FC Carl Zeiss JENA - 1. FC Magdeburg 5:0

Tore: 1:0 Jovic (10.), 2:0 Jovic (61.), 3:0 Klee (62.), 4:0 Treitl (65.), 5:0 Treitl (69.)
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Benedetti, Treitl (72. Wittke), Burgdorf (72. Paul), Sonnenberg (59. J. Zimmermann), Maul; Jovic, Klee
Magdeburg: Becker - Bengs, Kallnik, Uffrecht, Stary, Wilke, Kreibich, Brassart, Holze, Woitha (88. Prosovsky), Schmeißer

Zuschauer: 4538

Schiedsrichter: Walter (Zwickau)

Spielbericht:
Obwohl sicherlich wegen der ungünstigen Ausgangsposition die wenigsten Zuschauer daran glaubten, dass es dem FCC am letzten Spieltag doch noch gelingen würde, Staffelsieger zu werden, fanden bei tropischen Temperaturen (ca. 32 C auf dem Spielfeld) 4538 Zuschauer den Weg zum Saisonfinale ins Stadion.
Den Spielern des FC Carl Zeiss JENA merkte man von der ersten Spielminute an, dass sie auf jeden Fall gewillt waren, zumindest ihren Teil mit einem Sieg gegen Magdeburg zum Gelingen der Staffelmeisterschaft beizutragen. Bereits nach drei Minuten ergab sich die erste Möglichkeit für die Platzherren, doch eine Eingabe vors Tor von Maul fand keinen Jenaer Abnehmer. Jovic testete kurze Zeit später mit einem Freistoß Gäste-Keeper Becker, doch dieser konnte den gefährlichen Ball wegfausten. Nur gerade mal zehn Minuten waren gespielt, da konnten die Jenaer Fans zum ersten Mal jubeln. Klee hatte sich im Mittelfeld den Ball erkämpft und bediente Burgdorf, der mit einem guten Dribbling bis zur Grundlinie vordrang und mustergültig auf Jovic spielte, der keine Mühe hatte, die Führung zu erzielen. Nach gut einer Viertelstunde tauchten dann auch einmal die Magdeburger vor dem Jenaer Tor auf, doch Berbig konnte einen Schuss von Woitha zur Ecke klären. Als nach einer halben Stunde auch der letzte Zuschauer die Führung der Leipziger erfahren hatte, merkte man das der Stimmung auf den Rängen deutlich an, die bis dato noch prächtig war. Leider übertrug sich dies auch auf das Spielfeld, denn von beiden Teams war nun nicht mehr viel zu sehen und das Spiel plätscherte so zwischen den Strafräumen hin und her. So dauerte es bis fünf Minuten vor der Pause, dass die Magdeburger zu ihrer zweiten Tormöglichkeit kamen. Eine halbhohe Flanke flatterte von außen in den Strafraum und Maul konnte gerade noch vor dem einschussbereiten Kallnick den Ball über das eigene Tor befördern.
Kurz nach dem Wiederanpfiff startete Burgdorf, einer der besten Akteure an diesem Tage im Trikot des FCC, ein Solo im Mittelfeld durch die gegnerische Hälfte. Doch nach Abspiel auf Sonnenberg und dessen Flanke in den Strafraum waren die Gäste zur Stelle und konnten die Situation bereinigen. Nach einem Freistoß von Holetschek versuchte Grasser sein Glück, aber sein Kopfball ging gut um einen Meter am Tor vorbei. Nun startete der FCC seinen Motor und drehte voll auf. Wenige Sekunden später fiel Jovic im Strafraum zu Boden, aber der Pfiff des Unparteiischen blieb aus. Klee schnappte sich das Leder, aber auch er konnte Becker nicht überwinden. Maul versuchte nach gut einer Stunde mit einem schönen Schuss Becker zu überlisten, fand in ihm aber seinen Meister. Aber nur eine Minute später war es vorbei. Gegen den scharfen Schuss aufs kurze Eck von Jovic war der Gästetorwart machtlos und es stand 2:0 für Jena. Kaum hatten die Jenaer Fans nach dem Torjubel wieder Platz genommen, da konnten sie erneut jubeln, denn nur wenige Sekunden nach dem Tor folgte bereits das 3:0. Jovic fungierte diesmal als Vorbereiter, indem er Klee mustergültig anspielte und dieser sich diese Chance nicht entgehen ließ und mit einem platzierten Schuss ins Eck sein Tor erzielte. Was war bloß in dieser Phase mit Magdeburg los? Sie wirkten auf einmal völlig verunsichert und machten Fehler wie am Fliessband. Aber der FCC drehte noch immer weiter auf und wiederum nur drei! Minuten später krachte es erneut im Kasten der Gäste: Jenas Kapitän konnte sich diesmal in die Torschützenliste eintragen lassen. Carsten Klee hatte ihn von halblinker Position perfekt angespielt und Treitl ließ sich diese Chance nicht entgehen und "haute" das Ding aus gut 12m unhaltbar in die Maschen. Aber es war noch immer nicht Schluss. Stefan Treitl hatte an seinem Tor anscheinend großen Gefallen gefunden, denn nur wenige Minuten nach seinem Treffer startete er zu einem Sololauf durch des Gegners Hälfte, überlupfte in perfekter Manier den herauslaufenden Becker und traf zum 5:0. Vier Tore in acht Minuten war Rekord. Grasser hatte eine Viertelstunde vor Abpfiff auch noch eine gute Gelegenheit zur Resultatsverbesserung, aber sein Kopfball traf nur das Außennetz. Auch Maul wollte es noch einmal wissen, aber auch ihm blieb ein Treffer am heutigen Tage verwehrt, denn ein Magdeburger Spieler konnte seinen Kopfball gerade noch auf der Torlinie retten. Die Fans spürten den Elan der Hausherren und stimmten trotz des bekannten Ergebnisses aus Pößneck altbekannte Lieder wie "Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unser Jena nicht..." an. Kreibich versuchte in der 87. Minute mit einem beherzten Solo an drei Gegenspielern vorbei den Ehrentreffer zu erzielen, aber Berbig ließ sich an diesem Tage von keinem überwinden. Die letzte Möglichkeit der Saison blieb Klee vorbehalten, doch er brachte Sekunden vor dem Abpfiff das Kunststück fertig, einen Kopfball aus 2 m Entfernung über das Tor zu köpfen.
Die Saison war zu Ende und auch dem Letzten im Stadion war nun klar, dass es auch diesmal wieder nicht zum Staffelsieg gereicht hatte. Am Ende blieb nur ein tolles Spiel mit fünf Toren, was dem FCC aber nicht viel nutzte. Aber es war den Jenaern hoch anzurechnen, dass sie in fast keiner Phase des Spiels die Köpfe hängen ließen und statt dessen forsch nach vorn spielten, um den Jenaer Fans wenigsten noch einen versöhnlichen Abschluss bieten zu können. Was bleibt, ist nur die Hoffnung, dass es in der kommenden Saison mit dem gleichen Elan weitergeht und dass es mit Aufstieg in die Regionalliga. <vg>
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FSV Zwickau - FC Carl Zeiss JENA 1:2

Tore: 1:0 Weiß (35.), 1:1 Klee (38.), 1:2 Burgdorf (74.)
Zwickau: Mewes; Chudzik; Findeisen (GRK, 57.), Trochocki; Vogel (70. Böckel), Köcher, Düring, Stuckenbrock, Papp; Weiß (75. Werner)
Jena: Berbig; Sugzda (GRK, 57.); Schwabe, Grasser; Nowotny, Burgdorf, Sonnenberg (83. Raab), J. Zimmermann (54. Manai), Maul; Klee, Jovic (73. K. Zimmermann)

Zuschauer:1466

Schiedsrichter: Scheibel (Breitenhagen)

Spielbericht:
Eigentlich hätten wir Organisatoren des allwöchentlichen FCC-Livetickers noch jemanden nach Leipzig schicken müssen, war doch das Spiel der Sachsen gegen Plauen von fast ebenso großem Interesse der Jenaer Elf. Aber auch ohne „Doppelticker“ waren die Fans über alle Veränderungen im Alfred-Kunze-Sportpark schnell informiert. Ein Mal sogar zu schnell.
Trainer Steffens hatte zunächst Manai auf der Bank gelassen, was überraschte, da mit Hempel, Treitl, Benedetti gleich drei Mittelfeldakteure wegen Verletzung oder Gelbsperre ausfielen. Auch Holetschek musste nach der zehnten Verwarnung ersetzt werden. Diese in der laufenden Saison ungewohnten personellen Engpässe merkte man den Jenaern zunächst nicht an. Schon in Minute zwei prüfte Carsten Klee FSV-Schlussmann Mewes mit Schrägschuss. „Auf jeden Fall scheinen unsere Block zu haben“, registrierte Björn vom Homepage-Team einen schwungvollen Beginn. Bock auf die Tabellenspitze. Zwar liefen die Gäste schon in dieser Phase etliche Male ins Abseits, doch stand das Zwickauer Tor ansonsten unter Dauerbelagerung, folgte Eckball auf Eckball. Klee (9.), Grasser (19.) und Zimmermann (22.) hatten Tormöglichkeiten, dass das 1:0 nur eine Frage der Zeit schien. Das fiel dann auch, allerdings für den Hauptkonkurrenten in Leipzig. Schon wieder der Kujat ? Wieder per Elfmeter ? Das darf doch nicht wahr sein ! - Die ersten Fan-Träume zerplatzten wie Seifenblasen. Die Kräfteverhältnisse in Zwickau änderte das nicht. Hier regierte der FCC. Zwar war der Belagerungszustand des gegnerischen Strafraums inzwischen aufgehoben. Doch Chancen besaß unverändert nur die eine Mannschaft. Grasser köpfte an den Außenpfosten (29.), Klee geriet an der Torraumgrenze in Rücklage (32.), Schwabe schoss Mewes an (33.). Dann kam Zwickau mal vors Tor. Ein Eckball fliegt hoch in den Strafraum, wo Sonnenberg klären will. Doch springt ihm das Leder unglücklich vor die Brust, Chudzik befördert den Abpraller zu Weiß, der mit Drehschuss vollendet. Es war nicht zu fassen – bliebe es bei diesen Spielständen, wäre die Staffelmeisterschaft zugunsten der Leutzscher entschieden ! Immerhin war noch genügend Zeit und es dauerte gar nicht lange bis zum Ausgleich. Nach einem Luftloch seines Bewachers Trochocki hatte Klee freien lauf bis in den Strafraum, von wo er aus 12 Metern ins lange Eck traf. Der FCC wieder im Rennen, doch immer noch deutlich im Hintertreffen. Denn Leipzig ging mit 1:0-Führung in die Halbzeitpause.
Die zweite Hälfte in Westsachsen begann mit Schüssen von Papp und Sugzda. Wirkliche Gefahr strahlten die aber nicht aus. Anders in Minute 56: Manai, inzwischen für den verletzt gewesenen Jan Zimmermann im Spiel, mit einer Ecke. Grasser fliegt vorbei, Burgdorf am Torraumeck schießt sofort, doch Mewes reagiert blitzschnell und wirft sich auch in Klees Nachschuss. Hier rauften wir uns die Haare. Ganz von allein haarsträubend wirkte im Vergleich dazu das fehlende Fingerspitzengefühl von Schiedsrichter Scheibel. Findeisen war Berbig etwas zu forsch angegangen und sah sich daraufhin einem wütenden Sugzda gegenüber. Auge in Auge standen sie sich gegenüber – und gut war’s. Im Fernsehen sollte später zu sehen sein, dass die beiden ehemaligen Mannschaftskollegen sogar grinsend Seite an Seite von dannen schritten. Doch Herr Scheibel hatte seine Entscheidung längst gefällt. Anstatt wie in solchen Situationen üblich ein Shakehands einzufordern und die Gemüter zu beruhigen, nestelte er an seinen Taschen und zog nacheinander den gelben und roten Karton heraus. Der Feldverweis für beide – unnötig wie ein Kropf, aber passend zum Gesamtbild, dass der Referee und sein einer Assistent auf der Tribünenseite abgaben. Scheibel zeigte mehr als ein Dutzend Gelbe Karten, wo gute Unparteiische mit höchstens halb so vielen ausgekommen wären. Angesichts der vielen umstrittenen Entscheidungen nötigt es fast Respekt ab, dass sich die Jenaer Mannschaft bei allen Problemen nicht völlig von ihrer Linie abbringen ließ. Und dass Steffens klaren Kopf bewahrte, A-Junior Kai Zimmermann ins Spiel zu bringen, der (gerade mal eine Minute im Spiel) das Siegtor vorbereitete. Zimmermanns Eingabe drückte Mirko Burgdorf über die Linie. Hätte Manai im Laufduell mit dem aus dem Strafraum sprintenden Mewes einen langen Schritt gemacht, um anschließend das Leder ins leere Tor zu befördern, der Sieg wäre schon vorm Abpfiif perfekt gewesen. Doch auch so brannte in Zwickau nichts mehr an. Das Spiel in Leipzig näherte sich ebenfalls dem Ende, es würde demnach alles beim Alten bleiben. Oder doch nicht ?? Die Nachricht, Plauen hätte ein Tor erzielt, verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Jenaer Fanblock. „Spitzenreiter Spitzenreiter“, schrie es aus hunderten Kehlen. Doch der Ekstase folgte die Ernüchterung. Höltzels regulärer Treffer für Plauen wurde aberkannt, weil für Leipzig Schiri-Assistent Förster die Fahne gehoben hatte.
Ob er damit die Meisterschaft entschieden hat ? Die Stimmung auf der Heimfahrt war dann auch gar nicht wie sonst nach einem Auswärtssieg. Wir fühlten uns böse verschaukelt. Doch abgerechnet wird nach dem letzten Spieltag. <fc>
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FC Carl Zeiss JENA - HFC Chemie 2:1

Tore: 1:0 Holetschek (67.), 1:1 Bloß (76.), 2:1 Nowotny (79.)
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Benedetti (56. Nowotny), Burgdorf, Treitl, Hempel, Manai (85. Sonnenberg); Jovic, Klee
Halle: Paden; Georg; Schädlich (GRK, 84.), Rehmann; Stark, Große, Eberhardt, Lesch (80. Georgius), Bloß Kindling, Kövari

Zuschauer:2910

Schiedsrichter: Oehme (Witzschdorf)

Spielbericht:
Die ersten zwanzig Minuten passierte nicht viel. Der FCC war zwar optisch leicht überlegen, aber die Gäste standen dicht und solide im Mittelfeld und hielten das Geschehen weit weg vom Strafraum. Holetschek und Manai versuchten es zwar immer wieder mit langen Bällen in die Spitze, aber wahlweise fehlte ihnen der Blick für den sich immer wieder freilaufenden Jovic oder schlichtweg das Zielwasser. Die erste halbwegs richtige Torchance hatte der auf Konter lauernde HFC in der 22. min, als Kövari eine von links kommende Flanke übers Tor schoß. Diese Aktion hatte ein gutes Ergebnis: sie war ein kleines Weckerklingeln für den FCC. So richtig gut wurde das Jenaer Angriffsspiel jetzt zwar nicht, aber der Druck auf den HFC stieg allmählich und es ergaben sich Situationen vorm Hallenser Tor. In der 27. min erreichte ein langer Paß Klee, dessen Schuß aufs kurze Eck jedoch zu lasch war. Nach einer halben Stunde setzte sich der bis dahin erfolglos agierende Manai rechts außen gegen den Verteidiger durch und flankte präzise zur Mitte, Klee kam jedoch nicht vom Boden hoch und verfehlte den Ball. Eine Minute später traf Jovic das Außennetz, weitere 120 Sekunden danach flankte er in den Strafraum und Hempel verfehlt nur knapp. Aber so richtige tolle Einschußmöglichkeiten gab es nicht. Erstaunlichste Feststellung der ersten Halbzeit: der HFC überstand die 45 min ohne Gelbe Karten, obwohl einige (so die Nr. 11) regelrecht darum bettelten. Der Referee erhörte dieses Flehen jedoch nicht, was aber eher mit Blindheit als mit Großzügigkeit zu erklären war.
In den Halbzeitpausengesprächen hörte man angesichts des bisherigen Spiels viel Pessimismus, es konnte eigentlich nur besser werden. Zunächst animierte der Schiedsrichter das Publikum mit einigen merkwürdigen Entscheidungen zu besserem Support. Sein Assistent auf der Tribünenseite unterstützte ihn, als er in der 52. min Abseits anzeigte: ein Jenaer Angriff war zunächst abgewehrt worden, Holetschek köpfte den Ball fast von der Mittelinie in den Rücken der herauslaufenden Abwehr auf Klee, der freie Bahn gehabt hätte. Ein fast unmittelbar vorm Linienrichter stehender Hallenser hob das Abseits auf... er hob trotzdem die Fahne. Klee war es auch, der in der 56. min eine lange – und schwer zu nehmende – Flanke übers Tor köpfte. Kurz danach konnte Grasser aus Nahdistanz eine Jovic-Flanke nicht im Tor unterbringen. Höhepunkt in dieser Druckphase des FCC war zunächst die 59. min: Ein Klee stürmte mit Ball am Fuß Richtung Tor, die Bremsversuche des Gegenspielers waren erst im Strafraum „erfolgreich“ und der Schiedsrichter pfiff sofort Strafstoß. Der erfolgreiche Schütze von Gotha, Manai lief wieder an, schoß wieder genau in die Mitte – aber flach und so konnte Paden mit dem Fuß abwehren. Entsetzen im Stadion und auf dem Rasen!!! Nur einige Gästefans nutzen diesen verschossenen Elfer zum Durchdrehen und gingen auf die Polizei los, die mit Pfefferspray / Tränengas antwortete. Daraufhin mußten die Sanitäter aktiv werden und die Verletzten behandeln. Aus dem Gästeblock flogen jetzt brennende Bengalos in den Innenraum, auch Richtung Sanitäter (!), und zwei Leuchtraketen wurden auf die Haupttribüne gefeuert. Zudem sorgte eine Menge Rauch für schlechte Sicht, so daß der Schiedsrichter für 5 min eine Zwangspause verordnen mußte; das Spiel war wegen Freistoß für Jena unterbrochen worden. Zeit genug für Holetschek, Manai und Hempel, einen passenden Plan zu schmieden. Und wie der Plan und der 25-m-Freistoß paßte!!! Ablegen, stoppen und Holetscheks Schuß schlug unerreichbar im rechten unteren Eck ein – 1:0!!! Der HFC legte jetzt wieder den Vorwärtsgang ein, Berbig parierte einen Fernschuß ohne größere Mühe. In der 76. min paßte der Konter jedoch: Angriff über rechts, Bloß wurde halb links angespielt und ließ Berbig keine Chance. Und wieder war sie da, die Angst vorm endgültigen Ende aller Aufstiegshoffnungen, man konnte sie im Stadion förmlich mit den Händen greifen. Doch dann kam DIE Szene des Abends: Jovic duellierte sich links außen mit zwei Hallensern, spielte auf Nowotny, der lief paar Schritte zurück und flankte in den Strafraum. Zwei Spieler verpaßten den Ball, der direkt auf den Keeper kam. Gerade als alle schon wieder enttäuscht einen gescheiterten Angriff abhaken wollten, entwickelte der Ball ein Eigenleben und hüpfte aus Padens Händen ins TOOOOOOOOOR!!! Der Freudenschrei aus fast 3000 gequälten Jenaer Kehlen ließ die Kernberge erbeben, die Seismographen in ganz Thüringen dürften Alarm geschlagen haben. Der FCC wollte jetzt alles klar machen und rannte weiter gegen den HFC an, der ab der 84. min durch „Gelb-rot“ reduziert wurde. In der 82. min konnte Paden seinen Fehler teilweise korrigieren, als er einen Kopfball Grassers (nach Manai-Flanke) aus dem Dreiangel kratzte. Grasser hatte auch in der 88. min eine Riesentorchance, als er freistehend nach einer Ecke den Ball übers Tor donnerte. Der auf die Tribüne verbannte Achim Steffens sah zusammen mit den anderen 2910 Zuschauern noch ein wegen Abseits nichtgegebenes Tor des FCC: Jovic hatte aus spitzen Winkel den Ball an Paden vorbeigeschoben, stand aber (nach mehrmaligem Ansehen von Michas Video) beim Anspiel ganz knapp im Abseits. Nach 6 endlosen Nachspielminuten war Schluß und der FCC – zunächst bis Sonntag Spitzenreiter – kann weiter auf einen Punktverlust Sachsen Leipzigs hoffen. Nach einer schwachen ersten und einer rasanten zweiten Hälfte gibt es keinen Zweifel: mit etwas Glück, aber hochverdient erkämpft der FCC verdient 3 wichtige Punkte. <uk>
Bilder des Tages, zusammengestellt von Jens Weißenburger

SV Wacker 07 Gotha - FC Carl Zeiss JENA 0:1

Tore: 0:1 Manai (31.FE)
Gotha: Mähler; Tews (GRK, 31.); Harnisch, Rustler, Otto; Busch (89. Iffarth), Ertmer, Münzberg, Winterkorn (89. Nowacki); Schwesinger, Förster (75. Ulrich)
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Benedetti (82. Sugzda), Treitl, Manai (63. Nowotny), Maul; Zimmermann (82. Hempel), Jovic, Klee

Zuschauer: 579

Schiedsrichter: Hoffmann (Seligenthal)

Spielbericht:
[von unserem Gastreporter Stefan Meißner]
Als Nick Hornby in seinem Buch Fever Pitch den Seelenzustand des Fans beschrieb, der gerade den Zustand des zynischen und bewusst pessimistischen Nichtgläubigen ohne wirkliche Hoffnung auf die Meisterschaft des eigenen Teams aufgegeben hatte, um sich im Angesicht des greifbar nahen Triumphes törichterweise doch noch schutzlos der dann prompt folgenden Enttäuschung auszuliefern, traf er wohl die Gemütslage der meisten Jena-Fans nach dem verschenkten Spiel gegen Neugersdorf und der eingebüßten Tabellenführung. Anders als die "Frauen in Seifenopern, die in ihrer Vergangenheit von Liebesaffären zerstört worden sind und es sich selbst nicht erlauben können, sich erneut in jemanden zu verlieben", hatte man sich in Jena unvorsichtigerweise schon auf der Schwelle des großen Erfolges gewähnt, nur um dann in ein umso tieferes Tal der Emotionen zu fallen. Die allgemeine Ernüchterung im Jenaer Fanlager führte zu einem nur spärlich ausgelasteten Sonderzug, von einem Polizeiaufgebot begleitet, der den Bund der Steuerzahler wohl zu einem Sonderbericht veranlassen müsste, und zu einem lediglich knapp 400 Mann starken Gästeblock im schmucken Gothaer Volkspark. Es wäre wohl das Doppelte gewesen, wenn, ja wenn. Die Elf des FCC schien sich vom Oberlausitz-Schock besser erholt zu haben als die meisten Fans, und übernahm von Anpfiff weg die Initiative. Gefahr entstand allerdings selten aus dem Spiel heraus, dafür durften sich die Steffens-Schützlinge allein in Halbzeit I über an die 15 Eckballmöglichkeiten freuen. Nach einer solchen, getreten von Zimmermann, flog Carsten Klee in der 12. Spielminute am langen Pfosten heran und markierte per Kopf die Führung, welcher der stämmige Schiedsrichter Hoffmann allerdings aus auch im Nachhinein nicht aufzulösenden Gründen die Anerkennung verweigerte. Umso wütender die Antwort der Gäste. Bei Mauls von Mähler weggefaustetem Schuß (13.), Jovics Drehschuß nach Zimmermann-Ecke neben den Pfosten (15.), Holetscheks wuchtigem Kopfball über das Tor (20.) oder Jovics Kopfballversuch freistehend am langen Pfosten über das Tor (29.) lag die Führung der Gelb-Blauen in der Luft, nach einer halben Stunde brach dann endlich der Bann. Man war vor dem Spiel gespannt, ob die zahlreichen Ex-Jenaer im Wacker-Dress Probleme bereiten könnten, doch ausgerechnet ein ehemaliger Erfurter sorgte für die Spielentscheidung zugunsten des FCC. André Tews hieß der Unglücksrabe, der von Miro Jovic im Strafraum ausgespielt wurde und den Jugoslawen dann unnötigerweise am Trikot festhielt. Der Strafstoßpfiff - fünf Minuten zuvor bei Foul an Klee noch ausgeblieben - ertönte diesmal, und das vollkommen zu Recht. Der bereits nach vier Minuten wegen eines rüden Einsteigens gegen Stefan Treitl verwarnte Übeltäter sah dies anders und reklamierte so lange lautstark und gestenreich, bis die gelb-rote Karte als Quittung folgte, Gotha musste nun eine Stunde lang ohne seinen Kapitän auskommen. Kais Manai ließ sich die Chance vom Elfmeterpunkt nicht entgehen und erzielte mit einem trockenen Schuß die hochverdienten Führung. Die Spielentscheidung schien gefallen, und Jena legte nach. Doch weder Treitls schöner Diagonalschuß (35.), noch Klees Versuch nach Eckball neben das Tor (37.), Mauls Kopfball nach toller Jovic-Vorarbeit (43.), oder Mauls Abschluß nach schönem Solo (44.) brachte die gewünschte Resultatserhöhung bis zum Pausenpfiff. Unruhe im Jenaer Lager kam trotzdem nicht auf, zu klar dominierte der FCC die Begegnung gegen den dezimierten und selbst in Rückstand auf Zeit spielenden Tabellenvorletzten. Davon konnte dann nach dem Seitenwechsel keine Rede mehr sein. Zwar behielt der FCC weiterhin die Oberhand, konnte diese jedoch kaum noch in klare Möglichkeiten ummünzen und geriet in der unsicheren Hintermannschaft mehr und mehr in Bedrängnis. Auch wenn die Gastgeber aus ihrem Ballbesitz und zahlreichen Standardsituationen nur eine einzige Chance in 90 Minuten hervorbrachten, bei Ulrichs abgefälschtem Kopfball fünf Minuten vor dem Ende, so lässt sich die Leistung des Favoriten in der zweiten Halbzeit nur als inakzeptabel bezeichnen. So war man am Ende froh über den Schlusspfiff und drei Punkte im Gepäck, die Fans versöhnt hat man mit diesem Auftritt allerdings keinesfalls. Zumindest aber blieb ihnen ein Rückfall in allzu euphorische Gefühle erspart, wofür der ein oder andere wohl vielleicht sogar ganz dankbar war. Übrigens, Nick Hornby durfte sich in der oben geschilderten Geschichte nur wenige Tage nach der scheinbar verpatzten Meisterschaft doch noch freuen. Über den unerwarteten Glücksmoment des entscheidenden Treffers in der 92. Minute beim fast 2 Jahre daheim ungeschlagenen Tabellenführer am letzten Spieltag, welcher den Titelgewinn buchstäblich in letzter Sekunde bedeutete. In der Hoffnung auf einen Ausrutscher Leipzigs in den verbleibenden Spielen hält auch der knappe Sieg in Gotha unsere Jungs weiterhin im Rennen für ähnliche Jubelszenarien, und sei es mit drei weiteren 1:0-Siegen.<Gunner>
Bilder des Tages

FC Carl Zeiss JENA - OFC Neugersdorf 0:1

Tore: 0:1 Bering (69.)
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Manai (64. Sonnenberg), Treitl, Hempel (58. Burgdorf), J. Zimmermann (74. Nowotny), Maul; Jovic, Klee
Neugersdorf: Barta; Maglica; Ladra, Winkler; Hecht, Studeny, Sigan (67. Haasler), Thomas, Israel (84. Neumann); Miltzow, Bering

Zuschauer: 2481

Schiedsrichter: Simon (Schkopau)

Spielbericht:
Knapp 2500 Zuschauer pilgerten bei wunderbarem Fußballwetter ins Ernst-Abbe-Sportfeld, um dem nächsten Schritt in Richtung Relegation beizuwohnen. Wie auch ich, hatten viele von der besten Saisonleistung am vergangenen Mittwoch in Cottbus nur gehört und waren nun auf eine Fortsetzung gespannt. Die finanzielle Situation des Vereins entwickelte sich bis jetzt auch sehr positiv und die 130.000 Euro, die zum tilgen der Altschulden bis Montag notwendig sind, sind in greifbare Nähe gerückt. Vor dem Spiel wurde noch die Sammelbüchse unter den Fans herumgereicht, was noch einmal 650 Euro einbrachte. Die Zahl der Neumitglieder, die während der Aktion "Willkommen im Club" bis jetzt geworben werden konnten, liegt inzwischen bei sensationellen 80. Zusammen mit den zwei Punkten Vorsprung also beste Vorrausetzungen für einen perfekten 100. Geburtstag in drei Wochen. Es fehlt nur noch das sportliche I-Tüpfelchen.
Und gerade dies, schien der Mannschaft heute nie bewusst zu sein. Statt der alten Weisheit "Der nächste Gegner ist immer der Stärkste!" zu folgen, wähnte sie sich durch die Situation und wohl auch durch die Worte des Präsidenten nach dem Cottbusspiel zu sehr in Sicherheit (Herr Zipfel hatte zu unseren beiden kommenden Gegnern gesagt: "Ich will nicht überheblich klingen, aber große Angst muss man vor den Gothaern nicht haben." und zu Neugersdorf: "Ich erwarte nicht nur einen normalen Sieg, sondern einen klaren."). Neugersdorf, noch mit leichten Abstiegssorgen nach Jena gereist, spielte von Beginn an mit und beschränkte sich keineswegs auf reine Abwehrarbeit. Nach einem Fehler von Hempel konnte der Gast nach fünf Minuten auch die erste Chance im Spiel verbuchen, der Schuss von Maglica strich am langen Eck vorbei und nur eine Minute später gab es gleich die nächste Schusschance für den OFC. Danach begann zwar Jena das Spiel zu kontrollieren und die Gäste kamen nur noch selten aus ihrer eignen Hälfte heraus, gefährliche Situationen konnte der FCC dadurch aber nicht erzwingen. In der Regel kam beim Abschluss ein Jenaer einen Schritt zu spät oder ein Neugersdorfer Spieler konnte zu einem der unzähligen Eckbälle klären. Dazwischen lagen aber auch immer wieder gefährliche Konter der Gäste, wie in der 10.Minute, als Miltzow nach einem Fehler von Holetschek allein auf Berbig zuläuft, dieser aber klären kann. Den besten Jenaer Angriff in der ersten Halbzeit leitete nach einer viertel Stunde Klee ein, als er auf rechts Manai bediente, dieser nach links zu Maul passte, dessen Flanke von Treitl per Kopf schön in die Mitte des Strafraums gebracht wurde, doch Jovic schnappte dem besser postierten Manai den Ball weg und Barta konnte klären. Auf den Rängen beruhigte man sich, dass es trotz des unansehnlichen Ballgeschiebes doch letztendlich nur eine Frage der Zeit sein wird, bis der FCC den Ball ins Tor wurschteln wird. Außer einem Drehschuss von Klee (25.), der zur Ecke abgewehrt wird und einem Kopfball von Grasser knapp über das Tor nach Vorlage von Treitl (39.) hatte Jena allerdings keine Gelegenheit, die den Torschrei provoziert hätte. Gefährlicher waren da die Chancen für Neugersdorf. Nach einem erneuten Patzer von Holetschek stand Behring alleine vor Berbig (25.), doch der Stürmer der Gäste legte sich den Ball etwas zu weit vor. In der 28. Minute konnte Berbig einen Schuss gerade noch aus dem linken oberen Toreck kratzen. Hier hatte der ansonsten ganz ordentlich pfeifende Schiedsrichter allerdings übersehen (?), dass Manai schon eine Weile angeschlagen im Jenaer Strafraum lag. Und nur zwei Minuten später kann Grasser gegen den erneut freistehenden Behring gerade noch zur Ecke klären.
Die zweite Halbzeit begannen die Jenaer dann druckvoller, allerdings fehlte es an Ideen aus dem Mittelfeld und die Angriffsbemühungen verpufften in hohen Flanken, die die Gästeabwehr kaum vor Probleme stellte. Lediglich nach Standards gab es etwas mehr Gefahr. Nach einem Freistoß von Zimmermann kommt Jovic am Fünfmeterraum frei zum Schuss (54.), doch Barta kann im Nachsetzen klären und Grasser köpft eine Ecke von Zimmermann völlig unbedrängt (Barta hatte den Ball unterschätzt) neben das leere Tor (60.). Nach 69. Minuten leistete sich Holetschek seinen dritten groben Schnitzer im Spiel, als er eine weite Flanke unterschätzte. Diesmal ließ sich Behring die Gelegenheit nicht entgehen und schob den Ball aus 14 Metern unter Berbig zur Gästeführung ins Tor. Dieser Gegenschlag hatte gesessen. Bildlich gesprochen taumelte Jena danach nur noch über den Rasen. Irgendwie war zwar zu spüren, dass die Mannschaft das Spiel noch wenden wollte, allerdings war es erschreckend zu sehen, wie unbeholfen und planlos dies versucht wurde. Es gab während der verbleibenden 20 Minuten keine einzige hochkarätige Chance! Zu allem Überfluss übersah der Schiedsrichter in der 75. Minute, dass der eingewechselte Burgdorf nur dank guter Stoffqualität sein Trikot anbehielt. Er wurde zu Boden gerissen, doch der fällige Elfmeterpfiff blieb aus. Es wäre wohl nur eine solche Gelegenheit gewesen, die Jena an diesem Tag zu einem Tor hätte nutzen können. Lediglich Jovic und Zimmermann erreichten heute Normalform. Die Auswechslung von Letzterem bleibt das Geheimnis von Trainer Steffens.
Eine aussichtsreiche sportliche Position wurde leichtfertig verspielt und ich mag jetzt nicht daran denken, wie sich all die Helfer und Spender, die die oben beschriebenen Vorraussetzungen im Umfeld geschaffen haben, heute Abend fühlen. Die Mannschaft ist dadurch jetzt im doppelten Zugzwang, sich für das heutige Auftreten zu entschuldigen - nicht durch Worte sondern vier konzentriert herausgespielte Siege. Wir sind nun wieder in der Situation, dass wir nur abwarten müssen, ob dies reicht. <jw>
Bilder von einem ernüchternen Nachmittag (wird noch ergänzt)

FC Energie Cottbus/Amateure - FC Carl Zeiss JENA 0:3

Tore: 0:1 Jovic (3.), 0:2 Klee (75.), 0:3 Jovic (57.)
Cottbus: Thoms; Rohde; Lempke, Jahn (82. Nuhs), Handreck; Brychzy, Woltmann, Franklin, Mattuschka (80. Schiroka); Rink (87. Hartmann), Reichenberger
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Manai, Treitl, Hempel (87. Sonnenberg), Maul; Zimmermann (83. Benedetti), Jovic (89. Burgdorf), Klee

Zuschauer: 579

Schiedsrichter: Schulz (Malchin)

Spielbericht:
Das erste Tor haben wir gar nicht mitbekommen. Neben dem innerstädtischen Berufsverkehr verhinderte ein Stau bei Chemnitz die pünktliche Anreise unserer 5-köpfigen Pkw-Besatzung. Dank "Schumi 3" am Lenkrad hielt sich die Verspätung aber in einer erträglichen Zehn-Minuten-Grenze. Als wir hinter dem Jena-Block dem Kassenhäuschen entgegen strebten, rief man uns schon die erfreuliche Kunde durch den Zaun: Jena führt 1:0 !
Völlig happy betraten wir das Stadion und erfuhren Einzelheiten: Hempel hatte mit Klee Doppelpass gespielt, Thoms konnte den Ball zwar auf-, aber nicht festhalten, Jovic war zur Stelle. Wir also inzwischen auch und es gab einiges zu notieren: Zimmermanns Freistoß in Minute 14, Klees Schuss nach Jovics Anspiel (15.), Holetschek Kopfball (18.) sowie Jovics Einzelaktion samt 18-Meter-Schuss (19.). Die Gastgeber konnten sich bei ihrem Schlussmann bedanken, dass das Spiel nicht schon nach zwanzig Minuten entschieden war. Konzentriert bis in die Haarspitzen wirkte der Tabellenführer. Die Hintermannschaft um einen souveränen Libero Holetschek ließ den Gegner in dieser Phase nicht mal bis an den Jenaer Strafraum kommen. Häufig vom agilen Hempel in Szene gesetzt, wirbelten die drei Spitzen die Cottbuser Abwehr durcheinander. Den Beinamen Energie verdiente in dieser Phase mehr die Jenaer Elf. Dem einschussbereiten Zimmermann wurde erst in letzter Sekunde der Ball vom Fuß gespitzelt , Kopfbälle von Grasser und Maul verfehlten ihr Ziel nur knapp. Fünfundzwanzig Anfangsminuten, wie man sie in dieser Saison gegen solch einen Gegner noch nicht gesehen hatte. Erst danach gelang es den Lausitzern, das Geschehen etwas zu beruhigen. Die einzige Möglichkeit in der verbleibenden Zeit bis zur Pause besaßen aber erneut die Zeiss-Städter: Hempel schlägt einen Eckball auf die gegenüberliegende Seite, Maul köpft in den Strafraum, Klee verlängert, Grassers Fallrückzieher wird kurz vor der Torlinie aufgehalten. Nachdem der mit viel Fingerspitzengefühl amtierende Referee Schulz zur Pause gepfiffen hatte, verließen die Jenaer berechtigterweise mit erhobenen Köpfen den Platz.
Mit einem "Aufgepasst ! 579 Zuschauer ! So viele waren lange nicht mehr da" hatte der Stadionsprecher die Besucherzahl verkündet. Diese rekordverdächtige Kulisse der Cottbuser Südkampfbahn bekam nach dem Wechsel zunächst 25 Minuten gepflegte Langeweile geboten. Die meiste Aufregung entstand jenseits des Spielfeldes, nachdem Franklin an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht worden sein wollte. Wie von der Tarantel gestochen rannte der Cottbuser Trainer an den Spielfeldrand, legte sich aus Wut über den ausgebliebenen Elfmeterpfiff mit einem Ordner an und ließ sich dann auch noch auf ein Verbal-Scharmützel mit mehreren FCC-Fans ein. Polizei musste dazwischen gehen, um die Gemüter zu beruhigen. Dabei hatte der Coach noch nicht mal den meisten Anlass zum Frustabbau. Was mag zum Beispiel in einem Paolo Rink vorgegangen sein, der einst die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen hatte, um in der Nationalelf unter schwarz-rot-goldener Flagge spielen zu können und nun in Liga vier kicken muss ? Rink war bei Grasser übrigens in guter Bewachung, da machten seine Profi-Kollegen Franklin, Reichenberger, Mattuschka mehr Betrieb - wenn auch erst ab Minute 70. Aus dem Nichts nahm das Spiel da plötzlich gewaltig an Fahrt auf, entstanden Torchancen hüben wie drüben im Minutentakt. 71. Minute, Reichenberger fliegt am Ball vorbei - hätte er ihn erwischt, wäre der Ausgleich fällig gewesen. 72. Minute, ein Zimmermann-Schuss aus zwanzig Metern landet an der Lattenoberkante. Die 73., Franklins Kopfball nach Eckstoß klärt Schwabe auf der Linie. 74. Minute, Maul schießt, Thoms macht sich ganz lang. Die Spannung erreicht nun den Siedepunkt. Eigentlich wären jetzt wieder die Cottbuser an der Reihe, doch ihr Angriff wird abgefangen, der Konter läuft. Jan Zimmermann dringt mit Ball am Fuß in den Strafraum ein, vor sich nur noch den herausstürzenden Torhüter, einige Meter rechts neben sich Carsten Klee. Was tun ? Selber schießen ? Zimmermann entscheidet sich für den Pass und empfängt dafür Sekunden später den Dank des jubelnden Torschützen. Wie auch zwei Minuten später mit dem Unterschied, dass der Schütze diesmal Miroslav Jovic heißt, welcher aus sechs Metern wenig Mühe hatte, Zimmermanns Vorarbeit zu verwerten. Der Rest des Spiels war für die Galerie, denn keine Mannschaft steckt es einfach so weg, in ihrer besten Phase zweimal derart kalt erwischt zu werden. Und so war die Cottbuser Herrlichkeit eben so schnell vorbei wie sie gekommen war. Berbig durfte nochmal bei Franklins Schuss glänzen, sein Gegenüber Thoms sich gegen Jovic auszeichnen (88.).
Auf der Rückreise stießen wir im English Pub auf den Sieg an und dachten an die Anhänger von Sachsen Leipzig. Bestimmt hatten sie sich vorm Live-Ticker angesichts des Cottbuser Aufgebots Hoffnungen auf einen Strauchler des Tabellenführers gemacht und wurden jäh aus ihren Träumen gerissen. Die Aufstiegsträume des FC Carl Zeiss scheinen nach der Leistung vom Mittwoch dagegen berechtigter denn je. <fc>

FC Carl Zeiss JENA - FC Lausitz Hoyerswerda 5:0

Tore: 1:0 Klee (20.), 2:0 Klee (25.), 3:0 Treitl (35.), 4:0 Treitl (40.), 5:0 Sonnenberg (74.)
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Benedetti; Manai, Treitl (58. Burgdorf), Hempel, J. Zimmermann (73. Sugzda), Maul; Jovic, Klee (67. Sonnenberg)
Hoyerswerda: Katzwinkel - Schmidt (77. Chira)- Mathiszik, Ballaschk, Dörner - Gierich, Strauß, Garbe, Grun (64. Marchl), Sarodnik, Weckwert (35. Rothenburger)

Zuschauer: 2121

Schiedsrichter: Jens Cyrklaff (Laubsdorf)

Spielbericht:
Nach der schmerzlichen Niederlage am vergangenen Wochenende gegen den FC Sachsen Leipzig hieß es nun heute klaren Kopf zu bewahren, um gegen den vermeintlich viel schwächeren Gegner aus der Lausitz auch die dringend erforderlichen drei Punkte zu sichern, um zumindest kurzfristig die Tabellenführung wieder auf fünf Punkte Vorsprung auszubauen.
Von Beginn an des Spiels merkte man den Jenaern an, dass sie heute unbedingt gewillt waren, die wichtigen drei Punkte zu holen. Es dauerte bis zur achten Minute, als nach dem zweiten Eckball der FCC zu seiner ersten Möglichkeit kam. Aber ein Spieler der Gäste konnte den Ball gerade noch kurz vor der Torlinie retten. Wenige Sekunden später probierte es Jovic mit einem Schuss aus 12m, der aber von Katzwinkel im Tor von Hoyerswerda gehalten werden konnte. Den Gästen merkte man schon nach wenigen Spielminuten an, dass es von ihrem Spielerpotential her in Jena nichts zu holen geben würde. Aber sie steckten trotzdem nie auf und lauerten auf ihre wenigen Chancen, die auch schon bald kommen sollten. Ein unnötiger Ballverlust im Mittelfeld von Benedetti leitete die erste Möglichkeit für die Gäste ein, aber der Schuss von Sarodnik stellte keine Gefahr für Berbig dar. Jena machte weiter Druck und bereits in der 15. Minute lag der Torschrei in der Luft. Aber Jenas Kapitän Stefan Treitl brachte das Kunststück fertig, eine mehr als hundertprozentige Torchance zu vergeben, indem er den Ball aus Nahdistanz am leeren Tor vorbei schoss. Aber zum Glück brauchte der Jenaer Anhang sich nicht lange über diese vergebene Chance zu ärgern. In der 20. Minute war es dann endlich soweit und Carsten Klee, bis dato immer Torschütze des letzten Tores eines Spiels, eröffnete den Torsegen für den FCC. Nachdem er im Strafraum mustergültig angespielt wurde, konnte Katzwinkel seinen Schuss gerade noch parieren, aber den zurückspringenden Ball schoss erneut Klee aufs Tor und erzielte schon halb im Liegen das wichtige 1:0. Nun war der Bann gebrochen. Drei Minuten später testete Treitl mit einem fulminanten Schuss aus 28m seinen Gegenüber Katzwinkel, doch dieser zeichnete sich erneut mit einer Glanzparade aus. Zimmermann flankte in der 25. Minute einen Freistoss von halbrechts in den Strafraum und erneut Klee schaltete am schnellsten, und traf ins kurze Eck zum 2:0. Nun ging es Schlag auf Schlag. Maul war als nächster Spieler an der Reihe und sein Drehschuss aus 17m fand in Katzwinkel seinen Meister. Von den Gästen aus der Lausitz war nun gar nichts mehr zu sehen und sie beschränkten sich nur noch aufs Verteidigen. Zu groß war der Druck auf sie geworden. In der Minute 35 stand erneut der Gästekeeper im Mittelpunkt: Einen Jenaer Torschuss konnte er nur nach vorne wegfausten und Treitl fasste sich ein Herz und nahm den ihm entgegen springenden Ball direkt und traf mit einem schönen Schuss aus 12m ins Tor. Endlich hatte auch er nun sein Erfolgserlebnis, nachdem ihm nach einer Viertelstunde dieser Fauxpass passiert war. Die Tore fielen nun wie am Schnürchen. Fünf Minuten vor dem Pausentee leitete Jovic die letzte schöne Aktion der ersten Halbzeit ein, als er mit einem schönen Pass Manai bediente. Dieser leitete den Ball geradewegs weiter in den Lauf von Treitl, der den Torwart noch clever umspielen konnte und den Ball zum 4:0 einlegen konnte.
Nach der Pause ließen es die Platzherren zunächst etwas ruhiger angehen. Leider etwas zu ruhig, denn es ermöglichte auf einmal den Gästen wieder Tormöglichkeiten, an die man in den letzten Minuten der ersten Halbzeit überhaupt nicht mehr geglaubt hätte. Grun flankte von rechts gefährlich in den Jenaer Strafraum rein und Gierich flog nur knapp am Ball vorbei. Nach gut einer Stunde umspielte Jovic im Strafraum gleich mehrere Gegenspieler, doch Katzwinkel hatte mit diesem Ball kein Problem. Auch Zimmermann besaß noch eine gute Möglichkeit, aber sein Schuss konnte in letzter Sekunde gerade noch abgeblockt werden. Und so plätscherte das Spiel nun so dahin. Die Gäste aus Hoyerswerda waren komplett überfordert und den Jenaern merkte man deutlich an, das sie bei einer Führung von 4:0 nicht mehr unbedingt gewillt waren, das letzte aus sich heraus zu holen. Aus heiterem Himmel passierte in der 74. Minute doch noch einmal etwas auf dem Rasen, denn der für Klee eingewechselte Sonnenberg zog aus vollem Lauf ab und traf mit einem herrlichen Schuss zum 5:0. Aber das war es nun endgültig mit den Jenaer Angriffsbemühungen der zweiten Halbzeit. Sarodnik besaß gut acht Minuten vor Ultimo die beste Möglichkeit der Gäste, doch Berbig vereitelte mit einem tollen Reflex den Anschlusstreffer.
Am Ende war es alles in allem ein mehr als verdienter Sieg für die Thüringer, wobei die Gäste aus Hoyerswerda auch ein äußerst schwacher Gegner an diesem Tage waren. Allerdings musste man ihnen zu Gute halten, dass sie trotz ihrer physischen als auch technischen Unterlegenheit stets bemüht waren, dass Spiel mit fairen Mitteln zu bestreiten. Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten Jahren ein Fußballspiel in Jena gesehen zu haben, in dem der Schiedsrichter nur so wenige und dann auch noch harmlose Foulspiele pfeifen musste.<vg>

FC Sachsen Leipzig - FC Carl Zeiss JENA 3:1

Tore: 1:0 Kujat (2.), 1:1 Zimmermann (9.), 2:1 Kujat (57.), 3:1 Kujat (80.)
Leipzig: Eckstein; Berger; Radojicic, Friedrich; Schönberg (87. Geißler), Kittler, Cramer, Rietschel, Müller; Hänsel (77. Kopunovic), Kujat
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Manai (72. Raab), Benedetti, Treitl (65. Hempel), Zimmermann, Maul; Jovic, Klee

Zuschauer: 8114

Schiedsrichter: Binkowski (Berlin)

Spielbericht:
Woran erkennt man zuschauerseitig ein Spitzenspiel ? Daran, dass man plötzlich Leute im Gästeblock trifft, die jahrelang dort nicht aufgetaucht sind. In Leipzig reihten sich mehrere dieser seltenen Gäste in die Schar der 1000 Jenaer Sympathisanten ein.
Auch eine Menge Sachsen-Anhänger fieberten der Begegnung des Zweiten gegen den Ersten entgegen und so erhielt das Ganze einen würdigen Rahmen. Nur der katastrophale, eher einem Sandplatz ähnelnde „Rasen“ passte nicht so recht ins Bild. Die Spieler ließen sich davon nicht stören, gingen gleich voll zur Sache. Ausgerechnet dem sonst zuverlässigen Olaf Holetschek unterlief nach hundert Sekunden der erste Fehler im Spiel: Möglicherwiese irritiert vom heranstürmenden Hänsel, verfehlte er Mitte der eigenen Hälfte den Ball. Da sich seine Mitspieler im Vorwärtsgang befanden, stand nur Schwabe mit ihm auf einer Linie und auch der kam bei der plötzlichen Rückwärtsbewegung kurz ins Straucheln. Hänsel konnte also in aller Ruhe für seinen Sturmkollegen Kujat auflegen, welcher den Ball kurz stoppte, Berbigs Reaktion abwartete und dann unter die Latte schoss. Oh je, was für ein Beginn ! Stark aber, wie der FCC reagierte, gleich die Initiative ergriff. Hier spürte man deutlich das in 21 Spielen ohne Niederlage gewachsene Selbstvertrauen. Manais flache Eingabe fand leider keinen Abnehmer (4.). Dann, fünf Minuten weiter, Eckball für Jena: Getreten von Zimmermann, tänzelt das Leder auf der Torlatte. Die Aktion ist damit nur scheinbar beendet, denn Maul bringt das Leder noch einmal zurück, Grassers Schuss wird abgeblockt, aber Zimmermann findet aus neun Metern die Lücke ins rechte obere Eck. Auch Klee besaß eine Aktie an diesem Tor, hatte er doch mit geschicktem Körpereinsatz gleich zwei Gegenspieler (Friedrich, Schönberg) „weggesperrt“. Im Gästeblock wurde der Treffer ausgelassen bejubelt, schien er doch genau im richtigen Moment gefallen zu sein. Tatsächlich gewannen die Aktionen der Gäste noch etwas mehr an Sicherheit, sie hatten das Spiel so gut es bei diesem Gegner geht im Griff. Allerdings versäumten es Maul, Manai und die anderen, häufiger über die Außenpositionen anzugreifen. Hier wirkte die Hintermannschaft der Leutzscher nämlich am anfälligsten. Nachdem Tino Berbig Hänsels Scharfschuss weggefaustet hatte, wurde es nach und nach ruhiger im Alfred-Kunze-Sportpark. Als die 22 Akteure nach dem Halbzeitpfiff die Kabinen ansteuerten, waren die Jena-Rufe am deutlichsten zu vernehmen.
Auch in Halbzeit zwei kam der Gastgeber schnell zur ersten Chance. Diesmal befand sich der Sekundenzeiger noch auf seiner ersten Runde, als Kujat eine Flanke Kittlers mit dem Kopf erwischte und das Jenaer Gehäuse nur um einige Zentimeter verfehlte. Sollte das Schlimmste damit überstanden sein ? Würde es zum im Vorfeld der Partie vielbeschriebenen Familienduell kommen ? Andy Raab, der Sohn des Sachsen-Trainers, machte sich vor der Jenaer Bank schon mal warm. „Andy schießt den Jürgen ab“, skandierten die FCC-Fans ihr Lieblings-Szenario. Doch der Wechsel ließ noch auf sich warten. Stattdessen kam Klee nach Treitls Lupfer einen Schritt zu spät (56.). Ein einziger Schritt – er hätte dem Spiel einen ganz anderen Verlauf geben können. So aber behinderten sich eine Minute später zwei Gelbe an der Seitenlinie. Schönbergs Einwurf besaß eher den Charakter eines Eckballs, welchen Kujat am schnellsten erkannte und per Kopf vollendete. Während Leipzigs Anhang die beiden am Tor beteiligten, auch insgesamt herausragenden Kujat und Schönberg feierte, bauten wir auf eine ähnliche Antwort wie in der Anfangsviertelstunde. Schließlich war nun wieder Jena am Zug, würde Jena auf den Ausgleich drängen und sich Chance um Chance herausspielen. Dachten wir, hofften wir. Wurden aber enttäuscht. Ein vom Platz humpelnder Kapitän Treitl war irgendwie symbolisch für die gesamte Elf, der erneute Rückstand hatte einen deutlichen Knacks hinterlassen. Die Linie im Spiel fehlte jetzt, die Mehrzahl der Zweikämpfe ging verloren - und doch bekamen die Thüringer noch einmal die Gelegenheit, ins Spiel zurück zu finden. In der 78. Minute war’s, als es der im Fünfmeter-Raum stehende Jovic gleich in zwei Versuchen nicht fertig brachte, den Ball im Kasten zu versenken. Ärgerlich: Auch für diese ausgelassene Chance folgte umgehend die Quittung, ausgestellt auf den Namen Ronny Kujat. Einen abgewehrten Schuss Rietschels bekam er genau vor die Füße. Dass zuvor ein Rempler Rietschels gegen Raab jr. nicht abgepfiffen wurde, gab diesem Tor aber eine leicht bittere Note. Das Ergebnis geht ennoch in Ordnung, besaßen die Hausherren durch Kopunovic doch weitere gute Gelegenheiten, die Berbig als Jenas Bester allesamt zunichte machte. Speziell die Reaktion in der 90.Minute, bei der Leipzigs Stürmer völlig frei vor Jenas Schlussmann auftauchte, bestätigte Berbigs Klasse der letzten Wochen.
Noch zwei Punkte Vorsprung – der FC Carl Zeiss hat die Staffelmeisterschaft unverändert selbst in der Hand. Spielt er weiterhin so konzentriert gegen die Teams jenseits der Spitzengruppe, sollte dieses Vorhaben auch gelingen. Aber eben nur dann. Die Meisterschaft ist seit Sonntag wieder spannender als uns lieb ist. <fc>
Bilder des Tages

VfB Chemnitz - FC Carl Zeiss JENA 1:5

Tore: 0:1 Treitl (32.), 0:2 Maul (38.), 0:3 Jovic (41.), 0:4 Maul (55.), 1:4 Horn (83.), 1:5 Klee (85.)
Chemnitz: Feist - Büttner, Olzscher (68. Richter), Göhlert, Schipke (66. Wildenhain), Kellig, Horn, Oelsch, Kunze, Dittrich, Schreiter (59. Weigel)
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe (74. Burgdorf), Grasser; Benedetti, Treitl, Manai, J. Zimmermann, Maul (55. Nowotny); Jovic (74. Sonnenberg), Klee

Zuschauer: 485

Schiedsrichter: Ruzik (Halle)

Spielbericht:
[von Gastreporter Ragnar Boedefeld]
Da war sie wieder, die miese Vorahnung vor einem Spiel gegen einen vermeintlich Kleinen, eventuell Zeuge eines Punktverlustes zu werden, der am Ende ausschlaggebend sein könnte. Zum Glück bewahrheiten sich Vorahnungen nur manchmal.
Knapp 200 Fans aus Jena waren trotz des ungünstigen Termins mitten in der Woche angereist. Sie sahen einen Jenaer Start, der für die bisherige Rückserie in seiner Harmlosigkeit recht typisch war. Während der ersten zwanzig Minuten war Chemnitz nämlich ein gleichwertiger Gegner, vor den Toren passierte nicht viel, außer einem schönen Maul-Schlenzer am langen Pfosten vorbei. Mit zunehmender Spieldauer eroberte sich Jena jedoch das Mittelfeld und gab es im weiteren Verlauf auch nicht mehr ab. Die erste ganz dicke Chance hatte Grasser, der nach einer Ecke von rechts aus drei Metern Entfernung am Tor vorbeiköpfte Der VfB machte es aber noch schlechter - wer frei vor'm Tor über den Ball haut... Aufkeimenden Ängsten in Richtung erfüllter schlimmer Vorahnungen wurde in der 32. Minute ein erster Riegel vorgeschoben: Eine Flanke von Zimmermann verwertete Treitl in Sprintermanier. Von nun an ging es Schlag auf Schlag, zuerst vergab Benedetti (zu unplatziert), dann Manai (starke Leistung des Chemnitzer Torwarts), ehe Maul, wiederum nach einer Ecke von rechts, es besser als zuvor Grasser machte: 0:2 per Kopf, sein 13. Treffer in dieser Saison. OK, Zeit, ein paar Bier zu holen. Das 0:3 nach Jovic-Abstauber sah ich so nur auf den Gesichtern der Zuschauer. Der FCC war jetzt drückend überlegen und das Spiel für den Jenaer Fan sehr ansehnlich. Ein Weitschuss von Maul kurz vor der Pause konnte vom Chemnitzer Torwart gerade noch unter der Latte weggefischt werden.
Es gab nicht einen zwingenden Angriff des VfB bis dahin, die Sache schien gegessen. Und nach der Halbzeitpause ging es nahtlos weiter. Treitl, Maul und Benedetti vergaben dicke Chancen, ehe wiederum Maul nach hohem Anspiel durch Zimmermann das 0:4 besorgte - technisch erste Sahne, aus 180°-Drehung ins lange Eck. Auf der "13" wollte er dann wohl doch nicht hocken bleiben... Noch eine weitere Chance gab es durch Treitl in der 66. nach Jovic-Vorarbeit, dann verlagerte sich die Aufmerksamkeit erstmal auf die Ränge: zum einen schonte sich der FCC schon für den Sonntag, zum anderen war "Lazio auf dem Zaun" und zum dritten wäre er am Ende beinahe runtergefallen. Zehn Minuten vor Schluss, als die Fischbrötchen schon alle waren, gab es endlich auch den ersten richtigen Chemnitzer Schuss auf unser Tor - drüber! Jena machte nochmal was und gab die Antwort in Form von Sonnenberg, der in der 82. Minute den Pfosten traf. Berbig hatte dann wohl Mitleid mit den VfB'lern, anders ist sein Bock vor dem 1:4 kaum zu erklären. Wie gut, dass sowas in dieser Saison bis jetzt noch nicht gegen einen der Aufstiegsaspiranten passiert ist. Wieder kam die Antwort postwendend: Eckball von rechts, Kopfball Klee, 1:5. Noch zwei Riesenchancen für den FCC durch Zimmermann und Klee, dann war Schluss. Vorahnungen, pah!
Fazit: Reife Mannschaftsleistung, der FCC hat verdient gewonnen. Ein zweistelliger Sieg wäre auch möglich gewesen. Gegen die "Kleinen" aus der unteren Tabellenh=E4lfte haben wir in der Rückserie noch keinen Punkt verschenkt. Nicht zuletzt deshalb haben wir fünf Punkte und zehn Tore Vorsprung, acht Spieltage vor Schluss. Und eigentlich war man schon während des Spiels in Gedanken beim Sonntag in Leipzig...

FC Carl Zeiss JENA - VFC Plauen 1:0

Tore: 1:0 Jovic (50.)
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Benedetti (66.Burgdorf), Treitl, Manai, Zimmermann (81.Raab), Maul; Jovic (89.Nowotny), Klee
Plauen: Golle, Krasselt, Spranger, Hötzel, Risch, Zapyshnyi (66.Popa), Pannach, Schulze, Richter, Gleis, Gemazashvili (74.Gemeiner)

Zuschauer: 5680

Schiedsrichter: Ralf Böhm (Berlin)

Spielbericht:
Dieses Spitzenspiel verdiente seinen Namen nicht nur von der Ansetzung her, sondern war auch vom spielerisch-kämpferischen Aspekt her tatsächlich ein Spitzenspiel. Plauen stellte sich diesmal nicht hinten hinein - konnten sie auf Grund der Tabellensituation auch gar nicht -, sondern spielte flott mit und verzichtete auch auf die befürchtete Treterei und trug so zu diesem ansehenswerten Spiel bei.
Jena hatte nach einem beiderseits hektischen Beginn die erste Chance, als in der 7. min ein langer Einwurf aufs lange Toreck verlängert wurde. In der 14. min setzte die Plauener Nr. 20 (Gleis) einen Schuß aus fast 30 m knapp neben den Pfosten. Kurz danach versetzte Zimmermann links außen seinen Gegenspieler und schoß aus spitzem Winkel vorbei. Zwei Minuten später kommt Gleis nach einem Jenaer Mißverständnis in Ballbesitz, sein Schuß wird aber noch zur Ecke (Schwabe oder Berbig?) abgelenkt. Dann war wieder der FCC mit Chancen dran: zunächst verlängerte Maul ein Zuspiel per Kopf auf Jovic, dessen Direktschuß jedoch parallel zur Grundlinie ins Nirwana ging. Eine Minute danach zirkelte Manai einen 20-m-Freistoß über die Mauer und Golle konnte nur zuschauen, wie der Ball hauchdünn das Tor verfehlte. In der 26. Spielminute landete nach einem zunächst abgewehrten Freistoß der Ball bei Krasselt, der aus 5 m Entfernung die Latte traf. Die Gäste aus dem Vogtland übernahmen teilweise das Kommando auf dem Rasen, während sich der FCC vornehm zurückhielt. Glücklicherweise vergeigte Plauen auch die nächsten beiden Großchancen: Erst konnte die Plauener Nr. 11 aus Nahdistanz freistehend köpfen - Berbig klärte phantastisch per Fuß -, dann zielte der gleiche Spieler nach der folgenden Ecke per Kopf paar Zentimeter zu hoch. In der 38. min gab es eine schöne Kombination des FCC über rechts, Klee legte auf Treitl ab, dessen schwacher Schuß jedoch Golle keine Probleme bereitete. Vor der Pause gab es noch zwei weitere erwähnenswerte Situationen vorm Gästetor: in der 41. min köpfte Holetschek einen Jovic-Freistoß über den Kasten und unmittelbar vorm Pausenpfiff verlängerte Klee einen Einwurf zu Manai, dessen Versuch per Hacke jedoch erfolglos war.
Die zweite Halbzeit begann für den FCC maßgeschneidert. Jovic behauptet - von 3 Gegenspielern umringt - den Ball und schlüpft plötzlich mit Ball durch eine eigentlich nicht vorhandene Lücke und schießt zum 1:0 ein! Ich habe es lange nicht erlebt, daß ein Jenaer Torschütze im EAS so ausflippte, jubelnd auf die Tribüne zuraste und ein Bad in den ebenso ausrastenden Fans nahm. Und es gab sofort Gelegenheiten zum zweiten Tor. Zunächst verfehlte eine abgerutschte Flanke Manais knapp das lange Eck (52. min). In der 53. min hätte Jovic Plauen den K.o. versetzten können, als er nach schönem Zuspiel nur das Außennetz traf. Und nochmals in der 60. min stand Jovic vor Plauener Tor und vorm 2:0: Manai spielte herrlich durch auf den startenden Jovic, der leider an Golle scheiterte. Im Gegenzug hatte dann Plauen die letzte ernsthafte Torchance des Spiels (!), als Grasser an einer Flanke vorbeiflog und die Plauener Nr. 11 dadurch frei vorm Jenaer Tor zum Schuß kam. Berbig zementierte mit riesiger Parade jedoch endgültig sein Denkmal als "Spieler des Abends". Die schwarzgekleideten Gäste versuchten zwar in der Folge, Jena unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen, aber mit tollem Engagement, Laufbereitschaft, Cleverneß (Schwabe!) und - meistens - der nötigen Übersicht wußte der FCC das zu verhindern. So spielte sich bis zur 85. min fast alles im Mittelfeld ab. Jena hatte zwar Platz zu Kontern und auch Ansätze dazu, aber entweder kamen die Zuspiele zu ungenau oder es fehlte in der Endphase bei einigen Spielern schlicht und einfach die Luft zu einem Sprint (Treitl, der aber trotzdem im Mittelfeld und vorm eigenen Strafraum unermüdlich ackerte). Aufregung gab es in der 89. min, als der Ball im Jenaer Tor landete, der Schiedsrichter aber seine vermutlich einzig richtige Entscheidung in den letzten 10 Minuten traf und wegen der erhobenen Fahne des Assistenten statt auf Tor auf Freistoß für Jena entschied. (Anm.: Eine Dame unter den Plauener VIPs jubelte noch einige Zeit nach der Entscheidung, hoffentlich hatte jemand Erbarmen und die gute Frau übers tatsächliche Endergebnis noch aufgeklärt). Vor allem Jovic mußte unter den putzigen Ansichten des Referees leiden: Häufig als Spitze angespielt, wurden sämtliche Zweikämpfe gegen ihn mit Freistoß für Plauen entschieden, wenn er den Ball mit dem Körper gegen die Verteidiger abschirmte. Offensichtlich waren da René Müllers Bemerkungen in den Tagen vor dem Spiel (sinngemäß: Jovic läßt sich immer fallen und schindet nur Freistöße) auf fruchtbaren Boden gefallen. Diese Legende pflegte der Plauener Coach auch nach dem Match unten am Zaun, als er von Jenaer Fans daraufhin angesprochen wurde, und in der anschließenden Pressekonferenz.
Aber haken wir das ab, denn nach endlosen 4 Nachspielminuten und mehreren Herzattacken meinerseits pfiff der Schiedsrichter endlich ab und sorgte für kollektiven Freudentaumel im EAS, wie wir in lange nicht erlebt haben. Und ich denke, es war nicht der letzte Jubelsturm in dieser Saison an den Kernbergen.<uk>
Zur Feier des Tages besonders viele Fotos
Spielbericht auf der VFC-Page

Eintracht Sondershausen - FC Carl Zeiss JENA 0:3

Tore: 0:1 Treitl (67.), 0:2 Klee (69.), 0:3 Manai (78.)
Sondershausen: Menzel; Rasch; Aschenwandtner, Tanne; Duft, Franz (85. Kloth), Paul, Sveijdik, Krug, Baumann (77. Wille); Caspar (85. Demmer),
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe (59. Raab), Grasser; Manai, Benedetti (46. Jovic), Treitl, Hempel (72. Burgdorf), Maul; Zimmermann, Klee

Zuschauer: 1056

Schiedsrichter: Jauch (Benshausen)

Spielbericht:
Die Schlagzeile auf Seite 1 einer Jenaer Wochenzeitung machte richtig Lust aufs Spiel. `Wahre Tor- und Siegesflut beim FCC – am Samstag in Sondershausen`. Um auch ja alles mitzubekommen, mied ich erstmals seit Dezember 2000 (Darmstadt) den Jenaer Gästeblock und suchte mir einen Platz auf der gegenüber liegenden Tribüne. Aus dem Vorjahr war die eingeschränkte Sicht am Göldner noch in unguter Erinnerung. Wenn ringsherum keine Absperrung besteht und nur die Gästefans in mehreren Reihen auf gleicher Höhe stehend hinter einen besonders engmaschigen Zaun gesperrt werden, hat das mit Sonderhäuser Gastfreundschaft nichts gemein. Wenigstens der Stadionsprecher zeigte sich höflich, indem er Jena „mit großer Wahrscheinlichkeit auf lange Zeit das letzte Mal hier“ antreten sah und bewies (Galgen)Humor, als er das Gegentor vom 6:1 in Dessau als Indiz anführte, dass die Zeiss-Elf nicht unverwundbar sei.
Mit so viel Vorschusslorbeeren bedacht, versäumten es die Jenaer anfangs, sich weiteren Respekt zu verschaffen. Außer einem Hempel-Ball, dem Zimmermann per Kopf vergebens eine Richtungsänderung zu geben versuchte, brachten sie in den ersten zwanzig Minuten nichts zustande. So blieb das Foul an Klee im Strafraum der größte Aufreger der Anfangsphase. Der Schiri war zwar der Längste auf den Platz – den Überblick hatte er dennoch nicht immer. „Ist das hier die Zweite von Jena?“, rief ein Mitvierziger einige Sitze von mir entfernt nach 20 Spielminuten. Der Favorit hielt sich zwar fast pausenlos in des Gegners Hälfte auf, verstand es aber nicht, den Abwehrriegel zu knacken. Nach und nach bekam man das Gefühl, Jena ging die kompromisslose, hier und da unsaubere Gangart des Kontrahenten mit - ähnlich einem Boxer mit größerer Reichweite, der sich auf den Infight einlässt. Jovic saß zunächst nur auf der Bank, sein Fehlen spürte man, denn ein technisch beschlagener Wühler wie er fehlte in den ersten 45 Minuten. Nicht verwunderlich also, dass die beste Gelegenheit einer Standartsituation entsprang. Zimmermanns Freistoßball segelte aus neunzehn Metern knapp am Dreiangel vorbei. Auf der Gastgeberseite bekam Caspar, als Stürmer ansonsten ziemlich auf sich allein gestellt, den Ball nicht unter Kontrolle. Doch allein Sveijdiks Vorarbeit, bei der Holetschek ausgespielt wurde, ließ Hoffnung bei den Einheimischen keimen. Nachdem Manai schon zum zweiten Mal einen Einwurf geradewegs hinter die Seitenlinie ins Aus befördert hatte, pfiff der Schiri zur Pause. „Wenn wir jetzt hier leise sind, können wir sicher die Liveübertragung einer Traineransprache aus der Jenaer Kabine verfolgen“, frotzelte der Stadionsprecher. Sonderlich laut soll Achim Steffens dann aber nicht geworden sein. Schließlich hatte es den Jenaern nicht am Engagement gemangelt, sie hatten sich bis hierhin nur ausgesprochen ungeschickt angestellt.
Mit Miro Jovic kam ein dritter gelernter Stürmer zur zweiten Halbzeit. Die Doppelspitze blieb dennoch bestehen, da sich Zimmermann fortan ins Mittelfeld orientierte, mit Hempel auf einer Linie spielte. Diese Umstellung zeigte Wirkung. Zwar behinderten sich Treitl und Maul noch beim Kopfball (52.), bekam Menzel bei „Zimmes“ 25-Meter-Schuss rechtzeitig die Fäuste hoch, doch das Offensivspiel des Tabellenführers hatte jetzt mehr Zuschnitt. Kein Vorwurf an Klee, dass er freistehend aus sechs Metern wuchtig übers Tor köpfte, da Mauls Flankenball zuvor von einem Eintracht-Verteidiger noch abgefälscht worden war. Wenig später krachte der fleißige Schwabe mit Paul böse zusammen und musste mit inneren Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Seine Mannschaftskameraden steckten den Schock jedoch schnell weg. Grassers Kopfball landete an der Lattenoberkante (65.). „Jetzt müssen sie aufpassen, die erhöhen den Druck“, schwante meinem Vordermann nichts Gutes für seine Sondershäuser Jungs. Er hatte es kaum gesagt, da verlängerte Aschenwandtner einen Einwurf unfreiwillig in den eigenen Torraum, wofür sich Treitl am linken Pfosten bedankte und zur Führung traf. Auf der Gegengeraden wurde ausgelassen gejubelt, während ich mich in „Feindesland“ mühsam zügelte und es bei einer „Beckerfaust“ beließ. Zwei Minuten später: Zimmermann dribbelt links bis zur Grundlinie, seine Eingabe zischt durch den Torraum und Klee aus spitzem Winkel erwischt die Lücke zwischen Abwehrbein und Pfosten. Schon der dritte Saisontreffer von Carsten Klee – wird er vom anfänglichen Chancentod doch noch zur erhofften Verstärkung ? Er scheint auf einem guten Weg zu sein. – Nach dem vorentscheidenden zweiten Treffer brachen nun die Dämme. Über eine Stunde lang hatten sich die in Jena-freundlichem Blau-Gelb-Weiß spielenden Gastgeber erfolgreich entgegen gestemmt, kräftemäßig vielleicht über ihre Verhältnisse gespielt. Nun aber hatte der FCC leichtes Spiel. Wie leicht, wurde beim dritten Treffer deutlich. Zehn Meter vor dem eigenen Strafraum startend, konnte Kais Manai mit Ball am Fuß unbehelligt das Mittelfeld durchqueren, aus zwanzig Metern abziehen und sich über das 3:0 freuen. Der etliche Meter vor dem Tor stehende Menzel hatte das Leder zwar nach oben abgewehrt, das Gesetz der Schwerkraft ließ den Ball aber doch noch den Weg ins Tor finden. Maul, Treitl, Zimmermann, Jovic und der eingewechselte Burgdorf bekamen weitere Chancen für den neuen Tabellenführer, Wille hatte drei Minuten vor Schluss das Ehrentor für Sondershausen auf dem Fuß.
Summa summarum blieb nur eine starke Viertelstunde, aber die reichte an jenem Nachmittag zur Pflichterfüllung. Das nächste Spiel gegen Plauen wird von vornherein einen anderen Charakter besitzen. <fc>
Fotos auf www.weissenburger.de
Spielbericht und Fotos auf der offiziellen Eintracht-Seite

FC Anhalt Dessau - FC Carl Zeiss JENA 1:6

Tore: 0:1 Maul (16.), 1:1 Dreyer (25.,FE), 1:2 Jovic (40.), 1:3 Grasser (53), 1:4 Klee (60.), 1:5 Hempel (70.,FE), 1:6 Hempel (76.,FE)
Dessau: Rönicke - Westphal, Kurth, Jäckel, Gerstmann (76. Galutsku), Westendorf, Duga, Grosche (RK, 90.), Stefke - Dreyer, Hildebrand (46. Schwibbe)
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Benedetti (64. Sugzda), Burgdorf (52. Hempel), Treitl, Maul; Zimmermann (72. Raab), Jovic, Klee

Zuschauer: 650

Schiedsrichter: Schößling (Leipzig)

Spielbericht:
[von Gastreporter Stefan Meißner]
Wenn der FC Carl Zeiss Jena auf Dessau trifft, prallen Welten aufeinander. Hier der Ex-Europacupfinalist, da der Bezirkspokalsieger Halle von 1992. Hier die Profi-Elf aus dem Saaletal, dort die Feierabendkicker aus der Muldenstadt. Zwei tragische Helden aber sollten dieser Partie ihre eigene Note aufsetzen: Hier der erstligaerfahrene Stürmer Carsten Klee, bei den Gastgebern Oliver Rönicke. Nicht einmal allen Dessauern war der Name geläufig, handelt es sich doch um den Ersatztorwart der zweiten Mannschaft der Anhaltiner, sonst in Liga 7 gegen TSV Mosigkau oder Gräfenhainichen II. auf der Bank. Schlimmes Verletzungspech zwang Trainer Muraview zum Einsatz des stämmigen 21jährigen.
Der sollte sehr bald zu tun bekommen, denn der FC übernahm im schmucken Paul-Greifzu-Stadion sofort die Initiative. Aus den zahlreichen hohen Freistoßeingaben und Eckbällen konnte man jedoch kein Kapital schlagen - bis zur 16. Minute. Ein Eckball von rechts wird per Kopf verlängert und trudelt abgefälscht von einem Dessauer ins eigene Tor. Ein Start nach Maß für den FCC, der nur eine Minute später nachzulegen versuchte, doch Carsten Klee startete seinen ereignisreichen Nachmittag mit einem Pfostenschuß, nachdem er mustergültig von Zimmermann freigespielt wurde. Dessau erholte sich aber schnell und durfte dank Schiedsrichter Schößling auch bald darauf jubeln. Es bedarf schon eines hohen Maßes an Unsensibilität und Ignoranz seitens des NOFV, einen Referee aus der Stadt Jenas größten Aufstiegskonkurrenten anzusetzen. So provoziert man förmlich Verschwörungstheorien, vor allem nachdem Zimmermanns fairer Ballgewinn mit Freistoß für Dessau geahndet wurde, und dieser einen Schwächeanfall eines Anhaltiners im Strafraum zur Folge hatte. "Geschoben" urteilte Christian Schößling, Elfmeter. "Geschoben" vermuteten auch die gut 350 Jenaer Schlachtenbummler und mußten mit ansehen, wie Goalgetter Sven Dreyer vom Punkt sein Saisontor Nr. 11 erzielte. Jena antwortete wütend. Holetscheks Freistoß aus 20 Metern streift das Außennetz (26.), Jovics Drehschuß findet Zimmermann, dessen Versuch aus Nahdistanz von einem Dessauer von der Linie geholt wird (31.). Fünf Minuten vor der Pause war es dann aber soweit. Ein kurz getretener Eckball gelangt zu Miroslav Jovic, dessen Schlenzer von der Strafraumgrenze zur Überraschung aller und mit gütlicher Mithilfe der Latte und Keeper Rönicke den Weg ins Tor findet und erst hinter der Linie weggeschlagen werden konnte. So sah es zumindest Linienrichterin Anja Kunick, und bei so viel weiblichem Charme ließ sich auch Kavalier Schößling nicht zwei mal bitten - das Tor zählte. "Olli, Olli" skandierten nun die Jena-Fans, die Anfeuerungsrufe der Handvoll Dessauer Fans für ihren Keeper aus der Anfangsphase kopierend. Fast mit dem Pausenpfiff hätte Olli den Ball beinahe ein drittes Mal aus den Maschen geholt, aber da gab es ja noch den anderen Protagonisten des Tages. Nach toller Vorarbeit des bärenstarken Maul gelangt der Ball zu Carsten Klee, dessen Schuß diesmal von der Linie geschlagen wird. Nicht weit genug jedoch, denn kurz darauf setzt Burgdorf Jovic ein, dessen Ball das Netz jedoch nur von außen sieht. Halbzeit am Ufer der Mulde, und Zufriedenheit im Jenaer Lager über eine hochverdiente Führung.
Etwas höher sollte sie nur sein, und genau so begannen die ganz in gelb spielenden FCC-Kicker wie die Feuerwehr. Holetscheks Freistoß wird unfreiwillig zu Burgdorf abgefälscht, der jagt den Ball jedoch aus 5 Metern über das Tor (46.). Besser machte es Carsten Klee nur 4 Minuten später, eine tolle Vorarbeit Benedettis erlaufend spitzelt er den Ball an Olli Rönicke vorbei zum erlösenden Tor, doch zum Entsetzen aller war die Fahne oben. Abseits - eine höchst zweifelhafte Entscheidung. Vielleicht grübelte Klee noch immer über diese Situation als er Grassers Kopfballverlängerung nach Holetschek-Freistoß nicht unter Kontrolle brachte. Glück jedoch für den FCC, denn im Nachsetzen bringt Markus Grasser den Ball selbst über die Linie und zeigt, daß er es nicht nur mit dem Kopf kann. 1:3 nach 53 Minuten, die Entscheidung war damit gefallen, Dessaus Gegenwehr gebrochen und die Hintermannschaft der Jungs aus der Stadt des Bauhauses erinnerte in der Folge weniger an die Unverwüstlichkeit eines Gropius-Baus als mehr und mehr einem zerbröselnden Kartenhaus. So sollte nun endlich auch die Stunde des Carsten Klee gekommen sein, und nachdem sein Drehschuß von der Strafraumgrenze nur das Außengestänge traf (57.), sollte er nach genau 60 Minuten endlich seinen Glücksklee auf dem grünen Rasen finden. Ein Schiedsrichterball wird zu Olli zurückgespielt, der schießt den nachsetzenden Klee unglücklich an, von dem der Ball zum 1:4 ins Tor trudelt. Kein Pfosten, Latte, Außennetz, Linienrichter oder Gegenspieler auf der Linie konnte den Jubel des für seinen enormen Fleiß belohnten FCC-Stürmers mehr verhindern. Untröstlich hingegen Dessaus Nottorhüter, der zwar bei dem Schuß des erstmals nach seiner langen Verletzungspause wieder eingewechselten Sugzda aus Nahdistanz (68.) resolut parierte, aber die restliche halbe Stunde dem geballten Spott des Gästeanhangs ausgesetzt war. Doch es sollte noch schlimmer kommen für "Olli für Deutschland". Einen mißglückten Rückpass erläuft sich der unermüdliche Klee, umläuft Rönicke, scheitert aber aus spitzem Winkel am auf der Linie stehenden Stefke. Dieser kann den Ball allerdings nicht weit genug herausschlagen, der inzwischen auf die rechte Seite gewechselte Maul umspielt Rönicke ein zweites Mal und wird von diesem gelegt. Klare Sache, Elfmeter und Einwechsler Dirk Hempel verwandelt unter Mithilfe des Innenpfosten zum 1:5. Nur 6 Minuten später steht Dirk Hempel wieder an der gleichen Stelle, nachdem Maul von Stefke im Strafraum zu Fall gebracht wurde und sucht sich diesmal die linke Ecke aus, Olli streckt sich vergebens, 1:6. Der FCC spielte nun Katz und Maus mit seinem überforderten Gegner, was Gediminas Sugzda nur eine Viertelstunde nach seiner Einwechslung mit dem möglichen Ende seiner aktiven Spielzeit für den FC Carl Zeiss bezahlen mußte. Schien- und Wadenbeinbruch lautete die erste Diagnose für den Litauer, der den FCC ja zu Saisonende verläßt und die nächsten Wochen kaum zur Verfügung stehen wird. Also bestritten die übrig gebliebenen Jenenser dank des erschöpften Auswechselkontingents die restlichen 10 Minuten mit 9 Feldspielern, ohne daß sich am Charakter des Spieles etwas änderte. So wurde noch ein letztes Kapitel im Privatduell Klee-Rönicke geschrieben, als letzterer glänzend parierte, und auch die Anhaltiner hatten durch den an Berbig scheiternden Grosche noch ihre einzige Chance im zweiten Durchgang. Der Schlußpunkt blieb aber Schiedsrichter Schößling vorbehalten, der Dessaus Routinier Grosche nach einem Ellenbogencheck an Hempel mit roter Karte vom Platz schickte, um Sekunden später zur Erleichterung der Gastgeber und insbesondere ihrem Schlußmann Olli Rönicke abpfiff, der sich nun ganz auf das Heimspiel gegen Grün-Weiß Piesteritz vorbereiten kann.
Jena hat nach dem Spiel der kuriosen Tore - im übrigen allesamt nach Standardsituationen (!) - hingegen hat alle Trümpfe selbst in der Hand, sich aus dieser Liga nach oben zu verabschieden und strebt am kommenden Samstag beim Nachholespiel in Sondershausen der Tabellenführung entgegen.
Bilder des Tages <jw>

FC Carl Zeiss JENA - VfB Pößneck 3:1

Tore: 1:0 Grasser (14.), 2:0 Maul (27.), 3:0 Maul (31.), 3:1 Heynig (79.)
Jena: Berbig; Holetschek; Burgdorf, Grasser; Benedetti, Treitl, Hempel (64. Manai), Zimmermann (64. Sonnenberg), Maul; Jovic (80. Raab), Klee
Pößneck: Wohlfahrt - Bartholme, Daum (79. Daum), Lässig, Heidler, Fritzsche, Stumpe (71. Sobek), Ceesay, Krause, Reimann, Walther (65. Ludwig)

Zuschauer: 2822

Schiedsrichter: Rebekka Kirchner (Benshausen)

Spielbericht:
Das erste Nachholspiel der Rücksaison stand an und es galt, die fehlenden Punkte auf die bereits enteilte Konkurrenz aufzuholen. Nach dem souveränen Sieg in Grimma war es nun auch eminent wichtig, im Heimspiel gegen den VfB Pößneck die nötigen drei Punkte zu holen. Für die Pößnecker hatte dieses Spiel auch etwas ganz Besonderes, denn es war für sie die Punktspielpremiere unter Flutlicht.
Von Beginn des Spieles merkte man den Jenaer an, dieses Thüringen Derby unbedingt gewinnen zu wollen. Bereits in der 3. Minute kam Zimmermann zur ersten Möglichkeit, doch sein Schuss aus rund 20 Metern stellte für Wohlfahrt kein Problem dar. Nach gut 10 Minuten kamen die Gäste dann auch zu ihrer ersten Möglichkeit, aber auch Berbig hatte nach einem Freistoss keine Mühe, den Ball sicher zu halten. Nach einem Schussversuch von Reimann in der 12. Minute, der aber nichts einbrachte, drehten die Jenaer auf, und kamen zur dicksten Chance bis dato. Hempel, der nach seiner Gelb-Sperre wieder von der Partie war, passte im Strafraum quer auf den gut postierten Maul, doch dieser trat unglücklich über den Ball. Danach ging es Schlag auf Schlag. Zuerst scheiterte noch Zimmermann mit einem Freistoss, den Wohlfahrt gerade noch zur Ecke klären konnte (14.). Doch nur wenige Sekunden später stand es bereits 1:0 für Jena. Nach einem Eckball traf Grasser mit einem platzierten Kopfball zur verdienten Führung. Die Platzherren schienen nach der frühen Führung wie befreit, erhöhten weiter das Tempo und kamen nur zwei Minuten später zu einer weiteren guten Möglichkeit, doch Klee konnte mit seinem Schuss den Torwart der Gäste nicht überwinden. In der 25. Minute war es erneut Klee mit einer guten Torchance, aber nach guten Anspiel von Zmmermann hatte er erneut kein Glück und sein Schuss ging nur knapp am Tor vorbei. Jena war in dieser Phase des Spiels die klar dominierende Mannschaft und von den Gästen war gar nichts mehr zu sehen. Und so kam es denn auch in der 28. Minute, wie es kommen musste: Zimmermann setzte sich im Mittelfeld hervorragend gegen seinen Gegenspieler durch und bediente mit einer wunderbaren diagonal geschlagenen Flanke Maul, der sich diese Chance nicht entgehen ließ und mit einem platzierten Schuss aus 10m ins lange Ecke die 2:0 Führung besorgte. Anschließend war es wieder Carsten Klee, der eine riesengroße Möglichkeit nicht nutzen konnte. Zunächst scheiterte er aus Nahdistanz an Wohlfahrt (30.), der den Ball aber nicht festhalten konnte. Der abprallende Ball landete wieder vor den Füßen von Klee, aber sein Schuss ging zu allem Ärger nur um einige Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Der FCC machte in dieser Spielphase das einzig Richtige und sie setzten die Pößnecker Mannschaft weiter unter Druck. Wenige Augenblicke später trat Klee nach einer perfekten Hackenablage über den Ball, doch der dahinter postierte Maul hatte an diesem Tage das Glück auf seiner Seite und ballerte den Ball mit voller Wucht unter die Latte zum 3:0. Sollte es für Pößneck an diesem Tage eine Blamage geben? Den Fans aus Jena war es egal und sie standen auf und feuerten ihre Mannschaft mit "Zugabe, Zugabe" an. Gut fünf Minuten vor der Pause waren die Gäste noch einmal an der Reihe. Reimann hatte die bis dahin dickste Chance für die Gäste, aber nachdem er sich im Jenaer Strafraum gut durchgesetzt hatte, verfehlte er mit einem halbhohen Schuss aus der Drehung nur knapp das Tor. Anschließend versuchte es noch einmal Walther mit einem Freistoss aus gut 20 Metern, aber Berbig war mit einer klasse Parade auf dem Posten. Kurz vor der Pause (43.) konnten die Fans des FCC erneut jubeln, doch leider hatten sie sich zu früh gefreut. Wieder war es Klee, der eine gute Möglichkeit besaß und diese Chance auch diesmal verwerten konnte. Aber Schiedsrichterin Rebecca Kirchner kannte in dieser Szene kein Erbarmen und pfiff das Tor wegen Abseits ab.
Nach dem Wechsel dachte nun jeder im Stadion, dass das Spiel der ersten Halbzeit so weiter gehen würde. Aber leider sahen sich alle ein wenig getäuscht. Zunächst bediente Holetschek mit einer guten Flanke Klee (53.), doch dieser flog bei seinem Kopfballversuch nur wenige Zentimeter unter dem Ball hindurch. In der 59. Minute fasste sich Reimann ein Herz und spurtete aus dem Mittelfeld heraus auf das Jenaer Gehäuse zu. Allerdings hatte er an diesem Tage kein Zielwasser getrunken und sein Schuss ging dann doch um einige Meter am Tor vorbei. Unglücksrabe Carsten Klee, der an diesem Tage ein gutes Spiel ablieferte und sich auch viele gute Chancen erarbeitete, stand nach einer Stunde wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Aber ihm schien heute das Pech förmlich am Fuße geklebt zu haben, denn auch in dieser Szene konnte er den Ball aus Nahdistanz nicht im Gästetor unterbringen. Seinen Schuss konnte Wohlfahrt mit einer spektakulären Rettungsaktion gerade noch mit den Beinen zur Ecke klären. Aber dabei blieb es denn auch mit den Jenaer Angriffsbemühungen. Man merkte dem FCC nach dem Pausentee deutlich an, dass sie einen Gang zurück geschaltet hatten. Eigentlich war dies bei diesem Spielstand und dem Fakt, eine Englische Woche spielen zu müssen, nur zu klar, doch den Fans schmeckte es mit zunehmender Spieldauer immer weniger. Trainer Vogel wechselte in der 79. Minute den Pößnecker Heynig ein, als die Gäste gerade eine gute Freistossmöglichkeit besaßen. Kurze Zeit später lief er an und verwandelte aus zentraler Position zum Anschlusstreffer. Keiner der Zuschauer hatte in dieser Phase des Spiel eigentlich gedacht, dass es doch noch einmal spannend werde könnte. Denn erneut Heynig hatte nur wenige Minute später noch eine weitere gute Möglichkeit, doch zum Glück der Jenaer traf er mit seinem Schuss nicht das Tor. Viele Fans waren nun empört und brüllten "Jena erwache", denn von den Hausherren war nun gar nichts mehr zusehen. Aber mit ein wenig Glück und Cleverness überstand der FCC die letzten Minuten und der Sieg war in der Tasche. <vg>

SV Grimma - FC Carl Zeiss JENA 1:5

Tore: 0:1 J. Zimmermann (12.), 0:2 Maul (49.), 0:3 Jovic (52.), 1:3 Ziffert (79., FE), 1:4 Jovic (84.), 1:5 K. Zimmermann (89.)
Grimma: Winkler; Ziffert; Schober, Saalbach; Beyer (53. Massner), Mähne, Birnbaum, Müller, Pörschmann; Liebich, Großmann (53. Brumme)
Jena: Berbig; Holteschek; Schwabe, Grasser; Benedetti (64. Manai), Burgdorf, Treitl, Maul; J. Zimmermann (73. Sonnenberg), Jovic (87. K. Zimmermann), Klee

Zuschauer: 1000

Schiedsrichter: Cyrklaff (Laubsdorf)

Spielbericht:
Jeder, mit dem ich mich vor dem Spiel unterhielt, hatte leichte Bauchschmerzen: einerseits die Erinnerung an jenes 2:2 vom letzten Frühjahr, dann das Unentschieden, daß Grimma eine Woche zuvor dem VfB Leipzig abgetrotzt hatte und schließlich noch die Zwangspausen durch Spielausfälle im Februar. Würde die Mannschaft trotzdem wieder Tritt finden? Um so größer war die Erleichterung auf beiden Seiten des Zauns nach dem überzeugenden Sieg, der nie ernsthaft in Gefahr war.
Von Anpfiff an bestimmte der FCC das Geschehen und zeigte deutlich den Siegeswillen. Schoß Treitl in der 2. Minute noch deutlich über den Kasten, mußte in der 9. min der Grimmaer Torwart gegen den frei durchgelaufenen Klee (nach Durchspiel von Jovic) eine Glanzparade auspacken, um die Jenaer Führung zu verhindern. Einige Minuten später war jedoch alles vergebens: Zimmermann zirkelt einen Freistoß von halbrechts über die Mauer ins kurze Eck, während Winkler offensichtlich auf eine Flanke spekuliert hatte. Und Jena setzte sofort nach: Klee flankte von links (14.) und dem 2:0 durch Benedettis Direktschuß stand nur noch Treitl kurz vor der Linie im Weg. Grimma beschränkte sich fast nur aufs Verteidigen und zeigte wenig nach vorn. Aber Jena kämpfte nicht nur, die Mannschaft spielte richtig guten Fußball. Nach einem langen Paß marschierte Burgdorf allein durch, anstatt jedoch den Ball ins kurze Eck zu hauen, legte er quer auf Jovic, der irgendwie vom Gegenspieler noch am Torschuß gehindert werden konnte. Zwischenzeitlich hatte Grimma seine erste Chance (28.), als Liebich rechts durchging, aber aus spitzem Winkel an Berbig scheiterte. Klee war auch an der nächsten spannenden Aktion in der 29. min beteiligt, als er einen eigentlich ins „Niemandsland“ gegangen Ball im Strafraum doch noch erspurtete und sich um den herausstürzenden Torwart drehte – leider in die falsche Richtung, so daß der Winkel zum Schuß zu spitz war; seine Flanke brachte nichts. Und Klee zum Dritten (36. min): nach Mauls Flanke von links bringt er es fertig, den Ball aus Nahdistanz neben den langen Pfosten zu setzen und den Torschrei der ca. 500 (in Worten: fünfhundert, nicht fünfzig *g*) mitgereisten Zeiss-Fans auf den Lippen zu ersticken. Und weiter ging das Einbahnstraßenspiel bis zur Pause. Erwähnenswert noch die Chance in der 39. min: Maul versuchte sich an 2 Verteidigern, der Ball sprang zu Zimmermann, der jedoch an Winkler scheiterte. Kurz vor der Pause setzte ein Grimmaer noch einen Schuß aus der Drehung knapp neben Berbigs Kasten. Diese letzte Szene war auch typisch für die Stimmung im Fanblock in der Pause: Das Spiel in Ordnung, aber wenn es doch wenigstens ein Törchen mehr wäre...
So etwas ähnliches muß auch Achim Steffens in der Kabine gesagt haben, denn nach dem ersten Angriffsversuch der Gastgeber mit dem Versuch des Strafstoßschindens schlug der FCC zweimal zu: In der 49. min fand ein ganz langer Ball den Weg nach links zu Maul, der lossprintete und den Ball ins linke untere Eck knallte. Jubeln und Herztropfen wegpacken war eins. In der 51. min schoß Holetschek einen indirekten Freistoß Richtung Tor und der von einem Verteidiger abgeblockte Ball fiel Jovic vor die Füße, der sich das 3:0 nicht entgehen ließ. In der Folgezeit beschränkte sich Jena auf die Spielkontrolle und hatte alle Füße voll zu tun, die z.T. üble Treterei der Heimmannschaft ohne schwere Verletzungen zu überstehen. In der 64. min war wieder einmal Klee mit Chancenvergeben dran, er köpfte nach Maul-Flanke vorbei. In der 77. min wurde Manai lang angespielt, seine Schuß parierte der Keeper und Mauls anschließender Schuß verfehlte nur knapp das Tor. Während ich beim Notieren dieser Chance war, schreckte mich ein empörter Aufschrei meiner Nebenleute hoch – Elfmeter für Grimma! Warum? Na ja, egal, das 1:3 war nur Kosmetik. Den FCC schien das Tor aber nochmals in Rage gebracht zu haben, den nun drehten die Gelben wieder richtig auf. Nach einem Konter machte Jovic sein zweites Tor an diesem Tag und in der 89. min besorgte der eingewechselte Kai Zimmermann nach Zuspiel von Treitl das 5:1. Schade, daß der Schiedsrichter trotz etlicher Unterbrechungen sogar 10 Sekunden vorzeitig abpfiff, sonst wäre vielleicht noch das halbe Dutzend voll geworden und Marc hätte mit seinem 5:0-Tip (von mir als völlige Utopie abgetan) von der Hinfahrt in der Tordifferenz richtig gelegen.
Zu den Unparteiischen: Während der Schiri sich fast immer sehr kulant gegen das harte Einsteigen der Grimmaer verhielt, pfiff er plötzlich – als nach einem Foul der Ball zu Jovic kam, der völlig freie Bahn zum Tor hatte – Freistoß und nahm Jena eine 100%ige Torchance. Wenn man noch dazu seine Leistung über die gesamten 90 Minuten hinweg betrachtet, komme ich zu 2 Vermutungen: 1. So dämlich kann man als Schiri gar nicht sein, da steckt Absicht dahinter. 2. Die Leipziger Proteste vom 0:0 in Grimma gegen die Referees waren vielleicht doch nicht unbegründet. Der Vorteil des FCC gegen über dem VfB: wir haben unsere Torchancen genutzt – und da kann der Referee auf und nieder hüpfen, wenn der Ball fünfmal im Netz liegt.
Heute stimmte beim FCC die Mannschaftsleistung von vorn bis hinten. Ich weiß nicht, wenn ich besonders hervorheben soll; vielleicht Jovic wegen seiner beiden Tore. Interessant: Steffens hüpfte noch beim Stand von 3:0 wie von der Tarantel gestochen und laut fluchend herum, als ein aussichtsreicher Angriffsversuch vergeigt wurde. <uk>
Bilder des Tages

FC Carl Zeiss JENA - FV Dresden 06 Laubegast 2:0

Tore: 1:0 Zimmermann (44.), 2:0 Klee (69.)
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser (61. Sonnenberg); Benedetti, Treitl, Hempel (55. Raab), Zimmermann, Maul (55. Burgdorf); Jovic, Klee
Dresden: Weidner (58. Rinke); Heiße, Oberritter, Berthold (35. Kätzel, 55. Kolbe), Mauksch; Flügel, Ehrlich, Lucic, Glaubitz; Lense, Eißrich

Zuschauer: 2002

Schiedsrichter: Klatte (Wildau)

Spielbericht:
Vorgaben gab es genug für dieses Spiel: Revanche für die 0:2-Blamage aus der Hinrunde, das Erzielen des ersten Treffers in diesem Jahr und, Schützenhilfe vorausgesetzt, das Zurückerobern der Tabellenspitze.
Dem ersten Treffer war der FC Carl Zeiss schon in der Anfangsphase sehr nahe. Carsten Klee hatte den Gäste-Torhüter bereits umspielt, doch ein Dresdner Feldspieler klärte nach 17 Sekunden Spielzeit auf der Torlinie. Keine zwei Minuten später verfehlte Jovic Mauls Flanke, Benedettis Schuss flog übers Tor. Durch einen Doppelpass mit Klee setzte Zimmermann nach einer Viertelstunde die Gästeabwehr matt, doch hoppelte der Ball um wenige Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Angesichts der dreiwöchigen Punktspielpause war es ein ordentlicher Start, dem jedoch keine adäquate Fortsetzung folgte. Freilich, da waren die kraftraubenden Bodenverhältnisse, die durchgängigen Präzisionsfußball unmöglich machten. Doch es fehlte auch ein wenig am Geschick, so eine Dresdner Viererkette auszuspielen. Ein ums andere Mal fanden sich die Jenaer im Abseits wieder. Gelang es dann doch mal, bis vors Tor zu kommen, wurde mit den Chancen Schindluder getrieben. Beim Überzahlangriff in der 27. Minute beispielsweise hatten drei Jenaer nur noch einen Abwehrakteur vor sich; doch Maul blieb an diesem einen Dresdner hängen und die freistehenden Klee und Benedetti schauten buchstäblich in die Röhre. Oder der Tempovorstoß sieben Minuten darauf: Treitl nutzt eine Lücke in der gegnerischen Abwehrformation, spielt rechts raus auf Jovic. Der sieht seinen Sturmpartner Klee mit nur einem Gegenspieler vorm Tor. Die Flanke wird von Heiße abgefangen, weil Klee tatenlos hinter dem Dresdner stehen bleibt. Nachdem Maul in Minute 43 über den Ball geschlagen hatte, anschließend Holetschek zwar das Leder, damit aber auch Grassers Hinterteil traf, schrieben viele die erste Hälfte schon ab. Doch nahm sie durch Jan Zimmermann doch noch ein erfreuliches Ende. Aus zwanzig Metern nahm er Maß und traf ins rechte untere Eck. „Der Zimmermann hat einen kuriosen Torschuss, der krempelt den Ball so rein“, beschrieb sein Trainer das 1:0. Eines der drei Ziele war damit erfüllt, die Barriere der Rückrunden-Erfolglosigkeit überwunden.
Die erste gefährliche Torszene der zweiten Halbzeit besaßen die Gäste, es sollte zugleich ihre einzige bleiben: An den Heber von Lucic kam Berbig noch mit einer Hand heran, um sich im letzten Moment vor dem nachsetzenden Dresdner auf den Ball zu werfen (57.). Jena antwortete mit Jovics Pass auf den gerade eingewechselten Andy Raab. Dem Debütanten fehlte gegen Dresdens Schlussmann ein einziger Schritt (63.). Laubegast verstärkte seine Offensivbemühungen, Jena mit Konterversuchen. Wobei die Betonung auf den Wörtern Bemühungen und Versuchen liegen muss. Das Publikum zeigte viel Geduld, aber als Sonnenberg beim Versuch zu flanken den Ball weit übers Tor schlug, schien das Maß voll, ertönten die ersten Pfui-Rufe. Doch wie schon beim Treffer Nummer eins folgte einer verunglückten Aktion kurz danach der Torjubel: Freistoß Mitte der gegnerischen Hälfte von Zimmermann, Kopfballverlängerung im Strafraum von Jovic, Klee aus Nahdistanz ins Netz. Eigentlich ganz einfach. Ziel Nummer zwei, die Revanche, war somit erfüllt und das Spiel praktisch gelaufen. Dies merkte man ihm in den folgenden Minuten auch an. Beim Live-Ticker-Notebook trat irgendwann der Bildschirmschoner in Aktion, es gab partout nichts Notierenswertes. Abhilfe schafften da in der Schlussphase wenigstens noch die Schüsse von Holetschek und Treitl. Während der Libero am Torhüter scheiterte, geriet der Kapitän zweimal in Rücklage, schoss übers Tor.
Als das Endergebnis von Halle gegen Sachsen Leipzig bekannt wurde, durften wir Jenaer auch hinter dem dritten Tagesziel ein Häkchen machen. Dass zum Erreichen weiterer Ziele gewaltige Steigerungen vonnöten sind, wird niemand ernsthaft bestreiten. <fc>
Bildes des Tages <jw>
Spielbericht auf der Homepage von Dresden 06

FC Carl Zeiss JENA - VfB Leipzig 0:0

Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Grasser; Sonnenberg (46. Zimmermann), Treitl, Benedetti, Hempel, Maul; Jovic (63. Manai), Klee
Leipzig: Grundmann; Lenz; Jülich, Freund (28. Werner); Renn, Embingou, Breitkreutz (66. Marcetic), Hannemann, Gebhardt (46. Räbsch); Blessin, Gunkel

Zuschauer: 5012

Schiedsrichter: Hoyzer (Berlin)

Spielbericht:
Spitzenreiter kontra Tabellenzweiter - vom Papier her der Knaller des 19. Spieltages. Immerhin gut 5000 Fans ließen es sich nicht nehmen, bei diesem Ost-Klassiker dabei sein zu wollen. Leider machte aber das Wetter einen Strich durch die Rechnung und ließ auf dem schneebedecktem Rasen kein gutes Spitzenspiel zustande kommen.
Der FCC versuchte gleich zum Beginn des Spiels anzudeuten, wer der Herr im Hause ist. Bereits nach vier Minuten hatten die Gastgeber ihre erste kleine Chance, doch die Leipziger konnten den Ball gerade noch zur Ecke klären. Hempel versuchte nach gut zehn Minuten mit zwei Freistößen zum Erfolg zu kommen, aber Grundmann im Tor des VfB war stets auf dem Posten. Danach war es aber mit der Angriffsoffensive erst einmal vorbei. Jena war zwar weiterhin klar die tonangebende Mannschaft, aber die zwingenden Chancen blieben aus. Zu sehr machte der rutschige Boden den beiden Teams zu schaffen. So dauerte es bis zur 32. Minute, dass Jena zur einer weiteren guten Möglichkeit kam. Nach einer Flanke stand Treitl im Strafraum bestens zum Einschuss bereit, aber der klitschige Ball rutschte ihm beim Schuss über den Fuß. Bis dato war von den Gästen aus Leipzig noch gar nichts zu sehen. Die Abwehr der Leipziger stand gut, aber im Spiel nach vorn passierte schlichtweg nichts. Doch fünf Minuten vor der Pause war es Gunkel vorbehalten, für die erste und einige Tormöglichkeit des VfB zu sorgen. Aber sein Schuss aus ca. 18 Metern stellte für Berbig kein Problem dar. Die letzte Chance vor der Pause hatte noch einmal der FCC, doch der Kopfball von Holetschek (44.) ging knapp neben das Gehäuse.
Der FCC kam mit neuem Schwung aus der Kabine und drängte die Gäste sofort wieder in deren Strafraum. Der in der ersten Halbzeit relativ unauffällige und auch nicht immer fehlerfreie Sonnenberg blieb in der Kabine und für ihn kam zur zweiten Halbzeit Zimmermann aufs Feld. Bereits nach Minuten führte er sich gut ein, aber leider ging sein beherzter Schuss aus ca. 20 Metern nur um Zentimeter am Tor vorbei. Grundmann wäre an diesen Ball nie heran gekommen. Aber die Hausherren setzten nach und schnürten den VfB in seiner eigenen Hälfte ein. In der 50. Minute wurde Jovic wunderbar steil angespielt, dieser umspielte noch der Torhüter, aber sein Schuss aus spitzen Winkel ging über das Tor. Eine Stunde war gespielt und Jena bestimmte weiterhin das Spiel. Die Gäste beschränkten sich ausschließlich auf das Verteidigen, um dann mit eventuellen Kontern zum Erfolg zu kommen. Doch dazu kam der VfB an diesem Tage nicht, denn die Platzherren hatten in jeder Phase des Spiels den Gegner unter Kontrolle. Nur leider kam dabei noch nichts Zählbares heraus. In der 61. Minute hatte der FCC seine nächste Tormöglichkeit. Nach einer Flanke von links in den Strafraum köpfte Maul quer zum Tor auf die andere Seite, aber Grasser verfehlt mit einem schönen Kopfball ebenfalls das Tor nur um Zentimeter. Die Chancen mehrten sich, aber das Tor wollte einfach nicht fallen. Der eingewechselte Manai war dann als Nächster an der Reihe. Nach einem platzierten Anspiel von Benedetti stellte sein Schuss (78.) unter Bedrängnis der Leipziger kein Problem für Grundmann dar. Die Sekunden liefen dem FCC davon und man merkte den Gästen spürbar an, dass sie mit dem Unentschieden zufrieden sein würden. Zwei Minuten vor Ultimo hielt es auch den letzten Fan nicht mehr auf seinem Platz. Zimmermann trat zum Freistoß an, sein Ball flog in den Strafraum und dort stieg Manai zum Kopfball hoch, aber der Ball knallte an den Pfosten. Die Fans auf den Zuschauerrängen konnten es nicht fassen. Nur wenige Augenblicke später pfiff der souverän agierende Schiedsrichter Hoyzer die ungleiche Partie ab.
Mit einer riesengroßen Portion Glück trat der noch immer Tabellenzweite VfB Leipzig seine Heimreise an. Die Gäste waren an diesem Tage erschreckend schwach. Nur eine halbe Torchance für Leipzig im gesamten Spiel und ein Eckenstand von 9:0 für Jena sprachen für die Platzherren, aber dies nutzte dem FCC am Ende nichts. Der Abstand zwischen dem VfB Leipzig und dem FC Carl Zeiss JENA war zwar nach diesem Spieltag noch immer gleich geblieben, allerdings versäumte es der FCC, an diesem Tage einen großen Schritt Richtung Aufstieg zu machen.<vg>
Fotos, zusammengestellt von Jens Weissenburger
Spielbericht auf der offiziellen Vfb-Homepage

FV Dresden-Nord - FC Carl Zeiss JENA 0:0

Dresden-N.: Groß T. Gaunitz; Ackermann (39. Kaszuba), Härtig; Kostadinov, Scholze, Kühne, Linkert (75. Arto), Georgi; Streiber (62. F. Gaunitz), Jugo
Jena: Berbig; Treitl; Schwabe, Grasser; Nowotny, Benedetti, Manai, Hempel (46. Zimmermann), Maul; Klee, Jovic (80. Sonnenberg)

Zuschauer: 447

Schiedsrichter: Reiche (Wohlmirstedt)

Spielbericht:
Willkommen zum großen Duell zweier Serien ! Es standen sich gegenüber: In der roten Ecke Jenas Dresden-Komplex. Seit März 1990 wurde auf Dresdner Terrain nicht mehr gewonnen, ob gegen Dynamo, FV Nord oder DSC. In acht Spielen hagelte es sieben Niederlagen und 2:16 Tore ! Dem setzten wir entgegen: In der blauen Ecke die Serie jenes Berichterstatters, der das Glück hatte, in der Hinrunde bei sieben Einsätzen sieben Siege mit 21:2 Treffern kommentieren zu dürfen. - Von vornherein war klar: Nur eine dieser Serien würde Bestand haben.
Jena in den ersten Minuten aktiver, holte zu Beginn mehrere Eckstöße heraus. Einen davon ließ Jovic nach drei Minuten passieren, Grasser traf den Ball nicht voll. Spätestens nach einer Viertelstunde wurde aber deutlich, dass es der erwartet schwere Gang bei den heimstarken Dresdnern werden würde. Der in den Strafraum stürmende Jugo war von Schwabe und Nowotny nicht zu bremsen, spielte ins Zentrum auf Kostadinov, welcher aus acht Metern verzog. Ebenso hochkarätig die Möglichkeit nach 22 Minuten: Scholzes Freistoß zischt flach an Jenas Zwei-Mann-Mauer vorbei, Georgi grätscht hinein und verfehlt das Tor nur um Haaresbreite. Da stockte Jenas Anhängern der Atem. Durch solche Aktionen im Selbstbewusstsein gestärkt, verlegten sich die Sachsen ab Mitte der ersten Halbzeit nicht mehr nur aufs Kontern, sondern ergriffen frech die Initiative. Mit einem Mal kamen schnelle Gegenattacken von den in gelb gekleideten Zeiss-Städtern. Jovic war in der 27. Minute nicht zu bremsen, zog aus 14 Metern von der rechten Seite ab; FV-Torhüter Groß im kurzen Eck vermochte das Leder nur nach vorn abzuklatschen, doch ehe Klee abstauben konnte, hatte ein Abwehrspieler die Lage bereinigt. Keine zwei Minuten später ein weiterer Konter, diesmal über halblinks, doch Jovics Schuss eine Idee zu hoch. – All dies nicht schlecht, doch die Mehrzahl an klaren Möglichkeiten besaßen vor der Pause die Gastgeber. Georgi war beim Solo durch Jenas Hälfte erst durch Tino Berbigs Glanzparade zu stoppen (33.) und auch Sekunden vor dem Pausenpfiff musste Jenas Schlussmann gegen Streiber auf der Hut sein.
Mit Wiederbeginn kam Jan Zimmermann ins Spiel, was mehrfach Sinn machte. Zum einen wandelte Dirk Hempel beim recht kleinlichen Schiri am Rande einer Gelb-Roten-Karte, zudem fand sich mit „Zimme“ endlich mal einer, der mit Distanzschüssen für Gefahr sorgte. Generell gewann man zu Beginn der zweiten Hälfte den Eindruck, Jena würde taktisch überlegter agieren. Nun wurden auch mal hohe Bälle eingestreut, um den Tücken des Schneebodens zu entgehen. Prompt boten sich Chancen. Klee scheiterte an Groß, nachdem Jovic eine Eingabe verlängert hatte (56.). Maul köpfte knapp drüber (61.). Und auch der als einziger von 22 Akteuren kurzärmelig spielende Klee scheiterte per Kopf, da er nicht rechtzeitig über den Ball kam (69.). So ging diese Druckperiode ohne zählbaren Erfolg vorbei und es wurde wieder deutlich, dass im ersten Spiel nach der Winterpause längst noch nicht alles zusammen passt wie zum Ende der Hinrunde. Durchgängig zu überzeugen wusste eigentlich nur Berbig. Als Manai in Minute 75 zwei Gegenspieler düpiert hatte, dann an der Grundlinie noch einen Haken schlug statt in die Mitte zu passen und hängen blieb, gerieten sogar die eigenen Fans in Rage. Allerdings hätte nicht viel gefehlt und eben jener Kais Manai wäre noch zum Helden des Tages avanchiert. Ein Freistoß Zimmermanns flog fünf Minuten vor Schluss hoch in den Strafraum, Manais Kopfball vom Elfmeterpunkt eigentlich schulbuchreif, doch fehlten wenige Zentimeter am 1:0. Zugegeben, ein Sieg wäre sehr glücklich gewesen. Denn abgesehen von den Hochkarätern vor der Pause – wenn Kaszuba drei Minuten vor Ultimo ein Missverständnis zwischen Benedetti und Schwabe zu nutzen versteht, geht so eine Partie auch schnell mal verloren.
Zweites Remis im neunten Spiel ohne Sieg – dem Dresden-Komplex des FCC hielt selbst die Reporter-Serie nicht stand. Andererseits ist Jena nach dem letzten Saisongastspiel in Elbflorenz noch immer Tabellenführer. Bliebe dies so, könnten kommendes Spieljahr nicht Laubegast und Dresden-Nord, sondern Dynamo und vielleicht der DSC die Gegner sein. Bis dahin freilich ist es noch ein weiter Weg. <fc>
Rückrundenauftakt in Bildern

FC Carl Zeiss JENA - FSV Zwickau 3:1

Tore: 1:0 Maul (7.), 1:1 Weiß (48.), 2:1 Manai (57.), 3:1 Jovic (77.)
Jena: Berbig, Maul, Nowotny (83. Sonnenberg), Schwabe, Sugzda, Holetschek, Treitl, Benedetti, Hempel (89. Wittke), Manai (66. Jovic), Zimmermann
Zwickau: Mewes, Findeisen (56. Düring), Chudzig (75. Papp), Böckel (56. Metzner), Köcher, Krauß, Gerloff, Vogel, Arzt, Weiß, Trochocki

Zuschauer: 2566

Schiedsrichter: Müller (Stendal)

Spielbericht:
Bei diesem Wetter bleibt man normalerweise zu Hause, trinkt einen Glühwein, bastelt vielleicht noch das ein oder andere Geschenk für seine Lieben und ärgert sich über das Scheitern der netten alten Dame bei Jauchs Millionenshow. Das es viele trotzdem ins tiefgefrorene Ernst-Abbe-Sportfeld zog, lag in erster Linie an der vorweihnachtlichen Bescherung, die der FC Carl Zeiss seinen Anhängern versprach. Der Gabentisch war auf alle Fälle reich gedeckt. Neben den üblichen drei Punkten, fanden sich dort noch zwei weitere dicke Pakete, die das knapp zweistündige Rumzittern rechtfertigten: Die Tabellenführung und die Herbstmeisterschaft. Fehlte nur noch eine Jenaer Mannschaft, die sich nicht einwickeln lies und am Ende womöglich selber dastand wie ein abgeschmückter Weihnachtsbaum...
Das es nicht so kommen sollte, lag an einer konzentrierten Leistung über die gesamte Spielzeit und an einigen kleinen Nettigkeiten, die sich die Zwickauer Defensive so einfallen ließ, um keine lange Weile aufkommen zu lassen. Los ging es damit gleich in der sechsten Minute, als Alexander Maul von seinem Gegenspieler mit so viel Raum und Zeit beschenkt wurde, daß er den langgezogenen Freistoß von Dirk Hempel plaziert ins lange Eck köpfen konnte. 1:0. Grenzenloser Jubel! Damit waren die Fronten erst mal geklärt und das hoffnungsschwangere Publikum zufriedengestellt.
Der Sturmlauf der nun folgen sollte, folgte aber nicht. Statt dessen schloß sich ein friedliches Miteinander an. Jena hatte das Spiel fest in der Hand, konnte sich aber zunächst keine zwingenden Möglichkeiten mehr erspielen. Und der FSV Zwickau machte keine Anstalten, seine zurückgezogene Position aufzugeben und sich neuerlichen Gefahren auszusetzen. Erst nach einer guten halben Stunde erhöhte Jena den Druck merklich und kam durch Jan Zimmermann auch zu zwei guten Möglichkeiten. Zunächst lief dieser nach einem schönen Paß von Gediminas Sugzda völlig alleine auf das Zwickauer Tor zu und hatte dabei so viel Zeit, daß er darüber das Schießen vergaß (32.). Nur drei Minuten später setzte sich Kais Manai auf der linken Seite schön durch, seine flache Eingabe konnte Zimmermann jedoch wieder nicht verwerten. Schade drum! Wer die letzte Chance vor der Halbzeit vergab, war in dem Gewimmel aus Spielern nicht auszumachen. Fakt ist, daß gleich zwei Jenaer am Ball vorbeiflogen, nachdem Mewes im Zwickauer Tor einen Hempel-Freistoß nicht festhalten konnte. Pause.
Daß die Nachlässigkeiten in der eigenen Chancenverwertung meistens bestraft werden, ist ja hinlänglich bekannt. Darin machte auch dieses Spiel keine Ausnahme. Versinnbildlicht wurde diese alte Weisheit in der 48. Spielminute, als die Gäste erstmals (und auch letztmalig) den Jenaer Strafraum inspizierten und durch das Ergebnis dieser Aktion den gesamten bisherigen Spielverlauf auf den Kopf stellten. Der Zwickauer Weiß ließ sich nicht zweimal bitten, nachdem ihm der Ball irgendwie vor die Füße gesprungen war. Sein plazierter Flachschuß in die linke Ecke war für Tino Berbig unhaltbar. Starker Temperaturrückgang im EAS!!!
Letzte Saison hätte mich dieser Ausgleich noch irgendwie beunruhigt. Daß das diese Saison nicht so ist, liegt in erster Linie am Charakter der Mannschaft. Die ließ sich keine Minute lang aus ihrem Konzept bringen und antwortete ohne Zögern mit einer Reihe gefährlicher Angriffe, ohne dabei jedoch ein unnötiges Risiko in der eigenen Defensive einzugehen. Zunächst konnte Mewes einen Seitfallzieher von Maul nach einer Flanke von rechts noch parieren (51.), nur vier Minuten später hatte er gleich zweimal Glück, nachdem zunächst ein Zimmermann-Freistoß ans Außennetz donnerte (was ich jedoch nicht sah und ungehemmt losschrie) und sich wenige Momente später eine Flanke von Jörg Nowotny ? in Richtung Querlatte verflog. In der 57. Spielminute war es aber endlich soweit und das Schicksal beugte sich dem Jenaer Dauerdruck. Es war wieder Alexander Maul, der sich auf der linken Seite schön durchgesetzt hatte und den Ball von der Grundlinie auf den mitgelaufenen Kais Manai zurücklegen konnte. Der hatte keinerlei Mühe die erneute Führung herzustellen und Mannschaft und Zuschauer zu erlösen. Um einer neuerlichen Überraschung zu entgehen, erhielt Jena den Druck permanent aufrecht und kam auch folgerichtig zu weiteren Chancen. Bereits zwei Minuten nach dem Tor hätte Nowotny alles klar machen können. Seine Volleyschuß landete jedoch nur am linken Innenpfosten und sprang von dort wieder ins Feld zurück (59.). Pech! Achtzehn Minuten später war es wieder Pech, daß nach einer der schönsten Kombinationen des Abends der Heber von Hempel nur an die Latte hüpfte. Glück war allerdings, daß Steffens wenige Minuten zuvor Miroslav Jovic eingewechselt hatte, der als Abstauber fungierte und endlich den beruhigenden Zwei-Tore-Vorsprung herstellen konnte (77.). Damit war dann der Fall auch erledigt. Zwickau hatte dem nichts mehr entgegenzusetzen und durfte sich mit diesem Ergebnis durchaus als beschenkt ansehen. Jena spielte die letzte Viertelstunde seelenruhig zu Ende und lies sich von der stimmgewaltigen Kulisse in Richtung Schlußpfiff tragen.
Eindrucksvoll, wie die Mannschaft den Sieg herausspielte. Man mußte wirklich zu keinem Zeitpunkt des Spiels Angst haben, daß die ‚Mission Tabellenspitze' scheitern könnte, selbst nach dem Schreck des Gegentores nicht. Sicherlich waren die Gäste nicht so stark, wie man sie hätte erwarten dürfen. Trotzdem will natürlich jeder Gegner erstmal besiegt sein. Ein kleiner Wermutstropfen liegt in der kommenden Winterpause. Die dürfte der gesamten Konkurrenz sicherlich mehr nützen als unserem FC Carl Zeiss. Falls es aber doch gelingt, die Form halbwegs zu konservieren, so muß uns um das kommende Jahr nicht bange werden. Das Potential der Mannschaft reicht allemal aus, um allen Zielen unbeschwert entgegenzusehen. <bpf>
Hier einige Impressionen vom Spiel

1. FC Magdeburg - FC Carl Zeiss JENA 0:5

Tore: 0:1 Kallnik (2., Eigentor), 0:2 Hempel (8.), 0:3 Sugzda (50.), 0:4 Zimmermann (67.), 0:5 Sugzda (83.)
Magdeburg: Burmeister; Kallnik; Bengs, Uffrecht, Probst; Dürstel (GRK, 39.), Kreibich, Kullat (46. Banser), Horn (77. Stary); Holze, Schulz (60. Kühne)
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Benedetti; Nowotny (56. Sonnenberg), Treitl, Sugzda, Hempel (60. Manai), Maul; Sanchez (72. Jovic), Zimmermann

Zuschauer: 2621

Schiedsrichter: Binkowski (Berlin)

Spielbericht:
Vermutlich jeder der damals dabei Gewesenen erinnerte sich beim Betreten des Magdeburger Stadiongeländes an das Spiel im Jahr 2000 beim 1.FCM. Jenes dramatische 3:2, das dem FC Carl Zeiss das Erreichen des Saisonziels bescherte. Besonders in Erinnerung blieb Schwesingers frenetisch bejubeltes Siegtor in der Schlussminute.
Die Antwort auf die Frage, was aus dem Magdeburg-Spiel anno 2002 in Erinnerung bleiben wird, fällt nicht schwer. Die ersten beiden Treffer waren allzu kurios. Jena, sich sofort nach vorn orientierend, hatte die ersten Eckbälle heraus geholt. Ausgeführt von Hempel, köpfte ein Magdeburger seinem Mannschaftskollegen Kullat ans Knie, worauf der Ball Richtung Torlinie saust. Torhüter Burmeister versucht das Eigentor zu verhindern, lenkt den Ball aber auf Kullats Fuß, der auf diese Art das 0:1 erzielt. Der neben dem Unglücksraben postierte Holetschek musste bei der anhaltinischen Eigenproduktion nicht eingreifen. Wer dachte, dieses vorweihnachtliche Geschenk wäre nicht zu toppen, sah sich bald eines Besseren belehrt. Denn nur sechs Minuten später folgte die Steigerung. Dirk Hempel wollte einen Freistoß aus vierzig Metern eigentlich nur in den Strafraum heben. Doch setzte das Leder auf der Torraumlinie auf und flog Burmeister zwischen Arm und Körper hindurch ins Netz. Vor lauter Feixen kam unsereins kaum zum Jubeln, hatte es doch seit dem Patzer eines gewissen Junghans von Hertha BSC keinen kurioseren Torwart-Fehler zugunsten des FCC gegeben. Klar gab dieser Auftakt den Jenaern Sicherheit, zumal sie offensichtlich das richtige Stollenmaterial erwischt hatten und die winterlichen Bodenverhältnisse keine übermäßigen Probleme bereiteten. Die Abwehr gab sich bis zur Pause nicht die kleinste Blöße. Bemerkenswert einmal mehr, mit welcher Abgeklärtheit Joachim Schwabe zu Werke ging und wie gut der Youngster mit einem „alten Hasen“ wie Holetschek harmonierte. Die Anzahl der Torchancen hielt sich zwar in Grenzen, gefährlich wurde es aber immer dann, wenn Jena über die Außenbahnen kam. So als Sanchez aus dem Stand die Linksflanke von Maul aufs Tornetz köpfte (15.). Oder als nach Nowotnys Hereingabe Maul an Burmeister scheiterte (24.). In der 37. Minute setzte Nowotny ein weiteres Mal zum Spurt an, worauf Düstel die Sense auspackte. Von unserem Beobachtungspunkt aus war schon im Ansatz zu erkennen, dass die Grätsche von schräg hinten dem Spieler und nicht dem Ball galt. Der sicher amtierende Referee ließ Gnade vor Recht ergehen und beließ es bei Gelb. Ob Düstel sich dafür bedanken wollte und nur falsch verstanden wurde ? Wer weiß, jedenfalls durfte er wegen Meckerns zwei Minuten später doch noch vom Platz.
Mit Wiederanpfiff demonstrierte der Tabellendritte, dass er sich nicht auf dem Vorsprung und der Überzahl ausruhen wollte. Nowotny traf das Außennetz (46.), Maul gab Burmeister die Gelegenheit zum Beweis, dass der FCM-Torhüter sein Handwerk normalerweise beherrscht (48.). Doch zwei Minuten später war dieser machtlos gegen Sugzdas gefühlvollen Heber nach ebensolchem Zuspiel von Sanchez zum 3:0. „Ihr – könnt – zum - Handball gehen“, intonierten die Jenaer Anhänger in Richtung FCM-Fans, welche dem Oberliga-Fußball der Handball-Championsleague den Vorzug gegeben hatten. Um ein Haar hätten die Einheimischen doch noch einmal Grund zum Jubeln bekommen - wäre da nicht Tino Berbig gewesen. Praktisch aus dem Kalten heraus, denn Jenas Keeper hatte zuvor nicht einen Ball zu halten bekommen, tauchte Berbig blitzschnell ins linke Eck und holte Holzes Kopfball von der Linie. Der Applaus für ihn war noch nicht verebbt, da lief bereits der Konter, den Jan Zimmermann mit links aus spitzem Winkel zu Tor Nummer vier vollendete. Irgendwie kamen Jenas Schlachtenbummler in dieser Phase aus dem Beifallklatschen gar nicht mehr heraus. Nachdem Manai mit 19-Meter-Schuss noch einmal den Keeper der Elbestädter auf die Probe gestellt hatte, kam Miroslav Jovic ins Spiel. Neun Monate musste der Stürmer nach seinem Kreuzbandriss pausieren und obwohl Trainer Steffens kürzlich noch einen Einsatz in diesem Jahr ausgeschlossen hatte, durfte Jovic angesicht des Spielstands ein bisschen Spielpraxis sammeln. Am fünften Tor freilich waren noch andere beteiligt. Nach Freistoß Manais und Kopfballvorlage Holetscheks grätschte Sugzda hinein und markierte den Endstand.
5:0 in Magdeburg ! Bei einer Mannschaft, die acht Tage zuvor dem VfB Leipzig ein Remis abgetrotzt hatte ! Von einer solchen Rückkehr an alte Wirkungsstätte hatte Achim Steffens wohl nicht zu träumen gewagt. Seine Mannschaft hat es nun in der Hand, nach einer Serie von zwölf Spielen ohne Niederlage an der Tabellenspitze zu überwintern. Bessere Werbung für eine würdige Jahresabschluss-Kulisse gegen Zwickau kann es eigentlich nicht geben.<fc>
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OFC Neugersdorf - FC Carl Zeiss JENA 1:3

Tore: 1:0 Behring (21.), 1:1 Treitl (39.), 1:2 Maul (52.), 1:3 Maul (54.)
Neugersdorf: Branis; Maglica; Fröhlich, Winller, Ladra; Havel (68. Haasler), Studenyi, Uhlig, Küttner (46. Hecht); Miltzow (75. Kästner), Behring
Jena: Berbig; Holteschek; Schwabe, Benedetti; Nowotny, Tretl, Manai (46. Sugzda), Hempel (68. Sonnenberg), Maul; Sanchez, Zimmermann

Zuschauer: 380

Schiedsrichter: Cyrklaff (Laubsdorf)

Spielbericht:
Extra einen Tag Urlaub genommen und um 5.30 Uhr aufgestanden – was bringt einer seinem Lieblings-FC nicht alles für Opfer. Zugegeben, etwas Eigennutz war auch dabei, denn wenn man schon einmal in Neugersdorf weilt, sollte man die Nähe zur tschechischen Grenze nutzen. Sei es zum Einkaufen oder zum Mittagessen. Die doppelte Portion Sauerbraten mit Knödel zu einem günstigen Preis war die beste Supporters-Mahlzeit seit langem.
Insgesamt hatten es achtzig Jenaer Anhänger geschafft, am Mittwoch halb zwei in Neugersdorf zu sein. Sie sahen zu Beginn zwei Schüsse Nowotnys aus jeweils 18 Metern, die eher Prolog-Charakter besaßen. Überraschenderweise sollten diese Jenas beste Gelegenheiten der ersten 25 Minuten bleiben. Zwar waren die Thüringer in dieser Phase deutlich mehr in Ballbesitz, wirklich Kapital daraus schlagen konnten sie aber nicht. Lange Bälle in die Mitte fruchteten bei der dicht gestaffelten zentralen Abwehr des Gegners kein einziges Mal. Der OFC zog sich bei Jenaer Ballbesitz bis weit in die eigene Hälfte zurück, lauerte auf Fehler, um dann überfallartig mit vier, fünf Leuten eigene Konterangriffe zu starten. So wie in Minute 15: Ein unplatziertes, halbhohes Zuspiel aus der eigenen Hälfte versucht Hempel vergebens unter Kontrolle zu bringen. Über sein hohes Bein rutscht das Leder in den Lauf von Behring. Dieser wird von seinem Gegenspieler mehr begleitet als gestört, zieht aus 16 Metern ab und trifft das Außennetz. Ein Warnschuss wie ein Kanonenböller, die Zeiss-Elf schien ihn dennoch überhört zu haben. Und so bekam Behring seine zweite Chance. Wieder war ein unpräzises Abspiel der Ausgangspunkt. Nach Zweikampf und Pressschlag flog der Ball zu Behring, welcher diesmal genauer zielte und das Netz von der anderen Seite traf. 0:1 – was war denn hier los ? Plötzlich kam einem der Sensationssieg von Neugersdorf gegen Plauen (2:1) in den Sinn. Und ganz kurz spukte auch Jenas Niederlage bei Underdog Laubegast im Kopf herum. Zumal sich unmittelbar nach dem Rückstand nichts zum Guten veränderte; im Gegenteil, der Außenseiter wirkte nun selbstbewusster und optisch gleichwertig. Erst in Minute 29 tat sich wieder etwas im OFC-Strafraum. Eckball von links, Branis kommt raus zur Faustabwehr, doch Zimmermann springt vor ihm zum Kopfball hoch, verfehlt nur knapp. „Das kotzt mich an, Du“, schimpfte Trainer Steffens nach einer halben Stunde an der Seitenlinie und meinte damit bestimmt nicht das Wetter. Obgleich es ihm und seinen Schützlingen auch diesmal nicht vergönnt war, neunzig Spielminuten ohne Regen zu erleben. Oder führten gerade die veränderten Bedingungen dazu, dass der FCC doch noch Oberwasser bekam ? Es war wohl eher der Ausgleichstreffer, vor dem Sanchez im Strafraum das Leder abschirmte und auf Hempel ablegte. Dessen Schuss blieb hängen, doch der Abpraller landete bei Treitl, welcher aus 15 Metern einschoss. Vier Minuten darauf fast schon das 2:1. Maul auf dem Weg zur Grundlinie hatte überraschend abgestoppt und quer gespielt auf Zimmermann, dessen Schlenzer flatterte am rechten Dreiangel vorbei. – Wie sich das Blatt gewendet hatte. Der FCC nahm den Gegner die verbleibenden Minuten bis zur Pause regelrecht in den Schwitzkasten, sodass es einem leid tat, als der Schiri zur Halbzeit pfiff.
Jegliche Befürchtungen, die Anfangsprobleme könnten zu Beginn der Hälfte zwei von neuem entstehen, waren zum Glück unbegründet. Die Jenaer machten da weiter, wo sie aufgehört hatten. Zunächst der Kopfball Holetscheks an den Pfosten (47., allerdings war Abseits angezeigt), dann sein 20-Meter-Schuss knapp vorbei (49.). Nach zweimal Hotsch folgte zweimal Alex, nur mit mehr Erfolg. Beim Führungstreffer verwertete Maul eine Nowotny-Flanke per Aufsetzerkopfstoß. Das 3:1 entsprang einem Eckball, der Mauls Scheitel leicht touchierte und so ins lange Eck verlängert wurde. Der hinter der Linie postierte OFC-Akteur kam zu spät an den Ball. Mauls Saisontor sechs und sieben – Lohn für beständig gute Leistungen . Wann hat ein Neuzugang eigentlich zuletzt so gut eingeschlagen ? Meiner Stehplatznachbarin (die als treue Leserin unserer Spielberichte herzlich gegrüßt wird :-)) und mir fiel im selben Moment der Name Karsten Hutwelker ein. Nun, ganz so weit ist Maul vielleicht noch nicht, aber allemal auf einem guten Weg. In Minute 82 bot sich ihm sogar die Chance zum Hattrick, doch Branis warf sich in den Schuss. Erwähnt werden muss auch der Pfostenknaller von Sanchez nach 68 Minuten. Ungefährdet schaukelte die Zeiss-Elf den Sieg nach Hause. Durch die Hereinnahme von Sugzda war mehr Ordnung ins Mittelfeld eingekehrt. Benedetti, der mit seinem Gegenspieler in Hälfte eins größte Probleme hatte, gewann nun fast jeden Zweikampf. Behring sorgte nur einmal noch für Unruhe – in Minute achtzig, als Schwabe, Holetschek und Benedetti die Situation mit vereinten Kräften meisterten.
Wie sagte doch Achim Steffens einen Tag vor dem Spiel beim Fußball-Stammtisch ? „Wir sind so gut, wie es der derzeitige Tabellenplatz wiederspiegelt. Nicht schlechter, aber auch kein Stück besser.“ – Betrachtet man die Partie gegen Neugersdorf in seiner Gesamtheit, muss man sich dieser Einschätzung anschließen. <fc>

Hallescher FC - FC Carl Zeiss JENA 0:0

Halle: Völkner; Georg; Zimmermannn, Wellington da Luz (56. Große), Kricke, Klajnszmit, Schädlich, Rehmann, Stark, Riediger, Lesch
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Benedetti; Nowotny, Treitl, Manai, Hempel, Maul; Sanchez, Zimmermann (56. Sonnenberg)

Zuschauer: 2290

Schiedsrichter: Koch (Potsdam)

Spielbericht
[von Gastreporter Ragnar Boedefeld]
Halle & Herzkasper. Zwei Worte die mit H anfangen und auch sonst einiges gemein haben. Die beiden HFC-Spiele vom letzten Jahr zum Beispiel passen genau in die Kategorie jener Spiele, die einen früher altern lassen.
Für uns ging das Altern diesmal schon auf der Autobahn los - Stau 15 km vor dem Kreuz. Man sah den Anpfiff schwinden, dann nahte Rettung in Form der Abfahrt nach Merseburg. Zehn Minuten vor Spielbeginn waren wir da. Genügend Zeit, um sich vor dem Anpfiff trotzdem noch zweimal kräftig zu ärgern: Erstens über den Eintrittspreis von 6 Euretten und zweitens über entweder halb verkohlte oder rohe Bratwürste, die 2 Euro das Stück kosteten - ein gnadenlos schlechtes Preis-/Leistungsverhältnis. Dazu regnete es in Strömen. Klasse.
Die ersten zehn Minuten des Spiels trugen aber zur Beruhigung bei. Jena optisch leicht überlegen, aber nicht zwingend. In der 10. gab es einen Hinweis darauf, wie in diesem Spiel Tore fallen könnten: Berbig ließ einen an sich schwach geschossenen Aufsetzer zur Ecke abprallen. Im folgenden kam Halle immer mal wieder durch schnelles Passspiel über die rechte Angriffsseite bis an den Strafraum heran, größere Möglichkeiten hatten sie eigentlich nur zwei durch Lesch, einen verfehlten Kopfball in guter Position (13.) und einen Schuss aus 10 Metern, den Berbig hielt (42.). Jena hielt immer dagegen und hatte selbst zwei gute Gelegenheiten, einen Fernschuss durch Nowotny in der 31., der 20 cm drüber ging und eine Großchance durch Maul (44.), der links unten knapp vorbeischoss. Das Ding hatten wir schon drin gesehen...
Bis auf die genannten Stellen plätscherte das Spiel, wenn auch auf relativ hohem Niveau, so ziemlich vor sich hin. Als Zuschauer alterte man diesmal eher in normalem Tempo. Obwohl sich die erste Halbzeit fast nur im Mittelfeld abspielte, war von selbigem Jenaer Mannschaftsteil bis dahin nicht viel zu sehen.
Zu Beginn der zweiten Hälfte sah das anders aus. Jena übernahm die Initiative im Mittelfeld und kam zu einigen gefährlichen Angriffen mit Chancen für Nowotny und Treitl. Zwischendurch hatten wir auch mal Glück, als Riediger (alte Sprechchöre erlebten hier ihre Renaissance) das Jenaer Tor aus Nahdistanz verfehlte. Und dann kam die Phase, wo der FCC das Spiel hätte entscheiden können. Erst köpfte Holetschek völlig freistehend nach Hempel-Freistoß aus vier Metern Entfernung rechts neben das Tor (da gehörte schon was dazu, den vorbeizumachen), dann überlupfte Sanchez(?) den HFC-Torwart, der Ball wurde aber von einem Hallenser Abwehrspieler vor der Linie geklärt (72. Minute).
In der letzten Viertelstunde kam er dann doch noch, der Herzkasper. Halle wurde nämlich stärker und das Spiel wieder offen. Zwei Großchancen für Halle in den letzten zehn Minuten waren die Folge, wobei Berbig bei jener in der 87. Minute durch Kricke glänzend hielt. Aber auch Maul hätte freistehend mit einem Kopfball noch alles klar machen können.
Fazit: Besser gespielt als im letzten Jahr, dafür aber zwei Punkte gelassen. Der HFC war eine von vier Mannschaften, gegen die man eigentlich gewinnen müsste, die aber häufiger gegen die Spitzenmannschaften punkten. Und bis zur Winterpause haben wir noch zwei andere dieser Mannschaften auf dem Spielplan.
Auf geht's, Jena!
Fotos vom Spiel

FC Carl Zeiss JENA - Wacker 07 Gotha 2:0

Tore: 1:0 Sanchez (56.), 2:0 Sanchez (64.)
Jena: Berbig; Holetschek; Schwabe, Benedetti; Nowotny, Treitl (66. Sugzda), Manai, Hempel (77. Wittke), Maul; Sanchez, Sonnenberg (56. Zimmermann)
Gotha: Weigel; Otto; Harnisch, Tews, Fuhrmann, Busch (46. Ulrich), Münzberg (56. Winterkorn), Nowacki, Ertmer, Schneider (83. Knäbe), Schwesinger

Zuschauer: 2390

Schiedsrichter: Jauch (Benshausen)

Spielbericht:
Ein durchaus bemerkenswerter Satz fand sich diesmal im Stadionjournal auf Seite 3. Achim Steffens bedankte sich dort für die Unterstützung von den Rängen beim vorherigen Heimspiel und fügte an: „Ich glaube, die richtige Reihenfolge wurde eingehalten, das heißt, der Funke sprang vom Rasen über auf die Ränge.“ – Eine Respektbekundung vorm zahlenden Publikum, zu der nicht jeder Trainer in Deutschland bereit ist.
Beschriebene Reihenfolge drohte zu Beginn des Gotha-Spiels außer Kraft zu geraten. Der angesichts schwieriger Bedingungen überaus starke Auftritt der Mannschaft zwölf Tage zuvor war im Gedächtnis haften geblieben und so verbreiteten die Jenaer Zuschauer bereits beim Verlesen der Aufstellung, beim Einlaufen der Mannschaften und nach Anpfiff der Partie Stimmung. Auf dem Spielfeld nahm das Geschehen von der ersten Minute an den erwarteten Verlauf. Der Tabellenzweite versuchte den Vorletzten unter Druck zu setzen. Nach einer von Schwabe schön eingeleiteten Aktion wurde es nach vier Minuten erstmals turbulent im Gästestrafraum. Die erste Torszene folgte in Minute vierzehn. Nowotny hatte nach rechts auf Sanchez abgelegt, der mit Ball am Fuß zur Grundlinie spurtete und nach innen flankte. Dort hatte sich Maul seinem Gegenspieler davon geschlichen, doch unglücklicherweise sprang ihm bei der Annahme des Balles selbiger zu weit vom Fuß, sodass er an Weigel hängen blieb. Den Abpraller nahm Sonnenberg an, doch auch in dessen Schuss warf sich Gothas Keeper und verhinderte damit einen frühen Rückstand. Ansehenswert – dieses Prädikat verdiente Jenas Spiel im ersten Viertel der Partie. Schön wurde über die Außen gespielt, auch mal der weiter entfernte Mitspieler in Szene gesetzt. Bestes Beispiel hierfür die 24. Minute. Manai (mit etlichen Auszeiten, dann wieder genialen Aktionen) schlug einen raumöffnenden Diagonalpass auf Nowotny, der aus spitzem Winkel das Außennetz traf. Im Anschluss an dieses Szene kehrte merklich Ruhe ein. Ins Spiel und damit auch auf den Rängen. Die Fangruppen beider Lager teilten sich lediglich gegenseitig mit, nichts zu hören. Sie wurden erst nach 38 Minuten wieder in den Bann des Spielgeschehens gezogen, als Treitl, der einen schwachen Tag erwischt hatte, freistehend zu lange zum Schuss brauchte. Doch noch war der Ball heiß, flog nach links zu Maul, der gleich zweimal draufhielt, doch Weigel im kurzen Eck stand sicher. Eine Einzelaktion Manais mit Schuss aus 20 Metern knapp daneben bildete den Schlusspunkt von Hälfte eins. Artiger Beifall begleitete die Akteure in die Kabinen.
Ein unverändertes Bild nach Wiederanpfiff. Jena gestaltete das Spiel, Gotha machte geschickt die Räume eng, kam dabei selbst aber kaum einmal über die Mittellinie. Andreas Schwesinger, nach Jahren FCC nun Stammspieler bei Wacker, fiel ebenso wenig auf wie die anderen Ex-Jenaer Nowacki, Ulrich, Winterkorn. Ein einziger gefährlicher Vorstoß (dem Benedetti mit sauberem Tackling ein Ende setzte), zwei Eckbälle, kein einziger echter Torschuss – bei dieser Offensivbilanz durfte Gotha lediglich auf ein torloses Remis hoffen. Und zwar bis zur 56. Minute, als Sanchez mit Schuss ins lange Eck die Weichen auf Jena-Sieg stellte. Nicht nur dem Schützen, der sich jubelnd seines Trikots entledigte, auch den Zuschauern merkte man die Erleichterung an. Geduldig hatten sie auf diesen Moment gewartet. Nun sollte nichts mehr schief gehen. Zumal Steffens jetzt sein Sturm-As Jan Zimmermann ins Spiel brachte, das man eigentlich von Beginn an erwartet hatte. Über die Gründe für das anfängliche Reservistentum Zimmermanns war nichts zu erfahren. Auf meine Anfrage in der Pressekonferenz bat der Trainer um Verständnis, das Warum geheim halten zu wollen. „Aber es war schon gut, dass er herein gekommen ist“, fügte Steffens hinzu und spielte dabei vorrangig auf Zimmermanns Torvorbereitung zum 2:0 an. Der Ex-Gladbacher erkämpfte sich mitten in der gegnerischen Hälfte den Ball und hätte auch selbst den Abschluss suchen können. Als ihn Gothas Libero attackierte, bewies ‚Zimme’ den Blick für den freien Nebenmann, indem er quer auf Sanchez spielte, der zum zweiten Mal ins rechte untere Eck traf. Der Sieg war damit sicher. Er hätte noch höher ausfallen können, denn die Jenaer erspielten sich in der Folge ohne sich zu verausgaben weitere Torgelegenheiten. Mauls 19-Meter-Schuss lenkte Weigel zur Ecke (74.). Ertmers Nachlässigkeit eröffnete Manai eine Chance (77.). In Minute 86 war Sanchez zwar eher am Ball als Gothas herauslaufender Torhüter, doch für einen Hattrick war der Winkel zu spitz geworden. Also flankte Sanchez in die Mitte, doch war Weigel schnell genug zurück geeilt, um Manais Kopfball zu parieren und auch noch den Nachschuss von Kevin Wittke zu halten. Schade eigentlich, denn dass der erstmals auf dem Oberliga-Spielbogen auftauchende Youngster bei seinem ersten Kurzeinsatz gleich ins Tor getroffen hätte, wäre der Clou des Abends gewesen.
Das „Hey, FC Carl Zeiss“ von den Rängen in der neunzigsten Spielminute wirkte wie ein Siegeschor im Theater, kurz bevor der Vorhang fällt. Jenas Zuschauer hatten diesmal keine Galavorstellung geboten bekommen, dennoch gingen die meisten zufrieden nach Hause. Noch vor nicht allzu langer Zeit hat sich der FCC weitaus schwerer getan, solche Spiele zu gewinnen. Die Mannschaft scheint weiter gereift zu sein. Und das gibt Anlass zur Hoffnung. <fc>
Highlights im Bild

FC Carl Zeiss JENA - FC Energie Cottbus/Amateure 5:0

Tore: 1:0 Maul (25.), 2:0 Zimmermann (37.), 3:0 Maul (54.), 4:0 Grasser (73.), 5:0 Hempel (83.)
Jena: Berbig - Maul, Nowotny, Schwabe, Grasser, Holetschek, Treitl, Benedetti (65. Manai), Hempel, Sanchez (74. Sugzda), Zimmermann (62. Sonnenberg)
Cottbus: Thoms - Nuhs, Woltmann, Jahn (62. Lempke), Rohde, Brychcy (77. Szobonja), Handrek, Wollermann (88. Schuchardt ), Mattuschka, Hujdurovic, Rozgonyi

Zuschauer: 2003

Schiedsrichter: Oehme (Witzschdorf)

Spielbericht:
"Spitzenreiter, Spitzenreiter" hallte es Minuten vor dem Spielende durch das Stadion, doch am Ende fehlte lediglich ein Tor, um tatsächlich vor dem VfB Leipzig die Tabellenführung zu übernehmen. Doch den Fans und Zuschauern war es eigentlich egal. Sie sahen bei widrigsten Bedingungen einen FC Carl Zeiss JENA, den die Umstände des permanenten Regens scheinbar überhaupt nicht störten und der bis zur letzten Minute aufopferungsvoll kämpfte, um am Ende auch völlig verdient mit 5:0 den Rasen zu verlassen.
Jena übernahm von Beginn an das Kommando und ließ es sich auch bis zum Spielende nicht nehmen. Bereits nach wenigen Minuten hatte der FCC seine ersten Chancen zu verzeichnen, doch der gut aufgelegte Torwart der Gäste konnte die eine oder andere Möglichkeit zunächst noch vereiteln. Eine des ganz wenigen Chancen der Cottbuser in der ersten Hälfte hatte Wollermann in der neunten Minute, aber sein Schuss aus spitzen Winkel ging am langen Pfosten vorbei. Jena war klar die tonangebende Mannschaft und drückte zunehmend auf die Führung. In der 25. Minute war es dann endlich soweit: Nach einem Eckball von Hempel konnte Maul mit einem Kopfball aus gut sechs Metern die verdiente Führung erzielen. Wenige Minuten später versuchte der quirlige Benedetti sein Glück, doch sein Distanzschuss verfehlte das Ziel um einige Meter. Der FCC drückte nach der Führung weiter auf das Tempo und von den Gästen war nun gar nichts mehr zu sehen. In der 32. Minute fing Maul einen versuchten Konter der Gäste ab, spielte umgehend einen herrlichen Steilpass auf Zimmermann, doch dessen Flanke von rechts in den Strafraum konnte gerade noch zur Ecke geklärt werden. Fünf Minuten später durfte dann endlich zum zweiten Mal gejubelt werden. Nach einer herrlichen Kombination im Mittelfeld wurde Sanchez "auf die Reise geschickt", dieser paßte mustergültig mit einem Querpass auf Zimmermann, der keine Mühe hatte, den Ball aus Nahdistanz im Tor zu versenken. Die Unsicherheit der Amateure aus Cottbus, bei denen der älteste Spieler am heutigen Tage gerade einmal 22 Jahre alt war, wurde zunehmend größer. Vier Minuten vor der Pause rutschte ein Cottbuser im Strafraum am Ball vorbei und ermöglichte damit Zimmermann eine Großchance, doch Thoms im Tor der Gäste konnte mit einer tollen Parade gerade noch das Schlimmste verhindern. Sekunden vor der Pause hatte Grasser noch einmal eine gute Gelegenheit, aber sein wuchtiger Kopfball ging knapp über das Gebälk.
Nach der Pause ließ es Jena ein wenig ruhiger angehen. Und so dauerte es knapp zehn Minuten, bis sich auf dem Rasen wieder etwas Nennenswertes tat. Aber dieses hatte es dafür in sich. Maul, einer der besten Akteure am heutigen Tage in den Reihen der Jenaer, traf erneut in der 54.Minute ins "Schwarze". Zimmermann hatte ihn mit einer herrlichen Flanke bedient und diese Chance ließ sich Maul nicht nehmen und verwandelte eiskalt mit einem beherzten Schuss aus 8 Metern zur 3:0 Führung. Der Sturmlauf des FCC hielt weiter an und Hempel (58.) und Holetschek (61.) hatten ebenfalls noch beste Möglichkeiten zur Resultatsverbesserung. In der 73. Minute konnten die Gäste, nach einem Eckball von Hempel, den Ball gerade noch aus der Gefahrenzone befördern. Kais Manai, der kurz zuvor erst eingewechselt wurde, schnappte sich den abprallenden Ball und zog aus gut 20 Metern ab. Sein scharfer Schuss wurde noch kurz vor der Linie von Grasser abgefälscht und schon stand es 4:0. Berbig hatte wenig später anscheinend ein wenig Mitleid mit den Gästen. Nach einem Rückspiel zum Torwart wartete er so lange mit dem Ball am Fuss, bis ihn erst ein Cottbuser Spieler so bedrängte, dass er dann gar nicht mehr wusste, wo er den Ball so schnell hin spielen sollte. Also knallte er das Leder nach vorn und traf natürlich aus kurzer Entfernung seinen Gegenspieler, von dem der abprallende Ball nur knapp das Jenaer Tor verfehlte. Aber das sollte der einzige Fehler gewesen sein. In der 82. Minute demonstrierten die Jenaer, wie man einen schulmäßigen Konter vorführt. Ein langer Pass aus der eigenen Hälfte, perfektes Zuspiel zu Sonnenberg, aber der Youngster verfehlte mit einem schönen Schuss nur knapp das Tor. Hempel sorgte eine Minute später für den Schlusspunkt im Spiel, als er nach perfekten Anspiel von Maul den Ball aus kurzer Entfernung im Tor versenkte.
Die gut 2000 Zuschauer hatten an diesem Tage einen FCC gesehen, der trotz schlechtester Umstände eine spielerisch und vor allem kämpferische Topleistung gebracht hatte. Trainer Achim Steffens freute sich über sein perfekt gelungenes Heimspiel-Debüt und alle Jenaer Fans konnten, trotz permantenten Dauerregens, gut gelaunt den Heimweg antreten <vg>
Eine Fünferpack im Bild

FC Lausitz Hoyerswerda - FC Carl Zeiss JENA 0:3

Tore: 0:1 Sanchez (9.), 0:2 Sanchez (31.), 0:3 Holetschek (57.)
Hoyerswerda: Katzwinkel; Dörner; Mark, Schmidt, Baum; Ballaschk, Paulick, Mathiszik (46. Grun), Rothenburger (68. Lange); Thomas (60. Ringel), Garbe
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Nowotny (70. Neubert), Treitl, Benedetti (46. Manai), Hempel (79. Sugzda), Zimmermann; Sonnenberg, Sanchez

Zuschauer: 461

Schiedsrichter: Förster (Falkenberg)

Spielbericht:
Ein Spiel für Herzkranke und Leute, die sich beim Fußball nicht so gerne aufregen! Während es sich bei letzteren wahrscheinlich eher um Erfolgsfans anderer Mannschaften handelt, dürften die meisten Anhänger des FC Carl Zeiss schon mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben (spätestens nach der letzten Saison) und daher über einen eher unspektakulären 3:0-Sieg beim FC Lausitz Hoyerswerda nicht allzu böse sein. Für übertriebene Aufregung war jedenfalls kein Platz. Lediglich die Praktiken unserer Spieler vom Elfmeterpunkt ließen den Puls zwischenzeitig mal auf so was bei 80 ansteigen.
Los ging´s damit schon nach sieben Spielminuten, als Sanchez nach einem schönen Anspiel frei vor dem Tor der Gastgeber auftauchte und am Torschuß nur durch ein Foul gehindert werden konnte. Elfmeter! Das der Gefoulte zu dem nie selbst antreten sollte, wußte sicher auch Sanchez, daß er es trotzdem tat, war ein Fehler und freute nur Katzwinkel im Tor der Gastgeber. Der hatte keine Mühe den Rückstand seiner Mannschaft zu verhindern und hielt die Partie weiterhin offen. Wenigstens gelang ihm das für die nächsten 60 Sekunden. Danach wechselte nämlich das Glück die Seiten. Zwar bekam Katzwinkel an den Kopfball von Sanchez (nach einer schönen Flanke von der linken Seite) wieder seine Finger, daß der Ball danach ganz gemächlich ins Tor hüpfte, konnte er aber diesmal nicht verhindern. 1:0. Bei Jena lief es jetzt wie geschmiert und Hoyerswerda war in erster Linie auf Schadensbegrenzung aus. Das die unheimlich schwer fiel, lag vor allem an Sanchez, der unermüdlich rackerte und sich eine Vielzahl an Möglichkeiten erarbeitete. In der 17. Spielminute zog er den Ball nach einem schönen Paß Benedettis noch am langen Pfosten vorbei, nur sieben Minuten später waren es die gleichen Spieler, die durch ihr geschicktes Zusammenspiel die gesamte gegnerische Abwehr demontierten. Da Sanchez diesmal wieder nur unfair vom Ball getrennt werden konnte, war der Weg frei für des Dramas zweiten Akt. Diesmal durfte Zimmermann ran. Sein Elfer sah zwar wesentlich besser aus als der bereits Gesehene, wurde aber im wahrsten Sinne des Wortes vom Winde verweht und klimperte leider nur gegen den Außenpfosten. Schade drum. Doch wie nach dem ersten Strafstoß führte gleich die nächste Chance zum Tor. Nowotny hatte sich auf der rechten Seite schön durchgesetzt und den Ball flach auf den einschußbereiten Sanchez zurückgelegt, der sich die Gelegenheit nicht nehmen ließ und das vorentscheidende 2:0 erzielte. Von nun an sah alles aus wie ein Schaulaufen. Zunächst schoß Nowotny nach einer wunderschönen Kombination über Grasser und Benedetti den herausgelaufenen Hoyerswerdaer Torwart den Ball nur in die Arme (33.), eine Minute später segelte ein 25-Meter-Freistoß von Holetschek ganz knapp am linken Pfosten vorbei. Die letzte Möglichkeit vor der Pause hatte wiederum Zimmermann, dessen Schuß von der Strafraumgrenze jedoch ein wenig zu schwach war und wieder ein Opfer Katzwinkels wurde.
Direkt nach der Pause nutzten die Gastgeber die kleinen Unkonzentriertheiten in der Jenaer Abwehr für ihre beste Chance, als sich der 5er gleich gegen zwei Spieler durchsetzte und aus aussichtsreicher Schußposition knapp verzog. Der kleine Schreck reichte aber aus und Jena nahm das Heft des Handelns sofort wieder in die eigene Hand. Scheiterten Nowotny (Heber, 48.) und Hempel (Schuß ans Außennetz, 52.) noch, so ließ sich Holetschek die Chance zum 3:0 nicht nehmen. Nach einer Ecke von der rechten Seite und einem verunglückten Schußversuch von Sanchez, flog ihm der Ball direkt vor die Füße und von dort – zur Begeisterung der knapp 300 mitgereisten Fans – direkt ins Tor. Was nun folgte war der reinste Waffenstillstand. Beide Seiten waren mit dem Spielstand offensichtlich hochzufrieden und die Spieler liefen jetzt gerade noch so viel, daß sie nicht anfroren. Es tat sich wirklich rein gar nichts mehr auf dem Rasen. Mein Nebenmann konnte sich jetzt in Ruhe seiner Handysammlung widmen, der Linienrichter allerlei Schreibkram erledigen. Was es da so reichlich zu notieren gab, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Erst zwei Minuten vor dem Ende wurde das Abkommen jäh gebrochen, als ein Kopfball von Grasser das Tor knapp verfehlte. Nachdem Manai in der 90. Minute freistehend den Ball über´s Tor drosch, hatte der Unparteiische endlich ein Einsehen und machte der langen Weile ein Ende.
Als Fazit bleibt nicht viel zu schreiben. Jena war tonangebend, Hoyerswerda chancenlos! So muß man gegen einen solchen Gegner spielen, um letztendlich auch Chancen auf den Staffelsieg zu haben. Also, weiter so! Allen mitgereisten Fans wünsche ich, daß ihnen Sturm und Blitzer (deren Population an sächsischen Landstraßen wirklich bemerkenswert hoch ist) nicht den schönen Abend noch verdorben haben... <bpf>

FC Carl Zeiss JENA - FC Sachsen Leipzig 1:1

Tore: 1:0 Zimmermann (19.), 1:1 Kujat (22.)
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Nowotny (71. Miranda), Treitl, Benedetti, Hempel (46. Sugzda), Maul (GRK, 44.); Sonnenberg (85. Sanchez), Zimmermann
Leipzig: Eckstein - Bergner (RK, 83.); Radojicic, Rietschel; Kujat, Schönberg, Cramer, Kittler, Friedrich; Nemec (7. Geißler), Struck

Zuschauer: 4425

Schiedsrichter: Hoyzer (Berlin)

Spielbericht:
Flutlichtspiele haben doch immer ein besonderes Flair, noch dazu, wenn der Tabellendritte beim Spitzenreiter zu Gast ist und mit einem Sieg selbst auf Platz 1 rücken könnte. Doch zunächst verkehrte Welt: Der FCC spielte vorsichtig-abwartend und Leipzig drückte voll auf die Tube. Prompt gab es auch die erste Möglichkeit für die Sachsen, als Berbig einen Freistoß in der 4. min nur wegklatschen kann. Der Führungstreffer ergab sich aus dem ersten „richtigen“ Angriff: Berbig schlug weit ab zu Hempel, dessen hohen Ball nach halbrechts legte Sonnenberg per Kopf zu Zimmermann ab, der nach einem Dreher um seine Gegenspieler den Ball hoch ins lange Eck schlenzte. Bevor jedoch Überlegungen die Oberhand gewannen, wie Leipzig reagieren würde, war nach einem Doppelfehler Berbigs der Gleichstand wieder hergestellt: Erst verursachte der Jenaer Keeper einen unnötigen Eckball, als er den Ball per Fuß statt nach vorn schräg nach hinten (!) beförderte, dann ließ er den folgenden Kopfball direkt vor Kujats Füße abprallen, der aus Nahdistanz das 1:1 erzielte. In den nächsten 20 Minuten passierte chancenmäßig nicht viel, auffallend war lediglich die grobe Keule, die Sachsen-Coach Jürgen Raab seinen Spielern mit aufs Feld gegeben zu haben schien. Unrühmlicher Spitzenreiter waren vor allem Struck. Die Leipziger Nr. 11 schien auf Schwabe angesetzt zu sein, dem er einige Male ungestraft in die Beine knüppelte und ihn in der 24. min an der Mittelinie von hinten umtrat. Gelbe Karten dafür? Noch nicht mal zu Freistößen konnte sich der Unparteiische hinreißen lassen, dem durch völlig unterschiedliche Maßstäbe (kleinlich gegen Jena, -zig Ermahnungen für bereits verwarnte Leipziger) das Spiel aus der Hand glitt. Die Krönung der schwachen Schiedsrichterleistung erlebte man in der 44. min: Ein böser Bodycheck von Geisler (hatte auch schon Gelb) gegen Maul vor den Augen des Referees blieb ungeahndet, daraufhin ließ sich Maul zu einem Revanchefoul hinreißen und der Schiri erinnerte sich an die Regeln und schickte den Jenaer mit Gelb-rot vom Platz. Eine an sich richtige Entscheidung, wenn man die Situation vorher ignoriert. Vor der Dezimierung hatte jedoch der FCC eine Riesenchance: wieder einmal ein weiter Abschlag von Berbig, dieser wurde von Nowotny per Kopf zu Sonneberg verlängert, der mit einem kurzen Schlenker am herausstürzenden Torwart vorbei war, jedoch unter starker Bedrängnis aus ca. 15 m den Ball nicht ins Tor befördern konnte, ein Leipziger war wohl noch mit dem Fuß dazwischen gewesen. In der Nachspielzeit scheiterte dann Sonnenberg noch mit einem Kopfball an Eckstein.
Nach der Halbzeitpause wurden meine schlimmen Befürchtungen zu diesem Zeitpunkt nicht bestätigt: Der FCC spielte mit 10 Mann stärker und konzentrierter als mit voller Kapelle. Man sah eine Mannschaft auf dem Platz stehen, die mit viel Engagement die Unterzahl mehr als kompensierte und in der zweiten Halbzeit das Spiel bestimmte. Die Gäste hatten lediglich anderthalb Chancen in der 61. min, als Berbig einen Freistoß hielt, aber mit dem Ball über die Grundlinie rutschte. Den Kopfball nach der darauffolgenden Ecke drückte er über die Latte. Mehr brachte Sachsen Leipzig in Überzahl nicht zustande. Um so erfreulicher, daß Jena wirklich versuchte, nach vorn zu spielen und nicht zum Kick & Rush überging. Sicher passierten auch mal Fehler, aber da war immer der Nebenmann da, der in die Bresche sprang und seinem Mitspieler half. Das wurde auch durchs Publikum honoriert, das nach dem Abpfiff die Mannschaft mit viel Applaus verabschiedete. Leider blieb das berühmte I-Tüpfelchen in Form des zweiten Tores aus, obwohl es einige Chancen gab. So z.B. in der 56. min, als Zimmermann Sugzda in Szene setzte, dessen scharfe Eingabe jedoch der Verteidiger vor Sonnenberg erreichte. Oder in der 74. min, als nach einem Freistoß Grasser nur ganz knapp vorbeiköpfte. Insgesamt ein „gerechtes“ Unentschieden, bei dem man schwanken kann, ob man sich trotz Unterzahl über lange Zeit über den einen Punkt freuen oder sich auf Grund der guten 2. Hälfte über einen verpaßten Sieg ärgern soll.
Mutig die Entscheidung des Interims-Trainer, in diesem brisanten und umkämpften Spiel auch bei den Einwechslungen auf den Nachwuchs zu setzen und Miranda ins Spiel zu bringen. Dafür und für die letzten Wochen: Vielen Dank, Thomas Vogel! <uk>
Fotos auf www.weissenburger.de

VFC Plauen - FC Carl Zeiss JENA 0:1

Tor: 0:1 Maul (12.)
Plauen: Golle; Hölzel; Richter, Krasselt; Risch, Dashi, Schulze, Gemeiner (65. Sprenger); Pannach (65. Gemazashvili), Curri, Popa
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Nowotny, Benedetti, Treitl, Hempel (17. Manai, 86. Sugzda), Maul; Sanchez (62. Sonnenberg), Zimmermann

Zuschauer: 3120

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

Spielbericht:
Auch wenn die Mannschaft nicht mit der aus der vorigen Spielzeit identisch ist: Der FC Carl Zeiss hatten gegen Plauen etwas gut zu machen. Gehörten das 0:0 in Überzahl und das 0:1 nach schwacher Leistung doch zu den bleibenden Eindrücken der negativen Art aus der Saison 2001/2002.
Diesmal sollte alles besser werden. Durch die letzten Siege mit genügend Selbstvertrauen ausgerüstet, spielte Jena zu Beginn wie angekündigt offensiv. Bereits die erste echte Chance wurde genutzt: Zimmermanns Eingabe verfehlten Sanchez und sein Gegenspieler, wovon der freistehende Maul profitierte, der Plauens Schlussmann aus fünf Metern überwand. Bemerkenswert, dass hier der zentrale Angreifer von der linken Seite für den Linksaußen in Mittelstürmerposition vorbereitet hatte. Wohl deshalb hatte die VFC-Abwehr Alexander Maul nicht auf der Rechnung. Denn torgefährlich war der Ex-Regensburger schließlich auch schon in den letzten Partien gewesen. Erfreulicherweise änderte der FCC in den Minuten nach dem Führungstreffer nichts an seiner Spielweise, steckte zunächst Hempels Ausscheiden (Rückenbeschwerden) gut weg, kam immer wieder gefährlich über die Flügel und besaß auch die zweite Möglichkeit im Spiel: Sanchez spielte Mitte der gegnerischen Hälfte zum exakt richtigen Zeitpunkt auf den startenden Zimmermann, der am Plauener Keeper vorbei aufs Tor schlenzte. Den knapp 500 im Jenaer Fanblock blieb der Jubelschrei über ein möglicherweise vorentscheidendes 2:0 im Halse stecken, als Hölzel den Ball von der Linie köpfte (26.). Beim anschließenden Eckball scheiterte Grasser per Kopf ebenfalls nur knapp. Die Gastgeber brauchten lange, um diese Schrecksekunden zu verdauen. Zwar gab’s reichlich Ecken und Freistöße, Kapital vermochten sie daraus aber nicht zu schlagen. Jenas Abwehr gab sich lange Zeit keine Blöße. Erst nach 35 Minuten entstand Gefahr, die Holetschek bereinigen konnte, als er den Schuss des unbedrängte Schulze gerade noch blocken konnte. Kurz darauf entwischte Curri, vierzig Minuten lang bei Benedetti abgemeldet, erstmals seinem Bewacher und legte nach unwiderstehlichem Spurt auf Schulze ab. Bei dessen Schuss durfte Berbig im Jenaer Kasten das erste Mal sein Können zeigen. Als Vorgeschmack auf Hälfte zwei. Doch noch war es nicht soweit, denn im Gegenzug zog Maul aus 17 Metern ab, Golle lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte. Dann war Pause und Zeit für das Resümee, gerade eine der besten Jenaer Halbzeiten in dieser Saison gesehen zu haben.
Mit Beginn des zweiten Abschnitts hatte die Jenaer Hintermannschaft Schwerstarbeit zu verrichten. Zwanzig Minuten gelang es ihr, akute Gefahr in Form von Großchancen vom eigenen Tor fernzuhalten. Doch wurde einem schnell klar, dass dies nicht bis Spielende so bleiben konnte. Zu selten waren die Entlastungsmomente. Die Aufbauspieler Treitl und Benedetti halfen fast pausenlos in der Defensive aus. Nowotny, vor der Pause mit riesigem Laufpensum auf der rechten Seite, schwanden allmählich die Kräfte. Nun fehlte einer wie Hempel dann doch. Jemand, der den Ball in den eigenen Reihen halten und Ruhe ins Spiel bringen konnte. Selbst die Abschläge von Berbig flogen unkontrolliert weit zum Gegenspieler oder ins Seitenaus. Das war aber auch das Einzige, was man dem jungen Torhüter vorwerfen konnte. Denn ansonsten wuchs er in der Schlussviertelstunde schier über sich hinaus. Toll, wie er Curris gefühlvollen Zwanzig-Meter-Freistoß aus dem Eck holte (77.). Unglaublich sein Reflex, mit dem er Sprangers Kopfball von der Linie fischte (83.). Famos die Reaktion, mit dem er den Flachschuss wiederum von Spranger um den Pfosten lenkte (84.). Die Fan-Sprechchöre mit seinem Namen dürften der zu Saisonbeginn nicht unumstrittenen Nummer eins richtig gut getan haben. Einmal freilich musste Tino Berbig auch das Glück des Tüchtigen bemühen. Nach einer weggefausteten Ecke kam das Leder erneut vor sein Tor, wo es Dashi hinter dem Rücken des Torhüters aus zwei Metern nicht über die Linie zu drücken vermochte (85.).
„Spitzenreiter, Spitzenreiter – hey hey hey“. Wie lang hatten FCC-Anhänger auf diesen Schlachtruf verzichten müssen ? Viel zu lang. – Damit er im Repertoire bleiben kann, bedarf es schon beim nächsten Heimspiel eines Erfolges gegen den FC Sachsen. Ebenfalls so eine Mannschaft, mit der Jena noch eine offene Rechnung aus der Vorsaison hat... <fc>
Die entscheidenden Szenen im Bild

FC Carl Zeiss JENA - FC Anhalt Dessau 5:1

Tore: 1:0 Grasser (2.), 1:1 Grosche (8.), 2:1 Maul (47.), 3:1 Sonnenberg (63.), 4:1 Schwabe (72.), 5:1 Manai (89.)
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Nowotny, Treitl (46. Sugzda), Benedetti, Hempel (69. Manai), Maul; Sanchez, Zimmermann (61. Sonnenberg)
Dessau: Spielau - Kurth (GRK, 40.), Westendorf, Cervienka, Gerstmann (70. Strokosch), Galytsky, Schönitz (46. Baasch), Grosche, Duga, Dreyer, Steffke

Zuschauer: 1630

Schiedsrichter: Walter (Zwickau)

Spielbericht:
Als Interimstrainer Thomas Vogel bei Amtsübernahme bewusst das Plauen-Spiel in den Vordergrund rückte „mit dem Risiko, die Spiele bis dahin zu unterschätzen“, hörte dies so mancher Anhänger mit Unbehagen. Nach der Maximalpunktzahl neun plus 10:1 Treffern gibt ihm der Erfolg zwar recht. Zufrieden drein blickt der Coach deshalb noch lange nicht.
Vor 1630 Besuchern, darunter 21 Gästefans, erwischten die Jenaer einen Blitzstart. Dirk Hempel beförderte einen Freistoß aus der Mitte der gegnerischen Hälfte in den Strafraum, wo Grasser am höchsten stieg und aus sechs Metern Entfernung einköpfte. Da konnte sich der für einen Torwart recht kleingewachsene Spielau noch so strecken – an diesen Ball ins lange Eck kam er nicht heran. Jena, das gefiel, nahm von Anbeginn konsequent die Zweikämpfe an. Doch war es wieder einmal eine Unachtsamkeit in der Hintermannschaft, welche die Führung kostete. Grosche stand nach Eingabe von rechts völlig frei und auch noch mittig vorm Tor, sodass er sich die Ecke aussuchen konnte. Schockwirkung war bei den Zeiss-Städtern zwar nicht zu erkennen. Doch im Bemühen, den Lapsus schnellstmöglich zu korrigieren, übertrieben sie es mit dem Kombinieren durch die Mitte, das durch den regennassen Boden zusätzlich erschwert wurde. Viel zu selten wurde über die Flügel gespielt, wo wir mit Nowotny und Maul doch eigentlich fähige Leute haben. Hätten die Dessauer ihre Möglichkeiten genutzt, als der Ball zweimal innerhalb einer Minute gefährlich durch den Jenaer Strafraum flatterte – sie wären möglicherweise mit Vorsprung in die Kabine gegangen. Jenaer Torgefahr bestand in dieser Phase eigentlich nur aus Fernschüssen von Maul (15., 20.), Holetschek (32.) und Sanchez (34.). Letztgenannten Ball lenkte Spielau über die Torlatte, was alle im Stadion auch so gesehen hatten. Mit Ausnahme von Schiedsrichter Walter, der dem reklamierenden Sanchez die gelbe Karte zeigte und sich das Amtieren selbst erschwerte. Denn von nun an war eine Menge Hektik im Spiel, die in einem Gerangel zwischen Hempel und Kurth gipfelte. Beide wurden dafür verwarnt – dumm nur für die Gäste, dass mit Kurth gerade jener eine Akteur beteiligt war, der auf Dessauer Seite zuvor schon Gelb gesehen hatte. Mit elf gegen zehn hatte Jena schon vor dem Pausenpfiff eine Riesenchance, doch schlug Maul nach Hempels Flanke und Holetscheks Kopfballverlängerung ein Luftloch.
Wir erinnern uns: Zwei Minuten hatten die Jenaer in der ersten Halbzeit zum Torerfolg benötigt. Genauso lange, respektive kurz dauerte es in Hälfte zwei. Ein Spielzug über zwei Stationen brachte Maul in unbedrängte Schussposition, die er mit einem Knaller aus sechs, sieben Metern an den Innenpfosten und ins Netz zu nutzen wusste. Jena drängte auf die Entscheidung. Holetschek traf per Kopf nur die Latte (51.). Zimmermann, ansonsten mit gutem Blick für den Nebenmann, sprang bei seiner einzigen Tormöglichkeit der Ball zu weit vom Fuß (56.). Wiederum Holetschek zwang Spielau zur Faustabwehr (65.). Erst gegen unseren Youngster im Sturm war der FCA-Schlussmann machtlos. Kaltschnäuzig verwandelte Steven Sonnenberg zum 3:1 und versetzte den Dessauern den Knockout. Nun konnte es sich Trainer Vogel leisten, mit Dirk Hempel einen zweiten Antriebsmotor nach Treitl aus dem Spiel zu nehmen. Der eingewechselte Kais Manai dankte es ihm mit dem 5:1. Diesem vorausgegangen war Jenas Treffer Nummer vier, einer aus dem Kuriositäten-Kabinett. Dem Schützen Joachim Schwabe sprang der Ball nämlich zunächst vom Fuß. Irgendwie gelang ihm im Nachsetzen doch noch eine Eingabe fast von der Grundlinie und dass diese sogar den Weg ins Netz fand, sorgte für Staunen, Jubel und Erheiterung gleichermaßen. Gleich zwei der „jungen Wilden“ trugen sich somit an diesem Tag in die Torschützenliste ein. Schön wär’s, wenn auch in Zukunft die Youngsters auf sich aufmerksam machen und dann weiterhin konsequent ihre Chance erhalten würden. Den Spaß, den beispielsweise Sonnenberg an diesem Spiel hatte, spürte man bis in die letzte Reihe der Tribüne - ob als Schütze (Schlenzer in der 82.) oder als Vorbereiter für seinen fleißigen, wenngleich im Abschluss glücklosen Stürmerkollegen Sanchez (78.)
Thomas Vogel wird dies alles nicht entgangen sein. Das Trainerfazit fiel dennoch ernüchternd aus: „Wir müssen konstatieren, dass wir nicht viel weiter sind als nach dem ersten Spiel, als ich angefangen habe.“ Sprach’s und schien in Gedanken schon wieder beim Plauen-Spiel. Jenem Match, auf das er mit der Mannschaft schon seit Wochen hinarbeitet. <fc>
Schnappschüsse

FC Carl Zeiss JENA - SV 1919 Grimma 1:0

Tore: 1:0 Sanchez (39.)
Jena: Berbig; Sugzda, Nowotny, Schwabe, Grasser, Holetschek, Treitl, Benedetti, Maul, Sanchez (83.Sonnenberg), Manai (29. Zimmermann, 71. Miranda)
Grimma:Winkler, Ziffert, Schober, Zaulich, Mähne (65. Liebich), Birnbaum, Pörschmann, Großmann (69. Brumme), Müller, Beyer, Poetzsch (77.Knoof)

Zuschauer: 1936

Schiedsrichter: Melms (Osterburg)

Spielbericht:
Mit hochwassergebeutelten Vereinen hat unser Club erst vor zwei Wochen ungute Erfahrungen gemacht, das enttäuschende 0:2 bei Dresden-Laubegast kostete Frank Eulberg den Kopf. Daß auch die Spieler des SV 1919 Grimma das Fußballspielen trotz erheblich eingeschränkter Trainingsmöglichkeiten nicht verlernt haben, zeigten sie ihrerseits am vergangenen Freitag mit dem Punktgewinn in Probstheida. Eine Warnung, die das Team um Kapitän Stefan Treitl jedoch zunächst zu lähmen schien. Während die Gäste sich von der trotz geringer Zuschauerzahl stimmungsvollen Kulisse nicht beeindrucken ließen und mitunter gar frech nach vorn spielten, tat sich unsere Elf schwer. Kais Manai, für Dirk Hempel ins Team gerückt, vermochte keine Spielmacherqualitäten zu entwickeln, das gegen Chemnitz noch so effektive Spiel über die von Maul und Nowotny besetzten Außenpositionen lahmte. Nachdem die ersten zaghaften Chancen durch Maul, Sanchez und Treitl nichts einbrachten, und die Gäste immer frecher konterten, reagierte Interimscoach Thomas Vogel. Für den enttäuschenden Tunesier Manai kam Jan Zimmermann ins Spiel, und sofort wurde das Jenaer Spiel druckvoller. Scheiterte der Ex-Gladbacher eine Minute nach seiner Einwechslung noch kläglich, so durfte er neun Minuten später gegen die dem Druck der Hausherren immer weniger gewachsenen Grimmaer die verdiente Führung vorbereiten. Seinen Freistoß aus halblinker Position nahm Sergio Sanchez direkt und spitzelte ihn unmittelbar neben den kurzen Pfosten. Die Zeiss-Elf blieb weiter am Drücker, drängte auf das zweite Tor, doch weder Treitl, noch Maul konnten mit ihren Kopfbällen Winkler im Tor der Muldenstädter überwinden. Leiser Beifall für die Heimmannschaft beim Gang in die Kabine, und Zuversicht allenthalben auf eine klare Angelegenheit in den zweiten 45 Minuten. Umso größer die Überraschung nach dem Wiederanpfiff. Nicht der Aufstiegsaspirant, sondern der SV 1919 setzte die Akzente, und Tino Berbig stand mehr und mehr im Mittelpunkt des Geschehens. Ein ums andere Mal muß der junge FCC-Keeper Kopf und Kragen riskieren, um die Fehler seiner Vorderleute auszumerzen. Erstaunlich dabei, dass nicht etwa der wie schon gegen den VfB Chemnitz überzeugende Joachim Schwabe für phasenweise beängstigende Unruhe in der Jenaer Hintermannschaft sorgte, sondern erfahrene Führungsspieler wie Olaf Holetschek. In dem immer hektischer werdenden Spiel, begünstigt durch die vom vollkommen überforderten Schiedsrichter Melms geradezu provozierte harte Gangart der Gäste, lag der Ausgleich mehrfach in der Luft, war der FCC bei Schüssen von Brumme (68.) und Liebig (86.) im Glück. Dabei hätte der diesmal emsige Sugzda bereits früh die Vorentscheidung ebenso erzielen können, wie der eingewechselte Edison Santos Miranda. Der erst 17jährige Brasilianer, durch die Kontakte Thomas Vogels an die Saale gekommen, wurde für seinen tollen Einstand in der zweiten Mannschaft am letzten Wochenende belohnt, als er Erfurt II beim 4:1-Sieg fast im Alleingang abschoß. Diesmal zeigte er sich zwar als blitzschnell, aber weniger treffsicher, und vergab das 2:0 zehn Minuten vor dem Ende freistehend. Kurz darauf dann doch Torjubel im mondscheinverwöhnten Ernst-Abbe-Sportfeld, doch Grassers Kopfballtor wird vom Mann in schwarz die Anerkennung verweigert. Es sollte die letzte Möglichkeit für den ganz in gelb gekleideten Aufstiegsaspiranten sein, der Rest war Zittern, und letztlich Jubel über hart umkämpfte drei Punkte in einem zerfahrenen Spiel. Nur einer konnte sich nicht so recht freuen: Jan Zimmermann, der die Wende im Spiel brachte, und dem dennoch die Höchststrafe vom Trainer auferlegt wurde. Als Einwechsler den Platz auch vorzeitig wieder verlassen zu müssen. Eine zumindest zweifelhafte Entscheidung von Thomas Vogel, dessen Bilanz jedoch lupenrein blieb. <gunner>

FC Carl Zeiss JENA - VfB Chemnitz 4:0

Tore: 1:0 Hempel (11.), 2:0 Grasser (15.), 3:0 Maul (19.), 4:0 Sanchez (56.)
Jena: Berbig; Holetschek; Grasser, Schwabe; Nowotny (55. Paul), Sugzda (62. Zimmermann), Treitl, Maul, Benedetti; Hempel (77. Intek), Sanchez
Chemnitz:Fröhlich; Schöler; Franke, Büttner, Pafel, Laudeley, Horn, Kunze, Riedel (75. Weizel), Kellig (66. Wildenhain), Voigt (82. Richter)

Zuschauer: 1786

Schiedsrichter: Simon (Schkopau)

Spielbericht:
Keine weiteren Fragen! So oder so ähnlich müßte wohl das Fazit des gestrigen Abends lauten, nimmt man das Spiel gegen den VfB Chemnitz als Grundlage für eine Bewertung. Das 4:0 drückt auch in der Höhe das aus, was sich auf dem Rasen abspielte und gibt Anlaß zur Hoffnung, um den Aufstieg vielleicht doch ein Wörtchen mitreden zu können, zumal der VfB Leipzig vor heimischer Kulisse nur ein mageres 1:1 gegen Grimma zustande brachte und Präsident Zipfel im Vorfeld der Pressekonferenz zur spontanen Äußerung eines „Fünf-Punkte-Spieles“ veranlaßte.
Wichtiger ist jedoch, daß Jena von Anfang an das zeigte, was man von der Mannschaft erwartete. Die Zweikämpfe wurden gewonnen, die Laufbereitschaft stimmte und das 1:0 schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Der verfrühte Optimismus wurde nur durch die schmerzliche Erinnerung der Vorwoche gebremst, die wie ein Mahnmal zur Vorsicht aufforderte und so richtige Freude erst nach dem Führungstreffer aufkommen ließ. Lange mußte aber diesmal nicht gezittert werden. Bereits in der elften Spielminute war es soweit, als Hempel, der diesmal als Stürmer fungierte und dabei eine gute Figur machte, nach einer flachen Eingabe von Nowotny das 1:0 erzielte und somit den erwarteten Verlauf des Abends einleitete. Das sich daran nichts änderte lag vor allem an der guten Chancenauswertung in den folgenden Minuten, denn schon nach der nächsten Möglichkeit gab es wieder Grund zum Jubeln. Diesmal war Hempel der Vorbereiter. Nach seiner Ecke von der linken Seite, war Grasser der Einzige, der nicht am Ball vorbeiflog oder –trat und per Kopf unhaltbar zum verdienten 2:0 vollendete. Chemnitz war nun nicht mehr im Bilde und stand mit dem Rücken zur Wand, was zwangsläufig zu einer Vielzahl an Gelegenheiten führte, das Ergebnis auszubauen. Landete der Kopfball von Maul in der 17. Spielminute noch irgendwo hinter dem Tor, so lag er schon eine Minute später wieder im Netz. Nowotny hatte sich auf der rechten Seite wunderbar durchgesetzt und auf den wieder freistehenden Maul geflankt, der den Ball diesmal besser traf und in der langen Ecke versenkte. Jena ließ auch jetzt nicht locker, nur die Chancenauswertung strebte nun ihrem abendlichen Tiefstpunkt entgegen. Zunächst scheiterte Maul am hervorragend reagierenden Fröhlich im Chemnitzer Tor (28.), danach Sanchez an seinen eigenen Nerven. Der brachte es nach einem schönen Doppelpaß mit Sugzda, dem die gesamte Gästeabwehr zum Opfer gefallen war, nicht fertig, den Ball ins leere Tor zu schieben. Doch auch das war es noch nicht ganz. Bevor Schiedsrichter Simon zur Pause pfiff, tauchte Sugzda nach einem schönen Anspiel von Benedetti noch mal frei vor Fröhlich auf und ...tja, schoß ihn zum besten Chemnitzer der ersten Halbzeit.
Acht Minuten nach Wiederanpfiff folgte dann die erste und einzige wirkliche Chance der Gäste, nachdem Pafel aus der Distanz abgezogen hatte und Berbig zum Abtauchen zwang. Der hatte zwar zunächst ein paar Probleme mit dem tückischen Ball, gab sich aber letztendlich keine Blöße. Nach diesem Schreckschuß folgte wieder das alte Bild und nur drei Minuten später (56.) stand nach einem herrlichen Spielzug das Endergebnis fest. Jena überbrückte mit zwei Spielstationen das gesamte Mittelfeld, Maul flankte den Ball nach innen und Sanchez vollendete zum längst überfälligen 4:0. Super! Das es dabei blieb, lag vor allem an den ausgelassenen Chancen im weiteren Spielverlauf. Zunächst probierte es Sanchez mit einem Heber (76.), eine Minute später scheiterten zunächst Treitl und im Nachschuß der eingewechselte Zimmermann, dessen Heber ein Chemnitzer Abwehrspieler gerade noch so von der Linie hauen konnte. Die letzte Aktion (88.) war zugleich die Schönste des Abends, wenngleich kein Tor daraus entstand. Sanchez hatte auf Treitl geflankt, der unbedrängt zum Seitfallzieher ansetzen konnte. Fröhlich verhinderte aber mit einer schönen Parade eine höhere Niederlage seiner Mannschaft.
Keine weiteren Fragen! Kaum vorstellbar, daß diese Mannschaft, die da gerade den VfB Chemnitz überrollt hatte, in der Vorwoche nicht in der Lage war, daß Entgleisen meiner Gesichtszüge vor den Videotexttafeln des MDR abzuwenden. Das Potential der Mannschaft läßt keinen großen Spielraum für ein zu steckendes Saisonziel zu, auch wenn Chemnitz sicherlich kein Maßstab sein kann. Was letztendlich daraus gemacht wird, ist sicherlich in entscheidendem Maße von der Trainerfrage abhängig, die in den nächsten Tagen zu klären sein wird. Hoffen wir das Beste. <bpf>
Bilder des Tages <jw>

FV Dresden 06 Laubegast - FC Carl Zeiss JENA 2:0

Tore: 1:0 Kohlschütter (41.), 2:0 Ehrlich (53.)
Dresden-L.: Rinke; Küttner, Oberritter (23. Ehrlich), Flügel,; Lense, Tusche, Kohlschütter, Kolbe (79. Fischer); Heiße (88. Horn), Eißrich
Jena: Berbig; Holetschek (89. Sonnenberg); Grasser, Burgdorf; Nowotny, Sugzda (89. Benedetti), Treitl, Hempel (61. Manai), Maul; Sanchez, Zimmermann

Zuschauer: 416

Schiedsrichter: Kaiser (Werben)

Spielbericht:
Sage noch einer, in Dresden gäbe es nichts zu holen: Beim Hochwassersonderverkauf auf der Prager Straße gab es u.a. Bettwäsche zum Schnäppchenpreis. Wir erstanden 2 Bettlaken in der Farbe schwarz – offensichtlich in dunkler Vorahnung, was uns ab 14 Uhr erwarten würde. Für den FCC gab es fußballmäßig aber im letzten Jahrzehnt wirklich nichts zu holen: Den letzten Punktspielsieg in Dresden gab es im April 1990 mit einem 4:0 bei Dynamo. Und die schwarze Serie hielt auch beim Tabellenletzten Laubegast an.
416 Zuschauer drängelten sich im Rudolf-Harbig-Stadion, darunter auch ca. 130 Zeiss-Fans, die sich über den gesamten Gästeblock verteilten. Zunächst verlief optisch alles nach Plan: Der FCC bestimmte das Spiel und erarbeitete sich eine Torchance nach der anderen. Leider wurde auch eine nach der anderen vergeben. Zunächst verpaßte Maul zweimal nach Freistößen, als er einmal am langen Pfosten und dann nach einem Abpraller jeweils nicht richtig traf. In der 16. min erwischet Sanchez nach einem 06er Abspielfehler den Ball, spielte nach links auf Zimmermann und dessen Flanke nimmt Hempel direkt – leider übers Tor. Nur 60 Sekunden später stürmt Sugzda rechts außen vor, legt flach in die Mitte und wiederum Hempel kann die 100%ige Chance nicht nutzen und schiebt den Ball am Tor vorbei. Wiederum nur eine Minute später landete Zimmermanns Schuß aus der Drehung in den Armen des Laubegaster Keepers. Im Gegenzug traf bei einem der seltenen Angriffe der Gastgeber ein Kopfball das Außennetz. Doch weiter ging es im Minutentakt auf der Gegenseite: Maul verfehlte nach Sanchez-Zuspiel nur knapp mit einem Direktschuß. Eine Flanke Sugzdas donnerte ein Verteidiger knapp neben das eigene Tor. Und schließlich schoß in der 26. min Sanchez nach einer Ecke 2 m vorm Tor einen auf der Linie stehenden Gegenspieler an. Zu diesem Zeitpunkt dachte jeder, daß die Jenaer Führung nur noch eine Frage der Zeit wäre. Doch denkste! Nach einer halben Stunde Spielzeit endete die Sturm-und-Drang-Periode des FCC und das Spiel wurde ausgeglichener. In der 36. min wehrte Berbig noch einen Schuß aus Nahdistanz zur Ecke ab, 5 Minuten später jedoch erstarrte er zur Salzsäule, als ein Laubegaster aus 30 m einfach draufhielt und der Ball im oberen linken Dreiangel einschlug – Sonntagsschuß am Sonnabend, Rückstand für den FCC. Kurz vor der Pause traf Maul nach einer Ecke per Kopf nur das Lattenkreuz.
In der Pause übergab Matthias Stein eine Spende von 300 €, die Jenaer Fans zugunsten des Laubegaster Nachwuchses gesammelt hatten. Das die Mannschaft noch eine Spende von 3 Punkten drauflegen würde, ahnte noch keiner. Überall Hoffnung, daß der FCC wieder voll aufdrehen und endlich Tore schießen würde. Aber das Gegenteil war der Fall. Der FCC begann schlaff und ängstlich. Die Jenaer Spielweise wurde in der 53. min in einer einzigen Aktion zusammengefaßt, als Holetschek im eigenen Strafraum über einen Flankenball semmelte und der dahinterstehende Dresdner das Geschenk mühelos zum 2:0 einschob. Das nun eigentlich fällige Aufbäumen war bei unserem Team nicht zu erkennen, trotzdem hatte man etliche weitere Chancen zum Vergeben: Ein Freistoß Holetscheks wurde zur Ecke abgewehrt (59.), Grasser scheiterte nach einem Freistoß von rechts aus ca. 5 m am Torwart (61.), Sugzda läuft nach schönem Zuspiel allein aufs gegnerische Tor zu und scheitert ebenfalls (64.), Manais Freistoß dreht über die Mauer knapp am Tor vorbei (67.), Zimmermann kam nach einer flachen Eingabe von links unbedrängt zum Zuge, sein Schüßchen ähnelte aber eher einer Rückgabe (75.), Maul scheitert mit einem Schuß aus ziemlich spitzem Winkel von links (79.) und – quasi der Höhepunkt – in der 81. Minute geht Sanchez allein los, spielt den Keeper aus und schießt vorbei. Jetzt war endgültig klar, daß der FCC verlieren wird. Noch nicht einmal die masochistische Hoffnung auf einen Anschlußtreffer in der Schlußminute und ein dann folgendes vergebliches Anrennen in der Nachspielzeit erfüllte sich. Aus und Ende – in Dresden gibt es für den FCC nichts zu holen. Oder doch? Am ersten Spieltag der Rückrunde müssen wir einen neuen Anlauf nehmen, den Fluch zu brechen.
P.S. Das war mein zweiter Auswärtsbericht in dieser Saison – es war auch die zweite Niederlage. Vielleicht kann das Planungsbüro dies berücksichtigen? *fg* <uk>
Impressionen

FC Carl Zeiss JENA - BSV Eintracht Sondershausen 5:0

Tore: 1:0 Nowotny (5.), 2:0 Zimmermann (8.), 3:0 Treitl (12.), 4:0 Zimmermann (19.), 5:0 Zimmermann (37.)
Jena: Berbig; Holetschek; Burgdorf (46. Quade), Grasser; Nowotny, Sugzda, Treitl, Hempel (79. Schwabe), Benedetti; Sanchez, Zimmermann (66. Sonnenberg)
Sondershausen: Kraus; Plachy, Silabetzschky, Rasch, Tanne, Svejdik (20. Celik), Duft, Krug (59. Demmer), Kloth, Caspar (59. Paul)

Zuschauer: 1910

Schiedsrichter: Weise (Könitz)

Spielbericht:
Abgesehen vom Gewinn der drei Punkte hatte es aus Pößneck nicht viel Positives zu vermelden gegeben. Besonders die Ideenlosigkeit im Offensivspiel und mangelndes Verständnis zwischen den Mannschaftsteilen schlugen negativ zu Buche. Drei Tage vor der Begegnung mit Eintracht Sondershausen verlieh Trainer Frank Eulberg der Hoffnung Ausdruck, "dass bei dem einen oder anderen endlich mal der Knoten platzt". Weniger Stunden nach der Partie lässt sich konstatieren: Wie gut, dass platzende Knoten keinen Krach verursachen, sonst hätte es am Sonntag im Ernst-Abbe-Sportfeld allerhand Explosionsgeräusche gegeben.
Dabei deutete die erste Szene nach zwei Minuten eigentlich darauf hin, dass wieder mal ein hartes Stück Arbeit bevorstünde: Ein Gästeakteur war auf der linken Seite von zwei Jenaern nicht zu stoppen, bediente den besser postierten Mannschaftskollegen Baumann, dessen Schuss für Berbig zum Glück kein Problem darstellte. Obwohl in den himmelblauen Auswärtstrikots antretend, machten die Jenaer aber schon mit dem ersten eigenen Angriff klar, wer Herr im eigenen Haus sein würde. Benedetti hatte Sanchez rechts in den Strafraum geschickt, dieser düpierte zwei Gegenspieler mit einem Hackentrick und schuf damit gleichzeitig eine Gasse für Nowotny - 1:0 ! Dieser frühe Treffer verlieh jene spielerische Lockerheit, die man zuvor in der Saison vermisst hatte. Von nun an lief der Ball durch die eigenen Reihen, dass es Spaß machte, zuzuschauen. 8. Minute: Hempels Ball auf Sugzda, Sugzda auf Zimmermann, der überlegt am heraus stürzenden Kraus vorbei schiebt zum 2:0. 12. Minute: Sanchez' Flanke von der Grundlinie nimmt Treitl aus der Luft - 3:0. Der FC Carl Zeiss hatte am ersten Spieltag schon so seine Erfahrungen machen müssen, wie schnell ein Drei-Tore-Vorsprung zusammenschmelzen kann, machte deshalb weiter Druck und stürzte die Gäste von einer Verlegenheit in die andere. Deren Abwehr kam gar nicht dazu, sich neu zu ordnen bei der Geschwindigkeit, mit der sich Jenas Elf Chancen heraus spielte. Eintracht-Coach Venth hob später Treitl und Hempel aus dem Jenaer Mittelfeld hervor, die tatsächlich beide ein gutes Spiel machten. Doch die wirklich herausragenden Akteure waren andere: Sergio Sanchez sprühte vor Spiellaune und überzeugte als Vorbereiter wie auch Jörg Nowotny, bei dessen Dribblings die Kicker aus der Textilstadt nur staunend daneben standen. Am meisten überraschte jedoch der drei Spieltage lang recht unauffällig gebliebene Jan Zimmermann, den sein erstes Tor wohl so richtig auf den Geschmack gebracht hatte. Der vierte Treffer war eine Kopproduktion eben dieses Trios: Nowotny mit dem raumöffnenden Pass, Sanchez mit der überlegten Flanke und Zimmermann mit dem Kopfball aus Nahdistanz. Damit hatte Zimmermann aber noch immer nicht genug. 'Jetzt versuch ich's mal alleine', dachte sich der Ex-Gladbacher acht Minuten vor der Pause, nahm Mitte der eigenen Hälfte den Ball an, setzte sich gegen vier Gelb-Blaue durch und ließ auch Kraus im rot-weißen Torwarttrikot keine Abwehrchance. 5:0 zur Pause ! Hatte es das zuvor überhaupt schon einmal gegeben ? Man muss statistisch bewandert und im Ältestenrat sein, um sich wie Udo Gräfe an 1956 erinnern zu können, als der FCC gegen Aufbau Großräschen bis zur Pause sieben Tore zum späteren Endergebnis von 11:0 vorlegte.
Der eine oder andere Zuschauer wird nach der rasanten ersten Halbzeit im Stillen mit einem ähnlichen Resultat geliebäugelt haben. Zwar gingen die Zeiss-Akteure die 2. Hälfte mit gedrosseltem Tempo an. Dennoch besaßen Hempel (46., 67.), Benedetti (53.), Holetschek (61.) und der eingewechselte Sonnenberg (68.) noch immer genügend Möglichkeiten. Hinzu kam ein Fehlabspiel Sugzdas, nachdem Sonnenberg erfolgreich gegen Kraus nachgesetzt und damit für ein verwaistes Gästetor gesorgt hatte. Und sogar ein Elfmeter fand nicht den Weg ins Netz - Sanchez, der im Strafraum umgerempelt worden war, scheiterte am Schlussmann der Sondershäuser. Der sechste Treffer wollte partout nicht mehr gelingen. Dennoch sollte auch diese Halbzeit mit dem Probieren taktischer Alternativen vonnutzen gewesen sein. So übernahm nach der Pause Nowotny die Burgdorf-Position, Quade ging nach links, Benedetti wechselte von dort auf die rechte Außenbahn. Und als Schwabe eingewechselt wurde, schlug plötzlich er von links die Flanken und Quade befand sich mit einem Mal auf Hempels Posten im zentralen Mittelfeld. Flexibilität, die im weiteren Saisonverlauf durchaus noch vonnutzen sein könnte. - Sondershausen betrieb erfolgreich Schadensbegrenzung und hatte noch zwei gute Gelegenheiten zum Ehrentreffer. Celik fehlte nach langem Sololauf die Kraft zum Abschluss (64.) und flankte bei einem Konter zu nah vors Tor (85.). Der Fünftore-Abstand spiegelt das Kräfteverhältnis jedoch ganz gut wieder.
Es bleibt zu hoffen, dass die spielerische Leichtigkeit nicht auf Gegnerschaft aus dem unteren Tabellendrittel beschränkt bleibt. Und dass all die Knoten, die am Sonntag geplatzt sind, sich nicht schon an den nächsten Spieltagen in den Beinen unserer Spieler wieder finden. ;)  <fc>
Viel Spaß beim Anschauen !
Hinweis zur "Fünftore-Statistik"

VfB Pößneck - FC Carl Zeiss JENA 0:1

Tor: 0:1 Treitl (31.)
Pößneck: Rottstädt; Penzel; Bartholme, Hanf (46. Stumpe); Ludwig (63. Heynig), Dienst, Lässig, Ceesay, Scheuerl, Reimann, Walther
Jena: Berbig; Holetschek; Burgdorf, Grasser; Nowotny, Sugzda, Treitl, Hempel, Benedetti; Zimmermann (88. Sonnenberg), Sanchez

Zuschauer: 2580

Schiedsrichter: Hoffmann (Seligenthal)

Spielbericht:
Neuerdings gibt es in jeder Saison Mannschaften, bei denen unsereins von nicht ganz so großen Fußball-Enthusiasten Kopfschütteln erntet, wenn er diese Vereine als Gegner des FC Carl Zeiss benennt. Waren es in der Vorsaison Braunsbedra und Wacker Gotha, fallen im 2. Halbjahr 2002 diese Rollen den Dresdner Laubegästen und dem VfB Pößneck zu. "Dass Pößneck und Jena mal in einer Liga spielen, hättest Du aber auch nicht gedacht, oder ? Gegen die hättet ihr früher doch höchstens Freundschaftsspiele bestritten", bekommt man dann zu hören. Mal hämisch, mal mitleidsvoll. Letzteres wurmt mehr.
Die etwas umgestellte Jenaer Abwehr mit Neu-Libero Holetschek sah sich zunächst wie erwartet einer Anfangsoffensive des Neulings ausgesetzt. Ausgerechnet der in Jena ausgemusterte Lässig besaß die erste Chance nach sieben Minuten, blieb im weiteren Spielverlauf aber eher unauffällig. Nach einer Viertelstunde orientierte sich der Favorit mehr und mehr nach vorn. Von Sanchez angespielt, geriet Treitl in Rücklage, schoss folgerichtig drüber (17.) Einen Freistoß zwei Minuten später führte Holetschek nicht direkt aus, sondern erst nach einem Querdribbling. Rottstädt im Pößnecker Gehäuse zeigte sich hier ebenso auf dem Posten wie bei der anschließenden Ecke gegen Zimmermann. Schon geschlagen war der Keeper in Minute 22, doch fand das Tor keine Anerkennung, weil das Leder zuvor die Torauslinie überschritten haben soll. In dieser, Jenas bester Phase, lief das Spiel in erwarteten Bahnen. Pößneck kam nur selten zu Entlastungsangriffen und wusste sich teilweise nur durch Fouls am eigenen Strafraum zu helfen. Nicht zufällig führte ein Freistoß zum 1:0. Dirk Hempel nahm aus 23 Metern Maß, Rottstädt faustete nach vorn weg. Stefan Treitl reagierte am schnellsten, seinen Flugkopfball konnte der VfB-Keeper nur noch ins eigene Netz abfälschen. "Ohne Schiri habt ihr keine Chance", brüllten wütende 09er Fans, welche mit der vorangegangenen Freistoßentscheidung haderten. Der Referee schien durch die Sprechchöre tatsächlich ein schlechtes Gewissen bekommen zu haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass unmittelbar darauf kein Pfiff ertönte, nachdem Sanchez im Strafraum gefoult worden war. Ein Freistoß des agilen Ceesay wurde noch zu einer dankbaren Aufgabe für Berbig (36.) Mehr passierte bis zur Pause nicht.
Standardsituationen blieben auch nach dem Wechsel Jenas probatestes Mittel. Hempels Ecke von links verfehlte zunächst Freund und Feind - Sugzda, auf Höhe des rechten Pfostens stehend, köpfte aus sieben Metern über den Kasten (53.). Sanchez kam bei einem Konter einen Schritt zu spät (58.) und hatte nach Sugzdas Eingabe eine weitere Gelegenheit. So gut sich diese Aufzählung lesen mag - vieles blieb Stückwerk im Spiel zwischen den Mannschaftsteilen. Das Mittelfeld bekam auch mit Hempel als zentralem Mann das Spiel nicht in den Griff. Sugzda fühlt sich dort (noch?) nicht wirklich wohl. Die Stürmer wurden dementsprechend wenig in Szene gesetzt, wobei immerhin Sanchez das Beste aus der Situation machte. Und die Abwehr ? Ihr unterliefen weitaus weniger Fehler als zuletzt, was aber keine rechte Aussagekraft besitzt, da Pößnecks Sturm auch nicht so die Wucht war und selten Druck ausübte. - Ganz schlimm wurde die Partie nach einer Stunde, als beim Aufsteiger erwartungsgemäß die Kräfte schwanden, aber auch die Zeiss-Akteure stärker nachließen, als es aufgrund der warmen Temperaturen verständlich gewesen wäre. Wenn in einem ausverkauften Stadion gespenstische Ruhe herrscht, liegt das nicht mehr nur am fehlenden 'Feindbild' durch eine gewisse regionale Verbundenheit zwischen den Anhängern beider Teams. Das gezeigte Niveau auf dem Platz war nie sonderlich hoch gewesen, ging nun aber gegen Null. Bezeichnend, dass der größte Aufreger in dieser Phase ein grobes Foul Ceesays an der Seitenlinie war, über das sich Trainer Eulberg derart echauffierte, dass er von Ordnern zurückgehalten werden musste und dann vom Schiedsrichter auf die Traversen verbannt wurde. Eine derartige Tumult-Szene schien den Unparteiischen etwas zu überfordern. Die Hektik übertrug sich auf die nachfolgenden Aktionen und gab dem Spiel den Rest. Erst in den Schlussminuten wurde es wieder interessanter. 89. Minute, Grasser scheitert per Kopf (selbstverständlich nach einem Eckball) am Torwart. Pößnecks Gegenangriff wird abgefangen, Sanchez kommt einen Schritt zu spät gegen Rottstädt, der aber außerhalb seines Sechzehners das Leder dem eingewechselten Sonnenberg in die Beine spielt. Der Youngster, hopp oder top, fackelt keinen Augenblick und schießt von kurz hinter der Mittellinie aufs gegnerische Tor. Leider hat die Richtung nicht ganz gestimmt und so bekam der arme Kerl den ganzen angestauten Frust der Jenaer Fans zu hören. Nicht auszudenken, wenn Reimann in allerletzter Sekunde für Pößneck getroffen hätte. Sein Schuss aus 11 Metern flog zum Glück in die Wolken.
Sogar die Optimisten im Jenaer Lager konnten nach diesem Kick lediglich dem Ergebnis etwas Positives abgewinnen. "Hauptsache drei Punkte", hieß es dann. Oder "Auch die schlechten Spiele müssen gewonnen werden.". Ist schon richtig - nur hat die Zeiss-Elf in dieser Saison schon mal ein gutes Spiel gemacht ? <fc>
Fotos vom Spiel
René Röders Bilder vom Thüringen-Duell

VfB Leipzig - FC Carl Zeiss JENA 4:1

Tore: 1:0 Freund (6.), 2:0 Embingou (51.), 2:1 Sanchez (59., FE), 3:1 Embingou (72.), 4:1 Kanitz (75.)
Leipzig: Grundmann; Lenz (GRK, 87.); Jülich, Großmann, Freund; Hannemann, Kanitz, Räbsch (67. Gebhardt), Embingou (77. Blessin); Sadlo (65. Marcetic), Gungel
Jena: Berbig; Sugzda; Burgdorf, Grasser; Nowotny, Treitl (46. Hempel), Holetschek, Benedetti (60. Paul); Holm, Zimmermann, Sanchez

Zuschauer: 3728

Schiedsrichter: Lupp (Zossen)

Spielbericht:
Zum Anpfiff waren gerade einmal 150 Zeiss-Fans im Gästeblock, im Verlaufe der 1. Halbzeit verdoppelte sich diese Zahl, da nach und nach auch die A9-Stau-Steher und die Stadtrundfahrts-Touristen eintrafen. Doch wer zu spät kommt, den bestraft der Fußball: Nach einer Ecke sah es aus Gästeblocksicht aus, als ob Berbig beim Herauslaufen etwas zögerte und prompt stand es 0:1 durch einen Kopfball Freunds. Das war trotz der Schwüle überm "Bruno" eine kalte Dusche, denn die ersten paar Minuten sahen nicht schlecht aus, der FCC hatte sogar eine Freistoßchance - 18 m, Mittelstürmerposition -, die jedoch in der Mauer endete. Leipzig hatte nun bis zur 30 min. die Fäden in der Hand und zeigte das gefälligere Spiel. Beim FCC fehlte die Abstimmung zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen. Aus dem Mittelfeld heraus wurde es oft mit langen Pässen versucht, nur standen die Stürmer meistens gerade nicht dort, wo der Ball landete. Lediglich in der 9. min erreichte so ein Paß Nowotny, der sich rechtsaußen durchsetzte und flach zur Mitte paßte, jedoch traf der mitlaufende Holm in aussichtsreicher Position den Ball nicht. Chancen waren auf beiden Seiten Mangelware, Sugzda (19.) und Treitl (29.) versuchten sich mit Fernschüssen, die jedoch beide das Tor verfehlten. Nach einer halben Stunde übernahm der FCC optisch das Kommando auf dem Rasen und drückte immer mehr, ohne jedoch direkte Torgefahr zu erzielen. Dadurch boten sich dem VfB natürlich Chancen zu Kontern, die jedoch zweimal (30. und 45.) in den Wolken endeten. In der 43. rettete Berbig gegen den völlig freistehenden Sadlo, der nach einem Querpaß eigentlich das sichere 2:0 auf dem Fuß hatte. Auf der Gegenseite wurde es in der 42. min richtig interessant, als Holm an der linken Strafraumgrenze einen langen Ball erreichte und sich der VfB-Keeper ihm in den Weg warf. Ein Foul war es sicher nicht, die Debatten drehten sich aber darum, ob die Abwehr mit der Hand eventuell außerhalb des Strafraumes erfolgte.
Dann war Halbzeit und die VfB-Verantwortlichen wollten mit einem lustigen Spielchen der Fans die Halbzeitpause überbrücken und öffneten jeweils ein Zauntor vor der Tribüne und vorm VfB-Block. " Völlig überraschend" wollte sich eine dreistellige Zahl Leipziger an dem Spiel beteiligen, als Ziel hatten sie sich aber den Gästeblock auserkoren. Glücklicherweise stand auch ein Tor am Gästeblock offen, so daß genügend interessierte Jenaer in den Innenraum gelangen konnten, um einen ungehinderten Sturm des VfB-Mobs auf die Zaunfahnen (wie wir ihn 1997 schon erlebt hatten) zu verhindern. Die anwesenden Ordnungshüter benötigten einige Zeit zum Erfassen der Situation und zum Räumen des Spielfeldes.
Die durch die Viertelstunde vor der Halbzeit bei den FCC-Fans genährte Hoffnung auf Besserung zerstörte Embingou, in dem er beim ersten VfB-Angriff nach der Pause alle Jenaer Verteidiger ignorierte - was ihm nicht sonderlich schwer gemacht wurde - und das 0:2 erzielte. Der FCC warf nun alles nach vorn und erhielt in der 58. min einen Elfmeter (frage mich keiner, wie der entstand, es war zu weit weg). Sanchez verwandelte sicher zum 1:2. Wieder keimte allerseits Hoffnung und der FCC bestimmte in dieser Phase das Geschehen. Entscheidend für den Spielausgang war das Geschehen um die 72. min herum, als die Leipziger Abwehr innerhalb von 60 Sekunden zweimal hintereinander völlig den Durchblick verlor: Jena hatte sich beide Male im Strafraum festgesetzt und die Abwehrspieler trafen den Ball mehrmals nicht richtig und bekamen ihn einfach nicht weg. So durften jeweils mehrere im gelben Trikot versuchen, den Ball über die Linie zu stochern. Leider immer vergeblich. Ein Ausgleich zu diesem Zeitpunkt und ein Auswärtssieg wäre greifbar gewesen. Aber denkste, im Gegenzug nahm die Jenaer Abwehr bei einem VfB-Einwurf Höhe Strafraum eine Auszeit, Embingou mußte sich nur noch frei Schußbahn suchen und es hatte zum dritten Mal hinter Berbig eingeschlagen. Ein paar Minuten später fiel nach einem Konter noch der vierte Gegentreffer, wobei es da im vorletzten Zuspiel stark nach Abseits roch. Der Torschütze Kanitz kam sich dann nicht zu blöde vor, die Gästefans mit seinen Gesten zum Tor"jubel" zu provozieren. Offensichtlich haben beim VfB einige Spieler das gleiche niedrige Niveau wie ein paar Fans. In den letzten 10 Minuten passierte außer einer gelb-roten Karte für Leipzig und dämlichen Sprüchen der beiden Stadionsprecher nichts mehr.
Vorteil der Niederlage: Wir müssen nicht mehr von Spieltag zu Spieltag zittern, um ungeschlagen zu bleiben... Hoffentlich war es ein Dämpfer zur rechten Zeit. <uk>
Bilder des Tages <jw>
Spielbericht auf der offiziellen VfB-Homepage

FC Carl Zeiss JENA - FV Dresden Nord 3:2

Tore: 1:0 Sanchez (45., Foulelfmeter), 2:0 Holm (59.), 3:0 Sanchez (64.), 3:1 Islamovic (75.), 3:2 Soltau (85.)
Jena: Berbig, Sugzda, Nowotny, Burgdorf, Grasser, Holetschek, Treitl, Benedetti, Zimmermann, Sanchez (72. Hempel), Holm (84. Sonnenberg)
Dresden: Groß, T. Gaunitz, Kostadinov, Georgie, Scholze, Kühne (80. Bergmann), Härtig, Soltau, Linkert, Jugo (62. F. Gaunitz), Keutel (62. Islamovic)

Zuschauer: 2249

Schiedsrichter: Ruzik (Halle)

Spielbericht:
Zehn Wochen spielfreie Pause sind vorbei und der Ball rollt wieder in Jena. Allerdings leider immer noch in Liga 4, da ja in der letzten Saison bekanntermaßen der Aufstieg misslungen war. Trotzdem blickt man beim FCC recht positiv in die Zukunft. Viele neue Spieler konnten in der Saisonpause verpflichtet werden. Ebenso gelang es den Verantwortlichen des FCC, einige wichtige Leistungsträger der letzten Jahre in Jena zu halten. Ob es allerdings in dieser Saison mit dem erhofften Aufstieg in die Regionalliga klappt, werden wir spätestens am letzten Spieltag im nächsten Jahr erleben dürfen.
Das erste Spiel der neuen Saison dauerte im Dauerregen fast 20 Minuten, bis Holm zur ersten Tormöglichkeit des Spieles kam. Aber sein Schuss aus ca. 16m ging am rechten Torpfosten vorbei. Bis dato neutralisierten sich beide Teams im Mittelfeld, ohne auch nur zu einer richtigen Torchance zu kommen. Zwei Minuten später wurde Kühne mit einem Steilpass auf der linken Seite auf die Reise geschickt, aber der herausstürmende Berbig konnte zum Glück in letzter Sekunde gerade noch Schlimmeres verhindern. Doch für seine riskante Rettungsaktion sah er die erste Verwarnung des Spiels, da seine Abwehraktion nicht den Ball, sondern die Beine des Gegners traf. Nach einem Foulspiel von Holetschek kam Dresden zu einer weiteren Chance, doch Berbig konnte den Freistoss aus ca. 25m von Kühne parieren. Die erste halbe Stunde des Spiels gehörte mit kleinen Vorteilen den Gästen aus Dresden, ohne dass diese jedoch zu einer Überzahl an Tormöglichkeiten gekommen waren. Fünf Minuten vor der Pause endlich die zweite Chance für den FCC: nach einer Nowotny-Flanke von rechts in den Strafraum verlängerte Holm den Ball per Kopf, doch Treitl kam in bester Position nur einen Schritt zu spät. Dann kam die 45. (eigentlich schon 47.) Minute und Schiedsrichter Andy Ruzik aus Halle hatte seinen Auftritt: nach einigen merkwürdigen Entscheidungen der ersten Hälfte zeigte er nach einem Foulspiel an Holetschek sofort auf den Punkt. Viele im Stadion fragten sich, ob das Foul überhaupt im Strafraum war. Andere Zuschauer wiederum meinten, dass es nie und nimmer überhaupt ein Foulspiel war. Aber es sei wie es sei: Sanchez trat an und erzielte sicher die viel umjubelte Führung für die Platzherren. Wenige Sekunden danach pfiff der Schiri die erste Hälfte ab.
Kurz nach der Pause gleich eine aufregende Szene im Strafraum der Dresdner. Treitl hatte von rechts in den Strafraum gepasst und Kostadinov traf nach einer verunglückten Rettungsaktion den Pfosten des eigenen Tores. Aber zur Beruhigung aller hatte der Schiedsrichter bereits vorher auf Abseits gepfiffen. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff kam Jugo zur größten Möglichkeit der Gäste, doch seinen Schuss konnte Berbig mit einer Beinabwehr gerade noch abwehren. Dresden erhöhte danach leicht den Druck, ohne jedoch zu zwingenden Möglichkeiten zu kommen. Denn die nächste Chance des Spiels gehörte dem FCC. Zunächst prüfte Zimmermann mit einem beherzten Schuss aus 20 Metern den Gästekeeper Groß, doch dieser konnte den Schuss nicht richtig festhalten. Grasser setzte sofort nach, doch auch diesmal war Groß auf dem Posten. Doch seine Ballabwehr landete direkt vor den Füssen von Holm und dieser hatte keine Mühe, den Ball aus wenigen Metern zum 2:0 ins leere Tor zu befördern. Holm versuchte es erneut nur eine Minute später per Kopf, doch der Torwart der Gäste hatte mit seinem Ball keine Probleme. Jetzt begannen die stärksten Minuten der Platzherren. Erneut ein Jubelschrei im Ernst-Abbe-Sportfeld. Sanchez krönte in der 64. Minute seine gute Leistung an diesem Tage mit einem platzierten Schuss zum 3:0. War das nun endgültig die Spielentscheidung in Jena? Denkste ! Nach einem Foulspiel von Sugzda (68.) lag der Anschlusstreffer bereits in der Luft, doch Berbig konnte das Tor, nach einem Freistoss von Scholze, gerade noch mit einer herrlichen Parade verhindern. Aber nur wenige Minuten (75.) später war er machtlos. Soltau hatte von links in den Strafraum geflankt und Islamovic hatte freistehend keine Mühe, den Ball per Kopf über die Linie zu bringen. Was war denn plötzlich mit dem FCC los? Fünf Minuten vor Ultimo machte es Soltau noch einmal richtig spannend, als er zum Entsetzen der Zuschauer den Ball mit einem Schuss aus 12 Metern im Tor versenkte. Sollte eine sichere 3:0-Führung nun doch nicht zum Sieg reichen? Nervosität machte sich unter den Spielern breit. Berbig spielte völlig ohne Bedrängnis einen Abschlag in die Beine des Gegner, doch zum Glück konnten die Dresdner daraus kein Kapital schlagen. In der letzten Minute erhielten die Gäste noch einmal eine gute Freistoßchance, doch der Ball ging weit am Gehäuse vorbei. Nur wenige Sekunden später war das Spiel zur Erlösung aller zu Ende.
Man konnte im ersten Spiel der neuen Saison noch klar erkennen, dass es bei der Integration der neuen Spieler noch zu einigen Abstimmungsproblemen kam. Ansonsten zeigten aber alle "Neuen" eine recht ordentliche Partie, was für die kommende Saison recht positiv stimmen sollte. <vg>
Bildes des Tages, zusammengestellt von Jens Weissenburger


Kommentatorenteam:

<fc> - Frank Cichos
<vg> - Volker Große
<uk> - Uwe Kaiser
<jw> - Jens Weißenburger
<bpf> - Björn Pfennig

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