Tore: 1:0 Hähnge (46.), 1:1 Rohde (76.), 2:1 Schwesinger (78.)
- Jena: Berbig; G. Müller; Benedetti, Schwabe; Böhme (82. Zimmermann),
Treitl, Schmidt, Manai (66. Petrowsky), Keil; Werner (46. Hähnge),
Schwesinger
- Cottbus: Thoms; Jahn, Lempke, Rohde; Winkler, Brychzy, Schikora,
Dörry (78. Schuchardt); Weller (85. Teichmann), Lindner (61. Lorz), Grötsch
- Zuschauer: 2618
- Schiedsrichter: Böhm (Berlin)
- Spielbericht:
- Ohne ihren erkrankten Trainer mussten Jenas Akteure das
letzte Punktspiel dieser Saison auskommen. Thomas Vogel war schon bei der
letzten Pressekonferenz sichtlich angeschlagen und musste am Sonntag wegen
einer Lungenentzündung passen. Heiko Weber kam unverhofft zu seinem Debüt als
Oberligatrainer.
Nach einer Spielminute rutschten Schwabe und Lindner
unabhängig voneinander zur selben Zeit auf dem regenfeuchten Rasen aus. Als
auch noch Schiri Böhm rückwärts über den Cottbuser stolperte,
konnte sich so mancher Zuschauer ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Doch das Grinsen verging uns schnell, als nach 18 Minuten die Meldung vom
Plauener Tor in Dresden-Laubegast die Runde machte. Ohne einen Punktverlust des
VFC konnte der FC Carl Zeiss seine Aufstiegshoffnungen begraben.
Die Jenaer
Spieler, welche über den externen Zwischenstand bewusst nicht informiert
wurden, taten ihr Möglichstes, um mit einem eigenen Sieg im Rennen zu bleiben.
Lediglich Andre Thoms im Cottbuser Gehäuse war es zuzuschreiben, dass es bis
zur Pause torlos stand. Thoms blieb gegen Schwesinger Sieger, als der eine
Fußspitze an Schmidts Freistoß bekam (22.) und parierte auch Böhmes Schuss vom
Strafraumeck (24.). Immer wieder Thoms, auch an Schwesingers Aufsetzkopfball
(33.) kam er heran. Nur in Minute 37 brauchte er Unterstützung von
Mannschaftskamerad Döring, der Tobias Werners Schuss auf der Linie abfing. Bei
Treitls Nachsetzen klärte er die Situation dann wieder selbst.
Heiko Weber brachte zur zweiten Halbzeit Sebastian Hähnge.
Ähnlich wie drei Wochen zuvor Thomas Vogel bei der Hereinnahme von Schwesinger
bewies Weber damit auf Anhieb ein glückliches Händchen. Denn seit dem
Wiederanpfiff waren exakt 18 Sekunden vergangen, als Hähnge eine Ablage von
Böhme mit dem linken Fuß ins rechte untere Eck schoss. Aufgrund der überlegen
geführten ersten Hälfte war diese Führung mehr als verdient. Die Cottbuser hätten
sich nicht einmal beschweren können, wenn Schwesinger nach einer reichlichen
Stunde Hähnges Eingabe zum 2:0 genutzt hätte. Gegen bis dahin harmlos Gäste. Denn
selbst wenn einige Spieler diesmal nicht verfügbar waren – angesichts der
Vorschusslorbeeren, in Neugersdorf und Halberstadt jeweils fünf Tore erzielt zu
haben, Orten also, in denen Jena nicht hatte gewinnen können, überraschte die
magere Offensivwirkung der Lausitzer während der ersten Stunde. Von uns aus
hätte es bis zum Schluss so bleiben können, doch in Minute 67 krachte Rohdes
Kopfball nach Wellers Eckstoß an den Pfosten. Berbig, der in dieser Szene
machtlos gewesen wäre, lenkte neun Minuten später Brychzys 30-Meter-Freistoß um den Pfosten. Es gab
wieder Eckball, der flog wieder in den Torraum, wieder auf Rohde, der dort
wieder freistand – und diesmal mit dem Fuß verwandelte.
Bei Laubegast führte Plauen inzwischen mit
drei Toren, in puncto Meisterschaft waren also alle Messen gelesen. Wenigstens
verabschiedeten sich die Zeiss-Kicker mit einem Sieg, den Schwesinger per Kopf
aus Nahdistanz sicherstellte. Die Vorlage dazu hatte auch diesmal Robert Böhme
geliefert. Lange als Fehleinkauf abgestempelt, spielte sich Böhme zum Saisonende
doch noch in die Stammelf. Auch bei Schwesinger scheint der Knoten in Jena
gerade eben noch geplatzt. Schließlich muss man auch die A-Junioren auf der
Positivliste erwähnen. Ralf Schmidt strahlt im Mittelfeld mehr Sicherheit aus
als so mancher Routinier und seitdem wir Andreas Keil auf links haben, kommen
mehr Flanken von dieser Seite an als zuvor.
Dies alles reicht freilich nicht aus, um die geschundene
Fanseele zu besänftigen. Zu tief sitzt
der Schock über die auf ähnliche Weise wie in den letzten zwei Jahren vergebene
Meisterschaft. Die Zuschauerzahl am letzten Spieltag zeigte dies deutlich: Waren im Vorjahr in ähnlich auswegloser Lage noch viereinhalbtausend Besucher ins
Stadion gepilgert, kamen gegen Cottbus fast 2000 weniger. Konnte ich vor
einem Jahr an dieser Stelle noch von einem "versöhnlichen
Abschluss" berichten, kommt mir das diesmal trotz des Sieges nicht
über die Tastatur. Kein Wunder, war doch der in den Sand gesetzte Vorsprung noch größer. Sage
und schreibe 12 Punkte plus 23 Tore Vorsprung besaß der FC Carl Zeiss zu
Saisonhalbzeit nach siebzehn Spieltagen auf den VFC Plauen ! Der krasse Leistungsabfall
unter Trainer Achim Steffens setzte sich zunächst auch unter Thomas Vogels
Regie fort. Absoluter Tiefpunkt dabei wieder einmal das direkte Duell mit dem
unmittelbaren Kontrahenten. Es wird wohl ewig ein Rätsel bleiben, weshalb der
FC Carl Zeiss im eigenen Stadion vor Rekordkulisse nicht nur spielerisch einbrach,
sondern auch kämpferisch den Vogtländern unterlegen schien. Erst nach ihrem
Versagen fand die Jenaer Elf zu einstiger Form zurück. Eben alles wie
im Vorjahr schon mal erlebt. Doch wäre das Aufsteigen je zuvor so einfach
wie in dieser Saison gewesen ? Wird es jemals wieder so einfach werden ?
Der Landespokal-Sieg ist kein wirklicher Trost, denn der Sieg gegen
den FC Rot-Weiß Erfurt II verhinderte lediglich den Super-GAU.
Irgendwie glich diese Saison 2003/2004 dem Wetter während des
letzten Spiels: Mal schön, mal grausig. Zum Schluss stand der FCC im Regen.
<fc>
Bilder vom letzten Spieltag
Tore: 0:1 Schwesinger (28.), 0:2 Treitl (35.), 0:3 Schmidt (44.),
0:4 Manai (79.), 0:5 Keil (90.)
- Erfurt-N.:Fienhold; Kushev; Vollmann, Heinrich; Frank (87.
Grönling), Kiehn, Eck, Raab, Intek; Janke, Lux (55. C. Huck)
- Jena: Berbig; G. Müller; Benedetti, Schwabe; Böhme,
Treitl (82. Leutloff), Schmidt, Manai, Keil; Werner (73. Ch. Müller),
Schwesinger (64. Hähnge)
- Zuschauer: 750
- Schiedsrichter: Jauch (Benshausen)
- Spielstenogramm:
- Jena von Anbeginn tonangebend mit etlichen Chancen bereits vorm 1:0 + + +
Tor des Tages durch Schmidts Linksschuss aus 25 Metern + + + Erfurt-Nord
mit Abseitstreffer in Hälfte eins und Pfostenschuss kurz nach der Pause + + + Jenaer Sieg dennoch in dieser Höhe verdient + + + Oberliga-Comeback
für weiteren A-Junior
Fünf Tore als Fotos <jw>
Tore: 1:0 Schwesinger (45.), 2:0 Böhme (71.)
- Jena: Berbig; G. Müller;
Schmidt, Benedetti; Keil (75. Ch. Müller), Böhme, Treitl, Petrowsky, Manai;
Werner (79. Hähnge), Klee (45. Schwesinger)
- Dresden: Groß;
Ackermann, Nebes, Linkert, T. Gaunitz (09. Härtig), Streiber, Kostadinov, Arto
(53. Heinig), Genschur, Scholze, Moses
- Zuschauer: 2471
- Schiedsrichter: Häcker (Pentz)
- Spielbericht:
- Für drei Spitzenspiele im Ernst-Abbe-Sportfeld warb der
Supporters Club im Vorfeld mit der Aktion „Es kann nur einen geben“, doch
nachdem sich mit den enttäuschenden letzten beiden Spielen andeutete, dass der
FC Carl Zeiss dies wohl wieder einmal nicht sein wird, hatte die letzte der
drei Topbegegnungen wenig von einem Aufeinandertreffen zweier direkter
Kontrahenten um Platz 1. Nur noch ein Drittel der Rekordkulisse von vor zwei
Wochen zeigt deutlich den verlorenen Glauben der Jenaer Anhängerschaft an ihre
Mannschaft, die jedoch mit dem Anpfiff den Eindruck erweckte, als wollte sie
sich genau dies nicht zum Vorwurf machen, die letzte Chance ungenutzt zu
lassen.
Daß zwischen dem Wollen und dem, was die eigene psychische Verfassung
an Können zulässt, momentan ein himmelweiter Unterschied besteht, zeigte sich
aber schon nach wenigen Sekunden, und spätestens als Carsten Klee in
aussichtsreicher Position umständlich und hilflos den Ball vertändelte, schien
das Jenaer Spiel wieder in jene geregelten Bahnen zu laufen, die die eigenen
Fans zuletzt so entzürnten. Und so ist es wohl Jenas Verletztenmisere zu
verdanken, dass den 2.174 Zuschauern in der ersten halben Stunde zumindest hin
und wieder einige Lichtblicke beschert wurden. Der Ausfall der halben Stammelf
mit Holetschek, Schwabe, Grasser, Noll, Maul und Jovic zwang Trainer Thomas Vogel
förmlich zum Einsatz weiterer Youngster aus dem erfolgreichen Nachwuchs, und so
durfte Andreas Keil sein Oberligadebüt an der Seite seiner A-Juniorenkollegen
Werner und Schmidt geben, ein hoffnungsvoll stimmendes wohlgemerkt. Denn wie er
sich auf der linken Außenbahn ein ums andere Mal durchsetzte und vor allem
immer wieder zu im FCC-Spiel lange nicht mehr gesehenen präzisen Flanken kam,
das machte ebensoviel Spaß wie Ralf Schmidts blitzsaubere Partie in der völlig
neuformierten Innenverteidigung. Eine Position, die der 18jährige auch bei den
A-Junioren bekleidet und ihm noch besser zu liegen scheint, als die Einsätze im
zentralen Mittelfeld zuletzt in der ersten Mannschaft. Und so war es auch sein
Verdienst, dass die sonst so spielfreudigen Gäste aus Dresden in der ersten
Halbzeit nur zu einer einzigen echten Tormöglichkeit kamen, als Tino Berbig in
großer Manier rettete, nachdem Stefan Treitl an einer Flanke vorbeigeflogen war
und reichlich Verwirrung im Jenaer 16er herrschte. Doch auch auf der Gegenseite
herrschte eine halbe Stunde lang völlige Ruhe im Strafraum, bis der passable
Schiedsrichter Häcker zumindest den ersten Eckball an die Gastgeber zu vergeben
hatte und Petrowskys gefährliche Hereingabe erstmals für Unruhe bei den
Nordlern sorgte (27.). Sechs Minuten später wurde dann vehement Elfmeter
gefordert, als Carsten Klee an Keils Traumflanke vorbeifliegt und der dahinter
postierte Manai etwas unsanft am finalen Torschuß gehindert wurde, doch der
Pfiff blieb aus. Jena nun druckvoller, und mit Schmidts Kopfball übers Tor
(37.) oder Klees per Fußabwehr pariertem Flachschuß nach Paß von Keil (39.)
weiter mit einigen „halben“ Möglichkeiten, ohne jedoch die sonnenverwöhnten
Zuschauer wirklich aus ihrer Lethargie reißen zu können. So dauerte es bis zur
45. Minute, als Carsten Klee sein glückloses Spiel mit einer unnötigen Attacke
gegen Nord-Keeper Groß schwer bezahlte, und unter dem teils ehrlich gemeinten,
teils höhnischen Applaus der Tribüne das Spielfeld verletzt verlassen musste.
Für ihn kam der in Halberstadt erfolgreiche Joker Andreas Schwesinger ins Spiel,
doch dass die Wiederholung dieses Torerfolgs nur dreißig Sekunden dauern würde,
damit rechneten wohl die wenigsten. Mit der ersten Ballberührung nahm er sich
die Hereingabe Böhmes herunter, mit der zweiten schmetterte er das Leder in die
Maschen zum Führungstreffer, kurz darauf ging es in die Kabinen.
Wenn die 24
mitgereisten Schlachtenbummler aus Elbflorenz nun mit einem Aufbäumen ihrer
Jungs gerechnet hatten, wurden sie bitter enttäuscht. Nach der Pause spielte
nur noch Jena, die Gäste blieben ihre gute Platzierung in jeder Hinsicht
schuldig, während sich auf Jenaer Seite mehr und mehr die jungen Wilden in den
Mittelpunkt spielten. Werner setzte mit seinem Drehschuß übers Gehäuse nach
Schmidt-Hereingabe das erste Achtungszeichen (49.), bevor zwei Minuten später
Jenas Torschütze aus der ersten Halbzeit die Riesenchance zum Doppelpack auf
dem Kopf hatte. Keil hatte sich über links hervorragend durchgesetzt, flankte
millimetergenau auf den im Fünfmeterraum stehenden Schwesinger, dessen Kopfball
Große noch an die Latte lenken konnte, von wo er dann kurz vor der Torlinie
liegend keinen in gelb gekleideten Vollstrecker fand. In der 54. Spielminute
dann ein schneller Gegenangriff über Schwesinger und Werner, der zögert zu
lange und legt auf Keil ab, dessen abgefälschter Schuß kein Problem für Groß
darstellt. Weiter nur Jena am Drücker. Schwesinger mit wuchtiger Direktabnahme
aus spitzem Winkel übers Tor (61.) und kurz darauf im Pech, als er die von
Schmidt nach schöner Kombination hereingebrachte Linksflanke neben den Pfosten
setzt. Und so war es beinahe wieder einer dieser haarsträubenden Fehler, die
uns zuletzt so viele Punkte kosteten. Einen direkt getretenen Freistoß lässt
Tino Berbig nach vorne prallen, doch im Gegensatz zu den letzten Spielen fand
sich kein dankbarer Abnehmer in den Reihen der Gäste, um ein weiteres Kapitel
aus der FCC-Reihe „dumme Gegentore“ zu schreiben. Zumindest aber die Serie
„harmlose Freistöße“ wurde durch Kais Manai in der 66. Minute nahtlos fortgesetzt,
als sein Schlenzer aus aussichtsreicher Position deutlich über das Tor ging,
nachdem der gelbbelastete Moses den bei einem schnellen Gegenangriff
durchlaufenden Werner unsanft von den Beinen geholt hatte und es wohl nur der
Gottesfurcht des Referees verdankte, nicht frühzeitig duschen zu müssen. Fünf
Minuten später jedoch war der quirlige Tobias Werner nicht mehr zu stoppen,
ließ seinen Gegenspieler stehen wie einen Halleschen Boykotteur und zog von
halblinks energisch in den Strafraum ein, um mit gefühlvoller Flanke den am
langen Pfosten heranstürmenden Böhme zu bedienen, der sich per Kopf mit dem 2:0
bedankte und damit seine an diesem Tag gute Leistung ausgerechnet gegen den
Verein krönte, bei dem er einst das Fußballspielen erlernte. Balsam für die
Seele des in der Hinrunde so oft verspotteten Sachsen, und so versuchte er sich
nach schöner Vorarbeit von Benedetti nur zwei Minuten später mit einem Heber
über Groß...aber leider auch über das Tor hinweg. Die Partie war nun gelaufen, und
so nahm es den allen Ecken zu findenden Andreas Schwesinger auch kaum einer
übel, dass er vom eingewechselten und etwas behäbig wirkenden Hähnge schön in
Szene gesetzt freistehend verzog (83.) und Groß auch seinen Kopfball fünf
Minuten vor dem Ende entschärfen konnte. So war es Tino Berbig, der sich kurz
vor dem Abpfiff den Beifall der Zuschauer abholen durfte für eine Glanztat
gegen den frei auf ihn zulaufenden Streiber, dann war Schluß in einer
Begegnung, die der FC Carl Zeiss hochverdient für sich entscheiden konnte, sich
mit dem guten Spiel nach der Pause vielleicht auch etwas Selbstvertrauen für
die letzten beiden Begegnungen zurückholte und Thomas Vogels Strategie des
Einbauens junger Spieler eindrucksvoll bestätigte.
Überschwänglicher Jubel über
die vorrübergehend gewonnene Spitzenposition wollte nicht aufkommen, doch die
Hausaufgaben hat man gemacht, und darauf kam es schließlich an. <gunner>
Fotos von Jens Weißenburger
Tore: 1:0 Hartmann (23.), 1:1 Schwesinger (80.)
- Halberstadt: Kischel; Cunaeus, Pfannkuch, Thiele; Plock,
Reitzig (78. Mzyk), Kopp,, Wiekert, Gerlach; Hartmann (88. Binder),
Preuß (63. Richter)
- Jena: Berbig; Noll (60. Hähnge); G. Müller, Grasser
(73. Schwesinger); Maul, Treitl, Petrowsky, Manai (46. Schmidt), Benedetti;
Werner, Klee
- Zuschauer: 1709
- Schiedsrichter: Bley (Sehmatal)
- Spielbericht:
- Eines ist dem FC-Vorstand gewiss nicht vorzuwerfen: Dass er
nach der Pleite gegen Plauen die Flinte ins Korn werfen und nicht alles
versuchen würde. Erstmals während dieser Saison durfte die Mannschaft vor einem
Auswärtsspiel ins Trainingslager. Und mit Sebastian Hähnge wurde noch ein neuer
Stürmer verpflichtet. Obwohl dessen konditionellen Defizite nach acht Monaten
Spielpause den Zeitraum, in dem er uns helfen kann, deutlich einschränken.
Dass sich die Halberstädter Spieler nicht so einfach
vernaschen lassen würden wie die gleichnamigen Würstchen auf der Hinfahrt im
Fanbus, war vorauszusehen. Schließlich hatten sie daheim erst einmal
verloren, mit 0:1 gegen Plauen. Das selbe Resultat gegen den selben Gegner
steckte den Jenaern noch aus der Vorwoche in den Knochen. Unverkennbar aber
ihre Bemühungen, die verbliebene Minichance noch beim Schopf zu packen. Angriff
hieß die Devise und das sah zunächst mal vielversprechend aus. Den ersten
Eckball köpfte Tobias Werner aus vier Metern Entfernung aufs Tor.
Torwart Kringel hätte keine Chance gehabt, doch stand Gerlach am rechten
Pfosten auf der Torlinie, bekam den Ball aus Nahdistanz ins Gesicht, von dort
sprang er an die Hand. Muss es bei einem nicht vorsätzlichen Handspiel Elfmeter
geben, wenn es auf der eigenen Torlinie stattfindet ? Jenaer Proteste blieben
ungehört. Der junge Werner raufte sich ob seines Pechs die Haare. Drei Minuten
später ließ sich allerdings nicht mehr das fehlende Glück bemühen: Einen
Manai-Einwurf in den Strafraum wehrte ein VfB-Verteidiger zu kurz ab, Werner
stand unbedrängt in zehn Metern Torentfernung und knallte das Leder in die
dritte Etage. Hier hätte er mehr draus machen müssen. Der FCC machte unbeirrt
weiter, irgendwann muss das Führungstor ja fallen. Treitl und Manai probierten
es mit Schüssen. Benedettis Luftduell mit dem Torhüter wurde abgepfiffen,
obwohl es außerhalb des als
Keeper-Schutzzone markierten Torraums stattfand. Na gut, so ein
Schiedsrichter hat es gewiss nicht leicht und fünfzig Zentimeter
Fehleinschätzung lassen sich auch mit Hilfe des Assistenten nicht korrigieren,
wenn der Pfiff einmal ertönt ist. Aber dass Herr Bley, beileibe kein Neuling
im Geschäft, zwei Minuten später keinen Strafstoß verhängte, dafür fehlt mir jedes Verständnis !
Wie sehr muss ein Stürmer noch am Trikot gezogen, wie eng in den Klammergriff
genommen werden, bis es dafür Elfmeter gibt ? Thieles Zweikampfverhalten gegen
Klee war weit mehr als nur einen Moment lang regelwidrig ! – Nach einer halben
Stunde wartete man noch immer auf den ersten gefährlichen Angriff der doch so
heimstarken Gastgeber. Er sollte weiter auf sich warten lassen – und doch
gingen sie in Führung. Selbst wer das Spiel nicht live im Stadion oder zusammenfassend
im TV gesehen hat, ahnt die Quintessenz aus diesem Satz – ahnt, dass die Jenaer
Abwehr wieder einen kapitalen Bock geschossen haben muss: Plocks hoher Ball in
den Strafraum zu weit für Hartmann, Grasser köpft im Zurücklaufen zu seinem
Torhüter. Nun hatte Tino Berbig in der
ersten halben Stunde wenig Bälle
bekommen und das mag ihn bewogen haben, dem Leder entgegen zu laufen. Grassers
Ablage aber flog entgegen seiner Laufrichtung. Ein Eigentor ? Nicht ganz, denn
der Ball prallte gegen den rechten Pfosten am heranstürzenden Berbig vorbei
genau vor die Füße von Hartmann, welcher das Geschenk annahm. Nicht zu
fassen – legen wir uns jetzt an jedem
Wochenende die Bälle selbst ins Netz ? Weshalb ruft ein Torhüter nicht, wenn er
auf eigene Faust klären will ? Oder hat Grasser nicht schnell genug geschaltet
? Der Schock saß derart tief, dass sich bis zur Pause nichts mehr tat. Da
hatten die Jenaer das Geschehen bestimmt und sich dort solch eine Graupe erneut
selbst um den Lohn dafür gebracht.
Die nächsten Hiobsbotschaften ließen nicht lange auf sich
warten. Kais Manai, agilster Mittelfeldakteur der ersten 45 Minuten, blieb
verletzt in der Kabine. Und als zehn Minuten in Halbzeit zwei gespielt waren,
brach der Libero auf dem Platz zusammen. Ob nach gegnerischer Einwirkung, muss
uns Eric Noll irgendwann selbst verraten. Jedenfalls war vom Fanblock aus deutlich
zu sehen, dass sich „Nolle“ kaum mehr auf den Beinen halten konnte, wie
wie ein Zecher nach einem Glas zuviel schwankte und nach der nächsten Spielunterbrechung
zusammen brach. Für den Neuen, Sebastian Hähnge, wurden es ein paar Minuten mehr
als geplant. Nach einer Stunde Spielzeit endlich wieder eine Jenaer Chance.
Nachdem Klee von der Grundlinie aus überlegt zurückgelegt hatte, donnerte
Benedetti den Ball aus vollem Lauf in die Wolken. Und dies, obwohl er genügend
Zeit besessen und sich eine freie Gasse zum Torschuss ergeben hatte. Das
Auslassen dieser Chance war auch deshalb ärgerlich, weil nicht mehr viele
dieses Kalibers folgen sollten. Die Linie im Spiel war inzwischen komplett
verloren gegangen, der Tabellenzweite übernahm
immer mehr das Klein-Klein-Spiel des Kontrahenten mit vielen kleinen Fouls und
technischen Fehlern. Trainer Vogel setzte alles auf eine Karte, brachte mit
Schwesinger den vierten nominellen Stürmer und das erneut für einen
Abwehrspieler. Dieser Mut zum Risiko sollte belohnt werden. Denn nach etlichen
Anläufen, in denen er enttäuscht hatte, wurde Andreas Schwesinger diesmal zum
Vorzeigejoker. Nicht nur, dass er den öden Kick der zweiten Halbzeit sichtlich
belebte, er schoss auch den Ausgleich. Petrowsky hatte im Fallen noch eine
Flanke hinbekommen, welche in die Mitte abgewehrt wurde, wo Schwes volley
draufhielt und per Aufsetzer ins Netz traf. Welch eine Erlösung, hätte eine
Niederlage doch das totale Aus um die Staffelmeisterschaft bedeutet ! Oder
glaubt jemand ernsthaft, dass Plauen bei drei Spielen zweimal patzt ? Zehn
Minuten waren nach dem Ausgleich noch Zeit, vielleicht sogar den Sieg
hinzubekommen. Zehn Minuten, in denen Jenas Elf kämpfte, spielerisch aber nicht
mehr über den eigenen Schatten springen konnte. Die beste Möglichkeit zum
zweiten Treffer besaßen sogar die Gastgeber, als Hartmann nach Petrowskys
Ballverlust in die entblößte Abwehr stieß. Zum Glück sprang ihm der Ball beim
Laufen einmal etwas zu weit vom Fuß, was Berbig sofort nutzte, um sich ihm
entgegen zu werfen (88.).
Keine Frage, dieses Remis ist wie eine weitere Niederlage. Die
Tränen in den Augen eines Stefan Treitl beim Abklatschen mit den Fans sprachen
Bände. Auch Thomas Vogel kam an die Bande. Sein „Tut mir leid“ klang ehrlich,
aber zugleich wie eine Entschuldigung dafür, dass sich seit dem Tag seiner
Amtsübernahme leistungsmäßig absolut nichts zum Besseren verändert hat. <fc>
Tore: 0:1 Kelbig (82.)
- Jena: Berbig; Noll (88. Böhme); Schwabe, Grasser; Maul, Treitl, Petrowsky, Manai, Benedetti; Werner (60. Schwesinger), Klee (77. Zimmermann)
- Plauen: Golle - Berger, Hölzel, Risch (46. Barich), Zapyshnyi,
Pannach, Schulze (46. Kelbig), Paulick, Dashi, Pannach, Gleis (66. Weigl)
- Zuschauer: 6477
- Schiedsrichter: Hoyzer (Berlin)
- Spielbericht:
- Jena kontra Plauen - zu Jahresbeginn noch eine ganz normale Oberligapartie wie jede andere auch.
Doch seitdem haben sich die Zeiten gewaltig geändert. Während der FCC in so mancher Partie die einen
oder anderen Punkte verschenke, setzte der VFC Plauen zu einer unglaublichen Serie an. Und so kam es,
dass es am 29. Spieltag zu dem absoluten Spitzenspiel des Tabellenführers FC Carl Zeiss JENA gegen den
nur zwei Punkte schlechteren Tabellenzweiten VFC Plauen kam. Beste äußere Bedingungen und mit einem
Saisonrekord von 6477 Zuschauern gefülltes Stadion waren die beste Grundlage, diesem Spitzenspiel einen
würdigen Rahmen zu geben.
Bereits nach fünf Minuten die erste Möglichkeit für den Gastgeber, aber der Schuss von Manai ging über
das Tor. Die Gäste aus Plauen versteckten sich keinesfalls und nur drei Minuten später stockte den Jenaer
Fans der Atem: nach einer Ecke wurde der Ball von einem Jenaer noch so unglücklich weitergeleitet, dass
Cashi an den Ball kam und zum Glück der Jenaer mit seinem Kopfball nur die Querlatte traf. Das war bereits
Zeichen genug dafür, dass die Gäste heute ebenfalls voll auf Sieg spielen wollten. Nach gut einer
Viertelstunde entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei denen beide Teams forsch nach vorn
spielten. Risch probierte es in der 13.Minute mit einem Schuss aus der zweiten Reihe, doch er fand
in Berbig seinen Meister. Kurze Zeit später (17.) erneut eine Möglichkeit für den VFC, doch Gleis
verfehlte das Tor nur knapp, nachdem er in eine Eingabe von Hötzel hinein gespitzelt war. Das Spiel
ging munter hin und her und nach 25 Minuten wurde Paulick mit einem Steilpass auf die Reise geschickt,
doch Berbig konnte gerade noch rechtszeitig aus seinem Tor eilen und sich den Ball erobern. Nach einer
halben Stunde die nächste Tormöglichkeit wieder für den FCC: Petrowsky hatte mit einem Freistoß von
rechts in den Strafraum geflankt und der Ball wurde von der Abwehr aus der Gefahrenzone geköpft. Im
Hintergrund lauerte Youngster Werner und nahm den Ball direkt, jedoch verfehlte sein Schuss das Tor
um einige Meter. Kurz darauf hatten die Jenaer eine erneute Schrecksekunde zu überstehen. Nach einem
fahrlässigen Ballverlust von Noll vor dem eigenen Strafraum kam der Ball über mehrere Plauener zu
Gleis, der mit einem platzierten Schuss aus bester Position den Kasten nur um Zentimeter verfehlte.
Paulick (36.) und Gleis (38.) hatten anschließend noch weitere gute Möglichkeiten, aber zum Glück
für den FCC stand es noch immer 0:0. Die Jenaer bemühten sich zwar zu jeder Zeit des Spiel, aber
vor dem gegnerischen Strafraum ging einfach zu wenig Gefahr aus. Carsten Klee versuchte kurz vor der
Pause mit einem Kopfball aus dem Strafraumgewühl sein Glück, aber die Kugel ging doch um einiges
daneben.
Die Gäste mussten zur Pause verletzungsbedingt zwei ihrer Spieler ersetzen und bei Jena keimte
die Hoffnung auf, diese Situation nutzen zu können. In der 51.Minute testete Manai mit einem
beherzten Schuss aus 25m seinen Gegenüber Golle im Tor des VFC, doch dieser konnte den herrlichen
Schuss gerade noch über die Torlatte lenken. Nach der anschließenden Ecke stieg Grasser am höchsten,
aber auch sein Kopfball verfehlte das Ziel um einige Zentimeter. Thomas Vogel versuchte mit der
Einwechslung von Schwesinger für Werner noch einmal den Druck nach vorne zu erhöhen, aber dies
wollte und sollte nicht gelingen. Die Gäste spielten einfach cleverer und machten die Räume zu, so
das es dem FCC nie gelang, ein vernünftiges Angriffsspiel aufzubauen. Im Gegensatz dazu verstanden
sie es, den einen oder anderen gefährlichen Konter zu setzen. Zunächst prüfte Zapyshnyi mit einem
Schuss aus vollem Lauf den Jenaer Keeper und wenig später konnte er von Grasser gerade noch in
letzter Sekunde an einer weiteren guten Torchance gehindert werden. Die Verunsicherung auf Jenaer
Seite nahm stetig zu und so kam es acht Minuten vor dem Ende, wie es sich in den letzten Minuten
des Spiels zunehmend andeutete. An einem völlig ungefährlichen Ball trat zunächst Berbig vorbei,
Zapyshnyi eroberte sich das Leder und flankte von links in den Strafraum, wo Schwabe nicht hoch
genug zum Kopfball ging, sondern den Ball nach hinten verlängerte. Dort wartete der einschussbereite
Kelbig, ließ sich diese Chance nicht entgegen und donnerte das Ding mit einem Flachschuss unter
Berbig hindurch in die Maschen. Zwei Minuten vor Ultimo überraschte der Jenaer Coach noch einmal
mit einer Aktion die Zuschauer, indem er Böhme für Noll einwechselte. Was er mit diesem Spielertausch
in dieser Situation bezwecken wollte, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben. Kurz danach
pfiff der Unparteiische die Partie ab und die Fans des VFC Plauen konnten zurecht die Sprechchöre
"Spitzenreiter Spitzenreiter" anstimmen.
Alles in allem ein verdienter Sieg für die Gäste aus Plauen, denn sie waren während des gesamten
Spieles die agilere und vor allem die torgefährliche Mannschaft. Für Jena heißt es nun, wie in den
bereits vergangenen zwei Jahren zu hoffen, das der jetzige Spitzenreiter in den letzten verbleibenden
fünf Spielen sich noch einen Patzer leistet. Leider ging diese Hoffnung in den letzten Jahren nie auf,
aber wie heißt es doch so schön: "Die Hoffnung stirbt zuletzt." <vg>
Bilder des Tages <jw>
Tore: 0:1 Klee (52.), 0:2 Maul (59.), 1:2 Müller (75.),
1:3 Werner (76.), 2:3 Zschiesche (85.)
- Auerbach: Fröhlich - Oehl, Siegmund, Kramer (45.
Reisinger), Schaller, H. Schmidt (64. Wiegand), Müller,
K. Schmidt, Willinger, Rose, Otto (74. Zschiesche)
- Jena: Berbig; G. Müller; Grasser, Schwabe; Maul, Treitl,
Petrowsky (67. Schmidt), Manai (82. Hänsel), Wille (49. Böhme);
Klee, Werner
- Zuschauer: 1870
- Schiedsrichter: Blumenstein (Berlin)
- Spielbericht:
-
Frühlingssonne und –temperaturen
sowie ein idyllisches Stadion waren beste Rahmenbedingungen, die Tabellenspitze
im vogtländischen Auerbach vom anderen Verein aus
dieser Gegend zurückzuholen.
Zunächst verzögerte sich der Anpfiff
um einige Minuten, da die Unparteiischen aus Berlin sich in Sachsen nicht so
auskannten und zunächst Auerbach im Erzgebirge
ansteuerten (im Gegensatz dazu verlor der Referee auf dem Rasen nie den
Überblick). In der ersten Viertelstunde passierte de facto nichts, paar
FCC-Angriffe hier, ein VfB-Freistoß da, aber das war es
dann auch. In der 15. min bekamen die Gastgeber die erste Chance, als Grasser
auf den Ball trat und dieser sich zur unfreiwilligen Vorlage entwickelte.
Berbig wehrte den Flachschuß aus ca. 15 m mit dem Fuß ab. Nach diesem Weckruf
zog der FCC das Spiel an sich und bekam en leichtes optisches Übergewicht.
Prompt ergaben sich Torchancen. In der 18. min wollte Maul von links aufs Tor
schießen, der Schuß wurde zur Eingabe, die den für Jovic spielenden Werner am
Torraum erreicht, der jedoch weit übers Tor ballerte. Ungeachtet dessen wurde
Werner zum heißesten Kandidaten für den Titel „Spieler des Tages“. Ebenso wie
Wille (rechte Außenbahn) und der später eingewechselte Schmidt sorgten die
Youngster für erfrischende Momente
im Jenaer Spiel. Nach einer knappen halben Stunde hatten die Zeiss-Fans den
nächsten Torschrei auf den Lippen, als Treitl nach einer Ecke seinen Kopfball
knapp übers lange Eck setzte. In der 35. min blieb ein Manai-Freistoß
aus 25 Metern in der Mauer hängen, Petrowsky
schlenzte den Abpraller auf den schnell vorgelaufenen Manai, der am
herausstürzenden Fröhlich scheiterte, den abgewehrten Ball nimmt Treitl an der
Strafraumgrenze direkt, trifft aber statt des leeren Tores nur den am
Elfmeterpunkt stehenden Keeper. Plötzlich erinnerten sich die
Auerbacher, daß Jena auch ein Tor hatte, daß
man beschießen könnte. Und so mußte Berbig fast im Gegenzug einen Kopfball aus
dem Winkel kratzen und zur Ecke abwehren. Der anschließende Eckball brachte
etwas Verwirrung im Jenaer Strafraum und
ein Auerbacher versuchte es freistehend per Hacke,
zielte aber deutlich zu hoch. Kurz vor der Pause gefährdete der FCC noch
zweimal das 0:0. Zuerst vernaschte Werner seinen Gegenspieler und paßte von der
Grundlinie in den Strafraum zu Manai, der sich aber am Torraumeck 3
Verteidigern gegenübersah und auf den heranstürmenden Petrowsky
zurücklegte, dessen Schuss jedoch gerade noch abgeblockt wurde (43.). Wenig
später donnerte der sehr offensive Schwabe eine lange Flanke aus spitzem Winkel
volley aufs Tor, doch der Schuss ging knapp über die
Querlatte. So ging es vor über 1800 Zuschauern torlos in die Pause und im
Gästeblock überlegte man, was von dem bisherigen Match zu halten sei. Bei einer
Führung hätte man „alles nach Plan“ gesagt, so tendierte man mehr zu „mehr
Druck notwendig“.
Und der Druck kam: In der 52. min
flankte Manai von der linken Strafraumgrenze genau auf den Kopf von Klee, der
den Ball unhaltbar hoch ins kurze Eck beförderte. Nun konterten die Jena-Fans
ihrerseits entsprechende Sprechchöre der anwesenden Plauener Fans lautstark mit
"Spitzenreiter, Spitzenreiter, he, he!“ Das Tor sorgte für eine deutliche
Spielbelebung, es ging jetzt munter hin und her, die Gastgeber wollten den
Ausgleich, der FCC gleich nachlegen. Und in der 60. min klappte es mit dem 2:0:
Böhme wurde rechts außen angespielt, flankte nach innen und der heranstürmende
Maul (wird von Spiel zu Spiel immer stärker) baute per Kopf die Führung aus.
Scheinbar war dies die Entscheidung, denn Auerbach steckte zurück und der FCC
bekam weitere Chancen zur Resultatsverbesserung. Aber sowohl Grasser (68., köpfte
nach Schwabe-Flanke völlig unbedrängt knapp über das
Tor) als auch Klee (72., schoß nach Manais Zuspiel aus 5 m Entfernung mit Volldampf
3 m übers Tor) ließen auch sogenannte Hundertprozentige ungenutzt. Und so kam
Auerbach in der 76. min zum ersten der beiden einzigen ernsthaften Angriffe in
der 2. Halbzeit: Flanke von der linken Grundlinie, in der Mitte verpaßten ein
Stürmer und ein Verteidiger und ein weiterer Auerbacher
drückte den Ball im Fallen in die rechte untere Torecke. Wieder Zittern?
Scheinbar nein, denn im Gegenzug besorgte Werner als Krönung seiner Leistung
per Kopf das dritte Jenaer Tor. Jubel und Aufatmen im Gästeblock. Jetzt schien
alles klar zu sein, zumal Klee in der 82. die nächste Kopfballchance hatte.
Aber Auerbach hatte ja noch einen Angriff, als nach Ballverlust im Mittelfeld
zwei Vogtländer Richtung Berbig stürmten. Das erste Tackling
eines Verteidigers im Strafraum traf die Beine des Angreifers, der jedoch im
Fallen den Ball am herausstürzenden Berbig vorbei zum mitlaufenden Stürmer
schubste, der die Kugel mühelos ins leere Tor beförderte. Das 2:3 war dann zwar
blöde, aber bis auf einen Freistoß, der ergebnislos im Nirvana
verschwand, hatte Auerbach nichts mehr zu bieten. Jena spielte clever runter
und hatte sogar noch selbst eine Chance. Der Rest war einfach dieses übliche
Nervenzittern, daß jeden Zeiss-Fan befällt, wenn man
weniger als 3 Tore Vorsprung und/oder mehr als 1 Minute noch zu spielen hat.
Letztendlich fuhren die 250
mitgereisten Jenaer Blau-Gelb-Weißen auch zufrieden und um 3 Punkte und die
üblichen paar grauen Haare reicher nach Hause. Die
Gesamtleistung und vor allem der Auftritt der jungen Spieler stimmen für das
Spitzenduell gegen den anderen Verein aus dem Vogtland optimistisch. <uk>
Spielbericht auf der offiziellen Vfb_Homepage
Tore: 1:0 Noll (81., FE), 2:0 Manai (90.)
- Jena: Berbig; Noll; Grasser, Schwabe; Maul, Treitl,
Petrowsky, Manai, Wille (60. Benedetti); Jovic (28. Zimmermann
(

, 83.)),
Klee (63. Schwesinger)
- Halle: Bölke; Hartung, Georg, Krauß, Schädlich;
Große, Eberhardt, Gerloff, Ofodile (74. Behring); Riediger
(
, 43.), Kövari (56.
Kurzeja)
- Zuschauer: 3782
- Schiedsrichter: Schößling (Leipzig)
- Spielbericht:
- Einer von ihnen hatte den Plan schon vorher verraten. "Sieg oder
Spielabbruch", hatte ein Hallenser einige Tage vor dem Spiel im Jenaer
Internet-Forum geschrieben. Die Drohung eines Einzelnen ist schnell gelöscht,
doch mit einer ganzen Meute von Chaoten
lässt sich weitaus schwerer fertig werden. Dies mussten die eingesetzten
Ordnungskräfte am Samstag-Nachmittag wieder einmal feststellen.
Bereits
im Vorjahr hatte es viel Aufregung gegeben über Leuchtspurmunition, die aus dem
Gästeblock auf die vollbesetzte Tribüne des Ernst-Abbe-Sportfelds abgefeuert
wurde. Trotz verschärfter Kontrollen dauerte es diesmal nur ganze sechs
Spielminuten, bis das erste Geschoss im Jenaer Tribünenblock A landete. Weitere
acht Minuten darauf flogen Raketen auf den Rasen, was die erste
Spielunterbrechung nach sich zog. Halles Mannschaftskapitän Krauß versuchte
vergeblich, auf die eigenen Fans einzuwirken. Erschreckend nicht nur, dass
einige Idioten mit den Raketen bewusst Leben und Gesundheit von Menschen aufs Spiel setzten,
sondern auch, dass der "Juden Jena" singende Mob fast aus dem
halben HFC-Fanblock bestand, darunter auch Kindern. Als die Gästemannschaft in
der Schlussphase in Rückstand geraten war, eskalierte die Situation ein
weiteres Mal. Wieder flogen Raketen, versuchten einige Chaoten, die
Absperrungen zum Jenaer Zuschauerbereich zu überwinden. Die Polizei versuchte
dem Treiben mit Tränengas Einhalt zu gebieten, was die nächste
Spielunterbrechung zur Folge hatte. Denn durch den Wind wurden auch Spielfeld-
und Tribünenbereiche in Mitleidenschaft gezogen, einige Zuschauer und Spieler beider
Mannschaften mussten kurz medizinisch behandelt werden. Jenas Akteure fanden relativ
schnell wieder aufs Spielfeld zurück, die Hallenser allerdings weigerten sich,
weiter zu spielen. Zwar betraten sie noch einmal den Rasen, blieben jedoch bockig und tatenlos im
Mittelkreis stehen. Auf diese Art hatte auch das Verhalten der Hallenser
Spieler einen gewissen Grad an Niveaulosigkeit erreicht. „Das was unsere
Mannschaft nach der Spielunterbrechung gemacht hat, war das Peinlichste, was
ich in 35 Jahren HFC erlebt habe“, schimpfte ein Gäste-Sympathisant nach
Spielende im Presseraum.
Fußball gespielt wurde zwischenzeitlich auch, temporeich, wenn auch nicht immer
hochklassig. Die erste herausgespielte Torchance hatte Miroslav Jovic nach
Abspielfehler Großes und Vorarbeit Petrowskys (21.). Wenig später musste Jenas
Stürmer wie schon in den letzten beiden Spielen frühzeitig seinen Platz räumen;
diesmal aber nicht aus irgendwelchen taktischen Erwägungen heraus oder wegen Gelb-Rot-Gefährdung,
sondern aufgrund einer Verletzung, über deren Schweregrad unmittelbar nach dem
Spiel noch nichts zu erfahren war. Es folgte eine ganze Serie hochkarätiger Gelegenheiten:
Grasser knallte einen Freistoßball aus spitzem Winkel an den Außenpfosten. Klee
erwischte eine Petrowsky-Flanke in aussichtsreicher Position nicht voll.
Zimmermanns Aufsetzerkopfball klärte Georg einen Meter vor der Linie zur Ecke.
Und diese, von Petrowsky getreten, befördert Markus Grasser wiederum ans
Gebälk. Alles geschehen zwischen der 30. und 32. Minute ! Halle kam erst nach
36 Minuten zu seiner ersten Gelegenheit, bei der Riediger an der
Strafraumgrenze freigespielt wurde, zum Glück aber an Berbig scheiterte. Exakt
jener Marcel Riediger sah in der 40. Minute die Rote Karte, weil er Noll von
hinten in die Beine gesprungen war. Nach dem Wechsel drohten Jenas Akteure an
Halles Torwart Böhlke, eigentlich nur die Nummer zwei hinter Paden, zu
verzweifeln. Manais Kopfball fing der Keeper auf der Linie (61.), entschärfte
auch Treitls Flachschuss (68.). Als er dann erneut Kais Manai, der Georg hatte
aussteigen lassen und nur noch den Keeper vor sich hatte, den Schneid abkaufte,
schwante einem Böses. Wer solche Chancen vergibt, bekommt häufig die Quittung
dafür. Und tatsächlich hatte Ofodile die Riesengelegenheit zur (unverdienten)
Gästeführung. Doch zum Glück steht auch zwischen den Pfosten des Jenaer Tores
ein Könner, Berbig konnte gemeinsam mit Schwabe diese heikle Situation
bereinigen. Das kollektive Haare-Raufen unter Jenas Anhängern fand seine
Fortsetzung, als Petrowsky mit Schuss aus zwanzig Metern Bölke mal keine
Abwehrchance ließ – dafür aber Krauß auf der Linie rettete. Respekt für Eric
Noll, dass er an einem Tag, wo das Tor scheinbar wie vernagelt ist, dann doch
noch so eiskalt verwandelt. Und sei es ‚nur’ einen Elfmeter, den Schädlich
durch deutlich sichtbares Trikotzerren gegen Zimmermann verschuldet hatte.
Die Weichen auf Sieg waren gestellt und dies vollkommen verdient, hatte die
Zeiss-Elf doch ihre beste Leistung seit Wochen geboten und pünktlich zu
Beginn des wichtigen Monats April ansteigende Form nachgewiesen.
Durch
ein unbedachtes Ballwegschlagen bekam auch Kai Zimmermann noch den roten Karton
zu sehen. Es folgte jene bereits erwähnte 85. Minute, in der Schiri Schössling
die Spieler für einige Minuten vom Feld holte und nach der Halles Kicker ohne
Gegenwehr das 0:2 zuließen. Es war das unrühmliche Ende eines Nachmittags, der lange in Erinnerung bleiben wird. <fc>
Bericht auf hallescherfc.de
Fotos von Jens Weißenburger
Tore: 1:0 Walther (34.), 1:1 Noll (59.,FE)
- Pößneck: Okrucky; Bartholme (64. Werner), Daum,
Läßssig, Wolter; Schimmelpfennig, Hempel, Bloß,
Heynig (70. Mußler); Reimann, Walther
- Jena: Berbig; Noll; Grasser, Schwabe; Maul (46. Böhme),
Schmidt, Treitl, Petrowksy, Manai; Jovic (46. Wille, 83. Sonnenberg),
Schwesinger
- Zuschauer: 1250
- Schiedsrichter: Walter (Martinroda)
- Spielbericht:
- Der Bericht vom 1:1 im Hinspiel
begann mit den Worten: „Manchmal wiederholt sich Geschichte doch…“. Und auch
fürs Rückspiel galt: Manchmal wiederholt sich Geschichte doch. Wieder wurde im
Ostthüringer Derby der „große“ Verein vom „kleinen“ geärgert, statt des
erhofften Dreiers mußte sich der FCC mit einem Pünktchen begnügen und hat jetzt
den VFC Plauen punktgleich „auf der
Pelle“ zu sitzen. Würden die Pößnecker die gesamte Saison mit diesem Einsatz
spielen, dann wären sie locker im oberen Tabellendrittel plaziert. So aber wird
sich vermutlich auch hier die Geschichte wiederholen, daß der VfB 09 gegen den
FCC sein „Match of the year“ liefert, um sich anschließend gegen andere und z.
T. schwächere Konkurrenten die Bude vollhauen zu lassen.
Beim FCC organisierte Noll für
den verletzten Holetschek die Abwehr. Nach einer Phase des gegenseitigen
Beschnupperns, baute der FCC nach ca. einer Viertelstunde Druck auf und
erspielte sich erste Chancen. In der 14. Minute flankte Manai nach einer abgewehrten
Ecke von links und Grasser köpfte völlig freistehend aus Nahdistanz – leider zu
unplaziert und zu locker, so daß Okrucky mit einer Blitzreaktion halten konnte.
Nur 3 Minuten später setzte sich Jovic gegen das ihn ständig begleitende
Doppelpack Verteidiger durch und flankt auf den an der Strafraumgrenze
wartenden Treitl, dessen Volleyschuß aber dicht am langen Pfosten vorbeiflog.
Dann kam Pößneck besser ins Spiel und kam in der 22. min zur ersten Chance, als
Reimann mit einem Schuß aus spitzem Winkel Berbig prüfte. Kurze Zeit später
köpfte Walther eine Flanke von Wolter knapp neben das FCC-Tor. Die nächste
Jenaer Gelegenheit zur Führung ergab sich, als Maul per Kopf einen langen
Freistoß von Noll in den Lauf von Jovic verlängerte. Dessen Direktschuß aus der
Drehung wurde eher zur Eingabe, aber in der Mitte war kein Mitspieler. In der
33. Minute gab es Freistoß für Pößneck, als Treitl unnötigerweise einer
Pößnecker regelwidrig stoppte, obwohl dem der Ball schon weit enteilt war. Nach
indirekter Freistoßausführung lief Walther noch 2 Schritte und schoß. Der
eigentlich harmlose Schuß wurde leicht abgefälscht, Berbig bekam die
Torwarthöchststrafe „Tunnel“ und die Gastgeber lagen in Führung. Der FCC
beantwortete den Gegentreffer mit wütenden Angriffsversuchen, ohne aber die
Pößnecker hinten einschnüren zu können. In der 36. min erreichte der
herausstürzende Okrucky einen langen Ball in seinem Strafraum nicht, aber Manai
schaffte es nicht, den Ball über den am Boden liegenden Keeper hinweg ins leere
Tor zu heben; ein Verteidiger war rechtzeitig dazwischen. Die vorletzte
Pößnecker Torchance des Spiels ergab sich in der 42. min, Berbig ist jedoch
rechtzeitig im unteren Toreck, um Wolters Schuß von halblinks zu entschärfen.
Unmittelbar vorm Pausenpfiff spielt Grasser einen langen ball auf Jovic, der
gibt in die Mitte, nur verhindert aber ein Pößnecker Abwehrspieler im letzten
Sekundenbruchteil, daß der an der 5-m-Linie wartende Schwesinger den Ball aufs
Tor feuern kann.
Nach Wiederanpfiff merkte man
deutlich, daß der FCC jetzt unbedingt die Fußballverhältnisse wieder
geraderücken und das Spiel drehen wollte. Die Pößnecker wurden regelrecht im
Strafraum festgenagelt. Die erste Chance hatte Noll in der 50. min, sein Schuß
knallte aber ans Außennetz. Im nächsten Angriff wurde ein abgerutschter Schuß
Petrowsky fast zur Flanke für Treitl, der jedoch knapp am Ball vorbeiflog. Nach
einer dreiminütigen Spielunterbrechung wegen Bodennebels (hatte eine einzige
Nachspielminute zur Folge) ging es aber unverändert weiter nur in eine
Richtung. Als Okrucky einen Petrowsky-Freistoß unterläuft (56.) und der Ball
noch ungehindert durch ein Paar Verteidigerbeine hindurchkullert, drückt der
überraschte Grasser im Fallen die Kugel aufs Tor, Bartholmé klärt aber auf der
Linie. In der 59. min mußte Berbig das letzte Mal in diesem Spiel ernsthaft
eingreifen (alle folgenden Konterversuche der Gastgeber blieben im Ansatz
hängen): Nach einem Konter schießt Hempel aus 22 m scharf und plaziert, Berbig
konnte den Schuß aber wegfausten. Im Gegenzug wurde der links startende Schwesinger
direkt vor den Augen des Schiedsrichters im Strafraum von 2 Blauen so klar in
die Zange genommen, daß selbst der „hevorragende“ Referee auf Strafstoß
entscheiden mußte. Noll donnerte das Ding ohne mit der Wimper zu zucken unten
links in die Ecke und schürte damit die Hoffnungen der zahlreichen Jenaer Fans
auf ein gutes Ende dieses Sonnabends. Danach lief eine Weile eine Angriffswelle
nach der anderen aufs Pößnecker Tor. Hervorragend dabei Schwesinger sowie die
eingewechselten Böhme (der ließ alle Kritiker verstummen; wenn er nur so
weitermachen würde) und Wille. Es fehlte aber immer dieses letzte Quentchen
Übersicht zum Torerfolg, daß in der Hinrunde oft vorhanden war. Das
Hauptproblem war der fehlende Regisseur im Mittelfeld,
da Manai fast völlig abtauchte. Es gab trotzdem genügend weitere Chancen:
Grasser versuchte, einen verlängerten Einwurf anzunehmen, anstatt aus 7-8
Metern direkt zu schießen. In der 70. min setzte sich Wille an der rechten
Außenlinie durch, seine Flanke verwertete Schmidt zum Direktschuß, den Okrucky
im letzten Moment noch zur Ecke abwehren konnte. Sechzig Sekunden später ist
Okrucky rechtzeitig vor „Schwes“ am Ball, eine weitere Minute später schießt
Petrowsky nach einem Durcheinander im Strafraum nur Zentimeter am linken
Pfosten vorbei. In der letzten Viertelstunde merkte man zwar das Bemühen des
FCC, aber der richtige Schwung war raus. Vielleicht lag das auch an dem Wechsel
Sonnenberg für Wille. Sonnenberg konnte – sicherlich auf Grund der langen
Verletzungspause – nicht annähernd an den Elan seines Vorgängers anknüpfen und
letztendlich rette Pößneck das Unentschieden ziemlich problemlos über die
letzten Minuten.
Jetzt geht die Saison de facto
bei Null los: Plauen punktgleich und nach dem Pokalspiel stehen innerhalb einer
Woche die beiden wahrscheinlich entscheidenden Spiele gegen die direkten
Konkurrenten auf den Plan, mit dem ebenfalls nicht zu unterschätzenden
Gastspiel in Auerbach als „Puffer“. Auch wenn es in Pößneck nicht wie gewünscht
lief, erst am 18. April werden wir kurz nach dreiviertel vier wissen, ob diese
Saison für den FCC wieder eine Luftnummer wird. <uk>
Bilder des Tages
Tor: 1:0 Holetschek (20.)
- Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Maul, G. Müller,
Noll, Petrowsky, Manai (61. Treitl); Jovic (28. Ch. Müller), Hänsel
- Grimma: Winkler - Schober, Wohllebe, Birnbaum, Massner,
Mähne (84. Sobottka), Locxhasz, Knoof, Pörschelmann, Müller,
Großmann
- Zuschauer: 2248
- Schiedsrichter: Schwarzenstein (Gardelegen)
- Spielbericht:
- Einiges war neu an diesem Sonntag im Ernst-Abbe-Sportfeld. Dabei ist nicht
vorrangig der Trainer gemeint, denn Thomas Vogel erleben wir immerhin schon
zum dritten Mal als Verantwortlichen des FC Carl Zeiss. Dass Stefan Treitl
trotz abgesessener Gelbsperre zunächst auf der Ersatzbank Platz nehmen musste,
hatte größeren Seltenheitswert. Die Devise "Never Chance A Winning Team"
ließ sich trotzdem nicht umsetzen, denn Carsten Klee signalisierte beim
Aufwärmen Rückenprobleme und sollte zum ersten Mal in der laufenden
Spielzeit pausieren müssen.
Durchs Klees Pech kam Sebastian Hänsel zu seinem dritten Einsatz von
Anbeginn und war gleich an der ersten guten Aktion beteiligt. Nach seiner
Eingabe schossen nacheinander Gert Müller, Daniel Petrowsky und wiederum Gert
Müller aufs Tor, Grimmas Torwart und ein Abwehrspieler konnte aber
abblocken. Noch keine zwei Minuten waren da gespielt. Der Anfangsschwung
reduzierte sich auf diese eine Szene, möglicherweise beeinflusst durch
den Regenguss und die stürmischen Böen, die justament zu Spielbeginn
eingesetzt hatten. Erst nach einer Viertelstunde gerieten die Gäste wieder
unter Druck. Ein Jovic-Anspiel bekam Hänsel nicht unter Kontrolle,
das Leder sprang hinnüber zu Grasser, welcher es aus acht Metern übers
Tor bugsierte. Mehr Zielwasser hatte Olaf Holetschek getrunken. 20. Minute,
Petrowsky-Ecke vopn links, aus einer Spielertraube springt Jenas
Kapitän als Einziger hoch und köpft über den herausstürzenden
Keeper in die Maschen. Das Spiel schien den erhofften, nicht von allen
erwarteten klaren Verlauf zu nehmen, als Jena nur vier Minuten
später das vermeintliche 2:0 erzielte. Ein Grasser-Abspiel leitete
Jovic in die Mitte weiter, wo Hänsel per Kopf ins Netz traf. Doch nach
Meinung des Schiedsrichter-Gespanns, welches sich nicht immer so einig
war wie in dieser Szene, geschah dies aus einer Abseitsstellung heraus.
Thomas Vogel nahm nach nicht einmal einer halben Stunde die verbliebene
Hälfte des etatmäßigen Sturmduos vom Platz. Er tat dies mit Wut im Bauch.
Denn Miroslav Jovic hatte sich bei einer unsauberen Aktion in Minute 16 bereits
Gelb eingehandelt, um zehn Minuten später bei einem weiteren Foul am
Rande des Feldverweises zu schweben. Für ihn kam der frisch blondierte
Christian Müller von der Zeiss-Bank, welche neuerdings vor der
linken Tribünenhälfte zu finden ist, so wie einst in Aufstiegszeiten.
Auf der linken Seite des Spielfelds gab es in Hälfte eins nicht sonderlich
viel zu sehen, denn die Grimma kamen nur einmal wirklich gefährlich vors
Tor. Wobei die Entfernung selbst hier noch satte vierzig Meter betrug, denn
aus dieser Distanz beförderte Schober einen schnell ausgeführten
Freistoß an den Innenpfosten des Jenaer Tores. Berbig hatte zu weit
vorm Kasten gestanden, da ein Grimmaer scheinbar verletzt am Boden lag
und Jenas Schlussmann wohl nicht mit einer unverzüglichen Spielfortsetzung
gerechnet hatte. Die Gäste suchten einige Male Bodenkontakt, nicht immer
durch "Feindberührung", häufig begleitet durch theatralisches Geschrei,
dass die schon im Hinspiel inszeniert und eigentlich doch gar nicht
nötig haben. Berbigs Vorderleute gingen nun zunächst mal auf Nummer sicher,
indem sie die Grimmaer nicht mal mehr über die Mittellinie ließen.
Holetschek mit Kopfball (33.) und Hänsel mit Schuss aus der Drehung (41.)
besaßen in dieser Phase gute Tormöglichkeiten. Bei allen verbliebenen
Unzulänglichkeiten schaffte es die Jenaer Elf seit Wochen wieder
einmal, Druck auszuüben und eine gegnerische Abwehr in Verlegenheit
zu bringen. Diese erfreuliche Aufwärtstendenz endete abrupt mit dem
Halbzeitpfiff.
Denn mit Beginn der zweiten Halbzeit verfiel das Jenaer Spiel in den
alten Trott. So etwas spürt der Gegner schnell. Bei Grimma dauerte es
exakt sieben Minuten, da schoss Großmann aus spitzem Winkel aufs
Tornetz, scheiterte Locxhasz wenig später an Berbig. Thomas Vogel reagierte
erneut, versuchte mit der Herreinnahme von Stefan Treitl Ordnung ins Spiel
zu bringen. Fraglich allerdings, ob es gut war, dafür Kais Manai zu opfern.
Sicherlich hatte der Tunesier keine Galavorstellung geboten. Wie wichtig
er war, zeigte sich somit erst nach seiner Auswechslung,
als das Mittelfeldspiel nach und nach auseinander fiel, dadurch
Nervosität aufkam. Die übrigen Jenaer Torchancen in der regulären Spielzeit
resultierten aus Fernschüssen von Petrowsky (67., 76.), G. Müller
(68.), Maul (80.) sowie einem daraus resultierenden Abpraller, den
Hänsel nicht versenken konnte. Die größte Chance in Hälfte zwei
besaß der SV Grimma: Weiter Einwurf in den Strafraum, Holetschek und
Schwabe verpassen, dahinter steht Andy Müller frei vor Berbig, doch trifft
den Ball nicht voll. Kann es sein, dass solch ein Ding in Steffens Zeiten
noch zum Ausgleich geführt hätte ? Nicht nur des knappen Vorsprungs
wegen sehnten Jenas Anhänger den Schlusspfiff herbei. Ehe es soweit
war, mussten sie sich in der Nachspielzeit noch einmal die Haare
raufen. Daniel Petrowsky hatte im Mittelfeld den Ball verloren, setzte aber
nach und ergatterte das Leder zurück. Statt es auf zwei besser
postierte Mitspieler abzulegen oder sich selbst in bessere Position
zu bringen, schoss er überhastet in die Wolken.
Wie sagte doch Thomas Vogel auf der Pressekonferenz nach dem Spiel ?
"Unsere heutige Leistung war zu schlecht". Klartext, endlich mal ohne
Ausreden. Auch das war neu an diesem Sonntag. <fc>
Fotos, zusammengestellt von Jens Weißenburger
Spielbericht auf der Grimmaer Homepage
Tore: 0:1 Petrowsky (41.), 0:2 Jovic (51.), 0:3 Müller (76.),
1:3 Crusellas (81.)
- Zwickau: Metzner - Fahrenholz, Trochocki (59. Haprich), Findeisen
(77. Weißenberger), Düring, Chudzik, Embingou, Köcher, Tröger, Böckel, Crusellas
- Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Maul, G. Müller, Noll,
Petrowsky, Manai (79. Böhme); Jovic (69. Zimmermann), Klee (57. Hänsel).
- Zuschauer: 1384
- Schiedsrichter: Böhm (Berlin)
- Spielbericht:
- Der Freitagabend war für den FC Carl Zeiss fast
schicksalhaft. Die Leistungen der letzten Wochen hatten den einstmals
komfortablen Vorsprung zur Gänze aufgebraucht und das erklärte Ziel Relegation
wieder in Frage gestellt. Deren Erreichen ist aber für den Verein eine Frage
von Sein oder Nichtsein. Ein Sieg im Westsachsenstadion war also unbedingte
Pflicht, zumal unter neuem Trainer. Dementsprechend hoch war natürlich die
Erwartungshaltung der Fans und proportional dazu natürlich auch der Druck auf
die Mannschaft. So sah es dann auf dem Rasen auch erstmal aus.
Jena zeigte sich zwar von Anfang an willig das Spiel in den
Griff zu bekommen, die Angst der letzten Wochen war aber ein beharrlicher
Kamerad und schien das kreative Denkvermögen der Spieler unter sich zu
begraben. Und da es sich auch in Zwickau offensichtlich schon herumgesprochen
hatte, daß man gegen Jena am ehesten punktet, indem man seinen destruktiven
Phantasien freien Lauf läßt, krampfte sich das Spiel so durch die erste halbe
Stunde, ohne das sich auch nur etwas Nennenswertes ereignete. Erst Nolls
Ballverlust an Embingou am eigenen 16er, hätte das bis dahin gelangweilte
Publikum beinahe der aufkommenden Apathie entrissen (29.). Der Abschluß des
Zwickauers war aber dann doch zu schwach, um den müden Kick in ein Fußballfest
zu verwandeln. Es kehrte also wieder depressive Ruhe ein im weiten Rund. Zu
diesem Zeitpunkt fehlte mir jede Vorstellung, wie hier je ein Tor fallen
sollte. Um so größer war 10 Minuten später die Überraschung, als der Zwickauer
Tröger der allgemeinen Schläfrigkeit erlag und einen Manai-Einwurf per Kopf
bereitwillig auf Petrowski verlängerte. Der machte das bisher Vernünftigste im
ganzen Spiel und zog in Höhe des Elfmeterpunktes einfach mal ab. Sein
abgefälschter Schuß schlug wie ein Blitz aus heitererem Himmel im Zwickauer Tor
ein und ließ spätestens von nun an Heimspielatmosphäre für den FC Carl Zeiss
aufkommen. Nicht, daß das hier falsch rüberkommt. Verdient war das Tor aufgrund
der höheren Spielanteile und der läuferischen Leistung ohne Frage, es paßte
halt nur nicht zu diesem Spiel. Aber wer fragt danach?
Die zweite Halbzeit begann dann fast mit einer bösen
Überraschung und hätte die Mühen der ersten 45 Minuten beinahe wieder zunichte
gemacht. Ein einfacher Doppelpaß hebelte die gesamte Jenaer Hintermannschaft
aus und nur Berbig im Tor war es zu verdanken, daß hier nichts Schlimmeres
passierte (47.). Wer weiß wie das Spiel weitergelaufen wäre, wenn der
Flachschuß von Tröger sein Ziel gefunden hätte. So aber reichte diese Warnung zum
Munterwerden aus und plötzlich war es wieder da, dieses gute Gefühl aus der
Vorrunde. Jena schickte sich nun an über schnelles Direktspiel die sich mehr
und mehr bietenden Räume zu nutzen und mußte nicht lange auf den sich
einstellenden Erfolg warten. Petrowski, der nach seinen eher zweifelhaften
Leistungen der letzten Wochen kaum wiederzuerkennen war, hatte sich den Ball im
Mittelfeld erkämpft, über Noll erreichte der Ball Manai, der sich auf der
rechten Seite schön durchsetzte und dann G. Müller mustergültig bediente. Nach
dessen Querpaß hatte der auf der linken Seite wartende Jovic keinerlei Mühe
mehr das 2:0 von der Torraumgrenze herzustellen (52.). Die Festspiele im Jenaer
Fanblock konnten nun also ganz entspannt fortgesetzt werden, zumal sich die nächsten
20 Minuten nichts mehr ereignete, was das dort herrschende Wohlbefinden in
Frage stellte. Erst ein Freistoß von Fahrenholz aus vielleicht 25 Metern (73.),
den Berbig glänzend parieren konnte, ließ bei Jena die Erkenntnis wachsen, daß
ein drittes Tor einer beschaulichen Schlußphase sehr entgegenkommen könnte. Das
fiel dann auch prompt in der 76. Minute nach der dritten Jenaer Möglichkeit.
Der aus dem Zwickauer Tor herausstürmende Metzner konnte den Ball nach
verlorenem Sprintduell gegen G. Müller
nicht mehr richtig erwischen und der hatte anschließend keinerlei Probleme aus
16 m ins nunmehr leere Tor einzuschieben. Wie wichtig das Tor war, zeigte sich
3 Minuten vor dem Ende, als eine schwache Rückgabe von Noll an Schwabe
vorbeirollte und Crusselas den Ball aus 16 m zum 1:3 ins Tor hämmerte. Das war
es dann aber auch fast. Den es gab sie dann doch noch, die vergebene Jenaer
Chance. Noll hatte von der linken Seite auf Petrowski geflankt, dessen
Kopfball-Aufsetzer von Metzner jedoch an die Latte gelenkt wurde und den
Zwickauern ein Zuviel-des-Schlechten-Ergebnis ersparte.
Der FCC ist also wieder da! Dank einer cleveren Leistung und
einer unglaublich effektiven Ausnutzung der Chancen, sind die drei Punkte
unzweifelhaft verdient. Ob´s nun tatsächlich am Trainerwechsel lag, darüber
werden die Meinungen auseinandergehen. Die Befürworter werden den Erfolg in
Zwickau anführen können, was ja auch im Schattenreich des Profifußballs
letztendlich entscheidend ist. Thomas Vogel obliegt nun die Aufgabe einen
langfristigen Erfolg sicherzustellen. Die Chancen dafür stehen aber sicher
nicht schlecht, denn Achim Steffens hat offensichtlich eine intakte Manschaft
übergeben. Es hat nur jemand gefehlt, der den Schalter wieder auf ‚An’ legt.
<bpf>
Alle Treffer im Bild
Bericht auf fsv-zwickau.de
Tore: 0:1 Mikolarczyk (15.), 1:1 Holetschek (45.)
- Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; G. Müller,
Treitl, Manai, Petrowsky, Noll; Jovic, Klee (67. Schwesinger)
- Dresden: Huster - König, Hein, Ballaschk, Heidler
(87. Steglich), Nuck, Troche, Benken, Mikolarczyk, Pafel, Strauß (22.
Fritzsche)
- Zuschauer: 2485
- Schiedsrichter: Simon (Schkopau)
- Spielbericht:
- [von Gastreporter Ragnar Boedefeld]
Es war im Januar 1986, als ich aktiver Zeuge eines kleinen Fußballwunders
wurde: Eine Mannschaft in der Jugendbezirksliga, die bis dahin 15-mal in
Folge nicht gewonnen hatte (5 Unentschieden, 10 Niederlagen), holte
endlich einen Auswärtssieg - und blieb danach fast genauso lange
ungeschlagen. Ich kann mich noch sehr deutlich an den Ruck erinnern, der
nach diesem erlösenden Sieg durch die Mannschaft ging.
Ende Februar 2004 gewann der DSC nach 18 sieglosen Spielen sein erstes
Saisonspiel - auswärts! Es dürfte nachzuvollziehen sein, dass mir vor dem
Spiel des FCC gegen eben jene Truppe etwas mulmig war. Andererseits,
irgendwann musste uns doch diese Räude wieder verlassen, die uns seit dem
Beginn der Rückrunde anhaftete, warum also nicht bei diesem Spiel?
Zu Beginn sah auch alles recht gut aus (drei Ecken nach zwei Minuten),
allein, es fehlte an zwingenden Möglichkeiten. Ein ums andere Mal blieb
der FCC in der Vorwärtsbewegung am Abwehrbollwerk der Gäste hängen. Pässe
nach vorn waren entweder zu ungenau oder hatten Mitspieler als Ziel, die
von Gegnern eingekreist waren, und die dann zwangsläufig den Ball
verlieren mussten. Und vor dem Dresdner Tor fand Jena einfach nicht statt.
Der erste ernstzunehmende Konter des DSC sah dagegen recht flott aus und
konnte nur auf Kosten eines Freistoßes aus ca. 25 Metern Entfernung
geklärt werden. Mikolayczyk hielt einfach drauf, der Ball kam flach auf
die rechte Torwartecke, Berbig sah reichlich unglücklich aus - und drin
war die Pille! Na hallo, die Räude war noch anwesend.
Vollkommen klar, da hingen die Köpfe erstmal. Jedoch nicht für lange Zeit,
denn jetzt tat sich was nach vorn beim FCC, auch wenn der Abschluss
vorerst noch zu wünschen übrig ließ. Entweder stand man sich selbst im Weg
(18.) oder der finale Pass ging ins Niemandsland (20. Jovic). Allerdings,
wenn wir an diesem Abend wirklich mit drei Stürmern gespielt haben sollten
(ich werde diese Pressekonferenzen vermissen), hätte dort kein
Niemandsland sein dürfen. Jovic war zwar ständig anspielbereit, rieb sich
aber in einer Vielzahl von 1:1-Situationen auf. Klee und Manai sollten
sich in der Spitze mit Jovic abwechseln, viel zu oft waren die beiden aber
damit beschäftigt, sich die Bälle im Mittelfeld zu holen, weswegen sie
dann vorn fehlten.
Der Dresdner Trainer erkannte seine Chance, wechselte frühzeitig und baute
eine Mauer. Die verbleibende DSC-Offensive reichte indes noch aus um
aufzuzeigen, dass es derzeit nur einiger weniger Direktpässe bedarf, um
das defensive Jenaer Mittelfeld auszuschalten. Folgerichtig kam der
nächste Schuss aufs Tor wiederum von den Gästen, Berbig fing ihn jedoch
mit der Mütze.
Dann schien doch noch alles gut zu werden. Der Druck erhöhte sich, und
kurz vor der Halbzeitpause gab es FCC-Chancen quasi im Minutentakt, die
aber leider von Klee nach schönem Anspiel in die Spitze (37.), Manai nach
schönem Solo (40.) und Petrowsky nach Vorarbeit Manais (43.) versemmelt
wurden. Schließlich erlöste uns Holetschek mit einem Bogenlampenkopfbal
l
ins lange Eck nach einer Petrowsky-Ecke von rechts. Gleich darauf war
Halbzeit.
Fein fein, jetzt mussten sie nur noch so weitermachen, wie sie aufgehört
hatten und einem deutlichen Sieg würde nichts mehr entgegenstehen. Und sie
machten genauso weiter. Nach der Pause kamen die Pässe zehn Minuten lang
an, es passierten keine Stockfehler, und Jena drückte infolgedessen. Aber
weder Klee noch Jovic konnten die Hampelmann-Einlage Husters in der 51.
Minute verwerten. Und auch der Kopfball Manais über den viel zu weit vorm
Tor herumhirschenden Dresdner Torwart wollte einfach nicht reingehen.
Dann drehte jemand am Schalter: "Ein ums andere Mal blieb der FCC in der
Vorwärtsbewegung am Abwehrbollwerk der Gäste hängen. Pässe nach vorn waren
entweder zu ungenau..." Ja doch! Es passierte haargenau das gleiche wie in
der ersten halben Stunde. Bis auf einen Kopfball von Grasser (70.) und den
Lattenschuss Treitls (78.) überstand der Tabellenletzte eine halbe Stunde
Anrennen des Spitzenreiters gefahrlos.
Man kann wirklich nicht behaupten, dass es ein Motivationsproblem gegeben
hätte. Einsatz und Wille, das Spiel zu gewinnen, waren da. Sie sind
gerannt wie die Hasen. Allein, es fehlte an den spielerischen Mitteln. Nun
ist das fast dieselbe Mannschaft, die solche Maurerbrigaden in der
Hinrunde (bis auf Ausrutscher) ohne Probleme putzte. Fehlendes
spielerisches Potential kann demnach nicht der Grund sein, weshalb auf
einmal nichts mehr geht. Aber es ist schon seltsam. Saison für Saison in
dieser bekloppten Oberliga bricht der FCC irgendwann dermaßen ein, dass
alles bis dahin Erreichte in Frage gestellt werden muss. Was zum Geier
geht hier vor sich?!
Aus eigenem Erleben weiß ich, dass einem Trainer, der Stimmungen in der
Mannschaft ignoriert, früher oder später die Rechnung in Form schlechter
Spiele präsentiert wird. Sollte es daran liegen, dann ist in der
Winterpause irgendetwas passiert, das dem Joachim Steffens und seinem
Stab entgangen sein muss. Irgendwie kann ich aber nicht glauben, dass
nicht einer der Spieler die Eier in der Hose hätte, von derartigen
Zuständen Meldung zu machen - und sei es anonym. Auf dass man sich mal
ordentlich ausspreche... Auch an der Aufstellung kann es nicht liegen,
durch die Änderung auf einer Position bricht keine Mannschaft zusammen.
Wenn jedoch das gesamte Mittelfeld gleichzeitig in einer
Schaffenskrise steckt (und das kann Weißgott vorkommen), die Abwehr im
Spiel nach vorn nicht eben glänzt und auch noch Verunsicherung dazukommt,
dann läuft es halt mehrere Spiele hintereinander nicht. Da kann sich der
Trainer den Arsch aufreißen und motivieren, wie er will - das Schiff
müssen die betroffenen Spieler selbst wieder klarmachen. Der Trainer kann
sich maximal als Zielscheibe vorn hin stellen und Pressequerschläger
abfangen, weil er weiß, dass zuviel (und vor allem unsachliche) Kritik die
Spieler noch weiter festgehen lässt. Steffens hat das gemacht, obwohl er
wahrscheinlich wusste, dass er gehen muss. Danke Joachim, wir haben's
genossen.
Jungs, der Trainer ist weg. Reißt euch jetzt zusammen, rennt euch die
Lunge aus dem Leib, bis ihr kotzt - bis das Spiel wieder zu euch
kommt. Und darüber hinaus, wir wollen im Sommer feiern! Noch ist nichts
verloren.
Bilder des Tages <jw>
Kurzbericht auf der offiziellen DSC-Page
Tore: 1:0 Eißrich (64.), 1:1 Jovic (73.)
- Dresden: Grundmann; Heiße, Terjek, Berthold, Berhardt; Lucic, Fischer,
Glaubitz, Hamel (90. Schuster); Ehrlich (76. Taatz), Eißrich
- Jena: Berbig; G. Müller; Grasser, Schwabe; Maul (71. Böhme), Manai,
Treitl, Noll (86. Hänsel), Petrowsky (71. Schwesinger); Jovic, Klee
- Zuschauer: 1040
- Schiedsrichter: Cyrklaff (Laubsdorf)
- Spielbericht:
- Wenn der souveräne Spitzenreiter zum sechs Spiele in Folge punktlosen Tabellenzwölften
fährt, scheinen die Fronten klar verteilt. Und doch standen einige Fragezeichen hinter dieser Partie,
die den ans Südufer der Elbe gereisten Jenaer Schlachtenbummlern Kopfzerbrechen bereiteten. Würden
die Steffens-Schützlinge die erste Saisonniederlage in Magdeburg verdaut haben? Würde jener aus der
Hinserie gewohnte und von der gesamten Liga gefürchtete Spielfluß ins Jenaer Spiel zurückkehren,
den man schon beim Auftaktmatch gegen Sondershausen vermisste? Würde Gert Müller den an der Verletzung
aus dem Leipzig-Spiel laborierenden Olaf Holetschek auf der Liberoposition adäquat ersetzen können?
Und vor allem: Welche Reaktion würde die Laubegaster Mannschaft auf den unter der Woche erfolgten
Rücktritt ihres Trainers Bernd Fröhlich zeigen, der den bereits seit 1906 existierenden
Traditionsverein einst in diese Spielklasse geführt hatte? Auf der heimischen Bank saß
erstmals Jens Flügel und hoffte auf eine Wiederholung des sensationellen 2:0-Sieges vor Jahresfrist,
als er selbst noch in den Reihen der siegreichen Elf stand, und der damals Frank Eulberg den Posten
als Chefcoach kostete. Seinerzeit wegen des Hochwassers noch im Harbig-Stadion, diesmal feierte der
FCC Premiere im Dresdner Süden auf dem komplett neuerrichteten Gelände des FV 06, in das
beide Mannschaften zwischen den PKW-Garagen der Anwohner hindurch einliefen. Flügel hatte
seine Mannen enorm defensiv eingestellt, und so dauerte es lange bis der Favorit zu ersten Möglichkeiten
kam. Carsten Klees kluge Ablage nach 11 Minuten nahm Stefan Treitl aus 20 Metern direkt und
knallte das Leder nur um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Vier Minuten später steht
Jovic im Mittelpunkt, als er den von Grasser Kopf abprallenden Ball mit links auf das Gehäuse
des starken Grundmann ballert, letzterer den Ball aber noch über die Latte lenkt. Es begann
Jenas stärkste Phase, doch weder Klees Kopfballversuch (17.), Nolls Direktschuß nach
einer Ecke (18.), Mauls am kurzen Pfosten vorbeistreichender Kopfball (25.), Mauls Direktabnahme
eines Petrowsky-Freistoßes aus 11 Metern genau in die Arme von Grundmann, noch Nolls vom
Dresdner Keeper über die Latte gelenkter Gewaltschuß fanden den Weg ins Gehäuse
der Gastgeber. Die selbst kamen in Halbzeit eins nur selten über die Mittellinie, echte
Torgefahr kam überhaupt nicht auf. So setzte Manai, dem kurz zuvor nach einem unsanften Fall
im Strafraum der Elfmeterpfiff ebenso verweigert wurde wie zu Spielbeginn berechtigterweise Miroslav
Jovic, die Schlusspunkte der ersten Hälfte, als er gleich zwei Mal aus Nahdistanz kläglich
scheiterte. Doch auch die vorhanden Chancen konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass das
Spiel des FCC wenig von dem eines souveränen Spitzenreiters hatte. Zu wenig Gefahr wurde
über die Flügel ausgestrahlt, zu selten die ohne den gesperrten Maucksch agierende
Verteidigung der Dresdner vor unlösbare Aufgaben gestellt. So hofften die 250 mitgereisten
Schlachtenbummler unter immerhin über 1.000 Besuchern auf Besserung in den zweiten 45 Minuten,
doch sie sollten bitter enttäuscht werden. Nicht der um den Aufstieg kämpfende Tabellenführer,
sondern die Gastgeber kamen frischer aus der Kabine. Bis auf Treitls abgefälschten Schuß
von der Strafraumgrenze nach einer Stunde vermochten die ganz in Blau spielenden Jenaer keinerlei
Akzente zu setzen, und wurden in der 64. Spielminute prompt eiskalt erwischt. Hatten die Gastgeber
zuvor schon mit zwei Flankenläufen des Ex-Zwickauers Glaubitz für etwas Unruhe im Gästestrafraum
gesorgt, so brannte es bei dem über Eißrich blitzschnell vorgetragenen Konter lichterloh.
Joachim Schwabe konnte den bulligen Angreifer der Dresdner nicht halten und der vollendete aus halbrechter
Position überlegt gegen den machtlosen Berbig. Joachim Steffens reagierte prompt, brachte für
den schwachen Petrowsky und den immer müder werdenden Maul Robert Böhme und Andreas Schwesinger.
Während letzterer für zumindest etwas Belebung im Jenaer Spiel sorgte, stellt sich die Frage
nach Böhmes Eignung für Einsätze in der ersten Mannschaft zum wiederholten Male. So waren
es wieder einmal die "Alten", die zumindest einen Punkt im Sächsischen retteten. Markus Grasser,
sonst eher nicht als filigraner Passgeber bekannt, schickte Jovic mit wunderschönem Steilpaß
in Richtung Grundmann-Tor, und Jenas Balkanstürmer ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen,
vollendete kaltschnäuzig mit der Pike flach ins rechte Eck. Hoffnung beim Gästeanhang,
noch 17 Minuten blieben für den zuvor so fest eingeplanten und plötzlich in weiter Ferne
scheinenden Dreier, und Ersatzkapitän Treitl peitschte seinen Kameraden noch einmal kräftig
verbal ein. Doch wer nun eine unwiderstehliche Schlussoffensive erwartete, wurde maßlos
enttäuscht. Lediglich bei zwei Freistößen geriet der Punktgewinn der Sachsen noch
einmal in Gefahr. Zunächst feuert Manai eine Freistoßgranate in Richtung Grundmann ab,
der den Ball aber über die Latte lenken konnte. 8 Minuten vor dem Ende sorgte dann Schwesinger
für die letzte echte Chance des FC Carl Zeiss, als er einen Freistoß aus 35 Metern in
Richtung Elbe katapultiert, Grundmann den vom starken Wind noch gefährlicher gemachten Ball
aber glänzend aus dem rechten oberen Eck kratzt. Letzten Endes war der magere Auftritt der
Blau-Gelb-Weißen zu wenig, um drei Punkte mit nach Hause zu nehmen. Die Art und Weise, der
verschwenderische Umgang mit den noch vor einem halben Jahr so effektiven Standardsituationen, die
spielerische Hilflosigkeit gerade in der zweiten Halbzeit ließ die Fragezeichen bei den
lautstark ihrem Ärger Luft machenden Jenaer Schlachtenbummlern jedenfalls nicht kleiner werden
als vor dem Spiel. Im Gegenteil, der FCC ist wieder einmal dabei, seinen komfortablen Vorsprung
leichtfertig zu verspielen und wird - aufgrund der "schiefen" Tabelle - erstmals seit Saisonbeginn
nicht mehr als Spitzenreiter geführt. Quo Vadis FC Carl Zeiss? <gunner>
Einige Bilder vom Spiel von Jens Weissenburger
Tore: 1:0 G. Müller (13.), 2:0 Schwesinger (40.), 3:0
Manai (43.), 4:0 Manai (56.)
- Jena: Berbig; Holetschek (38. Böhme); Schwabe, Grasser;
Ch. Müller (37. Noll), G. Müller, Treitl, Petrowsky, Manai;
Schwesinger (61. Maul), Klee
- Leipzig: Schöne - Schmidt, J. Werner, Spiotta, Kracht,
Piontek (46. S. Werner), Miftari, Streubel, Dobiasch, Breitkopf, Sadlo
- Zuschauer: 1756
- Schiedsrichter: Mattig (Frankfurt/O.)
- Spielstenogramm:
- Pflichtfreundschaftsspiel aufgrund Leipziger Insolvenz + + + Gastgeber
jederzeit spielbestimmend, hätte noch deutlicher gewinnen können
+ + + Vor der Pause phasenweise ansehnliches Kombinationsspiel, das
nach dem Wechsel verflachte + + + Ch. Müller und Holetschek mussten
verletzt raus
Tore: 1:0 Kreibich (55., FE)
- Magdeburg: Beer - Otte, Prest, Kallnik, Uffrecht, Kreibich
(70. Probst), Woitha, Müller, Neumann, Kühne (70. Siemke), Schulz
(90. Grieb)
- Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, G. Müller; Maul (85.
Zimmermann), Noll, Treitl, Petrowsky (70. Ch. Müller), Manai;
Jovic (61. Schwesinger), Klee
- Zuschauer: 4040
- Schiedsrichter: Herzberg (Rostock)
- Spielbericht:
- [von Knut Oberländer]
Nun ist es also passiert: Jenas Serie ist gerissen. Nach 23
Spielen ohne Niederlage ging der FCC zum ersten Mal wieder völlig leer aus in
einem Punktspiel. Die Pleite gegen den alten Rivalen von der Elbe war am Ende
verdient, unabwendbar war sie allerdings nicht.
In der 1.
Halbzeit erlebten die Zuschauer ein Spiel, bei dem beide Mannschaften von
Anfang an mit offenen Visier kämpften. Bereits in der 2. Minute musste Berbig
bei einem aufs kurze Eck gezirkelten Freistoß auf der Hut sein. Wenig später
lief Jovic mit dem Ball am Fuß aufs Magdeburger Tor zu, konnte jedoch noch vor
dem Strafraum abgedrängt werden und musste danach mit ansehen, wie ein
Elbestädter im Gegenzug zu einem Tänzchen mit mehreren Jenaer Verteidigern
bat. Dann war wieder Blaugelbweiß dran. Mauls Kopfball in
der 8. Minute war noch zu schwach, seine zweiter Versuch auf diese Art strich
übers Tor (9.) und Manais Fallrückzieher vom Elfmeterpunkt (12.) fehlte die
Schärfe. Aufregung in der 18. Minute, als eine Jovic-Eingabe von seinem
Gegenspieler im Strafraum mit der Hand abgewehrt wurde. "Angelegter Arm",
befand der Schiri, eine strittige, aber vertretbare Auslegung des Mannes in
Schwarz, der ansonsten in der 1. Hälfte eine gute Leistung zeigte, die Partie
sicher leitete und es schaffte, in dem beiderseits engagiert geführten Spiel
bis zur 55. Minute nur mit Ermahnungen auszukommen. Mitte der 1. Halbzeit wurden die äußeren Bedingungen widriger, abwechselnd fiel
Regen, Schnee oder Graupel. Die nun auch spielerisch etwas verflachende
Begegnung tat ihr übriges, um die Stimmung in dem weitläufigen, mit ca. 600
Jenafans gefüllten Gästeblock nach unten sinken zu lassen. Viel gab es aus
Jenaer Sicht auch nicht zu beklatschen. Eine Serie mit 3 Ecken nacheinander in
der 20./21. Minute endete mit einem Magdeburger Konter, ein Schuss Treitls von
der Strafraumgrenze nach Jovic Anspiel in der 24. wurde ebenso geblockt wie ein Dribbling Manais zwei Minuten später. Es gab kein Durchkommen für Blaugelbweiß,denn Magdeburg stand sicher in der Abwehr. Besonders die "3" des 1. FCM räumte
fast alles ab, was an hohen Bällen in den Strafraum kam. Offensiv überzeugten
die Bördekicker durch gepflegtes Kurzpaßspiel, das ihnen in der 30. Minute die
größte Chance bescherte, als Berbig einen scharfen Kopfball nach Rechtsflanke
gerade noch über die Latte lenken konnte. Nicht nur in dieser Szene wurde
deutlich, dass die Magdeburger nicht mehr zu vergleichen waren mit jener
Truppe, die sich bei Jenas 5:0-Auswärtssieg des Vorjahres noch willig am
Nasenring über den Platz führen ließ. So ging es im Spiel
zweier gleichwertiger Mannschaften torlos in die Kabinen. Zuvor besaß Treitl
für Jena noch eine gute Chance, als er nach einem Dribbling 20 Meter vor dem
Tor in zentraler Position freie Schussbahn hatte, aber nicht weiter auf des
Gegners Gehäuse zulief, sondern statt dessen zu einer Mischung aus Schuss und
Heber ansetzte, die den Keeper der Bördestädter vor keine Probleme stellte
(38.). Berbig war da schon mehr gefordert, denn Magdeburg konterte sofort und
Jenas Keeper konnte den scharfen Schuss von der Strafraumgrenze nur mit Mühe
nach vorne abklatschen.
Nach der Kabinenpredigt sah man in
den Anfangsminuten der 2. Halbzeit einen engagierter aufspielenden
Oberligaspitzenreiter. Zwangsläufig ergaben sich Chancen. Die größte besaß
Manai, der eine scharfe Eingabe in den Fünfmeterraum frei vorm Torwart stehend
nicht im Gehäuse unterbrachte (51.). Zwei Minuten später legte der Tunesier
nach einem Dribbling über rechts für Petrowsky auf, der zog aus 20 Metern ab,
in Jenas Fankurve riss man bereits die Arme hoch, doch der scharfe Schuss
konnte durch den FCM-Keeper gerade noch zur Ecke geklärt werden. Das war der
druckvolle Angriffsfussball, den man vom FCC sehen wollte.
Genau in diese Phase fiel die Magdeburger Führung. Analog zu dem
Spiel in Probstheida leistete sich Manai in der 55. Minute einen Blackout. Eine
kniehohe Eingabe in Jenas Strafraum wollte er mit dem Kopf zum eigenen Torwart
zurückspielen, legte den Ball dabei jedoch am bereits herausgelaufenen Berbig
vorbei und einem Magdeburger Stürmer in den Lauf, der nur unfair gebremst
werden konnte. Beim anschließenden scharf in die Mitte gedroschenen Strafstoß
war Jenas Keeper ohne Chance. Der FCC versuchte, sich
danach aufzubäumen. Steffens brachte mit Schwesinger für Jovic, Christian
Müller für Petrowsky und Zimmermann für Maul drei neue Leute, doch die alten
Probleme blieben: Kein klares Spielsystem war zu erkennen, man operierte zu
umständlich und unpräzise, die Raumaufteilung war nicht optimal, von den Außen
gab es zu wenig Druck, die Standards verpufften wirkungslos. Das waren zu viele Kritikpunkte an einer Jenaer Leistung, die vielleicht ausreichend gewesen wäre,um 10 Sondershäuser Feierabendkicker geschlagen nach Hause zu schicken, aber
nicht, um gegen einen kampfstarken und technisch versierten Gegner wie
Magdeburg in Bedrängnis zu bringen. Dafür waren die Jenaer Chancen nicht
wirklich zwingend. Treitl versuchte es in der 64. mit einer Direktannahme, in
der 68. kam Schwesinger einen Schritt zu spät und hatte auch in der 79. kein
Glück. Als kurz darauf ein vielleicht als Flanke gedachter Knaller von ihm
durch den Magdeburger Strafraum flog, sah das schon fast wie Frustabbau
aus. Die Magdeburger hatten noch mal Glück, dass der Schiri in der 81. nicht auf den Punkt zeigte, denn ein blauweißer Abwehrspieler wehrte eine Klee-Eingabe im Strafraum mit der Hand ab. Kurz vor Spielende stand
Fortuna wieder auf Thüringer Seite, als 2 frei im Jenaer Fünfmeterraum stehende Magdeburger bei einem Konter vergeblich auf die präzise Flanke ihres
Mitspielers warteten. Hier wäre eigentlich das 2:0 für die Gastgeber und damit
die Spielentscheidung fällig gewesen. So ergab sich dann doch noch mal für Klee eine Ausgleichschance. Er nutzte sie in einer Art, die sinnbildlich war für das Jenaer Spiel an diesem Nachmittag. An der Strafraumgrenze angespielt, versuchte er
nicht, sich den Ball selbst vorzulegen, sondern passte statt dessen zurück.
Den anschließenden Distanzschuss Zimmermanns lenkte der Magdeburger Keeper über
sein Tor.
Damit war Jenas erste Saisonniederlage endgültig
besiegelt. Nun hat man im Paradies knapp 2 Wochen Zeit zur Fehleranalyse und
-behebung. Der FCC kann mehr, als in Magdeburg geboten. Das wird man auch
zeigen müssen, um die Saisonziele zu erreichen, am besten schon im
Pflichtfreundschaftsspiel gegen Lok.
Bilder des Tages <jw>
Magdeburger Spielberichte auf der offiziellen Homepage und auf einer der Fanseiten
Tore: 1:0 Noll (63.), 2:0 Jovic (65.), 3:0 Zimmermann (83.), 4:0
Manai (89.)
- Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, G. Müller; Ch. Müller
(46. Maul), Noll, Treitl, Manai, Hänsel (46. Schwesinger); Jovic (75.
Zimmermann), Klee
- Sondersh.: Menzel - Gerschewski, Rasch, Tanne, Bohne (71. Klaus),
Svejdik, Duft (71. Fischer), Kloth (

, 58.),
Caspar, Uysal (82. John), Krug
- Zuschauer: 2004
- Schiedsrichter: Gerster (Hohenstein-Ernstthal)
- Spielbericht:
- Mit fünftägiger Verspätung begann die Punktspielserie im neuen Jahr.
Grund war der vereiste Rasenboden, auf dem regulärer Fußball nicht möglich
gewesen wäre. Für eine baldige Neuansetzung sprachen mehrere Gründe:
Beispielsweise die lange Zeitspanne zum letzten Vorbereitungsspiel, das
frühlingshafte Klima Anfang Februar und die Gelbsperre Petrowskys. Nicht zuletzt wollte man beim FCC vermeiden,
praktisch aus dem Kalten heraus beim heimstarken 1. FC Magdeburg antreten zu müssen.
Die erste Torchance nach vier Minuten, ein Volley-Schuss Treitls aus der
Drehung, machte Lust auf ein attraktives Spiel gegen den Tabellenfünfzehnten.
Doch der Spitzenreiter kam nur mühsam in Tritt. Irgendwie behäbig
wirkte sein Spiel. Das Konzept, mit langen Pässen in die Spitze
zu Chancen zu kommen, ging nicht auf. Ja, es genügte nicht einmal, um den
Kontrahenten in dessen Strafraum zurück zu drängen. Meistens war schon
vor dem Sechzehner Endstation. Dass im Live-Ticker des MDR nach 45
Minuten von einem "druckvollen Tabellenführer mit vielen Chancen"
die Rede war, überraschte jeden, der das Spiel gesehen hat. Ein nicht
voll getroffener Ball Manais nach 23 Minuten und ein Freistoß des
selben Akteurs, mit dem Menzel so seine Probleme hatte (36.),
vervollständigten nämlich schon die Jenaer Bilanz in Halbzeit eins. Nur
in jener Szene, als sich Klee und Treitl beim Torschuss behinderten, konnte
man von einem schön herausgespielten Angriff reden. Auch ein
Eckenverhältnis von 2:2 taugt nicht wirklich als Beweis für druckvolles
Spiel eines Beteiligten. Viel hätte allerdings nicht gefehlt, und die
Sondershäuser wären nach 36 Minuten in Führung gegangen. Kloth hatte
kurz hinter der Mittellinie einen Freistoß Richtung Zeiss-Gehäuse
geschlagen. Berbig sprang unbedrängt hoch, um den Ball zu fangen, verfehlte
ihn aber. Den Zuschauern stockte der Atem, bis klar war, dass das Leder
nicht nur am Torwart, sondern auch an dessen Kasten vorbei segelte.
Achim Steffens, der vor der Pause einige Male nur den Kopf schütteln
konnte, reagierte zur Halbzeit, indem er mit Maul und Schwesinger die bis
dahin wirkungslosen Außenpositionen neu besetzte. Wenn im Nachgang von
zwei unterschiedlichen Halbzeiten die Rede ist, stimmt das aber nur bedingt.
Zwar gab es auch in Hälfte zwei den Treitlschen Appetitmacher,
einen Schlenzer aus 15 Metern knapp über die Torlatte. Doch änderte sich
zunächst mal nichts. Bis der bereits in Minute 26 verwarnte
Kloth durch sein Einsteigen gegen Schwesinger förmlich um seine
Herunterstellung bettelte. Als er den Platz verlassen hatte, vergingen
keine fünf Minuten bis zum erlösenden 1:0. Maul war mit Ball am
Fuß von seiner linken Seite in die Mitte gestartet, sein Schuss blieb
hängen. Den Abpraller nahm Noll mit dem Außenrist und jagte ihn aus
zwanzig Metern ins rechte Dreiangel. Klasse ! Jenas defensiver
Mittelfeldmann war auch am zweiten Tor beteiligt, als Jovic auf der
rechten Seite startete, kurz Doppelpass mit Noll spielte und dann das
Leder ins lange Eck bugsierte. Mit einem Mal ging alles ganz einfach.
Den angestrebten Punktgewinn nun nicht mehr vor Augen, ließen bei den
Gästen die Kräfte nach. Dem nun praktizierten Jenaer Kurzpassspiel über drei,
vier Stationen waren sie nicht gewachsen. So in Minute 75, als Manai
gegen zwei den Ball erkämpfte und ihn zu Noll spitzelte. Über Klee
kam das Leder zu Manai zurück, welcher aber ebenso an Menzel scheiterte wie
Maul im Nachsetzen aus spitzem Winkel. Eric Noll avancierte endgültig
zum Spieler des Tages mit seiner tollen Vorarbeit zum 3:0. Wer nie
verstanden hat, was mit einem Pass in den freien Raum gemeint sein
könnte - bei Nolles Vorlage auf Schwesinger gibts Anschauungsunterricht.
Jener Andreas Schwesinger
hätte beim Comeback im Zeiss-Dress sein Torkonto weiter aufbessern
können, spielte aber uneingenützig zum eingewechselten Kai Zimmermann
ab, der aus zehn Metern Entfernung per Kopf ins leere Tor traf.
In der vorletzten Spielminute sah sich Carsten Klee eines Vorteils beraubt und
sah wegen Meckerns die gelbe Karte. Die hätte er sich wohl erspart, wenn
er geahnt hätte, dass aus dem gepfiffenen Freistoß Treffer Nummer vier
entstehen würde. Zwischen Freund und Feind hindurch fand Kais Manais
30-Meter-Ball irgendwie den Weg ins Netz. Die Wiederholung des Hinspiel-Resultats war perfekt.
Wer bei der anschließenden Pressekonferenz aufmerksam hinhörte, bekam
nach der Spieleinschätzung auch ein kleines bisschen Zuschauerschelte
zu hören: "Jeder weiß, wir haben schon besser gespielt. Aber es war
das erste Spiel nach der Winterpause", resümierte Achim Steffens und
fügte, immer leiser werdend hinzu: "Da läuft noch nicht alles rund und
man braucht dann auch mal die Unterstützung von außen. So stellen
wir uns das vor. Für die Zukunft." <fc>
- Neugersdorf: Barta; Maglica; Fröhlich, Michael; Hecht,
Havel (

, 78.),
Krause, Thomas, Haasler; Miltzow, Kubis (72. Kästner)
- Jena: Berbig; G. Müller; Grasser, Noll; Ch. Müller,
Benedetti (

, 89.), Treitl, Petrowsky (81. Böhme), Manai; Jovic, Klee
- Zuschauer: 706
- Schiedsrichter: Paffrath (Berlin)
- Spielbericht:
- Mit ehrgeizigen Zielen war der FC Oberlausitz in die Saison
gestartet. Tabellenplatz vierzehn nach Ende der Hinrunde hat ihn unsanft auf
den Boden der Realität zurück geholt. Beim FC Carl Zeiss ist man trotz
ebenfalls anspruchsvoller Zielstellung zufrieden mit der ersten Halbserie.
Einen Vorsprung von acht Punkten und mehr auf die Aufstiegskonkurrenz hatten die wenigsten für
möglich gehalten. Achim Steffens hob allerdings bereits in der vorigen Woche
den warnenden Zeigefinger: „Der Punkteabstand ist noch kein Ruhekissen. Jedes
Spiel muss neu gewonnen werden.“
Das Auswärtsspiel in Neugersdorf begann wie so viele zuvor.
Der FCC orientierte sich gleich in Richtung gegnerischer Strafraum, ohne
brasilianisch anmutendem Fußball zu zelebrieren. Dies wäre diesmal ohnehin
nicht möglich gewesen, weil in Brasilien weitaus seltener Schnee liegt als
in der Oberlausitz. Dort hatte es
frisch geschneit und auf diese veränderten Bodenverhältnisse
mussten sich unsere Jungs als spielgestaltende Mannschaft erst mal einstellen.
Manai besaß dennoch die erste
Torgelegenheit, setzte Klees Flankenball nebens Tor. Dass der FCO nach dem
Heimsieg gegen Halle auch gegen den Tabellenführer Siegesambitionen geltend
machte, zeigte sich in Minute 16: Havel kam nach Anspiel von der rechten Seite
unbedrängt an den Ball, schlug noch einen Haken und hatte freie Schussbahn.
Berbig lief aus dem Kasten, vermochte dem Schuss aber nur tatenlos hinterher zu
schauen. 180 mitgereiste Jenaer Fans hielten die Luft an, bis klar war, dass
das Leder äußerste knapp am linken Pfosten vorbei gerollt war. Diese Szene
fungierte als Wachmacher für die Gäste. Jovic drängte in den Strafraum, wurde
kurz davor zu Fall gebracht. Den Freistoß schlenzte Kais Manai wie weiland in
Halle wunderschön ins linke obere Eck. Barta holte ihn aus dem Dreiangel – fragt
sich nur von wo genau ? Die Mehrheit der auf Torhöhe
stehenden Zuschauer schwor, den Ball hinter der Linie
gesehen zu haben. Der Schiedsrichter-Assistent soll eine Anzeige und Bewegung zur Mitte
gemacht haben. Hatte er im ersten Moment wirklich ein Tor erkannt und war sich
seiner Beobachtung dann doch nicht mehr so sicher ? Oder sollte es nur eine
Geste gewesen sein, die ‚weiterspielen’ signalisierte ? Es wäre
möglich, denn wer plötzlich die Fahne hebt
und damit Abseits anzeigt, wenn sich zwei Jenaer weit
in der eigenen Hälfte den Ball zuspielen,
reagiert vielleicht auch bei Torraumszenen zuweilen unkonventionell. - Jena blieb
am Drücker. Treitls Schuss boxte Barta mit beiden Fäusten zur Ecke. Der direkte
Freistoß von Christian Müller, wohl sein erster für den FCC, flog aus 28 Metern
knapp über die Querlatte. Müller spielte auf der linken Seite und war Teil
jener Umformierungen, die aufgrund der Verletzungsausfälle von Holetschek,
Schwabe, Maul notwendig wurden. Die neue Konstruktion im Mannschaftsgefüge funktionierte
zunächst besser als erwartet. Nach den erwähnten Schrecksekunden in Minute
sechzehn hatte Jena Spiel und Gegner im Griff. Kais Manai, vor der Pause
auffälligster Akteur, spielte nach vierzig Minuten einen langen Pass, den ein
Neugersdorfer Verteidiger verfehlte. Genau darauf hatte Stürmerfuchs Carsten Klee
gewartet ! Mit Ball am Fuß lief er, nur noch den Keeper vor sich sehend,
aufs Tor zu, nahm Maß und – schoss drüber ! Verflixt, den hätte er eigentlich
machen müssen, da hatte er in dieser Saison schon aus schwierigeren Positionen
getroffen.
Matthias Schulz als Coach der Oberlausitzer schien seinen
Schützlingen in der Kabine neues Selbstvertrauen vermittelt zu haben. Sie
spielten gleich nach Wiederanpfiff munter mit. Hin und her ging es eine Viertelstunde
lang, ohne dass sich eine nennenswerte Chance ergab. Die hatte Miroslav Jovic
in Minute 61. Hart bedrängt im Strafraum, schoss er im Gewühl aus der Drehung
heraus. Der linke Außenpfosten verhinderte den eigentlich verdienten
Führungstreffer. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass es die letzte
Torchance im Spiel gewesen sein sollte. In der letzten halben Stunde zeigte
sich, dass es nicht nur angesichts der Verletztenliste
höchste Zeit für die Winterpause wird.
Einige Spieler werden in den kommenden Wochen ihren Akku neu aufladen müssen.
Was hat beispielsweise ein Daniel Petrowsky zu Saisonbeginn gefightet und auch
spielerisch zu glänzen gewusst ! Von dieser großartigen Verfassung ist
er derzeit Lichtjahre entfernt und auch bei einigen seiner Mitspieler machen
sich die Belastungen der Hinrunde bemerkbar. Dass der Schneeboden und der damit
einhergehende Kräfteverschleiß als Hauptgrund für den gerissenen Spielfaden in
den letzten dreißig Minuten vom Sonntag herhalten müssen, ist klar. Insofern
überrascht es allerdings, dass ausgerechnet in Neugersdorf nur ein einziges Mal
gewechselt wurde. Zumal die Herreinnahme des eher defensiven Böhme auch nicht
das Signal von außen an die Mannschaft sein kann, wirklich alles zu versuchen,
um statt des einen alle drei Zähler mitzunehmen. Immerhin blieb die umformierte
Abwehr ohne Gegentreffer. Sven Kubis, einer der Toptorjäger der Liga, sah
keinen Stich. Die Null stand auch, nachdem sich Vito Benedetti innerhalb
weniger Sekunden zwei gelbe Karten einfing; wegen Foulspiels und Reklamierens.
Übrigens bekam auch Stefan Treitl seine Verwarnung wegen Meckerns. Leere Akkus machen
sich nicht nur in müden Beinen bemerkbar.
Auf das Spiel hatte Benedettis Feldverweis allerdings keinen
Einfluss mehr, zumal zwölf Minuten zuvor der Neugersdorfer Havel eine ähnlich
unnötige Herunterstellung provoziert hatte. Es blieb beim 0:0 und der nun
allgemeinen Erkenntnis, dass der Tabellenvorsprung noch lange kein Ruhekissen ist. <fc>
Schnappschüsse
Tore: 1:0 Wollermann (59.), 1:1 Noll (65./FE), 1:2 Treitl (88.)
- Cottbus: Thoms; Lempke, Nuhs, Welm, Schikora; Rohde, Weller, Dörry,
Matuschka; Brunnemann, Wollermann (84. Grötsch)
- Jena: Berbig; Holetschek (80. Hänsel); G. Müller, Grasser; Benedetti, Noll, Treitl, Petrowsky (59. Ch. Müller), Manai; Jovic, Klee (73. Zimmermann)
- Zuschauer: 405
- Schiedsrichter: Rosenkranz (Plauen)
- Spielbericht:
- Sie
hatten es schon nicht leicht, die 300-350 Jenaer Anhänger, die den Weg ans Ende
der Republik angetreten hatten. Strömender Regen und dichter Nebel sorgte
während der gesamten Fahrt in die Lausitz für Weltuntergangsstimmung, und nach
der Ankunft im Neubaublock-Paradies musste auch noch der Weg um das halbe
Stadion zurückgelegt werden, denn erstmals wurde den Gästefans der
Zwangsaufenthalt im eigens dafür vorgesehenen Käfig auferlegt. Eine Maßnahme,
die ebenso wenig zu einer entspannten Atmosphäre beitrug, wie die zahlenmäßig
völlig irrationale Polizeipräsenz.
Ganz
entspannt ging es hingegen zunächst auf dem grünen Rasen zu, und man fühlte
sich an Achim Steffens Worte vor der Partie erinnert, als er der Hoffnung
Ausdruck verlieh, dass seine Mannen nach dem „Feuerwerk“ gegen Dessau ihr
Pulver noch nicht ganz verschossen haben. Jena, mit Gert Müller für den
verletzten Joachim Schwabe auf der Innenverteidigerposition und Vito Benedetti
auf der Maulschen linken Außenbahn, sowie Eric Noll im zentralen defensiven
Mittelfeld tat sich schwer gegen die von Steffens hinterher als „doppelte
Viererkette“ bezeichnete Abwehrformation der Energie-Reserve, und hatte auch
durchaus Respekt vor den schnellen Gegenangriffen der jungen Gastgeber. So
hatten jene auch die erste halbe Möglichkeit des Spiels, als Berbig nach 13 Minuten
per Fußabwehr im letzten Moment gegen den auf ihn zulaufenden Wollermann
klärte. Sechs Minuten später setzten dann aber auch die Jenaer das erste
Achtungszeichen, und was für eines. Der auch heute wieder enorm fleißige
Miroslav Jovic bleibt mit seinem Dribbling an der Strafraumgrenze hängen, der
Ball gelangt dennoch zu Carsten Klee, dessen Schuß aus 10 Metern kann der
Torhüter ebenso parieren, wie den Abpraller, den der bereits am Boden liegende
Klee artistisch nochmals aufs Gehäuse platziert. Das Achtungszeichen geriet zum
Wecksignal für den Spitzenreiter, der ab nun die Partie in die Hand nahm, dem
Gastgeber bis zum Seitenwechsel keinerlei Entfaltungsmöglichkeiten mehr ließ
und mit einer Führung in die Kabine hätte gehen müssen. Doch anders als noch
beim letzten Auswärtsspiel in Dresden Nord war die Chancenverwertung als
größtes Manko zu beklagen. So landete Manais toller Freistoß am Lattenkreuz
(28.), Nolls Knaller nach kluger Treitl-Ablage in den Armen des guten Keepers
Thoms (38.), und eine Minute später Treitls Distanzschuß knapp neben dem
Pfosten.
Die
Möglichkeiten des Tabellenführers sollten sich nach der Pause noch mehren, und
die verdiente Führung schien nur noch eine Frage der Zeit. Doch nachdem Grasser
drei Minuten nach Wiederanpfiff seinen Flachschuß freistehend neben das Tor
setzt, Jovics Kopfball, mit dem er Benedettis Schußversuch erst gefährlich
machte, sich erst hinter dem Tor senkt (52.), und auch Treitls Strich nach
abgeblocktem Jovic Dribbling nicht das Ziel fand, kam alles ganz anders. Die
Gastgeber mit weitem Ball auf Brunnemann, der von Holetschek abgelaufen wurde,
dennoch gab der Plauener Referee Freistoß an der Strafraumgrenze, eine
Fehlentscheidung mit Folgen. Es bedurfte zunächst einer Glanzparade von Tino
Berbig, der den über die Mauer gezirkelten Ball des erstligaerfahrenen
Matuschka aus dem Eck kratzte. Bei dem anschließenden Eckball war jedoch auch
Jenas Keeper machtlos, als mit Wollermann ausgerechnet einer der kleinsten auf
dem Platz vollkommen unbedrängt zum Kopfball kam und mit seinem Aufsetzer den
Spielverlauf auf den Kopf stellte. Coach Steffens reagierte sofort, brachte
Christian Müller für Daniel Petrowsky und zog somit Kais Manai ins zentrale
Mittelfeld. Der eingewechselte Müller hatte fast mit der ersten Ballberührung auch
den Ausgleich auf dem Fuß, als er eine Flanke des sich in der zweiten Halbzeit
enorm steigernden Benedetti aus fünf Metern in die Wolken jagte. Kurz darauf
war es dann aber soweit. Markus Grasser schlägt einen langen Ball nach vorn,
Klees Kopfballverlängerung nimmt Miro Jovic an rechten Strafraumgrenze auf und
zieht in Richtung Tor, würde zumindest gern ziehen, wenn er nicht selbst
gezogen würde von seinem Gegenspieler Welm, und so lautete das korrekte Urteil
des Referees: Elfmeter. Zur Überraschung vieler trat Eric Noll an und hämmerte
das Leder halbhoch in die Mitte des Tores, über 300 Steine fielen von den
Herzen der blau-gelb-weißen Anhängerschaft, die schon um den ungeschlagenen
Status der eigenen Elf fürchtete. Die spielte aber in der Folge weiter nach
vorn, drängte auf den Siegtreffer und hatte nach hinten nur noch eine brenzlige
Situation zu überstehen. Gert Müller ließ Brunnemann auf der rechten Seite zu
viel Platz zum Flanken und dessen Hereingabe setzte Torschütze Wollermann zu
seinem eigenen Entsetzen aus Nahdistanz neben das Tor. Auf der Gegenseite
brannte es jedoch weitaus öfter lichterloh, allein das erlösende 2:1 wollte
nicht fallen. Klees Schuß nach Kombination mit Jovic wird im letzten Moment
abgeblockt (69.), Ch. Müller versucht sich ebenso erfolglos wie Minuten zuvor
aus 5 Metern mit dem Kopf nach Jovic-Flanke, der Flachschuß des soeben
eingewechselten Zimmermann wird von der Linie gerettet (79.), noch einmal
Zimmermann, dessen Torversuch in der vielbeinigen Energie-Abwehr hängen bleibt (81.),
der Patzer des am Ball vorbei fliegenden Thoms, der von keinem der Jenaer
genutzt werden konnte, die Jenaer Angriffsbemühungen wirkten immer
verzweifelter. Erst recht, nachdem auch noch Olaf Holetschek mit
Leistenproblemen ausgewechselt werden musste, und sich nach seiner fünften
gelben Karte bereits vor dem Neugersdorfspiel ausruhen konnte. Doch
ausgerechnet sein Vertreter auf der Liberoposition sorgte zwei Minuten vor
Ultimo doch noch für riesigen Jubel. Miro Jovic, einer der besten Jenaer an
diesem Tage, tanzte mit seinen Gegenspielern Chachacha und flankte anschließend
ans andere Ende der Strafraums, wo Stefan Treitl es besser machte als in Plauen
und gegen Halberstadt. In beiden Spielen hatte der Haudegen im Jenaer
Mittelfeld aus ähnlicher Position in den Schlußminuten das 2:1 auf dem Fuß oder
Kopf – und vergab jeweils kläglich den möglichen Siegtreffer. Diesmal nahm er
den Ball gekonnt mit der Brust an, um ihn dann unter Zuhilfenahme des
Innenpfostens ins lange Eck zu zirkeln. Millimeterarbeit, die drei Punkte im
Kampf um die Staffelmeisterschaft sicherte und den Jenaer Fans den
versöhnlichen Abschluß eines ansonsten eher trostlosen Nachmittags bescherte,
der auch auf der Heimfahrt bei strömendem Regen, dichtem Nebel, doch aufgrund 8
Punkten Vorsprungs auf Platz 2 alles andere als Weltuntergangsstimmung sein
glückliches Ende fand. <gunner>
Exklusiv-Bilder auf www.weissenburger.de
Kurzbericht auf der offiziellen Page von Energie Cottbus
Tore: 1:0 Jovic (11.), 2:0 Noll (19.), 3:0 Klee (32.),
4:0 Manai (36.), 5:0 Klee (67.), 6:0 Werner (90.)
- Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe (46. G. Müller);
Maul, Noll, Treitl, Manai (73. Böhme), Benedetti; Jovic (66. Werner),
Klee
- Dessau: Spielau; Jahnke; Schwibbe, Frauendorf; Wachtel, Bebber,
Quidzinski, Teubel, Stefke, Hüller; Karwort (23. Mergenthaler)
- Zuschauer: 2417
- Schiedsrichter: Oehme (Witzschdorf)
- Spielbericht:
- Stöberte man vor diesem Spiel in den Tipps der FCC-Anhänger, war
doch etwas Skepsis
heraus zu lesen. Zum einen, da sich der Spitzenreiter in den
letzten Heimspielen reichlich schwer getan hatte, zum anderen weil Dessau
aufgrund der letzten Ergebnisse nicht mehr als "Schießbude der Liga" galt.
Mit Unentschieden gegen die beiden Spitzenmannschaften aus Halle und
Dresden-Nord hatte das Tabellenschlusslicht für Aufsehen gesorgt.
Kein Wunder, dass sich Jenas Tippspieler meist auf ein, zwei Tore Vorsprung
festlegten. Nur einer wagte ein 5:0, dafür befürchtete ein anderer
ein Remis.
bereits die ersten, noch völlig unspektakulären Aktionen zeigten an, in welche
Richtung das Ganze gehen sollte. Vorn brauchte sich Kais Manai nach seinem
Fehlabspiel dem Dessauer praktisch nur in den Weg zu stellen, um das
Leder zurück zu holen. Und wer verfolgt hat, mit welcher Leichtigkeit
Holetschek den ersten Konterversuch der Gäste ausbremste, ahnte von
diesem Zeitpunkt an, dass nur die Zu-Null-Tipps noch Aussicht auf Erfolg
haben würden. Die erste Chance führte sogleich zum ersten Tor.
Manais Freistoß flog diagonal in den Strafraum, Janke und Jovic
grätschten hinein. Schwer zu sagen, wer von beiden zuletzt am Ball war,
der Jenaer Stürmer bekam den Treffer gut geschrieben. Zwei Minuten
später hatte Miro die Gelegenheit zum Doppelpack. Eine Maul-Flanke
hatte Klee aufs Tor gebracht, Dessaus Keeper brachte die Hand an den Ball
und klärte danach gerade noch so vor Jovic zur Ecke. Als die FCC-Fans
auf Tribüne und Gegengeraden zum ersten Mal an diesem Tag ihren
Jena-Jena-Wechselgesang anstimmten, schien das besonders Eric Noll
zu beflügeln. Eine Flanke von der rechten Seite wuchtete er per
Kopf aufs Tor.
Spielau reagierte schnell, musste den Ball aber abprallen lassen, worauf Noll
im Nachsetzen keine Mühe hatte, zu seinem ersten Saisontreffer zu gelangen.
Es machte Spass, den Jenaer Akteuren in den ersten 35 Minute zu zu schauen.
Das Spiel Mann gegen Mann hatten sie am Freitag noch geübt. Dieses
Training machte sich nun bezahlt. War der Gegner im Ballbesitz, wurde
aggressiv der Zweikampf gesucht. Die Folge war, dass die Anhaltiner den
Ball einbüßten - entweder sofort oder Sekunden später, nachdem sie ihn
mehr oder minder unkontrolliert weggeschlagen hatten. Selbst in Ballbesitz,
verdienten sich besonders Manai (durch Petrowskys Ausfall diesmal im
zentralen Mittelfeld) und Jovic immer wieder Szenenapplaus.
Einfach schön, wie Jovic in Minute 31 aus dem Fußgelenk Klee anspielte,
dessen Schuss leider verunglückte. Sekunden später hatte Carsten mehr
Erfolg. Ich unterstelle ihm mal, dass er den Manai-Eckball ursprünglich
mit dem Kopf nehmen wollte, er verwandelte dann aber mit Schuss aus acht Metern Entfernung zum 3:0.
Schon nach einer guten halben Stunde hatte der FC Carl Zeiss mehr Tore gegen
Dessau erzielt, als Halle und Dresden zusammen in jeweils neunzig Minuten.
Als Manai mit einem direkt verwandelten Freistoß, den Spielau erst hinter
der Torlinie berührte, den vierten Jubel auslöste, träumten einige auf den Rängen
bereits vom zweistelligen Sieg.
Dass es nicht dazu kam, liegt weniger an den Gästen. Ihnen muss man
einzig für die Fairness Respekt zollen, mit der sie bis
zum Schluss zu Werke gingen. Dass ein so einseitiges Spiel komplett
ohne Gelbe Karte über die Bühne geht, ist durchaus beachtlich.
Mehr als einen couragierten Antritt Hüttlers, dessen straffer
Schuss zwei Meter am Berbig-Gehäuse vorbei flog, bekam der
Tabellenletzte in der Offensive aber nicht zustande. Wie schon mehrmals erlebt,
steckte die FCC-Kicker nach einer furiosen ersten Hälfte ab Minute 46
merklich zurück. Man konnte es ihnen allerdings nicht verdenken, dass
sie nun nicht mehr so entschlossen nachsetzten. Zumal auch mit halber
Kraft noch zwei Tore heraussprangen. Klees Schuss aus gut 25 Metern
ins Dreiangel wurde für Spielau lang, länger, zu lang. Der
eingewechselte Tobias Werner schließlich, einer unserer erfolgreichen
A-Junioren aus der Bundesliga, wird sein Debüt in der Männermannschaft
ganz sicher nicht vergessen; wurde es doch direkt vor Abpfiff mit einem
Tor aus spitzem Winkel gekrönt. Zugleich sorgte er damit für den
höchsten Jenaer Sieg seit der Zugehörigkeit zur Oberliga Nordost.
Dieser schöne, garantiert stressfreie Fussballabend enthielt nur zwei
Wermutstropfen. Zum einen die gebrochene Nase des Joachim Schwabe.
Zum anderen die Aussage des
Dessauer Pressesprechers, die Mehrheit im Vorstand seines Vereins
sei der Ansicht, dass Insolvenz und Rückzug aus dem laufenden Spielbetrieb
die sauberere Lösung wären. Punkten und Tore aus den Spielen gegen die
Dessauer würden dann annuliert. Schade drum. <fc>
Bilder des Tages
Tore: 1:0 Manai (18.)
- Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul, Benedetti, Treitl, Petrowsky, Manai (70. Ch. Müller); Jovic, Klee
- Erfurt: Fienhold - Vollmann, Raab, S. Huck, Heinrich, Ch. Huck (83. Eck), Kushev (46. Rustler), Kiehn,
Wehrmann, Janke, Greil (78. Lux)
- Zuschauer: 2513
- Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)
- Spielbericht:
- Spiele gegen die kleinen Gegner sind oft die Schwierigsten. Diese Erkenntnis musste der FC Carl Zeiss JENA
erneut auch an diesem Abend im Spiel gegen die Gäste aus Erfurt-Nord machen, nachdem sie schon im letzten
Heimspiel gegen die sogenannten "Kleinen" aus Halberstadt zwei wichtige Punkte verloren hatten.
Aber dieser Sache war sich Jena an diesem Abend bewusst. Gleich von Beginn der Partie übernahm der Gastgeber
das Kommando. Es dauerte bis zur 10. Minute, als Maul mit einem ersten Warnschuss aus 18m das Tor der Erfurter
ins Visier nahm. Nach gut einer Viertelstunde hatte Fienhold im Tor der Gäste große Probleme mit
dem Ball, doch zu seinem Glück unterbrach der Unparteiische diese Aktion wegen Abseitsstellung. Wenige
Minuten waren danach vergangen, da kam die beste Aktion des Spiels. Jovic konnte sich an der Strafraumgrenze geschickt
gegen zwei Erfurter durchsetzten und spielte danach einen Steilpass genau in den Lauf von Grasser, der mit
einer perfekten Flanke Geburtstagskind Kais Manai bediente, der keine Mühe hatte, den Ball aus Nahdistanz
mit dem Kopf zu versenken. Jena machte weiter Druck, aber leider fehlte an diesem Abend das nötige
Quäntchen Glück, um schon frühzeitig den Sack zumachen zu können. Jovic (20.),
Petrowsky (25.) als auch Maul (27.) hatten später die Möglichkeit zur Resultatsverbesserung,
aber es fehlten halt oft nur die berühmten Zentimeter. Wie auch im Falle Carsten Klee (35.), der mit
einem Schuss aus 17m nach Pass von Treitl nur die Lattenunterkante traf. Spätestens jetzt wäre
die 2:0 Führung mehr als verdient gewesen. Aber es sollte halt nicht sein. Auch Jovic hatte kurz vor
dem Pausentee noch eine Torchance, aber sein Volleyschuss aus der Drehung (38.) konnte der Gäste-Keeper
parieren.
Auch nach der Pause machte der FCC weiter Druck und drängte auf die Entscheidung. Kapitän
Olaf Holetschek versuchte in der 56. Minute die Fronten entgültig zu klären, aber sein scharfer
Schuss aus gut 22m zischte knapp am Tor vorbei. Klee hatte dann die größte Möglichkeit
der Halbzeit zwei auf dem Fuß, aber auch er konnte den entscheidenden Treffer nicht landen. Manai
hatte ihn perfekt mit einem Steilpass bedient, aber Klees Gegenspieler war schneller und konnte ihn kurz
vor der Strafraumgrenze noch stellen, so dass er nur noch unter Bedrängnis einen ungefährlichen
Schuss abgegeben konnte. So vergingen die Minuten und den Gästen merkte stets an, dass sie zumindest
gewillt waren, ein wenig mitzuspielen und nicht die ganze Zeit sich hinten rein stellen zu wollen. Aber
es fehlte oft an der notwenigen Cleverness, um die Jenaer in ernsthafte Gefahr zu bringen. Sechs Minuten
vor dem Abpfiff noch einmal ein schneller Angriff über Klee, der den eingewechselten Christian Müller
bediente, doch dessen Querpass in den Strafraum erreichte nicht den gut postierten Jovic, sondern einen Erfurter
Verteidiger, der den Ball gerade noch aus der Gefahrenzone befördern konnte. In buchstäblich letzter
Sekunde gab es noch einmal eine kritische Situation zu bestehen. Die Fans mochten kaum hinsehen, denn die
Blumenstädter erhielten ihren zweiten Eckball des Spiels (Eckenstand 12:2!), zu der auch Torwart
Fienhold mit in den Jenaer Strafraum eilte. Aber der Tabellenführer meisterte auch die Situation
souverän und kurze Zeit später war die Partie zu Ende.
Was bleibt sind am Ende drei ganz wichtige Punkte und die erneute Erkenntnis, dass es gegen die
vermeintlich kleinen Gegner doch oft am schwierigsten ist. Doch am Ende der Saison fragt eh keiner
mehr danach, wie der Sieg letztendlich zu Stande kam. <vg>
Bilder des Sieges von Jens Weissenburger
Tore: 0:1 Klee (17.), 0:2 Jovic (28.), 0:3 Grasser (30.),
1:3 Scholze (66.), 1:4 Jovic (72.)
- Dresden: Groß; T. Gaunitz, Jugo, Georgi; Kostadinov,
Scholze, Heinisch (36. Petzold), Linkert; Arto (46. Semmer), Schreiber
(75. Moses), F. Gaunitz
- Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Maul,
G. Müller (81. Böhme), Treitl (70. Noll), Petrowsky, Manai;
Jovic (73. Ch. Müller), Klee
- Zuschauer: 1405
- Schiedsrichter: Zastrow (Berlin)
- Spielbericht:
-
So ein richtig gutes Gefühl
hatten viele nicht vor diesem Spiel bei Dresden Nord, denn noch zu deutlich
waren die Erinnerungen an die beiden letzten Auftritte an der Wurzener Straße, in
denen dem FCC nicht mal ein Tor gelang. Und so war es eigentlich mehr
Zweckoptimismus als richtige innere Überzeugung, als ich einem Polizisten (ja,
Leute aus Hainichen trifft man überall) vorm Stadion zusicherte: „Vor 2 Jahren
verloren, letztes Mal Unentschieden – heute gewinnen wir.“ Irgendwie hatte ich
vor dem FV einen Heidenrespekt, zumal die Dresdner in der Tabelle nur ein
Pünktchen direkt hinter uns standen.
Die ersten 10 Minuten sorgten
gleich für Bestätigung meiner Vorsicht, der FV begann sofort mit dem Sturm auf
die Tabellenspitze. Nach 4 Minuten spielte F. Gaunitz in den Lauf von Streiber
und Tino Berbig mußte sofort Schwerstarbeit leisten, um einen Rückstand zu
verhindern. In der 7. Minute wäre aber auch Berbig sicher machtlos gewesen, als
nach einem Patzer von Holetschek Gaunitz selbst an der Strafraumgrenze in
bester Mittelstürmerposition frei Schußbahn hatte, aber etwas zu hoch zielte.
Danach fing sich aber der FCC, die Abwehr machte hinten alles dicht und Jovic
zeigte als erster, daß der FCC auch nach vorn spielen wollte: er ließ rechts
seinen Gegenspieler stehen und paßte von der Grundlinie zur Mitte. Müller
schlug jedoch über den Ball und Mauls Schuß wurde abgeblockt. Der zweite
Angriff lief dann über die andere Seite, Holetschek flankte von links und Klee
schraubte sich hoch und köpfte kurz und trocken zum 1:0 ein. Die Gastgeber
spielten zwar – wie in den gesamten 90 Minuten – unverzagt weiter nach vorn,
aber es ergaben sich keine Torchancen. Lediglich in der 22. min mußte Berbig
nach einem Freistoß eingreifen. Kurz danach überlief Maul auf der linken Bahn
den zuständigen Verteidiger, legte sich jedoch den Ball etwas zu weit vor, so
daß der Torwart einen Schritt schneller am Ball war. In der 28. min wurde ein
Holetschek-Freistoß sofort wieder aus dem Strafraum geköpft und Treitl schlug –
halb mit dem Rücken zum gegnerischen Tor stehend – den herausspringenden Ball
hoch wieder in den Dresdner Strafraum hinein, Jovic schaltete sofort, umkurvte
seinen Bewacher und beförderte den Ball direkt per Innenseite ins lange Ecke –
2:0!!! Unbeschreiblicher Jubel bei den rund 500 Jenaern, innerlich bekam jetzt
das gute Gefühl die Oberhand, daß meine Weissagung vorm Stadiontor doch
eintreffen könnte. Aber als gelernter Zeiss-Fan ist man ja durch viele unliebsame
Erfahrungen ganz vorsichtig geworden und so saß ein kleiner Zweifel nach wie
vor in der Ecke (jemand hatte den im Forum neulich als Affen bezeichnet). Der
nächste Jenaer Angriff sorgte aber für weitere Klarheit. Nach einer Ecke von
Petrowsky dachten viele Zuschauer zuerst, eine gelbe Boeing hätte die Wurzener
Straße mit Klotzsche verwechselt, aber es war „Air Grasser“, der da angeflogen
kam und den Ball in die gleiche Ecke wie Jovic zuvor beim 2:0. 3:0 – damit war
die erste Halbzeit erledigt. Erwähnenswert war noch ein Freistoß in der 45.
min, Holetschek zielte aus 25 m aber direkt auf den Keeper.
Die zweite Hälfte begann mit dem
für den FCC schon fast obligatorischen Abseitstor (50.). Groß konnte Müllers
Schuß nur vor Treitls Füße abwehren, der aus spitzem Winkel von rechts
einschob. Es gab aber keine Proteste der Spieler. Die nächsten 15 Minuten
verliefen nach dem Motto „und täglich grüßt das Murmeltier“: Dresden berannte
den Jenaer Strafraum, der Ball wurde von der gelben Abwehr weggeschlagen und
der FV begann von vorn. Wahrscheinlich hätten wir uns das noch bis zur 90 min
anschauen dürfen, wenn nicht in der 66. min Scholze das Drehbuch geändert
hätte, Treitl tunnelte und die Spielkugel ins ihr von den beiden vorherigen
Toren bereits gut bekannte lange Toreck schob. Und plötzlich war die Angst vorm
Affen wieder da, wenn jetzt ein zweites Dresdner Tor fällt... Jovic schien aber
dieses Tierchen auch nicht zu mögen, denn in der 73. min marschierte er nach
einem Freistoß von Holetschek links an der Grundlinie in den Strafraum und
erzielte aus ganz spitzem Winkel den Ausgleich nach „Tunneln“, der gleichzeitig
das 4:1 nach Toren bedeutete. Was mit dem Affen in diesem Moment geschah, wird
aus Angst vor unsportlichen Tierschützern lieber verschwiegen.
Der Rest ist schnell erzählt: Die
Gastgeber setzten ihren spielerisch guten Fußball fort, ohne jedoch Torgefahr
zu erzielen. Der FCC versuchte jetzt, seine Konter auch mal auszuspielen und
hatte durch Klee und Petrowsky durchaus noch Chancen zu weiteren Toren. Aber das
wäre wohl zuviel des Guten gewesen. Auch so waren alle Jenaer Zuschauer mit dem
Ergebnis hochzufrieden und die neutralen Zuschauer waren Zeuge eines seltenen
Oberligaspiels geworden, denn sie hatten zwei Teams gesehen, die wirklich
Fußball spielten – ohne kloppen, ohne mauern. <uk>
Bilder des Tages auf weissenburger.de
Tore: 0:1 Gerlach (9.), 1:1 G.Müller (28.)
- Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe (81. Böhme); Maul,
G. Müller, Treitl, Petrowsky, Manai (88. Noll); Hänsel
(55.Zimmermann), Klee
- Halberstadt: Kischel; Pfannkuch, Moeller, Cunaeus, Kopp, Gerlach,
Plock, Wickert, Mzyk, Hartmann (88.Dobritz), Richter (59.Preuß,
81.Maadaoui)
- Zuschauer: 2089
- Schiedsrichter: Bley (Sehmatal)
- Spielbericht:
- Tabellenzweiter der letzten Saison gegen einen der Aufsteiger der diesjährigen Saison - vom Papier
her eigentlich eine klare Sache für den FCC und es ging nur darum, wie hoch denn der Sieg heute gegen
die Gäste aus Halberstadt ausfallen würde. Viele der Fans wünschten sich vor dem Spiel, dass
es am heutigen Tage nicht unbedingt wieder so einen Krimi wie im letzten Heimspiel gegen Auerbach geben
müsste. Aber es kam leider mal wieder anders, als man es sich gedacht und gewünscht hatte.
Bereits nach drei Minuten gaben die Gäste in Person von Hartmann einen ersten Warnschuss an das
Außennetz ab, wie um zu zeigen, dass man nicht gewillt war, sich heute beim Tabellenführer
gänzlich zu verstecken. Bereits nach neun Minuten dann der Schock für den FCC: Müller
verliert den Ball an Gerlach und dieser kommt dadurch ungehindert zum Schuss, doch zu allem Übel
wird sein Ball noch so unglücklich von Manai abgefälscht, dass Berbig die Kugel nur noch aus
den Maschen holen konnte. Entsetzen auf den Rängen. Sollte es etwa heute wieder so einen Krimi geben,
den sich doch so viele nicht gewünscht hatten? Doch die Jenaer gaben sich nicht geschockt und zeigten
sofort eine Trotzreaktion, doch Grassers Kopfball nur eine Minute nach dem Gegentor konnte Kischel im Tor
der Gäste parieren. Die Platzherren erhöhten nun den Druck. Ein platzierter Torschuss von Maul (16.)
konnte von einem Abwehrspieler des VfB gerade noch abgewehrt werden. Nach einem Foulspiel (23.) legte sich
Holetschek den Ball zum Freistoß auf halbrechter Position zurecht, aber sein platzierter Schlenzer
konnte vom Gästekeeper noch aus dem Dreiangel gefaustet werden. Knapp eine halbe Stunde war gespielt,
da ging Gert Müller mal mit nach vorn, schnappte sich das Leder und zog aus gut 23 Metern ab. Da der
Ball vor dem Tor noch einmal kurz aufsprang, hatte Kischel nicht die geringste Abwehrchance und der Ball
zappelte im Kasten. Nur wenige Minuten (32.) später hatte der FCC gar die dicke Möglichkeit zur
Führung, doch Pfannkuch konnte dem einschussbereiten Hänsel den Ball im letzten Moment vom
Fuß spitzeln. Die Halberstädter zogen sich nun völlig zurück und machten es den
Jenaern damit noch ungleich schwerer.
Der FCC machte nach der Pause gleich wieder Druck und erhöhte das Tempo erneut. Nach einer Flanke von
Hänsel hat Klee mit einem Kopfball seine Chance, aber der starke Keeper der Gäste konnte auch
diesen Ball parieren. Vier Minuten später (57.) konnte sich der erneut sehr agile und enorm laufstarke
Klee am rechten Flügel durchsetzen, spielt einen Querpass in den Strafraum auf den bestens postierten
Treitl, doch dieser traf zu allem Unglück nur einen Verteidiger der Gäste. Die Zeit lief und lief
den Jenaern davon. Ohne Hektik ins Spiel zu bringen, übten sie weiter Druck nach vorne aus und
schnürten die Gäste förmlich in deren Spielhälfte ein, aber der finale Pass oder die
geniale Einzelaktion eines Akteurs, um den so heiß ersehnten Führungstreffer zu erzielen, blieb
leider bis dato aus. Erneut Klee war es, der die nächste gute Möglichkeit einleitete: seinen
scharfen Schuss aus halbrechter Position versuchte Treitl entscheidend abzufälschen, doch der Ball
wollte nicht ins Tor und knallte zum Entsetzen an den Pfosten. Das Eckenverhältnis war mittlerweile
bereits auf 10:0 ! angestiegen, aber im Torverhältnis stand es leider noch immer nur 1:1. Kai Zimmermann
war bereits einige Minuten zuvor für den glücklosen Hänsel auf den Rasen gekommen und sorgte
gleich für Gefahr. Nach einer Flanke von Klee versuchte er sein Glück mit einem scharfen
Kopfball (69.) aus Nahdistanz, aber der Ball ging um wenige Zentimeter am Pfosten vorbei. Nur 60 Sekunden
später hätte Hartmann mit der zweiten Torchance für die Gäste des gesamten Spiels! den
Spielverlauf völlig auf den Kopf stellen können. Nach einem Querpass von Preuß läuft
nimmt dieser den Ball direkt auf und ballert den Ball über das Tor. Die letzte Viertelstunde warf nun
Jena alles nach vorn. Da die Gäste sich nun auch völlig zurück gezogen hatten, blieb kaum eine
Lücke in der dicht gestaffelten Abwehr, um vielleicht doch ein Tor landen zu können. Die
ngriffsbemühungen waren den Jenaern zwar nicht abzuerkennen, aber sie versuchten es meist mit der
Brechstange oder der "Kopf durch die Wand"-Variante, doch noch zum Erfolg zu kommen, was am Ende aber
leider nicht gelang. Nach 92 Minuten pfiff Schiedsrichter Bley die Partie ab ...und lange Gesichter auf
den Rängen.
Trotz drückendster Überlegenheit reichte es am Ende nur zu einem glücklosen Unentschieden.
Die Gäste dagegen feierten auf dem Platz diesen Punktgewinn gegen den Tabellenführer wie einen
Sieg. Nun heißt es einen ruhigen Kopf zu bewahren und das heutige Spiel und deren Fehler genaustens
zu analysieren, damit am kommenden Wochenende im absoluten Topspiel gegen den Tabellenzweiten aus Dresden
die dringend benötigten Punkte geholt werden. <vg>
Alle Höhepunkte im Bild <jw>
Tore: 0:1 Klee (21.), 1:1 Barich (44.)
- Plauen: Golle; Hölzel; Pietsch, Berger; Risch (46.
Kellig), Barich (80. M. Pannach), Schulze, T. Pannach, Paulick;
Popa (61. Gleis), Zapyshnyi
- Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul (67.
Ch. Müller), Treitl, Petrowsky, Noll, G. Müller (76.
Hänsel); Jovic, Klee
- Zuschauer: 3121
- Schiedsrichter: Marks (Lüderitz)
- Spielbericht:
- Zwanzig Minuten vor Anpfiff. Beim ersten Blick auf das
Spielfeld erscheint nichts ungewöhnlich. Jenas Spieler laufen sich
warm.....alle dabei ? ...jawohl, Treitl auch wieder mit von der Partie, dann
kann’s ja gleich losgehen. Noch zehn Minuten bis Spielbeginn. Grübeln. Wieso steht
der Kais Manai noch immer im Trainingsanzug auf dem Platz ? Die anderen
Stammspieler sind doch schon wieder in die Kabine. Sollte Manai heute nicht von
Anfang an spielen ? Er, seit Wochen in beständig guter Form - er, unser
erfolgreichster Torschütze ! Beim Verlesen der Aufstellungen wird klar, dass
der Tunesier auch nicht als Ersatzspieler auf der Liste steht. Hat er sich beim
Aufwärmen verletzt ? Irgendwas muss vorgefallen sein.
In den ersten Spielminuten fiel Manais Fehlen noch nicht
sonderlich auf. Der FCC gab den Ton an, auf und auch neben dem Platz, wo die
750 Zeiss-Fans den zweigeteilten (irgendwie kam mir das bekannt vor) Fanblock
der Hausherren locker überstimmten. Das einzige Manko im Spiel der Blauen war
zunächst die fehlende Gefahr im Abschluss. Ob Klees Schuss oder Mauls Kopfball
– Golle im Kasten des VFC brauchte nicht einzugreifen. Erstmals zugegriffen hat
er dann in Minute 21 – allerdings etliche Zentimeter hinter der Torlinie.
Holetscheks Freistoß hatte Klee aus neun Metern aufs Tor geköpft und der genau
auf der Linie postierte Golle fiel mit dem Ball nach hinten. Tor ! Wir standen
genau auf Höhe des Geschehens, sahen den Ball klar hinter der Linie, der
Schiri-Assistent zum Glück ebenso und die Proteste der Gastgeber hielten sich
dann auch in Grenzen. Nun gaben die Plauener ihre bis dahin abwartende Haltung
auf. Zwei Minuten nach dem 0:1 spielte Zapyshnyi Barich an, der ließ für Popa
durch, welcher von der Strafraumgrenze aus das Leder an die Lattenoberkante
donnerte. Aufregung dann wieder in Minute 29, als Berger im eigenen Strafraum
den Ball klar mit der Hand mitnahm. Dabei muss ihm nicht einmal Absicht
unterstellt werden. Aber wenn sich einer durch technische Unzulänglichkeit das
Leder selbst an die Hand bugsiert und diesem eine entscheidende
Richtungsänderung verleiht, hat dies
der Referee nun mal mit Strafstoß zu ahnden. Der Pfiff blieb aus, viel Zeit zum
Aufregen blieb aber nicht. Noll und Treitl hatten gute Gelegenheiten per Kopf.
Die Plauener blieben allerdings nichts schuldig; so kam Paulick
in Minute 35 zum Schuss, nachdem er auf der
immer mal wieder verwaisten rechten Jenaer Abwehrseite keinen Gegenspieler
vorgefunden hatte. Beim Ausgleichstreffer schließlich lief Barich mit Ball am
Fuß in den Strafraum, täuschte einen Schuss an und verschaffte sich auf diese
Art freie Sicht zum Tor, welches er am chancenlosen Berbig vorbei auch traf.
Irgendwie scheint uns in dieser Saison beständig die Vergangenheit einzuholen.
Denn nach Andreas Schwesinger in Leipzig traf mit Sebastian Barich in Plauen
schon der zweite Akteur, der jahrelang das FCC-Trikot getragen hatte, gegen
seinen Ex-Verein.
Die Sache mit Manai ließ mir keine Ruhe und so erkundigte
ich mich in der Pause nach dem Grund für sein Fehlen. Rückenschmerzen hätten
ihn geplagt, erfuhr ich - nachdem er eine Spritze bekommen hatte, klappte er
mit Kreislaufproblemen kurzzeitig weg. Die Tatsache, ihn vor dem Spiel schon
wieder auf dem Rasen entdeckt zu haben, erschien nun in einem ganz anderen
Licht, änderte aber nichts an seiner Abwesenheit auch in Hälfte zwei. In dieser
erwischten die Jenaer wiederum den besseren Start. Nach Nolls Eingabe
scheiterte Stefan Treitl aus zehn Metern am blitzartig reagierenden Golle, der
Linienrichter hatte zudem Abseits signalisiert. Etwa ab Minute 60 erhöhte
Plauen wieder den Druck und provozierte Fehler in Jenas Hintermannschaft. Nur
gut, dass Popa nicht hinschaute, als Zapyshni für ihn in die Gasse spielte und
dass Noll als vorletzter Mann wenigstens im zweiten Versuch an seinem Gegenspieler
vorbei kam. Glück auch, dass Kelligs Schrägschuss um Zentimeter am linken
Pfosten vorbei strich (65.). Als Gleis in lediglich eineinhalb Metern Torentfernung
in eine Eingabe rutschte, schien es um Jena geschehen. Doch Tino Berbig
hechtete sich dazwischen und bekam das Leder noch auf der Torlinie zu fassen
(68.). Das blau-gelb-weiße Glückskonto war nach dieser Szene ratzfatz leer
geräumt. Die Thüringer taten also gut daran, unterstützt durch zwei frische
Offensivkräfte wieder auf Angriff umzuschalten.
Das Bemühen um den Siegtreffer war während der letzten zwanzig
Minuten unverkennbar, ebenso aber die hohe Fehlerquote im Mittelfeld. Treitl,
Petrowsky und insbesondere Noll unterliefen in dieser Phase einfach zu viele
Ballverluste. Ausgerechnet der erfahrene Stefan Treitl war es auch, der Jenas
beste Gelegeneheit nach der Pause fahrlässig vergab, weil er Klees überlegtes
Zuspiel nicht mit dem Kopf, sondern als Seitfallzieher nahm und den Ball in das
Blau des Himmels beförderte.
Kein Wunder, dass die VFC-Akteure nach dem Spiel den
verdienten Punkt ausgelassener feierten als der FC Carl Zeiss. Nur zu allzu
gern hätten die Jenaer den Vorsprung zu den ärgsten Verfolgern auf fünf Punkte
ausgebaut. Die Gelegenheit war da, doch dafür hätte spielerisch mehr
kommen müssen. Ob mit oder ohne Manai. <fc>
Bilder des Tages von Jens Weißenburger
Tore: 0:1 Stabenow (26., FE); 1:1 Grasser (51.), 2:1 Klee (61.),
3:1 Manai (63.), 4:1 Böhme (85.)
- Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul,
G. Müller (78. Benedetti), Noll, Petrowsky (87. Hurt),
Manai; Jovic (78. Böhme), Klee
- Auerbach: Fröhlich; Oehl; Siegemund, U. Kramer
(46. Zischiesche); Schmidt, O. Müller, Gorschinek, Brzoska
(66. Rose), Kadow; Stabenow, Pfoh (82. Willinger)
- Zuschauer: 2226
- Schiedsrichter: Weißenborn (Berlin)
- Spielbericht:
- Dass das Leben immer zwei Seiten hat, sollte ja vor allem
Fußballfans bewußt sein. Nach Pokalsiegen folgen Abstiege, nach Abstiegen dann
wieder Meisterschaften und nach schlechten Halbzeiten manchmal so richtig gute.
Das Freitagsspiel gegen den VfB Auerbach ist ein gutes Beispiel für eine solche
Chronologie und könnte darüber hinaus als Drehbuchvorlage für einen richtig
billigen Hollywood-Schinken Pate stehen. Man ahnt im Grunde, daß es ein
Happy End geben wird, freut sich aber trotzdem, wenn es nach 90 Minuten endlich
soweit ist und hat zwischenzeitig ziemlich gelitten. Während der Handlung
müssen einige selbstverschuldete Probleme und durch höhere Mächte verursachte
Unannehmlichkeiten aus dem Weg geräumt werden, die ziemlich unnötig und
zugleich sehr nervig sind, ohne die der Film aber andererseits auch abgrundtief
langweilig wäre...
Als höhere Macht fungierte vor allem Schiedsrichter
Weißenborn mit seinen beiden Assistenten, die speziell der ersten Halbzeit
einen eher unappetitlichen Beigeschmack verliehen. Während sich über die beiden
aberkannten Tore nach einem Kopfball von Grasser (10.) und einem abgefälschtem
Schuß von Noll (16.) sicherlich noch streiten läßt (vor allem aus meiner
Position), kann der für die Gäste gegebene Elfmeter getrost als schlechter Witz
abgetan werden. Der Auerbacher Oehl kreuzte in der 28. Minute urplötzlich im
Jenaer Strafraum auf, blieb an irgendwas hängen und fiel so filmreif um, daß
Weißenborn auf den Punkt zeigte. Den fälligen Elfmeter verwandelte Stabenow
sicher und stellte damit den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf. Zwar hatte
sich Jena bis dahin nur eine nennenswerte Chance durch Jovic nach schöner
Vorarbeit von Manai (11.) erarbeitet, die Führung für Auerbach war aber dennoch
völlig überraschend.
Ein Blick auf die Tabelle ließ erahnen, was nun kommen
sollte. Bei bisher nur fünf Gegentoren in der laufenden Saison mischte Auerbach
den nötigen Beton an, um die zu erwartenden Jenaer Angriffe abzuwehren und nach
Möglichkeit das 1:0 über die verbleibenden 60 Minuten zu retten. Diese Taktik
schien zunächst auch aufzugehen. Zwar rannte Jena jetzt mit voller Wucht gegen
das gebildete Bollwerk an, von wirklich planvollen Angriffen kann aber nicht
die Rede sein. Ein Schuß von Maul aus ca. 25 m, der über das Tor flog (33.),
und einer von Manai nach einer Ecke (45.) blieben im Grunde die einzigen
nennenswerten Chancen. Erst als Jovic nach einem Alleingang in den Strafraum
eindrang und zu Fall gebracht wurde, schien die Welt wieder in Ordnung zu
kommen. Das Holetschek den fälligen Elfmeter viel zu schwach schoß (natürlich
kein Vergleich zu Beckhams Elfmeter gegen die Türken), paßte jedoch irgendwie
zur Dramaturgie der ersten Halbzeit. Die Pause kam dementsprechend genau
richtig, um weiteren Schaden von Mannschaft und Publikum abzuwenden.
In dieser schien Achim Steffens die richtigen Worte gefunden
zu haben. Jena wirkte in den zweiten 45 Minuten wesentlich geordneter und
spielte sich im Minutentakt gute Möglichkeiten heraus. Zunächst paßte Petrowsky
auf den gestarteten Jovic, dem der Auerbacher Torhüter Fröhlich das
Erfolgserlebnis jedoch noch vermasselte (48.). Nur eine Minute später dann die
bisher beste Möglichkeit, als der Ball von der linken Seite irgendwie zu Manai
kam. Der brachte jedoch das Kunststück fertig, rechts am Tor vorbeizuköpfen.
Auch der Kopfball Grassers wieder nur eine Minute später fand sein Ziel nicht
und wurde von Fröhlich pariert. Damit war der Mehltopf der Auerbacher dann aber
auch endgültig leer, denn die nächste Chance erlöste die 2200 Fans von ihren
Qualen und leitete das eingangs erwähnte Happy End ein. Grasser hatte per Kopf
nach einem hoch hereingebrachten Freistoß von der rechten Seite zum verdienten
1:1 ausgeglichen (52.). Auerbach stand nun mit dem Rücken zur Wand und kam kaum
noch aus dem eigenen Strafraum heraus. Die drückende Überlegenheit führte
folgerichtig auch schnell zum vielumjubelten 2:1. Klees Kopfball nach einem
Holetschek-Freistoß landete direkt unter der Latte und stellte die beschauliche
Oberliga-Welt wieder auf die Beine (61.). Die letzten leisen Zweifel räumte
Manai nur zwei Minuten später aus, als er gedankenschnell in einen Rückpaß (?)
der völlig verblüfften Auerbacher hineinlief, Torhüter Fröhlich umkurvte und
zur Vorentscheidung in leere Tor einschob. Allgemeine Entspannung. Nachdem Maul
kurze Zeit später Pech hatte, als er einen zuvor abgewehrten Ball knapp am Tor
vorbeischob, ließ Jena die Zügel etwas lockerer. Erst in der 78. Minute war es
wiederum Maul, der sich im wahrsten Sinne des Wortes durch die Auerbacher
Abwehr wurschtelte und erst an der Fußabwehr Föhlichs scheiterte.
Als Jenas Abwehr in der 82. Minute den Ball bereitwillig
vertendelte, hatten auch die Auerbacher noch ihre Chance. Der 10er semmelte den
Ball aber freistehend links am Tor vorbei, so daß das große Zittern unterbleiben
konnte. Stattdessen sorgte der kurz zuvor eingewechselte Böhme für einen
weiteren Glanzpunkt auf Jenaer Seite, nachdem er einen langen Paß aufnahm,
neben dem Auerbacher Torhüter auch noch einen Abwehrspieler schlecht aussehen
ließ und den Ball zum insgesamt verdienten 4:1-Endstand einschob.
Das der Sieg verdient ist, steht außer Frage. Positiv ist,
daß er durch spielerische Mittel zustande gekommen ist und die Brechstange
nicht als Lückenbüßer herhalten mußte. Phantasieloses Angerenne wäre der
Auerbacher Abwehr sicherlich zugute gekommen und hätte das Happy End ganz
schnell in Frage stellen können. Insgesamt sicherlich kein großes Kino, aber
immerhin ein hübscher Streifen und Appetitmacher für das Kommende. <bpf>
Bericht auf der offiziellen Auerbach-Seite
Tore: 1:0 Krauß (5.), 1:1 Klee (16.), 1:2 Manai (27.)
- Halle: Bölke; Krauß; Freund, Schädlich;
Eberhardt, Georg (73. Behring), Geidel, Weimann (77. Gerloff);
Ofodile, Kricke (46. Kövari), Gogolok
- Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul (70. Ch.
Müller), G. Müller, Treitl (26. Noll), Petrowsky (84. Hurt),
Manai; Jovic, Klee
- Zuschauer: 6493
- Schiedsrichter: Herzberg (Rostock)
- Spielbericht:
- (Von unserem neuen Gastreporter Knut Oberländer)
Sonntag, 14.07 Uhr, High-noon an der Saale. 6430 Zuschauer wollten Zeugen des
Duells der beiden noch ungeschlagenen Favoriten auf den Staffelsieg werden.
Wer von ihnen nicht pünktlich im Stadion erschien, der verpasste nach gut
5 Minuten den ersten Paukenschlag, als Halles Libero Holger Krauß einen
Freistoß aus mehr als 30 Metern mit brachialer Gewalt in Richtung Tor von
Tino Berbig drosch. Da sich außer Daniel Petrowsky bei Carl Zeiss zwei Tage
nach dem Tag der Deutschen Einheit niemand traute, eine Mauer zu errichten,
krachte der noch leicht abgefälschte Flatterball unter die Querlatte. Jena
zeigte sich davon nicht geschockt und das Dagegenhalten führte zum schnellen
Erfolg, als sich Carsten Klee 6 Minuten später nach Pass von Manai auf rechts
durchsetzte und mit seinem platzieren Flachschuss Halles Torwart Bölke keine
Chance ließ. In Anbetracht dieser furiosen Anfangsminuten fühlten sich
viele der rund 1000 Jena-Fans an das letzte Gastspiel des FCC bei Halles
Namensvettern in Leipzig erinnert, aber anders als im April in Leutzsch
setzten die Blaugelbweißen nach dem Ausgleich sofort nach, gewannen die
meisten Zweikämpfe, drückten Halle in die eigene Hälfte und erspielten sich
Chancen zuhauf. Bei Klees 2. Treffer nach klasse Direktschuss in der
20. Minute hob der Linienrichter wegen angeblichen Abseits noch die Fahne,
drei Minuten später konnte Halles Torwart knapp vor Jenas Mittelstürmer retten
und in der 27. Minute wurde Jovic nach einer Kombination mit Petrowsky nur
auf Kosten eines Freistoßes auf Höhe des linken Strafraumecks gestoppt.
Manai schnappte sich vor Holetschek den Ball und schlenzte ihn über Mauer
und den sich zum kurzen Pfosten orientierenden Bölke ins lange Eck; trotz
der gnädigen Mithilfe des HFC-Keepers ein Traumtor. Auch nach der Jenaer
Führung blieb es beim Einbahnstraßenfussball. In der 34. Minute scheiterte
Maul bei einem Solo noch an seinem Eigensinn, nach einer Manai-Eingabe 5
Minuten später hätte er den Sack zubinden können, brachte aber frei vor
Bölke den Ball nicht im Gehäuse unter und auch Jovic traf im Nachsetzen nur
den Pfosten. Diesen Chancen hatte Halle in Halbzeit eins nur Verzweiflung
entgegen zu setzen. Der im Vorfeld hoch gelobte Ofodile fiel bloß durch
eine Schwalbe in der 33. Minute und ein Dribbling ins Aus auf. Wirklich
gefährlich wurde es erst in der 36. Minute, als Berbig bei einem Weitschuss
unsicher wirkte und zur Ecke klärte. Beim anschließenden Eckball blieb ein
Hallenser Stürmer im Fünfmeterraum sträflichst ungedeckt, doch sein Kopfball
war zu unplatziert, um Jenas Torwart ernsthaft zu fordern. In der 43. Minute
nahm Holetschek seinem Keeper die Arbeit ab, als er eine blind in den
Strafraum gehämmerte Hallenser Eingabe mit knapper Not über das eigene Tor
lenkte. Das war alles vom Offensivspiel des HFC und den Schlusspunkt in
Halbzeit eins setzte wieder Jena, als Schwabe auf Linksaußen im Strafraum
angespielt wurde und sein Schuss nur knapp am kurzen Pfosten vorbeistrich.
Trotz der überragenden Vorstellung der ersten 45 Minuten war nicht
selbstverständlich anzunehmen, dass Jena in Halbzeit zwei ähnlich dominiert.
Allerdings war auch nicht zu erwarten, dass die Rollen nun vollkommen
getauscht würden. Der FCC spielte zwar jetzt gegen den Wind, aber das allein
dürfte nicht erklären, warum man sich nur noch in der Defensive befand, nach
vorne gar nichts mehr ging, die Zahl der gewonnenen Zweikämpfe drastisch sank
und Halle dank eines nun stärker aufspielenden Ofodile zu einer Vielzahl von
Chancen kam. In der 50. Minute ging ein Pressschlag zwischen dem Nigerianer
und Berbig noch ins Toraus, in der 53. senkte sich im Anschluss an eine Ecke
der abgefälschte Ball gefährlich über Berbig, zur Erleichterung des Jenaer
Anhangs jedoch auch über das Tor hinweg, und in der 57. versuchte sich Halles
Libero mit einem zweiten Sonntagsschuss, aber diesmal zeigte Berbig mit
Faustabwehr, warum er Jenas Spieler der Saison 2002/03 war. In dieser Phase,
bis zirka zur 75. Minute, wandelte der FCC auf sehr, sehr dünnem Eis und nur
aufgrund der mangelnden Präzision des HFC im Abschluss blieb man vom Ausgleich
verschont. Entlastung für die Jenaer Defensive brachte auch die
Schlussviertelstunde kaum. Die Konter wurden nicht ausgespielt und so war vor
dem Strafraum meist Feierabend. Dem jungen Hurt kann man noch den geringsten
Vorwurf machen, dass er kurz nach seiner Einwechslung frei im Strafraum
stehend verstolperte. Grassers Kopfball in der 83. Minute über das Tor blieb
so die verheißungsvollste Chance und auch Manai gelang es wenige Minuten
zuvor nicht, bei seinem Freistoß, nach Foul an Christian Müller, den FC
Standard wiederzubeleben. Da aber die Hallenser ihr Pulver offenbar
verschossen hatten, drohte dem FCC-Sieg nur noch einmal Gefahr, als Noll
seinen Torhüter in der 82. Minute mit einer halbherzigen Rückgabe in
Bedrängnis brachte. Kurz vor Spielende stimmte Jenas Anhang bereits das „Oh
wie ist das schön" an und nach 3 Minuten Nachspielzeit konnten sich die
Männer in den blauen Jerseys endgültig an den Ovationen der Zeiss-Fans für
einen verdienten Sieg erfreuen.
Eine vorentscheidende Weichenstellung über
den Staffelsieg brachte dieses Spiel jedoch nicht. Solche Erwartung wäre nur
realistisch, wenn der FCC die grandiose Vorstellung der ersten 45 Minuten in
den restlichen 24 Spielen konstant wiederholen könnte. Bei der Leistung in
der zweiten Halbzeit wurde aber deutlich, dass Jena bereits im nächsten Spiel
wieder herausgefordert ist, den Beweis zu erbringen, dass Auerbach nur in
geographischer Hinsicht näher an Pößneck als an Halle liegt.
Spielbericht auf der offiziellen HFC-Page
Fotos vom Spitzenspiel
Tore: 1:0 Manai (26.), 1:1 Sobek (49.)
- Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul, G.
Müller (82. Noll), Treitl, Petrowsky, Manai; Jovic (76. Hänsel),
Klee
- Pößneck: Okrucky; Lässig (46. Krause); Kowalik, Bartholme; Daum, Hempel, Schimmelpfennig, Bloß, Walther; Sobeck, Reimann,
- Zuschauer: 3152
- Schiedsrichter: Simon (Schkopau)
- Spielbericht:
- Manchmal wiederholt sich Geschichte doch: Da fährt man mit mächtigem Fracksausen zu
einem Auswärtsspiel und gewinnt das überraschend klar. Das darauffolgende
Heimspiel sollte eigentlich eine Pflichtübung werden, aber denkste – plötzlich
geht nicht viel und das Ding ist vergeigt. Neugersdorf 02/03 hätte eigentlich
eine Lehre sein sollen, aber 03/04 gegen Pößneck lief (fast) der gleiche Film
ab. Doch der Reihe nach.
Die ersten 20
min hätte man sich glatt schenken können. Außer einem Treitl-Kopfball nach
einer Viertelstunde passierte nichts und es machte sich große Langeweile breit,
zu der das Nieselwetter paßte. In der 21. min weckte Hempel (Achtung, der
spielte diesmal für den Gegner!) die Zuschauer mit einem 20m-Schuß, den Berbig
erst im zweiten Zupacken festhalten konnte. Einige Minuten später kommt der
Ball nach einem weiten Einwurf in die Mitte und
als alle damit rechnen, daß Okrucky (noch ein Ex-Jenaer) den Ball fängt, kommt
von hinten Manai angerannt und nickt den Ball zum Führungstreffer ein. Dies war
der Auftakt zu einer Druckphase des FCC: In der 28. min verlängert Grasser am
kurzen Pfosten einen Eckball, doch Maul verfehlt per Kopf knapp das Tor.
Wiederum 3 Minuten später ließ der Schiedsrichter nach einem Foul an einem
Jenaer Vorteil laufen, Klee versetzte seinen Gegenspieler mit einem Schwenk,
setzte den Schuß von der Strafraumgrenze aber knapp vorbei. Aber so richtig
glasklare „Hundertprozentige“ ergaben sich nicht. Die Pößnecker beschränkten
sich im wesentlichen auf eine massive Abwehrarbeit, die auch – mit einer
Ausnahme – erfolgreich war.
Leider
verpaßten die Jenaer Spieler den Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit: Körperlich
waren sie zwar auf dem Rasen, aber geistig schienen sie noch in der Kabine zu
sein. Anders läßt sich das Geschehen der ersten Minuten nach der Pause nicht
erklären, das in einer Fehlerkette in der 49. min gipfelte. Inkonsequentes
Zweikampfverhalten, ein „Tunnel“ und ein Pößnecker konnte rechts
durchmarschieren und auf den völlig freistehenden Sobeck zurücklegen, der den
Ball zum Ausgleich ins kurze Eck knallte. Jena brauchte ein paar Minuten, um
sich von dem Schreck zu erholen, dann setzte ein wütender Ansturm ein. Okrucky
mußte ein um das andere Mal sein ganzes Können zeigen, um eine erneute Jenaer
Führung zu verhindern. Dabei wirkte er nicht immer sicher. Jena hatte in dieser
Phase eine Ecke nach der anderen, und in der 61. min schien endlich der Erfolg
zu lächeln: Nach einer abgewehrten Ecke köpfte Treitl von der Strafraumgrenze
gegen die Latte, Okrucky war ziemlich orientierungslos und Grasser hob den
zurückspringenden Ball ins verwaiste Tor, während zwei andere Jenaer aus
Nahdistanz zuschauten und nicht ins Geschehen eingriffen. Der Torjubel wurde
jedoch durch den Linienrichter erstickt, der zum Entsetzen der Jenaer Spieler
und Zuschauer die Fahne hob und Abseits anzeigte. Erstens hatte der gute Mann
offensichtlich noch nie etwas von passivem Abseits gehört (Grasser stand garantiert
nie und nimmer drin) und zweitens ignorierte er Hempel, der fast auf der
Grundlinie stehend jegliches Abseits aufhob. Also weiteres Anrennen des FCC,
aber entweder Okrucky (63. bei Holetscheks Kopfball) oder eines der zahlreichen
Verteidigerbeine hatten etwas dagegen. Ab der 70. min war jedoch die große Luft
heraus, ein Gespenst namens „Neugersdorf“ schien Spieler und Publikum zu
lähmen. Und in der Schlußminute hätte jenes Gespenst beinahe wieder
zugeschlagen, doch Walther donnerte den Ball gegen den Pfosten von Berbigs Tor.
Hängende Köpfe bei allen Jenaern beim Schlußpfiff, da die Tabellenführung an
die in Grimma führenden Hallenser abgegeben worden war... doch wiederum
„denkste“! Plötzlich ein Aufschrei aus den offenen Fenstern des VIP-Bereichs,
der sich über die gesamte Tribüne fortpflanzte. Und schließlich brachte die Anzeigetafel
die rettende Kunde auch fürs Auge: „Grimma – HFC 1:1“!
Und so dürfen wir am nächsten Spieltag als Spitzenreiter ins eher altehrwürdige
Kurt-Wabbel-Stadion fahren. <uk>
Bilder des Tages <jw>
Tore: 0:1 Holetschek (7., FE), 0:2 Maul (19.), 0:3 Treitl (59.).
0:4 Treitl (72.), 0:5 Grasser (78.)
- Grimma: Winkler - Winter, Massner (74. Müller), Birnbaum,
Braun, Mähne (64. Sobottka), Beyer, Pörschmann, Liebig, Großman
(64. Knoof), Brumme
- Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul (64. Benedetti),
G. Müller, Treitl (74. Noll), Petrowsky, Manai (69. Hänsel); Jovic,
Klee
- Zuschauer: 1265
- Schiedsrichter: Bartsch (Marnitz)
- Spielbericht:
- Spitzenspiel in Grimma ! Kaum jemand hätte für möglich gehalten, dass
der SV nach sieben Spieltagen auf Platz drei stehen und mit Liebig (8 Treffer)
den Torschützenkönig der Liga stellen würde.
Jena war also hinreichend gewarnt und bemüht, den ehrgeizigen Kontrahenten
gleich in die Schranken zu weisen. Wie so oft in den letzten Wochen wurde
das Geschehen nach Anpfiff in des Gegners Hälfte verlagert. Dieses
Engagement wurde bereits nach sechs Minuten belohnt: Aus dem Fußgelenk
lupfte Daniel Petrowsky zu Alexander Maul. Der hatte nur noch den
Torhüter vor sich und wurde, als er den Ball schon an Winkler vorbei
geschoben hatte, von den Beinen geholt. Klare Sache, Elfmeter. Der Keeper
ahnte die Ecke, Holetscheks Schuss war jedoch
scharf und platziert - 1:0. Jena ließ keine Spur locker. Alexander Maul
prüfte Winkler mit 20-Meter-Freistoß (12.), dem überraschten
wie freistehenden Gert Müller rutschte eine Klee-Flanke durch die Beine,
nachdem sie ein Grimmaer verpasst hatte. Stichwort Müller, gemeinsam
mit Grasser schirmte er Torjäger Liebig beinahe völlig ab. In
Strafraumnähe ließ Markus Grasser dem SV-Kapitän keinen Zentimeter
Raum; so bald sich dieser ins Mittelfeld zurück fallen ließ,
übernahm Gert Müller. Kein Wunder, dass Berbig in der Anfangsphase
nur bei Brummes 17-Meter-Freistoß ein bisschen was zu tun bekam. Zwei
Minuten später passte Holetschek lang nach rechts zu Petrowsky, welcher
schnell auf Grasser weiterleitete. Die Flanke wurde nur kurz abgewehrt,
Maul hielt drauf und traf ins lange Eck. Zwei Tore nach gut 20 Minuten -
das hatten wir schon gegen Zwickau. Doch im Unterschied zur Vorwoche
steckte Jena keinen Deut zurück und war gut beraten damit. Manai
spielte Klee in den Lauf, doch beim Umkurven des Torhüters wurde
der Winkel zu spitz (22.). 300 Sekunden später zeigte der
Unparteiische nach Foulspiel Vorteil an, Jovic tanzte seinen Gegenspieler aus,
scheiterte aber knapp an Winkler. Grimmas beste Phase begann in
Minute 33, als ein Ball haarscharf am Pfosten vorbei flog. Tino Berbig
hieß eine Minute später der Retter in der Not, als er Mähnes
Schuss zur Ecke hechtete. Die Partie blieb kurzweilig, woran auch das
Schiedsrichter-Trio seinen Anteil hatte. In der 35. Minute kam Liebig
im Laufdull mit Maul nahe der Grundlinie zu Fall. Referee Bartsch
zeigte auf den Elfmeterpunkt. Daraufhin meldete sich sein Assistent
an der Seitenlinie. Er hatte die Szene von seiner Position aus besser
verfolgen können und eine Schwalbe gesehen. Der junge Unparteiische
wandelte daraufhin seine Entscheidung in Eckball um. Grimma ließ
sich nicht beirren, machte weiterhin Druck, und wenn der Angreifer
zwei Meter vorm Tor die scharfe Eingabe Brummes erwischt hätte, wäre
kein Jenaer mehr in der Lage gewesen, den Anschlusstreffer zu verhindern.
Der winzige Moment, den Maul zögerte, als eine Klee-Flanke genau
zwischen ihm und Winkler aufsetzte, kostete ihm das 3:0 noch vor der
Pause. Dies wäre Grimmas Spielanteilen der ersten Hälfte allerdings
nicht gerecht geworden.
Nach der Pause spielten die Zeiss-Städter bei sommerlichen Temperaturen
mit dem Wind im Rücken und entfachten noch zusätzlich welchen. Bei
Holetscheks Freistoßknaller an die Lattenunterkante wurden
Erinnerungen an sein Traumtor gegen Laubegast wach. Es folgten ein paar
hektische Minuten, die der Schiri noch mit Mühe in den Griff bekam.
Eines muss man Herrn Bartsch allerdings bescheinigen: In puncto
Vorteilsauslegung kann sich so mancher Kollege ein Beispiel an ihm
nehmen. Nach Foul im Mittelfeld ließ er beim dritten Treffer
Vorteil gelten, den Klee und Treitl gemeinsam zu nutzen wussten. Erst
danach gabs Gelb für Liebig. Mit dem 3:0 waren die Punkte im Sack,
doch die Show des Stefan Treitl hatte gerade erst begonnen. In Minute
63 überlief er eine Abseitsfalle, schoss aber überhastet, als er den
Atem zweier Gegenspieler im Genick spürte. Hier schien der Routinier
nach immenser Laufarbeit bereits mit seinen Kräften am Ende. Doch nach
Petrowskys Freistoß nahe der Eckfahne steckte er die letzten
Körner in einen Schuss, dem man der ARD ruhig einmal als Tor der
Woche vorschlagen sollte. Volley aus 18 Metern schlug der Ball unter
der Querlatte ein. Treitl durfte danach raus, seine Mannschaftskameraden
hatten aber noch immer nicht genug. Beide Trainer sprachen hinterher von einem
Rausch, in den sich die Thüringer gespielt hätten. Da auch die gastgebende Elf ihrem Anhang
wenigstens den Ehrentreffer präsentieren wollten, blieb es ein
ansehnliches Spiel, in dem die Jenaer ihre individuelle Überlegenheit
ausspielten. Daniel Petrowsky beispielsweise mag verglichen mit Manai,
Treitl, Jovic unauffällig gewirkt haben - doch kann er allein von sich
behaupten, vier der fünf Treffer vorbereitet zu haben. Wäre Grassers
Tor in Hälfte eins (warum auch immer) nicht annuliert worden, käme sogar
noch ein Scorer-Punkt mehr hinzu. Markus Grasser trug sich dann noch
in die Torschützenliste ein. Vorbereiter, na klar, Daniel Petrowsky,
dessen Freistoß Grasser praktisch nur zu verlängern brauchte.
Klasse Jungs, es machte richtig Spaß, zu zu schauen und ich
werde einen Teufel tun, bei einem 5:0 noch nach dem Haar in der Suppe zu
suchen. Eine bessere Reklame für das nächste Auswärtsspiel in Halle
konnte es vor diesmal annähernd 500 mitgereisten Fans in blau-gelb-weiß
jedenfalls nicht geben. Bis zur letzten Sekunde kämpften die FCC-Aktiven
um ein noch höheres Resultat. In fast aussichtsloser Situation rannten
Klee und Jovic in der 90. Spielminute dem ballführenden Winter
hinterher. Dieser war derart verdutzt, dass er das Leder prompt an Klee
verlor, Jovic leitete es in die Mitte weiter, wo Hänsel denkbar
knapp an seinem ersten Torerfolg vorbei schrammte.
Auffällig die Ausgeglichenheit in der derzeitigen Stammelf. Jede Woche,
jedes Spiel ragen andere heraus, eine permanent schwächer besetzte Position, die
die Gegnerschaft ausnutzen könnte, ist derzeit nicht auszumachen. Da für
jeden Mannschaftsteil noch adäquater Ersatz bereit steht, könnte
dies am Ende unser großes Plus sein. Selbst wenn es noch ein
weiter Weg ist. <fc>
Bilder vom höchsten Saisonsieg
Spielbericht auf der SV-Homepage
Tore: 1:0 Manai (3.), 2:0 Klee (22.), 3:0 Manai (90.)
- Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Benedetti; Maul,
G. Müller, Treitl, Petrowsky (64. Noll), Manai; Jovic, Klee (83.
Hänsel)
- Zwickau: Metzner - Findeisen, Vogel, Fahrenholz, Chudzik
(80. Haprich), Papp, Trochocki, Embingou, Dittich (67.
Böckel), Pafel (74. Crusellas), Weiß
- Zuschauer: 3019
- Schiedsrichter: Zastrow (Berlin)
- Spielbericht:
- Sicher unbeabsichtigt verwendeten zwei Thüringer Zeitungen
in ihrer Vorschau-Überschrift auf dieses Spiel den gleichen Begriff: „Jena
macht seine Hausaufgaben“, war in der OTZ zu lesen. „Hausaufgaben erledigen“
forderte die TLZ. Zwickau als reine Pflichterfüllung ? So ändern sich die
Zeiten. Einst ein Saisonhighlight, bestand nach den letzten Auftritten der
Westsachsen diesmal wirklich kein Anlass, auf Spitzenspiel zu machen. Deren
Fans hatten nach dem schwachen Aufritt ihrer Mannschaft bei Laubegast sogar einen
Sitzstreik auf dem Rasen abgehalten. Bei einer Umfrage auf der FSV-Homepage
hielt nur jeder vierte Teilnehmer einen Punktgewinn in Jena für möglich.
Jenas Spieler nahmen ihre Aufgabe zu Beginn dennoch sehr
ernst und beseitigen bereits in der Anfangsphase
jegliche Zweifel am Spielausgang. Schon am eigenen Strafraum
bedrängt, verlor ein Zwickauer Verteidiger nach zwei Minuten das Leder an Kais
Manai. Dieser umkurvte Vogel und schoss aus neun Metern Entfernung das 1:0.
Auch die folgenden Aktionen, initiiert von Müller, Jovic, Manai besaßen Zug zum
Tor. Treitl köpfte knapp drüber (9.), Benedettis Pass in den freien Raum erwies
sich für Klee als einen Tick zu schnell (16.). Die gestressten Gäste fingen
sich nach einer Viertelstunde. Oder lag es daran, dass Jena schon etwas den
Druck rausnahm ? Einige Minuten passierte jedenfalls gar nichts, der zweite
Treffer kam deshalb zu einem leicht überraschendem Zeitpunkt. Schwabe-Flanke
von links, Jovic taucht ab, Klee ebenfalls, nur dass dieser frei am Elfmeterpunkt
den Ball erwischt und per Aufsetzerkopfball trifft. So erfreulich die frühe
Vorentscheidung auch war, dem Spiel selbst tat sie nicht gut. Die Tatsache,
dass nicht nur nach anfänglichem Powerfußball, sondern auch in einer Phase mit
halber Kraft Tore fielen, ließ die Jenaer den Fuß noch ein bisschen mehr vom
Gaspedal nehmen. Lediglich Maul besaß nach Kombination über Petrowsky und
Müller noch eine klare Gelegenheit, scheiterte aber an Metzners Fußabwehr
(28.). Zwei Minuten später tauchte zum ersten (und einzigen!) Mal ein Zwickauer
frei vorm Jenaer Gehäuse auf. Berbig bereinigte gegen Dittrich. Nach exakt
einer halben Stunde beendeten die bis dahin schweigenden FSV-Fans ihren
einwöchigen Protest, feuerten ihre Elf an und ließen rot-weiße Luftballons zerplatzen.
Es waren die letzten Knaller in Hälfte eins.
Dem Trend der letzten Heimspiele, vor der Halbzeitpause die
überzeugendere Vorstellung abzuliefern, blieben die Jenaer auch diesmal treu.
Der in der Presekonferenz geäußerte Verweis auf die Tiefe des Rasens im Ernst-Abbe-Sportfeld kann nicht als
alleinige Erklärung herhalten für die nun folgenden 44 Minuten gepflegter
Langeweile. Im Spiel ohne Ball taten die Zeiss-Kicker wirklich nur das
Nötigste. Wirkten ein bisschen lustlos, wie halt bei Hausaufgaben so üblich.
Lediglich Kais Manai versprühte einen Hauch von Spielfreude. Der einzige
Schuss, der aus dem Spiel heraus aufs Tor kam, hatte als Absenderadresse den
Namen Alexander Maul (65.). Zugute halten muss man den Jenaern, dass sie von
den Zwickauern kaum gefordert wurden. Durch Köchers Rot-Sperre ihres Kapitäns
und Antreibers beraubt, blieb eigentlich nur noch Rock Embingou als
potentieller Mittelfeld-Motor übrig. Dessen Kreise wurden von Stefan Treitl
entscheidend eingeengt. „Jena will nicht und Zwickau kann nicht“, brachte es
ein Zuschauer auf den Punkt. So blieb genügend Zeit, sich über
Nebensächlichkeiten zu amüsieren.
Darüber, dass Rot-Weiß Erfurt nicht mehr in Führung liegt, dass der FCC laut
Anzeigetafel plötzlich gegen Dresden-Laubegast spielt und dass sich der Schiri
kurzzeitig vom Jenaer Mannschaftsarzt behandeln lassen muss. Wer als Zuschauer
geduldig seine Zeit absaß, bekam in der Schlussminute als Belohnung noch einen
schönen 22-Meter-Freistoß Manais über die Zwickauer Mauer geboten. Ohne Treffer
aus Standartsituationen wäre so ein Spiel in dieser Saison auch schließlich
nicht komplett.
Fazit: Der FCC hat seine Hausaufgaben gemacht. Die nächste Leistungskontrolle
steht für den Klassenprimus aber erst am nächsten Sonntag auf dem Stundenplan.
<fc>
Fotos von Jens Weißenburger
Fotogalerie auf rene-roeder.com
Bericht auf der offiziellen FSV-Page
Tore: 0:1 Jovic (21.), 0:2 Maul (27.), 0:3 Klee (52.)
- Dresden: Huster; Benken; Ballaschk, Hein, Nuck; König, Baum, Heidler,
Wietzke (4. Nagel); Troche (84. Weise), Bernhardt (78. Schmuck)
- Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul (69. Ch. Müller),
G. Müller, Treitl, Manai (63. Noll), Benedetti; Jovic, Klee (63. Hänsel)
- Zuschauer: 558
- Schiedsrichter: Cyrklaff (Laubsdorf)
- Spielbericht:
- Oktober 1990. Rudolf-Harbig-Stadion zu Dresden. 87.
Spielminute. Mit einem Zauberpaß bedient der junge
hoffnungsvolle Stürmer Carsten Klee seinen Mannschaftskameraden Olaf
Holetschek. Der scheitert an Dynamos Keeper Teuber, im Nachschuß verwandelt
der eingewechselte Heiko Weber zum 2:1-Siegtor und befördert damit den FC Carl
Zeiss Jena in das Viertelfinale des NOFV-Pokals. Kein
wirklich historisches Tor, denn nur eine Runde später war in Eisenhüttenstadt
Endstation für die Blau-Gelb-Weißen, und lange nicht so bedeutend wie der
Treffer des gleichen Schützen acht Monate später in Cottbus, mit dem er Jenas
Zweitligaqualifikation sicherte und zugleich das Buch der DDR-Oberliga
schloß. Aber es sollte für fast 13 Jahre der letzte
Siegtreffer einer FCC-Mannschaft in Dresden sein und
wie ein Fluch über den Ausflügen nach Elbflorenz
liegen. 0:4, 0:1 und 0:0 bei Dynamo, 0:3 und 1:2 beim Dresdner SC, 1:2 und 0:0
bei Dresden Nord, und schließlich jenes peinliche 0:2 vor Jahresfrist bei den
flutgeschädigten Feierabendkickern aus Laubegast. Ähnliches konnte man sich nun
nicht mehr erlauben, denn angesichts gleich dreier Auswärtsaufgaben in Sachsens
Landeshauptstadt musste diese Saison der Bann gebrochen werden, um nicht erneut
die angestrebten Aufstiegsträume am Elbufer begraben zu müssen.
Den gut 250 mitgereisten Fans schwante aber zunächst nichts Gutes, denn die erste
Situation nach nur wenigen Sekunden gehörte den Gastgebern. Vito Benedetti
schien bei Kais Manai in Leipzig zu genau hingeschaut
zu haben und brachte mit einer zu kurzen Kopfballrückgabe Tino
Berbig in arge Bedrängnis. Nur Kopf und Kragen riskierend
konnte Jenas Spieler der letzten Saison vor dem heranstürmenden
Wietzke retten. Für letzteren war dieser schmerzhafte
Zusammenstoß gleichzeitig das Ende des Spiels, für seine Mannschaft bedeutete
es das Ende jeglichen gefährlichen Auftauchens vor dem Jenaer Tor
für die folgenden 90 Minuten. Abgesehen von
Benkens 25-Schuß nach einer knappen Stunde, der eine sichere Beute des
beschäftigungslosen Berbig wurde, kamen die Gastgeber
kaum aus ihrer eigenen Hälfte hinaus und beschränkten sich weitestgehend auf
die Verteidigung des eigenen Gehäuses. Da der FCC-Elf
zunächst die Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Tor fehlte,
Holetscheks Freistoß in den Armen des guten Husterlandete, dauerte es
bis zur 21. Minute, ehe die
beiden noch verbliebenen Protagonisten jenes letzten FCC-Erfolges
vor 13 Jahren die Weichen auf Sieg stellte. Kapitän Olaf Holetschek
bedient Carsten Klee, der setzt sich auf der rechten Seite mit schönem Haken
gegen seine Gegenspieler durch, um sich dann darüber freuen zu können, dass
Miroslav Jovic im 5m-Raum seine flache Hereingabe zur
erlösenden Führung nutzt. Nur fünf Minuten später ist es erneut der an diesem
Tage starke Klee, welcher nach toller Einzelleistung Jovic
gekonnt in Szene setzt. Dessen Schrägschuß kann Huster mit Mühe zur
Ecke klären, eine Ecke mit Folgen. Kais
Manai schlägt das Leder gefühlvoll an den langen
Pfosten, wo Alexander Maul in gewohnter Manier per Kopf vollendet. Abgesehen
von Jovics Flachschuß aus
spitzem Winkel nach 33 Minuten und mehreren Verwirrung im Dresdner Strafraum
stiftenden Eckbällen passierte dann bis zur Pause nicht mehr viel.
Jena
kontrollierte, Jena dominierte, aber Jena zelebrierte nicht. Ganz anders vor
allem die jüngeren Fans im Gästeblock, die ausgelassen und lautstark den
scheinbar sicheren Erfolg feierten. Lediglich einige der älteren, leiderprobten
Fans im Jenaer Lager trauten dem Braten noch nicht so richtig, wurden aber
bereits kurz nach Wiederanpfiff ihrer Sorgen entledigt. Carsten Klee, zuvor als
Vorbereiter glänzend, durfte sich nach Manais
Freistoßflanke von links und Mauls Kopfballablage in den 5m-Raum selbst als
Torschütze feiern lassen, und vollendete somit zugleich Jenas sage und schreibe
11. Treffer aus einer Standardsituation in dieser Saison. Es dürfte sich in der
Oberliga herumgesprochen haben, welche Gefahr Jena aus ruhenden Bällen erzielt.
Umso bemerkenswerter, dass sich die Gegnerschaft dennoch meist nur durch Fouls
oder Befreiungsschläge ins eigene Toraus zu helfen
weiß, und so sorgte in der Folge eine wahre Flut von Eck- und Freistößen immer
wieder für Gefahr im Strafraum der jetzt mehr und mehr überforderten Sachsen.
Nach dem Doppelwechsel Hänsel/Noll für Manai/Klee
erarbeitete sich der FCC Chancen fast im Minutentakt, sündigte aber großzügig
und ließ den Notizen machenden Spielberichtsschreiber zwischenzeitlich kaum zur
Ruhe kommen. Grassers Kopfball aus drei Metern übers
Tor (66.), Hänsels abgeblockter Schuß nach
Maul-Hereingabe (67.), Jovics parierter Drehschuß in der gleichen Minute,
Treitls
Schrägschuß übers Tor nach Nolls Zuckerpaß
(68.), Scheitern des von Noll mustergültig bedienten Jovic
an Huster, Treitls Nachschuß am leeren Tor vorbei (71.), Hänsels Ball ans
Außennetz aus spitzem Winkel, nachdem er den Torwart schon umspielt hatte
(74.), wieder Hänsels Schüsschen aus 10 Metern in die Arme des Torhüters (85.),
und letztlich Gert Müllers noch aus dem Dreiangel gefischter Hammer aus 20
Metern drei Minuten vor Spielende: Die Liste vergebener Chancen hätte sich noch
beliebig erweitern lassen und so blieb trotz des in überlegener Manier
eingefahrenen Auswärtssieges und dem besiegten Dresden-Fluch bei den Fans doch
der Beigeschmack eines verschenkten höheren Erfolges. Davon wollte Achim
Steffens freilich nach dem Spiel nichts wissen, und wischte derartige Nörgelei
unwirsch beiseite: „Wenn andere Mannschaften auswärts 3:0 gewinnen, machen die
die Sektflaschen auf. Und wir wollen den Kümmel aus dem Käse knaupeln ?“ Recht hat er. Und wenn wir nicht wieder 13 Jahre
auf den nächsten Sieg in Elbflorenz warten müssen,
ist vielleicht auch in Jena bald endlich wieder Zeit für knallende Sektkorken. <gunner>
Die Bilder des Tages
Bericht und Fotos auf DSC-Fanpage
Tore: 1:0 Grasser (21.), 2:0 Klee (32.), 3:0 Holetschek (38.), 3:1 Eißrich (47.), 4:1 Jovic (58.)
- Jena: Berbig, Maul, G.Müller, Schwabe, Grasser, Holetschek,
Treitl, Benedetti, Jovic (74. Hänsel), Manai (86. Chr. Müller), Klee (79. Noll)
- Dresden: Grundmann, Fischer, Terjek, Berthold, Kohlschütter (54. Eschrich),
Bernhardt, Ehrlich, Taatz (60. Schuster), Konetzke, Lense, Eißrich
- Zuschauer: 2215
- Schiedsrichter: Koch (Potsdam)
- Spielbericht:
- Nach Neugersdorf erschien mit Laubegast unser zweiter Angstgegner der letzten Saison im EAS -
und wurde ebenfalls mit 4 Treffern wieder heimgeschickt. Der Gegentreffer ist zwar ein statistischer
Makel, mehr aber nicht.
Dabei sah es zunächst überhaupt nicht nach einem klaren Sieg, aus, denn die mit
etlichen bekannten Spielern gespickten Dresdner machten hinten mit zwei Viererketten alles
dicht. Trotzdem ergaben sich Chancen für den FCC: Maul köpfte zunächst eine
Holetschek-Flanke direkt auf dem Torwart (2.), dann begann Grundmann nach knapp 10 Minuten
seine Galavorstellung mit einer Flugeinlage, um einen von Treitl abgeprallten Querschläger
aus dem oberen Dreiangel zu fischen. In der 11. min "entschärfte" ein 06er Mauls Abspiel
Richtung Jovic, indem er den Ball nur Zentimeter neben das eigene Tor setzte. Zwei Minuten
später parierte Grundmann einen Treitl-Knaller von der Strafraumgrenze; zuvor hatte Benedetti
den von Klee gespielten Ball passieren lassen. Wer weiß, wie der Abend ausgegangen wäre,
wenn Berbig nach einer Viertelstunde ein einzigen ernsthaften Ball der Laubegaster aus dem Spiel
heraus nicht mit einer Glanztat abgewehrt hätte: Kohlschütter war rechts außen
durchgelaufen und Eißrich erwischte den Ball ideal mit dem Kopf, aber Berbig sei Dank blieb
es 0:0! Dann lief wieder alles in der Gästehälfte ab. Die nächste Chance zur
Führung hatte Jovic (18.), als er nach langer Flanke Klees Kopfballablage aufnahm, den
Verteidiger umkurvte, jedoch am Keeper scheiterte. In der 21. min klappte es dann aber doch:
Holetschek trat einen Freistoß von links in den Strafraum und Grasser schoß direkt
vom langen Torraumeck ins Netz! Der FCC setzte sofort nach und wollte sich nicht auf der Führung
ausruhen. Und wieder war es ein Freistoß, der zum Tor führte. Der zwischen sehr
kleinlich und sehr großzügig wild hin und her pendelnde Referee pfiff einen auf der
rechten Seite schnell ausgeführten Jenaer Freistoß zurück, die Dresdner Abwehr
hatte Zeit sich zu formieren. War aber zwecklos, denn Klee tauchte in Manais Flanke und köpfte
zum 2:0 ein. In der 38. min gab es wiederum einen Freistoß für den FCC, fast von der
gleichen Stelle wie vorm zweiten Treffer. Holetschek lief über den Ball, bekam den Ball von
Manai in den Lauf gespielt und donnerte ihn aus 25 Metern zum "Tor des Monats" genau ins rechte
obere Toreck. Unmittelbar vor der Pause mußte Grundmann nach Jenaer Ecke eine
Kopfballverlängerung aufs lange Eck das 4:0 verhindern. Das 3:0 zur Halbzeit und ein gutes
Spiel sorgten für entspannte Gesichter bei den Zuschauern.
Den ersten Angriff nach der Pause organisierten die Dresdner. Eißrich hob im Zweikampf am
Strafstoßpunkt ab und der Schiedsrichter schenkte ihm den Elfer. Der "Gefoulte" verwandelte
sicher zum 1:3, allerdings sorgte der das Netz durchschlagende Ball zunächst für Freude
bei vielen Jenaer Zuschauern, die ebenso wie ich aus der größeren Entfernung den weit
nach hinten fliegenden Ball als "verschossen" registrierten. Die Laubegaster, die nach dem 3:0 offensichtlich
lieber den Schluß- als den Pausenpfiff herbeisehnten, schöpften nun neuen Hoffnungen und versuchten,
mit allen möglichen Mitteln Oberwasser zu bekommen. Leider warf der Schiedsrichter in dieser
Phase mit Großzügigkeit nur so um sich (Oder hatte er den Überblick restlos verloren?),
so daß die giftigen Fouls inklusive mehrerer Trikotdehnübungen ungeahndet bleiben.
Der Assistent vor der Tribüne leistete dazu durch mehrere grobe Fehler Beihilfe. Die negative
Krönung erlebte man in der 61. min, als nach wunderschönem Zuspiel von Manai auf Jovic der
Assistent Abseits anzeigte, ob wohl unmittelbar vor seiner Nase ein Dresdner dieses klar aufhob und
der natürlich vergnatzte Jovic "Gelb" sah, während etliche Tretereien gegen Jenaer vorher
"farblos" blieben. Zum Glück ließ sich der FCC durch diese Hektik nicht von seiner Linie
abbringen, sondern hielt dagegen und stürmte nach wie vor an. Treitl fehlte in der 64. min
etwas die Übersicht, als er links außen zur Grundlinie durchzog, dann aber den völlig
freistehenden Jovic übersah. Besser machte es Manai, der nach einem blitzschnell ausgeführten
Freistoß in der eigenen Hälfte mit Ball am Fuß in die Dresdner Hälfte raste und
an der Strafraumgrenze den Ball zum mitstürmenden Jovic legte. Dieser schob den Ball unter
Grundmann hindurch zum vierten Tor ein und brach endlich auch den Fluch, der auf unseren Stürmern
zu lasten schien. Manai sah man den Spaß am Spiel richtig an, er wirbelte im Mittelfeld,
verteilte die Bälle und wurde auch selbst torgefährlich. Leider blieb ihm das Sahnehäubchen
eines Treffers verwehrt: in der 73. min traf er aus 20 m nur die Latte und in der 84. min wurde sein
Schuß vom Torwart noch oben auf das Außennetz gelenkt. Der eingewechselte Hänsel
schrammte auch nur um Haaresbreite an einem Tor vorbei, als in der 83. min ein Verteidiger seinen
Lupfer über den herausstürzenden Grundmann hinweg den Ball noch von der Linie schlug. So
blieb es letztendlich beim 4:1, mit dem der FCC sich wieder an die Spitze der Tabelle setzte.
Zwei Dinge sind mir bei diesem Match besonders aufgefallen: Erstens sah man, daß unser Team
eingespielt ist, sich bereits aus der letzten Saison kennt. Zweitens ließ sich der FCC weder
durch Strafstoß, noch durch harte Gangart des Gegners, noch durch seltsame Entscheidungen des
Referees verrückt machen und zog sein druckvolles Spiel durch. Und das macht Mut für die
Spiele gegen die Spitzenmannschaften.<uk>
Bilder des verdienten Sieges von Jens
Weissenburger
Tore: 1:0 Renn (31.), 2:0 Schwesinger (36.), 2:1 Grasser
(67.), 2:2 G. Müller (69.)
- Leipzig: Schöne; Civa, Kracht, Miftari; Hannemann
(
, 39.), Renn, Räbsch,
Hartwig (67. Werner); Mittenzwei, Sadlo, Schwesinger (54. Baum)
- Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul, G. Müller
(76. Noll), Petrowsky (
, 45.),
Manai (46. Hänsel); Jovic, Klee (67. Ch. Müller)
- Zuschauer: 4285
- Schiedsrichter: Marks (Lüderitz)
- Spielbericht:
- Den Achim Steffens habe ich nun schon auf einigen
Pressekonferenzen erlebt. So angespannt wie auf jener zwei Tage vor dem Spiel
wirkte er selten. Die Brisanz der Ansetzung lag für ihn nicht nur in der
Tatsache begründet, dass zwei verlustpunktfreie Mannschaften aufeinander
treffen würden. Es war zugleich seine Rückkehr an alte Wirkungsstätte.
Zu Beginn der Partie deutete einiges darauf hin, dass er
sich keine Sorgen machen müsse. Hatte kurz vor Anpfiff ein Regenschauer
eingesetzt, schien es, als fühlten sich Achims Schützlinge bei diesen
Bedingungen pudelwohl. Nach wenigen Sekunden der erste Torschuss, folgten im Laufe der
ersten halben Stunde etliche Szenen am und im Leipziger Strafraum. Jenaer
Standartsituationen sind bei der Gegnerschaft neuerdings gefürchtet. Es spricht
demnach für den Druck in der Anfangsphase, dass sich die Messestädter oftmals
nicht anders zu helfen wussten, als auf Kosten von Freistößen und Eckbällen zu
klären. Mauls Freistoß, den Schlussmann Schöne prallen ließ, bevor Kracht einen
Schritt vor Grasser retten konnte, sah am erfolgversprechendsten aus (14.).
Auch Holetscheks Freistoß nach 18 Minuten hatte Format. Und bei Mauls Kopfball
ans Außennetz (30.) schien die Gästeführung nur noch eine Frage der Zeit. Der
VfB als Heimmannschaft kam praktisch nur zum Kontern. Schwesingers Schuss einen
Meter neben das Tor (10.) hätte Berbig wohl gehabt, es ging dennoch ein Raunen durchs
Stadion. Ansonsten war es noch recht ruhig bei den Einheimischen. Vom
Tribünen-Transparent „Tanzkapelle Südfriedhof“ stimmte lediglich die
Friedhofs-Athmosphäre; wenn jemand Musik machte, dann die Jenaer. Zu dumm nur,
dass ihnen auch der erste Fehler unterlief: Ein Ball der Leipziger landet in
Jenas Hälfte bei Manai. Der technisch beschlagene Tunesier hätte alles mögliche
damit anstellen dürfen, nur nicht DIESEN viel zu kurz geratenen Kopfball. Renn
und Grasser grätschten hinein, der Ex-Chemnitzer hatte die Fußspitze eher am
Ball und freie Bahn zum Tor. Es hätte einen Hauch von Genialität, sollte der
Lupfer über Berbig beabsichtigt gewesen sein. Näher liegt der Verdacht (und die
Reaktion des Schützen deutete auch darauf hin), dass es sich lediglich um eine
verunglückte Vorlage für den weiter rechts laufenden Schwesinger handelte.
Egal, Leipzig in Front. Manai, den das schlechte Gewissen plagte, versuchte
mittels 19-Meter-Schuss den sofortigen Ausgleich. Doch konnte dies nicht
darüber hinweg täuschen, dass sich die kalt erwischten Jenaer erst neu ordnen
mussten. Das nutzte der Gegner gnadenlos aus und bekam in einer Szene
Unterstützung vom Unparteiischen. Maul war im Mittelfeld zu Fall gebracht
worden, der Pfiff blieb aus. Sadlo legte nach rechts ab auf Schwesinger und der
bugsierte das Leder aus vollem Lauf genau ins Dreiangel. – Ausgerechnet
Schwesinger ! Er hatte sich nach Gothas Abstieg in seiner Verzweiflung für
Jenas zweite Mannschaft angeboten. Deren Trainer Thomas Vogel fand allerdings,
dass er dafür zu schade wäre und nur deshalb bekam „Schwes“ später noch seinen
Platz im Leipziger Oberligateam. Dort trifft er in Serie und sei es, wie jetzt beim
2:0, aus einer Position heraus, wo andere noch nicht einmal an einen Torschuss
gedacht hätten. Mehr tat sich nicht in den Strafräumen vor der Pause, ein in
vielerlei Hinsicht farbiges Spiel blieb es dennoch. 39. Minute, Petrowsky wird
gefoult, Freistoß FCC. Doch kein Jenaer, sondern Hannemann schnappt sich das Leder
und trabt damit aufreizend langsam zurück. Manai
hat es eiliger, luchst ihm das Leder ab und legt es sich zum Freistoß.
Hannemann stochert nach, Manai wirft es ihm entgegen und bekommt es genau dahin
zurück geschossen, wo es einem Mann am meisten wehtut. Resultat: Manai Gelbe
Karte, Hannemann Rot. Die Aussicht auf 50 Spielminuten in Überzahl schien der
geeignete Dünger auf das kleine Pflänzchen Hoffnung. Doch wurde es buchstäblich
zertreten, als Petrowsky fünf Minuten später von hinten gegen Sadlo einstieg.
Ehrlich, nach Ansicht der TV-Bilder tue ich mich schwer, den Platzverweis gegen
Daniel als Fehlentscheidung einzuordnen. Sicherlich mögen die VfB-Reaktionen
Einfluss gehabt haben – Sadlo wälzte sich am Boden, als seien mehrere Knochen
gebrochen (obwohl er sich nichts getan hatte, wie sich Momente später
herausstellte), seine Mitspieler bedrängten den Referee. Bei Petrowskys Aktion
handelt es sich dennoch um eine Unbeherrschtheit, die man sich ohne Not einfach
nicht erlauben darf, wenn der Schiri zuvor bereits einen Spieler des
Kontrahenten von Platz gestellt hat und die rote Karte dadurch lockerer sitzt.
Mit zwei Toren hinten und ohne Mittelfeldmotor – geht da
noch was ? Mauls Schuss drei Minuten nach Wiederbeginn taugte als Mutmacher,
die folgenden Szenen nicht mehr. „Wenn ich Lok-Fan wäre, würde ich mich jetzt
beruhigt zurücklehnen“, konstatierte mein Nebenmann Uwe so um die sechzigste
Minute herum und ernte meinerseits nur ein ratloses Kopfnicken. Sicher, die
Gelben setzten sich in Leipzigs Hälfte fest, doch die Versuche, ein
Zehn-Mann-Abwehrriegel zu knacken, schnupperten noch nicht nach
Resultatsverbesserung. Symptomatisch die Szene in Minute 62: Schöner Pass von
Müller, klug durchgelassen von Treitl, Hänsel mit Ball am Fuß in den Strafraum
– bis hierhin alles prima. Doch in Tornähe versagten die Nerven, bei Hänsels
Schüsschen musste man unwillkürlich an Schwesingers Knallbonbon aus Hälfte eins
denken. Dann begann es wieder leicht zu tröpfeln und unsereins klammerte sich
spontan an den letzten Strohhalm. Hatten unsere Kicker vorhin bei diesem Wetter
nicht am besten ausgesehen ? Und tatsächlich, plötzlich bekam der FCC so etwas
wie die zweite Luft. Treitl auf Hänsel, statt des angetäuschten Schusses folgt
ein Abspiel. Jovic läuft bis Nähe Grundlinie, sieht den völlig freistehenden
Grasser und der trifft ins leere Tor. Der Regen ließ wieder nach, doch Jena
powerte weiter. Befreiungsschlag eines Leipziger Verteidigers in die Mitte wird
von Maul postwendend in den Strafraum zurück geköpft. Jovic leitet weiter auf
Gert Müller und der ... trifft !!
In Stürmermanier wie einst sein
(Fast)Namensvetter: Einfach drauf, einfach rein, endlich einmal schnörkellos. Zwei
Tore in drei Minuten – ein beinahe tot geglaubter Patient war mit einem Mal
wieder quietschfidel auf den Beinen.
Noch schneller als Leipzig zur Führung gelang war, zog Jena nach. Ob
es VfB-Trainer Andreev nun bereute, Schwesinger so zeitig vom Platz genommen zu
haben ? Von nun an ging es hin und her. 70. Minute, Jovic auf sich allein
gestellt kommt zu einem Schuss, der Zentimeter am Pfosten vorbei streicht. 75.
Minute, Sadlo grätscht in eine Flanke, verpasst knapp. 82. Minute, Mittenzwei
vor Maul, will auf Sadlo abspielen, statt selbst zu schießen, Grasser
dazwischen. Und dann die vorletzte Spielminute: Christian Müller stiehlt sich
seinem Gegenspieler davon, wird von Maul angespielt. „Schieß doch“, brüllten
mehrere Fans unisono im Gästeblock. Müller legte sich den Ball aber erst auf den
anderen Fuß und lief noch vier Schritte. Als er dann schoss, hatte Schöne den
Winkel verkürzt, parierte mit dem Ellenbogen. In Mauls Nachschuss warf sich ein
VfB-Verteidiger. Welch eine Chance – Mann, das wär’s gewesen !
Der Ärger verrauchte aber schnell. Unzufrieden sah nach
Abpfiff niemand aus. Vor einem Jahr beim Spiel an gleicher Stelle war die
Jenaer Elf hoffnungslos unterlegen gewesen. Diesmal bot sie Paroli und hätte
ein 0:2 um ein Haar noch ganz umgebogen. Dass man trotz des Unentschiedens
weiterhin Tabellenführer bleibt, ist der Lohn für eine kämpferisch überzeugende
Leistung. Und ich würde mich durchaus wieder in den Regen stellen, wenn's
dem FCC weiterhilft. :-) <fc>
Dramatisches
aus Leipzig
Spielbericht auf vfb-leipzig.de
Tore: 1:0 Schwabe (43.), 2:0 Maul (79.)
- Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul, G. Müller,
Treitl, Petrowsky, Manai; Jovic, Klee
- Magdeburg: Beer; Kallnik; Grundmann, Probst; Stary (81. Kühne),
Kreibich, Woitha (58. Brassart), Müller, Beise; Siemke, Banser
- Zuschauer: 3312
- Schiedsrichter: Schinköthe (Dresden)
- Spielbericht:
- (Das Gastreporter-Debüt von Frank Schorcht!)
"Narcotic", so heißt der Song, den sich die Spieler des FCC für die Heimspiele
dieser Saison als Einlaufmusik entgegen aller anderslautenden Vorschläge der
Fans ausgewählt hatten - offensichtlich hatte dieser Sons am lauen
freitäglichen Sommerabend auch eine seinem Namen alle Ehre machende Wirkung
auf unsere erste Elf. Denn narkotisch-einschläfernd war dies dann auch, was
den 3312 Zuschauern, die ob des Angriffswirbels gerade der ersten Halbzeit
des Neugersdorfspiels hoffnungsfroh ins Ernst-Abbe-Sportfeld gepilgert waren,
zu Gesicht bekamen.
Lediglich in der 7. min lag den Zeiss-Fans der Torschrei auf den Lippen, als
Treitl nach weitem Einwurf und Kopfballverlängerung sich wirklich ganz allein
5 m vor Magdeburgs Ersatzkeeper Beer wiederfand. Für einen
kontrollierten und platzierten Kopfball war dieser Ball zwar zu flach-
Treitl versuchte es trotzdem und setzte das Leder rechts am Kasten der
Magdeburger vorbei.
Angriffsaktionen, die in der Folgezeit vielversprechend begannen -
verpufften regelmäßig, da sie entweder im letzten Moment abgeblockt, per Foul
gestoppt wurden und unsere anschließenden Standards mehr als ungefährlich
waren. Trainer Steffens sollte später in der Pressekonferenz von einem
nervösen Beginn seiner Truppe sprechen, in jedem Falle schienen sie
gelähmt zu sein, denn auch unsere Abwehr lieferte sich ihre Schlafeinlagen,
die die durchaus talentierten Magdeburger ein paar mal vor unserem neu
gekürten Spieler der Saison 2002/03, Tino Berbig, aufkreuzen ließen, doch
richtig gefährlich wurde es zum Glück nie.
Es folgte die 43. Spielminute, als die Zuschauer, vom dahinplätschernden
Sommerfußball mittlerweile wohl auch in ihre persönlichen "Sommernachtsträume"
versunken, endlich auch, wie unser Trainer sogar vor jedem Spiel ' ihre
Gefühle ' bekamen ! Maul war halblinks an den Ball gekommen, bediente von
dort aus Schwabe, dessen 12m Schuß abgefälscht sich endlich zu unsrer
aller Glückseligkeit im Tornetz wiederfand.
Endlich durften Jubellieder angestimmt werden und der gemeine Fan versöhnt
seine Halbzeitbratwurst genießen. Doch eines Tabellenführers würdig,
wie es die 'geschätzten Kollegen' des MDR gesehen haben wollen, war
diese Darbietung nun noch nicht unbedingt.
So wird der Achim seinen Spielern in der Halbzeit wohl den Marsch geblasen
haben und damit gedroht haben, den versprochenen Kinogang um 22 Uhr
zu streichen, wenn seine Truppe nicht realisiert, daß Fußball ein
Laufspiel ist und man auch gegen Magdeburg laufen muß, um sich Chancen
zu erarbeiten. Denn nach kurzer Eingewöhnung in der 2. Hälfte klappte vor
allem das Pressing immer besser und die Magdeburger begingen zwangsläufig
Fehler in der eigenen Hälfte. Hier tat sich vor allem Klee als vorderste
Speerspitze hervor, der zwar insgesamt eher unglücklich agierte aber durch
Einsatz zu überzeugen wußte. Kollege Jovic dagegen hatte es wahrlich schwer
an diesem Abend, permanenten und vom Schiri tolerierten Ringkampfeinlagen
seines mindestens 3 Gewichtsklassen höher anzusiedelnden Gegenspielers
war er nicht gewachsen und konnte sich so nur selten durchsetzen.
Doch die Chancen stellten sich nach und nach ein in der 2. Hälfte. So
strich Mauls Kopfball nach Freistoß in der 56. min wahrlich knapp über die
Latte, konnte Beer einen Distanzschuß Müllers nach ordentlichem Solo
entschärfen und traf auch nach Volleyflanke des mit nunmehr ungeahnten
Offensivqualitäten aufwartenden Schwabe und anschließender Ablage Klees Jovic
den Ball nicht richtig. Es war dann dem sich ebenfalls
steigernden Maul vorbehalten, den Jubelgesang im Stadion zum zweiten Male
in der 79. min einzuläuten. Wiederum hatte mit Schwabe der wohl beste
Spieler des Abends von links geflankt und konnte Beer diese nur nach vorn
abwehren, wo besagter Maul schon stand und mit einem platzierten Kopfball über
den Magdeburger Torhüter hinweg das 2:0 markierte.
Was anschließend an Angriffswirbel folgte, öffnete wohl nicht nur dem Trainer
das Herz, der auf der Pressekonferenz von einem Feuerwerk sprach. Chancen
im Minutentakt gegen nun überforderte Magdeburger. Doch leider auch im
Minutentakt vergeben - entweder übersah man den besser postierten Mitspieler
so wie Maul halblinks allein vor Beer Stürmer Jovic oder man scheiterte noch
mehrere Male unkonzentriert im Abschluß am guten Magdeburger Keeper, so
daß es beim 2:0 Sieg blieb.
Fazit: Auch wenn ob der heutigen Ansetzung ein Hauch von Tradition und
Europacup durchs Ernst -Abbe-Sportfeld wehte, so stellte doch Steffens schon
nach dem Sondershausenspiel richtigerweise fest, daß eben der
Europokalfinalist nicht mehr auftritt. Dies hat man vor allem in der
Chancenverwertung als Fan zu spüren bekommen, würden die alle konsequent
verwertet, wären wir mit Sicherheit nicht mehr in der 4. Liga. Wenn die Truppe
doch weiterhin so herzerfrischend wie in der 2. Halbzeit auftritt, werden
wehmütige Erinnerungen bei uns Fans an vergangene Glanzzeiten gar nicht mehr
aufzukommen brauchen, denn dieser Auftritt hat wirklich Spaß
gemacht. Hoffen wir also, daß nächste Woche beim ersten großen Gradmesser in
Probstheida unsere Elf eine Symbiose aus der 1.Hälfte des Neugersdorfspiels
sowie der heutigen 2. Halbzeit gelingt, dann muß uns sicher nicht Bange sein
und wir können hoffen, daß neben einer Einlaufmusik unsere Fans!
dann als "Auslaufmusik" einen Triumphmarsch anstimmen können.
Spielbericht auf fcm-fans.de
Bilder des Tages <jw>
Tore: 0:1 Holetschek (26., FE), 0:2 Grasser (57.), 0:3 Holetschek (65.,
FE), 0:4 Zimmermann (85.)
- Sondersh.: Menzel; Plachy; Rasch, Gerschweski; Bohne, Tanne (36.
John), Duft, Kloth (73. Niecke), Krug; Baumann, Paul
- Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Böhme (46.
Ch. Müller), G. Müller, Treitl, Petrowsky (68. Hänsel),
Manai; Jovic (76. Zimmermann), Klee
- Zuschauer: 750
- Schiedsrichter: Oehme
- Spielbericht:
- Welch ein Sommer ! Kein Tag mehr, an dem die
Quecksilbersäule nicht über die 32 Grad-Grenze steigt. Leistungssport wird da
mitunter zur Tortur. Im Training lässt sich die körperliche Belastung
entsprechend dosieren. Aber im Spiel ? Wie mag es den Aktiven auf dem Platz
gehen, wenn einem schon als Zuschauer der Schweiß ausbricht, sobald man nur zum
Kugelschreiber greift ?
Unter diesen Voraussetzungen muss man es schon als
vernünftig bezeichnen, dass es die Spieler etwas ruhiger angehen ließen. Die
erste Torchance ergab sich in Minute zwölf für den Gastgeber, als sich eine
hohe Flanke von links aufs Torraumeck senkte. Christian Paul, durchaus
erkennbar der Bruder des von Jena nach Bremen gewechselten Robert Paul,
köpfte um nur einen Meter am linken
Pfosten vorbei. „Jena, wir sehen nichts“, sangen die Eintracht-Anhänger nach
einer Viertelstunde und hatten zu diesem Zeitpunkt durchaus recht. Erst ein
geschenkter Standart brachte dem Tabellenführer die erste Torszene. Ohne Not
hatte ein SDH-Verteidiger zur Ecke gelenkt, welche Petrowsky auf Klee schlug,
der aber übers Tor köpfte. 18 Minuten waren da gespielt. Sechzíg Sekunden
später zappelte der Ball im Netz. Jovic hatte mit Schrägschuss getroffen, zuvor
bei
Manais Anspiel aber im Abseits gestanden. Miro Jovic blieb auffälligster Akteur
bis zur Pause. Nicht zufällig wurde gerade er mit jenem Klammergriff
attackiert, der zum Strafstoß führte. Holetschek schickte den Torhüter zunächst
in die linke Ecke und den Ball nach rechts. Doch war Jovic zu zeitig in den
Strafraum gelaufen – Wiederholung. Diesmal sprang Menzel nach rechts,
Holetschek hatte sich die linke Ecke ausgesucht und traf zur Führung. Als Freund und Feind in der
35. Minute wie angewurzelt um Jovic herumstanden, hatte Jenas Stürmer die
Vorentscheidung auf dem Fuß, schob das Leder aber am langen Pfosten vorbei.
Gleichwohl muss man sagen, dass ein 0:2 dem Spielverlauf bis dahin kaum gerecht
geworden wäre. Denn die Gastgeber gingen engagiert zu Werke, zeigten auch im
Spiel nach vorn beachtliche Laufarbeit; als wüssten sie, dass bei diesen
Verhältnissen immer weniger zu holen sein würde, je länger die Partie dauert.
Selbst wenn die vergleichsweise geringen Platzausmaße in Sonderhausen zu
berücksichtigen sind – einen vier Meter hinter der Mittellinie abgegebenen
Freistoß aufs Tor sieht man nicht alle Tage. Berbig war bei Raschs
Kanonenschuss noch mit den Fingerspitzen am Ball (29.). Wohlwollend ließe sich
das Jenaer Spiel der ersten Hälfte als sehr effektiv bezeichnen – man lag in
Front, ohne sonderlich viel gezeigt zu haben. An diesem Eindruck änderten auch
die beiden Schüsse Petrowskys (41., 45.) nichts.
Für Robert Böhme (das war noch gar nichts !) kam nach
der Pause Christian Müller. Dem Ex-Erfurter fehlt jegliche Praxis aus
der Testspielphase, dafür machte er seine Sache ganz ordentlich. Auch seine
Mannschaftskameraden steigerten sich in Hälfte zwei. Mit dem Tor von Grasser,
der seinen gleichgroßen Gegenspieler übersprang, wurden die Weichen gestellt.
Petrowsky hatte per Freistoß serviert. In der 60. Minute wäre eigentlich der
zweite Elfmeterpfiff fällig gewesen, als Jovic im Strafraum klar von den Beinen
geholt wurde. Dieser Pfiff ertönte jedoch erst sechs Minuten später nach einer
vergleichsweise harmlosen Berührung Pauls mit Petrowsky. Da aller guten Dinge
drei sind, blieb Holetschek gegen Menzel auch diesmal Sieger vom Punkt. Kurz darauf
kam der unter der Woche verpflichtete Hänsel für Petrowsky, welcher auf dem
staubtrockenen Geläuf diesmal nicht so glänzen konnte wie beim Auftakt und
zudem ampelkarten-gefährdet schien. Sondershausen ging nun mehr und mehr die Puste
aus, bekam nach der Pause lediglich eine Chance durch einen Freistoß,
nachdem Berbig bei einem Abschlag zu nah an die
Strafraumgrenze gekommen war. Rasch nahm wieder Maß, diesmal aber zu hoch. Es
folgte die schönste Aktion des Tages, mit Kai Zimmermann gelang sie einem
weiteren eingewechselten Stürmer. Von der Mittellinie aus dribbelte er durch
des Gegners Hälfte, umspielte auch noch den Torhüter und schob den Ball aus
extrem spitzem Winkel in die Maschen. Da hielt es auch die Jenaer
Tribünenfraktion um den Vereinspräsidenten vor Begeisterung nicht mehr auf den Stühlen.
Bei heißem Wetter
cool geblieben. Gut eine Stunde nach Abpfiff waren Spieler wie Fans bei
Freigetränken und gemeinsamen Bratwurstessen gleichermaßen zufrieden.
Galavorstellungen sollte man besser bei
Temperaturen geben, die zum Fußballspielen geeignet sind. Mit einem
4:0-Resultat lässt es sich schließlich auch so gut leben.
<fc>
Eine Hitzeschlacht in Bildern
Bericht auf bsv-fans.de
Tore: 1:0 Holetschek (14.), 2:0 Manai (30.), 3:0 Petrowsky (45.), 4:0 Treitl (82.)
- Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Maul, G. Müller,
Treitl, Petrowsky (79. Zimmermann), Manai (86. Hurt); Jovic (70. Böhme),
Klee
- Neugersdorf: Branis - Israel, Fröhlich, Hecht (77. Gierich), Thomas, Fröhner (84. Kästner), Miltzow, Maglica, Garbe, Kubis (46. Haasler), Michael
- Zuschauer: 2351
- Schiedsrichter: Lupp (Zossen)
- Spielbericht:
- Erstes Saisonspiel in der Oberligasaison Nummer drei und der FCC hatte es
mit keinem geringeren Gegner als dem FC Oberlausitz Neugersdorf zu tun. Jenem
Gegner war es letztendlich zu verdanken, dass der FC Carl Zeiss Jena in der
letzten Saison den Staffelsieg knapp mit einem Punkt Rückstand
verpasste.
Es war also Wiedergutmachung angesagt und die Hausherren bestimmten auch
gleich von Beginn an das Tempo und waren gewillt, die Schlappe der letzten
Saison vergessen zu machen. Trainer Steffens hatte mit Daniel Petrowsky
und Gert Müller gleich zwei Jenaer Neuzugängen das Vertrauen
geschenkt, und die Fans waren gespannt, wie sich diese präsentieren
würden. Bereits in der 8.Minute kam Maul zur ersten Tormöglichkeit,
doch sein Kopfball ging um einige Zentimeter über das Tor. Fast im
Gegenzug kamen auch die Gäste zu ihrer ersten Chance, doch der
Volleyschuss aus der Drehung des Ex-Jenaers Fröhner stellte für
Berbig kein Problem dar. In der 14.Minute gab es dann schon den ersten
Jubelschrei im Ernst-Abbe-Sportfeld. Nach einem Eckball bekamen die
Neugersdorfer den Ball nicht aus der Gefahrenzone und den abprallenden
Ball schnappte sich Holetschek und erzielte mit einem herrlichen Schuss das
erste Tor der Saison. Spitzenreiter, Spitzenreiter hallte es durch das
Stadion. Nun war der Bann gebrochen und Jena legte noch einen Gang zu.
Fünf Minuten später versuchten Neuzugang Petrowsky und Holetschek
mit einem Freistoßtrick die Gäste zu überraschen. Petrowsky
legte clever auf Neukapitän Holetschek ab und der versuchte sich mit
einem schönen Schuss, aber Maglica konnte gerade noch auf der Torlinie
retten. Michael war es, der in der 23.Minute die größte und
auch einzige echte Chance der Gäste besaß, aber zum Glück
traf sein Kopfball nur das Außennetz. Klee hatte ebenfalls noch eine
gute Möglichkeit, doch der Neugersdorfer Torhüter Bransis konnte
in dieser Szene noch Schlimmeres verhindern. Aber gegen den zwei Minuten
später getretenen Freistoss aus gut 30 m von Kais Manai war der Keeper
machtlos. Der herrlich getretene Ball senkte sich und fiel genau hinter
Bransis zum 2:0 ins Toreck. Wenig später setzte sich der agile Klee (34.)
gegen seinen Mitspieler durch und drang gefährlich in den Strafraum ein,
aber sein plazierter Schuss ins Eck konnte vom Schlussmann mit einer
großartigen Fußabwehr gerade noch abgewehrt werden. Auch Treitl
besaß noch eine große Möglichkeit zur Resultatsverbesserung,
doch erneut war es Maglica, der auf der Linie den Ball wegschlagen konnte. Der
Druck der Jenaer ließ nicht nach und ein ums andere Mal wußten
sich die Neugersdorfer nicht anders zu helfen, als die Angriffsbemühungen
der Gastgeber mit Fouls zu stoppen. Doch der FCC hatte an diesem Tage
ausgezeichnete Freistoßschützen. Neuzugang Petrowsky, der gleich
in seinem ersten Spiel für den FCC zum besten Spieler auf dem Platz
avancierte, legte sich in 25m Torentfernung das Leder zurecht und zirkelte mit
einem traumhaften Freistoß den Ball ins Dreiangel zum 3:0. Sekunden
später pfiff der Unparteiische zur Pause ab und die Fans verabschiedeten
ihre Spieler mit Standing Ovations in die Kabine.
Die ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit gestalteten beide Teams ein wenig
ruhiger. Bis auf einen Kopfball von Klee (51.) gab es keine einzige
Tormöglichkeit. So dauerte es bis zur 65. Minute, als die Jenaer Fans
erneut jubeln konnten, doch der Torjubel kam verfrüht. Nachdem Jovic
mustergültig im Strafraum angespielt wurde und sich die Chance auch nicht
entgehen ließ, erkannte der Unparteiische wegen einer Abseitsstellung
das Tor leider nicht an. Gut eine Viertelstunde war noch zu spielen, da
setzte sich Maul auf der linken Seite durch und bediente den bestens postierten
Klee, doch dieser scheiterte erneut an seinem Gegenüber. Den abprallenden
Ball nahm der heranstürmende Treitl direkt auf und ballerte das Leder aus
spitzen Winkel an das Außennetz. Doch acht Minuten vor Abpfiff konnte
dieser dennoch jubeln. Zunächst hatte sich Manai clever gegen seinen
Gegenspieler durchgesetzt und war bereits in den Strafraum eingedrungen, aber
in letzter Sekunde konnte er noch am Torschuss gehindert werden. Das
nützte allerdings nicht viel, denn der daneben stehende Stefan Treitl
nahm sich den Ball und knallte ihn unhaltbar zum 4:0 in die Maschen. Jenas
Nachwuchsspieler Thomas Hurt durfte kurz danach sein Debüt im Dress
des FC Carl Zeiss feiern und dann war das Spiel auch schon zu Ende.
Viele Fans waren erleichtert und freuten sich am Ende um so mehr, dass die
Revanche für die Schlappe der letzten Saison so wunderbar gelungen war.
Nun ist es wichtig, konzentriert die nächsten Spiele zu absolvieren, um
den momentanen Platz an der Sonne weiterhin genießen und verteidigen zu
können. <vg>
Bilder des Sieges von Jens Weissenburger
Bericht auf der offiziellen HP des FC Oberlausitz
Kommentatorenteam:
<fc> - Frank Cichos
<vg>- Volker Große
<uk> - Uwe Kaiser
<jw> - Jens Weißenburger
<bpf> - Björn Pfennig
<gunner> - Stefan Meißner
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