Achtelfinale: TSV 1880 Gera-Zwötzen - FC Carl Zeiss JENA 0:3

Jena: Görtz; Raickovic; Polak, Saraba; Lischke, Bijelic (65. Barich), Hempel, Sugzda, Hauser; Hanke (22. Schwesinger), M. Jovic (71. Kurbjuweit)

Zuschauer: 600

Schiedsrichter: Eichler (Erfurt)

Tore: 1:0 Schwesinger (36.), 2:0 Schwesinger (67.), 3:0 Saraba (72.)

Spielstenogramm: Spiel fand in Jena statt + + + Ungefährdetes Weiterkommen gegen Landesklassen-Spitzenreiter + + + Erneut große Schwächen in Chancenverwertung verhinderten klareren Erfolg + + + Geras Keeper Reichenbach mit etlichen Paraden + + + Hanke zieht sich Innen- und Kreuzbandriss zu und fällt für lange Zeit aus


Viertelfinale, 16.12.00: SSV Erfurt Nord - FC Carl Zeiss JENA 0:4

Jena: Berbig; Raickovic; Uster, Kowalik; Mason (75. Lischke), Barich, Sugzda, Kurbjuweit (75. Winterkorn), Hauser; M. Jovic, A. Jovic (61. Nowotny)

Tore: 0:1 Raickovic (30.), 0:2 A. Jovic (42.), 0:3 Mason (65.), 0:4 Kowalik (82.)

Schiedsrichter: Hofmann (Seligenthal)

Zuschauer: 650

Die ersten Minuten des Viertelfinales gegen Erfurt Nord muß ich leider unterschlagen. Als wir in der Landeshauptstadt ankamen, lief das Spiel bereits in seiner vollen Pracht, da die Anstoßzeit kurzfristig um eine halbe Stunde vorverlegt wurde. Na, was soll´s. Viel verpasst hatten wir scheinbar nicht. Jena machte das Spiel und gefiel durch gefällige Kombinationen, die, mal abgesehen vom finalen Torschuß, alle ganz gut aussahen. Die beste davon endete am Pfosten, nachdem Tobias Kurpjuweit aus Nahdistanz abgezogen hatte. Wie es dann aber immer so ist, wenn es vorne nicht so richtig will, klappt es hintenrum dafür um so schlechter. Nach etwa einer Viertelstunde war es fast soweit. Die Jenaer Abwehr konzentrierte sich wieder mal überdurchschnittlich stark (auf was, weiß ich nicht) und Lux (Name aus TA) hatte die Chance zur Erfurter Führung, die er aber glücklicherweise nicht nutzen konnte. Das reichte diesmal als Warnung. Jena arbeitete nun zielstrebig auf die Führung hin, welche folgerichtig nicht mehr zu lange auf sich warten lies. Nach einer Ecke köpfte Dejan Raickovic in der 30, Minute endlich zum 1:0 ein. Überflüssig zu erwähnen, dass unser bescheidener Torjubel auch einige Erfurter Edelfans auf den Plan rief, die uns am liebsten zu ihrer Weihnachtsfeier eingeladen hätten. Da es aber ganz schön kalt war, verschwanden sie bald wieder und wir konnten uns noch vor der Halbzeit über das 2:0 freuen. Aleksandar Jovic hatte den Ball vom linken Strafraumeck wunderbar über den Tormann hinweg geschlenzt und die beruhigende Halbzeitführung hergestellt.
Der zweite Abschnitt verlief ähnlich wie der erste. Nachdem Vollmann (TA) mit der besten Erfurter Chance alleinstehend an Tino Berbig gescheitert war und uns vergangene Regionalligawochen in´s Gedächtnis rief, machte Jena durch zwei Tore von Michael Mason und Krzysztof Kowalik den Sack zu und gewann am Ende- auch in dieser Höhe verdient- mit 4:0. Vor allem die kämpferische Einstellung, welche wir ja seit Wochen vermissen, stimmte diesmal. Jena fand über den Kampf zum Spiel und folgerichtig auch zum Tor. Ach (seuffz), wenn es doch immer so wäre. Sicherlich sollte man den Sieg nicht überbewerten, aber auch Erfurt Nord will erst mal geschlagen werden. Und mit der falschen Einstellung kann so ein Wochenendausflug sehr schnell zur unvergesslichen Blamage werden... <bpf>


Halbfinale, 01.05.01: SV 08 Steinach - FC Carl Zeiss JENA 0:6

Steinach: Dreilich - Lehnert, Bernschneider (46. Pysal), Roß I, Leipold-Büttner, Lederbach, Luther, Wild, Heß (68. Häusler), Czech (84. Sell), Meier

Jena:Okrucky; Kowalik (53. Sugzda); Uster, Saraba; Hauser, Boecker, Treitl, Mackel, Hempel; Mason (72. Kalff), M. Jovic (54. A. Jovic)

Tore: 0:1 Mackel (42.), 0:2 Treitl (53.), 0:3 Hempel (60.), 0:4 Roß I (67., Eigentor), 0:5 Mackel (70.), 0:6 Kalff (74.)

Schiedsrichter: Heiland (Gera)

Zuschauer: 3200

Wer nicht zur älteren Generation gehört, der konnte sich kaum vorstellen, dass während der sechziger Jahre im schön gelegenen Fellbergstadion zu Steinach bis zu 25.000 Zuschauer Platz fanden und den Oberligaspielen gegen den damaligen SC Motor Jena eine berauschende Kulisse verliehen. Immerhin waren es am Dienstagnachmittag offiziell 3200, die zum Spiel des Jahres aus Steinacher Sicht gepilgert waren und, sofern das Herz für die Landesklässler schlug, auf eine Pokalsensation hofften.
Wie geht ein momentan noch drei Klassen höher spielendes Team solch ein Spiel an ? Es könnte von der ersten Minute an mit vollem Tempo und Einsatz passend zum Tag der Arbeit auf eine frühe Entscheidung hinarbeiten. Oder es könnte die Sache ruhig und bedächtig anlaufen lassen, auf das größere Potential über 90 Minuten setzend. Dass sich die FCC-Akteure für letztgenannte Variante entschieden, konnte man ihnen angesichts frühsommerlicher Temperaturen vielleicht nicht einmal verübeln. Nur musste die kontrollierte Offensive der Anfangsphase gleich so extrem kontrolliert ausfallen ? In den ersten zwanzig Spielminuten gab es nicht eine einzige Torchance zu registrieren ! Erst Treitls Lupfer übers gegnerische Gehäuse beendete die totale Tristesse auf dem Rasen. Nach Eckball Hempels besaß Saraba wenig später die zweite Gelegenheit, der Kopfball flog um wenige Zentimeter am gegnerischen Tor vorbei. Die Gastgeber legten danach einen Teil ihres Respekts ab - Meiers Volleyschuss aus 18 Metern knapp am rechten Pfosten vorbei war ihre beste Offensivaktion im gesamten Spiel (29.). Anschliessend folgten noch einmal dreizehn Minuten Langeweile, bis M. Jovic einen Eckball heraus holte. "Passt auf, gleich fällt ein Tor", prognostizierte Jena-Fan Uwe K. und tatsächlich verwandelte Mackel die Ecke Hempels zum 1:0. Sekunden vor der Pause hätte Stefan Treitl der dürftigen ersten Hälfte einen Glanzpunkt verleihen können, als er schön freigespielt nur noch SV-Schlussmann Dreilich vor sich hatte. Doch statt zu schiessen, spielte er einen unpräzisen Querpass. Wer die Jenaer Spiele der letzten Woche gesehen hatte, für den besaß diese Szene keinen Neuwert mehr. Doch dass nun sogar schon der Mannschaftskapitän die Verantwortung an den Nebenmann weiter gab, versetzte Trainer und Anhang gleichermaßen in Rage.
Die Kabinenpredigt fand bei den Spielern Gehör. Den besten Beweis dafür lieferte Kapitän Treitl höchstpersönlich. Nach 52 Minuten sah er sich wiederum unbedrängt dem gegnerischen Torwart gegenüber und machte es diesmal besser. Sein Schuss prallte vom rechten Innenpfosten ins Netz. Nun nahm das Jenaer Spiel allmählich Fahrt auf. Aleksandar Jovic, für Namensvetter Miroslav ins Spiel gekommen, köpfte zunächst einen Eckball Hempels knapp über die Latte (59.) und revanchierte sich eine Minute darauf mit einer maßgeschneiderten Flanke auf den Kopf Dirk Hempels zum 3:0. Auch an den folgenden Szenen war jeweils A. Jovic beteiligt: Zunächst sein Schuss übers Tor nach Vorlage Usters (62.), danach das Eigentor, bei dem Th. Roß I in höchster Not vor Jenas Stürmer retten wollte und schliesslich jene Situation, die zum Elfmeter führte und bei der A. Jovic von hinten geschubst wurde. Nun ist das mit Strafstößen bekanntlich so eine Sache beim FCC. Eigentlich war Niels Mackel als nächster Schütze angekündigt, doch übernahm Dirk Hempel die Verantwortung, schoss scharf aber unplatziert und scheiterte an Dreier (69.). Zum Glück blieb nicht lange Zeit, darüber nach zu denken. Treffer Nummer fünf resultierte aus einem schnellen Gegenstoß über - na klar - Aleksandar Jovic, welcher den Torhüter umspielte und auf den besser postierten Niels Mackel ablegte. Dem talentierten Boris Kalff blieb es vorbehalten, das halbe Dutzend voll zu machen. Die Steinacher hatten sich zu diesem Zeitpunkt schon aufgegeben. Der "Mensch, macht mit"-Ruf des eingewechselten Häusler fand nur noch bei Schlussmann Dreilich Gehör, welcher Christian Hausers 19-Meter-Freistoß reaktionsschnell über die Latte lenkte (85.).
Fazit: Ein ungefährdeter Pflichtsieg, bei dem der FC Carl Zeiss nur zirka eine halbe Stunde lang Werbung für sich selbst betrieb. Finalgegner wird der Sieger aus der Partie RW Erfurt gegen Sondershausen sein. <fc>


Finale, 29.05.01 in Gera: FC Carl Zeiss JENA - FC Rot-Weiß Erfurt 0:2

Jena:Okrucky; Kowalik; Uster, Saraba (81. Sugzda); Hauser, Böcker, Treitl, Hempel (16. Lischke), Barich; Schwesinger (46. A. Jovic), M. Jovic

Erfurt:Kraus; Kushev; Loose, Bancic; Scheller (71. Hartung), Tews, Nemec (46. Pätz), Engelhardt; Seifert, Fritz (77. Dürr), Hebestreit

Tore: 0:1 Seifert (12.), 0:2 Fritz (16.)

Schiedsrichter: Jauch (Benshausen)

Zuschauer: 3320

"Bleib sachlich" wurde mir für diesen Spielbericht mit auf den Weg gegeben, was nach dem gestern Gesehenen nicht ganz leicht fallen dürfte. Die gezeigte Leistung kann man ohne schlechtes Gewissen als Frechheit bezeichnen und der Verein sollte sich ernsthaft überlegen, ob es sinnvoll ist, mit Spielern, welche eine derartige Lustlosigkeit auf dem Rasen verbreiten, in die nächste Saison zu gehen. Einzig Ocrucky und Treitl würde ich von dieser Einschätzung ausnehmen.
Zum Spiel: Die Erfurter Angreifer hatten von Anfang an genügend Platz ihren Spieltrieb voll auszuleben, was folgerichtig zu zwei frühen Toren führte. Ohne größere Anteilnahme der Jenaer Verteidigung konnte sich Engelhardt in der zwölften Minute an der Außenlinie durchsetzen und den Ball zurück auf Seifert spielen, welcher ohne Mühe aus etwa zehn Metern verwandeln konnte. Bereits fünf Minuten später führte ein Ballverlust an der Mittellinie zum 0:2. Ein Erfurter hatte den Ball in die Spitze auf Fritz gespielt, welcher aus 20 Metern in die linke untere Ecke traf. Ocrucky chancenlos! Von einem Aufbäumen auch danach keine Spur. Das es bis zur Halbzeit nicht noch schlimmer kam, war vor allem den Erfurter Stürmern zu verdanken, welche nach Kontern in der 32. und 42. Minute zwei weitere klare Chancen ausließen.
Im zweiten Abschnitt konnte sich Jena wenigstens ein paar Möglichkeiten erspielen, wodurch aber auch die Abschlußschwäche im Jenaer Angriff deutlich wurde. Vor allem Treitl hatte in der 53. Minute die Gelegenheit den Anschlußtreffer zu erzielen, als er nach einem Doppelpaß frei vor Kraus im Erfurter Tor auftauchte...und ihn aus fünf Metern anschoß. Auf der Gegenseite hätte acht Minuten später Pätz alles klar machen können, scheiterte aber ebenfalls freistehend am wirklich guten Okrucky. Die letzten 20 Minuten erhöhte Jena nochmal den Druck und hätte mit etwa Glück nochmal rankommen können. Ein schöner Schuß von Kowalik und ein Angriff über Treitl fünf Minuten vor dem Ende konnten von Kraus jedoch abgewehrt werden. Die beste Möglichkeit vergab Jena in der 80. Spielminute, als es kein Spieler fertigbrachte, den Ball die letzten 20 Zentimeter über die Torlinie zu schieben.
Was soll ich noch schreiben? Der Erfurter Sieg geht voll in Ordnung und Jena kann mit der kämpferischen Einstellung der ersten 70 Spielminuten auch in der Oberliga keinen Blumentopf gewinnen. Es tut mir leid, ich hätte gerne was besseres geschrieben. Aber das wäre glatt gelogen... <bpf>
Fotos vom Pokalfinale <jw>

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