FC Sachsen Leipzig - FC Carl Zeiss JENA 3:0

Tore: 1:0 Nemec (15.), 2:0 Kopunovic (16.), 3:0 Nemec (25.)
Leipzig: Eckstein; Nickeleit; Radojicic, Rietschel; Schönberg, Kittler, Risch, Hänsel, Struck; Kopunovic (60. Bengs), Nemec
Jena: Okrucky; Holetschek; Nowotny (75. Busse), Ceesay; Lässig (RK, 12.) , Treitl (GRK , 54.), Wiegand, Hempel, Hauser; Hobsch (46. Schwesinger), Sanchez (25. Kurbjuweit)

Zuschauer: 2241

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

Spielbericht:
Die Chance auf den Staffelsieg war von vornherein nur noch gering. Doch so oft man sich einredete, dass Braunsbedra gegen Plauen eigentlich gar nichts holen kann und so oft man die Frage stellte, weshalb die auswärtsstarken Dresdner Dynamos ausgerechnet gegen Hoyerswerda patzen sollten - so ein kleines bisschen im Geheimen spekulierte jeder der 300 mitgereisten Zeiss-Fans noch auf ein Happy End.
"Die Hoffnung stirbt zuletzt", stand dann auch auf einem mitgebrachten Transparent. Als Plauens früher Treffer bekannt wurde, musste die Hoffnung bereits künstlich beatmet werden. Und nach reichlich einer Viertelstunde bei Sachsen Leipzig war's vorbei. Knackpunkt war eine Szene in Minute 12. Hempel hatte in der gegnerischen Hälfte den Ball erobert und Thomas Lässig steil geschickt. Dieser hatte das Leder bereits an Struck vorbei gespitzelt, als der Leipziger ihn buchstäblich über die Klinge springen ließ. Derart rüde gefoult sprang der Jenaer Mittelfeldspieler wütend auf und schubste Struck (unterstützt durch dessen Theatralik) zu Boden. Logische Konsequenz: Rot wegen Tätlichkeit. Lässig, dessen unnütze `Ich geb den Ball nicht her` - Aktion die Zeiss-Elf schon beim Pokalendspiel um einen Vorteil gebracht hatte, wurde damit zum zweiten Mal innerhalb einer Woche vom Platz gestellt. Zehn Mannschaftskollegen versuchten sich noch auf die veränderte Situation einzustellen, da klingelte es das erste Mal im eigenen Kasten: Freistoß von der rechten Seite, Nemec bekommt flankiert von Nowotny die Fußspitze an den Ball und verlängert ins lange Eck. Dem Freistoß voraus gegangen war allerdings ein ganz normaler Zweikampf, den Schiedsrichter Gräfe als Foulspiel an Nemec interpretierte. Es war nicht die einige umstrittene Entscheidung des Referees, der laut Stadionansage nicht von vornherein für diese Partie vorgesehen war. Viel Zeit, sich über die Fehlentscheidung und das 0:1 zu ärgern, blieb jedoch zunächst nicht. Achtzig Sekunden später wurde Kopunovic am Strafraum angespielt; obwohl dieser das Leder zunächst schwer unter Kontrolle bekam, gelang es Ceesay nicht, die Situation zu bereinigen. Nach sechs Metern Anlauf und einem Schuss unter dem Körper Okruckys hindurch stand es 0:2. Damit waren alle Messen endgültig gelesen. Denn wer sich im Fußball ein bisschen auskennt oder das Hinspiel gegen Sachsen Leipzig verfolgt hatte, der weiß, dass neun Feldspieler zwar durchaus in der Lage sind, den Ausfall eines Rotsünders durch viel Kampfgeist zu kompensieren. Wenn aber gleich darauf zwei weitere Rückschläge hinzu kommen, ist der Punkt erreicht, an dem beim besten Willen nichts mehr geht. Holetschek versuchte es noch ein Mal mit einem Freistoß (20.), doch das Tor fiel wieder auf der anderen Seite. Im Bemühen, die Lücke auf der rechten Seite zu schließen, vernachlässigte die Jenaer Abwehr Kopunvic auf links. Leipzigs Sturmduo hatte leichtes Spiel. Jeder energische Angriff der Leutzscher hatte bis dahin zum Erfolg geführt, erst in Minute 35 vergab Nemec eine klare Gelegenheit, nachdem er sich hinter dem Rücken Holetscheks in Schussposition gebracht hatte. Bei Jenas Libero spürte man die "innere Zerissenheit", einerseits die Abwehr zusammen halten zu müssen, darüber hinaus aber auch das Offensivspiel ankurbeln zu wollen. Ein Spagat, der nicht immer gelang. Dass Bernd Hobsch vier Minuten vor der Pause Hempels Flankenball hätte nur noch einnicken brauchen, jedoch aus fünf Metern vorbei köpfte, gab einer enttäuschenden ersten Hälfte den Rest.
Begeisterter Beifall dagegen drei Minuten nach Wiederanpfiff. Jenas A-Junior Lars Wiegand überlief am gegnerischen Strafraum Gegenspieler Nummer eins, schlug einen Haken um den Zweiten und als man sich fragte, weshalb dieser Mann eigentlich in der Abwehr spielt, passte Wiegand auch noch zentimetergenau auf Schwesinger. Dieser ließ für Kurbjuweit passieren, Jenas schönster Angriff endete am Pfosten. Sechs Minuten später erneut ein Feldverweis für den FCC. Nach einer Verwarnung wegen Foulspiels bekam Stefan Treitl unmittelbar darauf einen zweite Gelbe Karte wegen Reklamierens. Unter normalen Umständen hätte dies der Mannschaftskapitän vorhersehen können, war er doch bereits vor der Pause eindringlich wegen Meckerns ermahnt worden. Doch der Frust saß wohl zu tief. Nunmehr verbliebene neun Jenaer verkauften sich mehr als eine halbe Stunde lang gegen elf Leipziger sehr anständig. Schwesinger (64., 77), Nowotny (73.) und Kurbjuweit (90.) besaßen auch jetzt noch Möglichkeiten zum Ehrentreffer. Den Hausherren fehlte im Gefühl des sicheren Vorsprungs wohl ein wenig die Herausforderung, allzu viel kam nämlich nicht mehr Richtung Okrucky-Gehäuse. Und so blieb unsereins Zeit zum Beobachten von Details und Randerscheinungen. Zum Beispiel, dass Jenas Fans mit Sprechchören gegen den MDR und dessen Sportchef ein Kamerateam vergraulten. Oder auch für das Debüt eines Nico Busse, der sich keine halbe Minute im Spiel gleich eine Gelbe Karte einfing. Respekt vorm Neuland Oberliga sieht anders aus. Gut so, denn Talente wie Busse und Wiegand werden nächste Saison gebraucht.
Nichts wäre ärgerlicher gewesen als eine Niederlage bei gleichzeitigen Patzern der Konkurrenz. Dresden und Plauen hielten sich zum Glück schadlos. An der Punktausbeute gegen diese beiden Vereine scheiterte Jenas Unternehmen Wiederaufstieg. Gerade mal 2 von 12 möglichen Zählern wurden geholt. Schade um 84 Tore und so manch schönes Spiel in der Punktspielserie 2001/2002. Der Applaus, mit dem Trainer Eulberg und die Spieler nach Abpfiff aus dem Jenaer Fanblock bedacht wurden, sollte aber nicht nur rückwirkend verstanden werden. Er gilt zugleich als Vertrauensvorschuss für die kommende Saison. <fc>
Bilder vom Saisonabschluss

FC Carl Zeiss JENA - FSV Zwickau 5:1

Tore: 1:0 Lässig (2.), 2:0 Hobsch (10.), 3:0 Holetschek (32.), 4:0 Sanchez (58.), 4:1 Holetschek (74., ET), 5:1 Hempel (84.)
Jena: Okrucky; Holetschek; Nowotny, Schön; Lässig, Treitl, Ceesay (60. Schulz), Hauser; Kurbjuweit (30.Hempel), Hobsch, Sanchez (76.Schwesinger)
Zwickau: Mewes; Krauß Kramer, Findeisen; Düring, Gumbrecht, Wagner (43.Troche), Krische, Shubitidze; Vogel, Schmidt

Zuschauer: 2280

Schiedsrichter: Melms (Osterburg)

Spielbericht:
Wer am Sonntag pünktlich im Stadion war, mußte viel Geduld mitbringen. Der FSV Zwickau stand irgendwo auf der A4 und so kam es, daß es erst mal nicht viel zu Erleben gab. Genug Zeit also, den Platz hinter der Tribüne für reichhaltige Diskussionen über die derzeitige Situation zu nutzen, Ausschau nach zukünftigen Perspektiven zu halten oder einfach den Älteren zuzuhören, wie sie über längst vergangene Zeiten erzählten. Letzteres macht nicht nur mir momentan die meiste Freude, zumal die Zwischenstände aus Dresden und Plauen kaum Raum für freudvolle Phantasien ließen und wenigstens eine drittklassige Zukunft in der nächsten Saison versprachen. Da hatte der einsetzende Regen wohl sehr symbolischen Charakter...
Bis kurz vor vier mußten die alten Geschichten dann auch reichen, denn erst jetzt hatte der FSV Zwickau den Weg ins Stadion gefunden und beide Mannschaften die Vorbereitungsprozedur abgeschlossen. Wer jetzt allerdings noch nicht auf seinem Platz auf der Tribüne saß, auf welche die wartende Masse eingeladen worden war, wurde folgerichtig bestraft, denn bereits der erste Angriff brachte die Führung. Einen schön vorgetragenen Angriff über die linke Seite vollendete Lässig mit einer Volleyabnahme zum 1:0. Dieses Tor gab natürlich Sicherheit und Jena bestimmte das Geschehen, was sich auch bis zum Abpfiff nicht ändern sollte. Chancen für Zwickau ergaben sich nur in den wenigen Verschnaufpausen, welche sich unsere Mannschaft gönnte. Weitere Tore waren also die logische Konsequenz und ließen auch nicht so lange auf sich warten. Nachdem Sanchez drei Minuten nach der Führung noch mit einem schönen Schuß scheiterte, fiel bereits in der 10. Minute das verdiente 2:0. Hobsch hatte nach Vorarbeit durch Sanchez und Ablage durch Nowotny mit einem Flachschuß den komfortablen Vorsprung hergestellt und gab allgemeinen Anlaß zur Freude. Wären doch nur die Ergebnisse aus den anderen Stadien ein wenig besser... Jena ließ es nun ein bißchen ruhiger angehen, was jedoch an der Dominanz nichts änderte und lediglich den Zeitpunkt für das nächste Tor in Frage stellte. Das fiel dann nach einer reichlichen halben Stunde. Hauser hatte eine Ecke auf Holetschek geschlagen, der mit einem Flachschuß das verdiente 3:0 herstellte und jeden Zweifel am heutigen Sieg ausräumte. Kurz darauf kam dann auch Zwickau zur ersten guten Chance, nachdem die Jenaer Hintermannschaft einen kollektiven Tiefschlaf hinlegt hatte und (ich denke) Holetschek in letzter Sekunde retten und Okrucky zwei Nachschüsse parieren konnte. Die letzten zwei Angriffe vor der Pause galten dann aber wieder dem Zwickauer Gehäuse und wurden beide durch Hobsch vergeben, welcher das Tor nach Vorarbeit von Treitl bzw. Sanchez beide Male knapp verfehlte.
Nach der Pause tat sich erst mal eine Viertelstunde nichts, bevor der erste gefährliche Angriff von Jena gleich das 4:0 brachte. Lässig hatte Sanchez angespielt, der seine gute Leistung mit einem plazierten Schuß in die rechte Ecke krönte. Von nun an tat Jena nur noch das Nötigste und lies somit auch ein paar Chancen für die Westsachsen zu. Nachdem die Zwickauer Stürmer aber den Ball nicht im Tor unterbrachten, hatte Holetschek eine Viertelstunde vor dem Ende ein Einsehen und verwandelte nach einer Flanke von der linken Seite unhaltbar in den Winkel des eigenen Tores. Trotz allem ein schöner Treffer, den die mitgereisten Zwickauer Fans auch verdient hatten. Die sorgten nämlich über das ganze Spiel für gute Stimmung und ließen sich die Laune durch das - aus ihrer Sicht - schlechte Ergebnis nicht verderben. Für den Schlußpunkt sorgte dann aber wieder Jena durch einen Treffer von Hempel, der mit einem wunderschönen Schuß von der Strafraumgrenze den Endstand herstellte und einen langen Nachmittag beendete.
Ein völlig verdienter Sieg, der aber wahrscheinlich keinen Nutzen mehr bringt. Wer so spielen kann und gegen die Mitfavoriten Plauen und Dresden in 180 Spielminuten keine richtige Chance zustande bringt, braucht sich am Ende nicht zu wundern, wenn es mit dem erklärten Saisonziel nicht klappt. Na, hoffen wir auf den nächsten Sonntag, denn dann ist mal wieder Zeit für eine Wunder... <bpf>
Fotos vom Spiel...
...von René Röder
...von Jens Weißenburger

VfB Zittau - FC Carl Zeiss JENA 0:4

Tore: 0:1 Treitl (20.), 0:2 Kurbjuweit (25.), 0:3 Kurbjuweit (35.), 0:4 Holetschek (88./FE)
Zittau: Trepczyk; Nosek; Pitar, Meißner, Ovecka, Pigorsch; Jeseta, Housa, Novak; Hovorka, Jirasko (46. Sturm)
Jena: Okrucky; Sugzda (46. Schulz); Nowotny, Schön; Lässig, Treitl, Holetschek, Hempel, Hauser; Kurbjuweit (75. Schwesinger), Hobsch (70. Ceesay)

Zuschauer: 330

Schiedsrichter: Blumenstein (Berlin)

Spielbericht:
Mittags halb 12 waren wir im hintersten Winkel Sachsens - warum eigentlich? Die Altstadt machte den Eindruck eines Freiluftmuseums, in das sich nur wenige Besucher verirrt hatten. Ein Bierchen? Fehlanzeige: "Sonntags Ruhetag", "Sonntags 13 - 22 Uhr", "Heute ab 18 Uhr geöffnet " ;u. ä. Schilder in fast allen Gaststätten erweckten den Eindruck, daß die Zittauer Gastronomie 13 Jahre verschlafen hatte. Letztendlich fand sich doch ein nettes Eiscafé...
Am Stadion setzte sich der Eindruck, irgendwie zu DDR-Liga-Zeiten angekommen zu sein, fort. Alle waren nett, man konnte sich ungezwungen bewegen, Bier und Bockwurst gab es als Imbiß. Den starken Regen bis eine halbe Stunde vorm Anpfiff überstanden wir schadlos im "VIP-Zelt" (eigentlich waren es paar überdachte Biertische vor der Stadionkneipe). Da wir letztendlich in Zittau einen ungefährdeten 4:0-Sieg einfuhren, lautet das Fazit: Dort muß man einmal gewesen sein! (Jawohl, Björn!) Einmal reicht dann aber auch...
Mit dem Anpfiff legte der FCC gleich richtig los: Nach einer Kurbjuweit-Flanke tauchte Hobsch frei vorm Keeper auf, der aber schneller am Ball war. Das war sowieso das Rezept des Tages: Flanken! In der 4. min lieferte Lässig eine, Treitl vergab jedoch per Kopf die erste seiner 6 oder 7 Riesenchancen im Weinau-Stadion, allein 4 Stück bis zum 1:0: 13. Flanke verpaßt, 16. Kopfball vom Torwart an die Latte gelenkt, 19. Kopfball nach Ecke knapp vorbei. In der 21. min erlöste er jedoch die 100 mitgereisten unentwegten Zeiss-Fans und drückte den Kopfball endlich ins Tor - 1:0! Hempel sauste 5 min später ab der Mittelinie los, setzte energisch nach, als ihm der Ball eigentlich versprungen war, spielte mit viel Übersicht vorm Torwart quer und "Kurbel" schob mühelos zum 2:0 ein. Der FCC spielte jetzt relativ locker (aber trotzdem konzentriert) auf, und bei jedem energischen Angriff bekamen die Zittauer Riesenprobleme. In der 35. min brachte Lässig eine Flanke von rechts außen und Kurbjuweit machte per Fallrückzieher aus Mittelstürmerposition das 3:0. Nun packte auch der letzte die Herztropfen beiseite und genoß das immer besser werdende Wetter im Dreiländereck. Aber jetzt schafften es die Gastgeber, dem FCC den ersten richtigen Schrecken einzujagen: In der 37. min knallte ein Zittauer eine Eingabe direkt an den langen Pfosten; um den ihm vor die Füße zurückspringenden Ball jedoch nochmals aufs Tor zu schießen, fehlten Kraft und Reaktionsschnelligkeit. Kurz vor der Pause bediente Hempel per Flanke von rechts Hauser, der jedoch den Ball verfehlte.
Nach der Pause legte der FCC den Schongang ein, ohne jedoch die Kontrolle aus der Hand zu geben. Ab und zu ruckte man an und hatte Chancen. In der 55. knallte Kurbjuweit den Ball nach Hauser-Flanke ans Außennetz, 3 min später schießt Holetschek einen 20-m-Freistoß knapp übers Tor. Weitere 4 min darauf, in der 62., startet Hauser durch, bedient mustergültig den in der Mitte mutterseelenallein stehenden Treitl, der jedoch trotz ausreichend Zeit und völlig ohne Gegner am Keeper scheiterte. Schade, allein mit den Chancen von Zittau hätte sich Treitl die Torjägerkrone der Liga holen können. Nachdem Okrucky im Gegenzug reaktionsschnell einen Zittauer Schuß von der Strafraumgrenze pariert hatte, kehrte wieder längere Ruhe ein. Eine Viertelstunde vor Schluß scheiterte Ceesay per Kopf an Zittaus Nr. 1, der anschließende zweite Versuch Hausers landete oben auf dem Tornetz. In den letzten 10 min gab es ausreichend Torgelegenheiten für den FCC: ein Schulz-Freistoß (82., knapp am langen Pfosten vorbei), ein Drehschuß Ceesays nach herrlicher Ballannahme mit der Brust (83.), Pfostenschuß Lässig, den Abpraller köpfte Ceesay drüber (84.). Die letzte vergebene Chance gehörte Treitl - wem sonst? ;-) -, dem in der 88. min der Ball freistehend vorm Tor versprang. In der Schlußminute durfte "Hotsch" dann noch einen Elfmeter zum 4:0 verwandeln.
Insgesamt ein unaufgeregter Nachmittag zur Entspannung und Seelenpflege nach dem Plauen-Match. <uk>
Bilder des Tages, zusammengestellt von Jens Weißenburger

VFC Plauen - FC Carl Zeiss JENA 1:0

Tore: 1:0 Popa (78.)
Plauen: Golle - Krasselt, Richter, H. Berger, G. Berger, Schulze, Hölzel, Gemazashvili (57. Gemeiner), Curri, Spranger (62. Popa), Zapyshnyi (83. Dashi)
Jena: Okrucky - Sugzda, Nowotny, Schön, Saraba (82. Lässig), Holetschek, Treitl, Hauser, Kurbjuweit (90. Schwesinger), Hobsch, Sanchez (76. Hempel)

Zuschauer: 5902

Schiedsrichter: Stefan Lupp (Waldstadt)

Spielbericht:
"War's das?" - Diese Frage und ein in den meisten Fällen niedergeschlagenes Kopfnicken als Antwort war der häufigste Dialog nach dem Schlusspfiff im Jenaer Fanblock.
Doch zunächst zum Spiel. Für den im letzten Spitzenspiel gegen Dynamo Dresden recht glücklos agierenden Lässig rückte Saraba in die Anfangsaufstellung. Die Partie begann von beiden Seiten recht schwungvoll. Die erste sehenswerte Aktion zeigte Jena nach vier Minuten, als Hobsch und Kurbjuweit die Plauener Hälfte per Doppel-Doppelpass überbrückten, der abschließende Pass auf den aufgerückten Treitl dann aber zu ungenau kam. Danach übernahm Plauen die Spielregie. In der 8. Minute gab es drei Ecken in Folge von denen zunächst Holetschek per Kopf und dann Okrucky in höchster Not jeweils eine entschärfen mussten. Nach 15 Minuten Leerlauf, als sich beide Mannschaften nur im Mittelfeld beschäftigten, gab es in Minute 26 die größte Chance für Jena in der ersten Halbzeit. Einwurf in der Nähe der Eckfahne von Nowotny an den Fünfmeterraum, wo Hobsch geschickt um zwei Gegenspieler herumlief, per Kopf den Einwurf verlängerte und dann aber leider noch ein Plauener vor dem einschussbereiten Kurbjuweit zur Ecke klären konnte. Doch Plauen blieb die spielbestimmende Mannschaft, die bei ihren schnellen Angriffen besonders über die rechte Seite immer wieder gefährliche Lücken in der Jenaer Abwehr aufzeigte. Die beste Chance für Plauen gab es drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff. Ein Schuss vom linken Strafraumeck des quirligen und stets mindestens zwei Jenaer beschäftigenden Curri landete am rechten Lattenkreuz. Den zurückspringenden Ball köpfte sein Mitspieler aus fünf Metern am langen Eck vorbei.
Die ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit bestimmte dann Jena deutlich das Spiel, ohne sich allerdings richtig zwingende Torchancen zu erarbeite. In der 47. Minute kam Sugzda nach einer Kopfballvorlage von Treitl am Fünfmeterraum einen Schritt zu spät, sodass Golle klären kann. Und die beste Gelegenheit vergab Hobsch in der 61. Minute. Hauser hatte sich auf der linken Seite schön durchgesetzt, sein Pass von der Grundlinie kam zu Hobsch, dessen Schuss aus der Drehung fünf Meter vor dem Tor aber viel zu schwach und unplatziert war. Plauen übernahm danach mehr und mehr die Spielkontrolle. In der 75. Minute kommt Richter völlig frei zum Kopfball, Okrucky kann gerade noch klären. Drei Minuten später dann die Spielentscheidung. Der recht kleinlich pfeifende Schiedsrichter gab nach einer eigentlich fairen Abwehraktion von Schön Freistoß für Plauen. Gemeiner bringt den Ball in den Jenaer Strafraum, erneut kommt Richter frei zum Kopfball, der an die Latte geht. Den zurückspringenden Ball schiebt der eingewechselte Popa ins Tor. Erschreckend wie unbedrängt die Plauener im Jenaer Strafraum agieren durften. Jena versucht danach zwar noch alles, doch gegen die sich nun vollständig auf Abwehrarbeit konzentrierende VFC-Elf ergab sich nicht eine echte Torchance mehr! Der Schuss des in der Nachspielzeit eingewechselten (warum so spät?) Schwesingers direkt in die Arme von Golle war noch die gefährlichste Aktion.
Bleibt als Fazit: Die Leistungsstärke der Jenaer Elf reicht nicht aus, um gegen die beiden Spitzenmannschaften zu bestehen. Taktisch war die Mannschaft eigentlich gut eingestellt. Auch der Wechsel Saraba für Lässig machte sich eher positiv bemerkbar und der dadurch auf die rechte Außenbahn gerückte Nowotny avancierte zum besten Jenaer Spieler. Trotz der vielen eigentlich erfahrenen Spieler fehlt der Mannschaft aber scheinbar das Selbstvertrauen, das Können und der notwenige absolute Wille in solch einer Partie zu bestehen.
"War's das?" - Damit es doch noch eine Chance für Jena auf Tabellenplatz eins gibt, müsste Plauen mindestens noch ein Spiel verlieren, müsste Dresden mindestens einmal unentschieden spielen, müssten laufende Spielproteste entsprechend entschieden werden, müsste die anstehende Insolvenz für Riesa so verlaufen, dass alle Spiele ihre Gültigkeit behalten und außerdem müsste Jena die letzten drei Spiele gewinnen. Das sind ein bisschen viele Randbedingungen, von denen auch nur die Letztgenannte direkt von uns beeinflussbar ist, um optimistisch auf das Saisonende zu schauen ... auch wenn es Wunder immer wieder geben soll ... <jw>
Bilder aus einem verlorenen Spitzenspiel <jw>
Spielbericht auf der offiziellen VFC-Page

FC Carl Zeiss JENA - FV Dresden-Nord 5:1

Tore: 1:0 Sugzda (13.), 2:0 Sugzda (22.), 3:0 Kurbjuweit (32.), 4:0 Hobsch (56.), 4:1 Gaunitz (72.), 5:1 Hauser (82.)
Jena: Okrucky; Sugzda; Nowotny, Schön; Lässig (81. Schulz),Treitl, Holetschek, Hauser; Kurbjuweit (72. Hempel), Hobsch, Sanchez (62. Schwesinger)
Dresden-Nord: Jovanovic; Georgie, Jugo, Kostadinov; Gaunitz, Scholze (46. Starke), Soltau (46. Böhme), Kühne; Hauswald, Hentschke, Wecker

Zuschauer: 1820

Schiedsrichter: Scheibel (Breitenhagen)

Spielbericht:
Die Zuschauerzahl macht es deutlich: Verlockungen, diesen Samstagnachmittag nicht im Stadion zu verbringen, waren durchaus vorhanden. Abgesehen davon, dass der FV Dresden-Nord vom Namen her nicht die große Anziehungskraft besitzt, war da auch noch die Bundesligakonferenz des letzten Spieltags, der manch einen lieber vor dem TV-Gerät Platz nehmen ließ. Das Wetter tat ein Übriges. Jene Stadionbesucher, die sich keine Tribünenkarte gekauft hatten, standen die gesamte Zeit über im Regen. Dies allerdings ausschließlich vom Meteorologischen her gesehen, denn der Auftritt der Jenaer Spieler war nun wirklich vom Feinsten.
Dabei sah es anfangs gar nicht gut aus. Gleich nach Anpfiff schoss Wecker das erste Mal Richtung Jena-Gehäuse. Nach drei Minuten unterlief Frank Schön als letztem Mann ein kapitaler Abspielfehler ohne Not. Hentschke schob den Ball am herausstürzenden Okrucky vorbei äußerst knapp neben den Pfosten ins Aus. Erster Unmut wurde laut auf der Tribüne; was war nur los, die in weiß spielenden Gastgeber schienen noch Mittagsschlaf zu halten. Wenn es so war, besagte Großchance der Gastgeber hatte sie aufgeweckt. Der fulminante 30-Meter-Freistoß Olaf Holetscheks an die Lattenoberkante war im wahrsten Sinne des Wortes der Startschuss zur ersten Drangperiode. Nun sahen sich die Gäste jenem gegnerischen Pressing ausgesetzt, das sie zu Beginn selbst noch betrieben hatten. Schon Kurbjuweit hätte aus sechs Metern mit Aufsetzerkopfball den Führungstreffer machen können - Hobsch dagegen hätte ihn machen _müssen_, als in seinem Umkreis von fünf Metern kein Gegenspieler vorhanden war, dem Routinier aber ein Malheur bei der Ballannahme unterlief, sodass Jovanovic klären konnte. In beiden Szenen hatte Sanchez von der rechten Seite die Vorarbeit geleistet. Viel Zeit zum Ärgern über die vergebenen Möglichkeiten blieb nicht, da sich Gedeminas Sugzda in der 13. Minute ein Herz fasste und aus sechzehn Metern mit Schuss ins rechte untere Eck das 1:0 besorgte. Der selbe Spieler sorgte neun Minuten später für ungläubiges Staunen unter Jenas Anhängerschaft: Vom Anstoßkreis startete er ein Solo durch die gegnerische Hälfte, ließ mehrere Gegenspieler aussteigen, indem er sich beim Dribbling das Leder von einem Fuß auf den anderen legte und schloss dann auch noch überlegt per Flachschuss ab. A new star was born: Diego Armando Sugzda ! Unsere etatmäßigen Stürmer wollten sich nun nicht gänzlich die Show stehlen lassen. Das 3:0 entsprang einer Koproduktion von Hobsch und Kurbjuweit, bei der der Oldie dem Youngster eine Kopfballvorlage per excellence zukommn ließ. Weitere Chancen, abgeschlossen durch Hauser, Nowotny, Sanchez folgten bis zur Pause. Die Gäste wussten einen weiteren Schön-Patzer nicht zu nutzen.
Angesichts der widrigen äußeren Bedingungen sowie der bevorstehenden Aufgabe bei Tabellennachbar VFC Plauen musste man eigentlich davon ausgehen, dass die Jenaer aufgrund der klaren Halbzeitführung etwas zurückstecken würden. Zehn Minuten lang schien sich dies zu bewahrheiten. Ich hatte gerade eine entsprechende Information für den WWW-Live-Ticker fertiggestellt, da verhinderte das 4:0 die Veröffentlichung dieser Notiz. Verteidiger Nowotny hatte den Angriff eingeleitet, Mittelfeldspieler Lässig die Rechtsflanke geschlagen und Stürmer Hobsch wiederum per Kopf sein zweites Tor für den FC Carl Zeiss erzielt. Das Zusammenwirken der verschiedenen Mannschaftsteile im Spiel nach vorn funktionierte nicht nur in dieser Szene hervorragend. Wenn man angesichts der überzeugenden Teamleistung überhaupt jemanden herausheben darf, dann Tobias Kurbjuweit. Es machte Spaß mit anzusehen, wie er für einen Stammplatz rackerte, wie er Mitte der ersten Hälfte einen Abwehrschlag der Gäste mittels Seitfallzieher gleich wieder zurück katapultierte und in Halbzeit zwei eine Lässig-Flanke mit vollem Risiko volley nahm, obwohl der Torerfolg in dieser Szene ausblieb. Mit der Zeit wünschte man sich, die zirka 8000 Jena-Anhänger aus dem Dynamo-Spiel würden auch dieses Spiel und damit das andere (wahre?) Gesicht der Jenaer Mannschaft erleben. Wollte man die Chancen von Sugzda (59., Jovanovics größte Parade verhinderte Tor Nummer drei des Liberos), Treitl (60.), Hobsch (64.), Nowotny (69.) und wiederum Treitl (89.) detailliert schildern, würde es den Rahmen dieses Berichts sprengen. Zumal noch etliche Gelegenheiten der Gäste hinzu kommen würden, die angesichts des Endresultats sicher etwas unter Wert geschlagen worden. Dass nicht mehr als der Ehrentreffer für sie raussprang, war in erster Linie den Reaktionen Svetozar Okruckys zu verdanken. Denn speziell Hauswald stürzte Jenas Abwehr einige Male in Verlegenheit. Dies kann man bemängeln oder der Argumentation Frank Eulbergs folgen, der auf die Offensivausrichtung seiner Elf mit drei Stürmern verweist, bei der sich die eine oder andere Torchance des Gegners zwangsläufig ergibt. Ein Restrisiko, dass in Kauf genommen werden kann, wenn man dafür attraktiven Angriffsfußball mit ausreichend Treffern geboten bekommt. Diesmal waren es deren fünf, denn auch die beiden Einwechsler Hempel und Schwesinger hatten noch ihr Erfolgserlebnis, an einem Tor beteiligt gewesen zu sein. Hauser brauchte eigentlich nur noch abzustauben.
Bleibt zu hoffen, dass viele der diesmal Daheimgebliebenen die Zeiss-Elf in Plauen unterstützen. Eine bessere Werbung für Mittwoch als die neunzig Minuten gegen Dresden-Nord kann es eigentlich nicht geben. <fc>
Jede Menge Highlights
Kurzbericht auf der offiziellen FV-Page

VfB Chemnitz - FC Carl Zeiss JENA 0:2

Tore: 0:1 Hobsch (3.), 0:2 Schön (60.)
Chemnitz: Fröhlich; Büttner, Weizel, Gjinali, Schöler; Laudeley, Papp, Dittrich, Besser; Pafel (64. Großmann, 87. Kretschmer), Krasselt (87. Gläser)
Jena: Okrucky; Sugzda; Nowotny, Schön; Lässig, Treitl (76. Ceesay), Hempel (62. Kurbjuweit), Holetschek, Hauser; Sanchez (82. Schwesinger), Hobsch

Zuschauer: 820

Schiedsrichter: Reiche (Wolmirstedt)

Spielbericht:
Nicht nur Jenas damaliger Coach Wolfgang Sandhowe hatte es bereits zum Anfang der Saison prophezeit: Die Entscheidung über Rang eins fällt nicht in den Spielen der Top-Klubs untereinander, sie wird letztendlich von der Anzahl der Fehler gegen Mannschaften jenseits des vierten Platzes abhängen. Jenas Heimniederlage gegen Dresden ließ leise Zweifel an dieser Prognose aufkommen, doch seit diesem Wochenende kann man wieder daran glauben. Denn nach dem 1:2 der Dynamos gegen Sachsen Leipzig hat es der FC Carl Zeiss plötzlich wieder selbst in der Hand, Relegation und Regionalligaufstieg zu erreichen.
Ausgerüstet mit diesem Wissen gingen die Akteure hoch motiviert in die Partie gegen einen VfB Chemnitz, der beim Hinspiel einen Punkt aus dem Ernst-Abbe-Sportfeld entführt hatte. Schon der erste Angriff hätte die Führung bringen müssen - ein Schuss aus zehn Metern von Hobsch nach 30-Meter-Vorlage Hausers, genau auf den Torwart gezielt. "Och Mensch Bernd, mach doch den Ball rein", schimpfte Trainer Eulberg über die verpasste Gelegenheit. Wenig später ging sein Wunsch in Erfüllung: Ecke von Hauser, Hobsch steigt hoch, trifft wiederum den Torhüter, der den scharfen Kopfball aber mit dem Oberschenkel ins Netz lenkt. 1:0 ! Wie auf Kommando ertönte im Jenaer Fanblock das "Spitzenreiter, Spitzenreiter - Hey hey hey !". Lange, viel zu lange hatte man auf diesen Schlachtruf verzichten müssen. Mit dem Führungstreffer hatte der FC Carl Zeiss erstmals seit dem 16. Spieltag den Thron bestiegen und wie schon in Sondershausen und Riesa frühzeitig die Weichen auf Sieg gestellt, was gegen defensiv orientierte Gegner von immensem Vorteil ist. Nach zehn Minuten folgte der schönste Angriff im ganzen Spiel: Schnelles Kombinieren im Mittelfeld über Lässig, Hempel, Treitlund ein langer Ball auf Sanchez, der sofort auf Hempel weiterleitet, Lupfer zu Lässig, Seitfallzieher, Tor.......hüter. Schade, dass Fröhlich diese Chance vereiteln konnte. Doch wurde in jener Szene einmal mehr deutlich, welch leichtes Spiel die Jenaer in der Anfangsphase hatten. Zu leichtes Spiel wohl, denn nach einer Viertelstunde nahmen sie den Gang heraus, ließen sich dreißig Minuten lang regelrecht hängen. Oder wollte man den Tribünenspähern um Rene Müller (Plauen) und Jürgen Raab (S. Leipzig) wenig Anhaltspunkte hinsichtlich blau-gelb-weißer Erfolgstaktik vermitteln ? Nur einmal noch blitzte vor der Pause das Können auf, als Sanchez mit seinem neuen Sturmpartner Hobsch Doppelpass spielte, aus vollem Lauf aber um einen Meter verzog (39.). Chemnitz hatte einen Aufsetzerkopfball entgegen zu setzen, brachte ansonsten nicht viel zustande.
Auch nach der Pause agierte der Favorit mit zeitweise unverhohlener Lässigkeit, erspielte sich nun aber wenigstens wieder mehr Torgelegenheiten. Holetscheks Schuss aus 24 Metern ging drüber (49.). Der Kopfball von Frank Schön, der im Anschluss an einen Eckball höher sprang als Torhüter Fröhlich, führte dagegen zum erhofften 2:0. Damit war das Spiel gelaufen, denn mehr als ein Treffer war den im Angriffsspiel recht biederen Gastgebern an diesem Tage nicht zuzutrauen. Lediglich in Minute 74 lag ein Chemnitzer Torerfolg in der Luft, als Großmann in sechs Metern Torentfernung zum Schuss kam, aber am prächtig reagierenden Okrucky scheiterte. Der kopfballstarke Hobsch (endlich wieder ein Stürmer mit Lufthoheit!), Treitl sowie der eingewechselte Kurbjuweit hatten jeweils mehrere Gelegenheiten, etwas fürs Trefferkonto zu tun. Dies verpasst zu haben, wird sich am Ende der Saison, wenn dem Torverhältnis entscheidende Bedeutung zukommen könnte, hoffentlich nicht noch rächen. Zwar steht der FC Carl Zeiss diesbezüglich im Moment am besten da, doch von der Papierform warten kaum mehr Gegner, gegen die Kantersiege kalkulierbar sind. Als Christian Hauser Mitte der zweiten Halbzeit einem unzufriedenen Fan sein "Wir führen 2:0, was willst Du noch?" zurief, hätte die Antwort 'dreinull, viernull, fünfnull' lauten müssen. Und wenn nach Selbstzufriedenheit die Selbstkritik folgt, werden Hauser und Co. resümieren: Hurra, wir sind Tabellenführer ! Gespielt haben wir 75 Minuten lang aber nicht so. <fc>
Bilder des Tages

FC Stahl Riesa - FC Carl Zeiss JENA 0:4

Tore: 0:1 Treitl (5.), 0:2 Holetschek (24.), 0:3 Treitl (48.), 0:4 Sanchez (56., FE)
Riesa: Kühne; Oberritter; Kunze, Fiedler; Miltzow, Zschätzsch, Varga, Kaiser, Glaubitz; Küttner (69. Töwe), Hausmann
Jena: Okrucky; Sugzda; Nowotny, Schön; Lässig (58. Förster), Treitl, Hempel (71. Schulz), Holetschek, Hauser (81. Barich); Sanchez, Hobsch

Zuschauer: 714

Schiedsrichter: Ruzik (Tangermünde)

Spielbericht:
So richtig viel schlechter konnte es ja auch nicht werden. Wer am Freitag dabei war- und das waren ja bekanntlich ziemlich viele - muss sich eigentlich sicher sein, den absoluten Tiefpunkt (aus Jenaer Sicht natürlich) schon gesehen zu haben und nun nur noch besseren Zeiten entgegenzugehen. Andererseits könnte man wohl kaum rechtfertigen, ganze vier Tage nach der Katastrophe, schon wieder ins Stadion zu gehen. Für das gestrige Nachholspiel in Riesa ergab sich aus dieser Logik heraus eine grundsätzlich optimistische Grundeinstellung bei allen mitgereisten Fans, die bei einem Blick auf die Tabelle auch kaum gelitten haben dürfte. Ein klein wenig Vorsicht war aber schon angebracht, hatte doch Dynamo Dresden hier schon zwei Zähler gelassen...
Jena nahm die Warnung an und ließ, nach einer ersten Minichance von Riesa über die rechte Seite, keine Zweifel daran, dass der Aufstieg nach wie vor das erklärte Ziel der Mannschaft ist. Gleich der erste richtige Angriff brachte das wichtige 1:0 (6.). Sanchez , der unermütlich rackerte und seine Form vom Freitag hoffentlich nie wieder findet, hatte den Ball von der linken Seite auf den ansonsten unauffälligen Hobsch geschlagen. Dessen Kopfball sprang vom Riesaer Torwart direkt vor die Füße von Treitl, welcher keine Mühe hatte, die frühe Führung herzustellen. Das gab natürlich Sicherheit und die Überlegenheit unserer Mannschaft war nun allseits deutlich. Riesa zog sich mehr und mehr zurück und hoffte auf den glückbringenden Konter, während Jena die Lücke in der dichtgestaffelten Abwehr suchte. Dieses Gespiele dokumentiert sich in einer gewissen Chancenarmut, welche bis zum nächsten Treffer nach knapp 25 Minuten auch nicht abreisen wollte. Erst eine Ecke von Hauser von der rechten Seite beendete diese Phase. Holetschek war ungehindert in den Strafraum geflogen und hatte unhaltbar per Kopf zum 2:0 verwandelt. Zwei Chancen, zwei Tore. Was will man mehr ? Jetzt wurde richtig Fußball gespielt und es hätte zur Halbzeit deutlich höher stehen müssen, zumal das Torverhältnis am Ende eine wichtige Rolle spielen kann. Zunächst flankte Sanchez auf den gut postierten Hobsch, der erst über den Ball säbelte und dann im zweiten Versuch dem Riesaer Schlußmann genau in die Arme schoss (33.). Sah zwar albern aus, passiert aber nun mal. Nur ganze vier Minuten später hätte Hauser alles klar machen können, nachdem er nach einem schönen Doppelpass ein paar Riesaer Spieler stehen ließ und den Ball knapp am rechten Pfosten vorbeischob. Schade! Die letzte Chance in Halbzeit 1 hatte Sanchez, der nach einem verunglückten Abwehrversuch den Ball über den herausgelaufenen Torwart schlenzen wollte, seinen Meister aber in Form eines aufmerksamen Abwehrspielers auf der Torlinie fand.
Die zweite Hälfte begann dort, wo die erste aufhörte. Jena wollte unbedingt die endgültige Entscheidung und wurde in seinen Mühen schnell belohnt, nachdem Treitl in die untere rechte Ecke zum 3:0 traf. Vorausgegangen war ein wunderschönes Anspiel von Sanchez, der den in die Spitze gelaufenen Torschützen punktgenau anspielte und dabei die gesamte Riesaer Abwehr überflankte. Von der Heimmannschaft selbst war nichts mehr zu sehen. Jena beherrschte das Geschehen nach Belieben und kam nach einem Elfmeter sogar noch zum 4:0 (55.). Sanchez war nach einem Anspiel von Hauser im Strafraum festgehalten worden und vollzog die gerechte Strafe selbst. Viel mehr bleibt nicht zu schreiben. Eigentlich konnten alle zufrieden sein. Die Gastgeber waren froh, dass es jetzt ein bisschen ruhiger zur Sache ging und mit Hempels Schuss (57., knapp drüber) nur noch einmal richtig gefährlich wurde. Jena konnte sich über die erledigte Auswärtsaufgabe und die gewahrten Aufstiegschancen freün und die mitgereisten Fans waren eh von Anfang an gut gelaunt. Schlimmer konnte es ja nicht werden. Nur ein paar Dresdner dürften eine unschöne Erinnerung an diesen Abend haben. Die hatten sich nämlich in der Freundschaft zum Riesaer Anhang gründlich verkalkuliert und mussten ihren schmerzhaften Rauswurf mit Überraschung zur Kenntnis nehmen...
Sicherlich ist der Sieg gegen einen Gegner aus dem unteren Mittelfeld keine Überraschung. Trotzdem waren die drei Punkte natürlich enorm wichtig, um überhaupt nochmal um den Staffelsieg mitreden zu können. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Dresden irgendwann nochmal patzt, während sich Carl Zeiss diesen Luxus wirklich nicht erlauben kann. Vor allem das Spiel gegen Plauen wird einen entscheidenden Charakter tragen, zumal Abwehr und Mittelfeld dann wieder unter einem ähnlichen Druck stehen dürften, wie am Freitag; und das auch noch auswärts. Aber vielleicht ist das ja auch gar kein Nachteil.... <bpf>
Bilder des Tages

FC Carl Zeiss Jena - 1.FC Dynamo Dresden 0:2

Tore: 0:1 Oppitz (24.), 0:2 Heidrich (84.)
Jena: Okrucky; Sugzda; Nowotny, Schön (77. Saraba); Lässig, Treitl, Hempel (60. Ceesay), Holetschek, Hauser; Kurbjuweit (73. Schwesinger), Sanchez
Dresden: Kresic; Paulus, Oppitz, Csik, Dabac; Petrowsky (77. Anyanwu), Wagefeld, Heidrich, Hähnge (90. Heller); Koslov, Neubert

Zuschauer: 12.165

Schiedsrichter: Fröhlich (Berlin)

Spielbericht:
Ganz Jena schien im Fußballbfieber. Dem Verein und seinem Supporters-Club war es gelungen, die Massen zu mobilisieren und so traf man plötzlich Leute im Stadion, die man noch nie oder schon lange nicht mehr dort gesehen hatte. Aus den angestrebten Zehntausend wurden sogar 12.165, da auch die Dynamos einen riesigen, stimmgewaltigen Fanblock stellten. Noch eine Viertelstunde nach dem ohnehin verspäteten Spielbeginn strömten die Besucher ins Stadion. Der erste Sieger dieses Abends stand bereits fest, als noch kein einziger Schiedsrichter-Pfiff ertönt war: Dr. Gerald Glöckner, Schatzmeister des FC Carl Zeiss.
Die zehn Anfangsminuten waren von beiderseitigem Respekt geprägt. Der Tabellenführer legte ihn schneller ab. Wurde Koslovs 18-Meter-Schuss (10.) noch Okruckys sichere Beute, musste der Keeper den tückischen Freistoß von Heidrich nach vorn abprallen lassen - Oppitz hieß der Nutznießer und besorgte per Kopf das 1:0. Die ersten Dresdner Fans flippten daraufhin völlig aus, beschädigten ein Zaunsegment und drohten, in den Innenraum zu gelangen. Dass Jena nicht zum zweiten Plauen wurde, wo der Mob gewütet und das halbe Stadion zerlegt hatte, war der Thüringer Polizei zu verdanken, die Wasserwerfer auffahren ließ und mit einem riesigen Aufgebot zur Stelle war. Fortan konnte man sich wieder aufs Spiel konzentrieren und erwartete nun eigentlich eine sich aufbäumende Jenaer Mannschaft. Schließlich hatte diese auch in den letzten Heimspielen gegen Gotha und Cottbus die Anfangsphase verschlafen, nach dem Rückstand aber voller Selbstbewusstsein den Schalter umgelegt und den Kontrahenten nieder gerungen. Kurbjuweits Torschuss in jenem Moment, als der Sekundenzeiger gerade seine achtundzwanzigste Runde vollendet hatte, machte Hoffnung, erwies sich aber als Strohfeuer. Hinzu kam lediglich noch die Möglichkeit für Treitl, der den Ball nicht richtig traf (40.). Dynamo-Schlussmann Kresic trieb dies nicht wirklich die Schweißperlen auf die Stirn. Sein Gegenüber hatte da schon mehr zutun, verhinderte Oppitz' zweiten Treffer im Anschluss an eine Ecke von der rechten Seite (42.).
Sollte mit Wiederanpfiff die Wende im Jenaer Spiel kommen ? Leider nein, die Zeiss-Elf blieb verkrampft, war gegenüber den letzten Wochen nicht wieder zu erkennen. Aus anfänglichem Respekt war nach dem Rückstand Verunsicherung geworden. Eine Verunsicherung, die man bis zum Abpfiff nicht in den Griff bekam. Sie zog sich durch alle Mannschaftsteile. In der Abwehr war sie an Sugzdas Fehlpässen abzuleiten. Im Sturm strahlte Kurbjuweit trotz aller Laufarbeit ebenso wenig Gefahr aus wie Sanchez, der sein erstes schwaches Spiel im Zeiss-Trikot ablieferte. Trainer Frank Eulberg mutmaßte hinterher, die große Kulisse hätte zur Verkrampfung beigetragen. Doch kann dies die Hauptursache gewesen sein ? Im zentralen Mittelfeld beispielsweise standen mit Treitl, Hempel und Holetschek ausnahmslos erfahrene Spieler auf dem Platz, die schon in höheren Ligen agiert hatten und bei gut 12.000 nun wirklich nicht die Hosen voll haben dürften ! Die Nachteile im Mittelfeld erwiesen sich als spielentscheidend, wobei es Lässig fertig brachte, das niedrige Level seiner Mannschaftskollegen noch zu unterbieten. Torhüter Svetozar Okrucky tat sein Möglichstes, das Spiel so lange wie möglich offen zu halten. Seine beste Tat vollbrachte er nach 55 Spielminuten, als er einen Schuss von Wagefeld reaktionsschnell um den Pfosten lenkte. Auch den Ball von Petrowsky hielt er sicher (68.). So richtig viel nach vorn taten auch die Dynamos nicht - mussten sie auch gar nicht, weil sie in Führung lagen und sich auf ihre Abwehr einhundertprozentig verlassen konnten. Die Sachsen bestimmten mit einer Souveränität das Spiel, die man im Vorfeld eigentlich eher dem Gastgeber zugetraut hatte. Doch dieser brachte in neunzig Spielminuten nicht eine einzige klare Torchanche zustande. Neidisch blickte man als Zeiss-Fan in die Kurve unter der Anzeigetafel, wo der gesamte Dynamo-Block sein 'Uffta' zelebrierte, während auf der ausverkauften Jenaer Tribüne nach super Stimmung am Anfang inzwischen Ruhe eingekehrt war. Dabei spiegelte dies nur das Geschehen auf dem Platz wieder. Dass Plauen inzwischen in Führung lag und mein Mitstreiter plötzlich keine Server-Verbindung für den Homepage-Ticker des FCC mehr zur Verfügung hatte, rundete das Bild ab. An diesem Abend lief einfach alles schief, was schieflaufen konnte. Dynamo band den Sack sechs Minuten vor Schluss zu, als Heidrich selbstredend unbedrängt zum Schuss ansetzte und ins rechte untere Eck traf.
Im Kampf um Platz eins in der Oberliga ist noch nichts verloren. Gewinnt der FCC sein Nachholspiel, verringert sich der Rückstand zum Spitzenreiter Dresden auf zwei Punkte. Ein einziger Ausrutscher der Dynamos und wir wären wieder dran. Doch jene eingangs erwähnten Zuschauer, die erstmals oder nach langer Zeit mal wieder ein Spiel des FC Carl Zeiss gesehen hatten, werden möglicherweise so schnell nicht wiederkommen. Die Jenaer Elf hat an diesem Abend fraglos mehr verspielt als die Chance auf die Tabellenführung. <fc>
Fotos von Jens Weißenburger
Spielbericht auf der offiziellen Dynamo-Page

BSV Eintracht Sondershausen - FC Carl Zeiss Jena 0:5

Tore: 0:1 Treitl (14.), 0:2 Sanchez (36.), 0:3 Sanchez (45./Foulelfmeter), 0:4 Lässig (72.), 0:5 Kurbjuweit (90.)
Sondershausen: Kraus; Plachy, Gerschewski, Rasch, Baumann (56. Knäbe), Tanne, Svejdik (56. Franke), Krug, Duft (80. Nieke), Franz, Kloth
Jena: Okrucky; Sugzda; Nowotny, Schön; Lässig, Treitl (62. Ceesay), Hauser (67. Quade), Holetschek, Hempel (72. Schulz); Kurbjuweit, Sanchez

Zuschauer: 1.900

Schiedsrichter: Walter (Martinroda)

Spielbericht:
[diesmal von Gastreporter Stefan Meißner]
Die Angst war unbegründet. Ein Stolperstein hätte Sondershausen werden können, für eine FCC-Elf, die mit ihren Gedanken schon beim Spitzenspiel gegen Dresden ist. Ein lockerer Aufgalopp und bestes Psychodoping für ebenjenes Aufeinandertreffen am nächsten Freitag wurde es letztlich, und mit dem klaren 5:0-Erfolg am Sondershäuser Göldner hat die Elf von Frank Eulberg auch der Ligakonkurrenz klargemacht, daß mit diesem FC Carl Zeiss im Titelrennen mehr denn je zu rechnen ist.
Vor 1.900 Zuschauern - davon etwa ¼ aus Jena bei miserabelsten Sichtverhältnissen - setzten überraschenderweise die Hausherren die erste Duftmarke, als Okrucky in höchster Not gegen den allein auf ihn zulaufenden Franz klärt. Es sollte lange Zeit die einzige Chance der Nordthüringer bleiben, die in der Offensive erschreckend harmlos agierten und oft zu überhastet den Abschluss suchten. Anders der FCC, der nun besser ins Spiel kam und auch zur erhofften frühzeitigen Führung. Stefan Treitl spielt nach 13 Minuten ganz untreitlhaft glanzvoll Doppelpaß mit Sanchez und schließt wunderschön zum 0:1 ab, eine Chancenverwertung wie man sie sich nicht besser wünschen kann. Das eigene taktische Konzept über den Haufen geworfen, sahen sich die Gastgeber nun außerstande, dem Favoriten weiterhin Paroli zu bieten, ließen lediglich übertriebene Härte in ihren Aktionen walten. Jena spielte wenig glanzvoll, nutzte aber die wenigen Lücken in der Sondershäuser Deckung resolut aus. So war es dem vielleicht besten Mann auf dem Platz vorbehalten, die Vorentscheidung zu erzielen, als Sergio Sanchez zunächst mit einem schönen Schlenzer aus 20 Metern Ex-Erfurtkeeper Kraus überlistete, um dann mit dem Pausenpfiff einen an Tobias Kurbjuweit verwirkten Foulstrafstoß mühelos zu versenken. Das Spiel war damit gelaufen, und im Gefühl der sicheren Führung tat der FC Carl Zeiss in Halbzeit 2 nicht viel mehr als nötig. Während die Eintracht wiederum durch Stürmer Franz seine einzig nennenswerte Aktion aufwies, ein schöner Drehschuß in der 65. Minute über das Okrucky-Gehäuse, sorgten Lässig nach Vorarbeit von Sanchez (72.) und Kurbjuweit mit Schuß ins linke untere Eck in der Schlussminute für auch zahlenmäßigen Ausdruck der einen Klassenunterschied offenbarenden Dominanz der Zeiss-Kicker an diesem Nachmittag. Negativer Höhepunkt einzig die von Erfurter Fans provozierte Spielunterbrechung und sich an das Spiel anschließende Provokationen. Offenbar saß der Frust tief, dass sich der FC Carl Zeiss nunmehr in allen 4 "kleinen Thüringenderbies" gegen Gotha und Sondershausen aus dem Freistaat keine Blöße gab, mit 4 Siegen bei 13:1 Toren.
Ähnliche Störaktionen wie die in Sondershausen blieben in Voigtstedt bei Artern aus, wo die Mannschaft des FCC dann gemeinsam mit ihren Fans den Sieg noch einmal würdig feierte. In dem vom Supporters Club und dem VfB Blau-Weiß Voigtstedt organisierten gemütlichen
Beisammensein konnte der FC Carl Zeiss einiges in Sachen Imagepflege tun und hat sicher neue Freunde gewonnen. Vor allem das Versagen von Sergio Sanchez an der Torwand sorgte bei den treffsicheren Gastgebern für viel Erheiterung. Hoffen wir, daß er am Freitag zum großen Showdown gegen den alten Rivalen aus der sächsischen Hauptstadt genauer zielt. Die Mannschaft selbst hat sich jedenfalls in eine hervorragende Ausgangsposition für dieses Spiel gebracht. Die Rahmenbedingungen stimmen, für eine "Volle Hütte gegen Dynamo"!
Bildes des Tages <jw>

FC Carl Zeiss JENA - FC Energie Cottbus/A. 4:1

Tore: 0:1 Jungnickel (13.), 1:1 Treitl (25.), 2:1 Holetschek (48.), 3:1 Jungnickel (72. Eigentor), 4:1 Nowotny (76.)
Jena:
Okrucky; Sugzda, Nowotny, Treitl (81. Ceesay), Schön, Holetschek, Lässig, Hempel (84. Schulz), Hauser, Sanchez (77. Schwesinger), Kurbjuweit
Cottbus(A):
Thoms; Nuhs, Woltmann, Neubert, Jahn (81. Wendlandt), Unversucht (70. Brychy), Wollermann, Kubis (77. Ballaschk), Mattuschka, Jungnickel, Brasilia

Zuschauer: 2522

Spielbericht:
Ostersonntag, Osterwetter (zum Eier legen) und (nur?) 2500 Zuschauer im EAS, die ein schönes Oberligamatch sahen. Eine positive Überraschung waren die Gäste, die - vor allem in der ersten Halbzeit - schnell und gut mitspielten (Kein Mauern! Kein Holzen!) und den FCC, der wieder einmal die ersten 20 min verschnarchte, stellenweise in Probleme brachte. In der Anfangsphase gab es Torchancen auf beiden Seiten: Sanchez' Kopfball (5.) und Nowotnys Schuß (9.) beantworteten die Cottbusser mit einem 20-m-Schuß (6., gehalten) und einem Kopfball (12., knapp vorbei). Auffällig die vielen Mißverständnisse beim FCC, an denen fast immer Holetschek und/oder Sugzda beteiligt waren. Sugzda bedankte sich bei den Gästen für ihre erfrischende Spielweise, indem er vorm eigenen Strafraum ohne Not das Osterei (sprich: den Ball) Jungnickel vor die Füße legte und dieser Okrucky keine Chance ließ. 0:1 nach diesen 13 Minuten - das ließ Böses befürchten, zumal Jena umständlich spielte. Typisch, als in der 14. min der Ball im Gästestrafraum von einem zum anderen geschoben wurde, anstatt draufzuballern. Hempel, dem das Spielen offensichtlich wieder richtig Spaß macht, gab dann den Startschuß für das Jenaer Spiel, als er einen Freistoß aus 18 m an die Querlatte zirkelte. Hempel leitete auch den Ausgleich ein: Flanke von rechts auf Kurbjuweit, der zunächst scheiterte. Der Ball kommt wieder nach rechts, Hempel setzt nach, erkämpfte den Ball und legte zur Mitte, wo Treitl unbedrängt aus 5 m nicht mehr viel falsch machen konnte. Der FCC setzte sofort nach: erst versuchte sich Hauser mit einem Fernschuß (27.), dann bringt Holetschek eine maßgenau Flanke von links auf Treitl, dessen Flugkopfball jedoch knapp am langen Pfosten vorbeigeht. Nur eine Minute später hat der Energie-Torwart größte Mühe, nach einem Doppelpaß Hempel-Kurbjuweit den Schuß festzuhalten. Die Gäste standen aber nicht hintendrin, sondern blieben ihrerseits immer gefährlich. Und glücklicherweise verfehlte der Freistoß in der 34. min das kurze Toreck, Okrucky wäre wahrscheinlich chancenlos gewesen. Kurz vor der Pause köpfte Kurbjuweit (dem ich endlich ein Tor wünsche) knapp über die Latte, als ein weiter Einwurf per Kopf zu ihm verlängert wurde.
Gespannte Neugierde in der Halbzeitpause, wer denn in Halbzeit 2 die Oberhand gewinnen würde. Der FCC beantworte diese Frage schnell (47. min): Freistoß halbrechts, ca. 23 m Torentfernung, kurze Ablage, Ball stoppen, Holetschek stürmt heran... ballert aber nicht drauf, sondern macht einen Schlenker zur Mitte und knallt den Ball ins kurze untere Toreck - 2:1!!! An Holetscheks Reaktion sah man deutlich, daß er seine Leistung in der ersten Hälfte selbst richtig eingeschätzt hatte und nun riesig erleichtert war. Das Spiel lief nun beim FCC lockerer nach vorn. Kurbjuweit (49., Schuß nach Sanchez-Paß) und Nowotny (54., herrlicher Konter, aber Ball verspringt bei der Annahme) vergaben Möglichkeiten zur Vorentscheidung. Die Gästeangriffe wurden nun spärlicher, aber in der 58. min zeigte Okrucky, daß er jederzeit auf dem Posten war, als er bei einem Konter einen Schuß von Brasilia (?) aus 12 m entschärfte. Dann spielte sich wieder alles vorm Energietor ab. 61. min: Hempel täuscht beim Freistoß von rechts außen eine Flanke an, aber Hauser ballert voll drauf und Thoms kann gerade noch zur Ecke klären. Kurz danach hielt er einen 25-m-Fernschuß von Holetschek. In der 66. min verzauberte Jena Zuschauer und gegnerische Abwehr mit einer Traumkombination, Sanchez läßt jedoch den Ball liegen, anstatt einzuschießen.
Die Cottbus-Amateure schwächten sich in der 69. min dann selbst: Als kurz vorher Lässig seinen Gegenspieler umspielte, wechselte Brasilia die Sportart und erlegte den Jenaer im griechisch-römischen Stil. Anschließend ging sein Temperament mit ihm durch und er verdiente sich durch intensive Diskussionen "Gelb". Kurz danach versagte Brasilias internes Kühlsystem vollständig, als er in einem Zweikampf mit Lässig den kürzeren zog und sich zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ - Platzverweis. Die endgültige Spielentscheidung 3 Minuten danach: Eine Hempel-Flanke von links geht über die Köpfe der Jenaer Angreifer hinweg, dahinter steht Jungnickel, dessen verunglückter Befreiungsschlag als wunderschöner Volleyschuß im eigenen Tor einschlägt. Das hätte kein Stürmer besser gekonnt!
Lässig, der sich an diesem Tag zur Reizfigur für die Cottbusser entwickelte, war (ungewollt) auch am zweiten Platzverweis beteiligt: Ein Zweikampf Nowotny(?)-Nuhs wird mit Freistoß für Energie abgepfiffen. Nowotny läuft zurück und an seiner Stelle steht der völlig unbeteiligte Lässig hinter Nuhs. Dieser dreht sich um, sieht das "rote Tuch" Lässig und tritt wutentbrannt nach ihm. Warum der Cottbusser Trainer auf den Pressekonferenz diesen Platzverweis als umstritten ansah, bleibt sein Geheimnis. Übrigens war der Schiedsrichter einer der besten Referees, die sich in dieser Saison im EAS vorstellten. Ein paar andere Ansichten der Zuschauer gibt es immer, aber im Großen und Ganzen zeigten er und seine Assistenten eine gute Leistung.
Nowotny wurde in der 77. Minute für seine Angriffsbemühungen belohnt, als er außerhalb des Strafraums von halbrechts den Ball zum 4:1 ins linkere obere Dreiangel hämmerte. Jena versäumte es in den letzten Minuten, noch ein paar Ostereier nachzulegen, Chancen waren vorhanden. Aber die Fernschüsse wurden alle eine Beute des Keepers und in der 84. verstolperte Schwesinger nach einer schönen Kombination. Auf Grund der 2. Halbzeit ein verdienter Sieg des FCC, aber muß man jedes Spiel mit 20 Minuten Verspätung beginnen? Erwähnenswert noch die 30 Cottbusser Supporter, die über 90 Minuten eine Leistung boten, die noch besser war als die ihrer Mannschaft, und die mit originellen Einfällen glänzten - aber: "Ohne Schuhe habt ihr keine Chance..." <uk>
Kurzbericht auf der Homepage des FC Energie

VfB Leipzig - FC Carl Zeiss JENA 0:1

Tore: 0:1 Sanchez (41., FE)
Leipzig:
Grundmann; Brestrich; Görke, Großmann; Embingou (64. H.J. Weiß), Räbsch, M. Weiß (46. Ferl), Schmidt (75. Weißenberger), Kanitz; Gunkel, Sadlo
Jena:
Okrucky; Sugzda; Nowotny, Schön; Lässig, Treitl (76. Holetschek), Ceesay, Hempel, Hauser (80. Quade); Kurbjuweit (63. Schwesinger), Sanchez

Zuschauer: 2815

Schiedsrichter: Fleske (Schönow)

Spielbericht:
Dunkle Wolken und häufige Schneeschauer versprachen bei der Anfahrt einen ungemütlichen Fußballtag. So manch potentieller Mitfahrer (der Verein hatte auf eine vierstellige Supporterzahl spekuliert) ließ sich davon vielleicht abschrecken. Was schade war, denn zum einen blieb es in Leipzig trocken und außerdem muss man den Daheimgebliebenen bescheinigen, spannende neunzig Minuten mit Jenaer Happpy End versäumt zu haben.
Etwas über 600 Fans hatten sich durch nichts abhalten lassen und unterstützten ihre Elf von Beginn an vorbildlich. Leipzigs Anhänger wirkten dagegen diesmal seltsam zurückhaltend, so als würden sie nicht mehr wirklich an die Aufstiegschancen glauben. Noch mehr erstaunte, dass auch auf dem Rasen die Jenaer tonangend waren. Die Messestädter, obgleich sie die Punkte genauso dringend benötigen, ließen die Gäste in den Anfangsminuten das Spiel machen. Dass Mike Sadlo die ersten zwei Tormöglichkeiten besaß, lag nicht etwa an dessen plötzlicher Rückkehr zum FC Carl Zeiss, sondern an individuellen Fehlern der Jenaer. In Minute sieben war es ein Fehlabspiel Frank Schöns, zwanzig Minuten darauf eine misslungene Abseitsfalle nahe der Mittellinie, die jeweils eine Flanke von der rechten Seite auf Sadlo ermöglichten und Okrucky zu höchster Konzentration zwangen. Bei aller lobenswerter Aktivität im Spiel nach vorn dauerte es 35 Minuten, bis sich die Thüringer gefährlich dem Leipziger Gehäuse näherten. Eine schöne Kombination von Sanchez und Kurbjuweit wurde zur Ecke gelenkt und einen Lässig-Schuss fing Großmann einen Meter vor der Linie ab (38.). Dann die entscheidende Szene in Minute 41: Hauser dribbelt durch die gegnerische Hälfte, über die Stationen Ceesay und Sanchez kommt das Leder zu ihm zurück. Als er nur noch den herausstürzenden Torhüter vor sich sieht und gerade im Begriff ist, diesen zu überlupfen, wird Hauser von hinten zu Fall gebracht - Elfmeter ! Sergio Sanchez verwandelte sicher zu seinem zweiten Treffer im zweiten Spiel. Leipzig zeigte sich geschockt. Als Sugzda nachsetzte und von rechts Hempel bediente, hatte dieser noch vor der Pause das zweite Tor auf dem Fuß, verzog aber knapp.
Beifall aus dem eigenen Fanblock hatte die Jenaer Elf in die Kabinen begleitet und dieser Beifall setzte kurz nach Wiederanpfiff erneut ein. Den Anstoß der Leipziger fing Hauser ab, seine Linksflanke nahm Sanchez volley, Grundmann parierte zur Ecke. Durch ein Fehlabspiel Ceesays (nicht sein einziges an diesem Tag) fanden die Gastgeber zurück in die Partie. Die gesamte Mannschaft befand sich in der Vorwärtsbewegung, als durch besagten Fehlpass ein Leipziger in Ballbesitz gelangt, bis zur Grundlinie läuft und an Okrucky vorbei nach innen flankt. Ferl kommt den berühmten Schritt zu spät - wenn er reingrätscht, steht's 1:1. Auch drei Minuten später war dem FCC die Glücksgöttin Fortuna hold. Als ein Leipziger drei Meter vor der Strafraumgrenze gefoult wurde und der Freistoßpfiff ertönte, erwachten die einheimischen Zuschauer erstmals aus ihrer Lethargie. Ihr rhythmisches Klatschen wäre um ein Haar in Torjubel übergegangen, der Pfosten verhinderte Görkes Ausgleichstreffer. Zum Glück konnten sich die Zeiss-Akteure aus dieser Umklammerung wieder befreien. Hier machte es sich bezahlt, dass Libero Sugzda nach grippalem Infekt rechtzeitig genesen war und er mit Nowotny, Schön zwei Manndecker vor sich hatte, die Leipzigs gefürchtetem Sturmduo Sadlo-Gunkel nicht allzu viel Raum ließen. In der Offensive sorgten die wieselflinken Sanchez und Kurbjuweit immer wieder für Gefahr. Beide scheinen als Sturmduo gut zueinander zu passen. Direkt dahinter präsentierte sich Dirk Hempel schon das zweite Spiel in Folge in ansteigender Form. Und dann gibt es ja auch noch Jenas Edeljoker Andreas Schwesinger, dessen vermeintlich entscheidenden Treffer wir nach 77 Minuten bejubelten und uns zunächst alle nicht erklären konnten, weshalb dieser aberkannt worden war. Nach Ansicht der TV-Bilder muss man die Abseitsentscheidung allerdings akzeptieren, denn selbst das Standbild gab keinen zweifelsfreien Aufschluss darüber, ob Schwesinger nun Zentimeter im Abseits stand oder auf gleicher Höhe mit Leipzigs Libero. Das Spiel blieb also auf der Kippe. War es Zufall oder hat es mit dem neuen Spielsystem des Trainers zutun, dass sich die Jenaer nicht wie in der Vergangenheit auf das sture "Einmauern" des knappen Vorsprungs beschränkten, sondern sie sich bis zur 90. Minute um konstruktives Angriffsspiel bemühten ? So manch Zittereinlage blieb einem dadurch erspart. Doch solch ein Spiel hat häufig mehr als neunzig Minuten. In Leipzig lief Minute 92, Nachspielzeit, als es nochmal Eckball für den VfB gibt. Dunkle Wolken schieben sich vor die Sonne und Torhüter Grundmann rennt in den Jenaer Strafraum. Ungute Erinnerungen werden wach - hatte Grimma eine solche Überzahlsituation nicht zum Ausgleich genutzt ? Und tatsächlich, der Eckball fliegt genau auf den Kopf von Grundmann, von dort aufs Tor - und Okrucky in die Arme. Schlusspfiff, Jubel. Der Schneeregen auf der Rückfahrt störte niemanden mehr. Alle wussten, die drei Punkte im Gepäck könnten drei ganz wichtige sein. <fc>
Fotos vom Auswärtssieg
Spielbericht und Meinungen auf der bekanntesten (und besten) VfB-Fanpage

FC Carl Zeiss JENA - OFC Neugersdorf 3:0

Tore: 1:0 Sanchez (29.), 2:0 Treitl (31.), 3:0 Lässig (60.)
Jena:
Okrucky, Sugzda, Nowotny, Treitl, Schön; Holetschek (70.Ceesay), Lässig, Hempel (82.Schulz), Quade; Sanchez, Kurbjuweit (77.Schwesinger)

Neugersdorf:
Dolecek; Israel, Fröhlich, Maglica, Madza, Havel, Hecht (67. Tschackert), Thomas, Sigan; Wegier (46.Winkler), Biro (46.da Silva)

Zuschauer: 2538

Schiedsrichter: Schweinefuß (Rieder)

Spielbericht:
Heimspielpremiere für den neuen Trainer Frank Eulberg im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld. 2538 Zuschauer zog es bei herrlichstem Frühlingswetter ins Stadion und die Spannung auf den Rängen war groß, ob man bereits nach wenigen Tagen die Handschrift des neuen Trainers auf dem Platz erkennen konnte.
Die ersten zehn Minuten im Spiel konnte man glatt streichen. Es passierte auf beiden Seiten nichts. Beide Mannschaften spielten zwischen den Strafräumen hin und her, ohne zu einer nennenswerten Chance zu kommen. Der OFC Neugersdorf stellte sich zum Erstaunen vieler Zuschauer nicht hinten rein, sondern spielte die erste Zeit ordentlich mit. So kam es auch, dass die Gäste die erste Möglichkeit des Spiels besaßen, aber der Schuss von Thomas in der 11. Minute ging gut 2 m am Tor vorbei. Erst zehn Minuten später erwachte der FCC und der neue Stürmer Sergio Sanchez, welcher unterhalb der Woche vom Dresdner SC nach Jena gewechselt hatte, kam zu seiner ersten guten Tormöglichkeit. Nach einer gelungen Einzelaktion drang er von rechts in den Strafraum ein, doch sein Schuss konnte gerade noch von Madza auf der Linie gerettet werden. Treitl (25.) und Hempel (26.) versuchten sich mit Schüssen aus der Distanz, doch bei beiden landete der Ball neben dem Tor. So langsam begann das Spiel sich in die Hälfe der Gäste zu verlagern. Und so kam es dann auch, wie es kommen musste. Kurbjuweit flankte in der 29. Minute von rechts in den Strafraum hinein, der Ball wurde noch verlängert und landete schließlich auf dem Kopf von Neuzugang Sanchez, welcher keine Mühe hatte, den Ball im Tor zu versenken. Was für ein gelungenes Debüt für den neuen Stürmer, nachdem der FCC in den letzten Wochen mit Bozsik so ein Pech bei der Verpflichtung gehabt hatte. Kaum hatten sich die Zuschauer wieder gesetzt, das klingelte es erneut im Tor vom OFC. Treitl zog mit einem schönen Schuss aus 7 m ab und der Ball zappelte im Netz. Gut sechs Minuten vor der Pause flanke Sugzda von links quer über den Platz auf Lässig, doch dieser konnte aus vollem Lauf mit seinem Gewaltschuss aus 20 m das Tor nicht treffen. Von Neugersdorf war bis dato nach vorn nichts mehr zu sehen. Zu sehr waren sie mittlerweile mit die Abwehrarbeit beschäftigt. Thomas hatte noch einmal in der 41. Minute eine Möglichkeit für die Gäste, doch sein Schuss landete nur knapp neben dem Pfosten.
Die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit begannen wie die erste Halbzeit. Holetschek hatte erst in der 55.Minute eine weitere Möglichkeit zur Resultatsverbesserung, doch zunächst schoss er aus guter Position in die Beine der Abwehr und nur wenige Augenblicke später bekam er das Leder erneut, aber sein Schuss ging über das Tor. Nach exakt einer Stunde dann die entgültige Entscheidung: Nach einer Flanke in den Strafraum traf Holetschek den Ball nicht richtig und auch Sanchez verpasste, aber am langen Torraumeck stand Lässig goldrichtig und verwandelte zur 3:0 Führung. Viele Zuschauer dachten von nun an, dass es eventuell zu einem kleinen Schützenfest kommen könnte. Aber weit gefehlt: Jena zog sich zurück und tat nur noch das Nötigste und Neugersdorf konnte nicht. Hempel, der an diesem Tage ein gutes Spiel machte und auch gelegentlich sein Trickreichtum präsentierte, versuchte sich gut zwanzig Minuten vor Ultimo mit einem beherzten Schuss auf den langen Pfosten, aber Dolecek im Kasten des OFC konnte gerade noch abklatschen. Die letzte Chance des Spiels (86.) hatte Sanchez nach einem schönen Kombinationsspiel mit Schwesinger im Mittelfeld, aber sein Schuss verfehlte das Tor.
Das Fazit des Spiels ist schnell und einfach gesagt: Der Sieg des FCC hätte höher ausfallen können und auch müssen. Die Jenaer haben es leider versäumt, gegen die schwachen Gäste, die nur lediglich 20 Minuten zu gefallen wussten, etwas für ihr Torverhältnis zu tun. <vg>
Bildes des Tages <jw>

SV 1919 Grimma - FC Carl Zeiss JENA 2:2

Tore: 1:0 Liebich (19.), 1:1 Kurbjuweit (77.), 1:2 Schwesinger (81.), 2:2 Zaulich (89.)
Grimma:
Winkler - Ziffert, Schober, Zaulich, Massner, Mähne (37. Pirschmann), Liebich, Beyer, Brumme (75. Schlüter), Müller, Wohllebe
Jena:
Okrucky; Sugzda; Nowotny, Schön; Lässig, Treitl, Schulz, Holetschek, Hauser; Hempel (46. Kurbjuweit), Ceesay (66. Schwesinger)

Zuschauer: 841

Schiedsrichter: Zweier (Berlin)

Spielbericht:
Vier Siege zuletzt in Folge und zumindest in der (Nachholspiel-)Theorie punktgleich mit dem Tabellenführer - dass ein Verein in einer solchen Situation seinen Trainer entlässt, ist selbst im Fußballgeschäft nicht die Norm. Kein Wunder, dass von denen, die Jenas Fußball von außerhalb des Stadions verfolgen, mehrheitlich Unverständnis zu vernehmen war. Nicht so bei denen, die die letzten Spiele live gesehen hatten; hier gab es eine größere Schar, die den Schritt des Vorstandes für richtig hielt.
Zirka 400 FCC-Supporters wohnten in Grimma dem Debüt des neuen Trainers bei. Bejubelt wurde zunächst Mannschaftsleiter Uwe Dern. Das Geburtstagskind (Glückwunsch auch von uns !) durfte zur Feier des Tages gleich mal auf dem einzigen Trainerstühlchen Platz nehmen, neben dem Frank Eulberg das Spiel stehend verfolgte. Nach neun Spielminuten sahen beide die erste Chance. Ceesay verlängerte im Mittelfeld per Kopf auf Hauser, dessen Pass kam in den Lauf von Schulz, doch statt mit Ball am Fuß aufs Tor zu zu laufen, schoss Jenas Mittelfeldspieler überhastet daneben. Das Mitwirken von Jörn Schulz war eine von drei Überraschungen, die sich der neue Trainer ausgedacht hatte. Die anderen betrafen den Angriff, wo mit Dirk Hempel als hängende Spitze und Kemo Ceesay in vorderster Front zwei angestammte Mittelfeldspieler für Unruhe sorgen sollten. Doch bezahlt machte sich der Mut zum Neuen nicht. Dirk Hempel leitete sogar unbeabsichtigt das 0:1 ein, als er im gegnerischen Strafraum strauchelte. Den Ballverlust nutzte Grimma zu einem blitzsauberen Konter über zwei Stationen. Sugzda vermochte Liebisch nicht am Abschluss zu hindern, Okrucky ohne Chance. Der Favorit zeigte sich kalt erwischt, was an seiner Konfusion der folgenden Minuten abzulesen war. In der 35. Minute liefen Sugzda und Schön einträchtig neben Brumme her, hinderten ihn aber nicht am Torschuss, diesmal konnte Okrucky klären. Neben gefährlichen Kontern verlegten sich die Gastgeber nach dem 1:0 auf Zeitspiel. Mehrere Male ließen sie sich minutenlang auf dem Spielfeld behandeln (gibt es in Grimma keine Tragen?), humpelten zur Seitenlinie und konnten dann nicht schnell genug auf den Platz zurückkehren. Schiedsrichter Zweier, auch in der Vorteilsauslegung mit Problemen, ließ das alles mit sich machen und hielt ganze neunzig Sekunden Nachspielzeit für angemessen. Jenas Akteure trugen jedoch ebenso wenig zur Niveauanhebung bei. Die Versuche, eine gegnerische Abwehr permanent durch die Mitte aufzuhebeln, wirkten wie schon in der Vorwoche planlos. Fast die selbe Elf, die in der Hinrunde die Grimmaer mit 5:0 an die Wand gespielt hatte, brachten trotz vorhandener Leistungsbereitschaft von der 10. Minute bis in die zweite Halbzeit hinein nicht eine einzige Tormöglichkeit zustande ! Wo waren jene Spieler, bei denen man annehmen durfte, sie würden nach Sandhowes Abschied wie befreit aufspielen ? Auf dem Spielfeld jedenfalls nicht. Und auf der Bank ? Da schmorte mit Tobias Kurbjuweit jener Stürmer, der zuletzt als einer der wenigen seine Leistung gebracht hatte.
Wenigstens zur zweiten Halbzeit durfte 'Kurbel' ran und beendete mit seiner Möglichkeit, bei der er einen Schritt zu spät gegen Winkler kam (54.) die erwähnte Chancen-Flaute. Sekunden zuvor allerdings war den Jenaern der Schreck tüchtig in die Glieder gefahren: Ein gewonnener Zweikampf sah Grimma plötzlich mit drei gegen einen vorm Zeiss-Gehäuse in Überzahl. Das Zuspiel des ersten (sorry, die Rückennummern waren in der Eile nicht auszumachen) kam auf Spieler zwei, der bedrängt von Nowotny keinen Torschuss zustande bringt. Dieses verunglückte Schüsschen aber wird zur Vorlage für Massner, der mutterseelenallein einen Meter vor Okrucky den Ball bekommt, dem Torwart aber an den Fuß schießt. Nach dieser Szene erklärte Eulberg sein Experiment im ersten Versuch für gescheitert, indem er nach Hempel auch Ceesay vom Feld nahm und mit Schwesinger einen weiteren echten Stürmer brachte. Die wirklichen Aufreger aber spielten sich zunächst unverändert am Jenaer Strafraum ab. Lässig stand nach verlorenem Zweikampf zu weit vom Gegenspieler weg, Holetschek bügelte aus, warf sich in den gefährlichen Schuss (69.). Sogar der sonst sichere Okrucky ließ sich einmal von der Unsicherheit seiner Vorderleute anstecken, als er nach 70 Minuten einen Eckball unterlief. In dieser Phase schien das 0:2 weitaus näher als der Ausgleich. Doch eine Viertelstunde vor Ultimo kündigte sich Besserung an. Da Holetschek schon ein paar Fehlversuche hinter sich hatte, durfte sich Andreas Schwesinger als Freistoßschütze probieren, traf in der 75. Minute aus 20 Metern die Latte. Schwesinger war in einer unübersichtlichen Strafraumaktion auch am Ausgleich beteiligt: Seinen Torschuss erwischte Winkler noch mit dem Allerwertesten, Kurbjuweit drückte den Ball über die Linie. Und da aller guten Dinge drei sind, gelang 'Schwes' nach Lattenschuss und Torvorlage auch noch einer seiner typischen Joker-Treffer. Wieder war es ein Freistoß, diesmal kurz vor der Strafraumgrenze und noch leicht abgelfälscht. Der Jubel im FCC-Fanblock war groß; sollte wie schon in der Vorwoche ein verkorkstes Spiel mit 2:1 gewonnen werden ? Leider nein, die kalte Dusche kam in der vorletzten Spielminute. SV-Keeper Winkler war mit in den gegnerischen Strafraum geeilt. Vielleicht war er es, der Jenas Abwehr irritierte und dafür sorgte, dass Zaulich im Torraum ungehindert einköpfen konnte. Müßig auch zu diskutieren, ob man zum Beispiel mit der Herreinnahme von Saraba in den Schlussminuten den Vorsprung über die Zeit gebracht hätte. Nach dem Ausgleich, dies war deutlich zu sehen, war Geburtstagskind Uwe Dern nicht mehr nach Feiern zumute. Und auf Frank Eulberg wartet jede Menge Arbeit. <fc>
Bilder des Tages

FC Carl Zeiss JENA - FSV Hoyerswerda 2:1

Tore: 1:0 Schwesinger (70.), 2:0 Sugzda (76.), 2:1 Meinhardt (84.)
Jena:
Okrucky; Sugzda; Nowotny, Saraba; Lässig, Treitl, Ceesay (60. Hempel), Holetschek, Hauser; Bozsik (33. Kurbjuweit), Jovic (9. Schwesinger)

Hoyerswerda:
Katzwinkel; Ringel; Schmidt, Baum; Garbe (60.Meinhardt), Haasler, Rettig, Vejprava, Gierich; Weckwerth, Behring (79. Mathiszik)

Zuschauer: 2446

Schiedsrichter: Harlfinger (Walsleben)

Spielbericht:
Siebzig Minuten waren gespielt. Christian Hauser zirkelt einen Freistoß von der rechten Seite in den Strafraum. Ein Jenaer verfehlt, doch der hinter ihm stehende Andreas Schwesinger gewinnt trotz seiner nur ein Meter vierundsiebzig das Kopfballduell und trifft zum 1:0. Spielern wie Zuschauern fiel eine Last von den Schultern.
Über das Geschehene bis dato zu berichten, stellt für einen Jena-Anhänger eine ziemliche undankbare Aufgabe dar. Allzu dürftig war die Leistung der Platzherren bis zu diesem Zeitpunkt. Woran lag's ? War der 6:1-Hinspielerfolg Anlass dafür, den Gegner zu unterschätzen ? Hatte man nicht mitbekommen, dass Hoyerswerda auswärts besser zurecht kommt als daheim, in Dresden, Zwickau. Leipzig gepunktet hatte ? Wirkte Jovics Ausscheiden (Verdacht auf Kreuzbandriss!) derart schockierend auf die Mitspieler ? - "Mensch, das Spiel hat schon angefangen und ihr seid immer noch beim Aufwärmen !", rief Mitte der ersten Halbzeit ein Zuschauer runter aufs Spielfeld. Tatsächlich wirkte der Favorit in seinem Spiel nach vorn behäbig und einfallslos. Kein Vergleich mit der Halle-Partie, wo man es lediglich versäumt hatte, die vielen Chancen zu nutzen. In den ersten 35 Minuten brachte es Jena gegen eine keinesweg stur mauernde Gäste-Abwehr auf gerade mal eine Möglichkeit durchs Ceesays Kopfball. Da konnte Hoyerswerda durch Weckwerts 19-Meter-Schuss noch locker mithalten. Erst der zweite Spielerwechsel brachte Belebung. Vom Feld ging Levente Bozsik. Seine Tagesbilanz: Sieben Aktionen - sieben Mal Fehlpass, verlorener Zweikampf oder missglückter Torschuss. Die erhoffte Verstärkung entpuppt sich immer mehr als Fehleinkauf. Mit seiner permanenten Berücksichtigung in der Anfangsformation tut man dem Ungarn selbst derzeit keinen Gefallen. Der eingewechselte Tobias Kurbjuweit ist da aus anderem Holz: Kaum im Spiel, musste Ringel seinen Schuss mit letztem Einsatz von der Linie kratzen, Sugzda scheiterte anschließend an Kratzwinkel. Vier Minuten später Kurbjuweits Flanke auf den Kopf von Treitl - drüber. Und auch bei Stefan Treitls hundertprozentiger Gelegenheit kurz vor der Pause war Kurbjuweit beteiligt: Sein Hackentrick und der abgeblockte Schuss Schwesingers brachten Treitl in Schussposition, doch zimmerte dieser das Leder freistehend aus sieben Metern per Seitfallzieher über den Kasten. Rein schießen wäre einfacher gewesen. Immerhin vermittelten einem diese Aktionen das Gefühl, man werde an diesem Tag doch noch einen siegreichen FCC erleben.
Zumindest die Hoffnung auf eine ähnlich souveräne zweite Halbzeit wie beim Hinrundenspiel erfüllte sich aber nicht. Nach der Pause verfiel Jena zunächst wieder in den alten Trott. Fehlpässe zuhauf machten ein attraktives Angriffsspiel von vornherein unmöglich. Zudem wurde das Flügelspiel sträflich vernachlässigt. Kein Wunder also, dass der eingangs beschriebene Führungstreffer im Anschluss an eine Standartsituation fiel. Erst danach waren wieder gelungene Spielzüge zu registrieren. Dass freilich Schwesinger nach Doppelpass-Konter mit Kurbjuweit das leere Gästetor nicht traf....nunja. Gedeminas Sugzda machte es besser und besorgte mit schönem Flugkopfball die Entscheidung. Der Überzahl-Angriff mit Meinhardts Schuss ins Dreiangel blieb 'Hoywoys' einzige Gelegenheit in der Schlussphase. So blieb den Zweieinhalbtausend, denen man an diesem Nachmittag einiges zugemutet hatte, wenigstens das große Zittern erspart. <fc>
Bilder des Tages, zusammengestellt von Jens Weißenburger

FC Carl Zeiss JENA - Hallescher FC 1:0

Tore: 1:0 Hauser (64.)
Jena:
Okrucky; Sugzda, Nowotny, Saraba, Treitl, Holetschek, Lässig (61. Schwesinger), Bozsik (63. Kurbjuweit), Hauser, Ceesay, Jovic (80. Quade)
Halle:
Paden; Geidel, Da Luz Teob, M. Kurzeja, Rehmann, Kricke, D. Kurzeja (72. Krause), Lesch, Freund (78. Bothfeld), Stark, Riediger

Zuschauer: 3299

Spielbericht:
Gleich vorweg: Auch wenn der Kampf dominierte (und die Hallenser manchmal ganz schön in die Beine hauten), war es ein interessantes und gutes Oberligaspiel. Das lag auch mit am HFC, der sich nicht - wie so viele Gästeteams vorher im EAS - hinten rein stellte und frei nach Luther nach der Devise "Eine feste Burg ist unsere Abwehr... und vorn verlassen wir uns auf Gott" verfuhr, sondern munter nach vorn spielte. Nicht schlecht präsentierte sich der Block O: 400 Gästefans, die lautstark und noch dazu mit teilweise originellen Texten ihr Team supporteten.
Jena war auf Grund der Ergebnisse der Mitkonkurrenten im Zugzwang und spielte sofort druckvoll nach vorn. Lässig (7. min), Treitl (9.) und Ceesay (11.) versuchten allesamt per Kopfball, die Führung zu erzielen. Dann hatte der Hallenser Keeper einen Blackout und paßte Treitl den Ball direkt auf den Fuß, aber dessen Schuß verfehlte aus 20 m knapp das Tor. Eine Minute später stürmte Lässig, alle Gegner ignorierend, von der Mittellinie diagonal durch die Hallenser Hälfte bis zur Strafraumgrenze, schaffte aber dann nur ein Schüßchen Richtung Tor. Obwohl der HFC immer wieder selbst den Angriff suchte, gab es die erste nennenswerte Chance für die Gäste erst in der 23. min, als alle Jenaer Verteidiger interessiert zuschauten, wie sich 3 Gegner den Ball gegenseitig zuspielten, um aber letztendlich mit dem Schuß knapp das Tor zu verfehlen. Kurz danach war wieder der FCC am Zuge und Ceesays 18-m-Schuß wurde gehalten. In der 32. min flankte Jovic - von dem fast alle gefährlichen Aktionen der ersten Halbzeit ausgingen - auf Treitl, doch Bozsik verpaßt am langen Pfosten die Kopfballablage nur knapp. In der 38. min sahen die 3300 Zuschauer im sonnigen EAS die größte HFC-Chance des gesamten Spiels: nach einer Flanke von rechts, die lange in der Luft war, köpfte Riediger plaziert, aber lasch aufs Tor. Okrucky war hellwach und hatte keine Probleme. Der FCC drängte sofort weiter auf den Führungstreffer noch vor der Pause: Lässig setzte sich rechts an der Grundlinie durch und gibt auf den insgesamt recht unglücklich agierenden Bozsik, der den Ball direkt nimmt und vorbeidonnert. Kurz danach wurde es nach einer Jovic-Ecke gefährlich - jemand (Treitl?) verlängert aufs kurze Eck, der dort parkende Verteidiger klärt jedoch auf der Linie und Bozsiks Nachschuß geht über den Kasten. Fazit zur Pause: starker FCC, viele Chancen, die aber alle nicht genutzt werden konnten, eigentlich hätte man zufrieden sein können, wenn es etwa 2:0 gestanden hätte...
Die zweite Hälfte war nicht mehr so gut wie die erste, es wurde mehr und mehr ein Fußballkampf. Dabei sah es verheißungsvoll aus, als nach einem Jenaer Freistoß die HFC-Abwehr nur eine Kerze fabrizierte und die anschließende Flanke den Weg auf Holetscheks Kopf fand, der leider aus 6-7 m relativ unbedrängt vorbeiköpfte. Die nächste Notiz auf meinem Zettel - außer den beiden Einwechslungen von Schwesinger und Kurbjuweit, die für neuen Schwung sorgten - war die erfreulichste Aktion des gesamten Spiels: 1:0 Christian Hauser! Irgendwie war die Gästeabwehr einmal nicht so wohl sortiert, der Ball kommt von Ceesay (?) zu Hauser, der von der Strafraumgrenze flach ins rechte Toreck trifft. Aber nun mußte es doch laufen, der HFC mußte kommen und Jena hätte riesengroße Räume zum Kontern...Hatten wir auch, trotzdem war Zittern bis zum Schluß angesagt, weil die Chancenverwertung identisch mit der in Halbzeit 1 war. In der 70. min schließt Treitl eine schnellen Angriff völlig überhastet mit einem schwachen Schuß ab. In der 77. kann Schwesingers Schuß nach Zuspiel von Treitl noch zur Ecke geklärt werden, in der 79. min vernascht Kurbjuweit an der Grundlinie seinen Gegenspieler und spielt traumhaft quer vors Tor - Schwesinger und Treitl schlagen jedoch die Einladung zum Tore schießen aus und treten beide am Ball vorbei. In der 83. wehrt Paden einen Schuß Hausers aufs kurze Eck ab. Die tollste Nummer gab es 60 Sekunden später: Jenaer Konter, Schwesinger erwischte den Ball nur noch im Fallen und den Kullerball hätte eigentlich jede Oma gehalten, nur der HFC-Keeper schien ein Loch im Bauch zu haben, der Ball rutschte unter ihm durch und murmelte zum Entsetzen der Jenaer Zuschauer Zentimeter am Tor vorbei. Der HFC warf nun alles nach vorn und die Zuschauer ihre Herzschrittmacher an, denn irgendwie hat man seit Jahren im EAS bei solchen Konstellationen eine ungutes Gefühl. Die letzten 5 Minuten waren ein allgemeines Durcheinander ohnegleichen. Typisch hierfür die letzte Jenaer Chance: Quade verlor den Ball zweimal im gegnerischen Strafraum, setzte immer wieder nach und erstocherte sich den Ball zweimal zurück. Aus 5 m hob er dann aber die Kugel über Keeper und Torlatte hinweg. Der Schiedsrichter strapazierte mit dreieinhalb Minuten Nachspielzeit noch ein wenig die Nerven des Publikums, bevor er mit dem Schlußpfiff für allgemeine Erleichterung sorgte.
Letztendlich ein verdienter Sieg des FCC, auch wenn die Chancenverwertung eine mittlere Katastrophe war. Bester beim FCC: Holetschek, der heute zeigte, daß er schon paar Ligen höher ein Guter war. <uk>
Bilder von Jens Weissenburger

SV Braunsbedra - FC Carl Zeiss JENA 1:4

Tore: 0:1 Schön (24.), 0:2 Treitl (54.), 0:3 Treitl (85.), 1:3 Seemann (88.), 1:4 Quade (90.)
Braunsbedra
Richter; Kmet, Shmidt, Herrmann, Patzner, Stier (27. Schröder), Skupin, Seemann, Linzert (67. Hein), Eichmann, Wichmann (54. Marcelo)
Jena:
Okrucky; Sugzda; Nowotny, Schön; Quade, Ceesay, Treitl, Holetschek, Schulz; Bozsik (70. Förster), Jovic (79. Kurbjuweit)

Zuschauer: 1425

Schiedsrichter: Walter (Zwickau)

Spielbericht:
Sogar in Liga vier gibt es wenige Spiele, bei denen im Vorfeld nicht über Sieg oder Niederlage, sondern nur über die Höhe des Erfolges spekuliert wird. Die Ansetzung SV Braunsbedra gegen FC Carl Zeiss Jena stellte solch eine Rarität dar. Zumindest vom Ergebnis her wurden die Erwartungen der meisten Jenaer Anhänger erfüllt.
Dabei wusste der Favorit in den 90 Minuten, besonders in Hälfte eins nur selten zu gefallen. Dass die beiden etatmäßigen Außen Hauser und Lässig ihre Gelb-Sperre absaßen, kann dabei keineswegs als alleinige Entschuldigung herhalten. Waren doch ihre beiden Vertreter an den drei besten Aktionen der ersten Halbzeit beteiligt. Der Eine, Jörn Schulz, schoss einen Freistoß in Minute 15 zunächst in die Mauer, den zweiten Versuch aber ins linke untere Eck, wo SV-Keeper Richter halten konnte. Vertretung Nummer zwei, Nico Quade, bugsierte das Leder per Freistoß aus 40 Metern Torentfernung in den Strafraum, von wo aus Frank Schön mit einer Kopfball-Bogenlampe der Führungstreffer gelang. Dann war wieder Schulz an der Reihe, der die schönste Kombination des Spiels über drei, vier Stationen mit straffem Schuss abschloss, in Richter aber erneut seinen Meister fand. Gerade hier zeigte sich, wie einfach selbst eine dichtgestaffelte Abwehr wie jene Braunsbedras auszuhebeln ist. Doch mehr als die beschriebenen Szenen gab es nicht zu beklatschen in einer Halbzeit, bei der man sich als Chronist genötigt sieht, zwei Aktionen zu erwähnen, die wegen Abseitsstellungen sowieso nicht gegolten hätten: Einen Schön-Kopfball, der auf der Linie abgefangen wurde und ein Beinahe-Eigentor Patzners. Beide Male war die Fahne oben. Wie bilanzierte doch ein der neutralen Fraktion zuzurechnender Zuschauer sächsischer Herkunft ? "Braunsbedra kann nischt und Jena macht nischt." Tatsächlich hatte man phasenweise den Eindruck, die abwechselnd nach vorn stoßenden Innenverteidiger Nowotny, Schön und Sugzda würden für mehr Impulse sorgen als Mittelfeld und Angriff zusammen. Möglich wurden diese Aktivitäten freilich erst durch die Defensivausrichtung der Einheimischen. Ein Wichmann-Schuss, der zwei Meter am Okrucky-Gehäuse vorbei segelte, war noch deren gefährlichste Aktion vor der Pause.
Sieben Minuten nach Wiederanpfiff allerdings stockte einem dann doch einmal der Atem. Durch einen Abpraller kam der Ball zu Linzert, der geradewegs auf Okrucky zusteuerte, diesen aber nicht überwinden konnte. Bei den Gastgebern wird man jener Gelegenheit bestimmt nachgetrauert haben, denn keine 120 Sekunden später erwies sich Treitl in einer ähnlichen Situation als wesentlich kaltblütiger. Zeugen, die den Passgeber benennen können, werden noch gesucht - jedenfalls traf der freigespielte Mannschaftskapitän mit Schuss am herausstürzenden Richter vorbei zum vorentscheidenden 2:0. Drei Minuten darauf die nächste Chance: Schulz rechts raus auf Sugzda, dessen wohltemperierte Eingabe fliegt so in den Torraum, dass nur noch jemand einzunicken braucht - doch verfehlen mit Quade und Ceesay gleich zwei FCC-Spieler. Stefan Treitls Kopfball nach weitem Pass aus dem Mittelfeld (praktisch eine Kopie des 1:0) und Nico Quades präziser Schuss von der Strafraumgrenze sorgten dann doch noch für eine erwartete Trefferanzahl auf Jenaer Seite. Dass in den namentlichen Erwähnungen nicht ein einziges Mal das Sturmduo auftaucht, ist übrigens kein Zufall. In einem Spiel, in dem die Jenaer fast permanent den Vorwärtsgang drin hatten, tauchte Levente Bozsik völlig ab. Auch der gegen Gotha noch überzeugende Miroslav Jovic erfüllte diesmal die Erwartungen nicht. Bei ihm weiß man allerdings bereits, dass dies am nächsten Spieltag wieder anders aussehen kann.
Nicht unterschlagen werden soll der verdiente Ehrentreffer der Gastgeber, bei dem Seemann einen Konter zum erst fünften Heimtor der SVler in dieser Saison abschloss. Womit ein weiteres 4:1 für Jena perfekt ist. Es scheint, als wollten die FCC-Akteure diesen für die Spendenaktion kreierten Titel noch längere Zeit auf dem Spielfeld weiterführen. - Wir haben wirklich nichts dagegen ! <fc>
Jenas Treffer in den Bildern des Tages

FC Carl Zeiss JENA - SV Wacker 07 Gotha 4:1

Tore: 0:1 Leopold (10.), 1:1 Holetschek (33.), 2:1 Holetschek (52.), 3:1 Hauser (80.), 4:1 Sugzda (84.)
Jena:
Okrucky; Sugzda; Nowotny, Treitl, Schön, Holetschek, Lässig, Hauser, Ceesay (89. Schulz); Bozsik (66. Schwesinger), Jovic (83. Kurbjuweit)
Gotha:
Mähler; Tews; Harnisch ( GRK , 62.), Fuhrmann, Ertmer, Tanz, Busch, Münzberg (80. Nowacki), Otto (81. Iffarth); Gensbügel (67. Gedik), Leopold

Zuschauer: 2488

Spielbericht:
Trotz herrlichstem Frühlingswetter und ungewöhnlich warmen Temperaturen zum Februarbeginn fanden nur 2488 Zuschauer den Weg ins Ernst-Abbe-Sportfeld. Lag es am Ferienbeginn in Thüringen, an der schon oft kritisierten und zu frühen Anstoßzeit oder blieben einige Zuschauer sogar zu Hause, um sich die Hochzeit in Holland im TV anzusehen. Wie es auch sei, sie verpassten einen gelungenen Rückrundenstart der Jenaer.
Bereits nach wenigen Minuten kamen die Gastgeber zu ihrer ersten Tormöglichkeit (5.). Nach einer Flanke von Hauser köpfte Ceesay am Tor vorbei. Man merkte den Jenaern an, dass sie von Beginn an bemüht waren, dem Spiel ihren Stempel aufzusetzen. Doch urplötzlich stand es 0:1. Was war passiert ? Den ersten Angriff der Gäste konnte Schön mit einem Kopfball zunächst noch abfangen, doch nach einer Flanke von Harnisch stand Leopold am langen Pfosten goldrichtig und konnte zur Führung einköpfen. Gotha wurde nun mutiger mit der Führung im Rücken. In der 14. Minute wurde ein Angriff des FCC angefangen - weiter Pass nach vorn auf Gensbügel, und dieser prüfte mit einem beherzten Schuss von halbrechts Okrucky, der gerade noch abwehren konnte. Gut zehn Minuten brauchten die Hausherren, um sich vom Schock des frühen Rückstandes zu erholen. Holetschek versuchte sich nach 26 Minuten mit einem Fallrückzieher, doch Gothas Schlussmann Mähler hatte damit keine Probleme. Jena erhöhte von nun an das Tempo und drängte die Spieler von Wacker in deren eigene Spielhälfte. Nur eine Minute später verfehlte Schön mit einem Kopfball, nach einer Ecke von Hauser, nur knapp das Torgehäuse. In der 33. Minute war es dann endlich soweit: nach einem erneuten Eckball von Hauser köpfte Schön zum besser postierten Holetschek und dieser trifft aus Nahdistanz zum Ausgleich. Wenige Sekunden später lag sogar die Führung für den FCC in der Luft: ein Schuss von Jovic wurde kurz vor der Linie noch abgewehrt und auch der Nachschuss von Jenas Neuzugang Bozsik blieb in den Beinen der Gäste hängen. Lässig verfehlte zehn Minuten vor dem Pausentee noch eine Flanke nur knapp, doch die erhoffte Führung wollte nicht gelingen.
Nach der Pause drängte der FC Carl Zeiss Jena nun auf die Führung. Holetschek scheiterte zunächst noch nach einem schönen Alleingang am Gäste-Keeper (46.), doch in der 52. Minute hatte er Erfolg. Mit einem schönen Kopfball in die linke Ecke erzielte er die vielumjubelte Führung, nachdem Ceesay mustergültig in den Strafraum geflankt hatte. Nach 65 Minuten kam der Kulminationspunkt des Spiels. Harnisch sah nach einem erneuten Foulspiel zurecht die Gelb-Rote Karte. Nach dem anschließendem Freistoß und Kopfball von Sugzda konnte Mähler gerade noch mit den Fingerspitzen klären. Jena versuchte nun mit allen Mitteln, die entgültige Entscheidung zu erzielen. Schwesinger löste in der 66. Minute den Neuzugang Bozik ab, der an diesem Tage noch keine richtige Bindung zum Spiel fand. Aber das Tempo war irgendwie raus. Die Platzherren waren zwar weiterhin bemüht, das Spiel zu kontrollieren, doch es dauerte bis fast zehn Minuten vor Spielende, bis es mal wieder eine Tormöglichkeit gab. Treitl scheiterte (78.) zunächst noch mit einem Kopfball und in der gleichen Minute wurde ein Angriff von Gotha abgefangen, Jovic passte erneut auf Treitl, doch dieser konnte völlig unbedrängt aus kurzer Entfernung das leere Tor nicht treffen. Ein Raunen ging durch das Stadion. Jeder kennt die Fussball-Weisheit, die sagt: "Wer solche Chancen nicht nutzt, muss sich am Spielende nicht wundern, wenn ...". Tor ! Ein Schuss von Hauser aus 17 Metern sorgte in der 80. Spielminute für das 3:1 und für Jubelstimmung und Erleichterung auf den Zuschauerrängen. Kaum hatten alle Fans wieder Platz genommen, nahm Sugzda in der 84. Minute Maß, nachdem Ceesay scheiterte, und erzielte mit einem wunderbaren Volleyschuss aus der Drehung die 4:1 Führung. In der letzten Minute verpassten die eingewechselten Schulz und Kurbjuweit eine erneute Eingabe von Sugzda, und danach war die erste Rückrundenpartie zu Ende.
Was für ein Ergebnis. Nach der ersten Halbzeit konnte noch keiner der Zuschauer nur annähernd denken, dass es am Spielende zu so einem klaren Sieg kommen konnte. Aber nach den Spielanteilen (allein über 10 Eckbälle) und den herausgespielten Chancen ging der Sieg für den FCC an diesem Tage auch in dieser Höhe völlig in Ordnung. <vg>
Bilder vom Rückrundenstart <jw>

FC Carl Zeiss JENA - FC Sachsen Leipzig 1:3

Tore: 0:1 Nemec (31.), 1:1 Treitl (55.), 1:2 Sliskovic (79.), 1:3 Kopunovic (89.)
Jena:
Okrucky; Nowotny; Saraba (80.Hempel), Schön; Lässig, Ceesay (62.Barich), Treitl (80.Schwesinger), Holetschek, Hauser; Kurbjuweit, Jovic
Leipzig:
Eckstein; Nickeleit (RK, 59.); Bauer, Radojicic, Bengs, Schönberg, Sliskovic, Rietschel, Bloß (82. Risch), Nemec (82. Kopunovic), Hänsel (62.Kittler)

Zuschauer: 3106

Schiedsrichter: Fleske (Schönow)

Spielbericht:
Der FC Sachsen kam als letztes Team vor Weihnachten ins EAS und wurde reichlich beschenkt: 2 Tore, 3 Punkte - so was nimmt man doch dankend an.
Zunächst drückte aber der FCC und hatte auch einige Chancen. Jovic' Schuß in der 5. min war aber zu schwach (vielleicht wäre hier eine Ablage auf den rechts laufenden Kurbjuweit besser gewesen) und Kurbjuweits Schuß (10. min) faustete der Leipziger Keeper weg. Dann fand das Spiel ohne größere Höhepunkte zwischen den Strafräumen statt. Nach einem Freistoß beförderten die Gäste den Ball mal per Richtung Okrucky, allerdings 3 Meter zu hoch. Und so griff Nowotny helfend ein: Einen langen, hohen Ball hätte er 25 m vorm Tor gefahrlos in jede beliebige Richtung köpfen können, aber nicht 3 m nach hinten direkt in den Lauf von Nemec. Der schießt und Okrucky - reagierte abwinkend, als ob der Ball weit vorbei ginge - konnte interessiert zuschauen, wie der Ball von seinem rechten an den linken und von dort wieder an der rechten Pfosten prallte, bevor die Kugel ins Netz trudelte. Das war auch die erste und die letzte nennenswerte Angriffsaktion der Leipziger vor der Pause. Der FCC versuchte zwar, vorn gefährlich zu werden, aber es war wie immer in der letzten Zeit schwer, den Hebel im Kopf auf "Volle Kraft voraus" umzulegen. Den ersten Angriff nach dem Gegentreffer schloß Holetschek per Freistoß auf die kurze Ecke ab. Nach 35 Minuten fand Kurbjuweits Eingabe vors Tor keinen Abnehmer und in der 44. min ließ Jovic zwar zunächst seinen Gegenspieler im Strafraum ins leere sausen, wartete dann aber mit dem Schuß eine halbe Sekunde zu lange, so daß sich der nächste Grün-weiße dazwischen werfen konnte.
Nach der Pause zeigte unser Team endlich, daß man gewinnen wollte. Nach einer Ecke gab es Durcheinander im Torraum und Ceesay knallt den zurückspringenden Ball gegen die Lattenunterkante. Weitere Versuche versandeten in der gut stehenden, dichten Sachsen-Abwehr. In der 55. min sinnierte mein Nebenmann auf der Tribüne über lange Pässe, mit denen die Abwehrkette zu knacken wäre und - als ob es auf dem Rasen erhört worden wäre -, gelangt ein langer Ball zu Treitl, der gewinnt mit schnellem Antritt den nötigen Meter Vorsprung und schiebt den Ball von der Strafraumgrenze am herausstürzenden Torwart vorbei ins Netz. Und jetzt zitiere ich Sandhowe, der mir folgenden Satz aus dem mit dem Abpfiff in meinem Kopf im wesentlichen bereits feststehenden Spielbericht gelesen zu haben schien: "Nach dem Ausgleich habe ich geglaubt, das Spiel noch kippen zu können." Jena powerte jetzt richtig los und drückte die Sachsen hintenrein. Nach einer Stunde Spielzeit kam - wieder (!) - ein langer Paß auf Jovic und nach der Notbremse des Verteidigers (er sah "Rot") pfiff der Schiedsrichter und zeigte zunächst Strafstoß an; nach einer Verständigung mit seinem Assistenten verlegte er den Tatort jedoch richtig vor die Strafraumgrenze und korrigierte auf Freistoß (Jovic über die Mauer dem Torwart in die Arme). Etwas später zielte Barich aus 25 m zu hoch (68. min) und in der 72. min verfehlte Holetschek per Freistoß nur knapp das kurze Eck. Im EAS kam da auch richtig gute Stimmung auf und Leipzig wäre zu jenem Zeitpunkt heilfroh über den Abpfiff gewesen. Aber dann war es Okrucky, der in der 79. min Weihnachtsmann spielte (Hatte er zuviel Spiele von Fabian Barthez gesehen?) und erst den Abwurf genau dem Gegner vor die Füße warf und dann viel zu übereifrig dem Leipziger entgegenrannte, so daß dieser keine Probleme hatte, das verwaiste Tor zu treffen. Der Weg zum Tor war für den Torschützen noch weit und der Winkel gar nicht so günstig... - warum bleibt Okrucky nicht drin und wartet auf die Hilfe der Mitspieler? Jena warf nun alles nach vorn, Sandhowe wechselte entsprechend ein. Einen Freistoß Holetscheks wehrte der Torwart zur Ecke ab, aus dem anschließenden Gewühl springt der Ball zurück, Hempel donnert drüber. Und dann kam es so, wie sich das schon hundertmal in Fußballstadien abgespielt hat: die einen (Jena) stürmen vergeblich, die anderen (Leipzig) machen einen Konter und das dritte Tor. Dies war die einzige richtig selbstarrangierte Angriffsleistung des FC Sachsen im gesamten Spiel. Der Rest: Weihnachtsgaben des FCC. Jürgen Raab sprach in der Pressekonferenz folgerichtig von dem "Quentchen Glück", daß den Ausschlag gab.
Fazit zur Saisonhalbzeit: In den letzten Spielen gewann der FCC lediglich einmal und holte nur 7 Punkte - zuwenig, um Spitzenreiter zu sein. Es ist also höchste Zeit, daß Winterpause ist. Aber: In der 1. Halbserie hat sich der FCC - ebenso wie 3 andere Vereine - eine gute Ausgangsposition geschaffen - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Also brauchen wir einen langen Atem in der Rückrunde.
P.S. Nach dem sonst vielen (berechtigten) Gemecker über die Unparteiischen will ich die drei Herren in den gelben Trikots ausdrücklich loben. Zumal es nicht alltäglich ist, daß erst Elfmeter entschieden und dann auf Freistoß abgeändert wird. Auch wenn es zu unseren Ungunsten war, es war korrekt. <uk>
Die erste Heimpleite bildlich festgehalten
Spielbericht auf www.sachsen-leipzig.de

FSV Zwickau - FC Carl Zeiss JENA 1:1

Tore: 1:0 Marcetic (75.), 1:1 Schwesinger (84.)
Zwickau:
Mewes; Wagner; Düring, Findeisen; Kramer, Köcher, Krauß, Gumprecht, Shubititze (78. Troche), Gerloff; Arzt (52. Marcetic), Schmidt
Jena:
Okrucky; Sugzda; Nowotny, Schön; Lässig, Treitl, Holetschek, Hempel (56. Barich), Hauser; Kurbjuweit (69. Schwesinger), Jovic (88. Ceesay)

Zuschauer: 1910

Spielbericht:
Passend zur Automobilstadt Zwickau fuhr ein Teil der Jenaer Fans diesmal im Autokorso zum Auswärtsspiel. Rund 40 Fahrzeuge näherten sich auf diese Art über die A4 dem Westsachsenstadion. Spätestens, als die Kolonne mehrspurig fernab der Höchstgeschwindigkeit fuhr, dürfte auch der letzte Fußballmuffel auf der Autobahn mitbekommen haben: Hurra, hurra, die Jenaer sind da !
Die erste Gelegenheit im Spiel ergab sich für die Gastgeber nach einer Minute, als der Ball durch den Strafraum flatterte und Zwickaus Nummer fünf übers Tor schoss. Derartige Szenen sah man mehrmals in der Anfangsphase; Jenas Abwehr ließ den Gegner an der langen Leine, welcher einige Male mit Einzelaktionen vors Tor kam, dort aber zu harmlos agierte. Der Tabellenführer begann erst in Minute 18, torgefährlich zu werden: Pass von Lässig in die Spitze auf Jovic, dessen Schuss am Torwart, leider aber auch am langen Pfosten vorbei segelte. Zu einem Zeitpunkt, als die Zeiss-Akteure das Geschehen im Griff zu haben schienen, ergab sich für den FSV die größte Chance der ersten Hälfte. Der agile Shubititze flankte von der rechten Seite, Schmidt kam aus 8 Metern frei zum Schuss, scheiterte an Okrucky (28.). Shubititze (einen solchen Antreiber hatte das Jenaer Mittelfeld an diesem Tage nicht zu bieten !) bereitete auch die letzte Chance in Hälfte eins vor: Diesmal prüfte Arzt den Jenaer Schlussmann, der das Leder mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte (42.).
Lust und Frust für die Jenaer Schlachtenbummler während der Pause. Riesas Führung gegen die Dresdner Dynamos erzeugte selbstverständlich Jubel. Unmut gab es dagegen am einzigen Imbiss-Stand am Gästeblock, denn wer nicht einen der ersten zehn Positionen in der Schlange ergattert hatte, verpasste den Anstoß zur zweiten Hälfte und Kurbjuweits Riesenchance. Bei dieser hatte "Kurbel" auf der rechten Strafraumseite plötzlich keinen Feldspieler mehr vor sich. Hätte er doch nur ein einziges Mal aufgeblickt, ihm wäre klar geworden, dass ein Lupfer über den herausstürzenden Torhüter das richtige Mittel gewesen wäre. Mit permanentem Blick auf den Ball schoss Kurbjuweit Mewes an. Darüber hinaus kann man den Jenaern aber weiß Gott nicht vorwerfen, keinen Blick für den Nebenmann zu haben ! Im Gegenteil, in der zweiten Halbzeit übertrieben sie es mit den Zuspielen im gegnerischen Sechzehner. Wenn sich beispielsweise in Minute 59 Hauser, Barich und Kurbjuweit in guter Schussposition befinden, jedes Mal aber nur quer spielen, sind die hinter dem Zwickauer Tor befindlichen 400 Gästefans der Verzweiflung nahe. Die Überlegenheit Mitte der zweiten Hälfte erwies sich somit als nicht gewinnbringend. Eine Viertelstunde vor Schluss drohte sogar die totale Pleite. Wieder war Shubititze beteiligt, mit der Schuhspitze lieferte er die Vorlage zum Treffer von Marcetic, bei dem die Jenaer Innenverteidigung ziemlich alt aussah. Da Dynamo in Riesa inzwischen ausgeglichen hatte, drohte nun der Verlust der Tabellenführung. Verzweifelt berannte der FC Carl Zeiss in den folgenden neun Minuten das FSV-Gehäuse - und machte aus null Chancen ein Tor. Denn der Schuss von Andreas Schwesinger aus 24 Metern war alles andere als unhaltbar, rutschte dem FSV-Keeper quasi durch die Hosenträger. Was Schwesingers Erfolg allerdings nicht schmälern soll, hatte doch endlich mal einer etwas riskiert. Zudem war es das erste Joker-Tor eines eingewechselten Spielers seit langem. Bei Frank Schöns Kopfball zwei Minuten später ins kurze Eck war sogar noch mehr möglich. Es blieb am Ende jedoch beim verdienten Unentschieden.
In Zwickau bestätigte sich ein weiteres Mal: Dies ist längst nicht mehr jene souveräne Zeiss-Elf aus den September-Wochen. Dass sie es dennoch aus eigener Kraft schaffen kann, an der Tabellenspitze zu überwintern, sollte Ansporn genug sein für das letzte Punktspiel des Jahres 2001. <fc>
Bilder des Tages <jw>

FC Carl Zeiss JENA - VfB Zittau 3:0

Tore: 1:0 Jovic (1.), 2:0 Sugzda (7.), 3:0 Kurbjuweit (70.)
Jena:
Okrucky, Sugzda, Nowotny, Saraba, Schön, Treitl (73.Barich), Lässig (61.Schwesinger), Hempel (79.Ombola), Hauser, Kurbjuweit, Jovic
Zittau:
Pöschmann, Meißner (86.Pitar), Sorm, Novak, Uhlig, Simek, Galbavny (59.Pigorsch), Jeseta, Hovorka, Sturm (68. Wehnert), Vokal

Zuschauer: 1464

Spielbericht:
FC Carl Zeiss Jena- VFB Zittau 3:0, Saison 2001/02 Nichts für Zuspätkommer. Wer am Samstag die ersten zehn Minuten verpaßte, hätte sich auch die gesamte erste Halbzeit sparen können. Zwei Schüsse der Zittauer, von denen Okrucky den ersten nach einer reichlichen Viertelstunde übers Tor lenkte, und ein ebenso gefährlicher Schuß von Jovic nach 23 Minuten, den der Zittauer Torwart ebenfalls parierte. Mehr war da nicht. Jena feldüberlegen aber zu kompliziert und einfallslos, Zittau um Schadensbegrenzung bemüht. Schadensbegrenzung deshalb, weil da ja noch die ersten zehn Minuten waren. Und in denen lies Jena keinen Zweifel daran, wer den Platz als Sieger verlassen würde.
Los ging´s gleich mit dem Anpfiff. Kurbjuweit erkämpft sich gleich den Ball von den vertrieften Zittauer Stürmern und schiebt ihn auf den in die Spitze gelaufenen Jovic. Der umkurvt noch den Zittauer Tormann und schiebt zum 1:0 ein. Bis dahin waren keine zehn Sekunden gespielt. Ach, wenn es doch immer so wäre! Doch damit noch nicht genug. Fünf Minuten später tritt Hauser einen Freistoß von der rechten Seite. Den abgewehrten Schuß von Treitl nimmt Sugzda auf und schießt ihn aus 16 Metern plaziert in die linke untere Torecke. 2:0 bei 100%iger Chacenauswertung!
Was folgte habe ich bereits eingangs niedergeschrieben und war schlichtweg langweilig. Nach der Pause, auf die ich später noch kurz eingehen möchte, spielte nur noch Jena. Zittau kam zu keiner nennenswerten Chance mehr und das 3:0 war nur noch eine Frage der Zeit. Jovic leitete die erste gute Möglichkeit ein. Er setzte sich auf der linken Seite schön durch und flankte von der Grundlinie auf den mitgelaufenen Kurbjuweit, welcher den Ball am Tor vorbeiköpfte. Fünf Minuten später scheiterte Hempel mit einer Direktabnahme am Zittauer Schlußmann. Die nächste Chance sollte aber endlich das ersehnte dritte Tor bringen. Der Linienrichter lies bei einem abseitsverdächtigen Paß auf Kurbjuweit die Fahne unten und blieb sich damit selbst treu, generell die falsche Entscheidung zu treffen (in diesem Punkt nahm er sich übrigens nichts mit seinem Kollegen auf der anderen Seite). Kurbjuweit, der in meinen Augen der beste Spieler auf dem Platz war, bedankte sich und vollendete überlegt zum Endstand. Danach schaukelte Jena das Kind sicher nach Hause und feierte nach vier sieglosen Spielen endlich wieder einen Punktedreier. Wurde aber auch Zeit, zumal Dresden und Plauen auch alles richtig gemacht haben.
Der Sieg geht fraglos, auch in dieser Höhe, voll in Ordnung, ohne daß sich Jena ein Bein ausgerissen hätte. Gegen stärkere Mannschaften wird es mit Sicherheit schwer, mit dieser Leistung zu gewinnen, ohne alles gleich wieder schlechtreden zu wollen. Nicht erst schlechtreden braucht man hingegen die Stimmung im Stadion, denn die war einfach mies. Ganze 1400 Zuschauer fanden den Weg zum Spiel. Sicherlich ist Zittau nicht gerade der Gegner, der Heerscharen von Fans aus den heimischen Sesseln lockt, noch dazu bei solchem Wetter. Trotzdem war das am Samstag ein wenig traurig, woran es auch immer gelegen haben mag.
Bemerkenswert war letztlich auch noch die Halbzeitpause, in der es sich der Fanclub Saale-Holzland Power 2000 nicht nehmen lies, neben 2000 DM auch reichlich kritische Worte in Richtung Mannschaft und Aufsichtsrat loszuwerden. Der Beifall von den Rängen war eindeutig und sollte den Verantwortlichen in Jena vielleicht zu denken geben. Das anschließend ganz offiziell von Manipulation innerhalb der Liga gesprochen, und damit bezug auf die Sponsorenverpflichtungen der Sportwelt genommen wurde, nur so am Rande. <bpf>
Das schnellste Tor der Vereinsgeschichte und weitere Fotos

FC Carl Zeiss JENA - VFC Plauen 0:0

Tore: Fehlanzeige
Jena:
Okrucky; Sugzda; Saraba, Schön (68. Kurbjuweit); Lässig, Ceesay, Nowotny, Treitl, Holetschek, Hauser (81. Ombola); Jovic (85. Schwesinger)
Plauen:
Golle; Krasselt, Richter GRK , 62.), V. Berger, G. Berger, Hölzel, Schulze, Gemazaszvili (49. Pannach, 83. Fahrenholz); Curri (RK , 37.), Spranger (54. Dashi), Zapyshnyi

Zuschauer: 4340

Spielbericht:
Wenn der FC Carl Zeiss Jena auf den VFC Plauen trifft, sind Ergebnis-Tipper mit einem Unentschieden in der Regel gut beraten, so auch diesmal. Wobei es eigentlich aus Gastgebersicht zu keiner Punkteteilung hätte kommen dürfen.
Mit einer gegenüber der ersten Halbzeit von Dresden-Nord verbesserten Einstellung drängte der FCC auf ein frühes Tor. Ein Lässig-Schuss in der 2. Minute wurde ins Toraus abgefälscht. Den fälligen Eckball köpfte Frank Schön in die Maschen, der Treffer fand jedoch wegen Torwartbehinderung keine Anerkennung. Tatsächlich war Schön dem Plauener Schlussmann Golle in dessen Torraum sehr nahe gekommen, insofern war die Entscheidung sicherlich korrekt. Mehrmals nicht korrekt dagegen der Einsatz einiger Plauener Akteure schon in den Anfangsminuten. Ihr Trainer Rene Müller war am Spieltag in der Presse mit den Worten zitiert worden, man müsse sich bei den Jenaern "auf eine überharte Zweikampfführung einstellen" und hatte seine Mannen offenbar eingeschärft, sich nicht den Schneid abkaufen zu lassen. Die Folge war eine zuweilen überharte Zweikampfführung der Gäste. Trauriger Höhepunkt einer an Nickligkeiten reichen ersten Hälfte war die klare Tätlichkeit Curris an Holetschek, nachdem dessen ungestüme Aktion im Plauener Strafraum bereits abgepfiffen worden war. Nein, der Referee hatte wahrlich kein leichtes Amt übernommen, machte seine Sache alles in allem aber nicht schlecht. Die erste gelbe Karte zog er gerade noch zur rechten Zeit (9. Minute), um die Gemüter vorrübergehend etwas zu beruhigen. Sie war ebenso berechtigt wie nachfolgende Karten, darunter die fünfte Verwarnung für Jenas Kapitän Holetschek wegen dessen Foul im Bereich der Eckfahne. Bei den Gästen überraschte, dass sie entgegen vieler Vorhersagen nicht stur mauerten, sondern sogar mit zehn gegen elf ihr Heil in der Flucht nach vorn suchten. Zapyshniys 25-Meter-Schuss aus der siebenten Minute blieb aber ihre einzige Tormöglichkeit. Jena hatte einen Freistoß Holetscheks (10.), den feinen 17-Meter-Schuss Ceesays (31.) und einen Hauser-Kopfball (40.) entgegen zu setzen. Schlecht sah das alles nicht aus, allerdings brachte man es nicht fertig, den Gegner mal über mehrere Minuten hinweg kontinuierlich unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu verleiten. Ein Manko im Jenaer Spiel, dass sich nach der Pause auf noch fatalere Weise offenbaren sollte.
Auch Hälfte zwei begann turbulent. Holetschek marschierte nach fünfzig gespielten Minuten in den gegnerischen Strafraum, seine Ablage schnappte Jovic dem heranstürmenden Treitl weg, Ceesays Schuss dann zu hoch. Keine zwei Minuten später nahmen Saraba, Hauser, Holetschek und der diesmal offensiv eingestellte Nowotny nacheinander Maß - kein einziger traf ins Netz. Die Führung schien zu diesem Zeitpunkt dennoch nur eine Frage der Zeit; erst recht, als sich der VFC weiter selbst dezimierte: Im Laufduell mit Jovic auf der rechten Seite zerrte, hielt und klammerte Richter so lange, bis es dem Schiri und seinem Assistenten zu viel wurde. Die Gäste fortan nur noch zu neunt. Nun sollten die Fronten doch eigentlich geklärt sein, oder nicht ? So paradox es klingen mag - der zweite Feldverweis brachte die Jenaer aus ihrem Konzept. Zumal sich der Gegner, wer wollte es ihm verdenken, nun doch komplett hinten rein stellte. Phasenweise ergab sich dabei ein Bild wie beim Handball. Die verteidigende Mannschaft steht komplett am Kreis. Die Angreifer gruppieren sich am Strafraum und drum herum. So etwas hätte für die stürmende Elf funktioniert, wenn sich die Akteure in vordester Front ihrer Bewachung geschickter entzogen hätten, dem Ball auch mal entgegen gelaufen wären. Die Realität sah anders aus. Da die Aufbauspieler kaum eine Anspielaktion fanden und das Spiel über die Außen unzureichend funktionierte, blieb oftmals nur Quergeschiebe des Balles oder hohe Flanken, die meist zur sicheren Beute des Plauener Keepers wurden. Wenn sich darüber hinaus ein Miroslav Jovic im Strafraum fallen lässt, obwohl er bereits an seinem Gegenspieler vorbei und von diesem nur leicht berührt worden war, bringt sich der Spitzenreiter selbst um seine Chancen. Diese waren gegen Ende der Partie so reichlich nämlich nicht mehr vorhanden. Ein Jovic-Schuss aus der Drehung blieb am Bein eines Abwehrspielers hängen (73.), Hauser ließ Golles einzige Unsicherheit ungenutzt (79.), Holetschek scheiterte aus 16 Metern Sekunden vor dem Schlusspfiff. Die Plauener erkämpften sich ein 0:0 und waren an diesem Tage der moralische Sieger.
Ihr Anhang sah das genauso. Gut und gern 700 Vogtländer hatten sich auf den Weg nach Jena gemacht. Als es nach zwei Feldverweisen brenzlig wurde, standen sie wie eine Mauer hinter ihrer Elf und lieferten einen 1A-Auswärtssupport ab. Den Jenaer Zuschauern (die angestrebte Zahl von 5000 wurde unverständlicherweise klar verfehlt) merkte man dagegen ihre Fassungslosigkeit an. Bessere Voraussetzungen, sich mit einem Sieg in der Tabelle wieder etwas Luft zu verschaffen, als am Sonnabend mit Elf gegen Neun kann es eigentlich kaum geben. <fc>
Bilder des Tages von Jens Weißenburger
Ausführlicher Spielbericht auf der offiziellen VFC-Seite
Spielbericht auf der VFC-Fanpage
Erlebnisbericht der Lokalmatadore

FV Dresden Nord - FC Carl Zeiss JENA 2:1

Tore: 1:0 Kühne (29., Foulelfmeter), 2:0 Kühne (89.), 2:1 Treitl (90.)
Dresden:
Jovanovic; T.Gaunitz; Moses (46. Georgi), Kostadinev, Böhme, Scholze, Soltau, Kühne; F.Gaunitz (72. Jugo); Hentschke, Hauswald
Jena:
Okrucky; Sugzda; Nowotny, Schön (71. Schwesinger); Lässig (71. Ceesay), Hauser, Barich, Holetschek, Treitl, Hempel (59. Mydlo); Jovic

Zuschauer: 850

Schiedsrichter: Lüpp (Zossen)

Spielbericht:
Die Zeichen standen eigentlich gut. Nachdem die Gothaer am Vorabend mit einem Remis beim ärgsten Verfolger Dynamo Dresden wacker einen Punkt erkämpften, hätte man die Scharte des Heim-Unentschiedens gegen Chemnitz wieder auswetzen und den alten 5-Punkte-Abstand auf die Dynamos wiederherstellen können. Gelungen ist das Gegenteil, Jena steht nach der ersten Saisonniederlage beim FV Dresden Nord nur noch aufgrund des besseren Torverhältnisses an der Spitze der Oberliga Süd.
Zuzuschreiben hat sich die Elf von Wolfgang Sandhowe dies weitestgehend selbst, denn wie schon in den beiden Spielen zuvor konnten beste Chancen nicht genutzt werden. Jena begann im Gegensatz zum Chemnitz-Spiel ohne Schulz, Schwesinger und Quade, dafür kehrten der jedoch noch nicht voll wiedergenesene Olaf Holetschek, der in der ersten Halbzeit überzeugende Sebastian Barich und nach seiner Sperre auch Thomas Lässig zurück ins Team. Die Gäste versuchten den Gegner von Anfang an unter Druck zu setzen, richtig gefährlich wurden jedoch zunächst nur die Nordler, die nach einer Viertelstunde mit einem Pfostenschuss nach Okrucky-Patzer das erste Achtungszeichen setzten. Besonders der quirlige Hauswald stellte die FCC-Verteidigung vor Rätsel, war kaum in den Griff zu bekommen. So war es kaum verwunderlich, dass ausgerechnet er Ausgangspunkt für die zu diesem Zeitpunkt nicht unverdiente Führung war, als er mit einer üblen Schwalbe den Grundstein für Kühnes Elfmetertreffer legte. Mit Wut im Bauch wäre fast im Gegenzug der Ausgleich gelungen, als Dirk Hempel den Ball zwar an Nord-Keeper Jovanovic mustergültig vorbeischieben kann, jedoch nur den Pfosten trifft. Weitere Möglichkeiten folgten, jedoch war den Gästen die große Verunsicherung anzumerken. Erstmals in dieser Saison ging es mit einem Rückstand in die Kabinen, zum Leidwesen der trotz der Vorkommnisse vom Spiel bei Dynamo Dresden immerhin 200 mitgereisten Anhänger. Sicherheitsbedenken waren zumindest für die Gästefans jedenfalls unbegründet, mit einem separaten Gästeeingang und geordnetem Abgang nach dem Spiel schienen die Sicherheitskräfte aus dem Debakel 3 Wochen zuvor gelernt zu haben. Lediglich das Trainerduo bekam das Gewaltpotential der die Ortsnachbarn lautstark unterstützenden mehreren hundert Dynamo-Anhänger zu spüren, als man mit Feuerwerkskörpern beworfen wurde. Unschöne Szenen, in Dresden leider Normalität. Normal ist im Fußball auch, wenn eine zurückliegende Mannschaft sich aufbäumt, und das taten die Zeiss-Kicker nach dem Wiederanpfiff. Müßig, die vielen Chancen aufzuzählen, ebenso müßig die Absender selbiger - jeder durfte einmal links neben, rechts neben, knapp über das Gehäuse schießen, oder in die Arme des überragenden Jovanovic. Wolfgang Sandhowe wechselte Manndecker Schön und Außenverteidiger Lässig aus und brachte mit Schwesinger und Ceesay zwei Offensivkräfte - ohne Erfolg. Hingegen stießen die überfallartig vorgetragenen Angriffe der konterstarken Gastgeber immer öfter in die entblößte Hintermannschaft des FCC. Als fünf Minuten vor Schluß der immer wieder anpeitschende Stefan Treitl nur die Latte trifft, war fast abzusehen, dass der FC Carl Zeiss an der Wurzener Straße seine erste Saisonniederlage quittieren muss. Besiegelt wurde das Schicksal wiederum durch einen folgenschweren Pfiff des vollkommen überforderten Schiedsrichters, der Sugzdas lupenreines Ballwegspitzeln mit Freistoß an der Strafraumgrenze ahndete. Kühnes Schuss wurde noch abgefälscht und ließ Okrucky alt aussehen, 2:0 in der Schlussminute. Das an diesem Tag vereinte Fußball-Dresden feierte, daran konnte auch Stefan Treitls Anschlusstreffer in der Nachspielzeit nichts mehr ändern. Spiele wie diese werden in der Psyche entschieden, und von dem Selbstvertrauen, welches unsere Mannschaft lange Zeit auszeichnete scheint einiges abhanden gekommen. Genau hier gilt es für Wolfgang Sandhowe bis zum Spitzenspiel gegen den punktgleichen Verfolger aus Plauen zu arbeiten, dann haben wir vielleicht auch wieder das Glück, was in Dresden so fehlte. <Gunner>
Bilder des Tages <jw>
Kurzbericht auf der FV-Homepage

FC Carl Zeiss JENA - VfB Chemnitz 0:0

Tore: Fehlanzeige
Jena:
Okrucky, Sugzda, Nowotny, Treitl, Schön, Quade (76. Ombola), Schulz (33. Barich), Hempel (60. Mydlo), Hauser, Schwesinger, Jovic
Chemnitz:
Fröhlich, Büttner (65. Gläser), Laudeley, Papp, König, Müller (64. Dietrich), Pafel (78. Kretschmer), Schöler, Großmann, Gjinali, Weizel

Zuschauer: 2447

Schiedsrichter: Schweinefuß (Rieder)

Spielbericht:
Erster kontra Vorletzter - vom Tabellenstand her betrachtet eigentlich eine klare Sache für die Zuschauer im Ernst-Abbe-Sportfeld. Doch wie es so häufig ist: es kommt anders als man denkt.
Bei schönstem herbstlichen Wetter kamen 2447 Zuschauer am Sonnabend zum sechsten Heimspiel des FCC, um einen klaren Sieg der Hausherren zu sehen. Doch leider wurde daraus nichts. Der VfB Chemnitz versteckte sich nicht und kam bereits in der zweiten Minute durch einen Fernschuss von König zu seiner ersten Tormöglichkeit. Doch das sollte es bereits mit den Angriffsbemühungen der Gäste in der ersten Halbzeit gewesen sein. Die erste große Aufregung herrschte in der achten Minute, als Jovic im Strafraum elfmeterreif gefoult wurde und der Pfiff des Unparteiischen ausblieb. Von nun an versuchte der FCC das Spiel zu kontrollieren, ohne jedoch selber zu größeren Tormöglichkeiten zu kommen. Quade versuchte sich in der 22. Minute mit einem Schuss, doch Torwart Fröhlich konnte den Ball noch zu Ecke klären. Die Platzherren taten sich sehr schwer im Spiel nach vorn und fanden keine geeigneten Mittel, die dicht gestaffelte Abwehr des VfB zu überwinden. Der Ball wurde im Mittelfeld hin und her geschoben und keiner wollte so richtig die Initiative ergreifen. Das Fehlen des grippeerkrankten Mittelfeldmotors Olaf Holetschek merkte man dem Spielfluss deutlich an. Keiner konnte die Rolle des Spielmachers übernehmen. So kam Jena zwar noch zu einigen Tormöglichkeiten vor der Pause durch Jovic (28.) und zweimal Schön (33./ 44.), ohne den Gegner jedoch in arge Bedrängnis zu bringen. In der 33. Minute wurde Jörn Schulz mit Verdacht auf einen Bänderriss ausgewechselt. Eine Minute vor dem Pausentee wurde unter einem gellenden Pfeifkonzert der Zuschauer Jenas Trainer Sandhowe wegen angeblicher Beleidigung des Schiedsrichter-Assistenten auf die Tribüne verbannt. (Er hatte sich bei dem Linienrichter zweimal über Fehlentscheidungen beschwert, worauf er ihn verwarnte. Darauf antworte Sandhowe: "Ich glaube, es ist ein schlechtes Schiedsrichtergespann." Der Platzverweis wurde im allgemeinen als übertrieben angesehen.) Kurz darauf wurde die erschreckend schwache erste Halbzeit abgepfiffen.
Nach dem Seitenwechsel merkte man dem FCC an, doch ein wenig entschlossener den Torabschluss zu suchen und den Angriffsdruck zu verstärken. Die Chancen ergaben sich daraus im Minutentakt (Quade 47., 49./ Treitl 49. / Barich 51.). Aber das ersehnte Führungstor wollte einfach nicht fallen. Die Gäste aus Chemnitz standen zu gut in ihrer Defensive, jedoch in der Offensive ohne Wirkung. Torwart Okrucky hatte während der gesamten Spielzeit keine einzige gefährliche Situation zu meistern. Eine halbe Stunde vor Spielende löste David Mydlo den an diesem Tage ganz schwachen Hempel ab, um den Angriffsdruck noch mehr zu erhöhen. Doch auch der Wechsel brachte keine sichtliche Verbesserung im Spiel. Der Angriffsschwung der ersten Minuten der zweiten Halbzeit war vorbei und der Ball wurde im Mittelfeld erneut konzeptlos hin und her gespielt. Unmut unter den Zuschauern machte sich breit. Treitl rappelte sich auf, doch sein Schuss in der 65. Minute, nach einem Querpass von Hauser in den Rücken der Abwehr, landete genau in den Armen des Gäste-Keepers. Nowotny sorgte nur 60 Sekunden später noch einmal für Gefahr, doch auch seine scharfe Eingabe von rechts in den Strafraum fand keinen Empfänger, um die Führung zu erzielen. Die größte Möglichkeit besaß Manndecker Frank Schön fünf Minuten vor Ultimo, doch sein Kopfball prallte nur gegen die Querlatte. Wenige Minuten später erlöste der Schiedsrichter alle Zuschauer.
Alles in allem war es gut, dass dieses verkorkste Spiel zu Ende war. Chemnitz hatte das Optimum für sich herausgeholt und Jena verlor in einem wichtigen Spiel zwei wertvolle Punkte. Es war für alle Zuschauer erschreckend zu beobachten, wie sich das Fehlen von Holetschek und Lässig bemerkbar machten. <vg>
Bilder des Tages von Jens Weissenburger

1. FC Dynamo Dresden - FC Carl Zeiss JENA 0:0

Dresden:
Kresic; Paulus, Oppitz, Dabac; Petrowsky, Csik, Wagefeld (74. Neubert), Anyanwu, Heidrich; Koslos, Hähnge
Jena:
Okrucky; Sugzda; Nowotny, Schön; Lässig (GRK, 68.) Barich (71. Förster), Treitl, Holetschek, Hempel (86. Quade), Hauser; Jovic (77. Schwesinger)

Zuschauer: 12241

Schiedsrichter: Richter (Berlin)

Spielbericht:
[heute von unserem Gastreporter Ragnar Bödefeld]
Dass es sich um ein Spitzenspiel handelte, konnte man vorher in Medien vielfach lesen. Auch, dass schätzungsweise 1000-1500 Jena-Fans nach Dresden kommen wollten (letztendlich waren es 1000). Irgendwie hatte man das in Dresden aber verschlafen und nur zwei der vier Kassenhäuschen am Gästeblock geöffnet, so dass aus der Stunde, die wir vor Spielbeginn am Stadion waren, schließlich magere zehn Minuten wurden, bis wir endlich drin waren. Genug aber, um noch etwas von der Stimmung vor dem Spiel im Stadion mitzubekommen. Viele der Gäste schafften es nicht mehr rechtzeitig, weswegen das Spiel mit zehn Minuten Verspätung angepfiffen wurde.
Beiden Mannschaften merkte man vom Start weg an, dass sie großen Respekt voreinander hatten. Zahllose kleine Nickligkeiten auf beiden Seiten führten zu ständigen Spielunterbrechungen durch den recht planlos pfeifenden Schiedsrichter Richter. Wenigstens waren seine Freistoß und sonstigen Pfiffe insgesamt einigermaßen gerecht verteilt, auch wenn die mitgereisten Jenaer Fans mitunter ob der offensichtlichen Fehlentscheidungen vor Wut kochten. Die allgemeine Stimmung im Jenaer Fanblock und das Wetter hatten ansonsten eines gemeinsam: sie waren gut.Jena kam in der 6. Minute das erste Mal gefährlich vor's Tor, als ein Zuspiel in die Spitze von Treitl fast genutzt werden konnte, Kresic konnte gerade noch klären. Dresden wirkte leicht feldüberlegen, ohne zu zwingenden Chancen zu kommen - mit einer Ausnahme: Hähnge tauchte in der 10. Minute allein vor Okrucky auf, setzte aber den Lupfer auf das Tor; viel fehlte wahrlich nicht. Dass wir damit die dickste Chance der Heimmannschaft schon überstanden hatten, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Gefährlich für Jena wurde es immer dann, wenn Dresden über die rechte Jenaer Abwehrseite kam. Dort offenbarten sich zumindest in der ersten Halbzeit deutliche Abstimmungsprobleme, die schon im Mittelfeld begannen. Nach einem solchen Dresdner Angriff schloss Koslov in der 16. Minute mit einem Schuss aus ca. 20 Metern ab, der Ball ging deutlicher über's Tor, als es Okruckys Flugeinlage vermuten ließ. Zwei Minuten später traf ein Kopfball von Csik das Jenaer Außennetz. Bis kurz vor die Pause blieben Chancen Mangelware, ohne dass das Spiel dadurch langweilig wirkte. In der 44. Minute war Holetschek mit einem Mal nach schnellem Konter auf der linken Seite auf und davon und zog aus 16 Metern Entfernung ab, der Ball knallte aber leider an den langen Pfosten und flog von da Kresic in die Arme. Letzterer war wohl vorher noch mit den Fingerspitzen dran.
In der Halbzeitpause sorgte eine von Dresdner Fans organisierte Pyroshow für etwas Abwechslung und dichten Nebel. Auf dem Spielfeld tat sich kurz danach erstmal nicht viel, beide Seiten waren deutlich sichtbar auf die Sicherung des 0:0 eingestellt. In der 60. Minute hatte der FCC die Möglichkeit, im Spiel zwei gegen zwei einen Konter erfolgreich abzuschließen, der finale Pass war aber so schlecht, dass wir glatt vergaßen, die Namen der Beteiligten zu notieren. Von Dynamo war vorerst nichts Gefährliches zu sehen, auch die Abstimmung auf der rechten Abwehrseite des FCC passte jetzt etwas besser. In der 65. Minute muss Hauser auf einem Maulwurfshügel gestanden haben, anders ist nicht zu erklären, warum er nach Flanke Jovics von rechts nicht für einen Kopfballversuch sprang. Irgendwo in unserer Nähe fiel das Wort Balletttänzer... Dann die 69. Minute mit der Gelb-Roten von Lässig. Schwer zu sagen, ob das Ding berechtigt war. Wenn es nur um wiederholtes Foulspiel ging (das war die offizielle Begründung), dann gab es auf dem Platz auch andere Kandidaten, und die beileibe nicht nur auf Jenaer Seite. Damit hatte der Schiri ein Zeichen für die letzten zwanzig Minuten gesetzt. Dresden musste jetzt angreifen und tat das auch. So sehr, wie die Dresdner jetzt drängten - richtig zwingend sahen ihre Angriffe weiterhin nicht aus, es endete meist in hohen Bällen nach vorn oder in Flanken, die für Okrucky kein Problem darstellten. Nur einmal kam es zu Verwirrung, als der Ball in der 78. Minute quer durch den Jenaer Strafraum trudelte, dann aber gesichert werden konnte. Der eingewechselte Schwesinger brachte in den letzten zehn Minuten etwas Entlastung nach vorn; er schloss in der 83. Minute nach schöner Ballannahme aus ca. 20 Metern Entfernung ab, war jedoch kein Problem für den Dresdner Torhüter. Die 90. Minute, alles sehnte den Abpfiff herbei, da entfaltete sich noch einmal ein Jenaer Konter. Quade, der sich von seinem Gegenspieler gelöst hatte, wurde in der Spitze angespielt und passte am herauslaufenden Torwart vorbei in die Mitte, wo Treitl mit letztem Einsatz herangeflogen kam und den Ball einen knappen Meter neben das Dresdner Gehäuse spitzelte. Der Abpfiff brachte Jubel im Jenaer Fanblock, der FCC kann mit dem Punkt auch durchaus zufrieden sein. Dresden als Heimmannschaft hatte zwar mehr vom Spiel, Jena dafür aber die besseren Chancen. Frank Schön spielte eine starke Partie. Abgeklärt und kopfballstark ist er schon nach drei Spielen wieder einer der Leistungsträger der Mannschaft, die sich in ein paar Wochen nach der Rückkehr von Saraba in der Abwehr weiter gefestigt zeigen sollte.
Zu den Geschehnissen nach dem Spiel nur soviel: es hat sich wieder einmal gezeigt, dass in Dresden Handlungsbedarf besteht. Wenn Dynamo aufsteigt und sich nichts ändert, wird das dem weitestgehend ungerechtfertigten, schlechten Ruf des Ostfussballs neuen - und dann leider auch berechtigten - Vorschub leisten.
Bilder des Tages, zusammengestellt von Jens Weißenburger
Spielbericht auf der offiziellen Homepage von Dynamo Dresden
Pressekonferenz nach dem Spiel (Link zu bbjungs.de)
Mehr zu den Geschehnissen außerhalb des Spielfeldes in Traudels Erlebnisbericht

FC Carl Zeiss JENA - BSV Eintracht Sondershausen 3:0

Tore: 1:0 Barich (12.), 2:0 Plachy (54. ET), 3:0 Treitl (81.)
Jena:
Okrucky; Sugzda; Nowotny, Schön; Lässig (84. Schwesinger), Treitl, Barich (46. Ombola), Holetschek, Hempel (69. Quade), Hauser; Jovic
Sondershausen:
Weißgärber; Plachy; Trautmann, Rasch; Franz, Nieke, Duft (59. Kloth), Springer, Krug; Svejdik, Tanne (71. Franke)

Zuschauer: 2372

Schiedsrichter: Rosenkranz (Plauen)

Spielbericht:
Nicht das Sportliche stand in dieser Woche im Vordergrund. Mit der Aktion "4:1 für Jena" lief eine aufsehenerregende Initiative an, die dem Verein finanziell aus dem Gröbsten heraus helfen soll. Sponsoren, Fans, Traditionsmannschaft und Prominente - sie alle beteiligen sich an der Aktion, sehr wohl wissend, dass der sportliche Erfolg nichts nutzen wird, wenn der Verein in Richtung Insolvenz driftet.
Ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten gab es am Sonnabend - Jens Weißgärber hatte 14 Jahre lang das Tor von FCC-Mannschaften gehütet und ist nun in Sondershausen unter Vertrag. Die Jenaer Angriffe, die in den ersten Minuten auf sein Tor zurollten, sahen aufgrund schnellen Kurzpassspiels gut aus. Und auch wenn sie zunächst nichts Zählbares in Form von Chancen oder Toren einbrachten, erzeugten sie doch Druck auf die gegnerische Verteidigung. Druck provoziert Fehler, und solch ein Fehler unterlief Springer in Minute zwölf. Nach Hausers Hereingabe schlug der Eintracht-Akteur ein Luftloch, die Abwehr des überraschten, hinter Springer postierten Franz wurde zur Vorlage für Sebastian Barich. Jens Weißgärber hatte trotz Reflexbewegung keine Chance gegen den 13-Meter-Schuss, musste sich aber hämische Rufe gefallen lassen, weil er selbstbewusst angekündigt hatte, er werde an alter Wirkungsstätte keinen Ball rein lassen. Dieses Vorhaben hatte sich also beizeiten erledigt, doch wer vermutet hatte, dass damit ein munteres Scheibenschießen seinen Anfang finden würde, irrte gewaltig. Die verbleibende halbe Stunde in Hälfte eins wurde zum Langweiler, da die Jenaer im Gefühl der Überlegenheit nicht mit letzter Konsequenz zu Werke gingen, beim Spiel ohne Ball viel zu wenig taten - so als es hätte es die neun Minuten von Cottbus praktisch nicht gegeben. Der Unterschied zur Vorwoche bestand in der Gefährlichkeit des Gegners, denn die Nordthüringer wirkten in Strafraumnähe harmloser, auch technisch unterlegen. Die einzigen Glanzpunkte in dieser Phase setzte Olaf Holetschek mit zwei Freistößen (29., 41.) und einer Maßflanke, die Treitl nicht verwerten konnte (40.).
Der Weckruf Wolfgang Sandhowes beim Pausentee schien seine Wirkung nicht verfehlt zu haben. Jovics Schlenzer von halbrechts knapp am langen Pfosten vorbei eröffnete eine Minute nach Wiederanpfiff die beste Phase der Jenaer. Unmittelbar nach Svejdiks 22-Meter-Freistoß (53.) machte sie ernst und sorgten für die Vorentscheidung. Obwohl, genau genommen zeichnete Gäste-Libero Plachy dafür verantwortlich, weil er eine Flanke von Lässig nach Doppelpass Hauser-Hempel ins eigene Tor spitzelte. Christian Hauser hatte in der 65. Minute die Chance zum 3:0, zögerte zu lange mit dem Schuss. Auch Holetschek mit abgefälschtem Freistoß (79.) und Sekunden später erneut Hauser mit Schuss ans Außennetz hätten ihr Torekonto aufstocken können. Dies gelang jedoch nur noch Stefan Treitl. Astroud Ombola, ansonsten wenig überzeugend, hatte mit feiner Körperfinte seinen Gegenspieler stehen lassen, Treitl verwandelte mühelos per Kopf. Der 83 Minuten lang beschäftigungslose Svetozar Okurcky bekam in der Schlussphase noch Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen: Zunächst lenkte er einen Schuss von Franz zur Ecke, dann holte er noch Frankes Kopfball aus dem Winkel. "Weißgärber, kuck Dir's genau an, solche Sachen wirst Du nie bringen", rief ein Zeiss-Fan von der Tribüne.
30 Punkte nach zehn Spielen - wen wird es angesichts dieser Maximalausbeute in einigen Wochen noch interessieren, dass das 3:0 über Sondershausen als glanzloser Arbeitssieg eingestuft wurde, dass sich nur Holetschek, Nowotny und Okrucky gute Noten verdienten ? Die meisten Akteure (der Anfeuerung nach zu urteilen auch Zuschauer) hatten eh schon das Spitzenspiel in Dresden am kommenden Wochenende im Hinterkopf. Dort wird man ganz sicher eine Zeiss-Elf erleben, die mit völlig anderer Einstellung zu Werke geht. <fc>
Bilder des Tages <jw>

FC Energie Cottbus/Amateure - FC Carl Zeiss JENA 3:4

Tore: 0:1 Holetschek (24.), 0:2 Holetschek (45.), 0:3 Hauser (45.), 0:4 Jovic (70.), 1:4 Kubis (75.), 2:4 Jungnickel (80.), 3:4 Ballaschk (84.)
Cottbus:
Bernsten; Woltmann; Nuhs, Neubert; Pahn, Drehkopf (77. Ballaschk ), Unversucht (46. Wollermann), Handreck, Schröter; Jungnickel, Kubis
Jena:
Ockrucky; Sugzda, Nowotny, Schön; Lässig, Treitl, Barich, Holetschek, Hempel (71. Quade), Hauser (87. Schulz); Jovic (78. Förster)

Zuschauer: 404

Schiedsrichter: Vierig (Hoyerswerda)

Spielbericht:
Nach Cottbus fuhr unsereins mit einem mulmigen Gefühl. Nicht nur, dass der Tabellenneunte den Dresdner Dynamos die bis dahin einzigen Punktverluste zugefügt hatte. Durch das Länderspiel am selben Nachmittag standen in dessen Reihen auch vier Akteure, die ansonsten zum Bundesligakader gehören. Hinzu kam das Wissen um die Ankündigung von Energie-Stürmer Kubis, der seinem Ex-Coach Wolfgang Sandhowe vorhergesagt hatte, den Jenaern alle drei Zähler abzunehmen. Im Zeiss-Lager machte man sich auf ein schweres Spiel gefasst.
In solchen Fällen ist es das beste Rezept, den Gegner gar nicht erst ins Spiel kommen zu lassen. Die Jenaer brachten es fertig, den Gastgeber 30 Minuten lang in dessen Strafraum zurück zu drängen, auch wenn dadurch die Räume eng wurden und Chancen Mangelware blieben. Erwähnenswert eigentlich nur die Aktion von Dirk Hempel nach 13 Minuten, der einen Befreiungsversuch schon am Energie-Strafraum unterbinden konnte und mit einem Lupfer an Bernsten scheiterte. Beim Führungstreffer durch Olaf Holetschek war Blau-Gelb-Weiß mit Fortuna im Bunde, da der 25-Meter-Freistoß von der Mauer entscheidend abgefälscht wurde. Nach einer halben Stunde gestaltete sich die Partie ausgeglichener und ausgerechnet der bereits erwähnte Kubis, den Sandhowe vor Saisonbeginn gern nach Jena geholt hätte, besaß Chancen im Doppelpack. War der erste Schuss für Okrucky noch eher was zum Warmwerden, wurde es Sekunden später richtig gefährlich. Kubis hatte seinen Gegenspieler ausgespielt und im Strafraum freie Schussbahn, zögerte einen Moment, kam vor Nowotny aber doch noch zum Schuss und zwang Jenas Torwart zu einer Glanzparade. Dann die 45. Minute: Einen Pass in den Strafraum verlängert Miroslav Jovic mit der Hacke nach links auf Olaf Holetschek, welcher ins lange Eck trifft. Bravo Hotsch - Klasse, Miro ! Praktisch mit dem Halbzeitpfiff setzte Christian Hauser noch einen drauf, als er nach Dribbling durch den Strafraum zum 3:0 vollendete. Weg war das mulmige Gefühl. Alles schien hier so einfach.
Zumal Jena auch mit Beginn der zweiten Hälfte das Geschehen kontrollierte. Die Abwehr mit Nowotny als auffälligstem Akteur ließ eine weitere halbe Stunde nicht viel zu. Im Mittelfeld teilten sich Hempel und Holetschek in die Rolle des zentralen Mannes. Und im Angriff fühlte sich Jovic augenscheinlich in seinem Element. Krönung der Leistung unseres Ein-Mann-Sturms war der Schuss zum 4:0. Aus fünfzehn Metern abgezogen, zischte der Ball unter die Latte, an den Pfosten, ins Tor und wieder heraus. Zum Glück hatte der Schiri-Assistent aufgepasst - es wäre nämlich schade gewesen um diesen tollen Treffer. Die 300 Jenaer unter den als Saison-Stadionrekord vermeldeten 404 Zuschauern ließen sich relaxed die Sonne ins Gesicht scheinen, hier schien doch nun wirklich alles gelaufen. Dass Lässig im gegnerischen Torraum stehend den Ball nicht voll traf und das 5:0 verpasste, regte niemanden großartig auf. Auch das 1:4 ließ den Puls nicht in die Höhe schnellen. Ein Gegentor halt, das Zweite erst in dieser Saison, was macht's ? Bei Cottbus' Treffer Nummer zwei, einem Sonntagsschuss von Jungnickel, konnte man keinem der elf Jenaer einen Vorwurf machen. Doch plötzlich und unerwartet war es wieder da, dieses mulmige Gefühl. Wird das hier etwa noch zur Zitterpartie ? Genau so kam es. Ballaschk hatte beim 3:4 per Kopf erschreckend wenig Mühe und von da an stand das Spiel auf der Kippe. Wie paralysiert wirkten einige Jenaer Spieler. Sugzda rannte fünf Minuten vor Schluss beinahe den Schiedsrichter um, was eigentlich symptomatisch war für die Jenaer Aktionen in der Schlussphase. Keinen Blick mehr für den Nebenmann, den Vorsprung irgendwie über die Zeit bringen. Ohne Vorwurf an den Trainer (wer konnte so etwas vorhersehen?) sei erwähnt, dass es sich nun nachteilig bemerkbar machte, mit Hempel und Jovic zwei Stützen des Jenaer Spiels bereits in die Kabine geschickt zu haben. Nicht auszudenken, hätten die Energie-Akteure ihre Tormöglichkeit der 90. Minute zum Ausgleich genutzt. Nur die berühmten Zentimeter fehlten ihnen am Punktgewinn. So aber jubelte beim Schlusspfiff ein sichtlich erleichteter Spitzenreiter. "Gewonnen ist gewonnen", atmete Christian Hauser beim Handshake mit den Fans auf. Es war doch noch das erwartet schwere Spiel geworden.
Nach der Freude über den neunten Sieg im neunten Spiel wurde die erste Niederlage des Verfolgers aus Dresden aufmerksam registriert. Wenn es nächste Woche gegen Sondershausen gelingt, den 5-Punkte-Vorsprung zu halten, wären die Dynamos beim Gipfeltreffen am 11. Spieltag bereits mächtig im Zugzwang... <fc>

OFC Neugersdorf - FC Carl Zeiss JENA 0:3

Tore: 0:1 Sugzda (51.), 0:2 Treitl (53.), 0:3 Treitl (67.),
Neugersdorf:
Branis; Ladra, Israel, Fröhlich, Studeny, Tschackert, Thomas (GRK, 80.), Sigan, Maglica, Schmidt, Kästner (61. Kulhanek)
Jena:
Ockrucky; Sugzda, Nowotny, Treitl, Schön, Holetschek, Lässig, Schwesinger (75. Schulz), Hauser, Ceesay (21. Barich), Jovic (87. Caspar)

Zuschauer: 571

Schiedsrichter: Cyrklaff (Laubsdorf)

Spielbericht:
Es war erst im April, da spielte der FC Carl Zeiss zuletzt beim OFC, ein Spiel typisch für den damaligen Mannschaftszustand. Nur ein halbes Jahr später hieß es auch wieder OFC - FCC, auch dieses Spiel wurde zu einer typischen Bestandsaufnahme der aktuellen sportlichen Situation beim FC Carl Zeiss - nur eben vollkommen anders! Nicht Offenbach, sondern Neugersdorf. Nicht 1:4 sondern 3:0. Nicht zunächst spielbestimmend und dann abgeschlachtet, sondern zunächst kontrolliert, dann zugeschlagen. Nicht desolat, sondern abgeklärt. Nicht hoffnungslos abgeschlagen, sondern bravourös führend. Der FCC der Saison 2001/02 ist ein anderer. Einer, auf den man wieder mit Stolz blickt.
Zunächst jedoch sah es vier Tage nach dem grandiosen Sieg über den VfB Leipzig gar nicht nach einer erneuten Demonstration der Stärke des Tabellenführers aus. Wer erwartet hatte, die Gäste würden sich für die unter merkwürdigen Umständen von den Platzherren "arrangierte" Spielabsage vom vorletzten Wochenende auf ihre Weise revanchieren wollen, sah sich getäuscht. Jena kontrollierte die Partie ohne den letzten Biss zu zeigen, während der OFC nur selten den Respekt vor dem großen Namen ablegen konnte und sich weitestgehend auf das Verteidigen beschränkte. Kein Wunder also, dass die Gastgeber in den ersten 45 Minuten keine einzige zwingende Torchance aufweisen konnten. Am gefährlichsten war da noch Okruckys Problem mit dem feuchten Ball nach einer harmlosen Flanke (25.). Somit geriet auch das Startelf-Comeback des fehlerlosen Frank Schön nicht zur großen Bewährungsprobe. Bei schwierigen Bodenverhältnissen hätte er auf der anderen Seite allerdings auch nicht sehr viel mehr Arbeit gehabt. Lediglich Jovic mit Direktannahme (5.) und Holetschek mit Kopfball aus Nahdistanz (21.) sorgten für echte Gefahr, zu wenig um die 571 Zuschauer im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion zu erwärmen.
Ob es die Kabinenpredigt von Wolfgang Sandhowe war? Jedenfalls machte er FCC nach dem Seitenwechsel dann ernst. Scheiterte Hauser unmittelbar nach dem Wiederanpfiff noch aus Nahdistanz, so machte es Libero Sugzda kurz darauf besser und köpfte nach einer Hauser-Ecke mustergültig ein. Seit Jahren scheinen wir wieder einen Trainer zu haben, der der Mannschaft auch ein erfolgreiches Umsetzen von Standardsituationen einzuimpfen weiß, es war nicht der erste Treffer auf diese Weise in der laufenden Saison. Noch ehe die Gastgeber den Schock des Rückstandes verdaut hatten, musste der ansonsten stark haltende Torhüter Branis den Ball schon zum zweiten Male aus dem Netz holen. Mittelfeld-Arbeitsbiene Stefan Treitl schloß einen schönen Konter nach Jovic-Eingabe von rechts ab - 2:0 in der 53. Spielminute. Die Begegnung war damit bereits entschieden und letzte Zweifel beseitigte wiederum Stefan Treitl eine Viertelstunde später mit dem 3:0. Kapitän Olaf Holetschek hatte steil auf den halblinks startenden Christian Hauser gepasst, welcher sich schön durchsetzte und dem gebürtigen Hermsdorfer sein bereits 5. Saisontor auflegte, der mit letztem Einsatz vollendete und den Ball über die Linie spitzelte.
Während der trotz unmöglicher Anstoßzeit immerhin knapp 150 Fans umfassende FCC-Anhang den Evergreen "Wir haben keine Gegner mehr - schickt uns Motor Steinach her" skandierte, marschierte auf dem Rasen nur noch der Tabellenführer und stieß immer wieder in die sich nun bietenden Lücken der in Halbzeit eins noch so dicht gestaffelten OFC-Hintermannschaft. Doch weder Jovic frei vor dem Tor nach Hauser-Steilpaß (76.), noch der eingewechselte Schulz mit Pfostenschuß nach toller Einzelleistung (82.), wiederum Jovic mit Schuß von der Strafraumgrenze (83.), Hauser mit schönem Schlenzer knapp am Tor vorbei (84.), Treitl nach einer Ecke mit Schuß über das Gehäuse (87.) oder der diesmal überzeugende Holetschek, dessen abgefälschter Schuß nur um Zentimeter am Pfosten vorbeistrich (89.) konnten für eine Resultatserhöhung gegen einen dezimierten Gegner sorgen, der Thomas durch gelb-rot nach einer Schwalbe 10 Minuten vor dem Abpfiff verlor.
Großer Jubel herrschte nach dem Schlußpfiff bei Spielern und Anhang und besonders Frank Schön durfte sich über Sympathiebekundungen seiner Fans freuen. Die Jenenser haben eine weitere Pflichtaufgabe gelöst und nach der Steigerung in der zweiten Spielhälfte auch in der Höhe verdient gewonnen. Aus solchem Holz sind Aufsteiger geschnitzt und auch wenn ein Fan angesichts der schon phantastisch anmutenden Siegesserie seiner Blau-Gelb-Weißen bemerkte "Ist doch schön hier, hier bleib'mer" - die Mannschaft scheint genau dies nicht zu wollen und macht alle Anstalten, in ein paar Monaten vielleicht auch wieder den "richtigen" OFC vom Bieberer Berg als Gegner begrüßen zu dürfen. Zuzutrauen ist es ihnen - dem neuen FCC. <Gunner>

FC Carl Zeiss JENA - VfB Leipzig 3:0

Tor: 1:0 Holetschek (FE,17.), 2:0 Holetschek (64.), 3:0 Jovic (77.)
Jena:
Okrucky; Sugzda, Nowotny, Saraba (86. Schön), Treitl, Holetschek, Schwesinger, Barich (64. Quade), Hauser, Ceesay, Jovic (84. Schulz)
Leipzig:
Grundmann; Görke, Weiß, Rosenkranz (RK, 90.), Krznaric (64. Gunkel), Petzold, Embingou, Sadlo, Großmann (52. Räbsch), Schmidt, Nacev

Zuschauer: 5368

Schiedsrichter: Stefan Lupp (Waldstadt)

Spielbericht:
Die Spannung vor diesem Spiel war groß - wie würde sich der FCC gegen den ersten Mitfavoriten auf den Staffelsieg, den man in dieser Saison zu Gast hatte, schlagen? Zumal die knappen Siege von Gotha, Halle und gegen Riesa zeigten, dass wir auch in diesem Jahr häufiger zittern werden müssen.
Leipzig begann auch recht stark und hatte die ersten acht Minuten mehr vom Spiel, ohne richtig gefährlich zu werden. Die erste Chance blieb Jena vorbehalten, als in der 8. Minute Schwesinger nach einem Konter von halbrechts abzog und der Leipziger Torhüter Grundmann den Ball aus dem Dreiangel holte.
Sechs Minuten später köpfte Saraba nach einem wunderschönen Spielzug an die Lattenoberkante. Jena begann, Druck aufzubauen. In der 19. Minute wurde Jovic in die Spitze geschickt, konnte sich lösen und noch den Torwart ausspielen. Dieser lag danach im Weg und Jovic auf dem Boden - Elfmeter! Für solche Fälle hat der FCC jetzt wieder einen Schützen, bei dessen Anblick am Elfmeterpunkt einem der Puls nicht sofort in den roten Bereich steigt. 1:0, Olaf Holetschek, FE (19.)
Leipzig war in der Folgezeit mit Fernschüssen immer gefährlich, wenn auch Jena spielbestimmend war. Drei Minuten nach dem Tor traf Barich nur das linke Außennetz. In der 31. Minute hatte Treitl nach ordentlichem Anlauf völlig freistehend die Chance, das Tor zu machen, Grundmann konnte aber noch abfausten. Vor der Pause kam Leipzig noch einmal auf und hatte einige Chancen, die sie entweder, wie in der 33. und 43. Minute, vergaben oder bei denen Okrucky hervorragend reagierte (44.)
Den in meinem Notizbuch enthaltenen Halbzeitbericht eines anderen anwesenden regelmäßigen Berichterstatters dieser Seite überspringe ich; dafür ist die Welt noch nicht reif. =)
Ich hatte noch notiert, dass mir in der ersten Halbzeit Schwesinger und Ceesay besonders aufgefallen waren; ersterer wegen des Drucks, den er über rechts brachte, zweiterer wegen seiner Abgeklärtheit im Spielaufbau. Ceesay baute aber m. E. in der zweiten Hälfte ab - vielleicht ist das ja vorerst nur ein Spieler für eine Halbzeit?
Die zweite Halbzeit begann wie die erste, mit dem Unterschied, dass Leipzig sofort gefährlich wurde. Nach 30 Sekunden schon rutschte Sadlo am langen Pfosten an einer scharfen Flachvorlage vorbei. Zehn Minuten später war Jena wieder voll da und hatte durch Schwesinger in der 56. die Riesenchance auf das 2:0. Dieser stand an der Strafraumgrenze so unglaublich frei, dass er sich den Ball noch zweimal zurecht legen konnte und dennoch zum leider verunglückten Abschluss kam.
Nach einer Stunde ließen sich seltsame Dinge beobachten. Jena stand im Mittelfeld, ließ die Leipziger kommen, nahm ihnen meist recht bald den Ball ab und rannte ein ums andere Mal in die Leipziger Abseitsfalle. Es gab nur zwei Möglichkeiten, wie sich diese Endlosschleife wieder entfitzen konnte: Entweder hätte Leipzig mit der Abseitsfalle aufhören müssen oder Jena schaffte es einmal, nicht ins Abseits zu rennen. Das zweite passierte - Ceesay passte auf der rechten Seite auf Schwesinger, dieser lief durch auf die Grundlinie, ging nach innen und passte in den Rücken der Abwehr auf Hotsch, der links unten einnetzte. Ein klassisches und wunderschönes Kontertor!
Leipzig bemühte sich weiter und war dadurch hinten offen. In der 76. Minute stand Jovic nach Freistoß Holetschek allein vor Grundmann und überwand diesen mit einem Schlenzer in die rechte untere Ecke. Eine Minute später war Jovic wieder frei durch, wollte es diesmal wohl besonders spektakulär machen und verlor dabei die Fühlung zum Ball. Zumindest ein Torschussversuch muss bei solchen Chancen rauskommen!
Diese Phase des Spiels hatte es in sich, abwechselnd gab es Großchancen auf beiden Seiten. Die der Leipziger verhinderte ein wirklich guter Okrucky, die des FCC vergab M. Jovic. Kurz vor Ende des Spiels war Leipzig nochmal gefährlich, sie hätten auch beinahe den Ehrentreffer gelandet. Der Pfosten stand beim Freistoß in der 87. Minute im Wege.
Zwei Dinge gibt es noch zu bemerken:
Zum ersten hätte das Spiel auch 6:3 ausgehen können. Dass hinten die Null stand, verdanken wir dem Fakt, dass der FCC seit langem mal wieder einen guten Torwart zwischen den Pfosten stehen hat - Danke, Svetozar! - und einem bisschen Dusel. Dass vorne die Sechs nicht stand, liegt daran, dass mit den Chancen gewuchert wurde.
Zum zweiten flogen wieder einmal Steine. Dort muss etwas getan werden - und wenn man ein dünnes Drahtgitter an der Seite der Tribüne anbringt. Platzwunden bei Fussballzuschauern sind nicht das, wofür Jena bekannt werden sollte. <Spielbericht vom Gastreporter Ragnar Bödefeld>
Bilder des Triumphes von Jens Weissenburger

FC Carl Zeiss JENA - SV 1919 Grimma 5:0

Tor: 1:0 Saraba (23.), 2:0 Jovic (43.), 3:0 Holetschek (50.), 4:0 Hauser (FE,65.), 5:0 Schulz (80.)
Jena:
Ockrucky; Sugzda (70. Barich), Saraba, Nowotny; Lässig (GRK, 73.), Treitl, Holetschek, Ceesay (66. Schulz), Hauser; Jovic, Ombola (38. Quade)
Grimma:
Winkler - Zaulich, Ziffert, Braun, Wohllebe, Mähne, Birnbaum (70. Massner), Müller (78. Großmann), Pörschmann, Liebich (70. Schober), Brumme

Zuschauer: 1965

Schiedsrichter: wird nachgereicht

Spielbericht:
Wer weiß, wie verkrampft das Jenaer Spiel vielleicht geworden wäre, wenn der Grimmaer Spieler den etwas abgerutschten Schuß seines Teamkollegen von rechts aufs lange Eck nicht gegen den Pfosten, sondern in Tor gedrückt hätte. Für den FCC war dies aber ein Weckruf und es ging vorerst nur noch Richtung Gästetor. Auf Grund technischer und läuferischer Überlegenheit ergaben sich auch Chancen. In der 9. min erwischte Treitl eine Hauser-Flanke nicht voll, danach marschierte Ceesay nach einem Doppelpaß allein und völlig unbedrängt aufs Tor zu, guckt und schiebt den Ball in aller Ruhe... knapp am Tor vorbei (18.). Ombola stand 2 Minuten später genauso allein 6 m vorm Tor und köpfte aber leider auch genauso knapp vorbei. Saraba war es vorbehalten, das erlösende 1:0 (Hechtkopfball nach Hauser-Ecke) über die Linie zu drücken. Leider versäumte es unser Team, nach dem Führungstor weiter zu drücken, sondern zog sich etwas zurück. Immer noch geschädigt von den Erfahrungen der letzten Saison, gab es bei den Zuschauern immer ein bißchen Herzflattern, wenn Grimma den Jenaer Strafraum bedrängte. Einer formulierte es drastisch: "Wir betteln um den Ausgleich !" Und nach einer halben Stunde donnerte die Grimmaer Nr. 9 nach zu kurzer Kopfballabwehr eines Jenaers den Ball glücklicherweise knapp über die Torlatte. Kurz vor der Halbzeit ruckte der FCC nochmals an, man begann zu laufen und schnell zu spielen und prompt fand sich Grimma am und im eigenen Strafraum wieder. Und nach einer Flanke von rechts knallte Jovic den Ball mit einem Schuß aus der Drehung zum 2:0 rein. Eine unschöne Szene gab es unmittelbar vorm Pausenpfiff, als Hauser an der Seitenlinie umgedroschen wurde, der Unparteiische anstatt der fälligen Roten noch nicht einmal eine Gelbe Karte zog.
Die zweite Hälfte begann wie die erste mit einem Gästeangriff. Diesmal fackelte der FCC aber nicht solange: Treitl wird an der Strafraumgrenze von Jovic schön angespielt, zieht in den Strafraum rein und schießt. Der Keeper ließ den scharfen Schuß nach vorn abklatschen, Holetschek schoß nochmals auf den Torwart, bevor er den Ball mit der Brust über die Linie bugsierte. Jena nahm jetzt ein bißchen Schwung heraus, was angesichts des Spielstandes und des glitschigen Bodens eigentlich auch verständlich war. Trotzdem ergaben sich Chancen und es fielen noch 2 Tore. In der 65. Minute wurde Jovic im Strafraum gelegt und so konnten 2 Leute ihre Komplexe überwinden: 1. legte Hauser sich nach kurzer Absprache mit "Hotsch" den Ball auf den Punkt und 2. riskierte ich es auf Grund der 3:0-Führung, Jens (der den Liveticker bediente) den Elfmeter live zu schildern, nachdem dies letzte Saison in Wehen (autsch, wieder diese bösen Erinnerungen) und in Mannheim zu verschossenen FCC-Strafstößen führte. Mit Erfolg ! Hauser krönte seine sehr gute Leistung mit einem Tor - und hat jetzt hoffentlich seine Schwächephase des letzten Jahres endgültig beendet - und ich habe mein Elfmeter-Handy-Trauma überwunden. Eine Viertelstunde vor Schluß wurde der durchlaufende Lässig per "Sense" gestoppt, anstatt den berechtigten Elfer gab der Schiri dem entgeisterten Lässig die Gelb-rote Karte wegen "Schwalbe". An dieser Stelle war dem letzten klar, daß das Schiedsrichtertrio unbedingt um einen Blindenhund aufgestockt werden mußte (es gab noch mehr merkwürdige Entscheidungen, für die es keine andere Entschuldigung gab). Der eingewechselte Schulz verwertete in der 80. min Jovic' (war für mich neben Hauser der beste Jenaer) butterweiche Flanke zum 5:0.
Der 5:0-Sieg war verdient, auch in dieser Höhe. Dabei war noch nicht einmal voller Einsatz über die gesamte Spielzeit hinweg notwendig, denn nach dem 3:0 steckte der FCC doch eine Gang zurück, ohne das Spiel aus der Hand zu geben. <uk>
Bilder vom Sieg
Spielbericht auf SV Grimma-Homepage

FSV Hoyerswerda - FC Carl Zeiss JENA 1:6

Tore: 0:1 Jovic (22.), 1:1 Vejprava (51.), 1:2 Saraba (62.), 1:3 Holetschek (69.), 1:4 Jovic (80.), 1:5 Hauser (84.), 1:6 Holetschek (88.)
Hoyerswerda:
Barta; Vejprava; Schmidt, Noack, Ringel; Rettig (RK, 74.), Penicka, Haasler, Zimmer (51. Baum); Meinhardt (82. Matyszik), Weckwerth (63. Behring)
Jena:
Okrucky; Sugzda; Nowotny, Saraba; Hauser, Ceesay, Treitl, Holetschek, Hempel (RK, 51.), Lässig; Jovic

Zuschauer: 835

Schiedsrichter: Akhavuc (Berlin)

Spielbericht:
"Nach einem 6:0-Auswärtssieg verbietet sich jegliche Kritik von selbst", schrieb ich beim letzten ähnlich hohen Auswärtssieg in der Saison 1999/2000. Diesmal aber komme ich auch über kritische Anmerkungen beim besten Willen nicht herum.
Schuld daran ist das Jenaer Auftreten in der ersten Halbzeit. Schon die ersten Aktionen ließen deutlich erkennen, dass es die gegenüber der Vorwoche unveränderte Jenaer Elf betont ruhig angehen lässt. Christian Hauser, so gab er später freimütig zu, hatte sich vor der Partie überlegt, dass man beim Tabellenletzten eigentlich nicht verlieren kann. Den selben Gedanken schienen auch die meisten seiner Mannschaftskameraden gehabt zu haben, derart lässig gingen sie zu Werke. Gerade mal zwei Torchancen gab es in 45 Spielminuten zu beklatschen: Den Führungstreffer, welchen Dirk Hempel mit viel Übersicht vorbereitete, sodass Jovic wenig Mühe hatte. Sowie eine Gelegenheit nach 35 Minuten, bei der erneut Hempel für den heranstürmenden Jovic auflegte, dieser aber aus sechs Metern nicht traf. Alles andere war unmotiviertes Gekicke gegen harmlose Gastgeber. Praktisch so, als würde der FCC ein Testspiel gegen einen unterklassigen Kontrahenten bestreiten.
Die zweite Hälfte freilich sollte interessanter werden. In der 50. Minute hatte Lässig freie Bahn zum Tor, doch statt diese zu nutzen, rannte er nach rechts bis zur Grundlinie, die Flanke kam nicht an. Hoyerswerdas Nummer 9 gab zwei Minuten später den ersten Schuss überhaupt aufs Okrucky-Gehäuse ab, den unser Schlussmann ins Toraus abwehrte. Die darauffolgende Ecke kommt hoch in den Strafraum, Vejprava löst sich von Ceesay und trifft per Kopf zum Ausgleich. Es war Jenas erstes Gegentor der Saison und nur Sekunden später sollte der erste Feldverweis folgen. Dirk Hempels Ellenbogencheck in den Rücken des Gegenspielers bestrafte Schiri Akhavuc mit der Roten Karte. Erst der Ausgleich, nun auch noch in Unterzahl ? Das Spiel schien zu kippen. "Hoywoy" begann mit einem Male Fußball zu spielen und in Jenas Hälfte zu kombinieren. Jetzt schien sich zu rächen, dass der Spitzenreiter sein Potential in der ersten Halbzeit derart vergeudet hatte. Hektik kam auf, als Jovic mit freier Bahn zum Tor gefoult wurde, es hier aber nur Gelb gab (60.). Die Jenaer Akteure ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken. Es nötigt Respekt ab, wie die neun verbliebenen Feldspieler nun für den vom Platz gestellten Hempel mitkämpften - und dafür belohnt wurden. Jenas nächsten Treffern gingen jeweils Freistöße von Christian Hauser voraus. Beim 2:1 schaltete Zoran Saraba am schnellsten, bei Tor Nummer drei schraubte sich Olaf Holetschek am höchsten. Dieser Doppelschlag setzte die Gastgeber matt. Zumal Rettig nach Foul an Holetschek ebenfalls vorzeitig duschen gehen durfte, das numerische Gleichgewicht wieder hergestellt war. Von nun an war alles ganz einfach. Miroslav Jovic konnte es sich beim 4:1 sogar leisten, im ersten Versuch aus Nahdistanz den Torhüter anzuschießen. Den Abpraller schickte Holetschek erneut zu Jenas Ein-Mann-Sturm, welcher diesmal die Übersicht behielt. Bei Treffer Nummer fünf waren Holetschek und Jovic Vorbereiter für Christian Hauser. Dem Mannschaftskapitän war es schließlich vorbehalten, das halbe Dutzend voll zu machen. Dabei schien nach allem, was man von Holetscheks Freistößen in diesem und den anderen Spielen zuvor gesehen hatte, eine direkte Freistoßausführung aus 25 Metern nicht sonderlich erfolgversprechend. Doch "Hotsch" krönte seine bislang beste Saisonleistung mit einem Knallbonbon ins rechte untere Eck. Mangelnde Chancenverwertung war plötzlich kein Thema mehr. Aus der Pflicht von Hoyerswerda war doch noch eine Kür geworden.
Es bleibt die Erkenntnis, dass der FC Carl Zeiss in der Lage ist, ein bis zwei Gänge herauf zu schalten, wenn es mal eng wird. Darauf verlassen, dass dies immer zum Erfolg führt, sollte man sich aber besser nicht. Denn nicht jeder Gegner lässt einen 45minütigen Schlendrian ungestraft und sich am Ende überrollen. <fc>
Sieben Tore auf einen Blick
Spielbericht auf der FSV-Homepage

FC Carl Zeiss JENA - FC Stahl Riesa 1:0

Tor: 1:0 Treitl (33.)
Jena:
Okrucky; Sugzda; Nowotny, Saraba; Hauser, Ceesay, Treitl, Holetschek (70. Quade), Hempel (62. Mydlo), Lässig; Jovic (85. Ombola)
Riesa:
Michael; Baumann; Kardos, Kunze, Genschur, Wecker, Fiedler, Fröhlich (46. Hausmann), Zschätzsch (57. Glaubitz), Gleis (72. Richter), Gräfe

Zuschauer: 2381

Schiedsrichter: Reiche (Wolmirstedt)

Spielbericht:
Es war schon erstaunlich, dass über 2.000 Leute bereit waren, zusammen mit den beiden Mannschaften den Nachmittag im Backofen Ernst-Abbe-Sportfeld anstatt im Freibad zu verbringen. Aber nicht nur das Wetter war schuld, daß den Zuschauern der Schweiß lief.
Zu Beginn kam der Ball fast gar nicht aus der Riesaer Hälfte heraus, Chancen erspielte sich der FCC aber keine. Dafür testete Sugzda mit einem gefährlichen Rückpaß, ob sein Torwart trotz der Hitze schneller als der Stürmer war. Den ersten richtigen Torschuß für den FCC gab es in der 18. min, als Hempel einen Freistoß von der Strafraumgrenze schön über die Mauer drehte, der Keeper jedoch rechtzeitig zur Stelle war. Fünf Minuten später erreicht eine weite Flanke von rechts den links auf der Grundlinie stehenden Sugzda, dessen Kopfballableger schießt Treitl aus spitzem Winkel aufs Tor - jedoch gehalten. In der 33. min findet ein Hauser-Freistoß von rechts wiederum Treitl, der fast von der gleichen Stelle wie 10 Minuten zuvor den Ball diesmal aus spitzem Winkel zum 1:0 reinhaut. Alle hofften, daß der Führungstreffer nun einen ähnlichen Spielverlauf wie gegen Braunsbedra auslösen würde, aber denkste: Dafür war Riesa viel zu stark. Hempel hätte zwar noch vor der Pause mit seinen Riesenchancen (35. Schuß aus der Drehung, zur Ecke abgewehrt, 41. Schuß gehalten) mit dem 2:0 für die Spielentscheidung sorgen können, aber Riesa verlegte sich nicht auf Schadensbegrenzung, sondern wollte auch Tore schießen. In der 42. min wehrte Okrucky mit einer Riesenleistung einen über die Mauer gezirkelten Freistoß ab.
Zu Beginn der 2. Halbzeit drehte Riesa richtig auf (soweit man das bei den Temperaturen überhaupt sagen konnte) und scheiterte etliche Male am Jenaer Keeper: In der 58. lenkte Okrucky den Ball mit der Hand ab, eine Minute später klärte er mit dem Fuß. Im Gegenzug konnte Treitl eine butterweiche Ceesay-Flanke nicht eindrücken. Ceesay, der vorher schon durch Übersicht und Ballsicherheit auffiel, rückte nach Hempels Auswechslung in die Rolle des Spielmachers und de facto war er Ausgangspunkt für jede der folgenden gefährlichen Aktionen. Aber auch im Abwehrverhalten bot er - frei von jeder Hektik - eine Topleistung und die Riesaer kamen an ihm nicht vorbei. Im Spielverlauf ließen dann bei den Gästen die Kräfte sichtlich nach und dem FCC boten sich Chancen zum zweiten Tor. Leider wurden sie entweder überhastet vergeben (Treitl. 73.) oder der Riesaer Torwart war zur Stelle. Am meisten hatte das Schiedsrichtertrio unter der Hitze zu leiden - anders ließen sich die lustigen Abseitsentscheidungen des Fahnenträgers auf der Tribünenseite nicht erklären. Und der Schiedsrichter war anscheinend der Meinung, dass Hauser - nachdem er in der 79. min rechts außen am Abwehrspieler vorbei und im Strafraum war - sich lieber auf den kühlen Rasen fallen lässt, anstatt frei und allein vorm Tor das 2:0 zu erledigen. Es war ein glasklarer Elfer ! Nochmals richtig Bewegung in den Jenaer Sturm kam mit der Einwechslung Ombolas (Anm.: Wer macht mal mit dem Stadionsprecher Sprachübungen zu den Jenaer Spielernamen ?). Jovic, der viel ackerte, hatte sich 85 Minuten lang allein auf verlorenem Posten gesehen, da Mydlo bis zu seinem verletzungsbedingtem Ausscheiden nicht so richtig Tritt fasste. Nun löste ihn Ombola ab und wusste im Zusammenspiel mit Ceesay zu gefallen. Vielleicht sollte man eine Variante Ceesay in der zentralen Mitte und Jovic sowie Ombola im Angriff in den nächsten beiden Spielen von Anfang an testen ?
Irgendwann pfiff der Schiri dann ab und der FCC hatte sich in der Hitze gegen einen starken Gast 3 Punkte regelrecht erarbeitet - nicht unverdient, aber sehr schweißintensiv bei Spielern und Publikum. <uk>
Szenenfotos (zusammengestellt von Jens Weißenburger)
Kurzbericht auf der Riesaer Homepage

Hallescher FC - FC Carl Zeiss JENA 0:1

Tor: 0:1 Holetschek (10., FE)
Halle:
Paden; Geidel, Wellington, Georg, Kricke, Kurzeja, Lesch, Klaynschmit (70. Riediger), Bothfeld, Zimmermann (77. Nelde), Stark
Jena:
Okrucky; Sugzda; Nowotny, Saraba; Hauser, Barich, Treitl, Holetschek, Hempel (79. Quade), Lässig; Jovic (59. Mydlo)

Zuschauer: 3527

Schiedsrichter: Schößling (Leipzig)

Spielbericht:
Die Bilanz vom Freitag: Drei Punkte und die Erkenntnis ein Spiel gewonnen zu haben, welches in der letzten Saison noch mit verbriefter Garantie in die Hose gegangen wäre. Und das mit Pauken und Trompeten. Aber wenn´s halt läuft, dann hat man auf einmal auch wieder eine Hand voll Glück, welches ja schon ausgewandert schien.
Los ging´s gleich mit einem Paukenschlag. In der 10. Minute blieb Hempel nach einem Foul erstmal liegen und mußte behandelt werden. Der Jenaer Anhang, durch die große Entfernung zum Tatort nicht so richtig im Bilde, hatte keine Ahnung, was gleich passieren würde. Nach der Unterbrechung und der Gewißheit, gleich einen vergurkten Freistoß vorgeführt zu bekommen, lag der Ball auf einmal auf dem Elfmeterpunkt. Olaf Holetschek verwandelte sicher in die untere rechte Ecke und unsere kurzzeitige Verwunderung schlug sogleich in euphorische Freude um. Egal, 1:0. Schon acht Minuten später fast das 2:0. Hauser hatte einen Freistoß auf Hempel zurückgelegt, welcher aus vielleicht 20 m abzog und Paden im Hallenser Tor zu einer Glanztat zwang. Es kann ja nicht alles klappen. Jena hatte zwar das Spielgeschehen recht gut unter Kontrolle, zog sich jetzt aber weiter zurück, wodurch Halle zwangsläufig zu Chancen kam. Zunächst mußte Okrucky einen Schuß aus spitzem Winkel parieren (28). Kurz vor der Pause der nächste Schreck. Einer Flanke von rechts folgte ein verunglückter Kopfball eines Hallenser Spielers. Der Ball hüpfte zu Halles Nummer 11, welche ihn konsequent über das Tor jagte. Glück gehabt, Halbzeit.
Jetzt folgte die Angst, denn Jena stand jetzt mit dem Rücken zur Wand. Zunächst lief Okrucky unter einem Kopfball durch, welcher - und da war wieder das besagte bißchen Glück - auf dem Tornetz landete (48), zwölf Minuten später hielt er einen Ball aus Nahdistanz und avancierte so allmählich zum besten Mann auf dem Platz. Jena konnte sich jetzt kaum noch befreien. Die wenigen Entlastungsangriffe wurden träge vorgetragen und hatten einschläfernden Charakter. Die einzige Möglichkeit resultierte aus einer Ecke in der 73. Minute, nach welcher Holetschek den Ball über knapp über das Tor köpfte. Die Zeit verging jetzt zusehends langsamer und vor allem bei Standartsituationen stockte mir ab und zu der Atem. In der 83. Minute war es wieder Okrucky, der nach einem Freistoß von der rechten Seite und einem gefährlichen Kopfball, den Ausgleich verhinderte und drei Minuten vor dem Ende flog ein 20m-Freistoß ganz knapp links am Tor vorbei. Feierabend, das war´s. Ausgelassene Freude und eine schöne Heimfahrt standen uns bevor. Sicher, das Glück war bis zum Schluß auf unserer Seite und wenn der Ausgleich doch noch gefallen wäre, hätte sich kein Mensch in Blau-Gelb-Weiß beschweren können. Jena zeigte aber bis zum Abpfiff eine gute kämpferische Leistung und wirkte spielerisch auch reifer, was letztendlich den Sieg auch rechtfertigt. Wie die drei Punkte zustande kommen, will schon heute keiner mehr wissen. Daß das aber irgendwann schiefgeht, weiß auch jeder... <bpf>
Die Highlights im Bild <jw>
Spielbericht auf der offiziellen HFC-Page
Spielerstatistik (jetzt auch unter Einbeziehung der Gelben Karten)

FC Carl Zeiss JENA - SV Braunsbedra 5:0

Tore: 1:0 Treitl (38.), 2:0 Rützel (59., ET), 3:0 Hauser (60.), 4:0 Jovic (75.), 5:0 Ceesay (79.)
Jena:
Okrucky; Sugzda; Nowotny, Saraba (65. Schwesinger); Hauser, Ceesay (80. Schulz), Treitl (77. Quade), Holetschek, Hempel, Lässig; Jovic
Braunsbedra:
Richter; Stier; Herrmann (65. Helbig), Skupin; Hein (33. Rützel), Patzner (GRK, 28.), Seemann, Schröder, Eichmann; Linzert, Wichmann

Zuschauer: 2505

Schiedsrichter: Oehme (Witzschdorf)

Spielbericht:
Zwei Neulinge als Gegner gleich zum Saisonauftakt - so etwas birgt Gefahren in sich, bietet aber auch die Chance für einen perfekten Saisonstart. Wie ein Blick auf die oberste Zeile der Tabelle verrät, hat der FC Carl Zeiss diese Chance genutzt.
Schon der erste Spielzug nach dem Anpfiff zeigte die Richtung an; Hauser, Hempel und Nowotny verdienten sich mit einer schnellen Kurzpasskombination nach zehn Sekunden den ersten Applaus. Die Gäste begegneten diesem Elan mit teils übertriebener Härte. Auch wenn SV-Coach Schübbe hinterher von Benachteiligung sprach - an den vier gelben Karten für seine Schützlinge in der ersten halben Stunde gab es ebenso wenig zu deuteln wie am Feldverweis für Patzner, der nur 180 Sekunden nach seiner Verwarnung das nächste Foul beging. Mit ihrer kompromisslosen Spielweise erreichten die Gäste immerhin eines: Die Zahl der ernst zu nehmenden Torschüsse in den ersten zwanzig Minuten blieb auf dem Nullpunkt. Lediglich eine Kombination über Hempel, Nowotny und Holetschek, welche kurz vor der Linie zur Ecke geklärt werden konnte, sorgte für ein bisschen Gefahr. Es war die Ruhe vor dem (ersten) Sturm. Der Kopfball des freistehenden Holetschek, auf die falsche Seite des linken Pfostens platziert, eröffnete eine Viertelstunde, in der mein Sitznachbar Volker als Live-Ticker-Verantwortlicher kaum die Finger von der Laptop-Tastatur bekam. Ceesays Kopfball nach Hauser-Freistoß (26.), Lässigs Hackentrick (27.), die schon erwähnte Ampelkarte sowie Hempels 21-Meter-Freistoß (28.) gipfelten in einer Großchance nach exakt einer halben Stunde: Ceesay erwischte eine Flanke von rechts, seinen Aufsetzerkopfball wehrte Richter nach vorn ab und Jovic bugsierte das Leder aus vier Metern Entfernung über die Latte - was schwieriger gewesen sein dürfte als ins Tor zu treffen. Braunsbedra kam zu keiner einzigen konstruktiven Entlastungsaktion, Wichmanns weit verzogener 32-Meter-Schuss war charakteristisch für die Offensivwirkung der Gäste. Und so fiel nach 37 Minuten der längst überfällige Führungstreffer durch Kopfball Treitls, der sich bei Jovic für die maßgeschneiderte Flanke bedankte. Kopfbälle von Saraba (40., nach der dritten Ecke in Folge) und Ceesay hätten schon vor der Pause die Fronten klären können.
Unverändertes Bild mit Beginn des zweiten Spielabschnitts: Die technisch unterlegenen, dazu noch dezimierten Gäste stemmten sich so gut es ging den Jenaer Angriffswellen entgegen. Weitere Tore, das war klar, würden jedoch nur eine Frage der Zeit sein. Fünf Minuten nach Treitls vergebener Möglichkeit (50.) traf Gedeminas Sugzda unter die Latte. Der Schiri zeigte bereits Richtung Mittelkreis, ehe er nach Einspruch seines Assistenten den Treffer wegen Handspiels aberkannte. Jenaer Proteste blieben übrigens aus. Keine Beanstandungen gab es an den beiden Toren kurze Zeit später. Beim 2:0 wollte Rützel vor Jovic retten, was zum Eigentor führte. Sekunden danach verließ sich Hauser, eben noch der Vorbereiter, nicht auf fremde Hilfe, marschierte mit Ball am Fuß in den Strafraum und traf zum 3:0. Ein in Spiellaune befindlicher Christian Hauser hätte wiederum eine Minute später auch noch den vierten Treffer markieren können. Statt freistehend abzuschließen, ließ er Hempels Vorlage durch die Beine rollen - schade nur, dass hinter ihm niemand stand. Es folgten ein paar Minuten Ruhe, in denen dem aufmerksamen Beobachter folgende taktische Änderung nicht entgangen sein wird: Nach Sarabas Auswechslung rückte Lässig auf dessen Position, während Schwesinger den rechten Offensivpart übernahm. Ein 17m-Schuss von Olaf Holetschek (durchschnittliches Comeback mit einigen Abspielfehlern) bildete den Prolog für eine unterhaltsame Schlussviertelstunde. Beim Treffer Nummer vier hoben zwei Gästespieler das Abseits auf, Jovic schob den Ball am Torhüter vorbei ins rechte untere Eck. Beim 5:0 dribbelte Sugzda mehrere Gegenspieler aus, seine Ablage verwandelte Ceesay volley aus 10 Metern und krönte damit seine mit viel Beifall bedachte Leistung. Schulz (87.) und Schwesinger (90.) mit einem Kopfball, der auf der Torlinie abgefangen wurde, hätten das Ergebnis in eine Höhe schrauben können, die den Chancenvorteilen eher entsprochen hätte als das 5:0-Endresultat. Die Gäste hatten im gesamten Spielverlauf nur einen 23-Meter-Freistoß knapp übers Jenaer Gehäuse entgegen zu setzen - da waren bereits 85 Minuten vergangen.
Niemand wird nach zwei Siegen gegen vermeintliche Underdogs abheben, zumal nur einer davon souverän errungen wurde. Doch wie sagte Wolfgang Sandhowe kürzlich ? "Man muss die ersten ein, zwei Spiele überstehen und dann anfangen, guten Fußball zu spielen." - So gesehen darf man auf Spiel Nummer drei schon mal gespannt sein... <fc>

SV Wacker Gotha - FC Carl Zeiss JENA 0:1

Tore: 0:1 Treitl (81.)
Gotha:
Weigel - Tews, Harnisch, Fuhrmann, Birjukow (84. Münzberg), Gedig, Leopold, Oliinyk, Otto, Gensbügel (66. Fischer), Nowacki (69. Ertmer)
Jena:
Okrucky; Sugzda; Saraba, Nowotny; Hauser, Ceesay, Treitl, Quade, Hempel (88. Ombola), Lässig; Jovic (75. Schwesinger)

Zuschauer: 3100

Schiedsrichter: Eichler (Erfurt)

Spielbericht:
Willkommen in der Oberliga ! Die Partie des Aufsteigers gegen den Absteiger hatte noch gar nicht begonnen, da standen alle Beteiligten schon kräftig im Regen. Wolkenbruchartige Niederschläge gingen über Gotha hernieder. Hoffnungen, dass es sich lediglich um einen kurzen Gewitterschauer handeln würde, wurden förmlich hinweg gespült. So richtig trocken wurde es an diesem Nachmittag nicht mehr.
Davon abgesehen, dass Kugelschreibernotizen auf durchweichenden Notizkärtchen beizeiten zur Unmöglichkeit werden - in den ersten dreißig Minuten hätte der Spielverlauf auch unter einem (in Gotha nicht vorhandenen) Tribünendach wenig Schreibarbeit erfordert. Die Akteure auf dem Platz hatten naturgemäß mehr mit den äußeren Bedingungen zu kämpfen und obwohl die Jenaer wesentlich häufiger in Gothas Hälfte auftauchten, blieben Chancen zunächst aus. Erst Lässigs 23-Meter-Schuss, den Gothas Keeper Weigel mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte (32.) sorgte für Raunen im Volkspark-Stadion. Dem anschließenden Eckball und einer Flanke Jovics folgte ein Durcheinander im Strafraum - bis Ceesay aus vier Metern ins Netz köpfte. Der Jubel war verfrüht, die Fahne des Schiri-Assistenten oben. Ob es wirklich Abseits war, ließ sich von der Position im mit Bauzäunen "gesicherten" Gästeblock schwer beurteilen. Sei's drum, es blieb zunächst beim 0:0 und die dominierenden Gäste kamen zu einer weiteren guten Gelegenheit durch Jovic nach Doppelpass mit Treitl (41.), bei der Jenas einzige Sturmspitze das Leder nicht unter Kontrolle brachte. Die wie erwartet defensiv orientierten Gastgeber hatten unmittelbar vor dem Seitenwechsel ihre erste Torgelegenheit, die Okrucky mit einer Flugeinlage durch den Strafraum gerade mal so zunichte machte.
"Wenn uns hier der Führungstreffer gelingt, gehen wir als Sieger vom Platz", soll Trainer Sandhowe seinen Jungs in der Kabine vorher gesagt haben. Doch die mit Wiederanpfiff noch weiter geöffneten Himmelsschleusen schienen auf die Moral zu drücken. Mit einem Mal gestaltete sich das Szenario ausgeglichen. Ja, der FCC konnte sogar von Glück reden und sich bei seiner Nummer eins bedanken, dass er in der 52. Minute nicht in Rückstand geriet. Gensbügel zog zunächst zentral aus 16 Metern, dann nochmal von rechts aus Nahdistanz ab - beide Male reagierte Okrucky hervorragend. Die Jenaer hatten in dieser Phase lediglich einen langen Pass Lässigs entgegen zu setzen, den Ceesay und Treitl verpassten. Als bereits 79 Minuten gespielt waren, Quades harmloser Schuss wurde gerade zu Weigels sicherer Beute, deutete vieles auf einen torlosen Spielausgang hin. Doch da war ja noch Jenas bester Feldspieler, Stefan Treitl. Eine Vorlage von links hämmerte dieser volley aus 17 Metern in die Maschen. Ein toller Treffer, der (nicht nur) auf die Jenaer Spieler befreiend wirkte. Doch entschieden war noch lange nichts. Neben den in jeder Hinsicht wackeren Gastgebern rückte nun Schiedsrichter Eichler mit einem Mal in den Blickpunkt. Über 80 Minuten lang hatte er die Partie sicher und unauffällig geleitet, angesichts der Platzverhältnisse durchaus bemerkenswert. Doch nach dem Führungstreffer schien es fast so, als wollte der Referee keinen der pitschnassen 22 Akteure ohne Punktgewinn vom Platz gehen lassen. So manch Ostthüringer Fussballfan sah seine ursprünglichen Bedenken gegenüber einem Erfurter Schiedsrichter bei dieser Paarung schließlich doch noch bestätigt. Gelbe Karten wegen Spielverzögerung (wo war der Karton bei Gensbügels Auswechslung, als es noch torlos stand?) folgten schwer nachvollziehbare Freistoßentscheidungen und ein übersehens Gothaer Handspiel im Jenaer Strafraum. Durch Riesenchancen der Gastgeber in der 90. Minute und der Nachspielzeit hing der Jenaer Erfolg noch zweimal am seidenen Faden.
Dann endlich der Schlusspfiff. Vergessen waren für unsereins die aufregenden Schlussminuten, vergessen auch die Unbehaglichkeit in durchnässter Kleidung und aufgeweichten Schuhen. Lieber ein 1:0 im Regen als ein 0:0 bei Sonnenschein ! Ein Urteil über das spielerische Potential der neuen Zeiss-Mannschaft sollte man sich angesichts der äußeren Einflüsse noch verkneifen, sich einfach mal freuen über einen Sieg. Übrigens der Erste zum Saisonauftakt, seit diese Homepage Spielberichte liefert. Dabei gehen wir mittlerweile in die siebente Saison... <fc>
Bilder des Tages, zusammengestellt von Jens Weißenburger


Kommentatorenteam:

<fc> - Frank Cichos
<uk> - Uwe Kaiser
<jw> - Jens Weißenburger
<vg> - Volker Große
<bpf> - Björn Pfennig

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