FC Carl Zeiss Jena - FC Energie Cottbus/A. 2:1

Tore: 1:0 Hähnge (46.), 1:1 Rohde (76.), 2:1 Schwesinger (78.)
Jena: Berbig; G. Müller; Benedetti, Schwabe; Böhme (82. Zimmermann), Treitl, Schmidt, Manai (66. Petrowsky), Keil; Werner (46. Hähnge), Schwesinger
Cottbus: Thoms; Jahn, Lempke, Rohde; Winkler, Brychzy, Schikora, Dörry (78. Schuchardt); Weller (85. Teichmann), Lindner (61. Lorz), Grötsch

Zuschauer: 2618

Schiedsrichter: Böhm (Berlin)

Spielbericht:
Ohne ihren erkrankten Trainer mussten Jenas Akteure das letzte Punktspiel dieser Saison auskommen. Thomas Vogel war schon bei der letzten Pressekonferenz sichtlich angeschlagen und musste am Sonntag wegen einer Lungenentzündung passen. Heiko Weber kam unverhofft zu seinem Debüt als Oberligatrainer.
Nach einer Spielminute rutschten Schwabe und Lindner unabhängig voneinander zur selben Zeit auf dem regenfeuchten Rasen aus. Als auch noch Schiri Böhm rückwärts über den Cottbuser stolperte, konnte sich so mancher Zuschauer ein Schmunzeln nicht verkneifen. Doch das Grinsen verging uns schnell, als nach 18 Minuten die Meldung vom Plauener Tor in Dresden-Laubegast die Runde machte. Ohne einen Punktverlust des VFC konnte der FC Carl Zeiss seine Aufstiegshoffnungen begraben. Die Jenaer Spieler, welche über den externen Zwischenstand bewusst nicht informiert wurden, taten ihr Möglichstes, um mit einem eigenen Sieg im Rennen zu bleiben. Lediglich Andre Thoms im Cottbuser Gehäuse war es zuzuschreiben, dass es bis zur Pause torlos stand. Thoms blieb gegen Schwesinger Sieger, als der eine Fußspitze an Schmidts Freistoß bekam (22.) und parierte auch Böhmes Schuss vom Strafraumeck (24.). Immer wieder Thoms, auch an Schwesingers Aufsetzkopfball (33.) kam er heran. Nur in Minute 37 brauchte er Unterstützung von Mannschaftskamerad Döring, der Tobias Werners Schuss auf der Linie abfing. Bei Treitls Nachsetzen klärte er die Situation dann wieder selbst.
Heiko Weber brachte zur zweiten Halbzeit Sebastian Hähnge. Ähnlich wie drei Wochen zuvor Thomas Vogel bei der Hereinnahme von Schwesinger bewies Weber damit auf Anhieb ein glückliches Händchen. Denn seit dem Wiederanpfiff waren exakt 18 Sekunden vergangen, als Hähnge eine Ablage von Böhme mit dem linken Fuß ins rechte untere Eck schoss. Aufgrund der überlegen geführten ersten Hälfte war diese Führung mehr als verdient. Die Cottbuser hätten sich nicht einmal beschweren können, wenn Schwesinger nach einer reichlichen Stunde Hähnges Eingabe zum 2:0 genutzt hätte. Gegen bis dahin harmlos Gäste. Denn selbst wenn einige Spieler diesmal nicht verfügbar waren – angesichts der Vorschusslorbeeren, in Neugersdorf und Halberstadt jeweils fünf Tore erzielt zu haben, Orten also, in denen Jena nicht hatte gewinnen können, überraschte die magere Offensivwirkung der Lausitzer während der ersten Stunde. Von uns aus hätte es bis zum Schluss so bleiben können, doch in Minute 67 krachte Rohdes Kopfball nach Wellers Eckstoß an den Pfosten. Berbig, der in dieser Szene machtlos gewesen wäre, lenkte neun Minuten später Brychzys 30-Meter-Freistoß um den Pfosten. Es gab wieder Eckball, der flog wieder in den Torraum, wieder auf Rohde, der dort wieder freistand – und diesmal mit dem Fuß verwandelte. Bei Laubegast führte Plauen inzwischen mit drei Toren, in puncto Meisterschaft waren also alle Messen gelesen. Wenigstens verabschiedeten sich die Zeiss-Kicker mit einem Sieg, den Schwesinger per Kopf aus Nahdistanz sicherstellte. Die Vorlage dazu hatte auch diesmal Robert Böhme geliefert. Lange als Fehleinkauf abgestempelt, spielte sich Böhme zum Saisonende doch noch in die Stammelf. Auch bei Schwesinger scheint der Knoten in Jena gerade eben noch geplatzt. Schließlich muss man auch die A-Junioren auf der Positivliste erwähnen. Ralf Schmidt strahlt im Mittelfeld mehr Sicherheit aus als so mancher Routinier und seitdem wir Andreas Keil auf links haben, kommen mehr Flanken von dieser Seite an als zuvor.
Dies alles reicht freilich nicht aus, um die geschundene Fanseele zu besänftigen. Zu tief sitzt der Schock über die auf ähnliche Weise wie in den letzten zwei Jahren vergebene Meisterschaft. Die Zuschauerzahl am letzten Spieltag zeigte dies deutlich: Waren im Vorjahr in ähnlich auswegloser Lage noch viereinhalbtausend Besucher ins Stadion gepilgert, kamen gegen Cottbus fast 2000 weniger. Konnte ich vor einem Jahr an dieser Stelle noch von einem "versöhnlichen Abschluss" berichten, kommt mir das diesmal trotz des Sieges nicht über die Tastatur. Kein Wunder, war doch der in den Sand gesetzte Vorsprung noch größer. Sage und schreibe 12 Punkte plus 23 Tore Vorsprung besaß der FC Carl Zeiss zu Saisonhalbzeit nach siebzehn Spieltagen auf den VFC Plauen ! Der krasse Leistungsabfall unter Trainer Achim Steffens setzte sich zunächst auch unter Thomas Vogels Regie fort. Absoluter Tiefpunkt dabei wieder einmal das direkte Duell mit dem unmittelbaren Kontrahenten. Es wird wohl ewig ein Rätsel bleiben, weshalb der FC Carl Zeiss im eigenen Stadion vor Rekordkulisse nicht nur spielerisch einbrach, sondern auch kämpferisch den Vogtländern unterlegen schien. Erst nach ihrem Versagen fand die Jenaer Elf zu einstiger Form zurück. Eben alles wie im Vorjahr schon mal erlebt. Doch wäre das Aufsteigen je zuvor so einfach wie in dieser Saison gewesen ? Wird es jemals wieder so einfach werden ? Der Landespokal-Sieg ist kein wirklicher Trost, denn der Sieg gegen den FC Rot-Weiß Erfurt II verhinderte lediglich den Super-GAU.
Irgendwie glich diese Saison 2003/2004 dem Wetter während des letzten Spiels: Mal schön, mal grausig. Zum Schluss stand der FCC im Regen. <fc>
Bilder vom letzten Spieltag

FC Erfurt-Nord - FC Carl Zeiss Jena 0:5

Tore: 0:1 Schwesinger (28.), 0:2 Treitl (35.), 0:3 Schmidt (44.), 0:4 Manai (79.), 0:5 Keil (90.)
Erfurt-N.:Fienhold; Kushev; Vollmann, Heinrich; Frank (87. Grönling), Kiehn, Eck, Raab, Intek; Janke, Lux (55. C. Huck)
Jena: Berbig; G. Müller; Benedetti, Schwabe; Böhme, Treitl (82. Leutloff), Schmidt, Manai, Keil; Werner (73. Ch. Müller), Schwesinger (64. Hähnge)

Zuschauer: 750

Schiedsrichter: Jauch (Benshausen)

Spielstenogramm:
Jena von Anbeginn tonangebend mit etlichen Chancen bereits vorm 1:0 + + + Tor des Tages durch Schmidts Linksschuss aus 25 Metern + + + Erfurt-Nord mit Abseitstreffer in Hälfte eins und Pfostenschuss kurz nach der Pause + + + Jenaer Sieg dennoch in dieser Höhe verdient + + + Oberliga-Comeback für weiteren A-Junior
Fünf Tore als Fotos <jw>

FC Carl Zeiss Jena - FV Dresden-Nord 2:0

Tore: 1:0 Schwesinger (45.), 2:0 Böhme (71.)
Jena: Berbig; G. Müller; Schmidt, Benedetti; Keil (75. Ch. Müller), Böhme, Treitl, Petrowsky, Manai; Werner (79. Hähnge), Klee (45. Schwesinger)
Dresden: Groß; Ackermann, Nebes, Linkert, T. Gaunitz (09. Härtig), Streiber, Kostadinov, Arto (53. Heinig), Genschur, Scholze, Moses

Zuschauer: 2471

Schiedsrichter: Häcker (Pentz)

Spielbericht:
Für drei Spitzenspiele im Ernst-Abbe-Sportfeld warb der Supporters Club im Vorfeld mit der Aktion „Es kann nur einen geben“, doch nachdem sich mit den enttäuschenden letzten beiden Spielen andeutete, dass der FC Carl Zeiss dies wohl wieder einmal nicht sein wird, hatte die letzte der drei Topbegegnungen wenig von einem Aufeinandertreffen zweier direkter Kontrahenten um Platz 1. Nur noch ein Drittel der Rekordkulisse von vor zwei Wochen zeigt deutlich den verlorenen Glauben der Jenaer Anhängerschaft an ihre Mannschaft, die jedoch mit dem Anpfiff den Eindruck erweckte, als wollte sie sich genau dies nicht zum Vorwurf machen, die letzte Chance ungenutzt zu lassen.
Daß zwischen dem Wollen und dem, was die eigene psychische Verfassung an Können zulässt, momentan ein himmelweiter Unterschied besteht, zeigte sich aber schon nach wenigen Sekunden, und spätestens als Carsten Klee in aussichtsreicher Position umständlich und hilflos den Ball vertändelte, schien das Jenaer Spiel wieder in jene geregelten Bahnen zu laufen, die die eigenen Fans zuletzt so entzürnten. Und so ist es wohl Jenas Verletztenmisere zu verdanken, dass den 2.174 Zuschauern in der ersten halben Stunde zumindest hin und wieder einige Lichtblicke beschert wurden. Der Ausfall der halben Stammelf mit Holetschek, Schwabe, Grasser, Noll, Maul und Jovic zwang Trainer Thomas Vogel förmlich zum Einsatz weiterer Youngster aus dem erfolgreichen Nachwuchs, und so durfte Andreas Keil sein Oberligadebüt an der Seite seiner A-Juniorenkollegen Werner und Schmidt geben, ein hoffnungsvoll stimmendes wohlgemerkt. Denn wie er sich auf der linken Außenbahn ein ums andere Mal durchsetzte und vor allem immer wieder zu im FCC-Spiel lange nicht mehr gesehenen präzisen Flanken kam, das machte ebensoviel Spaß wie Ralf Schmidts blitzsaubere Partie in der völlig neuformierten Innenverteidigung. Eine Position, die der 18jährige auch bei den A-Junioren bekleidet und ihm noch besser zu liegen scheint, als die Einsätze im zentralen Mittelfeld zuletzt in der ersten Mannschaft. Und so war es auch sein Verdienst, dass die sonst so spielfreudigen Gäste aus Dresden in der ersten Halbzeit nur zu einer einzigen echten Tormöglichkeit kamen, als Tino Berbig in großer Manier rettete, nachdem Stefan Treitl an einer Flanke vorbeigeflogen war und reichlich Verwirrung im Jenaer 16er herrschte. Doch auch auf der Gegenseite herrschte eine halbe Stunde lang völlige Ruhe im Strafraum, bis der passable Schiedsrichter Häcker zumindest den ersten Eckball an die Gastgeber zu vergeben hatte und Petrowskys gefährliche Hereingabe erstmals für Unruhe bei den Nordlern sorgte (27.). Sechs Minuten später wurde dann vehement Elfmeter gefordert, als Carsten Klee an Keils Traumflanke vorbeifliegt und der dahinter postierte Manai etwas unsanft am finalen Torschuß gehindert wurde, doch der Pfiff blieb aus. Jena nun druckvoller, und mit Schmidts Kopfball übers Tor (37.) oder Klees per Fußabwehr pariertem Flachschuß nach Paß von Keil (39.) weiter mit einigen „halben“ Möglichkeiten, ohne jedoch die sonnenverwöhnten Zuschauer wirklich aus ihrer Lethargie reißen zu können. So dauerte es bis zur 45. Minute, als Carsten Klee sein glückloses Spiel mit einer unnötigen Attacke gegen Nord-Keeper Groß schwer bezahlte, und unter dem teils ehrlich gemeinten, teils höhnischen Applaus der Tribüne das Spielfeld verletzt verlassen musste. Für ihn kam der in Halberstadt erfolgreiche Joker Andreas Schwesinger ins Spiel, doch dass die Wiederholung dieses Torerfolgs nur dreißig Sekunden dauern würde, damit rechneten wohl die wenigsten. Mit der ersten Ballberührung nahm er sich die Hereingabe Böhmes herunter, mit der zweiten schmetterte er das Leder in die Maschen zum Führungstreffer, kurz darauf ging es in die Kabinen.
Wenn die 24 mitgereisten Schlachtenbummler aus Elbflorenz nun mit einem Aufbäumen ihrer Jungs gerechnet hatten, wurden sie bitter enttäuscht. Nach der Pause spielte nur noch Jena, die Gäste blieben ihre gute Platzierung in jeder Hinsicht schuldig, während sich auf Jenaer Seite mehr und mehr die jungen Wilden in den Mittelpunkt spielten. Werner setzte mit seinem Drehschuß übers Gehäuse nach Schmidt-Hereingabe das erste Achtungszeichen (49.), bevor zwei Minuten später Jenas Torschütze aus der ersten Halbzeit die Riesenchance zum Doppelpack auf dem Kopf hatte. Keil hatte sich über links hervorragend durchgesetzt, flankte millimetergenau auf den im Fünfmeterraum stehenden Schwesinger, dessen Kopfball Große noch an die Latte lenken konnte, von wo er dann kurz vor der Torlinie liegend keinen in gelb gekleideten Vollstrecker fand. In der 54. Spielminute dann ein schneller Gegenangriff über Schwesinger und Werner, der zögert zu lange und legt auf Keil ab, dessen abgefälschter Schuß kein Problem für Groß darstellt. Weiter nur Jena am Drücker. Schwesinger mit wuchtiger Direktabnahme aus spitzem Winkel übers Tor (61.) und kurz darauf im Pech, als er die von Schmidt nach schöner Kombination hereingebrachte Linksflanke neben den Pfosten setzt. Und so war es beinahe wieder einer dieser haarsträubenden Fehler, die uns zuletzt so viele Punkte kosteten. Einen direkt getretenen Freistoß lässt Tino Berbig nach vorne prallen, doch im Gegensatz zu den letzten Spielen fand sich kein dankbarer Abnehmer in den Reihen der Gäste, um ein weiteres Kapitel aus der FCC-Reihe „dumme Gegentore“ zu schreiben. Zumindest aber die Serie „harmlose Freistöße“ wurde durch Kais Manai in der 66. Minute nahtlos fortgesetzt, als sein Schlenzer aus aussichtsreicher Position deutlich über das Tor ging, nachdem der gelbbelastete Moses den bei einem schnellen Gegenangriff durchlaufenden Werner unsanft von den Beinen geholt hatte und es wohl nur der Gottesfurcht des Referees verdankte, nicht frühzeitig duschen zu müssen. Fünf Minuten später jedoch war der quirlige Tobias Werner nicht mehr zu stoppen, ließ seinen Gegenspieler stehen wie einen Halleschen Boykotteur und zog von halblinks energisch in den Strafraum ein, um mit gefühlvoller Flanke den am langen Pfosten heranstürmenden Böhme zu bedienen, der sich per Kopf mit dem 2:0 bedankte und damit seine an diesem Tag gute Leistung ausgerechnet gegen den Verein krönte, bei dem er einst das Fußballspielen erlernte. Balsam für die Seele des in der Hinrunde so oft verspotteten Sachsen, und so versuchte er sich nach schöner Vorarbeit von Benedetti nur zwei Minuten später mit einem Heber über Groß...aber leider auch über das Tor hinweg. Die Partie war nun gelaufen, und so nahm es den allen Ecken zu findenden Andreas Schwesinger auch kaum einer übel, dass er vom eingewechselten und etwas behäbig wirkenden Hähnge schön in Szene gesetzt freistehend verzog (83.) und Groß auch seinen Kopfball fünf Minuten vor dem Ende entschärfen konnte. So war es Tino Berbig, der sich kurz vor dem Abpfiff den Beifall der Zuschauer abholen durfte für eine Glanztat gegen den frei auf ihn zulaufenden Streiber, dann war Schluß in einer Begegnung, die der FC Carl Zeiss hochverdient für sich entscheiden konnte, sich mit dem guten Spiel nach der Pause vielleicht auch etwas Selbstvertrauen für die letzten beiden Begegnungen zurückholte und Thomas Vogels Strategie des Einbauens junger Spieler eindrucksvoll bestätigte.
Überschwänglicher Jubel über die vorrübergehend gewonnene Spitzenposition wollte nicht aufkommen, doch die Hausaufgaben hat man gemacht, und darauf kam es schließlich an. <gunner>
Fotos von Jens Weißenburger

VfB Germania Halberstadt - FC Carl Zeiss Jena 1:1

Tore: 1:0 Hartmann (23.), 1:1 Schwesinger (80.)
Halberstadt: Kischel; Cunaeus, Pfannkuch, Thiele; Plock, Reitzig (78. Mzyk), Kopp,, Wiekert, Gerlach; Hartmann (88. Binder), Preuß (63. Richter)
Jena: Berbig; Noll (60. Hähnge); G. Müller, Grasser (73. Schwesinger); Maul, Treitl, Petrowsky, Manai (46. Schmidt), Benedetti; Werner, Klee

Zuschauer: 1709

Schiedsrichter: Bley (Sehmatal)

Spielbericht:
Eines ist dem FC-Vorstand gewiss nicht vorzuwerfen: Dass er nach der Pleite gegen Plauen die Flinte ins Korn werfen und nicht alles versuchen würde. Erstmals während dieser Saison durfte die Mannschaft vor einem Auswärtsspiel ins Trainingslager. Und mit Sebastian Hähnge wurde noch ein neuer Stürmer verpflichtet. Obwohl dessen konditionellen Defizite nach acht Monaten Spielpause den Zeitraum, in dem er uns helfen kann, deutlich einschränken.
Dass sich die Halberstädter Spieler nicht so einfach vernaschen lassen würden wie die gleichnamigen Würstchen auf der Hinfahrt im Fanbus, war vorauszusehen. Schließlich hatten sie daheim erst einmal verloren, mit 0:1 gegen Plauen. Das selbe Resultat gegen den selben Gegner steckte den Jenaern noch aus der Vorwoche in den Knochen. Unverkennbar aber ihre Bemühungen, die verbliebene Minichance noch beim Schopf zu packen. Angriff hieß die Devise und das sah zunächst mal vielversprechend aus. Den ersten Eckball köpfte Tobias Werner aus vier Metern Entfernung aufs Tor. Torwart Kringel hätte keine Chance gehabt, doch stand Gerlach am rechten Pfosten auf der Torlinie, bekam den Ball aus Nahdistanz ins Gesicht, von dort sprang er an die Hand. Muss es bei einem nicht vorsätzlichen Handspiel Elfmeter geben, wenn es auf der eigenen Torlinie stattfindet ? Jenaer Proteste blieben ungehört. Der junge Werner raufte sich ob seines Pechs die Haare. Drei Minuten später ließ sich allerdings nicht mehr das fehlende Glück bemühen: Einen Manai-Einwurf in den Strafraum wehrte ein VfB-Verteidiger zu kurz ab, Werner stand unbedrängt in zehn Metern Torentfernung und knallte das Leder in die dritte Etage. Hier hätte er mehr draus machen müssen. Der FCC machte unbeirrt weiter, irgendwann muss das Führungstor ja fallen. Treitl und Manai probierten es mit Schüssen. Benedettis Luftduell mit dem Torhüter wurde abgepfiffen, obwohl es außerhalb des als Keeper-Schutzzone markierten Torraums stattfand. Na gut, so ein Schiedsrichter hat es gewiss nicht leicht und fünfzig Zentimeter Fehleinschätzung lassen sich auch mit Hilfe des Assistenten nicht korrigieren, wenn der Pfiff einmal ertönt ist. Aber dass Herr Bley, beileibe kein Neuling im Geschäft, zwei Minuten später keinen Strafstoß verhängte, dafür fehlt mir jedes Verständnis ! Wie sehr muss ein Stürmer noch am Trikot gezogen, wie eng in den Klammergriff genommen werden, bis es dafür Elfmeter gibt ? Thieles Zweikampfverhalten gegen Klee war weit mehr als nur einen Moment lang regelwidrig ! – Nach einer halben Stunde wartete man noch immer auf den ersten gefährlichen Angriff der doch so heimstarken Gastgeber. Er sollte weiter auf sich warten lassen – und doch gingen sie in Führung. Selbst wer das Spiel nicht live im Stadion oder zusammenfassend im TV gesehen hat, ahnt die Quintessenz aus diesem Satz – ahnt, dass die Jenaer Abwehr wieder einen kapitalen Bock geschossen haben muss: Plocks hoher Ball in den Strafraum zu weit für Hartmann, Grasser köpft im Zurücklaufen zu seinem Torhüter. Nun hatte Tino Berbig in der ersten halben Stunde wenig Bälle bekommen und das mag ihn bewogen haben, dem Leder entgegen zu laufen. Grassers Ablage aber flog entgegen seiner Laufrichtung. Ein Eigentor ? Nicht ganz, denn der Ball prallte gegen den rechten Pfosten am heranstürzenden Berbig vorbei genau vor die Füße von Hartmann, welcher das Geschenk annahm. Nicht zu fassen – legen wir uns jetzt an jedem Wochenende die Bälle selbst ins Netz ? Weshalb ruft ein Torhüter nicht, wenn er auf eigene Faust klären will ? Oder hat Grasser nicht schnell genug geschaltet ? Der Schock saß derart tief, dass sich bis zur Pause nichts mehr tat. Da hatten die Jenaer das Geschehen bestimmt und sich dort solch eine Graupe erneut selbst um den Lohn dafür gebracht.
Die nächsten Hiobsbotschaften ließen nicht lange auf sich warten. Kais Manai, agilster Mittelfeldakteur der ersten 45 Minuten, blieb verletzt in der Kabine. Und als zehn Minuten in Halbzeit zwei gespielt waren, brach der Libero auf dem Platz zusammen. Ob nach gegnerischer Einwirkung, muss uns Eric Noll irgendwann selbst verraten. Jedenfalls war vom Fanblock aus deutlich zu sehen, dass sich „Nolle“ kaum mehr auf den Beinen halten konnte, wie wie ein Zecher nach einem Glas zuviel schwankte und nach der nächsten Spielunterbrechung zusammen brach. Für den Neuen, Sebastian Hähnge, wurden es ein paar Minuten mehr als geplant. Nach einer Stunde Spielzeit endlich wieder eine Jenaer Chance. Nachdem Klee von der Grundlinie aus überlegt zurückgelegt hatte, donnerte Benedetti den Ball aus vollem Lauf in die Wolken. Und dies, obwohl er genügend Zeit besessen und sich eine freie Gasse zum Torschuss ergeben hatte. Das Auslassen dieser Chance war auch deshalb ärgerlich, weil nicht mehr viele dieses Kalibers folgen sollten. Die Linie im Spiel war inzwischen komplett verloren gegangen, der Tabellenzweite übernahm immer mehr das Klein-Klein-Spiel des Kontrahenten mit vielen kleinen Fouls und technischen Fehlern. Trainer Vogel setzte alles auf eine Karte, brachte mit Schwesinger den vierten nominellen Stürmer und das erneut für einen Abwehrspieler. Dieser Mut zum Risiko sollte belohnt werden. Denn nach etlichen Anläufen, in denen er enttäuscht hatte, wurde Andreas Schwesinger diesmal zum Vorzeigejoker. Nicht nur, dass er den öden Kick der zweiten Halbzeit sichtlich belebte, er schoss auch den Ausgleich. Petrowsky hatte im Fallen noch eine Flanke hinbekommen, welche in die Mitte abgewehrt wurde, wo Schwes volley draufhielt und per Aufsetzer ins Netz traf. Welch eine Erlösung, hätte eine Niederlage doch das totale Aus um die Staffelmeisterschaft bedeutet ! Oder glaubt jemand ernsthaft, dass Plauen bei drei Spielen zweimal patzt ? Zehn Minuten waren nach dem Ausgleich noch Zeit, vielleicht sogar den Sieg hinzubekommen. Zehn Minuten, in denen Jenas Elf kämpfte, spielerisch aber nicht mehr über den eigenen Schatten springen konnte. Die beste Möglichkeit zum zweiten Treffer besaßen sogar die Gastgeber, als Hartmann nach Petrowskys Ballverlust in die entblößte Abwehr stieß. Zum Glück sprang ihm der Ball beim Laufen einmal etwas zu weit vom Fuß, was Berbig sofort nutzte, um sich ihm entgegen zu werfen (88.).
Keine Frage, dieses Remis ist wie eine weitere Niederlage. Die Tränen in den Augen eines Stefan Treitl beim Abklatschen mit den Fans sprachen Bände. Auch Thomas Vogel kam an die Bande. Sein „Tut mir leid“ klang ehrlich, aber zugleich wie eine Entschuldigung dafür, dass sich seit dem Tag seiner Amtsübernahme leistungsmäßig absolut nichts zum Besseren verändert hat. <fc>

FC Carl Zeiss Jena - VFC Plauen 0:1

Tore: 0:1 Kelbig (82.)
Jena: Berbig; Noll (88. Böhme); Schwabe, Grasser; Maul, Treitl, Petrowsky, Manai, Benedetti; Werner (60. Schwesinger), Klee (77. Zimmermann)
Plauen: Golle - Berger, Hölzel, Risch (46. Barich), Zapyshnyi, Pannach, Schulze (46. Kelbig), Paulick, Dashi, Pannach, Gleis (66. Weigl)

Zuschauer: 6477

Schiedsrichter: Hoyzer (Berlin)

Spielbericht:
Jena kontra Plauen - zu Jahresbeginn noch eine ganz normale Oberligapartie wie jede andere auch. Doch seitdem haben sich die Zeiten gewaltig geändert. Während der FCC in so mancher Partie die einen oder anderen Punkte verschenke, setzte der VFC Plauen zu einer unglaublichen Serie an. Und so kam es, dass es am 29. Spieltag zu dem absoluten Spitzenspiel des Tabellenführers FC Carl Zeiss JENA gegen den nur zwei Punkte schlechteren Tabellenzweiten VFC Plauen kam. Beste äußere Bedingungen und mit einem Saisonrekord von 6477 Zuschauern gefülltes Stadion waren die beste Grundlage, diesem Spitzenspiel einen würdigen Rahmen zu geben.
Bereits nach fünf Minuten die erste Möglichkeit für den Gastgeber, aber der Schuss von Manai ging über das Tor. Die Gäste aus Plauen versteckten sich keinesfalls und nur drei Minuten später stockte den Jenaer Fans der Atem: nach einer Ecke wurde der Ball von einem Jenaer noch so unglücklich weitergeleitet, dass Cashi an den Ball kam und zum Glück der Jenaer mit seinem Kopfball nur die Querlatte traf. Das war bereits Zeichen genug dafür, dass die Gäste heute ebenfalls voll auf Sieg spielen wollten. Nach gut einer Viertelstunde entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei denen beide Teams forsch nach vorn spielten. Risch probierte es in der 13.Minute mit einem Schuss aus der zweiten Reihe, doch er fand in Berbig seinen Meister. Kurze Zeit später (17.) erneut eine Möglichkeit für den VFC, doch Gleis verfehlte das Tor nur knapp, nachdem er in eine Eingabe von Hötzel hinein gespitzelt war. Das Spiel ging munter hin und her und nach 25 Minuten wurde Paulick mit einem Steilpass auf die Reise geschickt, doch Berbig konnte gerade noch rechtszeitig aus seinem Tor eilen und sich den Ball erobern. Nach einer halben Stunde die nächste Tormöglichkeit wieder für den FCC: Petrowsky hatte mit einem Freistoß von rechts in den Strafraum geflankt und der Ball wurde von der Abwehr aus der Gefahrenzone geköpft. Im Hintergrund lauerte Youngster Werner und nahm den Ball direkt, jedoch verfehlte sein Schuss das Tor um einige Meter. Kurz darauf hatten die Jenaer eine erneute Schrecksekunde zu überstehen. Nach einem fahrlässigen Ballverlust von Noll vor dem eigenen Strafraum kam der Ball über mehrere Plauener zu Gleis, der mit einem platzierten Schuss aus bester Position den Kasten nur um Zentimeter verfehlte. Paulick (36.) und Gleis (38.) hatten anschließend noch weitere gute Möglichkeiten, aber zum Glück für den FCC stand es noch immer 0:0. Die Jenaer bemühten sich zwar zu jeder Zeit des Spiel, aber vor dem gegnerischen Strafraum ging einfach zu wenig Gefahr aus. Carsten Klee versuchte kurz vor der Pause mit einem Kopfball aus dem Strafraumgewühl sein Glück, aber die Kugel ging doch um einiges daneben.
Die Gäste mussten zur Pause verletzungsbedingt zwei ihrer Spieler ersetzen und bei Jena keimte die Hoffnung auf, diese Situation nutzen zu können. In der 51.Minute testete Manai mit einem beherzten Schuss aus 25m seinen Gegenüber Golle im Tor des VFC, doch dieser konnte den herrlichen Schuss gerade noch über die Torlatte lenken. Nach der anschließenden Ecke stieg Grasser am höchsten, aber auch sein Kopfball verfehlte das Ziel um einige Zentimeter. Thomas Vogel versuchte mit der Einwechslung von Schwesinger für Werner noch einmal den Druck nach vorne zu erhöhen, aber dies wollte und sollte nicht gelingen. Die Gäste spielten einfach cleverer und machten die Räume zu, so das es dem FCC nie gelang, ein vernünftiges Angriffsspiel aufzubauen. Im Gegensatz dazu verstanden sie es, den einen oder anderen gefährlichen Konter zu setzen. Zunächst prüfte Zapyshnyi mit einem Schuss aus vollem Lauf den Jenaer Keeper und wenig später konnte er von Grasser gerade noch in letzter Sekunde an einer weiteren guten Torchance gehindert werden. Die Verunsicherung auf Jenaer Seite nahm stetig zu und so kam es acht Minuten vor dem Ende, wie es sich in den letzten Minuten des Spiels zunehmend andeutete. An einem völlig ungefährlichen Ball trat zunächst Berbig vorbei, Zapyshnyi eroberte sich das Leder und flankte von links in den Strafraum, wo Schwabe nicht hoch genug zum Kopfball ging, sondern den Ball nach hinten verlängerte. Dort wartete der einschussbereite Kelbig, ließ sich diese Chance nicht entgegen und donnerte das Ding mit einem Flachschuss unter Berbig hindurch in die Maschen. Zwei Minuten vor Ultimo überraschte der Jenaer Coach noch einmal mit einer Aktion die Zuschauer, indem er Böhme für Noll einwechselte. Was er mit diesem Spielertausch in dieser Situation bezwecken wollte, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben. Kurz danach pfiff der Unparteiische die Partie ab und die Fans des VFC Plauen konnten zurecht die Sprechchöre "Spitzenreiter Spitzenreiter" anstimmen.
Alles in allem ein verdienter Sieg für die Gäste aus Plauen, denn sie waren während des gesamten Spieles die agilere und vor allem die torgefährliche Mannschaft. Für Jena heißt es nun, wie in den bereits vergangenen zwei Jahren zu hoffen, das der jetzige Spitzenreiter in den letzten verbleibenden fünf Spielen sich noch einen Patzer leistet. Leider ging diese Hoffnung in den letzten Jahren nie auf, aber wie heißt es doch so schön: "Die Hoffnung stirbt zuletzt." <vg>
Bilder des Tages <jw>

VfB Auerbach - FC Carl Zeiss Jena 2:3

Tore: 0:1 Klee (52.), 0:2 Maul (59.), 1:2 Müller (75.), 1:3 Werner (76.), 2:3 Zschiesche (85.)
Auerbach: Fröhlich - Oehl, Siegmund, Kramer (45. Reisinger), Schaller, H. Schmidt (64. Wiegand), Müller, K. Schmidt, Willinger, Rose, Otto (74. Zschiesche)
Jena: Berbig; G. Müller; Grasser, Schwabe; Maul, Treitl, Petrowsky (67. Schmidt), Manai (82. Hänsel), Wille (49. Böhme); Klee, Werner

Zuschauer: 1870

Schiedsrichter: Blumenstein (Berlin)

Spielbericht:
Frühlingssonne und –temperaturen sowie ein idyllisches Stadion waren beste Rahmenbedingungen, die Tabellenspitze im vogtländischen Auerbach vom anderen Verein aus dieser Gegend zurückzuholen.
Zunächst verzögerte sich der Anpfiff um einige Minuten, da die Unparteiischen aus Berlin sich in Sachsen nicht so auskannten und zunächst Auerbach im Erzgebirge ansteuerten (im Gegensatz dazu verlor der Referee auf dem Rasen nie den Überblick). In der ersten Viertelstunde passierte de facto nichts, paar FCC-Angriffe hier, ein VfB-Freistoß da, aber das war es dann auch. In der 15. min bekamen die Gastgeber die erste Chance, als Grasser auf den Ball trat und dieser sich zur unfreiwilligen Vorlage entwickelte. Berbig wehrte den Flachschuß aus ca. 15 m mit dem Fuß ab. Nach diesem Weckruf zog der FCC das Spiel an sich und bekam en leichtes optisches Übergewicht. Prompt ergaben sich Torchancen. In der 18. min wollte Maul von links aufs Tor schießen, der Schuß wurde zur Eingabe, die den für Jovic spielenden Werner am Torraum erreicht, der jedoch weit übers Tor ballerte. Ungeachtet dessen wurde Werner zum heißesten Kandidaten für den Titel „Spieler des Tages“. Ebenso wie Wille (rechte Außenbahn) und der später eingewechselte Schmidt sorgten die Youngster für erfrischende Momente im Jenaer Spiel. Nach einer knappen halben Stunde hatten die Zeiss-Fans den nächsten Torschrei auf den Lippen, als Treitl nach einer Ecke seinen Kopfball knapp übers lange Eck setzte. In der 35. min blieb ein Manai-Freistoß aus 25 Metern in der Mauer hängen, Petrowsky schlenzte den Abpraller auf den schnell vorgelaufenen Manai, der am herausstürzenden Fröhlich scheiterte, den abgewehrten Ball nimmt Treitl an der Strafraumgrenze direkt, trifft aber statt des leeren Tores nur den am Elfmeterpunkt stehenden Keeper. Plötzlich erinnerten sich die Auerbacher, daß Jena auch ein Tor hatte, daß man beschießen könnte. Und so mußte Berbig fast im Gegenzug einen Kopfball aus dem Winkel kratzen und zur Ecke abwehren. Der anschließende Eckball brachte etwas Verwirrung im Jenaer Strafraum und ein Auerbacher versuchte es freistehend per Hacke, zielte aber deutlich zu hoch. Kurz vor der Pause gefährdete der FCC noch zweimal das 0:0. Zuerst vernaschte Werner seinen Gegenspieler und paßte von der Grundlinie in den Strafraum zu Manai, der sich aber am Torraumeck 3 Verteidigern gegenübersah und auf den heranstürmenden Petrowsky zurücklegte, dessen Schuss jedoch gerade noch abgeblockt wurde (43.). Wenig später donnerte der sehr offensive Schwabe eine lange Flanke aus spitzem Winkel volley aufs Tor, doch der Schuss ging knapp über die Querlatte. So ging es vor über 1800 Zuschauern torlos in die Pause und im Gästeblock überlegte man, was von dem bisherigen Match zu halten sei. Bei einer Führung hätte man „alles nach Plan“ gesagt, so tendierte man mehr zu „mehr Druck notwendig“.
Und der Druck kam: In der 52. min flankte Manai von der linken Strafraumgrenze genau auf den Kopf von Klee, der den Ball unhaltbar hoch ins kurze Eck beförderte. Nun konterten die Jena-Fans ihrerseits entsprechende Sprechchöre der anwesenden Plauener Fans lautstark mit "Spitzenreiter, Spitzenreiter, he, he!“ Das Tor sorgte für eine deutliche Spielbelebung, es ging jetzt munter hin und her, die Gastgeber wollten den Ausgleich, der FCC gleich nachlegen. Und in der 60. min klappte es mit dem 2:0: Böhme wurde rechts außen angespielt, flankte nach innen und der heranstürmende Maul (wird von Spiel zu Spiel immer stärker) baute per Kopf die Führung aus. Scheinbar war dies die Entscheidung, denn Auerbach steckte zurück und der FCC bekam weitere Chancen zur Resultatsverbesserung. Aber sowohl Grasser (68., köpfte nach Schwabe-Flanke völlig unbedrängt knapp über das Tor) als auch Klee (72., schoß nach Manais Zuspiel aus 5 m Entfernung mit Volldampf 3 m übers Tor) ließen auch sogenannte Hundertprozentige ungenutzt. Und so kam Auerbach in der 76. min zum ersten der beiden einzigen ernsthaften Angriffe in der 2. Halbzeit: Flanke von der linken Grundlinie, in der Mitte verpaßten ein Stürmer und ein Verteidiger und ein weiterer Auerbacher drückte den Ball im Fallen in die rechte untere Torecke. Wieder Zittern? Scheinbar nein, denn im Gegenzug besorgte Werner als Krönung seiner Leistung per Kopf das dritte Jenaer Tor. Jubel und Aufatmen im Gästeblock. Jetzt schien alles klar zu sein, zumal Klee in der 82. die nächste Kopfballchance hatte. Aber Auerbach hatte ja noch einen Angriff, als nach Ballverlust im Mittelfeld zwei Vogtländer Richtung Berbig stürmten. Das erste Tackling eines Verteidigers im Strafraum traf die Beine des Angreifers, der jedoch im Fallen den Ball am herausstürzenden Berbig vorbei zum mitlaufenden Stürmer schubste, der die Kugel mühelos ins leere Tor beförderte. Das 2:3 war dann zwar blöde, aber bis auf einen Freistoß, der ergebnislos im Nirvana verschwand, hatte Auerbach nichts mehr zu bieten. Jena spielte clever runter und hatte sogar noch selbst eine Chance. Der Rest war einfach dieses übliche Nervenzittern, daß jeden Zeiss-Fan befällt, wenn man weniger als 3 Tore Vorsprung und/oder mehr als 1 Minute noch zu spielen hat.
Letztendlich fuhren die 250 mitgereisten Jenaer Blau-Gelb-Weißen auch zufrieden und um 3 Punkte und die üblichen paar grauen Haare reicher nach Hause. Die Gesamtleistung und vor allem der Auftritt der jungen Spieler stimmen für das Spitzenduell gegen den anderen Verein aus dem Vogtland optimistisch. <uk>
Spielbericht auf der offiziellen Vfb_Homepage

FC Carl Zeiss Jena - Hallescher FC 2:0

Tore: 1:0 Noll (81., FE), 2:0 Manai (90.)
Jena: Berbig; Noll; Grasser, Schwabe; Maul, Treitl, Petrowsky, Manai, Wille (60. Benedetti); Jovic (28. Zimmermann (GRK , 83.)), Klee (63. Schwesinger)
Halle: Bölke; Hartung, Georg, Krauß, Schädlich; Große, Eberhardt, Gerloff, Ofodile (74. Behring); Riediger (RK, 43.), Kövari (56. Kurzeja)

Zuschauer: 3782

Schiedsrichter: Schößling (Leipzig)

Spielbericht:
Einer von ihnen hatte den Plan schon vorher verraten. "Sieg oder Spielabbruch", hatte ein Hallenser einige Tage vor dem Spiel im Jenaer Internet-Forum geschrieben. Die Drohung eines Einzelnen ist schnell gelöscht, doch mit einer ganzen Meute von Chaoten lässt sich weitaus schwerer fertig werden. Dies mussten die eingesetzten Ordnungskräfte am Samstag-Nachmittag wieder einmal feststellen.
Bereits im Vorjahr hatte es viel Aufregung gegeben über Leuchtspurmunition, die aus dem Gästeblock auf die vollbesetzte Tribüne des Ernst-Abbe-Sportfelds abgefeuert wurde. Trotz verschärfter Kontrollen dauerte es diesmal nur ganze sechs Spielminuten, bis das erste Geschoss im Jenaer Tribünenblock A landete. Weitere acht Minuten darauf flogen Raketen auf den Rasen, was die erste Spielunterbrechung nach sich zog. Halles Mannschaftskapitän Krauß versuchte vergeblich, auf die eigenen Fans einzuwirken. Erschreckend nicht nur, dass einige Idioten mit den Raketen bewusst Leben und Gesundheit von Menschen aufs Spiel setzten, sondern auch, dass der "Juden Jena" singende Mob fast aus dem halben HFC-Fanblock bestand, darunter auch Kindern. Als die Gästemannschaft in der Schlussphase in Rückstand geraten war, eskalierte die Situation ein weiteres Mal. Wieder flogen Raketen, versuchten einige Chaoten, die Absperrungen zum Jenaer Zuschauerbereich zu überwinden. Die Polizei versuchte dem Treiben mit Tränengas Einhalt zu gebieten, was die nächste Spielunterbrechung zur Folge hatte. Denn durch den Wind wurden auch Spielfeld- und Tribünenbereiche in Mitleidenschaft gezogen, einige Zuschauer und Spieler beider Mannschaften mussten kurz medizinisch behandelt werden. Jenas Akteure fanden relativ schnell wieder aufs Spielfeld zurück, die Hallenser allerdings weigerten sich, weiter zu spielen. Zwar betraten sie noch einmal den Rasen, blieben jedoch bockig und tatenlos im Mittelkreis stehen. Auf diese Art hatte auch das Verhalten der Hallenser Spieler einen gewissen Grad an Niveaulosigkeit erreicht. „Das was unsere Mannschaft nach der Spielunterbrechung gemacht hat, war das Peinlichste, was ich in 35 Jahren HFC erlebt habe“, schimpfte ein Gäste-Sympathisant nach Spielende im Presseraum.
Fußball gespielt wurde zwischenzeitlich auch, temporeich, wenn auch nicht immer hochklassig. Die erste herausgespielte Torchance hatte Miroslav Jovic nach Abspielfehler Großes und Vorarbeit Petrowskys (21.). Wenig später musste Jenas Stürmer wie schon in den letzten beiden Spielen frühzeitig seinen Platz räumen; diesmal aber nicht aus irgendwelchen taktischen Erwägungen heraus oder wegen Gelb-Rot-Gefährdung, sondern aufgrund einer Verletzung, über deren Schweregrad unmittelbar nach dem Spiel noch nichts zu erfahren war. Es folgte eine ganze Serie hochkarätiger Gelegenheiten: Grasser knallte einen Freistoßball aus spitzem Winkel an den Außenpfosten. Klee erwischte eine Petrowsky-Flanke in aussichtsreicher Position nicht voll. Zimmermanns Aufsetzerkopfball klärte Georg einen Meter vor der Linie zur Ecke. Und diese, von Petrowsky getreten, befördert Markus Grasser wiederum ans Gebälk. Alles geschehen zwischen der 30. und 32. Minute ! Halle kam erst nach 36 Minuten zu seiner ersten Gelegenheit, bei der Riediger an der Strafraumgrenze freigespielt wurde, zum Glück aber an Berbig scheiterte. Exakt jener Marcel Riediger sah in der 40. Minute die Rote Karte, weil er Noll von hinten in die Beine gesprungen war. Nach dem Wechsel drohten Jenas Akteure an Halles Torwart Böhlke, eigentlich nur die Nummer zwei hinter Paden, zu verzweifeln. Manais Kopfball fing der Keeper auf der Linie (61.), entschärfte auch Treitls Flachschuss (68.). Als er dann erneut Kais Manai, der Georg hatte aussteigen lassen und nur noch den Keeper vor sich hatte, den Schneid abkaufte, schwante einem Böses. Wer solche Chancen vergibt, bekommt häufig die Quittung dafür. Und tatsächlich hatte Ofodile die Riesengelegenheit zur (unverdienten) Gästeführung. Doch zum Glück steht auch zwischen den Pfosten des Jenaer Tores ein Könner, Berbig konnte gemeinsam mit Schwabe diese heikle Situation bereinigen. Das kollektive Haare-Raufen unter Jenas Anhängern fand seine Fortsetzung, als Petrowsky mit Schuss aus zwanzig Metern Bölke mal keine Abwehrchance ließ – dafür aber Krauß auf der Linie rettete. Respekt für Eric Noll, dass er an einem Tag, wo das Tor scheinbar wie vernagelt ist, dann doch noch so eiskalt verwandelt. Und sei es ‚nur’ einen Elfmeter, den Schädlich durch deutlich sichtbares Trikotzerren gegen Zimmermann verschuldet hatte. Die Weichen auf Sieg waren gestellt und dies vollkommen verdient, hatte die Zeiss-Elf doch ihre beste Leistung seit Wochen geboten und pünktlich zu Beginn des wichtigen Monats April ansteigende Form nachgewiesen. Durch ein unbedachtes Ballwegschlagen bekam auch Kai Zimmermann noch den roten Karton zu sehen. Es folgte jene bereits erwähnte 85. Minute, in der Schiri Schössling die Spieler für einige Minuten vom Feld holte und nach der Halles Kicker ohne Gegenwehr das 0:2 zuließen. Es war das unrühmliche Ende eines Nachmittags, der lange in Erinnerung bleiben wird. <fc>
Bericht auf hallescherfc.de
Fotos von Jens Weißenburger

VfB Pößneck - FC Carl Zeiss Jena 1:1

Tore: 1:0 Walther (34.), 1:1 Noll (59.,FE)
Pößneck: Okrucky; Bartholme (64. Werner), Daum, Läßssig, Wolter; Schimmelpfennig, Hempel, Bloß, Heynig (70. Mußler); Reimann, Walther
Jena: Berbig; Noll; Grasser, Schwabe; Maul (46. Böhme), Schmidt, Treitl, Petrowksy, Manai; Jovic (46. Wille, 83. Sonnenberg), Schwesinger

Zuschauer: 1250

Schiedsrichter: Walter (Martinroda)

Spielbericht:
Der Bericht vom 1:1 im Hinspiel begann mit den Worten: „Manchmal wiederholt sich Geschichte doch…“. Und auch fürs Rückspiel galt: Manchmal wiederholt sich Geschichte doch. Wieder wurde im Ostthüringer Derby der „große“ Verein vom „kleinen“ geärgert, statt des erhofften Dreiers mußte sich der FCC mit einem Pünktchen begnügen und hat jetzt den VFC Plauen punktgleich „auf der Pelle“ zu sitzen. Würden die Pößnecker die gesamte Saison mit diesem Einsatz spielen, dann wären sie locker im oberen Tabellendrittel plaziert. So aber wird sich vermutlich auch hier die Geschichte wiederholen, daß der VfB 09 gegen den FCC sein „Match of the year“ liefert, um sich anschließend gegen andere und z. T. schwächere Konkurrenten die Bude vollhauen zu lassen.
Beim FCC organisierte Noll für den verletzten Holetschek die Abwehr. Nach einer Phase des gegenseitigen Beschnupperns, baute der FCC nach ca. einer Viertelstunde Druck auf und erspielte sich erste Chancen. In der 14. Minute flankte Manai nach einer abgewehrten Ecke von links und Grasser köpfte völlig freistehend aus Nahdistanz – leider zu unplaziert und zu locker, so daß Okrucky mit einer Blitzreaktion halten konnte. Nur 3 Minuten später setzte sich Jovic gegen das ihn ständig begleitende Doppelpack Verteidiger durch und flankt auf den an der Strafraumgrenze wartenden Treitl, dessen Volleyschuß aber dicht am langen Pfosten vorbeiflog. Dann kam Pößneck besser ins Spiel und kam in der 22. min zur ersten Chance, als Reimann mit einem Schuß aus spitzem Winkel Berbig prüfte. Kurze Zeit später köpfte Walther eine Flanke von Wolter knapp neben das FCC-Tor. Die nächste Jenaer Gelegenheit zur Führung ergab sich, als Maul per Kopf einen langen Freistoß von Noll in den Lauf von Jovic verlängerte. Dessen Direktschuß aus der Drehung wurde eher zur Eingabe, aber in der Mitte war kein Mitspieler. In der 33. Minute gab es Freistoß für Pößneck, als Treitl unnötigerweise einer Pößnecker regelwidrig stoppte, obwohl dem der Ball schon weit enteilt war. Nach indirekter Freistoßausführung lief Walther noch 2 Schritte und schoß. Der eigentlich harmlose Schuß wurde leicht abgefälscht, Berbig bekam die Torwarthöchststrafe „Tunnel“ und die Gastgeber lagen in Führung. Der FCC beantwortete den Gegentreffer mit wütenden Angriffsversuchen, ohne aber die Pößnecker hinten einschnüren zu können. In der 36. min erreichte der herausstürzende Okrucky einen langen Ball in seinem Strafraum nicht, aber Manai schaffte es nicht, den Ball über den am Boden liegenden Keeper hinweg ins leere Tor zu heben; ein Verteidiger war rechtzeitig dazwischen. Die vorletzte Pößnecker Torchance des Spiels ergab sich in der 42. min, Berbig ist jedoch rechtzeitig im unteren Toreck, um Wolters Schuß von halblinks zu entschärfen. Unmittelbar vorm Pausenpfiff spielt Grasser einen langen ball auf Jovic, der gibt in die Mitte, nur verhindert aber ein Pößnecker Abwehrspieler im letzten Sekundenbruchteil, daß der an der 5-m-Linie wartende Schwesinger den Ball aufs Tor feuern kann.
Nach Wiederanpfiff merkte man deutlich, daß der FCC jetzt unbedingt die Fußballverhältnisse wieder geraderücken und das Spiel drehen wollte. Die Pößnecker wurden regelrecht im Strafraum festgenagelt. Die erste Chance hatte Noll in der 50. min, sein Schuß knallte aber ans Außennetz. Im nächsten Angriff wurde ein abgerutschter Schuß Petrowsky fast zur Flanke für Treitl, der jedoch knapp am Ball vorbeiflog. Nach einer dreiminütigen Spielunterbrechung wegen Bodennebels (hatte eine einzige Nachspielminute zur Folge) ging es aber unverändert weiter nur in eine Richtung. Als Okrucky einen Petrowsky-Freistoß unterläuft (56.) und der Ball noch ungehindert durch ein Paar Verteidigerbeine hindurchkullert, drückt der überraschte Grasser im Fallen die Kugel aufs Tor, Bartholmé klärt aber auf der Linie. In der 59. min mußte Berbig das letzte Mal in diesem Spiel ernsthaft eingreifen (alle folgenden Konterversuche der Gastgeber blieben im Ansatz hängen): Nach einem Konter schießt Hempel aus 22 m scharf und plaziert, Berbig konnte den Schuß aber wegfausten. Im Gegenzug wurde der links startende Schwesinger direkt vor den Augen des Schiedsrichters im Strafraum von 2 Blauen so klar in die Zange genommen, daß selbst der „hevorragende“ Referee auf Strafstoß entscheiden mußte. Noll donnerte das Ding ohne mit der Wimper zu zucken unten links in die Ecke und schürte damit die Hoffnungen der zahlreichen Jenaer Fans auf ein gutes Ende dieses Sonnabends. Danach lief eine Weile eine Angriffswelle nach der anderen aufs Pößnecker Tor. Hervorragend dabei Schwesinger sowie die eingewechselten Böhme (der ließ alle Kritiker verstummen; wenn er nur so weitermachen würde) und Wille. Es fehlte aber immer dieses letzte Quentchen Übersicht zum Torerfolg, daß in der Hinrunde oft vorhanden war. Das Hauptproblem war der fehlende Regisseur im Mittelfeld, da Manai fast völlig abtauchte. Es gab trotzdem genügend weitere Chancen: Grasser versuchte, einen verlängerten Einwurf anzunehmen, anstatt aus 7-8 Metern direkt zu schießen. In der 70. min setzte sich Wille an der rechten Außenlinie durch, seine Flanke verwertete Schmidt zum Direktschuß, den Okrucky im letzten Moment noch zur Ecke abwehren konnte. Sechzig Sekunden später ist Okrucky rechtzeitig vor „Schwes“ am Ball, eine weitere Minute später schießt Petrowsky nach einem Durcheinander im Strafraum nur Zentimeter am linken Pfosten vorbei. In der letzten Viertelstunde merkte man zwar das Bemühen des FCC, aber der richtige Schwung war raus. Vielleicht lag das auch an dem Wechsel Sonnenberg für Wille. Sonnenberg konnte – sicherlich auf Grund der langen Verletzungspause – nicht annähernd an den Elan seines Vorgängers anknüpfen und letztendlich rette Pößneck das Unentschieden ziemlich problemlos über die letzten Minuten.
Jetzt geht die Saison de facto bei Null los: Plauen punktgleich und nach dem Pokalspiel stehen innerhalb einer Woche die beiden wahrscheinlich entscheidenden Spiele gegen die direkten Konkurrenten auf den Plan, mit dem ebenfalls nicht zu unterschätzenden Gastspiel in Auerbach als „Puffer“. Auch wenn es in Pößneck nicht wie gewünscht lief, erst am 18. April werden wir kurz nach dreiviertel vier wissen, ob diese Saison für den FCC wieder eine Luftnummer wird. <uk>
Bilder des Tages

FC Carl Zeiss Jena - SV 1919 Grimma 1:0

Tor: 1:0 Holetschek (20.)
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Maul, G. Müller, Noll, Petrowsky, Manai (61. Treitl); Jovic (28. Ch. Müller), Hänsel
Grimma: Winkler - Schober, Wohllebe, Birnbaum, Massner, Mähne (84. Sobottka), Locxhasz, Knoof, Pörschelmann, Müller, Großmann

Zuschauer: 2248

Schiedsrichter: Schwarzenstein (Gardelegen)

Spielbericht:
Einiges war neu an diesem Sonntag im Ernst-Abbe-Sportfeld. Dabei ist nicht vorrangig der Trainer gemeint, denn Thomas Vogel erleben wir immerhin schon zum dritten Mal als Verantwortlichen des FC Carl Zeiss. Dass Stefan Treitl trotz abgesessener Gelbsperre zunächst auf der Ersatzbank Platz nehmen musste, hatte größeren Seltenheitswert. Die Devise "Never Chance A Winning Team" ließ sich trotzdem nicht umsetzen, denn Carsten Klee signalisierte beim Aufwärmen Rückenprobleme und sollte zum ersten Mal in der laufenden Spielzeit pausieren müssen.
Durchs Klees Pech kam Sebastian Hänsel zu seinem dritten Einsatz von Anbeginn und war gleich an der ersten guten Aktion beteiligt. Nach seiner Eingabe schossen nacheinander Gert Müller, Daniel Petrowsky und wiederum Gert Müller aufs Tor, Grimmas Torwart und ein Abwehrspieler konnte aber abblocken. Noch keine zwei Minuten waren da gespielt. Der Anfangsschwung reduzierte sich auf diese eine Szene, möglicherweise beeinflusst durch den Regenguss und die stürmischen Böen, die justament zu Spielbeginn eingesetzt hatten. Erst nach einer Viertelstunde gerieten die Gäste wieder unter Druck. Ein Jovic-Anspiel bekam Hänsel nicht unter Kontrolle, das Leder sprang hinnüber zu Grasser, welcher es aus acht Metern übers Tor bugsierte. Mehr Zielwasser hatte Olaf Holetschek getrunken. 20. Minute, Petrowsky-Ecke vopn links, aus einer Spielertraube springt Jenas Kapitän als Einziger hoch und köpft über den herausstürzenden Keeper in die Maschen. Das Spiel schien den erhofften, nicht von allen erwarteten klaren Verlauf zu nehmen, als Jena nur vier Minuten später das vermeintliche 2:0 erzielte. Ein Grasser-Abspiel leitete Jovic in die Mitte weiter, wo Hänsel per Kopf ins Netz traf. Doch nach Meinung des Schiedsrichter-Gespanns, welches sich nicht immer so einig war wie in dieser Szene, geschah dies aus einer Abseitsstellung heraus. Thomas Vogel nahm nach nicht einmal einer halben Stunde die verbliebene Hälfte des etatmäßigen Sturmduos vom Platz. Er tat dies mit Wut im Bauch. Denn Miroslav Jovic hatte sich bei einer unsauberen Aktion in Minute 16 bereits Gelb eingehandelt, um zehn Minuten später bei einem weiteren Foul am Rande des Feldverweises zu schweben. Für ihn kam der frisch blondierte Christian Müller von der Zeiss-Bank, welche neuerdings vor der linken Tribünenhälfte zu finden ist, so wie einst in Aufstiegszeiten. Auf der linken Seite des Spielfelds gab es in Hälfte eins nicht sonderlich viel zu sehen, denn die Grimma kamen nur einmal wirklich gefährlich vors Tor. Wobei die Entfernung selbst hier noch satte vierzig Meter betrug, denn aus dieser Distanz beförderte Schober einen schnell ausgeführten Freistoß an den Innenpfosten des Jenaer Tores. Berbig hatte zu weit vorm Kasten gestanden, da ein Grimmaer scheinbar verletzt am Boden lag und Jenas Schlussmann wohl nicht mit einer unverzüglichen Spielfortsetzung gerechnet hatte. Die Gäste suchten einige Male Bodenkontakt, nicht immer durch "Feindberührung", häufig begleitet durch theatralisches Geschrei, dass die schon im Hinspiel inszeniert und eigentlich doch gar nicht nötig haben. Berbigs Vorderleute gingen nun zunächst mal auf Nummer sicher, indem sie die Grimmaer nicht mal mehr über die Mittellinie ließen. Holetschek mit Kopfball (33.) und Hänsel mit Schuss aus der Drehung (41.) besaßen in dieser Phase gute Tormöglichkeiten. Bei allen verbliebenen Unzulänglichkeiten schaffte es die Jenaer Elf seit Wochen wieder einmal, Druck auszuüben und eine gegnerische Abwehr in Verlegenheit zu bringen. Diese erfreuliche Aufwärtstendenz endete abrupt mit dem Halbzeitpfiff.
Denn mit Beginn der zweiten Halbzeit verfiel das Jenaer Spiel in den alten Trott. So etwas spürt der Gegner schnell. Bei Grimma dauerte es exakt sieben Minuten, da schoss Großmann aus spitzem Winkel aufs Tornetz, scheiterte Locxhasz wenig später an Berbig. Thomas Vogel reagierte erneut, versuchte mit der Herreinnahme von Stefan Treitl Ordnung ins Spiel zu bringen. Fraglich allerdings, ob es gut war, dafür Kais Manai zu opfern. Sicherlich hatte der Tunesier keine Galavorstellung geboten. Wie wichtig er war, zeigte sich somit erst nach seiner Auswechslung, als das Mittelfeldspiel nach und nach auseinander fiel, dadurch Nervosität aufkam. Die übrigen Jenaer Torchancen in der regulären Spielzeit resultierten aus Fernschüssen von Petrowsky (67., 76.), G. Müller (68.), Maul (80.) sowie einem daraus resultierenden Abpraller, den Hänsel nicht versenken konnte. Die größte Chance in Hälfte zwei besaß der SV Grimma: Weiter Einwurf in den Strafraum, Holetschek und Schwabe verpassen, dahinter steht Andy Müller frei vor Berbig, doch trifft den Ball nicht voll. Kann es sein, dass solch ein Ding in Steffens Zeiten noch zum Ausgleich geführt hätte ? Nicht nur des knappen Vorsprungs wegen sehnten Jenas Anhänger den Schlusspfiff herbei. Ehe es soweit war, mussten sie sich in der Nachspielzeit noch einmal die Haare raufen. Daniel Petrowsky hatte im Mittelfeld den Ball verloren, setzte aber nach und ergatterte das Leder zurück. Statt es auf zwei besser postierte Mitspieler abzulegen oder sich selbst in bessere Position zu bringen, schoss er überhastet in die Wolken.
Wie sagte doch Thomas Vogel auf der Pressekonferenz nach dem Spiel ? "Unsere heutige Leistung war zu schlecht". Klartext, endlich mal ohne Ausreden. Auch das war neu an diesem Sonntag. <fc>
Fotos, zusammengestellt von Jens Weißenburger
Spielbericht auf der Grimmaer Homepage

FSV Zwickau - FC Carl Zeiss Jena 1:3

Tore: 0:1 Petrowsky (41.), 0:2 Jovic (51.), 0:3 Müller (76.), 1:3 Crusellas (81.)
Zwickau: Metzner - Fahrenholz, Trochocki (59. Haprich), Findeisen (77. Weißenberger), Düring, Chudzik, Embingou, Köcher, Tröger, Böckel, Crusellas
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Maul, G. Müller, Noll, Petrowsky, Manai (79. Böhme); Jovic (69. Zimmermann), Klee (57. Hänsel).

Zuschauer: 1384

Schiedsrichter: Böhm (Berlin)

Spielbericht:
Der Freitagabend war für den FC Carl Zeiss fast schicksalhaft. Die Leistungen der letzten Wochen hatten den einstmals komfortablen Vorsprung zur Gänze aufgebraucht und das erklärte Ziel Relegation wieder in Frage gestellt. Deren Erreichen ist aber für den Verein eine Frage von Sein oder Nichtsein. Ein Sieg im Westsachsenstadion war also unbedingte Pflicht, zumal unter neuem Trainer. Dementsprechend hoch war natürlich die Erwartungshaltung der Fans und proportional dazu natürlich auch der Druck auf die Mannschaft. So sah es dann auf dem Rasen auch erstmal aus.
Jena zeigte sich zwar von Anfang an willig das Spiel in den Griff zu bekommen, die Angst der letzten Wochen war aber ein beharrlicher Kamerad und schien das kreative Denkvermögen der Spieler unter sich zu begraben. Und da es sich auch in Zwickau offensichtlich schon herumgesprochen hatte, daß man gegen Jena am ehesten punktet, indem man seinen destruktiven Phantasien freien Lauf läßt, krampfte sich das Spiel so durch die erste halbe Stunde, ohne das sich auch nur etwas Nennenswertes ereignete. Erst Nolls Ballverlust an Embingou am eigenen 16er, hätte das bis dahin gelangweilte Publikum beinahe der aufkommenden Apathie entrissen (29.). Der Abschluß des Zwickauers war aber dann doch zu schwach, um den müden Kick in ein Fußballfest zu verwandeln. Es kehrte also wieder depressive Ruhe ein im weiten Rund. Zu diesem Zeitpunkt fehlte mir jede Vorstellung, wie hier je ein Tor fallen sollte. Um so größer war 10 Minuten später die Überraschung, als der Zwickauer Tröger der allgemeinen Schläfrigkeit erlag und einen Manai-Einwurf per Kopf bereitwillig auf Petrowski verlängerte. Der machte das bisher Vernünftigste im ganzen Spiel und zog in Höhe des Elfmeterpunktes einfach mal ab. Sein abgefälschter Schuß schlug wie ein Blitz aus heitererem Himmel im Zwickauer Tor ein und ließ spätestens von nun an Heimspielatmosphäre für den FC Carl Zeiss aufkommen. Nicht, daß das hier falsch rüberkommt. Verdient war das Tor aufgrund der höheren Spielanteile und der läuferischen Leistung ohne Frage, es paßte halt nur nicht zu diesem Spiel. Aber wer fragt danach?
Die zweite Halbzeit begann dann fast mit einer bösen Überraschung und hätte die Mühen der ersten 45 Minuten beinahe wieder zunichte gemacht. Ein einfacher Doppelpaß hebelte die gesamte Jenaer Hintermannschaft aus und nur Berbig im Tor war es zu verdanken, daß hier nichts Schlimmeres passierte (47.). Wer weiß wie das Spiel weitergelaufen wäre, wenn der Flachschuß von Tröger sein Ziel gefunden hätte. So aber reichte diese Warnung zum Munterwerden aus und plötzlich war es wieder da, dieses gute Gefühl aus der Vorrunde. Jena schickte sich nun an über schnelles Direktspiel die sich mehr und mehr bietenden Räume zu nutzen und mußte nicht lange auf den sich einstellenden Erfolg warten. Petrowski, der nach seinen eher zweifelhaften Leistungen der letzten Wochen kaum wiederzuerkennen war, hatte sich den Ball im Mittelfeld erkämpft, über Noll erreichte der Ball Manai, der sich auf der rechten Seite schön durchsetzte und dann G. Müller mustergültig bediente. Nach dessen Querpaß hatte der auf der linken Seite wartende Jovic keinerlei Mühe mehr das 2:0 von der Torraumgrenze herzustellen (52.). Die Festspiele im Jenaer Fanblock konnten nun also ganz entspannt fortgesetzt werden, zumal sich die nächsten 20 Minuten nichts mehr ereignete, was das dort herrschende Wohlbefinden in Frage stellte. Erst ein Freistoß von Fahrenholz aus vielleicht 25 Metern (73.), den Berbig glänzend parieren konnte, ließ bei Jena die Erkenntnis wachsen, daß ein drittes Tor einer beschaulichen Schlußphase sehr entgegenkommen könnte. Das fiel dann auch prompt in der 76. Minute nach der dritten Jenaer Möglichkeit. Der aus dem Zwickauer Tor herausstürmende Metzner konnte den Ball nach verlorenem Sprintduell gegen G. Müller nicht mehr richtig erwischen und der hatte anschließend keinerlei Probleme aus 16 m ins nunmehr leere Tor einzuschieben. Wie wichtig das Tor war, zeigte sich 3 Minuten vor dem Ende, als eine schwache Rückgabe von Noll an Schwabe vorbeirollte und Crusselas den Ball aus 16 m zum 1:3 ins Tor hämmerte. Das war es dann aber auch fast. Den es gab sie dann doch noch, die vergebene Jenaer Chance. Noll hatte von der linken Seite auf Petrowski geflankt, dessen Kopfball-Aufsetzer von Metzner jedoch an die Latte gelenkt wurde und den Zwickauern ein Zuviel-des-Schlechten-Ergebnis ersparte.
Der FCC ist also wieder da! Dank einer cleveren Leistung und einer unglaublich effektiven Ausnutzung der Chancen, sind die drei Punkte unzweifelhaft verdient. Ob´s nun tatsächlich am Trainerwechsel lag, darüber werden die Meinungen auseinandergehen. Die Befürworter werden den Erfolg in Zwickau anführen können, was ja auch im Schattenreich des Profifußballs letztendlich entscheidend ist. Thomas Vogel obliegt nun die Aufgabe einen langfristigen Erfolg sicherzustellen. Die Chancen dafür stehen aber sicher nicht schlecht, denn Achim Steffens hat offensichtlich eine intakte Manschaft übergeben. Es hat nur jemand gefehlt, der den Schalter wieder auf ‚An’ legt. <bpf>
Alle Treffer im Bild
Bericht auf fsv-zwickau.de

FC Carl Zeiss Jena - Dresdner SC 1:1

Tore: 0:1 Mikolarczyk (15.), 1:1 Holetschek (45.)
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; G. Müller, Treitl, Manai, Petrowsky, Noll; Jovic, Klee (67. Schwesinger)
Dresden: Huster - König, Hein, Ballaschk, Heidler (87. Steglich), Nuck, Troche, Benken, Mikolarczyk, Pafel, Strauß (22. Fritzsche)

Zuschauer: 2485

Schiedsrichter: Simon (Schkopau)

Spielbericht:
[von Gastreporter Ragnar Boedefeld]
Es war im Januar 1986, als ich aktiver Zeuge eines kleinen Fußballwunders wurde: Eine Mannschaft in der Jugendbezirksliga, die bis dahin 15-mal in Folge nicht gewonnen hatte (5 Unentschieden, 10 Niederlagen), holte endlich einen Auswärtssieg - und blieb danach fast genauso lange ungeschlagen. Ich kann mich noch sehr deutlich an den Ruck erinnern, der nach diesem erlösenden Sieg durch die Mannschaft ging. Ende Februar 2004 gewann der DSC nach 18 sieglosen Spielen sein erstes Saisonspiel - auswärts! Es dürfte nachzuvollziehen sein, dass mir vor dem Spiel des FCC gegen eben jene Truppe etwas mulmig war. Andererseits, irgendwann musste uns doch diese Räude wieder verlassen, die uns seit dem Beginn der Rückrunde anhaftete, warum also nicht bei diesem Spiel?
Zu Beginn sah auch alles recht gut aus (drei Ecken nach zwei Minuten), allein, es fehlte an zwingenden Möglichkeiten. Ein ums andere Mal blieb der FCC in der Vorwärtsbewegung am Abwehrbollwerk der Gäste hängen. Pässe nach vorn waren entweder zu ungenau oder hatten Mitspieler als Ziel, die von Gegnern eingekreist waren, und die dann zwangsläufig den Ball verlieren mussten. Und vor dem Dresdner Tor fand Jena einfach nicht statt. Der erste ernstzunehmende Konter des DSC sah dagegen recht flott aus und konnte nur auf Kosten eines Freistoßes aus ca. 25 Metern Entfernung geklärt werden. Mikolayczyk hielt einfach drauf, der Ball kam flach auf die rechte Torwartecke, Berbig sah reichlich unglücklich aus - und drin war die Pille! Na hallo, die Räude war noch anwesend. Vollkommen klar, da hingen die Köpfe erstmal. Jedoch nicht für lange Zeit, denn jetzt tat sich was nach vorn beim FCC, auch wenn der Abschluss vorerst noch zu wünschen übrig ließ. Entweder stand man sich selbst im Weg (18.) oder der finale Pass ging ins Niemandsland (20. Jovic). Allerdings, wenn wir an diesem Abend wirklich mit drei Stürmern gespielt haben sollten (ich werde diese Pressekonferenzen vermissen), hätte dort kein Niemandsland sein dürfen. Jovic war zwar ständig anspielbereit, rieb sich aber in einer Vielzahl von 1:1-Situationen auf. Klee und Manai sollten sich in der Spitze mit Jovic abwechseln, viel zu oft waren die beiden aber damit beschäftigt, sich die Bälle im Mittelfeld zu holen, weswegen sie dann vorn fehlten. Der Dresdner Trainer erkannte seine Chance, wechselte frühzeitig und baute eine Mauer. Die verbleibende DSC-Offensive reichte indes noch aus um aufzuzeigen, dass es derzeit nur einiger weniger Direktpässe bedarf, um das defensive Jenaer Mittelfeld auszuschalten. Folgerichtig kam der nächste Schuss aufs Tor wiederum von den Gästen, Berbig fing ihn jedoch mit der Mütze. Dann schien doch noch alles gut zu werden. Der Druck erhöhte sich, und kurz vor der Halbzeitpause gab es FCC-Chancen quasi im Minutentakt, die aber leider von Klee nach schönem Anspiel in die Spitze (37.), Manai nach schönem Solo (40.) und Petrowsky nach Vorarbeit Manais (43.) versemmelt wurden. Schließlich erlöste uns Holetschek mit einem Bogenlampenkopfbal l ins lange Eck nach einer Petrowsky-Ecke von rechts. Gleich darauf war Halbzeit.
Fein fein, jetzt mussten sie nur noch so weitermachen, wie sie aufgehört hatten und einem deutlichen Sieg würde nichts mehr entgegenstehen. Und sie machten genauso weiter. Nach der Pause kamen die Pässe zehn Minuten lang an, es passierten keine Stockfehler, und Jena drückte infolgedessen. Aber weder Klee noch Jovic konnten die Hampelmann-Einlage Husters in der 51. Minute verwerten. Und auch der Kopfball Manais über den viel zu weit vorm Tor herumhirschenden Dresdner Torwart wollte einfach nicht reingehen. Dann drehte jemand am Schalter: "Ein ums andere Mal blieb der FCC in der Vorwärtsbewegung am Abwehrbollwerk der Gäste hängen. Pässe nach vorn waren entweder zu ungenau..." Ja doch! Es passierte haargenau das gleiche wie in der ersten halben Stunde. Bis auf einen Kopfball von Grasser (70.) und den Lattenschuss Treitls (78.) überstand der Tabellenletzte eine halbe Stunde Anrennen des Spitzenreiters gefahrlos.
Man kann wirklich nicht behaupten, dass es ein Motivationsproblem gegeben hätte. Einsatz und Wille, das Spiel zu gewinnen, waren da. Sie sind gerannt wie die Hasen. Allein, es fehlte an den spielerischen Mitteln. Nun ist das fast dieselbe Mannschaft, die solche Maurerbrigaden in der Hinrunde (bis auf Ausrutscher) ohne Probleme putzte. Fehlendes spielerisches Potential kann demnach nicht der Grund sein, weshalb auf einmal nichts mehr geht. Aber es ist schon seltsam. Saison für Saison in dieser bekloppten Oberliga bricht der FCC irgendwann dermaßen ein, dass alles bis dahin Erreichte in Frage gestellt werden muss. Was zum Geier geht hier vor sich?! Aus eigenem Erleben weiß ich, dass einem Trainer, der Stimmungen in der Mannschaft ignoriert, früher oder später die Rechnung in Form schlechter Spiele präsentiert wird. Sollte es daran liegen, dann ist in der Winterpause irgendetwas passiert, das dem Joachim Steffens und seinem Stab entgangen sein muss. Irgendwie kann ich aber nicht glauben, dass nicht einer der Spieler die Eier in der Hose hätte, von derartigen Zuständen Meldung zu machen - und sei es anonym. Auf dass man sich mal ordentlich ausspreche... Auch an der Aufstellung kann es nicht liegen, durch die Änderung auf einer Position bricht keine Mannschaft zusammen. Wenn jedoch das gesamte Mittelfeld gleichzeitig in einer Schaffenskrise steckt (und das kann Weißgott vorkommen), die Abwehr im Spiel nach vorn nicht eben glänzt und auch noch Verunsicherung dazukommt, dann läuft es halt mehrere Spiele hintereinander nicht. Da kann sich der Trainer den Arsch aufreißen und motivieren, wie er will - das Schiff müssen die betroffenen Spieler selbst wieder klarmachen. Der Trainer kann sich maximal als Zielscheibe vorn hin stellen und Pressequerschläger abfangen, weil er weiß, dass zuviel (und vor allem unsachliche) Kritik die Spieler noch weiter festgehen lässt. Steffens hat das gemacht, obwohl er wahrscheinlich wusste, dass er gehen muss. Danke Joachim, wir haben's genossen. Jungs, der Trainer ist weg. Reißt euch jetzt zusammen, rennt euch die Lunge aus dem Leib, bis ihr kotzt - bis das Spiel wieder zu euch kommt. Und darüber hinaus, wir wollen im Sommer feiern! Noch ist nichts verloren.
Bilder des Tages <jw>
Kurzbericht auf der offiziellen DSC-Page

FV Dresden 06 Laubegast - FC Carl Zeiss Jena 1:1

Tore: 1:0 Eißrich (64.), 1:1 Jovic (73.)
Dresden: Grundmann; Heiße, Terjek, Berthold, Berhardt; Lucic, Fischer, Glaubitz, Hamel (90. Schuster); Ehrlich (76. Taatz), Eißrich
Jena: Berbig; G. Müller; Grasser, Schwabe; Maul (71. Böhme), Manai, Treitl, Noll (86. Hänsel), Petrowsky (71. Schwesinger); Jovic, Klee

Zuschauer: 1040

Schiedsrichter: Cyrklaff (Laubsdorf)

Spielbericht:
Wenn der souveräne Spitzenreiter zum sechs Spiele in Folge punktlosen Tabellenzwölften fährt, scheinen die Fronten klar verteilt. Und doch standen einige Fragezeichen hinter dieser Partie, die den ans Südufer der Elbe gereisten Jenaer Schlachtenbummlern Kopfzerbrechen bereiteten. Würden die Steffens-Schützlinge die erste Saisonniederlage in Magdeburg verdaut haben? Würde jener aus der Hinserie gewohnte und von der gesamten Liga gefürchtete Spielfluß ins Jenaer Spiel zurückkehren, den man schon beim Auftaktmatch gegen Sondershausen vermisste? Würde Gert Müller den an der Verletzung aus dem Leipzig-Spiel laborierenden Olaf Holetschek auf der Liberoposition adäquat ersetzen können? Und vor allem: Welche Reaktion würde die Laubegaster Mannschaft auf den unter der Woche erfolgten Rücktritt ihres Trainers Bernd Fröhlich zeigen, der den bereits seit 1906 existierenden Traditionsverein einst in diese Spielklasse geführt hatte? Auf der heimischen Bank saß erstmals Jens Flügel und hoffte auf eine Wiederholung des sensationellen 2:0-Sieges vor Jahresfrist, als er selbst noch in den Reihen der siegreichen Elf stand, und der damals Frank Eulberg den Posten als Chefcoach kostete. Seinerzeit wegen des Hochwassers noch im Harbig-Stadion, diesmal feierte der FCC Premiere im Dresdner Süden auf dem komplett neuerrichteten Gelände des FV 06, in das beide Mannschaften zwischen den PKW-Garagen der Anwohner hindurch einliefen. Flügel hatte seine Mannen enorm defensiv eingestellt, und so dauerte es lange bis der Favorit zu ersten Möglichkeiten kam. Carsten Klees kluge Ablage nach 11 Minuten nahm Stefan Treitl aus 20 Metern direkt und knallte das Leder nur um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Vier Minuten später steht Jovic im Mittelpunkt, als er den von Grasser Kopf abprallenden Ball mit links auf das Gehäuse des starken Grundmann ballert, letzterer den Ball aber noch über die Latte lenkt. Es begann Jenas stärkste Phase, doch weder Klees Kopfballversuch (17.), Nolls Direktschuß nach einer Ecke (18.), Mauls am kurzen Pfosten vorbeistreichender Kopfball (25.), Mauls Direktabnahme eines Petrowsky-Freistoßes aus 11 Metern genau in die Arme von Grundmann, noch Nolls vom Dresdner Keeper über die Latte gelenkter Gewaltschuß fanden den Weg ins Gehäuse der Gastgeber. Die selbst kamen in Halbzeit eins nur selten über die Mittellinie, echte Torgefahr kam überhaupt nicht auf. So setzte Manai, dem kurz zuvor nach einem unsanften Fall im Strafraum der Elfmeterpfiff ebenso verweigert wurde wie zu Spielbeginn berechtigterweise Miroslav Jovic, die Schlusspunkte der ersten Hälfte, als er gleich zwei Mal aus Nahdistanz kläglich scheiterte. Doch auch die vorhanden Chancen konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Spiel des FCC wenig von dem eines souveränen Spitzenreiters hatte. Zu wenig Gefahr wurde über die Flügel ausgestrahlt, zu selten die ohne den gesperrten Maucksch agierende Verteidigung der Dresdner vor unlösbare Aufgaben gestellt. So hofften die 250 mitgereisten Schlachtenbummler unter immerhin über 1.000 Besuchern auf Besserung in den zweiten 45 Minuten, doch sie sollten bitter enttäuscht werden. Nicht der um den Aufstieg kämpfende Tabellenführer, sondern die Gastgeber kamen frischer aus der Kabine. Bis auf Treitls abgefälschten Schuß von der Strafraumgrenze nach einer Stunde vermochten die ganz in Blau spielenden Jenaer keinerlei Akzente zu setzen, und wurden in der 64. Spielminute prompt eiskalt erwischt. Hatten die Gastgeber zuvor schon mit zwei Flankenläufen des Ex-Zwickauers Glaubitz für etwas Unruhe im Gästestrafraum gesorgt, so brannte es bei dem über Eißrich blitzschnell vorgetragenen Konter lichterloh. Joachim Schwabe konnte den bulligen Angreifer der Dresdner nicht halten und der vollendete aus halbrechter Position überlegt gegen den machtlosen Berbig. Joachim Steffens reagierte prompt, brachte für den schwachen Petrowsky und den immer müder werdenden Maul Robert Böhme und Andreas Schwesinger. Während letzterer für zumindest etwas Belebung im Jenaer Spiel sorgte, stellt sich die Frage nach Böhmes Eignung für Einsätze in der ersten Mannschaft zum wiederholten Male. So waren es wieder einmal die "Alten", die zumindest einen Punkt im Sächsischen retteten. Markus Grasser, sonst eher nicht als filigraner Passgeber bekannt, schickte Jovic mit wunderschönem Steilpaß in Richtung Grundmann-Tor, und Jenas Balkanstürmer ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen, vollendete kaltschnäuzig mit der Pike flach ins rechte Eck. Hoffnung beim Gästeanhang, noch 17 Minuten blieben für den zuvor so fest eingeplanten und plötzlich in weiter Ferne scheinenden Dreier, und Ersatzkapitän Treitl peitschte seinen Kameraden noch einmal kräftig verbal ein. Doch wer nun eine unwiderstehliche Schlussoffensive erwartete, wurde maßlos enttäuscht. Lediglich bei zwei Freistößen geriet der Punktgewinn der Sachsen noch einmal in Gefahr. Zunächst feuert Manai eine Freistoßgranate in Richtung Grundmann ab, der den Ball aber über die Latte lenken konnte. 8 Minuten vor dem Ende sorgte dann Schwesinger für die letzte echte Chance des FC Carl Zeiss, als er einen Freistoß aus 35 Metern in Richtung Elbe katapultiert, Grundmann den vom starken Wind noch gefährlicher gemachten Ball aber glänzend aus dem rechten oberen Eck kratzt. Letzten Endes war der magere Auftritt der Blau-Gelb-Weißen zu wenig, um drei Punkte mit nach Hause zu nehmen. Die Art und Weise, der verschwenderische Umgang mit den noch vor einem halben Jahr so effektiven Standardsituationen, die spielerische Hilflosigkeit gerade in der zweiten Halbzeit ließ die Fragezeichen bei den lautstark ihrem Ärger Luft machenden Jenaer Schlachtenbummlern jedenfalls nicht kleiner werden als vor dem Spiel. Im Gegenteil, der FCC ist wieder einmal dabei, seinen komfortablen Vorsprung leichtfertig zu verspielen und wird - aufgrund der "schiefen" Tabelle - erstmals seit Saisonbeginn nicht mehr als Spitzenreiter geführt. Quo Vadis FC Carl Zeiss? <gunner>
Einige Bilder vom Spiel von Jens Weissenburger

FC Carl Zeiss Jena - VfB Leipzig 4:0

Tore: 1:0 G. Müller (13.), 2:0 Schwesinger (40.), 3:0 Manai (43.), 4:0 Manai (56.)
Jena: Berbig; Holetschek (38. Böhme); Schwabe, Grasser; Ch. Müller (37. Noll), G. Müller, Treitl, Petrowsky, Manai; Schwesinger (61. Maul), Klee
Leipzig: Schöne - Schmidt, J. Werner, Spiotta, Kracht, Piontek (46. S. Werner), Miftari, Streubel, Dobiasch, Breitkopf, Sadlo

Zuschauer: 1756

Schiedsrichter: Mattig (Frankfurt/O.)

Spielstenogramm:
Pflichtfreundschaftsspiel aufgrund Leipziger Insolvenz + + + Gastgeber jederzeit spielbestimmend, hätte noch deutlicher gewinnen können + + + Vor der Pause phasenweise ansehnliches Kombinationsspiel, das nach dem Wechsel verflachte + + + Ch. Müller und Holetschek mussten verletzt raus

1. FC Magdeburg - FC Carl Zeiss Jena 1:0

Tore: 1:0 Kreibich (55., FE)
Magdeburg: Beer - Otte, Prest, Kallnik, Uffrecht, Kreibich (70. Probst), Woitha, Müller, Neumann, Kühne (70. Siemke), Schulz (90. Grieb)
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, G. Müller; Maul (85. Zimmermann), Noll, Treitl, Petrowsky (70. Ch. Müller), Manai; Jovic (61. Schwesinger), Klee

Zuschauer: 4040

Schiedsrichter: Herzberg (Rostock)

Spielbericht:
[von Knut Oberländer]
Nun ist es also passiert: Jenas Serie ist gerissen. Nach 23 Spielen ohne Niederlage ging der FCC zum ersten Mal wieder völlig leer aus in einem Punktspiel. Die Pleite gegen den alten Rivalen von der Elbe war am Ende verdient, unabwendbar war sie allerdings nicht.
In der 1. Halbzeit erlebten die Zuschauer ein Spiel, bei dem beide Mannschaften von Anfang an mit offenen Visier kämpften. Bereits in der 2. Minute musste Berbig bei einem aufs kurze Eck gezirkelten Freistoß auf der Hut sein. Wenig später lief Jovic mit dem Ball am Fuß aufs Magdeburger Tor zu, konnte jedoch noch vor dem Strafraum abgedrängt werden und musste danach mit ansehen, wie ein Elbestädter im Gegenzug zu einem Tänzchen mit mehreren Jenaer Verteidigern bat. Dann war wieder Blaugelbweiß dran. Mauls Kopfball in der 8. Minute war noch zu schwach, seine zweiter Versuch auf diese Art strich übers Tor (9.) und Manais Fallrückzieher vom Elfmeterpunkt (12.) fehlte die Schärfe. Aufregung in der 18. Minute, als eine Jovic-Eingabe von seinem Gegenspieler im Strafraum mit der Hand abgewehrt wurde. "Angelegter Arm", befand der Schiri, eine strittige, aber vertretbare Auslegung des Mannes in Schwarz, der ansonsten in der 1. Hälfte eine gute Leistung zeigte, die Partie sicher leitete und es schaffte, in dem beiderseits engagiert geführten Spiel bis zur 55. Minute nur mit Ermahnungen auszukommen. Mitte der 1. Halbzeit wurden die äußeren Bedingungen widriger, abwechselnd fiel Regen, Schnee oder Graupel. Die nun auch spielerisch etwas verflachende Begegnung tat ihr übriges, um die Stimmung in dem weitläufigen, mit ca. 600 Jenafans gefüllten Gästeblock nach unten sinken zu lassen. Viel gab es aus Jenaer Sicht auch nicht zu beklatschen. Eine Serie mit 3 Ecken nacheinander in der 20./21. Minute endete mit einem Magdeburger Konter, ein Schuss Treitls von der Strafraumgrenze nach Jovic Anspiel in der 24. wurde ebenso geblockt wie ein Dribbling Manais zwei Minuten später. Es gab kein Durchkommen für Blaugelbweiß,denn Magdeburg stand sicher in der Abwehr. Besonders die "3" des 1. FCM räumte fast alles ab, was an hohen Bällen in den Strafraum kam. Offensiv überzeugten die Bördekicker durch gepflegtes Kurzpaßspiel, das ihnen in der 30. Minute die größte Chance bescherte, als Berbig einen scharfen Kopfball nach Rechtsflanke gerade noch über die Latte lenken konnte. Nicht nur in dieser Szene wurde deutlich, dass die Magdeburger nicht mehr zu vergleichen waren mit jener Truppe, die sich bei Jenas 5:0-Auswärtssieg des Vorjahres noch willig am Nasenring über den Platz führen ließ. So ging es im Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften torlos in die Kabinen. Zuvor besaß Treitl für Jena noch eine gute Chance, als er nach einem Dribbling 20 Meter vor dem Tor in zentraler Position freie Schussbahn hatte, aber nicht weiter auf des Gegners Gehäuse zulief, sondern statt dessen zu einer Mischung aus Schuss und Heber ansetzte, die den Keeper der Bördestädter vor keine Probleme stellte (38.). Berbig war da schon mehr gefordert, denn Magdeburg konterte sofort und Jenas Keeper konnte den scharfen Schuss von der Strafraumgrenze nur mit Mühe nach vorne abklatschen.
Nach der Kabinenpredigt sah man in den Anfangsminuten der 2. Halbzeit einen engagierter aufspielenden Oberligaspitzenreiter. Zwangsläufig ergaben sich Chancen. Die größte besaß Manai, der eine scharfe Eingabe in den Fünfmeterraum frei vorm Torwart stehend nicht im Gehäuse unterbrachte (51.). Zwei Minuten später legte der Tunesier nach einem Dribbling über rechts für Petrowsky auf, der zog aus 20 Metern ab, in Jenas Fankurve riss man bereits die Arme hoch, doch der scharfe Schuss konnte durch den FCM-Keeper gerade noch zur Ecke geklärt werden. Das war der druckvolle Angriffsfussball, den man vom FCC sehen wollte. Genau in diese Phase fiel die Magdeburger Führung. Analog zu dem Spiel in Probstheida leistete sich Manai in der 55. Minute einen Blackout. Eine kniehohe Eingabe in Jenas Strafraum wollte er mit dem Kopf zum eigenen Torwart zurückspielen, legte den Ball dabei jedoch am bereits herausgelaufenen Berbig vorbei und einem Magdeburger Stürmer in den Lauf, der nur unfair gebremst werden konnte. Beim anschließenden scharf in die Mitte gedroschenen Strafstoß war Jenas Keeper ohne Chance. Der FCC versuchte, sich danach aufzubäumen. Steffens brachte mit Schwesinger für Jovic, Christian Müller für Petrowsky und Zimmermann für Maul drei neue Leute, doch die alten Probleme blieben: Kein klares Spielsystem war zu erkennen, man operierte zu umständlich und unpräzise, die Raumaufteilung war nicht optimal, von den Außen gab es zu wenig Druck, die Standards verpufften wirkungslos. Das waren zu viele Kritikpunkte an einer Jenaer Leistung, die vielleicht ausreichend gewesen wäre,um 10 Sondershäuser Feierabendkicker geschlagen nach Hause zu schicken, aber nicht, um gegen einen kampfstarken und technisch versierten Gegner wie Magdeburg in Bedrängnis zu bringen. Dafür waren die Jenaer Chancen nicht wirklich zwingend. Treitl versuchte es in der 64. mit einer Direktannahme, in der 68. kam Schwesinger einen Schritt zu spät und hatte auch in der 79. kein Glück. Als kurz darauf ein vielleicht als Flanke gedachter Knaller von ihm durch den Magdeburger Strafraum flog, sah das schon fast wie Frustabbau aus. Die Magdeburger hatten noch mal Glück, dass der Schiri in der 81. nicht auf den Punkt zeigte, denn ein blauweißer Abwehrspieler wehrte eine Klee-Eingabe im Strafraum mit der Hand ab. Kurz vor Spielende stand Fortuna wieder auf Thüringer Seite, als 2 frei im Jenaer Fünfmeterraum stehende Magdeburger bei einem Konter vergeblich auf die präzise Flanke ihres Mitspielers warteten. Hier wäre eigentlich das 2:0 für die Gastgeber und damit die Spielentscheidung fällig gewesen. So ergab sich dann doch noch mal für Klee eine Ausgleichschance. Er nutzte sie in einer Art, die sinnbildlich war für das Jenaer Spiel an diesem Nachmittag. An der Strafraumgrenze angespielt, versuchte er nicht, sich den Ball selbst vorzulegen, sondern passte statt dessen zurück. Den anschließenden Distanzschuss Zimmermanns lenkte der Magdeburger Keeper über sein Tor.
Damit war Jenas erste Saisonniederlage endgültig besiegelt. Nun hat man im Paradies knapp 2 Wochen Zeit zur Fehleranalyse und -behebung. Der FCC kann mehr, als in Magdeburg geboten. Das wird man auch zeigen müssen, um die Saisonziele zu erreichen, am besten schon im Pflichtfreundschaftsspiel gegen Lok.
Bilder des Tages <jw>
Magdeburger Spielberichte auf der offiziellen Homepage und auf einer der Fanseiten

FC Carl Zeiss Jena - BSV Eintracht Sondershausen 4:0

Tore: 1:0 Noll (63.), 2:0 Jovic (65.), 3:0 Zimmermann (83.), 4:0 Manai (89.)
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, G. Müller; Ch. Müller (46. Maul), Noll, Treitl, Manai, Hänsel (46. Schwesinger); Jovic (75. Zimmermann), Klee
Sondersh.: Menzel - Gerschewski, Rasch, Tanne, Bohne (71. Klaus), Svejdik, Duft (71. Fischer), Kloth (GRK , 58.), Caspar, Uysal (82. John), Krug

Zuschauer: 2004

Schiedsrichter: Gerster (Hohenstein-Ernstthal)

Spielbericht:
Mit fünftägiger Verspätung begann die Punktspielserie im neuen Jahr. Grund war der vereiste Rasenboden, auf dem regulärer Fußball nicht möglich gewesen wäre. Für eine baldige Neuansetzung sprachen mehrere Gründe: Beispielsweise die lange Zeitspanne zum letzten Vorbereitungsspiel, das frühlingshafte Klima Anfang Februar und die Gelbsperre Petrowskys. Nicht zuletzt wollte man beim FCC vermeiden, praktisch aus dem Kalten heraus beim heimstarken 1. FC Magdeburg antreten zu müssen.
Die erste Torchance nach vier Minuten, ein Volley-Schuss Treitls aus der Drehung, machte Lust auf ein attraktives Spiel gegen den Tabellenfünfzehnten. Doch der Spitzenreiter kam nur mühsam in Tritt. Irgendwie behäbig wirkte sein Spiel. Das Konzept, mit langen Pässen in die Spitze zu Chancen zu kommen, ging nicht auf. Ja, es genügte nicht einmal, um den Kontrahenten in dessen Strafraum zurück zu drängen. Meistens war schon vor dem Sechzehner Endstation. Dass im Live-Ticker des MDR nach 45 Minuten von einem "druckvollen Tabellenführer mit vielen Chancen" die Rede war, überraschte jeden, der das Spiel gesehen hat. Ein nicht voll getroffener Ball Manais nach 23 Minuten und ein Freistoß des selben Akteurs, mit dem Menzel so seine Probleme hatte (36.), vervollständigten nämlich schon die Jenaer Bilanz in Halbzeit eins. Nur in jener Szene, als sich Klee und Treitl beim Torschuss behinderten, konnte man von einem schön herausgespielten Angriff reden. Auch ein Eckenverhältnis von 2:2 taugt nicht wirklich als Beweis für druckvolles Spiel eines Beteiligten. Viel hätte allerdings nicht gefehlt, und die Sondershäuser wären nach 36 Minuten in Führung gegangen. Kloth hatte kurz hinter der Mittellinie einen Freistoß Richtung Zeiss-Gehäuse geschlagen. Berbig sprang unbedrängt hoch, um den Ball zu fangen, verfehlte ihn aber. Den Zuschauern stockte der Atem, bis klar war, dass das Leder nicht nur am Torwart, sondern auch an dessen Kasten vorbei segelte.
Achim Steffens, der vor der Pause einige Male nur den Kopf schütteln konnte, reagierte zur Halbzeit, indem er mit Maul und Schwesinger die bis dahin wirkungslosen Außenpositionen neu besetzte. Wenn im Nachgang von zwei unterschiedlichen Halbzeiten die Rede ist, stimmt das aber nur bedingt. Zwar gab es auch in Hälfte zwei den Treitlschen Appetitmacher, einen Schlenzer aus 15 Metern knapp über die Torlatte. Doch änderte sich zunächst mal nichts. Bis der bereits in Minute 26 verwarnte Kloth durch sein Einsteigen gegen Schwesinger förmlich um seine Herunterstellung bettelte. Als er den Platz verlassen hatte, vergingen keine fünf Minuten bis zum erlösenden 1:0. Maul war mit Ball am Fuß von seiner linken Seite in die Mitte gestartet, sein Schuss blieb hängen. Den Abpraller nahm Noll mit dem Außenrist und jagte ihn aus zwanzig Metern ins rechte Dreiangel. Klasse ! Jenas defensiver Mittelfeldmann war auch am zweiten Tor beteiligt, als Jovic auf der rechten Seite startete, kurz Doppelpass mit Noll spielte und dann das Leder ins lange Eck bugsierte. Mit einem Mal ging alles ganz einfach. Den angestrebten Punktgewinn nun nicht mehr vor Augen, ließen bei den Gästen die Kräfte nach. Dem nun praktizierten Jenaer Kurzpassspiel über drei, vier Stationen waren sie nicht gewachsen. So in Minute 75, als Manai gegen zwei den Ball erkämpfte und ihn zu Noll spitzelte. Über Klee kam das Leder zu Manai zurück, welcher aber ebenso an Menzel scheiterte wie Maul im Nachsetzen aus spitzem Winkel. Eric Noll avancierte endgültig zum Spieler des Tages mit seiner tollen Vorarbeit zum 3:0. Wer nie verstanden hat, was mit einem Pass in den freien Raum gemeint sein könnte - bei Nolles Vorlage auf Schwesinger gibts Anschauungsunterricht. Jener Andreas Schwesinger hätte beim Comeback im Zeiss-Dress sein Torkonto weiter aufbessern können, spielte aber uneingenützig zum eingewechselten Kai Zimmermann ab, der aus zehn Metern Entfernung per Kopf ins leere Tor traf. In der vorletzten Spielminute sah sich Carsten Klee eines Vorteils beraubt und sah wegen Meckerns die gelbe Karte. Die hätte er sich wohl erspart, wenn er geahnt hätte, dass aus dem gepfiffenen Freistoß Treffer Nummer vier entstehen würde. Zwischen Freund und Feind hindurch fand Kais Manais 30-Meter-Ball irgendwie den Weg ins Netz. Die Wiederholung des Hinspiel-Resultats war perfekt.
Wer bei der anschließenden Pressekonferenz aufmerksam hinhörte, bekam nach der Spieleinschätzung auch ein kleines bisschen Zuschauerschelte zu hören: "Jeder weiß, wir haben schon besser gespielt. Aber es war das erste Spiel nach der Winterpause", resümierte Achim Steffens und fügte, immer leiser werdend hinzu: "Da läuft noch nicht alles rund und man braucht dann auch mal die Unterstützung von außen. So stellen wir uns das vor. Für die Zukunft." <fc>

FC Oberlausitz Neugersdorf - FC Carl Zeiss Jena 0:0

Neugersdorf: Barta; Maglica; Fröhlich, Michael; Hecht, Havel (GRK , 78.), Krause, Thomas, Haasler; Miltzow, Kubis (72. Kästner)
Jena: Berbig; G. Müller; Grasser, Noll; Ch. Müller, Benedetti (GRK , 89.), Treitl, Petrowsky (81. Böhme), Manai; Jovic, Klee

Zuschauer: 706

Schiedsrichter: Paffrath (Berlin)

Spielbericht:
Mit ehrgeizigen Zielen war der FC Oberlausitz in die Saison gestartet. Tabellenplatz vierzehn nach Ende der Hinrunde hat ihn unsanft auf den Boden der Realität zurück geholt. Beim FC Carl Zeiss ist man trotz ebenfalls anspruchsvoller Zielstellung zufrieden mit der ersten Halbserie. Einen Vorsprung von acht Punkten und mehr auf die Aufstiegskonkurrenz hatten die wenigsten für möglich gehalten. Achim Steffens hob allerdings bereits in der vorigen Woche den warnenden Zeigefinger: „Der Punkteabstand ist noch kein Ruhekissen. Jedes Spiel muss neu gewonnen werden.“
Das Auswärtsspiel in Neugersdorf begann wie so viele zuvor. Der FCC orientierte sich gleich in Richtung gegnerischer Strafraum, ohne brasilianisch anmutendem Fußball zu zelebrieren. Dies wäre diesmal ohnehin nicht möglich gewesen, weil in Brasilien weitaus seltener Schnee liegt als in der Oberlausitz. Dort hatte es frisch geschneit und auf diese veränderten Bodenverhältnisse mussten sich unsere Jungs als spielgestaltende Mannschaft erst mal einstellen. Manai besaß dennoch die erste Torgelegenheit, setzte Klees Flankenball nebens Tor. Dass der FCO nach dem Heimsieg gegen Halle auch gegen den Tabellenführer Siegesambitionen geltend machte, zeigte sich in Minute 16: Havel kam nach Anspiel von der rechten Seite unbedrängt an den Ball, schlug noch einen Haken und hatte freie Schussbahn. Berbig lief aus dem Kasten, vermochte dem Schuss aber nur tatenlos hinterher zu schauen. 180 mitgereiste Jenaer Fans hielten die Luft an, bis klar war, dass das Leder äußerste knapp am linken Pfosten vorbei gerollt war. Diese Szene fungierte als Wachmacher für die Gäste. Jovic drängte in den Strafraum, wurde kurz davor zu Fall gebracht. Den Freistoß schlenzte Kais Manai wie weiland in Halle wunderschön ins linke obere Eck. Barta holte ihn aus dem Dreiangel – fragt sich nur von wo genau ? Die Mehrheit der auf Torhöhe stehenden Zuschauer schwor, den Ball hinter der Linie gesehen zu haben. Der Schiedsrichter-Assistent soll eine Anzeige und Bewegung zur Mitte gemacht haben. Hatte er im ersten Moment wirklich ein Tor erkannt und war sich seiner Beobachtung dann doch nicht mehr so sicher ? Oder sollte es nur eine Geste gewesen sein, die ‚weiterspielen’ signalisierte ? Es wäre möglich, denn wer plötzlich die Fahne hebt und damit Abseits anzeigt, wenn sich zwei Jenaer weit in der eigenen Hälfte den Ball zuspielen, reagiert vielleicht auch bei Torraumszenen zuweilen unkonventionell. - Jena blieb am Drücker. Treitls Schuss boxte Barta mit beiden Fäusten zur Ecke. Der direkte Freistoß von Christian Müller, wohl sein erster für den FCC, flog aus 28 Metern knapp über die Querlatte. Müller spielte auf der linken Seite und war Teil jener Umformierungen, die aufgrund der Verletzungsausfälle von Holetschek, Schwabe, Maul notwendig wurden. Die neue Konstruktion im Mannschaftsgefüge funktionierte zunächst besser als erwartet. Nach den erwähnten Schrecksekunden in Minute sechzehn hatte Jena Spiel und Gegner im Griff. Kais Manai, vor der Pause auffälligster Akteur, spielte nach vierzig Minuten einen langen Pass, den ein Neugersdorfer Verteidiger verfehlte. Genau darauf hatte Stürmerfuchs Carsten Klee gewartet ! Mit Ball am Fuß lief er, nur noch den Keeper vor sich sehend, aufs Tor zu, nahm Maß und – schoss drüber ! Verflixt, den hätte er eigentlich machen müssen, da hatte er in dieser Saison schon aus schwierigeren Positionen getroffen.
Matthias Schulz als Coach der Oberlausitzer schien seinen Schützlingen in der Kabine neues Selbstvertrauen vermittelt zu haben. Sie spielten gleich nach Wiederanpfiff munter mit. Hin und her ging es eine Viertelstunde lang, ohne dass sich eine nennenswerte Chance ergab. Die hatte Miroslav Jovic in Minute 61. Hart bedrängt im Strafraum, schoss er im Gewühl aus der Drehung heraus. Der linke Außenpfosten verhinderte den eigentlich verdienten Führungstreffer. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass es die letzte Torchance im Spiel gewesen sein sollte. In der letzten halben Stunde zeigte sich, dass es nicht nur angesichts der Verletztenliste höchste Zeit für die Winterpause wird. Einige Spieler werden in den kommenden Wochen ihren Akku neu aufladen müssen. Was hat beispielsweise ein Daniel Petrowsky zu Saisonbeginn gefightet und auch spielerisch zu glänzen gewusst ! Von dieser großartigen Verfassung ist er derzeit Lichtjahre entfernt und auch bei einigen seiner Mitspieler machen sich die Belastungen der Hinrunde bemerkbar. Dass der Schneeboden und der damit einhergehende Kräfteverschleiß als Hauptgrund für den gerissenen Spielfaden in den letzten dreißig Minuten vom Sonntag herhalten müssen, ist klar. Insofern überrascht es allerdings, dass ausgerechnet in Neugersdorf nur ein einziges Mal gewechselt wurde. Zumal die Herreinnahme des eher defensiven Böhme auch nicht das Signal von außen an die Mannschaft sein kann, wirklich alles zu versuchen, um statt des einen alle drei Zähler mitzunehmen. Immerhin blieb die umformierte Abwehr ohne Gegentreffer. Sven Kubis, einer der Toptorjäger der Liga, sah keinen Stich. Die Null stand auch, nachdem sich Vito Benedetti innerhalb weniger Sekunden zwei gelbe Karten einfing; wegen Foulspiels und Reklamierens. Übrigens bekam auch Stefan Treitl seine Verwarnung wegen Meckerns. Leere Akkus machen sich nicht nur in müden Beinen bemerkbar.
Auf das Spiel hatte Benedettis Feldverweis allerdings keinen Einfluss mehr, zumal zwölf Minuten zuvor der Neugersdorfer Havel eine ähnlich unnötige Herunterstellung provoziert hatte. Es blieb beim 0:0 und der nun allgemeinen Erkenntnis, dass der Tabellenvorsprung noch lange kein Ruhekissen ist. <fc>
Schnappschüsse

FC Energie Cottbus / Amateure – FC Carl Zeiss Jena 1:2

Tore: 1:0 Wollermann (59.), 1:1 Noll (65./FE), 1:2 Treitl (88.)
Cottbus: Thoms; Lempke, Nuhs, Welm, Schikora; Rohde, Weller, Dörry, Matuschka; Brunnemann, Wollermann (84. Grötsch)
Jena: Berbig; Holetschek (80. Hänsel); G. Müller, Grasser; Benedetti, Noll, Treitl, Petrowsky (59. Ch. Müller), Manai; Jovic, Klee (73. Zimmermann)

Zuschauer: 405

Schiedsrichter: Rosenkranz (Plauen)

Spielbericht:
Sie hatten es schon nicht leicht, die 300-350 Jenaer Anhänger, die den Weg ans Ende der Republik angetreten hatten. Strömender Regen und dichter Nebel sorgte während der gesamten Fahrt in die Lausitz für Weltuntergangsstimmung, und nach der Ankunft im Neubaublock-Paradies musste auch noch der Weg um das halbe Stadion zurückgelegt werden, denn erstmals wurde den Gästefans der Zwangsaufenthalt im eigens dafür vorgesehenen Käfig auferlegt. Eine Maßnahme, die ebenso wenig zu einer entspannten Atmosphäre beitrug, wie die zahlenmäßig völlig irrationale Polizeipräsenz.
Ganz entspannt ging es hingegen zunächst auf dem grünen Rasen zu, und man fühlte sich an Achim Steffens Worte vor der Partie erinnert, als er der Hoffnung Ausdruck verlieh, dass seine Mannen nach dem „Feuerwerk“ gegen Dessau ihr Pulver noch nicht ganz verschossen haben. Jena, mit Gert Müller für den verletzten Joachim Schwabe auf der Innenverteidigerposition und Vito Benedetti auf der Maulschen linken Außenbahn, sowie Eric Noll im zentralen defensiven Mittelfeld tat sich schwer gegen die von Steffens hinterher als „doppelte Viererkette“ bezeichnete Abwehrformation der Energie-Reserve, und hatte auch durchaus Respekt vor den schnellen Gegenangriffen der jungen Gastgeber. So hatten jene auch die erste halbe Möglichkeit des Spiels, als Berbig nach 13 Minuten per Fußabwehr im letzten Moment gegen den auf ihn zulaufenden Wollermann klärte. Sechs Minuten später setzten dann aber auch die Jenaer das erste Achtungszeichen, und was für eines. Der auch heute wieder enorm fleißige Miroslav Jovic bleibt mit seinem Dribbling an der Strafraumgrenze hängen, der Ball gelangt dennoch zu Carsten Klee, dessen Schuß aus 10 Metern kann der Torhüter ebenso parieren, wie den Abpraller, den der bereits am Boden liegende Klee artistisch nochmals aufs Gehäuse platziert. Das Achtungszeichen geriet zum Wecksignal für den Spitzenreiter, der ab nun die Partie in die Hand nahm, dem Gastgeber bis zum Seitenwechsel keinerlei Entfaltungsmöglichkeiten mehr ließ und mit einer Führung in die Kabine hätte gehen müssen. Doch anders als noch beim letzten Auswärtsspiel in Dresden Nord war die Chancenverwertung als größtes Manko zu beklagen. So landete Manais toller Freistoß am Lattenkreuz (28.), Nolls Knaller nach kluger Treitl-Ablage in den Armen des guten Keepers Thoms (38.), und eine Minute später Treitls Distanzschuß knapp neben dem Pfosten.
Die Möglichkeiten des Tabellenführers sollten sich nach der Pause noch mehren, und die verdiente Führung schien nur noch eine Frage der Zeit. Doch nachdem Grasser drei Minuten nach Wiederanpfiff seinen Flachschuß freistehend neben das Tor setzt, Jovics Kopfball, mit dem er Benedettis Schußversuch erst gefährlich machte, sich erst hinter dem Tor senkt (52.), und auch Treitls Strich nach abgeblocktem Jovic Dribbling nicht das Ziel fand, kam alles ganz anders. Die Gastgeber mit weitem Ball auf Brunnemann, der von Holetschek abgelaufen wurde, dennoch gab der Plauener Referee Freistoß an der Strafraumgrenze, eine Fehlentscheidung mit Folgen. Es bedurfte zunächst einer Glanzparade von Tino Berbig, der den über die Mauer gezirkelten Ball des erstligaerfahrenen Matuschka aus dem Eck kratzte. Bei dem anschließenden Eckball war jedoch auch Jenas Keeper machtlos, als mit Wollermann ausgerechnet einer der kleinsten auf dem Platz vollkommen unbedrängt zum Kopfball kam und mit seinem Aufsetzer den Spielverlauf auf den Kopf stellte. Coach Steffens reagierte sofort, brachte Christian Müller für Daniel Petrowsky und zog somit Kais Manai ins zentrale Mittelfeld. Der eingewechselte Müller hatte fast mit der ersten Ballberührung auch den Ausgleich auf dem Fuß, als er eine Flanke des sich in der zweiten Halbzeit enorm steigernden Benedetti aus fünf Metern in die Wolken jagte. Kurz darauf war es dann aber soweit. Markus Grasser schlägt einen langen Ball nach vorn, Klees Kopfballverlängerung nimmt Miro Jovic an rechten Strafraumgrenze auf und zieht in Richtung Tor, würde zumindest gern ziehen, wenn er nicht selbst gezogen würde von seinem Gegenspieler Welm, und so lautete das korrekte Urteil des Referees: Elfmeter. Zur Überraschung vieler trat Eric Noll an und hämmerte das Leder halbhoch in die Mitte des Tores, über 300 Steine fielen von den Herzen der blau-gelb-weißen Anhängerschaft, die schon um den ungeschlagenen Status der eigenen Elf fürchtete. Die spielte aber in der Folge weiter nach vorn, drängte auf den Siegtreffer und hatte nach hinten nur noch eine brenzlige Situation zu überstehen. Gert Müller ließ Brunnemann auf der rechten Seite zu viel Platz zum Flanken und dessen Hereingabe setzte Torschütze Wollermann zu seinem eigenen Entsetzen aus Nahdistanz neben das Tor. Auf der Gegenseite brannte es jedoch weitaus öfter lichterloh, allein das erlösende 2:1 wollte nicht fallen. Klees Schuß nach Kombination mit Jovic wird im letzten Moment abgeblockt (69.), Ch. Müller versucht sich ebenso erfolglos wie Minuten zuvor aus 5 Metern mit dem Kopf nach Jovic-Flanke, der Flachschuß des soeben eingewechselten Zimmermann wird von der Linie gerettet (79.), noch einmal Zimmermann, dessen Torversuch in der vielbeinigen Energie-Abwehr hängen bleibt (81.), der Patzer des am Ball vorbei fliegenden Thoms, der von keinem der Jenaer genutzt werden konnte, die Jenaer Angriffsbemühungen wirkten immer verzweifelter. Erst recht, nachdem auch noch Olaf Holetschek mit Leistenproblemen ausgewechselt werden musste, und sich nach seiner fünften gelben Karte bereits vor dem Neugersdorfspiel ausruhen konnte. Doch ausgerechnet sein Vertreter auf der Liberoposition sorgte zwei Minuten vor Ultimo doch noch für riesigen Jubel. Miro Jovic, einer der besten Jenaer an diesem Tage, tanzte mit seinen Gegenspielern Chachacha und flankte anschließend ans andere Ende der Strafraums, wo Stefan Treitl es besser machte als in Plauen und gegen Halberstadt. In beiden Spielen hatte der Haudegen im Jenaer Mittelfeld aus ähnlicher Position in den Schlußminuten das 2:1 auf dem Fuß oder Kopf – und vergab jeweils kläglich den möglichen Siegtreffer. Diesmal nahm er den Ball gekonnt mit der Brust an, um ihn dann unter Zuhilfenahme des Innenpfostens ins lange Eck zu zirkeln. Millimeterarbeit, die drei Punkte im Kampf um die Staffelmeisterschaft sicherte und den Jenaer Fans den versöhnlichen Abschluß eines ansonsten eher trostlosen Nachmittags bescherte, der auch auf der Heimfahrt bei strömendem Regen, dichtem Nebel, doch aufgrund 8 Punkten Vorsprungs auf Platz 2 alles andere als Weltuntergangsstimmung sein glückliches Ende fand. <gunner>
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Kurzbericht auf der offiziellen Page von Energie Cottbus

FC Carl Zeiss Jena - FC Anhalt Dessau 6:0

Tore: 1:0 Jovic (11.), 2:0 Noll (19.), 3:0 Klee (32.), 4:0 Manai (36.), 5:0 Klee (67.), 6:0 Werner (90.)
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe (46. G. Müller); Maul, Noll, Treitl, Manai (73. Böhme), Benedetti; Jovic (66. Werner), Klee
Dessau: Spielau; Jahnke; Schwibbe, Frauendorf; Wachtel, Bebber, Quidzinski, Teubel, Stefke, Hüller; Karwort (23. Mergenthaler)

Zuschauer: 2417

Schiedsrichter: Oehme (Witzschdorf)

Spielbericht:
Stöberte man vor diesem Spiel in den Tipps der FCC-Anhänger, war doch etwas Skepsis heraus zu lesen. Zum einen, da sich der Spitzenreiter in den letzten Heimspielen reichlich schwer getan hatte, zum anderen weil Dessau aufgrund der letzten Ergebnisse nicht mehr als "Schießbude der Liga" galt. Mit Unentschieden gegen die beiden Spitzenmannschaften aus Halle und Dresden-Nord hatte das Tabellenschlusslicht für Aufsehen gesorgt. Kein Wunder, dass sich Jenas Tippspieler meist auf ein, zwei Tore Vorsprung festlegten. Nur einer wagte ein 5:0, dafür befürchtete ein anderer ein Remis.
bereits die ersten, noch völlig unspektakulären Aktionen zeigten an, in welche Richtung das Ganze gehen sollte. Vorn brauchte sich Kais Manai nach seinem Fehlabspiel dem Dessauer praktisch nur in den Weg zu stellen, um das Leder zurück zu holen. Und wer verfolgt hat, mit welcher Leichtigkeit Holetschek den ersten Konterversuch der Gäste ausbremste, ahnte von diesem Zeitpunkt an, dass nur die Zu-Null-Tipps noch Aussicht auf Erfolg haben würden. Die erste Chance führte sogleich zum ersten Tor. Manais Freistoß flog diagonal in den Strafraum, Janke und Jovic grätschten hinein. Schwer zu sagen, wer von beiden zuletzt am Ball war, der Jenaer Stürmer bekam den Treffer gut geschrieben. Zwei Minuten später hatte Miro die Gelegenheit zum Doppelpack. Eine Maul-Flanke hatte Klee aufs Tor gebracht, Dessaus Keeper brachte die Hand an den Ball und klärte danach gerade noch so vor Jovic zur Ecke. Als die FCC-Fans auf Tribüne und Gegengeraden zum ersten Mal an diesem Tag ihren Jena-Jena-Wechselgesang anstimmten, schien das besonders Eric Noll zu beflügeln. Eine Flanke von der rechten Seite wuchtete er per Kopf aufs Tor. Spielau reagierte schnell, musste den Ball aber abprallen lassen, worauf Noll im Nachsetzen keine Mühe hatte, zu seinem ersten Saisontreffer zu gelangen. Es machte Spass, den Jenaer Akteuren in den ersten 35 Minute zu zu schauen. Das Spiel Mann gegen Mann hatten sie am Freitag noch geübt. Dieses Training machte sich nun bezahlt. War der Gegner im Ballbesitz, wurde aggressiv der Zweikampf gesucht. Die Folge war, dass die Anhaltiner den Ball einbüßten - entweder sofort oder Sekunden später, nachdem sie ihn mehr oder minder unkontrolliert weggeschlagen hatten. Selbst in Ballbesitz, verdienten sich besonders Manai (durch Petrowskys Ausfall diesmal im zentralen Mittelfeld) und Jovic immer wieder Szenenapplaus. Einfach schön, wie Jovic in Minute 31 aus dem Fußgelenk Klee anspielte, dessen Schuss leider verunglückte. Sekunden später hatte Carsten mehr Erfolg. Ich unterstelle ihm mal, dass er den Manai-Eckball ursprünglich mit dem Kopf nehmen wollte, er verwandelte dann aber mit Schuss aus acht Metern Entfernung zum 3:0. Schon nach einer guten halben Stunde hatte der FC Carl Zeiss mehr Tore gegen Dessau erzielt, als Halle und Dresden zusammen in jeweils neunzig Minuten. Als Manai mit einem direkt verwandelten Freistoß, den Spielau erst hinter der Torlinie berührte, den vierten Jubel auslöste, träumten einige auf den Rängen bereits vom zweistelligen Sieg.
Dass es nicht dazu kam, liegt weniger an den Gästen. Ihnen muss man einzig für die Fairness Respekt zollen, mit der sie bis zum Schluss zu Werke gingen. Dass ein so einseitiges Spiel komplett ohne Gelbe Karte über die Bühne geht, ist durchaus beachtlich. Mehr als einen couragierten Antritt Hüttlers, dessen straffer Schuss zwei Meter am Berbig-Gehäuse vorbei flog, bekam der Tabellenletzte in der Offensive aber nicht zustande. Wie schon mehrmals erlebt, steckte die FCC-Kicker nach einer furiosen ersten Hälfte ab Minute 46 merklich zurück. Man konnte es ihnen allerdings nicht verdenken, dass sie nun nicht mehr so entschlossen nachsetzten. Zumal auch mit halber Kraft noch zwei Tore heraussprangen. Klees Schuss aus gut 25 Metern ins Dreiangel wurde für Spielau lang, länger, zu lang. Der eingewechselte Tobias Werner schließlich, einer unserer erfolgreichen A-Junioren aus der Bundesliga, wird sein Debüt in der Männermannschaft ganz sicher nicht vergessen; wurde es doch direkt vor Abpfiff mit einem Tor aus spitzem Winkel gekrönt. Zugleich sorgte er damit für den höchsten Jenaer Sieg seit der Zugehörigkeit zur Oberliga Nordost.
Dieser schöne, garantiert stressfreie Fussballabend enthielt nur zwei Wermutstropfen. Zum einen die gebrochene Nase des Joachim Schwabe. Zum anderen die Aussage des Dessauer Pressesprechers, die Mehrheit im Vorstand seines Vereins sei der Ansicht, dass Insolvenz und Rückzug aus dem laufenden Spielbetrieb die sauberere Lösung wären. Punkten und Tore aus den Spielen gegen die Dessauer würden dann annuliert. Schade drum. <fc>
Bilder des Tages

FC Carl Zeiss Jena - FC Erfurt-Nord 1:0

Tore: 1:0 Manai (18.)
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul, Benedetti, Treitl, Petrowsky, Manai (70. Ch. Müller); Jovic, Klee
Erfurt: Fienhold - Vollmann, Raab, S. Huck, Heinrich, Ch. Huck (83. Eck), Kushev (46. Rustler), Kiehn, Wehrmann, Janke, Greil (78. Lux)

Zuschauer: 2513

Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)

Spielbericht:
Spiele gegen die kleinen Gegner sind oft die Schwierigsten. Diese Erkenntnis musste der FC Carl Zeiss JENA erneut auch an diesem Abend im Spiel gegen die Gäste aus Erfurt-Nord machen, nachdem sie schon im letzten Heimspiel gegen die sogenannten "Kleinen" aus Halberstadt zwei wichtige Punkte verloren hatten.
Aber dieser Sache war sich Jena an diesem Abend bewusst. Gleich von Beginn der Partie übernahm der Gastgeber das Kommando. Es dauerte bis zur 10. Minute, als Maul mit einem ersten Warnschuss aus 18m das Tor der Erfurter ins Visier nahm. Nach gut einer Viertelstunde hatte Fienhold im Tor der Gäste große Probleme mit dem Ball, doch zu seinem Glück unterbrach der Unparteiische diese Aktion wegen Abseitsstellung. Wenige Minuten waren danach vergangen, da kam die beste Aktion des Spiels. Jovic konnte sich an der Strafraumgrenze geschickt gegen zwei Erfurter durchsetzten und spielte danach einen Steilpass genau in den Lauf von Grasser, der mit einer perfekten Flanke Geburtstagskind Kais Manai bediente, der keine Mühe hatte, den Ball aus Nahdistanz mit dem Kopf zu versenken. Jena machte weiter Druck, aber leider fehlte an diesem Abend das nötige Quäntchen Glück, um schon frühzeitig den Sack zumachen zu können. Jovic (20.), Petrowsky (25.) als auch Maul (27.) hatten später die Möglichkeit zur Resultatsverbesserung, aber es fehlten halt oft nur die berühmten Zentimeter. Wie auch im Falle Carsten Klee (35.), der mit einem Schuss aus 17m nach Pass von Treitl nur die Lattenunterkante traf. Spätestens jetzt wäre die 2:0 Führung mehr als verdient gewesen. Aber es sollte halt nicht sein. Auch Jovic hatte kurz vor dem Pausentee noch eine Torchance, aber sein Volleyschuss aus der Drehung (38.) konnte der Gäste-Keeper parieren.
Auch nach der Pause machte der FCC weiter Druck und drängte auf die Entscheidung. Kapitän Olaf Holetschek versuchte in der 56. Minute die Fronten entgültig zu klären, aber sein scharfer Schuss aus gut 22m zischte knapp am Tor vorbei. Klee hatte dann die größte Möglichkeit der Halbzeit zwei auf dem Fuß, aber auch er konnte den entscheidenden Treffer nicht landen. Manai hatte ihn perfekt mit einem Steilpass bedient, aber Klees Gegenspieler war schneller und konnte ihn kurz vor der Strafraumgrenze noch stellen, so dass er nur noch unter Bedrängnis einen ungefährlichen Schuss abgegeben konnte. So vergingen die Minuten und den Gästen merkte stets an, dass sie zumindest gewillt waren, ein wenig mitzuspielen und nicht die ganze Zeit sich hinten rein stellen zu wollen. Aber es fehlte oft an der notwenigen Cleverness, um die Jenaer in ernsthafte Gefahr zu bringen. Sechs Minuten vor dem Abpfiff noch einmal ein schneller Angriff über Klee, der den eingewechselten Christian Müller bediente, doch dessen Querpass in den Strafraum erreichte nicht den gut postierten Jovic, sondern einen Erfurter Verteidiger, der den Ball gerade noch aus der Gefahrenzone befördern konnte. In buchstäblich letzter Sekunde gab es noch einmal eine kritische Situation zu bestehen. Die Fans mochten kaum hinsehen, denn die Blumenstädter erhielten ihren zweiten Eckball des Spiels (Eckenstand 12:2!), zu der auch Torwart Fienhold mit in den Jenaer Strafraum eilte. Aber der Tabellenführer meisterte auch die Situation souverän und kurze Zeit später war die Partie zu Ende.
Was bleibt sind am Ende drei ganz wichtige Punkte und die erneute Erkenntnis, dass es gegen die vermeintlich kleinen Gegner doch oft am schwierigsten ist. Doch am Ende der Saison fragt eh keiner mehr danach, wie der Sieg letztendlich zu Stande kam. <vg>
Bilder des Sieges von Jens Weissenburger

FV Dresden-Nord - FC Carl Zeiss Jena 1:4

Tore: 0:1 Klee (17.), 0:2 Jovic (28.), 0:3 Grasser (30.), 1:3 Scholze (66.), 1:4 Jovic (72.)
Dresden: Groß; T. Gaunitz, Jugo, Georgi; Kostadinov, Scholze, Heinisch (36. Petzold), Linkert; Arto (46. Semmer), Schreiber (75. Moses), F. Gaunitz
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Maul, G. Müller (81. Böhme), Treitl (70. Noll), Petrowsky, Manai; Jovic (73. Ch. Müller), Klee

Zuschauer: 1405

Schiedsrichter: Zastrow (Berlin)

Spielbericht:
So ein richtig gutes Gefühl hatten viele nicht vor diesem Spiel bei Dresden Nord, denn noch zu deutlich waren die Erinnerungen an die beiden letzten Auftritte an der Wurzener Straße, in denen dem FCC nicht mal ein Tor gelang. Und so war es eigentlich mehr Zweckoptimismus als richtige innere Überzeugung, als ich einem Polizisten (ja, Leute aus Hainichen trifft man überall) vorm Stadion zusicherte: „Vor 2 Jahren verloren, letztes Mal Unentschieden – heute gewinnen wir.“ Irgendwie hatte ich vor dem FV einen Heidenrespekt, zumal die Dresdner in der Tabelle nur ein Pünktchen direkt hinter uns standen.
Die ersten 10 Minuten sorgten gleich für Bestätigung meiner Vorsicht, der FV begann sofort mit dem Sturm auf die Tabellenspitze. Nach 4 Minuten spielte F. Gaunitz in den Lauf von Streiber und Tino Berbig mußte sofort Schwerstarbeit leisten, um einen Rückstand zu verhindern. In der 7. Minute wäre aber auch Berbig sicher machtlos gewesen, als nach einem Patzer von Holetschek Gaunitz selbst an der Strafraumgrenze in bester Mittelstürmerposition frei Schußbahn hatte, aber etwas zu hoch zielte. Danach fing sich aber der FCC, die Abwehr machte hinten alles dicht und Jovic zeigte als erster, daß der FCC auch nach vorn spielen wollte: er ließ rechts seinen Gegenspieler stehen und paßte von der Grundlinie zur Mitte. Müller schlug jedoch über den Ball und Mauls Schuß wurde abgeblockt. Der zweite Angriff lief dann über die andere Seite, Holetschek flankte von links und Klee schraubte sich hoch und köpfte kurz und trocken zum 1:0 ein. Die Gastgeber spielten zwar – wie in den gesamten 90 Minuten – unverzagt weiter nach vorn, aber es ergaben sich keine Torchancen. Lediglich in der 22. min mußte Berbig nach einem Freistoß eingreifen. Kurz danach überlief Maul auf der linken Bahn den zuständigen Verteidiger, legte sich jedoch den Ball etwas zu weit vor, so daß der Torwart einen Schritt schneller am Ball war. In der 28. min wurde ein Holetschek-Freistoß sofort wieder aus dem Strafraum geköpft und Treitl schlug – halb mit dem Rücken zum gegnerischen Tor stehend – den herausspringenden Ball hoch wieder in den Dresdner Strafraum hinein, Jovic schaltete sofort, umkurvte seinen Bewacher und beförderte den Ball direkt per Innenseite ins lange Ecke – 2:0!!! Unbeschreiblicher Jubel bei den rund 500 Jenaern, innerlich bekam jetzt das gute Gefühl die Oberhand, daß meine Weissagung vorm Stadiontor doch eintreffen könnte. Aber als gelernter Zeiss-Fan ist man ja durch viele unliebsame Erfahrungen ganz vorsichtig geworden und so saß ein kleiner Zweifel nach wie vor in der Ecke (jemand hatte den im Forum neulich als Affen bezeichnet). Der nächste Jenaer Angriff sorgte aber für weitere Klarheit. Nach einer Ecke von Petrowsky dachten viele Zuschauer zuerst, eine gelbe Boeing hätte die Wurzener Straße mit Klotzsche verwechselt, aber es war „Air Grasser“, der da angeflogen kam und den Ball in die gleiche Ecke wie Jovic zuvor beim 2:0. 3:0 – damit war die erste Halbzeit erledigt. Erwähnenswert war noch ein Freistoß in der 45. min, Holetschek zielte aus 25 m aber direkt auf den Keeper.
Die zweite Hälfte begann mit dem für den FCC schon fast obligatorischen Abseitstor (50.). Groß konnte Müllers Schuß nur vor Treitls Füße abwehren, der aus spitzem Winkel von rechts einschob. Es gab aber keine Proteste der Spieler. Die nächsten 15 Minuten verliefen nach dem Motto „und täglich grüßt das Murmeltier“: Dresden berannte den Jenaer Strafraum, der Ball wurde von der gelben Abwehr weggeschlagen und der FV begann von vorn. Wahrscheinlich hätten wir uns das noch bis zur 90 min anschauen dürfen, wenn nicht in der 66. min Scholze das Drehbuch geändert hätte, Treitl tunnelte und die Spielkugel ins ihr von den beiden vorherigen Toren bereits gut bekannte lange Toreck schob. Und plötzlich war die Angst vorm Affen wieder da, wenn jetzt ein zweites Dresdner Tor fällt... Jovic schien aber dieses Tierchen auch nicht zu mögen, denn in der 73. min marschierte er nach einem Freistoß von Holetschek links an der Grundlinie in den Strafraum und erzielte aus ganz spitzem Winkel den Ausgleich nach „Tunneln“, der gleichzeitig das 4:1 nach Toren bedeutete. Was mit dem Affen in diesem Moment geschah, wird aus Angst vor unsportlichen Tierschützern lieber verschwiegen.
Der Rest ist schnell erzählt: Die Gastgeber setzten ihren spielerisch guten Fußball fort, ohne jedoch Torgefahr zu erzielen. Der FCC versuchte jetzt, seine Konter auch mal auszuspielen und hatte durch Klee und Petrowsky durchaus noch Chancen zu weiteren Toren. Aber das wäre wohl zuviel des Guten gewesen. Auch so waren alle Jenaer Zuschauer mit dem Ergebnis hochzufrieden und die neutralen Zuschauer waren Zeuge eines seltenen Oberligaspiels geworden, denn sie hatten zwei Teams gesehen, die wirklich Fußball spielten – ohne kloppen, ohne mauern. <uk>
Bilder des Tages auf weissenburger.de

FC Carl Zeiss Jena - VfB Germania Halberstadt 1:1

Tore: 0:1 Gerlach (9.), 1:1 G.Müller (28.)
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe (81. Böhme); Maul, G. Müller, Treitl, Petrowsky, Manai (88. Noll); Hänsel (55.Zimmermann), Klee
Halberstadt: Kischel; Pfannkuch, Moeller, Cunaeus, Kopp, Gerlach, Plock, Wickert, Mzyk, Hartmann (88.Dobritz), Richter (59.Preuß, 81.Maadaoui)

Zuschauer: 2089

Schiedsrichter: Bley (Sehmatal)

Spielbericht:
Tabellenzweiter der letzten Saison gegen einen der Aufsteiger der diesjährigen Saison - vom Papier her eigentlich eine klare Sache für den FCC und es ging nur darum, wie hoch denn der Sieg heute gegen die Gäste aus Halberstadt ausfallen würde. Viele der Fans wünschten sich vor dem Spiel, dass es am heutigen Tage nicht unbedingt wieder so einen Krimi wie im letzten Heimspiel gegen Auerbach geben müsste. Aber es kam leider mal wieder anders, als man es sich gedacht und gewünscht hatte.
Bereits nach drei Minuten gaben die Gäste in Person von Hartmann einen ersten Warnschuss an das Außennetz ab, wie um zu zeigen, dass man nicht gewillt war, sich heute beim Tabellenführer gänzlich zu verstecken. Bereits nach neun Minuten dann der Schock für den FCC: Müller verliert den Ball an Gerlach und dieser kommt dadurch ungehindert zum Schuss, doch zu allem Übel wird sein Ball noch so unglücklich von Manai abgefälscht, dass Berbig die Kugel nur noch aus den Maschen holen konnte. Entsetzen auf den Rängen. Sollte es etwa heute wieder so einen Krimi geben, den sich doch so viele nicht gewünscht hatten? Doch die Jenaer gaben sich nicht geschockt und zeigten sofort eine Trotzreaktion, doch Grassers Kopfball nur eine Minute nach dem Gegentor konnte Kischel im Tor der Gäste parieren. Die Platzherren erhöhten nun den Druck. Ein platzierter Torschuss von Maul (16.) konnte von einem Abwehrspieler des VfB gerade noch abgewehrt werden. Nach einem Foulspiel (23.) legte sich Holetschek den Ball zum Freistoß auf halbrechter Position zurecht, aber sein platzierter Schlenzer konnte vom Gästekeeper noch aus dem Dreiangel gefaustet werden. Knapp eine halbe Stunde war gespielt, da ging Gert Müller mal mit nach vorn, schnappte sich das Leder und zog aus gut 23 Metern ab. Da der Ball vor dem Tor noch einmal kurz aufsprang, hatte Kischel nicht die geringste Abwehrchance und der Ball zappelte im Kasten. Nur wenige Minuten (32.) später hatte der FCC gar die dicke Möglichkeit zur Führung, doch Pfannkuch konnte dem einschussbereiten Hänsel den Ball im letzten Moment vom Fuß spitzeln. Die Halberstädter zogen sich nun völlig zurück und machten es den Jenaern damit noch ungleich schwerer.
Der FCC machte nach der Pause gleich wieder Druck und erhöhte das Tempo erneut. Nach einer Flanke von Hänsel hat Klee mit einem Kopfball seine Chance, aber der starke Keeper der Gäste konnte auch diesen Ball parieren. Vier Minuten später (57.) konnte sich der erneut sehr agile und enorm laufstarke Klee am rechten Flügel durchsetzen, spielt einen Querpass in den Strafraum auf den bestens postierten Treitl, doch dieser traf zu allem Unglück nur einen Verteidiger der Gäste. Die Zeit lief und lief den Jenaern davon. Ohne Hektik ins Spiel zu bringen, übten sie weiter Druck nach vorne aus und schnürten die Gäste förmlich in deren Spielhälfte ein, aber der finale Pass oder die geniale Einzelaktion eines Akteurs, um den so heiß ersehnten Führungstreffer zu erzielen, blieb leider bis dato aus. Erneut Klee war es, der die nächste gute Möglichkeit einleitete: seinen scharfen Schuss aus halbrechter Position versuchte Treitl entscheidend abzufälschen, doch der Ball wollte nicht ins Tor und knallte zum Entsetzen an den Pfosten. Das Eckenverhältnis war mittlerweile bereits auf 10:0 ! angestiegen, aber im Torverhältnis stand es leider noch immer nur 1:1. Kai Zimmermann war bereits einige Minuten zuvor für den glücklosen Hänsel auf den Rasen gekommen und sorgte gleich für Gefahr. Nach einer Flanke von Klee versuchte er sein Glück mit einem scharfen Kopfball (69.) aus Nahdistanz, aber der Ball ging um wenige Zentimeter am Pfosten vorbei. Nur 60 Sekunden später hätte Hartmann mit der zweiten Torchance für die Gäste des gesamten Spiels! den Spielverlauf völlig auf den Kopf stellen können. Nach einem Querpass von Preuß läuft nimmt dieser den Ball direkt auf und ballert den Ball über das Tor. Die letzte Viertelstunde warf nun Jena alles nach vorn. Da die Gäste sich nun auch völlig zurück gezogen hatten, blieb kaum eine Lücke in der dicht gestaffelten Abwehr, um vielleicht doch ein Tor landen zu können. Die ngriffsbemühungen waren den Jenaern zwar nicht abzuerkennen, aber sie versuchten es meist mit der Brechstange oder der "Kopf durch die Wand"-Variante, doch noch zum Erfolg zu kommen, was am Ende aber leider nicht gelang. Nach 92 Minuten pfiff Schiedsrichter Bley die Partie ab ...und lange Gesichter auf den Rängen.
Trotz drückendster Überlegenheit reichte es am Ende nur zu einem glücklosen Unentschieden. Die Gäste dagegen feierten auf dem Platz diesen Punktgewinn gegen den Tabellenführer wie einen Sieg. Nun heißt es einen ruhigen Kopf zu bewahren und das heutige Spiel und deren Fehler genaustens zu analysieren, damit am kommenden Wochenende im absoluten Topspiel gegen den Tabellenzweiten aus Dresden die dringend benötigten Punkte geholt werden. <vg>
Alle Höhepunkte im Bild <jw>

VFC Plauen - FC Carl Zeiss Jena 1:1

Tore: 0:1 Klee (21.), 1:1 Barich (44.)
Plauen: Golle; Hölzel; Pietsch, Berger; Risch (46. Kellig), Barich (80. M. Pannach), Schulze, T. Pannach, Paulick; Popa (61. Gleis), Zapyshnyi
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul (67. Ch. Müller), Treitl, Petrowsky, Noll, G. Müller (76. Hänsel); Jovic, Klee

Zuschauer: 3121

Schiedsrichter: Marks (Lüderitz)

Spielbericht:
Zwanzig Minuten vor Anpfiff. Beim ersten Blick auf das Spielfeld erscheint nichts ungewöhnlich. Jenas Spieler laufen sich warm.....alle dabei ? ...jawohl, Treitl auch wieder mit von der Partie, dann kann’s ja gleich losgehen. Noch zehn Minuten bis Spielbeginn. Grübeln. Wieso steht der Kais Manai noch immer im Trainingsanzug auf dem Platz ? Die anderen Stammspieler sind doch schon wieder in die Kabine. Sollte Manai heute nicht von Anfang an spielen ? Er, seit Wochen in beständig guter Form - er, unser erfolgreichster Torschütze ! Beim Verlesen der Aufstellungen wird klar, dass der Tunesier auch nicht als Ersatzspieler auf der Liste steht. Hat er sich beim Aufwärmen verletzt ? Irgendwas muss vorgefallen sein.
In den ersten Spielminuten fiel Manais Fehlen noch nicht sonderlich auf. Der FCC gab den Ton an, auf und auch neben dem Platz, wo die 750 Zeiss-Fans den zweigeteilten (irgendwie kam mir das bekannt vor) Fanblock der Hausherren locker überstimmten. Das einzige Manko im Spiel der Blauen war zunächst die fehlende Gefahr im Abschluss. Ob Klees Schuss oder Mauls Kopfball – Golle im Kasten des VFC brauchte nicht einzugreifen. Erstmals zugegriffen hat er dann in Minute 21 – allerdings etliche Zentimeter hinter der Torlinie. Holetscheks Freistoß hatte Klee aus neun Metern aufs Tor geköpft und der genau auf der Linie postierte Golle fiel mit dem Ball nach hinten. Tor ! Wir standen genau auf Höhe des Geschehens, sahen den Ball klar hinter der Linie, der Schiri-Assistent zum Glück ebenso und die Proteste der Gastgeber hielten sich dann auch in Grenzen. Nun gaben die Plauener ihre bis dahin abwartende Haltung auf. Zwei Minuten nach dem 0:1 spielte Zapyshnyi Barich an, der ließ für Popa durch, welcher von der Strafraumgrenze aus das Leder an die Lattenoberkante donnerte. Aufregung dann wieder in Minute 29, als Berger im eigenen Strafraum den Ball klar mit der Hand mitnahm. Dabei muss ihm nicht einmal Absicht unterstellt werden. Aber wenn sich einer durch technische Unzulänglichkeit das Leder selbst an die Hand bugsiert und diesem eine entscheidende Richtungsänderung verleiht, hat dies der Referee nun mal mit Strafstoß zu ahnden. Der Pfiff blieb aus, viel Zeit zum Aufregen blieb aber nicht. Noll und Treitl hatten gute Gelegenheiten per Kopf. Die Plauener blieben allerdings nichts schuldig; so kam Paulick in Minute 35 zum Schuss, nachdem er auf der immer mal wieder verwaisten rechten Jenaer Abwehrseite keinen Gegenspieler vorgefunden hatte. Beim Ausgleichstreffer schließlich lief Barich mit Ball am Fuß in den Strafraum, täuschte einen Schuss an und verschaffte sich auf diese Art freie Sicht zum Tor, welches er am chancenlosen Berbig vorbei auch traf. Irgendwie scheint uns in dieser Saison beständig die Vergangenheit einzuholen. Denn nach Andreas Schwesinger in Leipzig traf mit Sebastian Barich in Plauen schon der zweite Akteur, der jahrelang das FCC-Trikot getragen hatte, gegen seinen Ex-Verein.
Die Sache mit Manai ließ mir keine Ruhe und so erkundigte ich mich in der Pause nach dem Grund für sein Fehlen. Rückenschmerzen hätten ihn geplagt, erfuhr ich - nachdem er eine Spritze bekommen hatte, klappte er mit Kreislaufproblemen kurzzeitig weg. Die Tatsache, ihn vor dem Spiel schon wieder auf dem Rasen entdeckt zu haben, erschien nun in einem ganz anderen Licht, änderte aber nichts an seiner Abwesenheit auch in Hälfte zwei. In dieser erwischten die Jenaer wiederum den besseren Start. Nach Nolls Eingabe scheiterte Stefan Treitl aus zehn Metern am blitzartig reagierenden Golle, der Linienrichter hatte zudem Abseits signalisiert. Etwa ab Minute 60 erhöhte Plauen wieder den Druck und provozierte Fehler in Jenas Hintermannschaft. Nur gut, dass Popa nicht hinschaute, als Zapyshni für ihn in die Gasse spielte und dass Noll als vorletzter Mann wenigstens im zweiten Versuch an seinem Gegenspieler vorbei kam. Glück auch, dass Kelligs Schrägschuss um Zentimeter am linken Pfosten vorbei strich (65.). Als Gleis in lediglich eineinhalb Metern Torentfernung in eine Eingabe rutschte, schien es um Jena geschehen. Doch Tino Berbig hechtete sich dazwischen und bekam das Leder noch auf der Torlinie zu fassen (68.). Das blau-gelb-weiße Glückskonto war nach dieser Szene ratzfatz leer geräumt. Die Thüringer taten also gut daran, unterstützt durch zwei frische Offensivkräfte wieder auf Angriff umzuschalten. Das Bemühen um den Siegtreffer war während der letzten zwanzig Minuten unverkennbar, ebenso aber die hohe Fehlerquote im Mittelfeld. Treitl, Petrowsky und insbesondere Noll unterliefen in dieser Phase einfach zu viele Ballverluste. Ausgerechnet der erfahrene Stefan Treitl war es auch, der Jenas beste Gelegeneheit nach der Pause fahrlässig vergab, weil er Klees überlegtes Zuspiel nicht mit dem Kopf, sondern als Seitfallzieher nahm und den Ball in das Blau des Himmels beförderte.
Kein Wunder, dass die VFC-Akteure nach dem Spiel den verdienten Punkt ausgelassener feierten als der FC Carl Zeiss. Nur zu allzu gern hätten die Jenaer den Vorsprung zu den ärgsten Verfolgern auf fünf Punkte ausgebaut. Die Gelegenheit war da, doch dafür hätte spielerisch mehr kommen müssen. Ob mit oder ohne Manai. <fc>
Bilder des Tages von Jens Weißenburger

FC Carl Zeiss Jena - VfB Auerbach 4:1

Tore: 0:1 Stabenow (26., FE); 1:1 Grasser (51.), 2:1 Klee (61.), 3:1 Manai (63.), 4:1 Böhme (85.)
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul, G. Müller (78. Benedetti), Noll, Petrowsky (87. Hurt), Manai; Jovic (78. Böhme), Klee
Auerbach: Fröhlich; Oehl; Siegemund, U. Kramer (46. Zischiesche); Schmidt, O. Müller, Gorschinek, Brzoska (66. Rose), Kadow; Stabenow, Pfoh (82. Willinger)

Zuschauer: 2226

Schiedsrichter: Weißenborn (Berlin)

Spielbericht:
Dass das Leben immer zwei Seiten hat, sollte ja vor allem Fußballfans bewußt sein. Nach Pokalsiegen folgen Abstiege, nach Abstiegen dann wieder Meisterschaften und nach schlechten Halbzeiten manchmal so richtig gute. Das Freitagsspiel gegen den VfB Auerbach ist ein gutes Beispiel für eine solche Chronologie und könnte darüber hinaus als Drehbuchvorlage für einen richtig billigen Hollywood-Schinken Pate stehen. Man ahnt im Grunde, daß es ein Happy End geben wird, freut sich aber trotzdem, wenn es nach 90 Minuten endlich soweit ist und hat zwischenzeitig ziemlich gelitten. Während der Handlung müssen einige selbstverschuldete Probleme und durch höhere Mächte verursachte Unannehmlichkeiten aus dem Weg geräumt werden, die ziemlich unnötig und zugleich sehr nervig sind, ohne die der Film aber andererseits auch abgrundtief langweilig wäre...
Als höhere Macht fungierte vor allem Schiedsrichter Weißenborn mit seinen beiden Assistenten, die speziell der ersten Halbzeit einen eher unappetitlichen Beigeschmack verliehen. Während sich über die beiden aberkannten Tore nach einem Kopfball von Grasser (10.) und einem abgefälschtem Schuß von Noll (16.) sicherlich noch streiten läßt (vor allem aus meiner Position), kann der für die Gäste gegebene Elfmeter getrost als schlechter Witz abgetan werden. Der Auerbacher Oehl kreuzte in der 28. Minute urplötzlich im Jenaer Strafraum auf, blieb an irgendwas hängen und fiel so filmreif um, daß Weißenborn auf den Punkt zeigte. Den fälligen Elfmeter verwandelte Stabenow sicher und stellte damit den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf. Zwar hatte sich Jena bis dahin nur eine nennenswerte Chance durch Jovic nach schöner Vorarbeit von Manai (11.) erarbeitet, die Führung für Auerbach war aber dennoch völlig überraschend.
Ein Blick auf die Tabelle ließ erahnen, was nun kommen sollte. Bei bisher nur fünf Gegentoren in der laufenden Saison mischte Auerbach den nötigen Beton an, um die zu erwartenden Jenaer Angriffe abzuwehren und nach Möglichkeit das 1:0 über die verbleibenden 60 Minuten zu retten. Diese Taktik schien zunächst auch aufzugehen. Zwar rannte Jena jetzt mit voller Wucht gegen das gebildete Bollwerk an, von wirklich planvollen Angriffen kann aber nicht die Rede sein. Ein Schuß von Maul aus ca. 25 m, der über das Tor flog (33.), und einer von Manai nach einer Ecke (45.) blieben im Grunde die einzigen nennenswerten Chancen. Erst als Jovic nach einem Alleingang in den Strafraum eindrang und zu Fall gebracht wurde, schien die Welt wieder in Ordnung zu kommen. Das Holetschek den fälligen Elfmeter viel zu schwach schoß (natürlich kein Vergleich zu Beckhams Elfmeter gegen die Türken), paßte jedoch irgendwie zur Dramaturgie der ersten Halbzeit. Die Pause kam dementsprechend genau richtig, um weiteren Schaden von Mannschaft und Publikum abzuwenden.
In dieser schien Achim Steffens die richtigen Worte gefunden zu haben. Jena wirkte in den zweiten 45 Minuten wesentlich geordneter und spielte sich im Minutentakt gute Möglichkeiten heraus. Zunächst paßte Petrowsky auf den gestarteten Jovic, dem der Auerbacher Torhüter Fröhlich das Erfolgserlebnis jedoch noch vermasselte (48.). Nur eine Minute später dann die bisher beste Möglichkeit, als der Ball von der linken Seite irgendwie zu Manai kam. Der brachte jedoch das Kunststück fertig, rechts am Tor vorbeizuköpfen. Auch der Kopfball Grassers wieder nur eine Minute später fand sein Ziel nicht und wurde von Fröhlich pariert. Damit war der Mehltopf der Auerbacher dann aber auch endgültig leer, denn die nächste Chance erlöste die 2200 Fans von ihren Qualen und leitete das eingangs erwähnte Happy End ein. Grasser hatte per Kopf nach einem hoch hereingebrachten Freistoß von der rechten Seite zum verdienten 1:1 ausgeglichen (52.). Auerbach stand nun mit dem Rücken zur Wand und kam kaum noch aus dem eigenen Strafraum heraus. Die drückende Überlegenheit führte folgerichtig auch schnell zum vielumjubelten 2:1. Klees Kopfball nach einem Holetschek-Freistoß landete direkt unter der Latte und stellte die beschauliche Oberliga-Welt wieder auf die Beine (61.). Die letzten leisen Zweifel räumte Manai nur zwei Minuten später aus, als er gedankenschnell in einen Rückpaß (?) der völlig verblüfften Auerbacher hineinlief, Torhüter Fröhlich umkurvte und zur Vorentscheidung in leere Tor einschob. Allgemeine Entspannung. Nachdem Maul kurze Zeit später Pech hatte, als er einen zuvor abgewehrten Ball knapp am Tor vorbeischob, ließ Jena die Zügel etwas lockerer. Erst in der 78. Minute war es wiederum Maul, der sich im wahrsten Sinne des Wortes durch die Auerbacher Abwehr wurschtelte und erst an der Fußabwehr Föhlichs scheiterte.
Als Jenas Abwehr in der 82. Minute den Ball bereitwillig vertendelte, hatten auch die Auerbacher noch ihre Chance. Der 10er semmelte den Ball aber freistehend links am Tor vorbei, so daß das große Zittern unterbleiben konnte. Stattdessen sorgte der kurz zuvor eingewechselte Böhme für einen weiteren Glanzpunkt auf Jenaer Seite, nachdem er einen langen Paß aufnahm, neben dem Auerbacher Torhüter auch noch einen Abwehrspieler schlecht aussehen ließ und den Ball zum insgesamt verdienten 4:1-Endstand einschob.
Das der Sieg verdient ist, steht außer Frage. Positiv ist, daß er durch spielerische Mittel zustande gekommen ist und die Brechstange nicht als Lückenbüßer herhalten mußte. Phantasieloses Angerenne wäre der Auerbacher Abwehr sicherlich zugute gekommen und hätte das Happy End ganz schnell in Frage stellen können. Insgesamt sicherlich kein großes Kino, aber immerhin ein hübscher Streifen und Appetitmacher für das Kommende. <bpf>
Bericht auf der offiziellen Auerbach-Seite

Hallescher FC - FC Carl Zeiss Jena 1:2

Tore: 1:0 Krauß (5.), 1:1 Klee (16.), 1:2 Manai (27.)
Halle: Bölke; Krauß; Freund, Schädlich; Eberhardt, Georg (73. Behring), Geidel, Weimann (77. Gerloff); Ofodile, Kricke (46. Kövari), Gogolok
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul (70. Ch. Müller), G. Müller, Treitl (26. Noll), Petrowsky (84. Hurt), Manai; Jovic, Klee

Zuschauer: 6493

Schiedsrichter: Herzberg (Rostock)

Spielbericht:
(Von unserem neuen Gastreporter Knut Oberländer)
Sonntag, 14.07 Uhr, High-noon an der Saale. 6430 Zuschauer wollten Zeugen des Duells der beiden noch ungeschlagenen Favoriten auf den Staffelsieg werden. Wer von ihnen nicht pünktlich im Stadion erschien, der verpasste nach gut 5 Minuten den ersten Paukenschlag, als Halles Libero Holger Krauß einen Freistoß aus mehr als 30 Metern mit brachialer Gewalt in Richtung Tor von Tino Berbig drosch. Da sich außer Daniel Petrowsky bei Carl Zeiss zwei Tage nach dem Tag der Deutschen Einheit niemand traute, eine Mauer zu errichten, krachte der noch leicht abgefälschte Flatterball unter die Querlatte. Jena zeigte sich davon nicht geschockt und das Dagegenhalten führte zum schnellen Erfolg, als sich Carsten Klee 6 Minuten später nach Pass von Manai auf rechts durchsetzte und mit seinem platzieren Flachschuss Halles Torwart Bölke keine Chance ließ. In Anbetracht dieser furiosen Anfangsminuten fühlten sich viele der rund 1000 Jena-Fans an das letzte Gastspiel des FCC bei Halles Namensvettern in Leipzig erinnert, aber anders als im April in Leutzsch setzten die Blaugelbweißen nach dem Ausgleich sofort nach, gewannen die meisten Zweikämpfe, drückten Halle in die eigene Hälfte und erspielten sich Chancen zuhauf. Bei Klees 2. Treffer nach klasse Direktschuss in der 20. Minute hob der Linienrichter wegen angeblichen Abseits noch die Fahne, drei Minuten später konnte Halles Torwart knapp vor Jenas Mittelstürmer retten und in der 27. Minute wurde Jovic nach einer Kombination mit Petrowsky nur auf Kosten eines Freistoßes auf Höhe des linken Strafraumecks gestoppt. Manai schnappte sich vor Holetschek den Ball und schlenzte ihn über Mauer und den sich zum kurzen Pfosten orientierenden Bölke ins lange Eck; trotz der gnädigen Mithilfe des HFC-Keepers ein Traumtor. Auch nach der Jenaer Führung blieb es beim Einbahnstraßenfussball. In der 34. Minute scheiterte Maul bei einem Solo noch an seinem Eigensinn, nach einer Manai-Eingabe 5 Minuten später hätte er den Sack zubinden können, brachte aber frei vor Bölke den Ball nicht im Gehäuse unter und auch Jovic traf im Nachsetzen nur den Pfosten. Diesen Chancen hatte Halle in Halbzeit eins nur Verzweiflung entgegen zu setzen. Der im Vorfeld hoch gelobte Ofodile fiel bloß durch eine Schwalbe in der 33. Minute und ein Dribbling ins Aus auf. Wirklich gefährlich wurde es erst in der 36. Minute, als Berbig bei einem Weitschuss unsicher wirkte und zur Ecke klärte. Beim anschließenden Eckball blieb ein Hallenser Stürmer im Fünfmeterraum sträflichst ungedeckt, doch sein Kopfball war zu unplatziert, um Jenas Torwart ernsthaft zu fordern. In der 43. Minute nahm Holetschek seinem Keeper die Arbeit ab, als er eine blind in den Strafraum gehämmerte Hallenser Eingabe mit knapper Not über das eigene Tor lenkte. Das war alles vom Offensivspiel des HFC und den Schlusspunkt in Halbzeit eins setzte wieder Jena, als Schwabe auf Linksaußen im Strafraum angespielt wurde und sein Schuss nur knapp am kurzen Pfosten vorbeistrich.
Trotz der überragenden Vorstellung der ersten 45 Minuten war nicht selbstverständlich anzunehmen, dass Jena in Halbzeit zwei ähnlich dominiert. Allerdings war auch nicht zu erwarten, dass die Rollen nun vollkommen getauscht würden. Der FCC spielte zwar jetzt gegen den Wind, aber das allein dürfte nicht erklären, warum man sich nur noch in der Defensive befand, nach vorne gar nichts mehr ging, die Zahl der gewonnenen Zweikämpfe drastisch sank und Halle dank eines nun stärker aufspielenden Ofodile zu einer Vielzahl von Chancen kam. In der 50. Minute ging ein Pressschlag zwischen dem Nigerianer und Berbig noch ins Toraus, in der 53. senkte sich im Anschluss an eine Ecke der abgefälschte Ball gefährlich über Berbig, zur Erleichterung des Jenaer Anhangs jedoch auch über das Tor hinweg, und in der 57. versuchte sich Halles Libero mit einem zweiten Sonntagsschuss, aber diesmal zeigte Berbig mit Faustabwehr, warum er Jenas Spieler der Saison 2002/03 war. In dieser Phase, bis zirka zur 75. Minute, wandelte der FCC auf sehr, sehr dünnem Eis und nur aufgrund der mangelnden Präzision des HFC im Abschluss blieb man vom Ausgleich verschont. Entlastung für die Jenaer Defensive brachte auch die Schlussviertelstunde kaum. Die Konter wurden nicht ausgespielt und so war vor dem Strafraum meist Feierabend. Dem jungen Hurt kann man noch den geringsten Vorwurf machen, dass er kurz nach seiner Einwechslung frei im Strafraum stehend verstolperte. Grassers Kopfball in der 83. Minute über das Tor blieb so die verheißungsvollste Chance und auch Manai gelang es wenige Minuten zuvor nicht, bei seinem Freistoß, nach Foul an Christian Müller, den FC Standard wiederzubeleben. Da aber die Hallenser ihr Pulver offenbar verschossen hatten, drohte dem FCC-Sieg nur noch einmal Gefahr, als Noll seinen Torhüter in der 82. Minute mit einer halbherzigen Rückgabe in Bedrängnis brachte. Kurz vor Spielende stimmte Jenas Anhang bereits das „Oh wie ist das schön" an und nach 3 Minuten Nachspielzeit konnten sich die Männer in den blauen Jerseys endgültig an den Ovationen der Zeiss-Fans für einen verdienten Sieg erfreuen.
Eine vorentscheidende Weichenstellung über den Staffelsieg brachte dieses Spiel jedoch nicht. Solche Erwartung wäre nur realistisch, wenn der FCC die grandiose Vorstellung der ersten 45 Minuten in den restlichen 24 Spielen konstant wiederholen könnte. Bei der Leistung in der zweiten Halbzeit wurde aber deutlich, dass Jena bereits im nächsten Spiel wieder herausgefordert ist, den Beweis zu erbringen, dass Auerbach nur in geographischer Hinsicht näher an Pößneck als an Halle liegt.
Spielbericht auf der offiziellen HFC-Page
Fotos vom Spitzenspiel

FC Carl Zeiss Jena - VfB Pößneck 1:1

Tore: 1:0 Manai (26.), 1:1 Sobek (49.)
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul, G. Müller (82. Noll), Treitl, Petrowsky, Manai; Jovic (76. Hänsel), Klee
Pößneck: Okrucky; Lässig (46. Krause); Kowalik, Bartholme; Daum, Hempel, Schimmelpfennig, Bloß, Walther; Sobeck, Reimann,

Zuschauer: 3152

Schiedsrichter: Simon (Schkopau)

Spielbericht:
Manchmal wiederholt sich Geschichte doch: Da fährt man mit mächtigem Fracksausen zu einem Auswärtsspiel und gewinnt das überraschend klar. Das darauffolgende Heimspiel sollte eigentlich eine Pflichtübung werden, aber denkste – plötzlich geht nicht viel und das Ding ist vergeigt. Neugersdorf 02/03 hätte eigentlich eine Lehre sein sollen, aber 03/04 gegen Pößneck lief (fast) der gleiche Film ab. Doch der Reihe nach.
Die ersten 20 min hätte man sich glatt schenken können. Außer einem Treitl-Kopfball nach einer Viertelstunde passierte nichts und es machte sich große Langeweile breit, zu der das Nieselwetter paßte. In der 21. min weckte Hempel (Achtung, der spielte diesmal für den Gegner!) die Zuschauer mit einem 20m-Schuß, den Berbig erst im zweiten Zupacken festhalten konnte. Einige Minuten später kommt der Ball nach einem weiten Einwurf in die Mitte und als alle damit rechnen, daß Okrucky (noch ein Ex-Jenaer) den Ball fängt, kommt von hinten Manai angerannt und nickt den Ball zum Führungstreffer ein. Dies war der Auftakt zu einer Druckphase des FCC: In der 28. min verlängert Grasser am kurzen Pfosten einen Eckball, doch Maul verfehlt per Kopf knapp das Tor. Wiederum 3 Minuten später ließ der Schiedsrichter nach einem Foul an einem Jenaer Vorteil laufen, Klee versetzte seinen Gegenspieler mit einem Schwenk, setzte den Schuß von der Strafraumgrenze aber knapp vorbei. Aber so richtig glasklare „Hundertprozentige“ ergaben sich nicht. Die Pößnecker beschränkten sich im wesentlichen auf eine massive Abwehrarbeit, die auch – mit einer Ausnahme – erfolgreich war.
Leider verpaßten die Jenaer Spieler den Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit: Körperlich waren sie zwar auf dem Rasen, aber geistig schienen sie noch in der Kabine zu sein. Anders läßt sich das Geschehen der ersten Minuten nach der Pause nicht erklären, das in einer Fehlerkette in der 49. min gipfelte. Inkonsequentes Zweikampfverhalten, ein „Tunnel“ und ein Pößnecker konnte rechts durchmarschieren und auf den völlig freistehenden Sobeck zurücklegen, der den Ball zum Ausgleich ins kurze Eck knallte. Jena brauchte ein paar Minuten, um sich von dem Schreck zu erholen, dann setzte ein wütender Ansturm ein. Okrucky mußte ein um das andere Mal sein ganzes Können zeigen, um eine erneute Jenaer Führung zu verhindern. Dabei wirkte er nicht immer sicher. Jena hatte in dieser Phase eine Ecke nach der anderen, und in der 61. min schien endlich der Erfolg zu lächeln: Nach einer abgewehrten Ecke köpfte Treitl von der Strafraumgrenze gegen die Latte, Okrucky war ziemlich orientierungslos und Grasser hob den zurückspringenden Ball ins verwaiste Tor, während zwei andere Jenaer aus Nahdistanz zuschauten und nicht ins Geschehen eingriffen. Der Torjubel wurde jedoch durch den Linienrichter erstickt, der zum Entsetzen der Jenaer Spieler und Zuschauer die Fahne hob und Abseits anzeigte. Erstens hatte der gute Mann offensichtlich noch nie etwas von passivem Abseits gehört (Grasser stand garantiert nie und nimmer drin) und zweitens ignorierte er Hempel, der fast auf der Grundlinie stehend jegliches Abseits aufhob. Also weiteres Anrennen des FCC, aber entweder Okrucky (63. bei Holetscheks Kopfball) oder eines der zahlreichen Verteidigerbeine hatten etwas dagegen. Ab der 70. min war jedoch die große Luft heraus, ein Gespenst namens „Neugersdorf“ schien Spieler und Publikum zu lähmen. Und in der Schlußminute hätte jenes Gespenst beinahe wieder zugeschlagen, doch Walther donnerte den Ball gegen den Pfosten von Berbigs Tor. Hängende Köpfe bei allen Jenaern beim Schlußpfiff, da die Tabellenführung an die in Grimma führenden Hallenser abgegeben worden war... doch wiederum „denkste“! Plötzlich ein Aufschrei aus den offenen Fenstern des VIP-Bereichs, der sich über die gesamte Tribüne fortpflanzte. Und schließlich brachte die Anzeigetafel die rettende Kunde auch fürs Auge: „Grimma – HFC 1:1“!
Und so dürfen wir am nächsten Spieltag als Spitzenreiter ins eher altehrwürdige Kurt-Wabbel-Stadion fahren. <uk>
Bilder des Tages <jw>

SV 1919 Grimma - FC Carl Zeiss Jena 0:5

Tore: 0:1 Holetschek (7., FE), 0:2 Maul (19.), 0:3 Treitl (59.). 0:4 Treitl (72.), 0:5 Grasser (78.)
Grimma: Winkler - Winter, Massner (74. Müller), Birnbaum, Braun, Mähne (64. Sobottka), Beyer, Pörschmann, Liebig, Großman (64. Knoof), Brumme
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul (64. Benedetti), G. Müller, Treitl (74. Noll), Petrowsky, Manai (69. Hänsel); Jovic, Klee

Zuschauer: 1265

Schiedsrichter: Bartsch (Marnitz)

Spielbericht:
Spitzenspiel in Grimma ! Kaum jemand hätte für möglich gehalten, dass der SV nach sieben Spieltagen auf Platz drei stehen und mit Liebig (8 Treffer) den Torschützenkönig der Liga stellen würde.
Jena war also hinreichend gewarnt und bemüht, den ehrgeizigen Kontrahenten gleich in die Schranken zu weisen. Wie so oft in den letzten Wochen wurde das Geschehen nach Anpfiff in des Gegners Hälfte verlagert. Dieses Engagement wurde bereits nach sechs Minuten belohnt: Aus dem Fußgelenk lupfte Daniel Petrowsky zu Alexander Maul. Der hatte nur noch den Torhüter vor sich und wurde, als er den Ball schon an Winkler vorbei geschoben hatte, von den Beinen geholt. Klare Sache, Elfmeter. Der Keeper ahnte die Ecke, Holetscheks Schuss war jedoch scharf und platziert - 1:0. Jena ließ keine Spur locker. Alexander Maul prüfte Winkler mit 20-Meter-Freistoß (12.), dem überraschten wie freistehenden Gert Müller rutschte eine Klee-Flanke durch die Beine, nachdem sie ein Grimmaer verpasst hatte. Stichwort Müller, gemeinsam mit Grasser schirmte er Torjäger Liebig beinahe völlig ab. In Strafraumnähe ließ Markus Grasser dem SV-Kapitän keinen Zentimeter Raum; so bald sich dieser ins Mittelfeld zurück fallen ließ, übernahm Gert Müller. Kein Wunder, dass Berbig in der Anfangsphase nur bei Brummes 17-Meter-Freistoß ein bisschen was zu tun bekam. Zwei Minuten später passte Holetschek lang nach rechts zu Petrowsky, welcher schnell auf Grasser weiterleitete. Die Flanke wurde nur kurz abgewehrt, Maul hielt drauf und traf ins lange Eck. Zwei Tore nach gut 20 Minuten - das hatten wir schon gegen Zwickau. Doch im Unterschied zur Vorwoche steckte Jena keinen Deut zurück und war gut beraten damit. Manai spielte Klee in den Lauf, doch beim Umkurven des Torhüters wurde der Winkel zu spitz (22.). 300 Sekunden später zeigte der Unparteiische nach Foulspiel Vorteil an, Jovic tanzte seinen Gegenspieler aus, scheiterte aber knapp an Winkler. Grimmas beste Phase begann in Minute 33, als ein Ball haarscharf am Pfosten vorbei flog. Tino Berbig hieß eine Minute später der Retter in der Not, als er Mähnes Schuss zur Ecke hechtete. Die Partie blieb kurzweilig, woran auch das Schiedsrichter-Trio seinen Anteil hatte. In der 35. Minute kam Liebig im Laufdull mit Maul nahe der Grundlinie zu Fall. Referee Bartsch zeigte auf den Elfmeterpunkt. Daraufhin meldete sich sein Assistent an der Seitenlinie. Er hatte die Szene von seiner Position aus besser verfolgen können und eine Schwalbe gesehen. Der junge Unparteiische wandelte daraufhin seine Entscheidung in Eckball um. Grimma ließ sich nicht beirren, machte weiterhin Druck, und wenn der Angreifer zwei Meter vorm Tor die scharfe Eingabe Brummes erwischt hätte, wäre kein Jenaer mehr in der Lage gewesen, den Anschlusstreffer zu verhindern. Der winzige Moment, den Maul zögerte, als eine Klee-Flanke genau zwischen ihm und Winkler aufsetzte, kostete ihm das 3:0 noch vor der Pause. Dies wäre Grimmas Spielanteilen der ersten Hälfte allerdings nicht gerecht geworden.
Nach der Pause spielten die Zeiss-Städter bei sommerlichen Temperaturen mit dem Wind im Rücken und entfachten noch zusätzlich welchen. Bei Holetscheks Freistoßknaller an die Lattenunterkante wurden Erinnerungen an sein Traumtor gegen Laubegast wach. Es folgten ein paar hektische Minuten, die der Schiri noch mit Mühe in den Griff bekam. Eines muss man Herrn Bartsch allerdings bescheinigen: In puncto Vorteilsauslegung kann sich so mancher Kollege ein Beispiel an ihm nehmen. Nach Foul im Mittelfeld ließ er beim dritten Treffer Vorteil gelten, den Klee und Treitl gemeinsam zu nutzen wussten. Erst danach gabs Gelb für Liebig. Mit dem 3:0 waren die Punkte im Sack, doch die Show des Stefan Treitl hatte gerade erst begonnen. In Minute 63 überlief er eine Abseitsfalle, schoss aber überhastet, als er den Atem zweier Gegenspieler im Genick spürte. Hier schien der Routinier nach immenser Laufarbeit bereits mit seinen Kräften am Ende. Doch nach Petrowskys Freistoß nahe der Eckfahne steckte er die letzten Körner in einen Schuss, dem man der ARD ruhig einmal als Tor der Woche vorschlagen sollte. Volley aus 18 Metern schlug der Ball unter der Querlatte ein. Treitl durfte danach raus, seine Mannschaftskameraden hatten aber noch immer nicht genug. Beide Trainer sprachen hinterher von einem Rausch, in den sich die Thüringer gespielt hätten. Da auch die gastgebende Elf ihrem Anhang wenigstens den Ehrentreffer präsentieren wollten, blieb es ein ansehnliches Spiel, in dem die Jenaer ihre individuelle Überlegenheit ausspielten. Daniel Petrowsky beispielsweise mag verglichen mit Manai, Treitl, Jovic unauffällig gewirkt haben - doch kann er allein von sich behaupten, vier der fünf Treffer vorbereitet zu haben. Wäre Grassers Tor in Hälfte eins (warum auch immer) nicht annuliert worden, käme sogar noch ein Scorer-Punkt mehr hinzu. Markus Grasser trug sich dann noch in die Torschützenliste ein. Vorbereiter, na klar, Daniel Petrowsky, dessen Freistoß Grasser praktisch nur zu verlängern brauchte. Klasse Jungs, es machte richtig Spaß, zu zu schauen und ich werde einen Teufel tun, bei einem 5:0 noch nach dem Haar in der Suppe zu suchen. Eine bessere Reklame für das nächste Auswärtsspiel in Halle konnte es vor diesmal annähernd 500 mitgereisten Fans in blau-gelb-weiß jedenfalls nicht geben. Bis zur letzten Sekunde kämpften die FCC-Aktiven um ein noch höheres Resultat. In fast aussichtsloser Situation rannten Klee und Jovic in der 90. Spielminute dem ballführenden Winter hinterher. Dieser war derart verdutzt, dass er das Leder prompt an Klee verlor, Jovic leitete es in die Mitte weiter, wo Hänsel denkbar knapp an seinem ersten Torerfolg vorbei schrammte.
Auffällig die Ausgeglichenheit in der derzeitigen Stammelf. Jede Woche, jedes Spiel ragen andere heraus, eine permanent schwächer besetzte Position, die die Gegnerschaft ausnutzen könnte, ist derzeit nicht auszumachen. Da für jeden Mannschaftsteil noch adäquater Ersatz bereit steht, könnte dies am Ende unser großes Plus sein. Selbst wenn es noch ein weiter Weg ist. <fc>
Bilder vom höchsten Saisonsieg
Spielbericht auf der SV-Homepage

FC Carl Zeiss Jena - FSV Zwickau 3:0

Tore: 1:0 Manai (3.), 2:0 Klee (22.), 3:0 Manai (90.)
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Benedetti; Maul, G. Müller, Treitl, Petrowsky (64. Noll), Manai; Jovic, Klee (83. Hänsel)
Zwickau: Metzner - Findeisen, Vogel, Fahrenholz, Chudzik (80. Haprich), Papp, Trochocki, Embingou, Dittich (67. Böckel), Pafel (74. Crusellas), Weiß

Zuschauer: 3019

Schiedsrichter: Zastrow (Berlin)

Spielbericht:
Sicher unbeabsichtigt verwendeten zwei Thüringer Zeitungen in ihrer Vorschau-Überschrift auf dieses Spiel den gleichen Begriff: „Jena macht seine Hausaufgaben“, war in der OTZ zu lesen. „Hausaufgaben erledigen“ forderte die TLZ. Zwickau als reine Pflichterfüllung ? So ändern sich die Zeiten. Einst ein Saisonhighlight, bestand nach den letzten Auftritten der Westsachsen diesmal wirklich kein Anlass, auf Spitzenspiel zu machen. Deren Fans hatten nach dem schwachen Aufritt ihrer Mannschaft bei Laubegast sogar einen Sitzstreik auf dem Rasen abgehalten. Bei einer Umfrage auf der FSV-Homepage hielt nur jeder vierte Teilnehmer einen Punktgewinn in Jena für möglich.
Jenas Spieler nahmen ihre Aufgabe zu Beginn dennoch sehr ernst und beseitigen bereits in der Anfangsphase jegliche Zweifel am Spielausgang. Schon am eigenen Strafraum bedrängt, verlor ein Zwickauer Verteidiger nach zwei Minuten das Leder an Kais Manai. Dieser umkurvte Vogel und schoss aus neun Metern Entfernung das 1:0. Auch die folgenden Aktionen, initiiert von Müller, Jovic, Manai besaßen Zug zum Tor. Treitl köpfte knapp drüber (9.), Benedettis Pass in den freien Raum erwies sich für Klee als einen Tick zu schnell (16.). Die gestressten Gäste fingen sich nach einer Viertelstunde. Oder lag es daran, dass Jena schon etwas den Druck rausnahm ? Einige Minuten passierte jedenfalls gar nichts, der zweite Treffer kam deshalb zu einem leicht überraschendem Zeitpunkt. Schwabe-Flanke von links, Jovic taucht ab, Klee ebenfalls, nur dass dieser frei am Elfmeterpunkt den Ball erwischt und per Aufsetzerkopfball trifft. So erfreulich die frühe Vorentscheidung auch war, dem Spiel selbst tat sie nicht gut. Die Tatsache, dass nicht nur nach anfänglichem Powerfußball, sondern auch in einer Phase mit halber Kraft Tore fielen, ließ die Jenaer den Fuß noch ein bisschen mehr vom Gaspedal nehmen. Lediglich Maul besaß nach Kombination über Petrowsky und Müller noch eine klare Gelegenheit, scheiterte aber an Metzners Fußabwehr (28.). Zwei Minuten später tauchte zum ersten (und einzigen!) Mal ein Zwickauer frei vorm Jenaer Gehäuse auf. Berbig bereinigte gegen Dittrich. Nach exakt einer halben Stunde beendeten die bis dahin schweigenden FSV-Fans ihren einwöchigen Protest, feuerten ihre Elf an und ließen rot-weiße Luftballons zerplatzen. Es waren die letzten Knaller in Hälfte eins.
Dem Trend der letzten Heimspiele, vor der Halbzeitpause die überzeugendere Vorstellung abzuliefern, blieben die Jenaer auch diesmal treu. Der in der Presekonferenz geäußerte Verweis auf die Tiefe des Rasens im Ernst-Abbe-Sportfeld kann nicht als alleinige Erklärung herhalten für die nun folgenden 44 Minuten gepflegter Langeweile. Im Spiel ohne Ball taten die Zeiss-Kicker wirklich nur das Nötigste. Wirkten ein bisschen lustlos, wie halt bei Hausaufgaben so üblich. Lediglich Kais Manai versprühte einen Hauch von Spielfreude. Der einzige Schuss, der aus dem Spiel heraus aufs Tor kam, hatte als Absenderadresse den Namen Alexander Maul (65.). Zugute halten muss man den Jenaern, dass sie von den Zwickauern kaum gefordert wurden. Durch Köchers Rot-Sperre ihres Kapitäns und Antreibers beraubt, blieb eigentlich nur noch Rock Embingou als potentieller Mittelfeld-Motor übrig. Dessen Kreise wurden von Stefan Treitl entscheidend eingeengt. „Jena will nicht und Zwickau kann nicht“, brachte es ein Zuschauer auf den Punkt. So blieb genügend Zeit, sich über Nebensächlichkeiten zu amüsieren. Darüber, dass Rot-Weiß Erfurt nicht mehr in Führung liegt, dass der FCC laut Anzeigetafel plötzlich gegen Dresden-Laubegast spielt und dass sich der Schiri kurzzeitig vom Jenaer Mannschaftsarzt behandeln lassen muss. Wer als Zuschauer geduldig seine Zeit absaß, bekam in der Schlussminute als Belohnung noch einen schönen 22-Meter-Freistoß Manais über die Zwickauer Mauer geboten. Ohne Treffer aus Standartsituationen wäre so ein Spiel in dieser Saison auch schließlich nicht komplett.
Fazit: Der FCC hat seine Hausaufgaben gemacht. Die nächste Leistungskontrolle steht für den Klassenprimus aber erst am nächsten Sonntag auf dem Stundenplan. <fc>
Fotos von Jens Weißenburger
Fotogalerie auf rene-roeder.com
Bericht auf der offiziellen FSV-Page

Dresdner SC - FC Carl Zeiss Jena 0:3

Tore: 0:1 Jovic (21.), 0:2 Maul (27.), 0:3 Klee (52.)
Dresden: Huster; Benken; Ballaschk, Hein, Nuck; König, Baum, Heidler, Wietzke (4. Nagel); Troche (84. Weise), Bernhardt (78. Schmuck)
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul (69. Ch. Müller), G. Müller, Treitl, Manai (63. Noll), Benedetti; Jovic, Klee (63. Hänsel)

Zuschauer: 558

Schiedsrichter: Cyrklaff (Laubsdorf)

Spielbericht:
Oktober 1990. Rudolf-Harbig-Stadion zu Dresden. 87. Spielminute. Mit einem Zauberpaß bedient der junge hoffnungsvolle Stürmer Carsten Klee seinen Mannschaftskameraden Olaf Holetschek. Der scheitert an Dynamos Keeper Teuber, im Nachschuß verwandelt der eingewechselte Heiko Weber zum 2:1-Siegtor und befördert damit den FC Carl Zeiss Jena in das Viertelfinale des NOFV-Pokals. Kein wirklich historisches Tor, denn nur eine Runde später war in Eisenhüttenstadt Endstation für die Blau-Gelb-Weißen, und lange nicht so bedeutend wie der Treffer des gleichen Schützen acht Monate später in Cottbus, mit dem er Jenas Zweitligaqualifikation sicherte und zugleich das Buch der DDR-Oberliga schloß. Aber es sollte für fast 13 Jahre der letzte Siegtreffer einer FCC-Mannschaft in Dresden sein und wie ein Fluch über den Ausflügen nach Elbflorenz liegen. 0:4, 0:1 und 0:0 bei Dynamo, 0:3 und 1:2 beim Dresdner SC, 1:2 und 0:0 bei Dresden Nord, und schließlich jenes peinliche 0:2 vor Jahresfrist bei den flutgeschädigten Feierabendkickern aus Laubegast. Ähnliches konnte man sich nun nicht mehr erlauben, denn angesichts gleich dreier Auswärtsaufgaben in Sachsens Landeshauptstadt musste diese Saison der Bann gebrochen werden, um nicht erneut die angestrebten Aufstiegsträume am Elbufer begraben zu müssen.
Den gut 250 mitgereisten Fans schwante aber zunächst nichts Gutes, denn die erste Situation nach nur wenigen Sekunden gehörte den Gastgebern. Vito Benedetti schien bei Kais Manai in Leipzig zu genau hingeschaut zu haben und brachte mit einer zu kurzen Kopfballrückgabe Tino Berbig in arge Bedrängnis. Nur Kopf und Kragen riskierend konnte Jenas Spieler der letzten Saison vor dem heranstürmenden Wietzke retten. Für letzteren war dieser schmerzhafte Zusammenstoß gleichzeitig das Ende des Spiels, für seine Mannschaft bedeutete es das Ende jeglichen gefährlichen Auftauchens vor dem Jenaer Tor für die folgenden 90 Minuten. Abgesehen von Benkens 25-Schuß nach einer knappen Stunde, der eine sichere Beute des beschäftigungslosen Berbig wurde, kamen die Gastgeber kaum aus ihrer eigenen Hälfte hinaus und beschränkten sich weitestgehend auf die Verteidigung des eigenen Gehäuses. Da der FCC-Elf zunächst die Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Tor fehlte, Holetscheks Freistoß in den Armen des guten Husterlandete, dauerte es bis zur 21. Minute, ehe die beiden noch verbliebenen Protagonisten jenes letzten FCC-Erfolges vor 13 Jahren die Weichen auf Sieg stellte. Kapitän Olaf Holetschek bedient Carsten Klee, der setzt sich auf der rechten Seite mit schönem Haken gegen seine Gegenspieler durch, um sich dann darüber freuen zu können, dass Miroslav Jovic im 5m-Raum seine flache Hereingabe zur erlösenden Führung nutzt. Nur fünf Minuten später ist es erneut der an diesem Tage starke Klee, welcher nach toller Einzelleistung Jovic gekonnt in Szene setzt. Dessen Schrägschuß kann Huster mit Mühe zur Ecke klären, eine Ecke mit Folgen. Kais Manai schlägt das Leder gefühlvoll an den langen Pfosten, wo Alexander Maul in gewohnter Manier per Kopf vollendet. Abgesehen von Jovics Flachschuß aus spitzem Winkel nach 33 Minuten und mehreren Verwirrung im Dresdner Strafraum stiftenden Eckbällen passierte dann bis zur Pause nicht mehr viel.
Jena kontrollierte, Jena dominierte, aber Jena zelebrierte nicht. Ganz anders vor allem die jüngeren Fans im Gästeblock, die ausgelassen und lautstark den scheinbar sicheren Erfolg feierten. Lediglich einige der älteren, leiderprobten Fans im Jenaer Lager trauten dem Braten noch nicht so richtig, wurden aber bereits kurz nach Wiederanpfiff ihrer Sorgen entledigt. Carsten Klee, zuvor als Vorbereiter glänzend, durfte sich nach Manais Freistoßflanke von links und Mauls Kopfballablage in den 5m-Raum selbst als Torschütze feiern lassen, und vollendete somit zugleich Jenas sage und schreibe 11. Treffer aus einer Standardsituation in dieser Saison. Es dürfte sich in der Oberliga herumgesprochen haben, welche Gefahr Jena aus ruhenden Bällen erzielt. Umso bemerkenswerter, dass sich die Gegnerschaft dennoch meist nur durch Fouls oder Befreiungsschläge ins eigene Toraus zu helfen weiß, und so sorgte in der Folge eine wahre Flut von Eck- und Freistößen immer wieder für Gefahr im Strafraum der jetzt mehr und mehr überforderten Sachsen. Nach dem Doppelwechsel Hänsel/Noll für Manai/Klee erarbeitete sich der FCC Chancen fast im Minutentakt, sündigte aber großzügig und ließ den Notizen machenden Spielberichtsschreiber zwischenzeitlich kaum zur Ruhe kommen. Grassers Kopfball aus drei Metern übers Tor (66.), Hänsels abgeblockter Schuß nach Maul-Hereingabe (67.), Jovics parierter Drehschuß in der gleichen Minute, Treitls Schrägschuß übers Tor nach Nolls Zuckerpaß (68.), Scheitern des von Noll mustergültig bedienten Jovic an Huster, Treitls Nachschuß am leeren Tor vorbei (71.), Hänsels Ball ans Außennetz aus spitzem Winkel, nachdem er den Torwart schon umspielt hatte (74.), wieder Hänsels Schüsschen aus 10 Metern in die Arme des Torhüters (85.), und letztlich Gert Müllers noch aus dem Dreiangel gefischter Hammer aus 20 Metern drei Minuten vor Spielende: Die Liste vergebener Chancen hätte sich noch beliebig erweitern lassen und so blieb trotz des in überlegener Manier eingefahrenen Auswärtssieges und dem besiegten Dresden-Fluch bei den Fans doch der Beigeschmack eines verschenkten höheren Erfolges. Davon wollte Achim Steffens freilich nach dem Spiel nichts wissen, und wischte derartige Nörgelei unwirsch beiseite: „Wenn andere Mannschaften auswärts 3:0 gewinnen, machen die die Sektflaschen auf. Und wir wollen den Kümmel aus dem Käse knaupeln ?“ Recht hat er. Und wenn wir nicht wieder 13 Jahre auf den nächsten Sieg in Elbflorenz warten müssen, ist vielleicht auch in Jena bald endlich wieder Zeit für knallende Sektkorken. <gunner>
Die Bilder des Tages
Bericht und Fotos auf DSC-Fanpage

FC Carl Zeiss JENA - FV Dresden 06 Laubegast 4:1

Tore: 1:0 Grasser (21.), 2:0 Klee (32.), 3:0 Holetschek (38.), 3:1 Eißrich (47.), 4:1 Jovic (58.)
Jena: Berbig, Maul, G.Müller, Schwabe, Grasser, Holetschek, Treitl, Benedetti, Jovic (74. Hänsel), Manai (86. Chr. Müller), Klee (79. Noll)
Dresden: Grundmann, Fischer, Terjek, Berthold, Kohlschütter (54. Eschrich), Bernhardt, Ehrlich, Taatz (60. Schuster), Konetzke, Lense, Eißrich

Zuschauer: 2215

Schiedsrichter: Koch (Potsdam)

Spielbericht:
Nach Neugersdorf erschien mit Laubegast unser zweiter Angstgegner der letzten Saison im EAS - und wurde ebenfalls mit 4 Treffern wieder heimgeschickt. Der Gegentreffer ist zwar ein statistischer Makel, mehr aber nicht.
Dabei sah es zunächst überhaupt nicht nach einem klaren Sieg, aus, denn die mit etlichen bekannten Spielern gespickten Dresdner machten hinten mit zwei Viererketten alles dicht. Trotzdem ergaben sich Chancen für den FCC: Maul köpfte zunächst eine Holetschek-Flanke direkt auf dem Torwart (2.), dann begann Grundmann nach knapp 10 Minuten seine Galavorstellung mit einer Flugeinlage, um einen von Treitl abgeprallten Querschläger aus dem oberen Dreiangel zu fischen. In der 11. min "entschärfte" ein 06er Mauls Abspiel Richtung Jovic, indem er den Ball nur Zentimeter neben das eigene Tor setzte. Zwei Minuten später parierte Grundmann einen Treitl-Knaller von der Strafraumgrenze; zuvor hatte Benedetti den von Klee gespielten Ball passieren lassen. Wer weiß, wie der Abend ausgegangen wäre, wenn Berbig nach einer Viertelstunde ein einzigen ernsthaften Ball der Laubegaster aus dem Spiel heraus nicht mit einer Glanztat abgewehrt hätte: Kohlschütter war rechts außen durchgelaufen und Eißrich erwischte den Ball ideal mit dem Kopf, aber Berbig sei Dank blieb es 0:0! Dann lief wieder alles in der Gästehälfte ab. Die nächste Chance zur Führung hatte Jovic (18.), als er nach langer Flanke Klees Kopfballablage aufnahm, den Verteidiger umkurvte, jedoch am Keeper scheiterte. In der 21. min klappte es dann aber doch: Holetschek trat einen Freistoß von links in den Strafraum und Grasser schoß direkt vom langen Torraumeck ins Netz! Der FCC setzte sofort nach und wollte sich nicht auf der Führung ausruhen. Und wieder war es ein Freistoß, der zum Tor führte. Der zwischen sehr kleinlich und sehr großzügig wild hin und her pendelnde Referee pfiff einen auf der rechten Seite schnell ausgeführten Jenaer Freistoß zurück, die Dresdner Abwehr hatte Zeit sich zu formieren. War aber zwecklos, denn Klee tauchte in Manais Flanke und köpfte zum 2:0 ein. In der 38. min gab es wiederum einen Freistoß für den FCC, fast von der gleichen Stelle wie vorm zweiten Treffer. Holetschek lief über den Ball, bekam den Ball von Manai in den Lauf gespielt und donnerte ihn aus 25 Metern zum "Tor des Monats" genau ins rechte obere Toreck. Unmittelbar vor der Pause mußte Grundmann nach Jenaer Ecke eine Kopfballverlängerung aufs lange Eck das 4:0 verhindern. Das 3:0 zur Halbzeit und ein gutes Spiel sorgten für entspannte Gesichter bei den Zuschauern.
Den ersten Angriff nach der Pause organisierten die Dresdner. Eißrich hob im Zweikampf am Strafstoßpunkt ab und der Schiedsrichter schenkte ihm den Elfer. Der "Gefoulte" verwandelte sicher zum 1:3, allerdings sorgte der das Netz durchschlagende Ball zunächst für Freude bei vielen Jenaer Zuschauern, die ebenso wie ich aus der größeren Entfernung den weit nach hinten fliegenden Ball als "verschossen" registrierten. Die Laubegaster, die nach dem 3:0 offensichtlich lieber den Schluß- als den Pausenpfiff herbeisehnten, schöpften nun neuen Hoffnungen und versuchten, mit allen möglichen Mitteln Oberwasser zu bekommen. Leider warf der Schiedsrichter in dieser Phase mit Großzügigkeit nur so um sich (Oder hatte er den Überblick restlos verloren?), so daß die giftigen Fouls inklusive mehrerer Trikotdehnübungen ungeahndet bleiben. Der Assistent vor der Tribüne leistete dazu durch mehrere grobe Fehler Beihilfe. Die negative Krönung erlebte man in der 61. min, als nach wunderschönem Zuspiel von Manai auf Jovic der Assistent Abseits anzeigte, ob wohl unmittelbar vor seiner Nase ein Dresdner dieses klar aufhob und der natürlich vergnatzte Jovic "Gelb" sah, während etliche Tretereien gegen Jenaer vorher "farblos" blieben. Zum Glück ließ sich der FCC durch diese Hektik nicht von seiner Linie abbringen, sondern hielt dagegen und stürmte nach wie vor an. Treitl fehlte in der 64. min etwas die Übersicht, als er links außen zur Grundlinie durchzog, dann aber den völlig freistehenden Jovic übersah. Besser machte es Manai, der nach einem blitzschnell ausgeführten Freistoß in der eigenen Hälfte mit Ball am Fuß in die Dresdner Hälfte raste und an der Strafraumgrenze den Ball zum mitstürmenden Jovic legte. Dieser schob den Ball unter Grundmann hindurch zum vierten Tor ein und brach endlich auch den Fluch, der auf unseren Stürmern zu lasten schien. Manai sah man den Spaß am Spiel richtig an, er wirbelte im Mittelfeld, verteilte die Bälle und wurde auch selbst torgefährlich. Leider blieb ihm das Sahnehäubchen eines Treffers verwehrt: in der 73. min traf er aus 20 m nur die Latte und in der 84. min wurde sein Schuß vom Torwart noch oben auf das Außennetz gelenkt. Der eingewechselte Hänsel schrammte auch nur um Haaresbreite an einem Tor vorbei, als in der 83. min ein Verteidiger seinen Lupfer über den herausstürzenden Grundmann hinweg den Ball noch von der Linie schlug. So blieb es letztendlich beim 4:1, mit dem der FCC sich wieder an die Spitze der Tabelle setzte.
Zwei Dinge sind mir bei diesem Match besonders aufgefallen: Erstens sah man, daß unser Team eingespielt ist, sich bereits aus der letzten Saison kennt. Zweitens ließ sich der FCC weder durch Strafstoß, noch durch harte Gangart des Gegners, noch durch seltsame Entscheidungen des Referees verrückt machen und zog sein druckvolles Spiel durch. Und das macht Mut für die Spiele gegen die Spitzenmannschaften.<uk>
Bilder des verdienten Sieges von Jens Weissenburger

VfB Leipzig - FC Carl Zeiss JENA 2:2

Tore: 1:0 Renn (31.), 2:0 Schwesinger (36.), 2:1 Grasser (67.), 2:2 G. Müller (69.)
Leipzig: Schöne; Civa, Kracht, Miftari; Hannemann (RK, 39.), Renn, Räbsch, Hartwig (67. Werner); Mittenzwei, Sadlo, Schwesinger (54. Baum)
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul, G. Müller (76. Noll), Petrowsky (RK, 45.), Manai (46. Hänsel); Jovic, Klee (67. Ch. Müller)

Zuschauer: 4285

Schiedsrichter: Marks (Lüderitz)

Spielbericht:
Den Achim Steffens habe ich nun schon auf einigen Pressekonferenzen erlebt. So angespannt wie auf jener zwei Tage vor dem Spiel wirkte er selten. Die Brisanz der Ansetzung lag für ihn nicht nur in der Tatsache begründet, dass zwei verlustpunktfreie Mannschaften aufeinander treffen würden. Es war zugleich seine Rückkehr an alte Wirkungsstätte.
Zu Beginn der Partie deutete einiges darauf hin, dass er sich keine Sorgen machen müsse. Hatte kurz vor Anpfiff ein Regenschauer eingesetzt, schien es, als fühlten sich Achims Schützlinge bei diesen Bedingungen pudelwohl. Nach wenigen Sekunden der erste Torschuss, folgten im Laufe der ersten halben Stunde etliche Szenen am und im Leipziger Strafraum. Jenaer Standartsituationen sind bei der Gegnerschaft neuerdings gefürchtet. Es spricht demnach für den Druck in der Anfangsphase, dass sich die Messestädter oftmals nicht anders zu helfen wussten, als auf Kosten von Freistößen und Eckbällen zu klären. Mauls Freistoß, den Schlussmann Schöne prallen ließ, bevor Kracht einen Schritt vor Grasser retten konnte, sah am erfolgversprechendsten aus (14.). Auch Holetscheks Freistoß nach 18 Minuten hatte Format. Und bei Mauls Kopfball ans Außennetz (30.) schien die Gästeführung nur noch eine Frage der Zeit. Der VfB als Heimmannschaft kam praktisch nur zum Kontern. Schwesingers Schuss einen Meter neben das Tor (10.) hätte Berbig wohl gehabt, es ging dennoch ein Raunen durchs Stadion. Ansonsten war es noch recht ruhig bei den Einheimischen. Vom Tribünen-Transparent „Tanzkapelle Südfriedhof“ stimmte lediglich die Friedhofs-Athmosphäre; wenn jemand Musik machte, dann die Jenaer. Zu dumm nur, dass ihnen auch der erste Fehler unterlief: Ein Ball der Leipziger landet in Jenas Hälfte bei Manai. Der technisch beschlagene Tunesier hätte alles mögliche damit anstellen dürfen, nur nicht DIESEN viel zu kurz geratenen Kopfball. Renn und Grasser grätschten hinein, der Ex-Chemnitzer hatte die Fußspitze eher am Ball und freie Bahn zum Tor. Es hätte einen Hauch von Genialität, sollte der Lupfer über Berbig beabsichtigt gewesen sein. Näher liegt der Verdacht (und die Reaktion des Schützen deutete auch darauf hin), dass es sich lediglich um eine verunglückte Vorlage für den weiter rechts laufenden Schwesinger handelte. Egal, Leipzig in Front. Manai, den das schlechte Gewissen plagte, versuchte mittels 19-Meter-Schuss den sofortigen Ausgleich. Doch konnte dies nicht darüber hinweg täuschen, dass sich die kalt erwischten Jenaer erst neu ordnen mussten. Das nutzte der Gegner gnadenlos aus und bekam in einer Szene Unterstützung vom Unparteiischen. Maul war im Mittelfeld zu Fall gebracht worden, der Pfiff blieb aus. Sadlo legte nach rechts ab auf Schwesinger und der bugsierte das Leder aus vollem Lauf genau ins Dreiangel. – Ausgerechnet Schwesinger ! Er hatte sich nach Gothas Abstieg in seiner Verzweiflung für Jenas zweite Mannschaft angeboten. Deren Trainer Thomas Vogel fand allerdings, dass er dafür zu schade wäre und nur deshalb bekam „Schwes“ später noch seinen Platz im Leipziger Oberligateam. Dort trifft er in Serie und sei es, wie jetzt beim 2:0, aus einer Position heraus, wo andere noch nicht einmal an einen Torschuss gedacht hätten. Mehr tat sich nicht in den Strafräumen vor der Pause, ein in vielerlei Hinsicht farbiges Spiel blieb es dennoch. 39. Minute, Petrowsky wird gefoult, Freistoß FCC. Doch kein Jenaer, sondern Hannemann schnappt sich das Leder und trabt damit aufreizend langsam zurück. Manai hat es eiliger, luchst ihm das Leder ab und legt es sich zum Freistoß. Hannemann stochert nach, Manai wirft es ihm entgegen und bekommt es genau dahin zurück geschossen, wo es einem Mann am meisten wehtut. Resultat: Manai Gelbe Karte, Hannemann Rot. Die Aussicht auf 50 Spielminuten in Überzahl schien der geeignete Dünger auf das kleine Pflänzchen Hoffnung. Doch wurde es buchstäblich zertreten, als Petrowsky fünf Minuten später von hinten gegen Sadlo einstieg. Ehrlich, nach Ansicht der TV-Bilder tue ich mich schwer, den Platzverweis gegen Daniel als Fehlentscheidung einzuordnen. Sicherlich mögen die VfB-Reaktionen Einfluss gehabt haben – Sadlo wälzte sich am Boden, als seien mehrere Knochen gebrochen (obwohl er sich nichts getan hatte, wie sich Momente später herausstellte), seine Mitspieler bedrängten den Referee. Bei Petrowskys Aktion handelt es sich dennoch um eine Unbeherrschtheit, die man sich ohne Not einfach nicht erlauben darf, wenn der Schiri zuvor bereits einen Spieler des Kontrahenten von Platz gestellt hat und die rote Karte dadurch lockerer sitzt.
Mit zwei Toren hinten und ohne Mittelfeldmotor – geht da noch was ? Mauls Schuss drei Minuten nach Wiederbeginn taugte als Mutmacher, die folgenden Szenen nicht mehr. „Wenn ich Lok-Fan wäre, würde ich mich jetzt beruhigt zurücklehnen“, konstatierte mein Nebenmann Uwe so um die sechzigste Minute herum und ernte meinerseits nur ein ratloses Kopfnicken. Sicher, die Gelben setzten sich in Leipzigs Hälfte fest, doch die Versuche, ein Zehn-Mann-Abwehrriegel zu knacken, schnupperten noch nicht nach Resultatsverbesserung. Symptomatisch die Szene in Minute 62: Schöner Pass von Müller, klug durchgelassen von Treitl, Hänsel mit Ball am Fuß in den Strafraum – bis hierhin alles prima. Doch in Tornähe versagten die Nerven, bei Hänsels Schüsschen musste man unwillkürlich an Schwesingers Knallbonbon aus Hälfte eins denken. Dann begann es wieder leicht zu tröpfeln und unsereins klammerte sich spontan an den letzten Strohhalm. Hatten unsere Kicker vorhin bei diesem Wetter nicht am besten ausgesehen ? Und tatsächlich, plötzlich bekam der FCC so etwas wie die zweite Luft. Treitl auf Hänsel, statt des angetäuschten Schusses folgt ein Abspiel. Jovic läuft bis Nähe Grundlinie, sieht den völlig freistehenden Grasser und der trifft ins leere Tor. Der Regen ließ wieder nach, doch Jena powerte weiter. Befreiungsschlag eines Leipziger Verteidigers in die Mitte wird von Maul postwendend in den Strafraum zurück geköpft. Jovic leitet weiter auf Gert Müller und der ... trifft !! In Stürmermanier wie einst sein (Fast)Namensvetter: Einfach drauf, einfach rein, endlich einmal schnörkellos. Zwei Tore in drei Minuten – ein beinahe tot geglaubter Patient war mit einem Mal wieder quietschfidel auf den Beinen. Noch schneller als Leipzig zur Führung gelang war, zog Jena nach. Ob es VfB-Trainer Andreev nun bereute, Schwesinger so zeitig vom Platz genommen zu haben ? Von nun an ging es hin und her. 70. Minute, Jovic auf sich allein gestellt kommt zu einem Schuss, der Zentimeter am Pfosten vorbei streicht. 75. Minute, Sadlo grätscht in eine Flanke, verpasst knapp. 82. Minute, Mittenzwei vor Maul, will auf Sadlo abspielen, statt selbst zu schießen, Grasser dazwischen. Und dann die vorletzte Spielminute: Christian Müller stiehlt sich seinem Gegenspieler davon, wird von Maul angespielt. „Schieß doch“, brüllten mehrere Fans unisono im Gästeblock. Müller legte sich den Ball aber erst auf den anderen Fuß und lief noch vier Schritte. Als er dann schoss, hatte Schöne den Winkel verkürzt, parierte mit dem Ellenbogen. In Mauls Nachschuss warf sich ein VfB-Verteidiger. Welch eine Chance – Mann, das wär’s gewesen !
Der Ärger verrauchte aber schnell. Unzufrieden sah nach Abpfiff niemand aus. Vor einem Jahr beim Spiel an gleicher Stelle war die Jenaer Elf hoffnungslos unterlegen gewesen. Diesmal bot sie Paroli und hätte ein 0:2 um ein Haar noch ganz umgebogen. Dass man trotz des Unentschiedens weiterhin Tabellenführer bleibt, ist der Lohn für eine kämpferisch überzeugende Leistung. Und ich würde mich durchaus wieder in den Regen stellen, wenn's dem FCC weiterhilft. :-) <fc>
Dramatisches aus Leipzig
Spielbericht auf vfb-leipzig.de

FC Carl Zeiss JENA - 1. FC Magdeburg 2:0

Tore: 1:0 Schwabe (43.), 2:0 Maul (79.)
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Maul, G. Müller, Treitl, Petrowsky, Manai; Jovic, Klee
Magdeburg: Beer; Kallnik; Grundmann, Probst; Stary (81. Kühne), Kreibich, Woitha (58. Brassart), Müller, Beise; Siemke, Banser

Zuschauer: 3312

Schiedsrichter: Schinköthe (Dresden)

Spielbericht:
(Das Gastreporter-Debüt von Frank Schorcht!)
"Narcotic", so heißt der Song, den sich die Spieler des FCC für die Heimspiele dieser Saison als Einlaufmusik entgegen aller anderslautenden Vorschläge der Fans ausgewählt hatten - offensichtlich hatte dieser Sons am lauen freitäglichen Sommerabend auch eine seinem Namen alle Ehre machende Wirkung auf unsere erste Elf. Denn narkotisch-einschläfernd war dies dann auch, was den 3312 Zuschauern, die ob des Angriffswirbels gerade der ersten Halbzeit des Neugersdorfspiels hoffnungsfroh ins Ernst-Abbe-Sportfeld gepilgert waren, zu Gesicht bekamen.
Lediglich in der 7. min lag den Zeiss-Fans der Torschrei auf den Lippen, als Treitl nach weitem Einwurf und Kopfballverlängerung sich wirklich ganz allein 5 m vor Magdeburgs Ersatzkeeper Beer wiederfand. Für einen kontrollierten und platzierten Kopfball war dieser Ball zwar zu flach- Treitl versuchte es trotzdem und setzte das Leder rechts am Kasten der Magdeburger vorbei. Angriffsaktionen, die in der Folgezeit vielversprechend begannen - verpufften regelmäßig, da sie entweder im letzten Moment abgeblockt, per Foul gestoppt wurden und unsere anschließenden Standards mehr als ungefährlich waren. Trainer Steffens sollte später in der Pressekonferenz von einem nervösen Beginn seiner Truppe sprechen, in jedem Falle schienen sie gelähmt zu sein, denn auch unsere Abwehr lieferte sich ihre Schlafeinlagen, die die durchaus talentierten Magdeburger ein paar mal vor unserem neu gekürten Spieler der Saison 2002/03, Tino Berbig, aufkreuzen ließen, doch richtig gefährlich wurde es zum Glück nie. Es folgte die 43. Spielminute, als die Zuschauer, vom dahinplätschernden Sommerfußball mittlerweile wohl auch in ihre persönlichen "Sommernachtsträume" versunken, endlich auch, wie unser Trainer sogar vor jedem Spiel  ' ihre Gefühle ' bekamen ! Maul war halblinks an den Ball gekommen, bediente von dort aus Schwabe, dessen 12m Schuß abgefälscht sich endlich zu unsrer aller Glückseligkeit im Tornetz wiederfand. Endlich durften Jubellieder angestimmt werden und der gemeine Fan versöhnt seine Halbzeitbratwurst genießen. Doch eines Tabellenführers würdig, wie es die 'geschätzten Kollegen' des MDR gesehen haben wollen, war diese Darbietung nun noch nicht unbedingt.
So wird der Achim seinen Spielern in der Halbzeit wohl den Marsch geblasen haben und damit gedroht haben, den versprochenen Kinogang um 22 Uhr zu streichen, wenn seine Truppe nicht realisiert, daß Fußball ein Laufspiel ist und man auch gegen Magdeburg laufen muß, um sich Chancen zu erarbeiten. Denn nach kurzer Eingewöhnung in der 2. Hälfte klappte vor allem das Pressing immer besser und die Magdeburger begingen zwangsläufig Fehler in der eigenen Hälfte. Hier tat sich vor allem Klee als vorderste Speerspitze hervor, der zwar insgesamt eher unglücklich agierte aber durch Einsatz zu überzeugen wußte. Kollege Jovic dagegen hatte es wahrlich schwer an diesem Abend, permanenten und vom Schiri tolerierten Ringkampfeinlagen seines  mindestens 3 Gewichtsklassen höher anzusiedelnden Gegenspielers war er nicht gewachsen und konnte sich so nur selten durchsetzen. Doch die Chancen stellten sich nach und nach ein in der 2. Hälfte. So strich Mauls Kopfball nach Freistoß in der 56. min wahrlich knapp über die Latte, konnte Beer einen Distanzschuß Müllers nach ordentlichem Solo entschärfen und traf auch  nach Volleyflanke des mit nunmehr ungeahnten Offensivqualitäten aufwartenden Schwabe und anschließender Ablage Klees Jovic den Ball nicht richtig. Es war dann dem sich ebenfalls steigernden Maul vorbehalten, den Jubelgesang im Stadion zum zweiten Male in der 79. min einzuläuten. Wiederum hatte mit Schwabe der wohl beste Spieler des Abends von links geflankt und konnte Beer diese nur nach vorn abwehren, wo besagter Maul schon stand und mit einem platzierten Kopfball über den Magdeburger Torhüter hinweg das 2:0 markierte. Was anschließend an Angriffswirbel folgte, öffnete wohl nicht nur dem Trainer das Herz, der auf der Pressekonferenz von einem Feuerwerk sprach. Chancen im Minutentakt gegen nun überforderte Magdeburger. Doch leider auch im Minutentakt vergeben - entweder übersah man den besser postierten Mitspieler so wie Maul halblinks allein vor Beer Stürmer Jovic oder man scheiterte noch mehrere Male unkonzentriert im Abschluß am guten Magdeburger Keeper, so daß es beim 2:0 Sieg blieb.
Fazit: Auch wenn ob der heutigen Ansetzung ein Hauch von Tradition und Europacup durchs Ernst -Abbe-Sportfeld wehte, so stellte doch Steffens schon nach dem Sondershausenspiel richtigerweise fest, daß eben der Europokalfinalist nicht mehr auftritt. Dies hat man vor allem in der Chancenverwertung als Fan zu spüren bekommen, würden die alle konsequent verwertet, wären wir mit Sicherheit nicht mehr in der 4. Liga. Wenn die Truppe doch weiterhin so herzerfrischend wie in der 2. Halbzeit auftritt, werden wehmütige Erinnerungen bei uns Fans an vergangene Glanzzeiten gar nicht mehr aufzukommen brauchen, denn dieser Auftritt hat wirklich Spaß gemacht. Hoffen wir also, daß nächste Woche beim ersten großen Gradmesser in Probstheida unsere Elf eine Symbiose aus der 1.Hälfte des Neugersdorfspiels sowie der heutigen 2. Halbzeit gelingt, dann muß uns sicher nicht Bange sein und wir können hoffen, daß neben einer Einlaufmusik unsere Fans! dann als "Auslaufmusik" einen Triumphmarsch anstimmen können.
Spielbericht auf fcm-fans.de
Bilder des Tages <jw>

BSV Eintracht Sondershausen - FC Carl Zeiss JENA 0:4

Tore: 0:1 Holetschek (26., FE), 0:2 Grasser (57.), 0:3 Holetschek (65., FE), 0:4 Zimmermann (85.)
Sondersh.: Menzel; Plachy; Rasch, Gerschweski; Bohne, Tanne (36. John), Duft, Kloth (73. Niecke), Krug; Baumann, Paul
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Böhme (46. Ch. Müller), G. Müller, Treitl, Petrowsky (68. Hänsel), Manai; Jovic (76. Zimmermann), Klee

Zuschauer: 750

Schiedsrichter: Oehme

Spielbericht:
Welch ein Sommer ! Kein Tag mehr, an dem die Quecksilbersäule nicht über die 32 Grad-Grenze steigt. Leistungssport wird da mitunter zur Tortur. Im Training lässt sich die körperliche Belastung entsprechend dosieren. Aber im Spiel ? Wie mag es den Aktiven auf dem Platz gehen, wenn einem schon als Zuschauer der Schweiß ausbricht, sobald man nur zum Kugelschreiber greift ?
Unter diesen Voraussetzungen muss man es schon als vernünftig bezeichnen, dass es die Spieler etwas ruhiger angehen ließen. Die erste Torchance ergab sich in Minute zwölf für den Gastgeber, als sich eine hohe Flanke von links aufs Torraumeck senkte. Christian Paul, durchaus erkennbar der Bruder des von Jena nach Bremen gewechselten Robert Paul, köpfte um nur einen Meter am linken Pfosten vorbei. „Jena, wir sehen nichts“, sangen die Eintracht-Anhänger nach einer Viertelstunde und hatten zu diesem Zeitpunkt durchaus recht. Erst ein geschenkter Standart brachte dem Tabellenführer die erste Torszene. Ohne Not hatte ein SDH-Verteidiger zur Ecke gelenkt, welche Petrowsky auf Klee schlug, der aber übers Tor köpfte. 18 Minuten waren da gespielt. Sechzíg Sekunden später zappelte der Ball im Netz. Jovic hatte mit Schrägschuss getroffen, zuvor bei Manais Anspiel aber im Abseits gestanden. Miro Jovic blieb auffälligster Akteur bis zur Pause. Nicht zufällig wurde gerade er mit jenem Klammergriff attackiert, der zum Strafstoß führte. Holetschek schickte den Torhüter zunächst in die linke Ecke und den Ball nach rechts. Doch war Jovic zu zeitig in den Strafraum gelaufen – Wiederholung. Diesmal sprang Menzel nach rechts, Holetschek hatte sich die linke Ecke ausgesucht und traf zur Führung. Als Freund und Feind in der 35. Minute wie angewurzelt um Jovic herumstanden, hatte Jenas Stürmer die Vorentscheidung auf dem Fuß, schob das Leder aber am langen Pfosten vorbei. Gleichwohl muss man sagen, dass ein 0:2 dem Spielverlauf bis dahin kaum gerecht geworden wäre. Denn die Gastgeber gingen engagiert zu Werke, zeigten auch im Spiel nach vorn beachtliche Laufarbeit; als wüssten sie, dass bei diesen Verhältnissen immer weniger zu holen sein würde, je länger die Partie dauert. Selbst wenn die vergleichsweise geringen Platzausmaße in Sonderhausen zu berücksichtigen sind – einen vier Meter hinter der Mittellinie abgegebenen Freistoß aufs Tor sieht man nicht alle Tage. Berbig war bei Raschs Kanonenschuss noch mit den Fingerspitzen am Ball (29.). Wohlwollend ließe sich das Jenaer Spiel der ersten Hälfte als sehr effektiv bezeichnen – man lag in Front, ohne sonderlich viel gezeigt zu haben. An diesem Eindruck änderten auch die beiden Schüsse Petrowskys (41., 45.) nichts.
Für Robert Böhme (das war noch gar nichts !) kam nach der Pause Christian Müller. Dem Ex-Erfurter fehlt jegliche Praxis aus der Testspielphase, dafür machte er seine Sache ganz ordentlich. Auch seine Mannschaftskameraden steigerten sich in Hälfte zwei. Mit dem Tor von Grasser, der seinen gleichgroßen Gegenspieler übersprang, wurden die Weichen gestellt. Petrowsky hatte per Freistoß serviert. In der 60. Minute wäre eigentlich der zweite Elfmeterpfiff fällig gewesen, als Jovic im Strafraum klar von den Beinen geholt wurde. Dieser Pfiff ertönte jedoch erst sechs Minuten später nach einer vergleichsweise harmlosen Berührung Pauls mit Petrowsky. Da aller guten Dinge drei sind, blieb Holetschek gegen Menzel auch diesmal Sieger vom Punkt. Kurz darauf kam der unter der Woche verpflichtete Hänsel für Petrowsky, welcher auf dem staubtrockenen Geläuf diesmal nicht so glänzen konnte wie beim Auftakt und zudem ampelkarten-gefährdet schien. Sondershausen ging nun mehr und mehr die Puste aus, bekam nach der Pause lediglich eine Chance durch einen Freistoß, nachdem Berbig bei einem Abschlag zu nah an die Strafraumgrenze gekommen war. Rasch nahm wieder Maß, diesmal aber zu hoch. Es folgte die schönste Aktion des Tages, mit Kai Zimmermann gelang sie einem weiteren eingewechselten Stürmer. Von der Mittellinie aus dribbelte er durch des Gegners Hälfte, umspielte auch noch den Torhüter und schob den Ball aus extrem spitzem Winkel in die Maschen. Da hielt es auch die Jenaer Tribünenfraktion um den Vereinspräsidenten vor Begeisterung nicht mehr auf den Stühlen.
Bei heißem Wetter cool geblieben. Gut eine Stunde nach Abpfiff waren Spieler wie Fans bei Freigetränken und gemeinsamen Bratwurstessen gleichermaßen zufrieden. Galavorstellungen sollte man besser bei Temperaturen geben, die zum Fußballspielen geeignet sind. Mit einem 4:0-Resultat lässt es sich schließlich auch so gut leben. <fc>
Eine Hitzeschlacht in Bildern
Bericht auf bsv-fans.de

FC Carl Zeiss JENA - FC Oberlausitz Neugersdorf 4:0

Tore: 1:0 Holetschek (14.), 2:0 Manai (30.), 3:0 Petrowsky (45.), 4:0 Treitl (82.)
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Maul, G. Müller, Treitl, Petrowsky (79. Zimmermann), Manai (86. Hurt); Jovic (70. Böhme), Klee
Neugersdorf: Branis - Israel, Fröhlich, Hecht (77. Gierich), Thomas, Fröhner (84. Kästner), Miltzow, Maglica, Garbe, Kubis (46. Haasler), Michael

Zuschauer: 2351

Schiedsrichter: Lupp (Zossen)

Spielbericht:
Erstes Saisonspiel in der Oberligasaison Nummer drei und der FCC hatte es mit keinem geringeren Gegner als dem FC Oberlausitz Neugersdorf zu tun. Jenem Gegner war es letztendlich zu verdanken, dass der FC Carl Zeiss Jena in der letzten Saison den Staffelsieg knapp mit einem Punkt Rückstand verpasste.
Es war also Wiedergutmachung angesagt und die Hausherren bestimmten auch gleich von Beginn an das Tempo und waren gewillt, die Schlappe der letzten Saison vergessen zu machen. Trainer Steffens hatte mit Daniel Petrowsky und Gert Müller gleich zwei Jenaer Neuzugängen das Vertrauen geschenkt, und die Fans waren gespannt, wie sich diese präsentieren würden. Bereits in der 8.Minute kam Maul zur ersten Tormöglichkeit, doch sein Kopfball ging um einige Zentimeter über das Tor. Fast im Gegenzug kamen auch die Gäste zu ihrer ersten Chance, doch der Volleyschuss aus der Drehung des Ex-Jenaers Fröhner stellte für Berbig kein Problem dar. In der 14.Minute gab es dann schon den ersten Jubelschrei im Ernst-Abbe-Sportfeld. Nach einem Eckball bekamen die Neugersdorfer den Ball nicht aus der Gefahrenzone und den abprallenden Ball schnappte sich Holetschek und erzielte mit einem herrlichen Schuss das erste Tor der Saison. Spitzenreiter, Spitzenreiter hallte es durch das Stadion. Nun war der Bann gebrochen und Jena legte noch einen Gang zu. Fünf Minuten später versuchten Neuzugang Petrowsky und Holetschek mit einem Freistoßtrick die Gäste zu überraschen. Petrowsky legte clever auf Neukapitän Holetschek ab und der versuchte sich mit einem schönen Schuss, aber Maglica konnte gerade noch auf der Torlinie retten. Michael war es, der in der 23.Minute die größte und auch einzige echte Chance der Gäste besaß, aber zum Glück traf sein Kopfball nur das Außennetz. Klee hatte ebenfalls noch eine gute Möglichkeit, doch der Neugersdorfer Torhüter Bransis konnte in dieser Szene noch Schlimmeres verhindern. Aber gegen den zwei Minuten später getretenen Freistoss aus gut 30 m von Kais Manai war der Keeper machtlos. Der herrlich getretene Ball senkte sich und fiel genau hinter Bransis zum 2:0 ins Toreck. Wenig später setzte sich der agile Klee (34.) gegen seinen Mitspieler durch und drang gefährlich in den Strafraum ein, aber sein plazierter Schuss ins Eck konnte vom Schlussmann mit einer großartigen Fußabwehr gerade noch abgewehrt werden. Auch Treitl besaß noch eine große Möglichkeit zur Resultatsverbesserung, doch erneut war es Maglica, der auf der Linie den Ball wegschlagen konnte. Der Druck der Jenaer ließ nicht nach und ein ums andere Mal wußten sich die Neugersdorfer nicht anders zu helfen, als die Angriffsbemühungen der Gastgeber mit Fouls zu stoppen. Doch der FCC hatte an diesem Tage ausgezeichnete Freistoßschützen. Neuzugang Petrowsky, der gleich in seinem ersten Spiel für den FCC zum besten Spieler auf dem Platz avancierte, legte sich in 25m Torentfernung das Leder zurecht und zirkelte mit einem traumhaften Freistoß den Ball ins Dreiangel zum 3:0. Sekunden später pfiff der Unparteiische zur Pause ab und die Fans verabschiedeten ihre Spieler mit Standing Ovations in die Kabine.
Die ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit gestalteten beide Teams ein wenig ruhiger. Bis auf einen Kopfball von Klee (51.) gab es keine einzige Tormöglichkeit. So dauerte es bis zur 65. Minute, als die Jenaer Fans erneut jubeln konnten, doch der Torjubel kam verfrüht. Nachdem Jovic mustergültig im Strafraum angespielt wurde und sich die Chance auch nicht entgehen ließ, erkannte der Unparteiische wegen einer Abseitsstellung das Tor leider nicht an. Gut eine Viertelstunde war noch zu spielen, da setzte sich Maul auf der linken Seite durch und bediente den bestens postierten Klee, doch dieser scheiterte erneut an seinem Gegenüber. Den abprallenden Ball nahm der heranstürmende Treitl direkt auf und ballerte das Leder aus spitzen Winkel an das Außennetz. Doch acht Minuten vor Abpfiff konnte dieser dennoch jubeln. Zunächst hatte sich Manai clever gegen seinen Gegenspieler durchgesetzt und war bereits in den Strafraum eingedrungen, aber in letzter Sekunde konnte er noch am Torschuss gehindert werden. Das nützte allerdings nicht viel, denn der daneben stehende Stefan Treitl nahm sich den Ball und knallte ihn unhaltbar zum 4:0 in die Maschen. Jenas Nachwuchsspieler Thomas Hurt durfte kurz danach sein Debüt im Dress des FC Carl Zeiss feiern und dann war das Spiel auch schon zu Ende.
Viele Fans waren erleichtert und freuten sich am Ende um so mehr, dass die Revanche für die Schlappe der letzten Saison so wunderbar gelungen war. Nun ist es wichtig, konzentriert die nächsten Spiele zu absolvieren, um den momentanen Platz an der Sonne weiterhin genießen und verteidigen zu können. <vg>
Bilder des Sieges von Jens Weissenburger
Bericht auf der offiziellen HP des FC Oberlausitz


Kommentatorenteam:

<fc> - Frank Cichos
<vg>- Volker Große
<uk> - Uwe Kaiser
<jw> - Jens Weißenburger
<bpf> - Björn Pfennig
<gunner> - Stefan Meißner

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