2. Hauptrunde: SSV Vimaria Weimar - FC Carl Zeiss JENA 0:4

Tore: 0:1 Schwesinger (19.), 0:2 Barich (21.), 0:3 Quade (FE, 41.), 0:4 Quade (45.)
Jena:
Berbig, Sugzda (68. Urbanski), Quade, Barich, Schön (46. Schimmelpfennig), Holetschek (46. Busse), Lässig, Hempel, Schulz, Caspar, Schwesinger

Spielbericht:
Nichts passiert. Am Samstag brachte unser FC Carl Zeiss auch seine erste Pflichtaufgabe im Landespokal erwartungsgemäß sicher hinter sich und zieht verdient in die nächste Runde ein. Weimar war zwar deutlich unterlegen, versuchte aber vor allem in der ersten Viertelstunde auch spielerisch gegenzuhalten, ohne sich allerdings klare Chancen zu erarbeiten. Erst ein Kopfball von Schön nach einem Freistoß (17.) eröffnete die Chancenflut für Jena. Während Willing im Weimarer Tor diesen noch halten konnte, war er zwei Minuten später machtlos, als Schwesingers Schuß von der Strafraumgrenze einschlug. Der hatte sich zuvor den Ball an der Mittellinie geschnappt und sich im Laufduell gegen drei Gegenspieler durchgesetzt. Ein richtig schönes Tor! Jetzt ging es Schlag auf Schlag und Jenas Überlegenheit wurde in allen Belangen deutlich. Während Hempel in der 21. Minute noch Pech hatte, als er völlig freistehend vor dem Tor auftauchte, sorgte Barich nur Sekunden später für das 2:0. Sein Kopfball nach einer Flanke von rechts war zwar reichlich unplaziert, fand aber trotzdem den Weg in´s Tor. Barich und Schwesinger vergaben auch nach einer reichlichen halben Stunde die nächsten glasklaren Chancen, bevor Quade in der 41. Minute einen von Hempel herausgeholten Foulelfmeter sicher verwandelte. Quade war es auch, der noch vor der Halbzeitpause den Endstand herstellte. Eine Eingabe von Lässig, der sich auf der rechten Seite wunderschön durchgesetzt hatte, brauchte er aus einem Meter nur noch über die Line zu schieben.
Nach der schlechtesten Halbzeitbratwurst der Fußballgeschichte, ging Jena es etwas gelassener an, ohne jedoch auch nur eine Minute die Übersicht zu verlieren. Das Spiel plätscherte so vor sich hin und die wenigen Chancen wurden alle mehr oder weniger kläglich vergeben. Vor allem Schwesinger brachte es mehrmals nicht fertig, den Ball im Tor unterzubringen. In der 72. Minute bolzte er den Ball nach einem Alleingang an die Latte, fünf Minuten später vergab er nach einer Flanke von rechts. Auch Barich hatte zwei Minuten vor dem Ende noch die Riesenchance das Ergebnis zu erhöhen, als er nach einer Eingabe von Schwesinger den Ball über das Tor drosch. Am Ende war es aber auch egal. Das 4:0 reicht und ging voll in Ordnung. Man muß aber auch Vimaria eine gute Leistung zuschreiben. Vor allem in der zweiten Halbzeit, verkaufte sich die Mannschaft nicht unter Wert und wäre in der 82. Minute fast noch zu einem Treffer gekommen, als Orlamünde alleine auf das Tor zulief und nur knapp am rechten Pfosten vorbeischoß. Verdient wäre es schon gewesen, aber es sollte halt nicht sein...<bpf>


Achtelfinale, 27.10.01: Empor Buttstädt - FC Carl Zeiss JENA 1:2

Tore: 1:0 Schöbel (28.), 1:1 Jovic (47.), 1.2 Jovic (85.)
Buttstädt:
Blose; Lorenz, Schöbel, Friesel, Schäler, Engelhardt, Rosenbaum, Große (85. Spangenberg), Demmer, Lubries (83. Greupe, Richter (70. Keil)

Jena:
Okrucky; Sugzda; Nowotny, Schön; Lässig (76. Schwesinger), Treitl, Holetschek, Barich (54. Quade), Hempel (ab 46. Mydlo), Hauser; Jovic

Zuschauer: 1020

Schiedsrichter: Beck (Eisenach)

Spielbericht:

Abhaken und vergessen - das ist die einzige Empfehlung, die ich nach dem mühevollen 2:1- Sieg des FCC vor 1020 Zuschauern geben kann. Es war ein Pflichtsieg, aber kein Arbeitssieg. Zwei Teams mit völlig entgegengesetzten Einstellungen trafen aufeinander: Einerseits die Gastgeber, die für ihr "Spiel des Jahres" (oder gar Jahrhunderts) nicht mehr motiviert werden mußten und wahrscheinlich 120% gaben. Andererseits der "souveräne Spitzenreiter der Oberliga" (O-Ton Stadionsprecher), der sich zwar Mühe gab, optisch nicht allzu nachlässig zu wirken, jedoch selten in den 90 Minuten jenen Ehrgeiz der Punktspiele zeigte. Und so war es sicherlich den in der Schlußviertelstunde nachlassenden Buttstädter Kräften zu danken, daß die Sensation ausblieb.
Der FCC hatte seine erste Chance in der 26. min, als Schön einen Kopfball knapp neben den langen Pfosten setzte. Die zweite Chance war Hempels Freistoß unten aufs kurze Eck, den der Keeper gerade noch so ans Außennetz lenken konnte. Ansonsten viele Mißverständnisse und im Vorwärtsgang nichts weiter Erwähnenswertes, da die Gastgeber mit viel Einsatz- und Laufbereitschaft ihre technischen Nachteile kompensierten und dem jeweils ballführenden Jenaer oft zu zweit auf den Pelz rückten. Empor hatte auch erste kleine Erfolgserlebnisse: in der 13. mußte Okrucky nach einem Freistoß abtauchen und in der 18. konnte Schön (einer der wenigen mit konzentrierter Leistung und ohne Schlendrian) eine Chance noch auf Kosten einer Ecke vereiteln. In der 29. min spielte Okrucky unter Druck dann prompt den Ball einem Gegner in die Füße, der sofort per Schlenzer über Okrucky hinweg das 1:0 erzielte. Doch auch dieser Weckruf erzielte beim FCC weniger Wirkung als - ich vermute es einfach mal so - Sandhowes Pausenpredigt. Denn nur 4 Minuten später verspringt Nowotny der Ball am eigenen Strafraum und nur einem Maulwurfshügel oder der Unfähigkeit des Stürmers ist es zu verdanken, daß dieser den direkt vor seine Füße fallenden Ball nicht richtig trifft.
Nach der Pause schien sich der FCC endlich zu besinnen. Den ersten Angriff schloß Jovic per Drehschuß von der Strafraumgrenze mit dem 1:1 ab. Aber jetzt sollte es doch richtig losgehen...denkste ! Mehr oder weniger verlief alles weiter im gewohnten Trott: Die einen kämpften um den Ball, die anderen spielten mit ihrem guten Ruf. In der 58. min stand ein Buttstädter quasi frei vorm Jenaer Tor, Sugzda kann sich in letzter Sekunde noch in den Schuß werfen. In der 67. verpaßt der Empor-Torwart eine Hauser-Flanke von links, er pariert jedoch den daraus folgenden Schuß Treitls. Fast im Gegenzug sorgt eine Nachlässigkeit im Strafraum für Jenaer Ballverlust und der Ball donnert an Okruckys Außenpfosten. Lag es nun an Schwesingers Einwechslung oder an der schwindenden Buttstädter Kondition, jedenfalls lief in der letzten Viertelstunde der Ball dann nur noch Richtung Buttstädter Tor, die Gastgeber brachten keine zwingenden Angriffe mehr zustande. "Schwes" sorgte mit seinem ersten Schuß zunächst für den Ausgleich nach Pfostentreffern (77.). 6 Minuten vor der Verlängerung erreicht ein feines Zuspiel Treitl, der in Mittelstürmerposition mutterseelenallein auf den Torwart zugeht und das Spielgerät am Keeper und leider auch um Zentimeter am Tor vorbeischiebt. Jovic erlöste dann die zahlreichen Jenaer Fans, als er nach einem von einem Abwehrspieler oder vom Torwart (??? konnte ich nicht erkennen) abgefälschten Schuß Sugzdas am schnellsten reagierte und den wegtrudelnden Ball reinknallte. Danke, Miroslav, denn weder Wetter noch Spiel waren für eine Verlängerung geeignet ! Ansonsten: siehe erster Satz...<uk>


Viertelfinale, 21.11.01: FC Union Mühlhausen - FC Carl Zeiss JENA 2:3

Tore: 1:0 Klipstein (13.), 1:1 Sugzda (21.), 1:2 Barich (25.), 2:2 Hartung (84.), 2:3 Quade (85.)
Mühlhausen:
Rink - Hartung, Kaiser, Furchtbar, König (74. Hilbrecht), Gallien, Schmidt, Klipstein, Fernschild, Kagramanjan, Adler (60. Adamciak)

Jena:
Berbig; Sugzda; Saraba, Schön (46. Quade); Kurbjuweit, Nowotny, Barich, Schwesinger, Hempel, Hauser; Jovic (53. Mydlo)

Zuschauer: 700

Schiedsrichter:Backhaus (Steinheuterode)

Spielbericht:

Nennen wir es effektiv, was die Spieler des FC Carl Zeiss unter Flutlicht auf einem Ascheplatz abgeliefert haben. Gegen den Landesligisten Union Mühlhausen taten sie gerade so viel, dass es zum Weiterkommen reichte und nicht in eine Zitterpartie ausartete. Mit einem 3:2-Sieg wurde das Halbfinale geschafft, nachdem kurz vor Ende der regulären Spielzeit sogar die Verlängerung gedroht hatte.
Entgegen der Auslosung hatte der FCC sein Heimrecht abgetreten, was vom Stadionsprecher vor Anpfiff gesondert gewürdigt wurde. Im Wissen um das Pensum einer englischen Woche wurden bei den Jenaern einige Stammspieler geschont. Die anderen schienen in der Anfangsphase testen zu wollen, ob sich diese Pokalaufgabe auch für sie im Schongang erledigen ließe. Ein einziger schöner Spielzug, in dessen Folge der Ball versprang, wurde zunächst geboten. Ehe es sich der Oberligist versah, lag er auch schon in Rückstand. Dabei war die Absicherung in der Hintermannschaft nicht vorhanden, sodass sich Klipstein beim Konter nur noch Berbig gegenüber sah und diesem keine Chance ließ. Immerhin, dieser Treffer wirkte als Wecksignal für den FCC. Der Schuss von Gedeminas Sugzda an die Lattenunterkante nach Vorlage Hausers (21.) hatte beinahe Wembley-Format, war aber nicht hinter der Linie. Zwei Minuten später scheiterte Jenas Bester in der 1. Halbzeit, Sebastian Barich, am gegnerischen Torwart. Darauf vergingen nur Sekunden, bis der ungewohnt offensive Sugzda aus der Überlegenheit den Ausgleich machte. Sein Schuss aus 15 Metern landete im rechten Eck. Die stärkste Phase der Jenaer war damit noch nicht beendet. Nowotny kickte in Minute 24 rechts raus auf Jovic, bei dessen Eingabe kam Kurbjuweit einen Schritt zu spät. Kurz darauf erneut Ballbesitz: Jovic spielt auf Sugzda; dessen überraschender Hackentrick landet zwar in den Beinen eines Gegenspielers, der sich davon aber so verdutzt zeigt, dass ihm der Ball nach vorn verspringt. Barich sagt Danke und trifft mit straffem Schuss von der Strafraumgrenze. Die einheimischen Besucher, die nach der frühen Führung ihrer Truppe eine Pokalsensation gewittert hatten, gaben zu diesem Zeitpunkt wohl keinen Pfifferling mehr auf ein Weiterkommen, zu klar dominierte der Gast in dieser Phase. Doch unseren Kickern war das alles wohl zu leicht gefallen. Prompt nahmen sie wieder den Gang heraus. Die Folge war eine Viertelstunde ohne große Höhepunkte, sodass sich der Homepage-Reporter schon vor dem Halbzeitpfiff Richtung Glühwein-Stand orientieren konnte und beim Verspeisen einer Knoblauch-Bratwurst lediglich Klipsteins Konterchance (44.) registrierte.
Eine Doublette über Hauser und Jovic, abgeschlossen von Barich, bildete den Auftakt zu Halbzeit zwei. Für Jovic war es die letzte Aktion, da er gegen Mydlo ausgetauscht wurde. Dieser wiederum bekam den Ball sogleich von Hauser in den Lauf gespielt, scheiterte aber an Rink im Union-Gehäuse. Dessen Gegenüber Berbig konnte sich danach gleich zweimal auszeichnen: Bei einem 22-Freistoß war er ebenso auf dem Posten wie gegen Mühlhausens Nummer 9, die in abseitsverdächtiger Position plötzlich nur noch Jenas Keeper vor sich hatte. - Es lief bereits die 84. Spielminute, als wieder mal David Mydlo in den Blickpunkt rückte: Hauser hatte energisch das Mittelfeld überbrückt, sein Pass brachte Mydlo in aussichtsreiche Position. Doch dessen Vollspann-Torschuss verfehlte den Kasten derart klar, dass der heranstürmende Quade auf der rechten Seite sogar noch an das Leder kam, leider verzog. Die Quittung folgte umgehend: Eckball Mühlhausen und aus dem Gewühl heraus spitzelte Hartung den Ball ins Tor zum 2:2. Die Gäste-Fans fluchten, drohten doch jetzt bei sehr windigem, kühlen Wetter weitere 30 Minuten Spielzeit. Doch Nico Quade hatte ein Einsehen, zirkelte einen Freistoß von der rechten Seite genau ins lange Dreiangel. Das Weiterkommen war gesichert.
Die Mühlhausener konnten erhobenen Hauptes vom Platz gehen. Sie hatten bewiesen, dass die überraschenden Pokalerfolge gegen Erfurt-Nord und Weida keine Zufälle waren. Eigentlich unverständlich, weshalb diese Elf das Tabellenende der Landesliga ziert. Freilich boten ihnen die Oberliga-Spieler des FC Carl Zeiss auch genügend Entfaltungsmöglichkeiten. Besonders jene Akteure enttäuschten, die eine Chance bekamen, sich für die Stammelf zu empfehlen. Kurbjuweit blieb blass, Schwesinger tauchte völlig ab, Mydlo wirkte erschreckend harmlos. Dirk Hempel schließlich machte genau da weiter, wo er in seinen letzten Punktspiel-Einsätzen aufgehört hatte. Seine Spielweise, um auf die Anfangsbemerkung zurück zu kommen, verdiente noch nicht einmal das Prädikat 'effektiv'. <fc>
Spielbericht von Michael Jakob (Mühlhausen)


Halbfinale, 27.03.02: FC Carl Zeiss JENA - Wacker Gotha 2:1 n.V.

Tore: 0:1 Otto (49.), 1:1 Hauser (59.), 2:1 Ceesay (92.)
Jena:
Okrucky; Sugzda; Nowotny, Saraba; Lässig, Treitl (69. Kurbjuweit), Holetschek, Hempel, Hauser (100. Quade); Schwesinger (87. Ceesay), Sanchez (GRK , 104.)
Gotha:
Weigel; Otto; Rustler, Fuhrmann; Nowacki, Münzberg (100. Gedig), Tews, Koch, Tanz; Gensbügel (83. Iffarth), Leopold

Zuschauer: 1350

Schiedsrichter: Hoffmann

Spielbericht:

[von unserem bewährten Gastreporter Ragnar Bödefeld]
Da haben wir aber Glück gehabt, dass uns das nicht im Punktspiel passiert ist. So wie's kam, ist es wohl besser, da uns das 2:1 n. V. nur dreißig zusätzliche Minuten, aber keine Punkte gekostet hat. Chancen zur Entscheidung gab es genug in der zweiten Halbzeit.
Freilich, die erste Halbzeit hatten wir ein wenig verschlafen. Während der ersten fünfzehn Minuten war der FCC zwar feldüberlegen, Ansätze von Gefahr zeigten sich aber eigentlich nur bei Standardsituationen. Wacker Gotha merkte wohl, dass der FCC nicht vorhatte, sich zu verausgaben und kam um die 20. Minute zweimal recht gefällig vor das Jenaer Tor, jedoch ohne richtig abschließen zu können. Jena glänzte durch zwei Schussversuche durch Hauser und Schwesinger, Gotha wurde dagegen mit einem Heber von Leopold über das Tor erstmals richtig gefährlich. Die besten Jenaer Gelegenheiten in der ersten Halbzeit gab es nach ca. einer halben Stunde: zuerst schoss Lässig aus 20 Metern Entfernung, der Schuss wurde abgefälscht und vom Torwart gerade noch zur Ecke geklärt. Und zwei Minuten später hatte Sanchez die Riesenchance aus kürzester Entfernung; der Ball wollte in diesem Augenblick einfach nicht ins Tor. Kurz vor der Halbzeit spielte auf einmal nur noch Gotha. Nach einem schönen Spielzug hatte sich Leopold in der Mitte freigelaufen - und verpasste zum Glück. Gleich darauf stand Okrucky nach einer Flanke auf einmal ganz woanders - nämlich fünf Meter links neben dem Tor und faustete daneben, der Ball kam über zwei, drei Stationen in die Mitte zu Tanz und der schoss aus 15 Metern Entfernung an den linken Jenaer Pfosten. Wah, Pause, durchatmen.
Zehn Minuten später wurde es langsam kalt, aber wenigstens ging das Spiel weiter - und zwar dort, wo es vor der Pause aufgehört hatte. Gotha kam sofort zum ersten Fernschuss aus ca. 22 Metern, der gefährlich am rechten Dreiangel vorbeizischte. Drei Minuten später flog er wieder dort vorbei, diesmal leider innerhalb des Tors. Schön war er ja, der Freistoß zum Gothaer 0:1, zu diesem Zeitpunkt sogar verdient. In der 56. Minute meldete sich Gotha mit einer kläglich vergebenen Großchance durch Tanz für eine Dreiviertelstunde ab. Jetzt spielte nur noch eine Mannschaft - der FCC. Einer halben Chance durch Sugzda folgte Hausers Schuss in die linkte untere Torecke. 1:1 (61.)! Wacker zuckte nochmal kurz vorm Einschlafen, Okrucky kratzte den Kopfball eines Gothaers aus guter Position gerade noch aus der rechten Torecke. Danach spielte sich die Geschichte fast komplett in der anderen Hälfte ab, Chancen durch Sanchez, Schwesinger und Hauser konnten jedoch nicht genutzt werden.
Es wurde langsam bitter kalt, aber wenigstens ging die Verlängerung los... nicht, dass mich das gefreut hätte. Ich freute mich dann aber doch, weil Ceesay nach Vorarbeit von Kurbjuweit und Kopfball(?, von wem auch immer) an die Latte zum 2:1 abstaubte. Wacker schien aufzuwachen, Leopold kam gleich nach Wiederanpfiff zur Schusschance aus fünf Metern Entfernung. Dann sah man wieder nur Jena, mit Chancen durch Nowotny, Hauser (aus 20m an die Latte) und Ceesay. Kurz vor der Halbzeit der Verlängerung musste Sanchez mit Gelb-Rot gehen, und plötzlich war Gotha nochmal da. Mit Handschuhen kann man nicht richtig schreiben, deshalb sei zur letzten Viertelstunde nur gesagt, dass Leopold noch einmal die Chance zum Ausgleich und Wacker zwar Vorteile hatte, aber nichts zwingendes mehr dabei herauskam. Auch nicht, als dann sogar Torwart Keller mit vorging. Für fröhliche Gesichter auf dem Nachhauseweg sorgte Lässig, der aus 20m Entfernung das leere Tor nicht traf. Der ihn verfolgende Abwehrspieler kam gar nicht hinterher, Lässig hätte mit dem Ball am Fuß ins Tor laufen können...
In der Straßenbahn war es schön warm und die Birne taute langsam für ein Fazit auf: Wir stehen im Endspiel und die Jungs haben eine Extra-Ausdauereinheit hingelegt. Vielleicht war das ja sogar so gewollt...
Die Highlights aus 120 Pokalminuten <jw>


Finale: FC Rot-Weiß Erfurt - FC Carl Zeiss JENA 7:5 n. E.

Ein paar mehr hätten es schon sein dürfen. Auch wenn das Finalspiel mitten in der Woche stattfand und es so mancher zeitlich nicht einrichten konnte, um 18.00 Uhr in Gotha zu sein - dass die Zahl der FCC-Fans bei einem Pokalfinale gegen den Thüringer Erzrivalen kaum die 400 erreichte, war doch ein bisschen ernüchernd. So waren die Rot-Weißen, freilich mit dem kürzeren Anfahrtsweg, zahlenmäßig deutlicher in der Überzahl als erwartet.
Auf dem Spielfeld zeigte sich dagegen von Anfang an Gleichwertigkeit. Zwar deuteten die ersten Aktionen darauf hin, dass RWE-Trainer Große seinen Mannen Pressing als taktisches Mittel verordnet hatte, Jenas Kicker ließen sich davon jedoch keineswegs beeindrucken und boten die erhofft couragierte Anfangsphase. 3. Minute: Erster Eckball von der linken Seite, ausgeführt von Hempel, Hobsch steigt hoch und köpft an die Latte. Welche ein Auftakt ! Auch die folgende Aktion Kurbjuweits ließ noch einiges erwarten. - Exakt bis zur 10. Minute hatten alle Beteiligten die Hoffnung, jene dicke schwarze Wolke, die sich inmitten blau-weißer Himmelsumgebung über dem Stadion breitgemacht hatte, würde weiter ziehen. Aber Gotha wäre nicht Gotha, wenn man als Zeiss-Fan nicht die obligatorische Dusche abbekommen würde. Selbst schuld, dass sich unsereins vom herrlichen Sonnenwetter des Tages hatte verleiten lassen, ohne Regenschutz anzureisen und die Notizkärtchen wieder einmal drohten aufzuweichen. Zum Glück hatten die 22 Akteure ein Einsehen und lieferten während der reichlichen Viertelstunde Regenwetters nicht allzu viel Notierenswertes. Oswalds Schuss aus 18 Metern wäre da zu nennen, den feuchten Ball bekam Okrucky nicht zu fassen, Hebestreit hob das Leder übers Tor (13.). Oder jenes Zufallsprodukt, als der Ball nach Freistoß und Kopfball noch an einen Mitspieler prallte, daraus eine "Bogenlampe" wurde, Okrucky vorsichtshalber zur Ecke lenkte (29.).
Erfurt war in dieser Phase häufiger in des Gegners Hälfte, doch nach gut einer halben Stunde sorgte der FCC wieder für Furore, erspielte sich Chancen im Minutentakt. 33. Minute: Erste Unsicherheit Twardziks, der dadurch zu einem Sprint gegen Kurbjuweit gezwungen wird und diesen knapp gewinnt. 34. Minute: Holetschek zieht aus 20 Metern ab, doch Twardzik hatte sich wieder gefangen und tat selbiges auch mit dem Ball. 35. Minute: Der in Hälfte eins überzeugende Hempel spielt links im Strafraum zwei Gegenspieler schwindlig und schlenzt das Leder wiederum an die Latte ! Nie und nimmer wäre Erfurts Schlussmann an diesen Ball gekommen. - Schöns Patzer, als er sich von Erfurts Nummer 21 überlaufen ließ und anschließend so tat, als ginge der Ball sowieso ins Toraus, eröffnete auch den Blumenstädtern noch eine Chance, die Okrucky vereitelte. Als der Referee pünktlich nach 45:00 min zur Pause pfiff, war der Beifall aus dem Fanblock der Jenaer kräftiger.

Gleich nach Wiederanpfiff jubelte allerdings Rot-Weiß. Frank Schön verlor ein Kopfballduell gegen seinen Gegenspieler Hebestreit und brachte im Versuch der Wiedergutmachung Fuchs zu Fall. Die Elfmeterentscheidung ging in Ordnung, Bach schickte Jenas Torhüter in die falsche Ecke. Waren damit die Weichen für den Favoriten gestellt ? Mitnichten, denn die Antwort durch Hempels Schuss ins lange Eck nur zwei Minuten nach dem 0:1 kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Ein Ausgleich, der Mut machte. Treitl befand sich nach fünfzig Minuten in guter Schussposition, geriet allerdings leicht in Rücklage, sodass der Ball über die Querlatte zischte (51.). Plötzlich schien der Jena-Block gar nicht mehr so klein, kam richtig Stimmung auf. Einen Schuss von Lässig aufs kurze Ecke parierte Twardzik. Fünf Minuten später war Erfurt wieder dran - bei einen Konter in vier gegen sechs Unterzahlsituation, dennoch kam Hebestreit zum Schuss, Ceesay brachte in höchster Not gerade noch den Fuß dazwischen (61.). In der folgenden Viertelstunde fielen aus Jenaer Sicht vor allem zwei Dinge auf: Lässig muss noch an sich arbeiten, um eines Tages den Titel Flankengott zugesprochen zu bekommen. Und Ceesays technische Kabinettstückchen in der Defensive fordern Beifall heraus, wenn sie funktionieren - wenn nicht, wirds brandgefährlich ! So geschehen in der 76. Minute, als wieder einmal Svetozar Okrucky Feuerwehrmann spielen musste, einen 14-Meter-Schuss über die Latte lenkte. Bemerkenswert und riskant zugleich die Auswechslung in der gleichen Spielminute. Nachdem Frank Eulberg in der 53. Jörn Schulz für Frank Schön gebracht hatte (was absolut richtig war, denn es war wirklich nicht Schöns Tag), nahm er nun eben jenen Schulz wieder vom Platz, um den jungen Wiegand erstmals in einem Pflichtspiel für die Erste zu bringen. Bemerkenswert deshalb, weil Schulz taktisch tatsächlich etwas desorientiert wirkte und Eulberg darauf reagierte. Riskant, da bereits zu jenem Zeitpunkt bei mehreren Akteuren der Kräfteverschleiß unübersehbar war, nun aber nur noch eine Wechselmöglichkeit offen blieb.
Dann der erneute Rückstand: Hebestreit mit Ball am Fuß und mehrere seiner Mannschaftskollegen dringen in Jenas Strafraum ein. "Nowotny, hinter Dir!" schrie mein Nachbar noch, als er sah, dass sich Sträßer hinter dem Rücken unseres Verteidigers in gute Position brachte; doch Nowotny konnte ihn nicht hören und so stocherte der Ex-Jenaer dem im Torraum liegenden Okrucky den Ball förmlich aus der Hand ins Netz. War's das ? Acht Minuten blieben nur noch Zeit, Eulberg reagierte und brachte einen dritten Stürmer. Carsten Sträßer, eben noch gefeierter Torschütze, schwächte seine Mannschaft, als er nach 81 Minuten vollkommen ohne Not im Mittelfeld gegen Holetschek die Sense auspackte und folgerichtig die rote Karte sah. Das Endspiel war längst zum packenden Pokalfight geworden und sollte noch eine Weile dauern: Hauser dribbelte 300 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit auf der linken Seite gegen zwei Gegenspieler, dafür war Lässig rechts vollkommen frei und verwertete die Flanke schulbuchmäßig mit Hechtflugkopfball gegen Torhüter-Laufrichtung zum erneuten Ausgleich. Ironie des Schicksals, dass auch dieser Torschütze kurze Zeit später vorzeitig in die Kabine musste. Zunächst gefoult worden, warf sich Lässig auf den Ball und musste sich dann auch noch gegen Emmerich zur Wehr setzen. Beide Akteure sahen vom (und das meine ich wirklich so !) sehr guten Schiedsrichter Weber die Gelbe Karte. Für Lässig war es allerdings schon die zweite. Mit zehn gegen zehn ging's in die Verlängerung.

Durch Lässigs Ausfall hatten die Jenaer umgestellt. Nowotny rückte auf die rechte Seite, Ceesay nun als einziger Vorstopper gegen Hebestreit. Ein straffer Schuss der Rot-Weißen zischte am rechten Pfosten vorbei (97.). Nach einem Foul an Schwesinger wenige Zentimeter vor der Strafraumfgrenze bekam Jena Freistoß. Zunächst tippte ich auf den Gefoulten als Schützen, doch der trabte zur Seite weg - also doch wieder Holetschek ? Nein, denn wie aus dem Nichts stürmte Hauser heran, zog ab und traf genau den linken Pfosten. Twardzik im Erfurter Gehäuse hat nicht mal gezuckt. Es war zum Haareraufen, erst die zwei Lattentreffer, nun auch noch dies. Zumal es Jenas letzte Tormöglichkeit gewesen sein sollte.
Denn in der 2. Hälfte der Verlängerung stürmte ausschließlich Erfurt. Natürlich nicht nur, aber besonders in dieser Phase wurde deutlich, weshalb RWE eine beachtliche Saison in der Regionalliga hat spielen können. Da steckt einiges an Potential drin. Hut ab jedoch vor der Jenaer Oberliga-Mannschaft, die sich nun in der Abwehr mit letzter Kraft den Angriffswogen entgegen stemmte. In der 106. Spielminute erwischte Okrucky beim Herauslaufen einen Freistoß nur mit den Fingerspitzen, den Schuss eines Erfuters köpfte Ceesay einen halben Meter vor der Torlinie stehend zur Ecke. Ceesay, wie oben erwähnt zunächst noch Harakiri-Fußballer, wurde nun zum Turm in der Schlacht. So hatte ich den Kemo noch nie erlebt ! Neben ihm überzeugte Okrucky mit ausgezeichneten Paraden. Und dann war auch eine Menge Glück dabei, dass sich der FCC ins Elfmeterschießen retten konnte - bei Hebestreits Riesenchance (114.), noch mehr bei Hartungs 20-Meter-Schuss ans Gebälk.

Zum Elfmeterschießen nur so viel: Es wird Zeit, dass für so etwas mal die Regeln modernisiert werden. Wie kann es sein, dass der Schiri das Tor vor der Rot-Weiß-Fankurve auswählt und die Erfurter dann auch in psychologisch wichtige Vorlage treten dürfen, indem sie den ersten Schützen stellen ? Acht Spieler trafen, nur Olaf Holetschek scheiterte am Keeper. Das Glück war dem Außenseiter nicht hold.

Sicherlich, ein Sieg gegen den Thüringer Erzrivalen hätte nach den Enttäuschungen gegen Dresden und Plauen unheimlich gut getan. Stattdessen wieder eine Niederlage. Mit dem Unterschied, dass die Spieler des FC Carl Zeiss diesmal ein großes Spiel gemacht haben und das vernichtetenden Urteil, sie könnten in wichtigen Partien nichts reißen, endlich widerlegten. Nach der Leistung vom Mittwoch dürfen unsere Kicker immerhin erhobenen Hauptes das letzte Punktspiel in Angriff nehmen. Am Verfehlen des Saisonzieles Wiederaufstieg wird sich aber wohl nichts mehr ändern. Dazu hätte es schon früher einmal eines solchen Spieles bedurft wie am Mittwoch gegen Erfurt. <fc>

Erfurt: Twardzik; Fuchs, Sträßer (RK , 82.), Oswald (83. Hartung), Hebestreit, Mees (70. Emmerich), Raspe, Ziegner, Bach, Franz (60. Seifert), Loose

Jena: Okrucky; Holetschek; Nowotny, Schön (53. Schulz, 76. Wiegand); Lässig (GRK, 89.), Ceesay, Treitl, Hempel (82. Schwesinger), Hauser; Kurbjuweit, Hobsch

Zuschauer:: 4200

Schiedsrichter:: Weber (Eisenach)

Torfolge: 1:0 Bach (46., FE.), 1:1 Hempel (48.), 2:1 Sträßer (80.), 2:2 Lässig (85.)
Elfmeterschießen: 3:2 Emmerich, 3:3 Hobsch, 4:3 Hartung, 4:4 Kurbjuweit, 5:4 Raspe, 5:4 Schwesinger, 6:5 Bach, Holetschek scheitert an Twardzik, 7:5 Hebestreit

Foto-Collage von René Röder

Spielbericht auf einer Erfurter Fanpage


Kommentatorenteam:

<fc> - Frank Cichos
<uk> - Uwe Kaiser
<jw> - Jens Weißenburger
<vg> - Volker Große
<bpf> - Björn Pfennig

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