hatte auf den gerade zehn Minuten zuvor eingewechselten Werner geflankt, dieser scheiterte zunächst noch mit seinem Kopfball am glänzend parierenden Keeper, doch den abprallenden Ball schnappte er sich erneut und vollendete aus Nahdistanz zum 6:1. Nun ging die Post so richtig ab. Die völlig überforderten Gäste fanden keine Mittel, den Sturmlauf der Jenaer zu beenden. Keil wurde beim Kopfballversuch zu Boden gerissen (71.) und so kam es, dass nun auch Görke seine Chance bekommen sollte, sich in die Liste der Torschützen eintragen zu können. Aber mit seinem unplatzierten Schuss vom Elfmeterpunkt konnte er Moritz nicht überwinden. Der FCC spielte sich förmlich in einen Rausch. Werner testete eine Viertelstunde vor dem Ende seine Schusstechnik, aber leider donnerte er den Ball aus 18 m nur an den rechten Pfosten. Nun kam begann der große Auftritt des Spielers des Tages. Nachdem Moritz erneut eine gute Tormöglichkeit von Maul vereiteln konnte, schnappte sich Manai das Leder und umspielte im Stile eines Ausnahmefussballers den am Boden liegenden Keeper, um dann mit einem gefühlvollen Heber das 7:1 zu markieren (76.) Danach schien er anscheinend so richtig Spaß am Tore schießen bekommen zu haben, denn nur kurze Zeit später markierte er nach Flanke von Ziegner seinen dritten Treffer per Kopf zum 8:1. "Nur noch zwei…" skandierten die Fans von den Rängen, aber soweit sollte es dann doch nicht mehr kommen.
Kaum war das Spiel beendet, da schauten sich die leider viel zu wenigen Zuschauer fragend an, was denn das jetzt gewesen sei. Keiner der im Stadion anwendenden Fans konnte so recht glauben, dass er soeben Zeuge eines außergewöhnlichen Spiels gewesen sei, was mit hoher Sicherheit in die Vereinschronik des FCC eingehen wird. Trainer Weber zeigte sich in der Pressekonferenz sichtlich erleichtert und freute sich für seine Mannschaft, dass sie endlich einmal bewiesen hat, was für ein Leistungspotenzial in ihr steckt. <vg>
Bilder des Kantersieges eingefangen von Jens Weissenburger

FC Erfurt-Nord - FC Carl Zeiss JENA 0:2

Tore: 0:1 Lässig (16., ET), 0:2 Hähnge (38.)
Erfurt: Arnold; Kiehn, Vollmann, Keller; Lässig, Intek (46. N. Jahnke), D. Schneider (76. Huck), Ch. Schneider (57. Frank), Heinrich; M. Jahnke, Klee
Jena: Jovanovic; Görke; Wachsmuth, Hujdurovic; Maul (46. Seb. Wille), R. Schmidt, Ziegner, Keil (65. Kowalik); Hähnge, Zimmermann (56. Manai), Jovic

Zuschauer: 425

Schiedsrichter: Wilske (Bretleben)

Spielbericht:
Carsten Klee als Oberligaspieler 2004/2005 – damit hatte nach Beendigung der vorigen Saison wohl niemand gerechnet. Am wenigsten er selbst. Der mittlerweile 34jährige wollte der Fußball- eine Polizei-Laufbahn folgen lassen, was die zahlreichen Operationen nach Verletzungen der letzten Jahre aber verhinderten. Also schult er jetzt auf Physiotherapeut um und hat nach Feierabend noch Gelegenheit, beim FC Erfurt-Nord mit zu kicken. Während es einige Spieler wohl nie verwinden werden, beim FC Carl Zeiss ausgemustert worden zu sein, blickt Carsten Klee nach kurzer Enttäuschung ohne Zorn Richtung Jena und wünscht seinem Ex-Verein, dem er einiges zu verdanken hat, viel Glück für diese Saison. Menschliche Größe wird nicht immer nur in Zentimetern gemessen.
Während des Spiels im Stadion an der Grubenstraße bekam es Klee wechselseitig mit Hujdurovic und Wachsmuth zutun. Die Aufstellung des Youngsters von Beginn an war die Überraschung des Tages in Jenas Aufstellung. Der Name Wachsmuth war im mit Orthographie-Fehlern durchsetzten, dafür doppelt so teuren Programmheft gar nicht mit aufgeführt. Da die Gastgeber in Blau antraten, spielte der Tabellenführer in den weißen Heimtrikots und zeigte auch gleich, wer Herr auf dem Platz ist. Hähnges Schuss nach Mauls Eingabe in Minute 10 stellte die erste Chance im Spiel dar. Fünf Minuten darauf flog eine Flanke Hähnges über Jovics Scheitel, ein Erfurter lenkte vorsichtshalber zur Ecke. Diese wurde herein gegeben von Schmidt und segelte zunächst über eine Spielertraube hinweg. Lässig stand dahinter, wollte vor dem einschussbereiten Göhrke erneut zur Ecke lenken. Doch landete sein Kopfball fatalerweise im Netz des eigenen Tores. Lästermäuler unter Jenas Anhängerschaft behaupteten daraufhin, Thomas Lässig hätte sich mit dieser Aktion für eine Rückkehr zum FC Carl Zeiss empfehlen wollen, doch wird sich der Verteidiger mit eigener Internet-Domain am meisten über sein Missgeschick geärgert haben. Die Weichen waren gestellt, Zimmermann mit seinem Schuss aus 23 Metern dem 2:0 schon ziemlich nahe (19.). Nach einer halben Stunde ließen sich ein paar Rot-Weiße am Zaun hinterm Jenaer Fanblock sehen. Zeiss-Ultras und Ordnungshüter fühlten sich gleichermaßen auf den Plan gerufen und schafften zusammen ein höheres Maß an Bewegung als es auf dem Spielfeld zu registrieren gab. Erfurts Spieler verteidigten derweil mit acht, neun Mann keineswegs ungeschickt den noch knappen Rückstand. Der Preis dafür war aber die Aufgabe des eigenen Mittelfeldspiels, wodurch Jahnke sowie Klee als verbleibende Offensivkräfte regelrecht verhungerten. Und die Jenaer ? Nutzten die wenigen Fehler in Erfurts Hintermannschaft rigoros aus. Wie beim 2:0. Kiehn schlug an der eigenen Strafraumgrenze eine Kerze. Den lange in der Luft befindlichen Ball erwischte Zimmermann als Erster, köpfte ihn weiter auf Hähnge, welcher aus sieben Metern Arnold im Erfurter Tor tunnelte. Es war Saisontreffer Nummer fünf des Sebastian Hähnge. Göhrke und Ziegner probierten es danach noch mit Fernschüssen, bevor der Schiedsrichter zur Pause pfiff.
Nach zehn Minuten in Hälfte zwei nahm Zimmermann eine lange Schmidt-Vorlage gekonnt mit der Brust an, übersah jedoch, dass sich der Erfurter Keeper bis auf einen Meter an ihn heran gepirscht hatte. Arnold konnte abblocken, sah Keils Nachschuss übers Tor fliegen und bekam von da an nichts mehr zutun. Von all den Begriffen, die mir für die Vorstellung der verbleibenden 35 Minuten einfallen, ist Sommerfußball der am freundlichsten klingende. Niemand in Jenas Elf wollte (oder konnte??) dem Spiel noch Impulse verleihen. Den Schaltstationen im Mittelfeld mangelte es an Ballsicherheit (Ziegner) oder Laufbereitschaft (Manai). Da mit Maul und Keil beide Außenspieler vom Platz genommen wurden, kam auch nichts mehr von links und rechts. Erfurt-Nord konnte sich aus seiner starren Defensive etwas befreien, zu mehr als einem straffen Vollmann-Kopfball in Minute 65 reichte es jedoch nicht. Allerdings: Nur mit schwacher Gegenwehr lässt sich eine solch lahme Vorstellung des Spitzenreiters beim Tabellenletzten nicht entschuldigen. Niemand erwartet bei solch einem Spielverlauf bedingungslosen Tempofußball bis zum Schluss. Aber ein bisschen mehr darf es dann schon sein ! Selbst der Fangruppe um Horda Azzurro und Saalefront, die vor der Pause noch unermüdlich angefeuert hatte, verging nun die Lust am Stimmungmachen. Streng genommen muss für die Jenaer Elf auch bei kleinem Gang mehr möglich sein gegen eine Mannschaft, deren Trainingsumfang pro Woche ungefähr ein Drittel des Jenaer Pensums ausmacht. Sicher, solange ein Sieg heraus springt und die Konkurrenz patzt, scheint alles in Butter. Der ergebnisorientierte Schlendrian aus den Spielen gegen Laubegast und Erfurt-Nord sollte sich aber besser nicht festsetzen. Gegen stärkere Gegnerschaft könnte dies schnell ins Auge gehen und der Vorsprung in der Tabelle wäre wieder mal dahin.
Bilanz eines Erfurter Zuschauers nach dem Spiel an der Straßenbahn-Haltestelle: „Das Erste war'n Eichentor, das Zweite war Pech und Jena war dünne.“ Carsten Klee, der gegen Wachsmuth (einem der wenigen Lichtblicke) keinen Stich bekam, formulierte es ein bisschen eleganter, aber sinnverwandt: „Der Traumfußball, den Jena in dieser Saison spielen will, war es heute nicht.“ <fc>
Fotos auf weissenburger.de

FC Carl Zeiss JENA - FV Dresden 06 Laubegast 4:0

Tore: 1:0 Manai (39.), 2:0 Ziegner (84.), 3:0 Maul (87.), 4:0 Kowalik (89.)
Jena: Jovanovic; Görke; Schmidt (38.Manai), Hujdurovic, Maul, Kowalik; Ziegner, Keil (68.Wille); Jovic, Hähnge (59.Schwesinger), Zimmermann
Dresden: Grundmann, Eller, Peßdat, Garbe (86.Schuster), Mikolayczyk, Kuhnisch (75.Kreher), Bernhardt, Lense, Kohlschütter, Scannew

Zuschauer: 1898

Schiedsrichter: Luther (Halle)

Spielbericht:
Nach dem mehr als verschenkten Dreier in Pößneck und angesichts des spätsommerlichen Badewetters wollten sich wieder einmal weniger als 2.000 Zuschauer ansehen, wie der FCC die Tabellenführung zu verteidigen sucht. Einige derjenigen die gekommen waren durften hinterher gar bereuen, nicht bis zur 84. Minute im benachbarten Schleichersee Sonne getankt zu haben, zu wenig konnte das bis zu diesem Zeitpunkt auf dem Rasen dargebotene das Herz des Fußballfeinschmeckers erwärmen. Benno Weber ließ den in Pößneck enttäuschenden Manai auf der Bank und holte Goalgetter Hähnge zurück in die Startformation, der jedoch in HZ 1 ebenso wenig Fortune im Abschluss bewies wie seine Stürmerkollegen. Jovic (4.+13. mit kreuzgefährlichen Flanken, 36. bei schnellem Konter über Hähnge verheddert, 37. knapp verzogen nach Zimmermann-Pass), Zimmermann (6. per Kopf in Grundmanns Arme, 9. mit Ecken-Abpraller an die Latte, 26. Ziegner-Pass ans Außennetz gesetzt) und Hähnge (8. mit von Johne auf der Linie geretteten Kopfball, 42. mit Schussversuch aus 12 Metern nach Doppelpass) versäumten die Umsetzung der klaren Feldüberlegenheit in Tore gleichfalls, wie auch Hujdurovics "Ich bin der Busse von Jena - Knaller" aus 25 Metern knapp am Dreiangel vorbei (18.), Mauls Kopfball (23.), Keils die Latte streifende Flanke (30.) oder Schmidts Kopfball (34.) das gewünschte Resultat brachten. Und so reagierte Benno Weber, brachte nach 37 Minuten Kais Manai, der es ihm nur eine Minute später mit der hochverdienten Führung dankte. Seine eigene Linksflanke war so verkorkst, dass sie bei Kapitän Ziegner auf die andere Seite gelangte, der machte es besser, beförderte sie postwendend zurück und da Manai inzwischen von den höflichen Laubegästen sträflich allein gelassen wurde, bedankte er sich auf seine Weise und schob den Ball volley mit der Innenseite technisch so perfekt ins lange Eck, dass auch Grundmann nur noch staunend zusehen konnte. Nur eine Minute später hätte der Torschütze mit seinem Schuß aus 20 Metern noch erhöhen können und auch über einen höheren Rückstand hätte sich keiner der stark ersatzgeschwächt angereisten Sachsen beschweren dürfen, wäre, ja wäre da nicht jene 25. Minute gewesen, an die Robert Scannewin wohl noch die ganze folgende Nacht gedacht haben dürfte. Eine Unstimmigkeit im Jenaer Deckungsverbund sah ihn urplötzlich mutterseelenallein vor Torhüter Jovanovic mit aller Zeit der Welt, zu viel Zeit wahrscheinlich, denn Jenas Keeper guckte ihn aus, verkürzte geschickt den Winkel und fischte den Schuss aus 12 Metern aus dem rechten unteren Eck. Es war die einzige Chance Dresdens in der ersten Hälfte, und es sollte die einzige im gesamten Spiel bleiben. Während sich die Ansammlung Jenaer Möglichkeiten in HZ 1 wenigstens noch besser las, als das spielerisch Dargebotene auf dem Platz wirklich wirkte, rauften sich die wenigen Zuschauer nach dem Seitenwechsel mehr und mehr die Haare und dürften mehr Freude an den sonnenüberfluteten Kernbergen gehabt haben, als das was sich zwischen den Strafräumen tat, was Heiko Weber in der Pressekonferenz zu der Bemerkung verleitete, man hätte den Besuchern heute Schmerzensgeld zahlen müssen. Für den seine Auswechslung sichtlich wütend entgegennehmenden Sebastian Hähnge war der von vereinzelten Tribünenrufern lautstark geforderte Andreas Schwesinger ins Spiel gekommen, konnte aber bis auf Hujdurovics Flanke nach einer Stunde, die er direkt knapp neben den Pfosten knallte, keine Impulse setzen und passte sich dem Spiel seiner Mannschaftskameraden nahtlos an. Erst 12 Minuten vor dem Ende wurden die Zuschauer jäh aus ihren Träumereien von Fuchsturmbesteigungen, Wanderungen über die Kernberghorizontale oder Gedanken über den niedrigen Saalepegel gerissen, als es endlich einmal schnell ging. Schwesinger auf Zimmermann, Zimmermann direkt zu Hujdurovic, Hujdurovic sofort weiter auf den eingewechselten und rechts durchlaufenden Wille, der flankt in den Strafraum wo Kais Manai die Kugel an die Latte jagt. Ein Wachmacher auch für die FCC-Elf, die nun zur Schlussoffensive blies. War Jovic in der 83. Minute nach Dribbling über rechts in den Strafraum mit seinem Schuss aus 8 Metern noch an Grundmann gescheitert, versuchte er es nur eine Minute später von fast der gleichen Stelle mit einer Flanke. Zwar konnte Dresdens Eller den Ball per Kopf klären, doch viel zu kurz, denn Jenas Kapitän höchstpersönlich schmetterte das Leder mit aller Wut über auch sein nicht überzeugendes Spiel - UNTER - die Latte. Damit war der Bann gebrochen. Maul fängt im Duett mit Zimmermann einen Laubegaster Angriffsversuch noch in der eigenen Hälfte ab, spaziert mit Ball am Fuß über den halben Platz und hat Glück, als sein Anspielversuch auf den links mitgelaufenen Jenaer zwar an einem Laubegaster Abwehrbein hängen bleibt, aber sodann auch an seinem eigenen und er nun völlig freie Bahn hat, was er aus 15 Metern mit trockenem Schuss an die Lattenunterkante feiert. 3:0, und nach der Mittwoch vergeigten 1:0-Führung und dem tags zuvor mit England in Wien verschenkten 2:0 stellte sich dem Autor dieser Zeilen die Frage, ob denn nun heute ein 3:0 endlich mal reichen sollte. Doch derartige Sorgen waren wohl eher theoretischer Natur, und so setzte eine Minute vor dem Abpfiff Kowalik den Schlusspunkt, als er eine langgezogene Manai-Ecke am langen Pfosten einnickte. Dabei ließ es der eigens aus Halle angereiste Referee dann auch bewenden und ersparte den tapferen Gästen ein noch größeres Debakel, auch wenn die lobenden Worte von Dresdens Coach Müller auf der Pressekonferenz zur Leistung seiner Mannschaft wohl nur wenige so recht nachvollziehen konnten, der seine Elf im Vorfeld auch "hier nicht gegenhalten, sondern nur gut aussehen" lassen wollte. Nun, die zitronenfaltergelben Trikots taten dies zumindest dahingehend, dass sie in Verbindung mit Jenas "weißem Ballett" und dem azurblauen Himmel den alten und neuen Spitzenreiter auch mit der entsprechenden Farbkombination huldigte. Damit dies so bleibt, muss sich blau-gelb-weiß in Zukunft aber etwas mehr strecken. <gunner>
Bilder des Tages von Jens Weißenburger

VfB Pößneck - FC Carl Zeiss JENA 1:1

Tore: 0:1 Hähnge (52.), 1:1 Busse (78.)
Pößneck: Okrucky; Tews; Daum (85. Bartholme), Busse; Hurt, Raab (60. Förster), Bloß, Wiegand (60. Wolter), Walther; Sonnenberg (RK, 71.), K. Zimmermann
Jena: Jovanovic; Görke; Hujdurovic, Kowalik; Maul, Ziegner, Manai (50. Hähnge), Schmidt, Keil; M. Zimmermann, Jovic (68. Werner)

Zuschauer: 1518

Schiedsrichter: Wenkel (Mühlhausen)

Spielbericht:
Nach einem Zitat von Werner Finck beginnt der Humor dort, wo der Spaß aufhört. Für den pößneckfahrenden Fußballfan von gestern dürfte dieser Punkt relativ früh erreicht gewesen sein. Wer die versteckten Reize von Göschwitz nach stundenlangen Bummelfahrten durch diverse Baustellen endlich hinter sich gelassen hatte, durfte sich zunächst den vielen Zahlungswilligen am Einlaß des Pößnecker Sportplatzes anschließen, die durch das eintreibende Personal mit unbeschreiblichem Gleichmut, auch über den längst erfolgten Anpfiff hinaus, abgewickelt wurden, um kurz darauf ernüchtert festzustellen, daß sie das, was sie sehen wollten nicht sehen konnten (bedrückende Enge hinter undurchschaubaren Zäunen) und das, was sie sehen konnten größtenteils nicht sehenswert war.
Was letzteren Tatbestand nicht erfüllte, war vor allem den Angriffsbemühungen Jenas zu verdanken. Erwähnenswert ist zunächst ein Schuß von Jovic, der einen hübschen Haken um seinen Gegenspieler geschlagen hatte und dann am gedankenschnell reagierenden Okrucky scheiterte. Der konnte den Ball zunächst an die Latte lenken und dann auch noch den zugegebenermaßen etwas unplazierten Flugkopfball von Zimmermann entschärfen (5.). Zehn Minuten später war es nicht Okrucky sondern Daum, der die Führung für Jena verhindern konnte, als er einen Schuß von Zimmermann aus spitzem Winkel für seinen geschlagenen Schlußmann von der Torlinie köpfte. Als Okrucky wieder nur 10 Minuten später einen Hujdurovic-Kopfball aus ca. 8 m mit dem Fuß abwehren konnte, war die Mission, ein frühes Führungstor zu erzielen, bereits zu Grabe getragen. Die Innovation im Jenaer Angriffsspiel erschöpfte sich dann auch die nächsten Minuten zusehends und die Pößnecker Abwehr gewann immer mehr an Sicherheit. Als Kapitän ging Ziegner der wachsenden Phantasielosigkeit vorbildhaft voran und erfreute uns nicht nur mit einer Reihe bizarrer Eck- und Freistöße, sondern darüber hinaus auch mit dem Selbstbewußtsein, den Ball fortwährend für seine mißglückten Schießübungen zu beanspruchen. Kowalik seinerseits nahm sich ein Beispiel und ließ sich kurz vor der Pause von Kai Zimmermann derart plump an der Nase rumführen, daß Jovanovic im Tor alle Mühe hatte, den Schrägschuß des vor ihm aufkreuzenden Ex-Jenaers noch zur Ecke abzuwehren (44.).
Kurioserweise war es eine Ecke von Ziegner, die zu Beginn der zweiten Halbzeit die Fußballwelt wenigstens zeitweise wieder recht normal aussehen ließ. Sein Ball kam irgendwie zum eingewechselten Hähnge, der auf den Versuch einer Ballannahme verzichtete und aus 8 m das erlösende 1:0 erzielte (53.). Endlich. Viele (und da nehme ich mich nicht aus) meinten, daß es das eigentlich gewesen sein müßte, da Pößneck bis dahin nichts abgeliefert hatte, was als Zeichen konstruktiver Gegenwehr hätte gewertet werden können und Jenas Stürmer nun ein ums andere mal gefährlich vor Okrucky auftauchten. Zunächst umkurvte Schmidt drei Pößnecker und scheiterte im Abschluß an der Kürze der langen Torecke (58.), wenig später köpfte Hujdurovic nach eine Schmidt-Flanke gegen die Laufrichtung des Torwarts und machte exakt die gleiche Erfahrung (66.). Zwischendurch hatte bereits Ziegner sein bis dahin schauriges Trefferbild mit einer Volleyabnahme aus 20 m aufgewertet, auch wenn sein Schuß insgesamt zu unplaziert war. Das Spiel schien endgültig gelaufen, als Sonnenberg Hujdurovic den Ball absichtlich dorthin warf, wo´s richtig wehtut, und zur Belohnung für soviel Cleverneß von Schiedsrichter Wenkel gleich mit Feierabend belohnt wurde (71.). Jena agierte nun in Überzahl, ließ allerdings Pößneck etwas mehr Platz und wurde für diese Nachlässigkeit prompt bestraft. Zwar stand die Abwehrreihe gut, auf Busse, der weit vor dem Jenaer Tor angespielt wurde, paßte allerdings niemand so richtig auf. Als der ausholte, hörte der Spaß endgültig auf und auch der Humor war, jedenfalls was mich anging, für diesen Abend zur Gänze aufgebraucht. Es war, ähnlich wie gegen Fürth, ein Schnurstracks-Geradeaus-Sonntagsschuß, der hinter dem verdutzten Jovanovic ins Dreiangel krachte (77.). Wäre ein 0:0 am Ende noch vertretbar gewesen, so verletzte dieses 1:1 jeglichen Gerechtigkeitssinn, auch wenn Ungerechtigkeit offensichtlich sehr sehenswert sein kann... Jena reagierte nun leicht angesäuert und versuchte die durch die Überzahl entstandenen Räume besser zu nutzen. Vor allem Werner trat dabei immer wieder gefährlich in Erscheinung. Als er von Zimmermann schön freigespielt wurde, war der Torschrei schon über die Lippen, Werner brachte es aber nicht fertig, den Ball im leeren Gehäuse unterzubringen und jagte ihn von der Torraumlinie drüber. Unglaublich! Nach drei (!) mehr oder weniger verunglückten Kopfbällen von Werner (82., gehalten/ 88. und 90., jeweils vorbei) und einer Direktabnahme von Görke von der Strafraumgrenze (90.), die einen Meter am Tor vorbeiflog, war es mal wieder traurige Gewißheit. Jena kann gegen Pößneck einfach nicht gewinnen.
Die Schwächen der Mannschaft sind dabei sehr offenkundig und sind vor allem in der miserablen Chancenauswertung zu suchen, die in Kombination mit ein bißchen viel Pech, das Rezept für den anhaltenden Mißerfolg bei solchen vermeintlich einfachen Spielen darstellt. Darüber hinaus wirkt das Spiel oft zu statisch und phantasielos, worauf sich vor allem kämpferisch starke Mannschaften schnell einstellen können.
Am Ende blieb da wieder mal nur Frustbewältigung bei McD übrig. Gesund ist Fußballgucken halt wirklich nicht. <bpf>
DRAMAtische Bilder

FC Carl Zeiss JENA - FC Sachsen Leipzig 4:1

Tore: 1:0 Manai (15.), 1:1 Seifert (20.), 2:1 Hujdurovic (66.), 3:1 Zimmermann (75.), 4:1 Manai (81.)
Jena: Jovanovic; Holetschek (32. Kowalik); Görke, Hujdurovic; Maul, Ziegner, Schmidt, Keil (71. Seb. Wille), Manai; Hähnge (62. Werner), Zimmermann
Leipzig: Lippmann; Kujat, Wejsfelt, Kittler, Ratkowski; Watzka, Gerster, Niestroj, Werner (76. Garbuschewski); Boltze (69. Paeslack), Seifert (69. Perdei)

Zuschauer: 2638

Schiedsrichter: Blumenstein (Berlin)

Spielbericht:
Nach dem starken Pokalauftritt gegen Fürth waren bei vielen natürlich die Erwartungen vor dem – wenigstens dem Namen nach – Spitzenspiel hochgesteckt. Der FCC – gegenüber dem Pokalspiel bis auf den Spieler der Saison 2003/04 Manai für den verletzten Jovic unverändert – zeigte gleich zu Beginn, daß man diesmal gegen „Chemie“ die 3 Punkte behalten wollte. In der 6. min strich ein Holetschek-Freistoß aus 30 m knapp über die Querlatte, dann zögerte Keil nach einer zu kurz abgewehrten Flanke zu lange mit dem Schuß (11.) und schließlich verwehrte Lippmann im Gästetor Zimmermanns Kopfball (nach Manai-Flanke) den Weg ins Tor, indem er sich irgendwie auf den Ball setzte. Zwei Minuten später war es dann aber soweit: Maul verlängert per Kopf einen weiten Einwurf und Manai traf auf Nahdistanz zur bis dahin hochverdienten Führung. Petrus jubelte eine Runde mit und ließ sofort einen Regenbogen über dem Stadion erstrahlen. Den rollte er aber blitzschnell wieder ein, als er Hujdurovics (Nach)Lässigkeit sah, als dieser einen Paß auf seiner Seite samt Gegenspieler auf die leichte Schulter nahm, und dessen Flanke vom unbehelligt zwischen 2 Verteidigern laufenden Seifert zum Ausgleich über die Linie gedrückt wurde. Jena versuchte sofort, dieses Mißgeschick zu korrigieren, aber Keils Direktschuß aus 20 m ging knapp vorbei. Einige Minuten später zeigte der Gästekeeper nach einigen Jenaer Ecken Unsicherheiten, aber es fiel kein Tor. In der 32. min mußte Holetschek verletzt am Spielfeldrand behandelt werden. Die dezimierte Abwehr wurde von den Leipzigern blitzschnell überrannt und nur Jovanovics Fußabwehr war es zu verdanken, daß der FCC nicht in Rückstand geriet. Die nächste Viertelstunde mußte man sich nicht unbedingt ansehen. Beide Teams neutralisierten sich auf mäßigem Niveau und erwähnenswerte Szenen blieben aus.
Fast hätte dies auch auf die erste Viertelstunde nach der Pause zugetroffen, wäre da nicht plötzlich in der 47. Minute grün-weißer Torjubel gewesen. Der Referee ließ nach Rücksprache bei seinem Assistenten aber die Jenaer Zuschauer jubeln, da der Flankengeber selbst beim vorhergehenden Zuspiel im Abseits stand. Und wenig später mußte Jovanovic auf der Hut sein, als ein als Flanke gedachter Sachsen-Freistoß plötzlich Richtung Dreiangel abbog. Nach dem folgenden Eckball zeigte auch der FCC-Torwart plötzlich Nerven und zog damit mit seinen Mitspielern gleich, die in dieser Spielphase hektisch und ohne Konzept agierten. Und irgendwie hatte man auch als Zuschauer kein gutes Gefühl mehr. Nach einer Stunde Spielzeit eroberten Ziegner und Zimmermann im gegnerischen Strafraum einen bereits verlorenen Ball zurück, jedoch Hähnges Schuß verfehlte das gegnerische Gehäuse. Vielleicht war diese Szene im Zusammenhang mit der unmittelbar folgenden Einwechslung Werners der Knackpunkt des Matchs, denn plötzlich erwachte der FCC und übernahm das Kommando. Manais Knaller aus knapp 18 m Entfernung (63. min, nach kurzer Kopfballabwehr) verfehlte noch sein Ziel, da der Ball unterwegs leicht abgefälscht wurde. Keine 120 Sekunden später klappte es dann aber doch mit dem Torschrei: Maul setzte einem Richtung Grundlinie trudelndem Ball hinterher, paßte in die Mitte, wo ein Jenaer den Ball zurück auf Hujdurovic legte, der von der Strafraumgrenze Maß nahm und mit einem satten Schuß sein Mißgeschick beim Ausgleich korrigierte. Zum Glück wurde nun nicht auf Halten des Vorsprungs umgeschalten, sondern Weber wechselte mit Wille den nächsten „jungen Wilden“ ein. Und der spielte in der 75. min seinem Gegenspieler am rechten Strafraumeck zunächst eine Acht in die Beine, daß dieser auf den Hosenboden plumpste, schaute danach in die Mitte und beschenkte Mark Zimmermann mit einer punktgenauen Flanke. Und Zimmermann machte sein Versprechen wahr und legte den Leipzigern (wie zuletzt am 3.6.1995) ein Ei ins Netz – 3:1!!! Schon beim 95er Aufstiegskrimi zeigten sich die Leutzscher als schlechte Verlierer und auch diesmal brannten im Gästeblock einige Sicherungen durch, die paar Strohköpfe in Flammen aufgehen ließen und das Stadion in eine dicke Qualmwolke hüllte. Nachdem alle wieder freie Sicht hatten, demonstrierte Jena deutlich, daß dieser Vorsprung zum Sieg reichen würde. Alle Wechsel der Leipziger verpufften und es spielte nur noch ein Team. Der FCC nutzte die sich bietenden Räume zu schnellen Kontern. Die ersten paar Torchancen wehrten die Gäste zwar noch ab, aber in der 86. Minute spielte Ziegner so mustergültig in die Gasse, daß der Schiedsrichterassistent keine Chance zur Abseitsfahne und Lippmann keine Chance gegen Manais 4:1 bekam. Einen weiterer Treffer kurz vor Schluß war noch möglich, wäre dann aber doch zuviel des Guten gewesen.
Trotz des zahlenmäßig klaren Sieges gab es etliche Mängel im Spiel des FCC, vor allem zwischen der 30. und der 60. Spielminute hätte ein Gästetreffer verheerende Folgen haben können. Optimistisch stimmte aber, daß aus eigener Kraft und Willensanstrengung heraus der Spielfaden wiedergefunden wurde. <uk>
Bilder von Jens Weißenburger
Bericht und Statements auf der offiziellen Sachsen-Page
Spielbericht auf einer Leutzscher Fanpage

FC Carl Zeiss JENA - FC Oberlausitz Neugersdorf 3:0

Tore: 1:0 Hähnge (27.), 2:0 Jovic (45.), 3:0 Schmidt (66.)
Jena: Jovanovic; Holetschek; Görke, Hujdurovic; Maul, Schmidt (69. Wachsmuth), Ziegner, Keil (46. Böhme); Zimmermann (63. Manai), Hähnge, Jovic
Neugersdorf: Barta; Israel, Kästner (62. Miltzow), Grund, Janacek; Capek, Haasler (70. Fröhlich), Jugo (75. Uhlig), Michael; Krocian, Kubis
Zuschauer: 1858

Schiedsrichter: Paffrath (Berlin)

Spielbericht:
[von Ragnar Boedefeld]
Das erste Heimauftritt der Saison 2004/05 sollte also ausgerechnet gegen die Truppe stattfinden, gegen die vor etwas mehr als einem Jahr der Aufstieg vergeigt worden war. Und auch vor ein paar Monaten hatte man auswärts zwei Punkte im Oberlausitzer Schnee liegen lassen. Das erste Heimspiel versprach also eine gewisse Spannung, und das Wetter war nicht schlecht - obwohl eine Husche zu Beginn der Halbzeitpause einen Großteil der Gegentribune die Spielfeldseite wechseln ließ. Und trotzdem erschienen nur 1858 Zuschauer im EAS! Im vierten Jahr Oberliga Süd nimmt also die Anzahl derjeniger immer weiter ab, die später einmal (ehrlich) von sich behaupten können: „ In all diesen finsteren Zeiten bin ich immer dabeigewesen!
Mit dem Anpfiff lösten sich derartige Gedankengänge jedoch sofort in pure Aufmerksamkeit auf. Wie würde sich die neuformierte Abwehr diesmal anstellen? Klappt das Umschalten von Abwehr auf Angriff in diesem Jahr besser? Und ist Sebastian Hähngen wirklich das neue Stürmerwunder, als das er im ersten Spielbericht dargestellt wurde? Die erste Viertelstunde brachte darüber nicht viel Aufschluss. Die Abwehr stand von Beginn an ziemlich sicher, sieht man mal von einer gefährlichen Situation in der 10. Minute ab, als der OFC zu einer Schussgelegenheit aus 22 Metern kam. Zum Glück geriet der Abschluss ziemlich lau und damit haltbar für Jovanovic, der sich insgesamt nur einen kleinen Fehler beim Fangen leistete. Jena spielte zwar gefällig, allerdings nur bis zum 16er. Nach einem zu unplatzierten Hähnge-Kopfball in der 17. Minute war es denn auch die erste wirklich gefährliche Aktion des FCC, die gleich zum 1:0 führte. Und in der Tat – die Ballannahme und die schnelle Drehung mit anschließendem Torschuss an den rechten Innenpfosten (und von da rein ins Tor) lassen vermuten, dass der neue 10er eine wichtige Verstärkung darstellen könnte. Was er ja Ende der vorhergehenden Saison schon angedeutet hatte. Nach dem Tor kam Jena nun auch zu zwingenden Aktionen im gegnerischen Strafraum. Immer wieder trug das Mittelfeld die Bälle schön nach vorn zu den Stürmern, woraus sich Möglichkeiten für Görke (nach Freistoss), Jovic und Schmidt ergaben. Kurz vor der Halbzeit fiel folgerichtig das 2:0, wiederum schön herausgespielt von Hähnge, dessen Pass Keil zwar noch nicht versenken konnte, dessen Abpraller jedoch Jovic nicht mehr „vorbeitun“ konnte. Dann war Halbzeit, und es erfolgte der anfangs erwähnte 300m-Sprint für Zuschauer.
Der Verlauf der zweiten Halbzeit lies zu keinem Zeitpunkt das Gefühl aufkommen, dass hier noch etwas anbrennen könnte. Der FCC lehnte sich etwas zurück, kam aber trotzdem noch zu guten Möglichkeiten, ohne hinten großartig in Gefahr zu kommen. Dies führte sogar soweit, dass Hujdurovic als letzter Mann eine kleine Einlage mit dem Außenrist vorführte, die den Neugersdorfer Stürmer zwar sehenswert ins Leere laufen ließ, die man aber gemeinhin erst beim Stand von 3:0 geneigt ist zu tolerieren, und die über die man sich wohl erst ab dem 5:0 so richtig freuen kann. Für das Erreichen der Tolerabilitätsgrenze sorgte übrigens Schmidt, der nach Flanke von Böhme den Ball an sämtlichen Verteidigerbeinen und dem Torwart vorbei hineinstocherte. Weitere FCC-Möglichkeiten der zweiten Halbzeit zeigten auf, dass etwas Kopfballtraining angebracht zu sein erscheint. In den letzten fünf Minuten zog beim FCC der Schlendrian ein – und so hätte es am Ende beinahe doch den ersten Gegentreffer der Saison gegeben. Der Pressschlag vor dem Jenaer Tor landete aber zum Glück auf der Lattenoberkante.
Gut so - wer weiß schon, ob uns diesmal das beste Torverhältnis endlich mal was nützt? Was auf jeden Fall nützte, wäre eine größere Anzahl von Zuschauern im EAS, die zur Zeit einen FCC erleben können, der eher an die erste denn an die zweite Halbserie des vergangenen Spieljahres erinnert.
Bilder des Tages <jw>
Bericht auf der offiziellen FCO-Page
Schnappschüsse von Sportfotograf René Röder

BSV Eintracht Sondershausen - FC Carl Zeiss JENA 0:4

Tore: 0:1 Hähnge (26.), 0:2 Maul (36.), 0:3 Zimmermann (61.), 0:4 Hähnge (79.)
Sondersh.: Menzel; Wehrmann; Rustler (72. Uslar), Rasch; Kabore, Tanne, Klaus (GRK , 75.), Duft, Gerke; Kloth, Caspar (72. Wattrodt)
Jena: Jovanovic; Holetschek; Görke, Hujdurovic, Maul, Schmidt, Ziegner (52. Kowalik), Böhme (59. Benedetti); Zimmermann, Hähnge, Jovic (71. Schwesinger)

Zuschauer: 1100

Schiedsrichter: Bley (Sehmatal)

Spielbericht:
Nimmt man allein die Vorbereitungsergebnisse als Maßstab, können wir uns auf eine gute Saison freuen. Gegen Zweitligist Aue wurde gewonnen, gegen Regionalligist Chemnitz ebenso und gegen unterklassige Gegner stellte man einen bei Jenaer Mannschaften selten erlebten Torhunger nach zweistelligen Ergebnissen fest. Doch lassen solche Spiele wirklich Rückschlüsse zu ? Blieben Jenas Viertliga-Fußballer nicht im letzten Jahr sogar gegen Bundesligist Schalke 04 ungeschlagen und versagten wieder mal, als es darauf ankam, den Aufstieg zu schaffen ?
Der FCC stieg mit drei Spitzen in die Punktspielserie 04/05 ein, wobei Mark Zimmermann aus leicht hängender Position heraus agierte. Als Böhme nach Schmidts Anspiel nicht vom Ball zu trennen war, sein Solo durchs Mittelfeld mit Pass auf rechts zu Hähnge abschloss, entfuhr dem neuen Chefcoach Heiko Weber das erste „Gut so!“. Selbst wenn die für Maul bestimmte Flanke nicht ankam. Exakt an jener Stelle des Spielfeldes, auf der Unbekannte mittels Schriftzug „Hartz IV = Scheiße“ ihren Unmut gegen sogenannte Reformpolitik zum Ausdruck gebracht hatten, entstand das 1:0. Maul flankte von dort lang in den Strafraum, Hähnge stieß hinein und köpfte das Leder unter die Latte. Drei Minuten später auf der Gegenseite: Einwurf von rechts, Klöth köpft aufs Tor und befördert den zurückspringenden Ball ins Tor. Doch der Torjubel der Gastgeber verstummte schnell, denn der Unparteiische an der Seitenlinie hatte richtig erkannt, dass das Leder nach dem Kopfball hinter der Torlatte aufgekommen war, ehe er ins Feld zurücksprang. Nach einer halben Stunde schmetterte Torsten Göhrke, einer von fünf Neuzugängen in der Anfangsformation, einen 30-Meter-Freistoß direkt aufs Tor, Menzel konnte nicht festhalten, Zimmermann schob den Abpraller aus sechs Metern drüber. Ebenso sündhaft aus ähnlicher Entfernung vergab Hähnge drei Minuten später. Einen Meter im Mittelkreis-Abseits stehend, rannte er parallel zum ballführenden Jovic auf Menzel zu. Da der herein gegebene Ball vor Hähnge aufsprang, kam dieser mit dem Fuß darunter und vergab. Für sonderlich viel Verdruss sorgte dies aber nicht, denn die Freude über das unmittelbar zuvor erlebte 2:0 war noch frisch: Alexander Maul hatte einen Jovic-Kurzpass aufgenommen, war in den Strafraum gelaufen und zielte überlegt ins lange Eck. Nachdem den Westthüringern klar geworden war, dass es auch diesmal keinen Punkt zu gewinnen gibt, wollten sie wenigstens mal ein Tor gegen Jena erzielen. Der Fernschuss von Klaus (38.) war nicht weit weg. Die Gastgeber-Elf spielte im Rahmen ihrer Möglichkeiten, auch wenn diese nach wie vor begrenzt sind; und da es an der Führung der Jenaer nichts zu deuteln gab, entlud sich der Frust der einheimischen Zuschauer zur Halbzeit verbal am Schiri-Gespann.
Das neue Trainergespann Weber/Kämpfe kam zeitig aus den Kabinen zurück. Für mehr Anweisungen als "konzentriert weiter spielen" dürfte die Zeit kaum gereicht haben. Als die Mannschaft Minuten später folgte, lief Weber aber doch noch mal aufs Spielfeld und nahm sich Mark Zimmermann zur Seite, dem in den ersten 45 Minuten mit am wenigsten gelungen war. Mit Webers Extra-Tipps sollte der Erfolg bald zurückkehren, doch zuvor probierte es Maul ein weiteres Mal im Alleingang, scheiterte diesmal knapp an Menzel (50.). Dann war Zeit für Marks Erfolgserlebnis: Ball annehmen und auf den anderen Fuß liegen, Flachschuss, Tor. Der Sekundenzeiger brachte gerade die sechzigste Umdrehung hinter sich. „Kommt weiter, die sind platt“, trieb Jenas Coach seine Jungs auch nach 75 Minuten noch nach vorn. Schade nur, dass er nicht einmal angesichts der klaren Führung einem zweiten oder dritten Youngster neben Schmidt eine Chance gab. Zumal der Kontrahent tatsächlich platt war. Das unmotivierte Foul von Eintracht-Punk Klaus an der Außenlinie, welches zum Feldverweis führte, kann ebenso als Beleg herhalten wie Hähnges fehlender Gegenspieler bei einem Jenaer Eckball. Sebastian Hähnge, zunächst als Panikkauf der vorigen Saison abgestempelt, bestätigte seine Leistungen aus den Testspielen mit viel Engagement und zwei Treffern.
Womit wir wieder beim Eingangsthema wären. Realistisch gesehen war die Partie in Sondershausen nicht mehr als ein weiteres Vorbereitungsmatch, für das es praktischerweise schon mal drei Punkte gab. Die permanente Überlegenheit sollte dabei ebenso wenig überbewertet werden wie das eine oder andere Abstimmungsproblem in der Hintermannschaft. Im Ernst-Abbe-Sportfeld steigt nächstes Wochenende bereits ein Duell Tabellenerster gegen Zweiter. Vielleicht gibt es schon etwas mehr Aufschluss darüber, ob am neuen Jenaer Fan-Transparent „Unaufsteigbar“ die ersten zwei Buchstaben irgendwann abgeschnitten werden können. <fc>
Bilder des Tages
Spielbericht auf der offiziellen BSV-Seite


Kommentatorenteam:

<fc> - Frank Cichos
<vg>- Volker Große
<uk> - Uwe Kaiser
<jw> - Jens Weißenburger
<bpf> - Björn Pfennig
<gunner> - Stefan Meißner

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