Karlsruher SC - FC Carl Zeiss JENA 1:3

Tore: 0:1 Böcker (52., FE), 0:2 M. Jovic (59.), 1:2 Rothenbach (72.), 1:3 M. Jovic (83.)
KSC:
Walter (48. Rott); Rothenbach, Waterink, Grimm, Birk; Heinzen, Rus (70. Fengler), Zepek, Hanko (50. Fabus); Cetin, Nagorny
Jena:
Okrucky; Kowalik; Rapp, Uster (84. Saraba); Hauser, Böcker, Treitl, Hempel, Barich; Mason (66. Nowotny, 74. A. Jovic), M. Jovic

Zuschauer: 14.500

Schiedsrichter: Schiffner (Konstanz)

Spielbericht:
Als vor Saisonbeginn die Trainer ihre Aufstiegsfavoriten benannt hatten, stand der Karlsruher SC ganz oben auf der Liste. Irgendwo an vierter oder fünfter Stelle, quasi als Geheimtip, rangierte bei dieser Umfrage der FC Carl Zeiss Jena. Während die Badener, obwohl neuformiert, ihrer Rolle als Ligakrösus souverän gerecht wurden, erlebten die Jenaer ein Fiasko. Als Tiger gestartet, als Bettvorleger gelandet - so lässt sich diese katastrophale Saison wohl bildlich umschreiben.
Nichts sollte mich mehr erschüttern können an diesem letzten Spieltag. Dies hatte ich mir fest vorgenommen. Auf eine deklassierende Niederlage dem Tabellenstand entsprechend war ich gedanklich ebenso vorbereitet wie auf Sommerfußball der fehlenden Brisanz wegen. Die Karlsruher hatten bereits nach drei Minuten ihre erste Möglichkeit, als ein Pass aus dem Mittelfeld auf Hanko verlängert wurde, dieser aus elf Metern aber übers Tor schoss. Die Jenaer berschränkten sich von Anfang an keinesfalls nur auf die Defensive und zogen vorwiegend über die rechte Seite eigene Angriffe auf. Bis zur ersten Chance vergingen 18 Spielminuten: Kluger Pass von Mirovlav Jovic auf Stefan Treitl, doch der Kapitän scheiterte am herausstürzenden KSC-Schlussmann. Auf der Gegenseite landete der Ball nach 35 Minuten im Netz, nach einem Freistoß und zwei Okrucky-Paraden traf Heinzen im dritten Versuch. Das Tor fand wegen einer Abseitsstellung keine Anerkennung, hätte aber schon wegen des gestreckten KSC-Beins gegen Okrucky im Fünfmeterraum abgepfiffen werden müssen. Es blieb die letzte wirklich brenzlige Situation bis zur Pause, da die Gastgeber in dieser Phase keine hundert Prozent gaben und ihnen von den Jenaern auch nicht viel Spielraum geboten wurde. Auffälligster Akteur in Hälfte eins war Michael Mason, der ein enormes Pensum absolvierte und als Offensivspieler zusätzlich noch Abwehrarbeit verrichtete. Stark, wie er in der 29. Minute als letzter Mann gegen zwei KSC-Stürmer den Ball erkämpfte.
Auch die 2. Halbzeit begann mit einer Gastgeber-Chance. Okrucky kam an einen Eckstoß nicht heran, der Kopfball flog am rechten Pfosten vorbei (50.). Dann war wieder Stefan Treitl an der Reihe. Von Kowalik in Szene gesetzt, lief er mit Ball am Fuß in den Strafraum und wurde von Rothenbach über den Haufen gerannt. Klare Sache - Elfmeter. Dirk Böcker verwandelte ein weiteres Mal sicher. Nicht nur wegen seiner spät erkannten Qualitäten als Strafstoßschütze wird uns Böcker in der kommenden Saison sicherlich fehlen. - 1:0 für Jena ? Man stelle sich vor, in diesem Spiel wäre es noch um etwas gegangen ! So aber hätte uns dieses Ergebnis noch relativ kalt gelassen, wenn nicht die Sonne für konstant hohe Körpertemperaturen verantwortlich gewesen wäre. Doch es sollte noch besser kommen. Sieben Minuten nach dem Führungstreffer schickt Mason mit Pass aus der eigenen Hälfte Miroslav Jovic auf die Reise, der sprintet von der Mittellinie aufs Tor zu. Beim Versuch, den Schlussmann zu umspielen, wird der Winkel derart spitz, dass man annehmen musste, der Ball landet wieder mal am Pfosten oder Außennetz. Doch nein, in diesem Spiel ist alles anders. Jovic verwandelte mit links aus schwieriger Position und so langsam begann diese Partie Spaß zu machen. "Oh wie ist das schön, so was haben wir lange nicht geseh'n", skandierten die zum Liga-Showdown mitgereisten 250 Zeiss-Fans. Der KSC fühlte sich nun an der Ehre gepackt (gegen den Tabellenletzten wollte man im eigenen Stadion dann doch nicht verlieren), traf aber auf verbissen kämpfende Jenaer. Oftmals mit zwei Mann attackierten diesen den ballführenden Karlsruher, störten so den Spielfluss und kamen immer wieder selbst in Ballbesitz. Warum, fragte man sich nach einer Saison voller Pleiten, Pech und Pannen, funktioniert so etwas erst jetzt, wo es zu spät ist ? Die wenigen Gefahrenmomente überstand die Abwehr um Libero Kowalik mit Glück und Geschick. Lediglich beim Anschlusstreffer war sie nicht im Bilde, ließ den nach Eckball zunächst gut reagierenden Okrucky im Stich. Da Cetic das Leder am rechten Pfosten vorbei schob und Okrucky einen sich gefährlich senkenden Ball mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte (80.), blieb es bei dem einen Gegentreffer. Bis zum Abpfiff jubelten nur noch die Jenaer Fans. Zunächst über Mannheims Führung beim Erzrivalen Erfurt, danach über das 3:1: Hauser zog aus 18 Metern ab, der KSC-Keeper musste prallen lassen und Miroslav Jovic sorgte in Abstaubermanier für das Endresultat. Wie schon
damals in Liga zwei verabschiedete sich der FCC mit einem Sieg von des Gegners Platz.
So ganz gelang es mir übrigens nicht, mein eingangs beschriebenes Vorhaben in die Tat umzusetzen. Als ich nach Abpfiff die vielen Karslruher Fans feiernd durch die geöffneten Tore auf den Platz laufen sah, beschlich mich doch reichlich Wehmut. Was hätte ich darum gegeben, in dieser Athmospäre mitfeiern zu können und sei es nur den Klassenerhalt ! - Immerhin, am Dienstag könnte unsere Mannschaft dafür sorgen, dass wir doch ein bisschen zum Feiern kommen. Gegen Mitabsteiger RWE gilt es, den Thüringenpokal nach Jena zu holen. Es wäre ein winziges Trostpflaster auf die tiefen Wunden, welche diese Saison hinterlassen hat. <fc>
Die vorläufig letzten Fotos aus Liga drei

FC Carl Zeiss JENA - TSV 1860 München/Amat. 1:2

Tore: 0:1 Fröhlich (17.), 0:2 Fuchs (79.), 1:2 Böcker (83., FE)
Jena:
Okrucky; Kowalik; Barich, Saraba; Hauser, Böcker, Treitl (46. Uster), Hempel, Mason (85. Hanke); M. Jovic, Nowotny (46. Lischke)
München:
Keller; Schlüter; Holzer (67. Pereira), Görlitz, Wohland; Noll, Klingmann (84. Weller), Fuchs, Lacic; Fröhlich, Lauth

Zuschauer: 1400

Schiedsrichter: Kristek (Büdingen)

Spielbericht:
Auch im letzten Heimspiel dieser verkorksten Saison gab es nicht Gutes für die Zuschauer zu sehen. Schönes Wetter und 2 als Absteiger feststehende Teams spielten ein Freundschaftsspiel ohne Biß und Einsatz.
Zur ersten nennenswerte Situation kann ich nur den Täter und die Zeit liefern: der 60er Fröhlich erzielte in der 16. min das 1:0. Mehr konnte ich nicht sehen, da ich gerade mal hinter der "00"- Tür unter der Tribüne verschwunden war. Drei Minuten später mußte Okrucky einem Kopfball den Weg zum 2:0 verwehren. Im Gegenzug flankte Mason von rechts und Treitls Seitfallzieher wird noch von einem Verteidiger zur Ecke abgelenkt. Daraus entwickelte sich eine kleine Eckenserie, aber außer einem Verteidiger, der den Ball knapp neben das eigene Tor drosch, entstand keine Gefahr. Mason bediente in der 25. min Nowotny mit einem Flachpaß in die Mittelstürmerposition, aber Nowotny (meilenweit von seiner großen Form 99/00 entfernt) bekam den Ball nicht unter Kontrolle. In der nächsten Viertelstunde liefen fast alle annähernd gefährlichen Angriffe über Böcker, aber es fehlte die letzte Präzision im Zusammenspiel.
Aufregung kurz nach der Pause: M. Jovic setzte sich in der Mitte durch, zog in den Strafraum und legte mit viel Übersicht nach rechts zum eingewechselten Lischke ab. Der vergab jedoch freistehend und unbedrängt diese 100%ige und schoß daneben. In der 51. min spielte Görlitz im Jenaer Strafraum Saraba schwindlig, paßte nach innen, Lauth sorgte jedoch dafür, daß es nach vergebenen "Todsicheren" nun 1:1 stand. Anschließend verfiel das gesamte Stadion ein- schließlich Mannschaften in einen kollektiven Tiefschlaf, der erst in der 75. min beendet wurde, als Okrucky einen 23-m-Hammer zur Ecke lenken mußte. Kurze Zeit später wehrt die Jenaer Verteidigung - wiederum nach Eckball - den Ball zu kurz ab und nach einem straffen Schuß aus 18 m stand es 0:2, Okrucky hatte keine Chance. Letztes Ereignis in der 82. min: M. Jovic wird im Strafraum von Noll am Trikot gezogen. Der Schiedsrichter ahndete dieses Foul mit Strafstoß und Roter Karte für Noll (war letzter Mann?). Böcker zeigte, daß es beim FCC doch jemanden gibt, der die Elfer reinhaut und sorgte für den Endstand.
Fazit: Wer zu Hause geblieben war, hatte nichts verpaßt. <uk>

FC Carl Zeiss JENA - Spfrd. Siegen 1:3

Tore: 0:1 van Buskirk (31.), 0:2 Kotula (42.), 0:3 Hasa (44.), 1:3 Böcker (53., FE)
Jena:
Okrucky; Kowalik; Uster (65. Quade), Saraba; Böcker, Treitl, Hempel, Sugzda (65. Hauser); Mason, A. Jovic (65. Nowotny), M. Jovic
Siegen:
Koch; Knoche, Germann, Hasa, Waegner; Kotula (89. M. Willmann), Cirba (74. R. Willmann), Platek, van Buskirk (70. Bettenstaedt); Islamoglu, Nauroth

Zuschauer: 1594

Schiedsrichter: Sahler (Mutterstadt)

Spielbericht:
Nach so einem Spiel ist es wahrlich gar nicht so einfach, ein paar passende Sätze zu finden. Die Fakten waren vor dem Spiel klar: Der FC Carl Zeiss JENA war aus der Regionalliga Süd abgestiegen, und jedem im Stadion musste vor der Partie klar sein, dass es kein spannendes und vor allem hochklassiges Spiel geben würde. Trotzdem fanden immerhin noch 1594 Zuschauer den Weg ins Ernst-Abbe-Sportfeld, was natürlich in dieser Saison den negativen Zuschauerrekord bei Heimspielen des FCC darstellte.
Die erste Möglichkeit des Spiel hatte M. Jovic bereits in der 4. Minute, doch sein Schuss ging um einige Meter über das Tor. Aber das war es schon mit der Jenaer Angriffsoffensive. Das Spiel plätscherte nun so dahin und beide Teams neutralisierten sich weitgehend im Mittelfeld. Bei den Gästen aus Siegen war es Nauroth, der die erste Tormöglichkeit besaß, als er in der 16. Minute nach einem schönen Steilpass die Abseitsfalle überlistete und allein auf Torwart Okrucky zustürmte. Doch dieser konnte ihm gerade noch in letzter Sekunde den Ball zwischen den Füßen wegfischen. Danach verflachte das Spiel auf ein ganz niedriges Niveau. Bei den Hausherren hatte man den Eindruck, sie wollten nicht so recht, und die Sportfreunde aus Siegen hatten wohl ihre spielerische Linie auch noch nicht so richtig gefunden. Nach gut einer halben Stunde kam es aber wieder, wie es in letzter Zeit so häufig passierte. Van Buskirk, einer der besten im Team seiner Mannschaft, hatte nach glänzender Vorarbeit von Nauroth keine Mühe, die Führung der Gäste zu erzielen. Jena steckte in dieser Phase des Spiels nicht auf und hatte durch Böcker in der 34. Minute eine gute Möglichkeit zum Ausgleich, doch Gästetorwart Koch konnte seinen Kopfball gerade noch zur Ecke klären. Kowalik versuchte es wenig später erneut per Kopf, doch auch er hatte keinen Erfolg. Die Siegener hatten von fortan ihre stärkste Phase im Match. Zunächst konnte Nauroth in der 42. Minute aus aussichtsreicher Position den Ball nicht richtig treffen, doch nur wenige Sekunden später machte es sein Teamkollege Kotula besser, als er nach schönem Querpass im Strafraum mit einem trockenen Schuss aus 10m das 0:2 erzielte. Nur 60 Sekunden nach Kotulas Tor besorgte Hasa mit seinem Tor zum 0:3 den bis dahin vorläufigen K.O. Frustration und Niedergeschlagenheit machte sich unter den Fans breit. Dass Jena nicht mehr alles geben würde, da ja feststand, dass man abgestiegen ist, war vielen klar. Aber mit einem Halbzeitstand von 0:3 hatten aber wohl doch die wenigsten gerechnet. Einige FC-Fans (ca. 150) machten sich in den Fanblock der Gäste auf, um die vielleicht fünf mitgereisten Fans der Siegener lautstark zu unterstützen. Wie tief muss der Frust der Jenaer Fans eigentlich gesessen haben, wenn man dann noch lautstark Gesänge wie: "Wo bleibt denn das 4:0" oder "Auswärtssieg" von ihnen hörte. Einige ließen ihrem Unmut freien Lauf, indem sie mit Sprechchören den Vorstand aufforderten, von seinen Ämtern zurückzutreten.
Jena bemühte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit, das Ergebnis noch ein wenig zu korrigieren. Doch ein spielerisches Konzept war einfach nicht zu erkennen. Es wurden zu viele Zweikämpfe verloren und der letzte Biss nach vorne fehlte. Die Bälle wurden quer gespielt, und bei manchen Zuschauern musste man sogar Angst haben, das sie das Ende des Spieles gar nicht mehr mitbekommen würden, da sie eingeschlafen waren. Sieben Minuten nach Wiederanpfiff drang M. Jovic in den Strafraum ein und wurde durch ein sehr zweifelhaftes Foul vom Ball getrennt. So mancher Schiedsrichter hätte da die Pfeife stumm gelassen, doch der Unparteiische aus Mutterstadt zeigte zur Freude der Jenaer auf den Elfmeterpunkt. Viele Zuschauer aber wollten am liebsten gar nicht hinsehen, um den eventuell nächsten Schützen zu beobachten, der einen Elfmeter vergibt. Aber Böcker verwandelte souverän zum Anschlusstreffer. Bis auf nur noch wenige Möglichkeiten, wie z.B. durch M. Jovic und einen schönen Schuss der Gäste, brachten beide Teams in der letzten halben Stunde der Partie nicht mehr Nennenswertes zustande. Spätestens an den Strafraumgrenzen waren die Angriffe beider Mannschaften zu Ende. Der traurige Höhepunkt war der für alle erlösende Abpfiff des Schiedsrichters. <vg>
Bilder des Tages <jw>

SC Pfullendorf gegen FC Carl Zeiss JENA 2:1

Tore: 1:0 Barlecaj (12.), 2:0 Magdic (34.), 2.1 M. Jovic (45.)
Pfullendorf:
Kronenberg (44. Falk); Turpal, Knackmuß, Schwartz, Krause; Fall, Krämer, Magdic (69. Stehle), Lindinger, Simon; Balecaj (86. Römer
Jena:
Okrucky; Kowalik; Uster, Saraba; Treitl, Böcker, Mackel, Hempel (74. Sugzda); Mason, A. Jovic (74. Nowotny), M. Jovic

Zuschauer: 800

Schiedsrichter: Greipl (Kirchdorf)

Spielbericht:
In Pfullendorf muß man gewesen sein ! Ohne Abwertung von Pfullendorf: Dieses Auswärtsspiel charakterisiert Jenas Sturzflug ideal, dort wären wir "früher" höchstens in der ersten Pokalrunde angetreten, jetzt machte der FCC in diesem verträumten Städtchen in einem Pflichtspiel den Abstieg auch theoretisch perfekt. Schon die Anfahrt war ein Erlebnis: Die letzten 50 km ging es - mangels Bundesstraßen - über unnumerierte Landstraßen (aber Topzustand und wenig Verkehr) durch Dörfer, die trotz (oder wegen ?) ihrer Fachwerkhäuser in jeglicher Qualifikation für den Wettbewerb "Schönstes Dorf" gescheitert wären. In Pfullendorf (auf dem Ortsschild steht nachdrücklich "Stadt Pfullendorf") selbst reichte ein 10minütiger Bummel, um das Ortszentrum vollständig zu erkunden. Gestärkt durch einen Eisbecher ging es dann zum Stadion, das sich lediglich durch die kleine, überdachte Sitzplatztribüne und den Gästekäfig (Zitat Polizei) von jedem anderen Dorfsportplatz unterschied. Übrigens erreichten etliche Zuschauer die Gegengerade, indem sie den Weg durch den Stadioninnenraum vor der Gästekurve (die war das einzige Stück Stadion mit einem Zaun davor) abkürzten.
Die erste Halbzeit könnte man glatt ignorieren, wenn nicht die 3 Tore gefallen wären. Es spielte der Vorletzte gegen den Letzten und beide Teams zeigten das deutlich. Wenn der Pfullendorfer Trainer in der Pressekonferenz von einem in der 1. Halbzeit starken Spiel mit guten Kombinationen seiner Mannschaft sprach, so hat er sehr, sehr niedrige Ansprüche. Nach 12 min schafften es 3 Jenaer im Strafraum nicht, einen Pfullendorfer am Schuß zu hindern, Okrucky kann den Ball nur abklatschen und aus Nahdistanz staubt der nächste Angreifer ab - 0:1 aus unserer Sicht. Die feierwütigen Zeiss-Fans (ca. 70 - 80 hatten den Weg ins Hinterland des Bodensees gefunden) ließen sich davon aber nicht die Stimmung verderben und sangen weiter aus Leibeskräften. Eher störte da schon die schwarze Wolkenwand, die in unserem Rücken entgegen allen Wetterprognosen aufzog, aber nach 3 Tropfen zum Glück abdrehte. In der 34. Minute gab es einen schnellen Angriff der Gastgeber mit einem langen Paß auf Linksaußen, Flanke zur Mitte und da Kowalik einen großen Sicherheitsabstand zu seinem Gegenspieler ließ, stand es 0:2. So langsam wachte der FCC auf und nach einem Hempel-Schuß in der 38. min begann eine Eckenserie (3 oder 4 hintereinander), die aber außer einem Kopfball von A. Jovic knapp übers Tor (40.) nichts einbrachte. Vor der Pause verletzte sich der Pfullendorfer Torwart und mußte ausgewechselt werden. Die unmittelbar auf die Unterbrechung folgende Jenaer Ecke kam als Flanke von der anderen Seite wieder in den Strafraum, jedoch war A. Jovic etwas zu klein, um sie zu verwerten und der Ball wurde abgewehrt - genau bis zu M. Jovic, der etwas außerhalb des Strafraum stehend den Ball aus der Drehung direkt ins lange obere Torecke donnerte. Das war ein Auftakt nach Maß für den neuen Keeper !
Nun begann eine zweite Hälfte, die sich grundlegend von der ersten unterschied. Der Tabellenvorletzte stand immer noch auf dem Platz, die andere Mannschaft - der FCC - übernahm das Kommando. Einzige (!) Chance der Gastgeber im 2. Durchgang war ein Fernschuß, den Okrucky sicher aus dem linken unteren Eck holte. Jena begann in der 52. min mit einer gutaussehenden Angriffskombination über rechts (über diese Seite ging fast alles, was gefährlich wurde), die aber nichts einbrachte. Eine Minute später krachte ein Fernschuß (weiß nicht von wem, die Sicht war noch schlechter als in Aalen) an den linken Pfosten des SCP-Tores, der in der Folgezeit noch arg leiden mußte. Ein Angriff des FCC lief per Doppelpaß über links (58.), der Ball kam quer nach rechts zu Hempel, der zieht aus 18 m ab, die Jena-Fans jubeln... vergebens - Außennetz ! Nächster Angriff 60 Sekunden darauf: Ein langer Paß von der Mittellinie findet Mason, der geht in der Strafraum rein, jedoch wehrte der Keeper seinen Schuß reaktionsschnell ab. Nach einem Eckball in der 64. min ist es wiederum Hempel, der mit einem direkten Schuß den Pfosten prüft, irgendwie hatte der Torwart seine Fingerkuppen aber auch im Spiel gehabt. In der 71. min das nun schon vertraute Spiel: Hempel geht auf der rechten Seite durch und trifft mit Hilfe der Torwartfingerspitzen exakt den armen Pfosten. Unser Team versiebte noch 2 weitere dicke Chancen: Erst kommen 2 Jenaer nach einer Kopfballablage Böckers vorm Tor zu spät (74.), den weggeschlagenen Ball befördert Treitl postwendend aus 35 m (!) direkt auf den Torwart, der den Schuß vor lauter Schreck prallen ließ. Dann kam wieder ein Gästeangriff über rechts, Mason erhielt den Ball und zirkelt jedoch aus halbrechter Position am herausstürzenden Keeper und knapp am langen Pfosten vorbei.
Der FCC zeigte in Pfullendorf gleich noch einmal, warum man auch in Aalen nicht gewinnen konnte: die liebe Chancenverwertung ! Mit den Tormöglichkeiten auf diesen beiden Spielen werden andere Teams eine ganze Halbserie lang der Auswärtsschreck der Liga ! Und weiter: Ein Spiel dauert 90 min (5 Mark ins Schwein) und da reicht nur eine gut gespielte Halbzeit eben nicht aus.
P.S. Besonderer Dank an GUNNER, ohne dessen geborgten Stift mein schriftliches Spielstenogramm gescheitert wäre. <uk>

FC Carl Zeiss JENA - SV Wehen 2:2

Tore: 0:1 Gisinger (21.), 1:1 Böcker (47.), 1:2 Amstätter (63.), 2:2 Sugzda (78.)
Jena:
Okrucky; Sugzda; Uster, Saraba (88. Rapp); Hauser (67. Nowotny), Treitl, Böcker, Mackel, Hempel (85. Winterkorn); M. Jovic, A. Jovic
Wehen:
Lache; Wilde; Amstätter, Izuagha, Sauer; Becker, Bunzenthal, Da Silva (73. Naciri), Dylong; Gisinger (77. Jakic), Mehic

Zuschauer: 1798

Schiedsrichter: Friedrichs (Ilvesheim)

Spielbericht:
Den ersten Dämpfer gab es vor dem Anpfiff. Ausgerechnet jener Akteur, der auf der Titelseite des Stadionjournals als torgefährlichster Jenaer der letzten Wochen gelobt wurde, fehlte auf dem Ansetzungsbogen. Michael Mason war an Angina erkrankt. Nach Aussage von Trainer Petrovic erlitten die Mannschaftskollegen, als sie Masons Ausfall mitgeteilt bekamen, einen Schock.
So spielten sie dann auch. Zumindest 45 Minuten lang. In so manch schwachem Heimspiel zuvor hatte man wenigstens das Bemühen in der Anfangsphase erkennen können, diesmal war davon nichts zu sehen. Man wurde den Eindruck nicht los, als fühlte sich die Jenaer Elf durch den Verlauf des Steinacher Pokalspiels bestärkt - nach einer verschlafenen ersten Halbzeit hatte man dort noch klar gewonnen. Nun scheint Wehen zwar weniger Fans als Steinach zu haben, in Jena zeigte sich kein einziger - spielt aber drei Klassen höher. Dies bekamen die Gastgeber spätestens in Minute 21 zu spüren, in der die komplette FCC-Abwehr zu weit aufgerückt war und Gisinger sein Solo mit Schuss aus 17 Metern zum Führungstor abschloss. Konsequenzen für das Jenaer Spiel hatte das keine. Der FCC verhielt sich weiterhin wie das Kaninchen vor der Schlange. Dabei schien der Gegner beileibe nicht übermächtig ! Gäste-Coach Schwickert bescheinigte seinen Jungs zwar eine Halbzeit auf überdurchschnittlichem Regionalliga-Niveau ("Sowas habe ich von ihnen noch nicht erlebt"), was Slavko Petrovic mit "Wehen habe ich spielerisch noch nie so stark gesehen" auch brav bestätigte. Betrachtet man Wehens Chancenausbeute gegen vollkommen indisponierte Jenaer, gelangt man aber schnell zu der Feststellung, dass sich die Stärke des Kontrahenten einzig und allein auf dessen Defensivarbeit beschränkte. Mit temporeichem Kurzpassspiel wäre diesem beizukommen gewesen. Doch mehr als zwei mittelprächtige Kopfbälle von M. Jovic (31.) und Mackel (37.) brachte man nicht zustande. Fußball zum Abgewöhnen, ohne Tempo, Einsatz und Konzept. Pfiffe und Buh-Rufe der knapp 1800 Besucher begleiteten die lustlos wirkenden Zeiss-Kicker in die Kabine.
Die Hoffnung, Petrovics Kabinensansprache möge die Wende zum Besseren einleiten, schien sich gleich nach Wiederanpfiff zu erfüllen. Hempels Eckball von links köpfte Dirk Böcker aus fünf Metern schulbuchmäßig ins Netz. Bei Hempels Schuss aus 19 Metern nach guter Vorarbeit Mackels (51.), erst recht bei jener Gelegenheit von Niels Mackel, die SV-Torwart Lache mit einem einhändigen Reflex zunichte machte (61.), lag sogar die Führung in der Luft. Der Zeitpunkt des 1:2 muss deshalb als unglücklich bezeichnet werden, nicht jedoch sein Zustandekommen. Begünstigt durch M. Jovics Ballverlust erhielt Amstätter kurz vor der Strafraumgrenze das Leder, ließ mit einer Körpertäuschung Sugzda mächtig alt aussehen und donnerte den Ball aus zehn Metern unter die Latte. Zugute halten kann man den beiden Jenaern lediglich, dass sie auch den Ausgleich im Duett besorgten. Die Ecke von M. Jovic köpfte Gedeminas Sugzda rechts unten in die Maschen. Fortan schöpften die Zuschauer immer dann neuen Mut, wenn es Eckbälle oder Freistöße für die Gastgeber gab. Ungewohnterweise besaß der FC Carl Zeiss diesmal tatsächlich die Lufthoheit, was auch in der Möglichkeit für Stefan Winterkorn drei Minuten vor Ultimo zum Ausdruck kam. Vorbereitet von M. Jovic, flog Winterkorns Aufsetzerkopfball knapp neben das Gehäuse. Ein Sieg, da waren sich alle einig, wäre zwar nicht verdient gewesen. Er hätte aber das Fünkchen Hoffnung auf den Klassenerhalt am Glimmen gehalten.
Ein weiterer, diesmal nostalgischer Blick ins Stadionjournal. In Heft 15 wird die limitierte Auflage eines EC-Wimpels angeboten. Auf diesem ist ersichtlich, dass 1981 Benfica Lissabon im Ernst-Abbe-Sportfeld mit 2:0 bezwungen wurde. - Zwei Jahrzehnte später besiegelt der FC Carl Zeiss Jena durch ein 2:2 gegen SV Wehen seinen Abstieg in die Viertklassigkeit. <fc>
Die Bilder des Tages von Jens Weißenburger
Erlebnisbericht der Lokalmatadore

VfR Aalen - FC Carl Zeiss JENA 1:1

Tore: 0:1 Mason (23.), 1:1 Oehlkuch (71.)
Aalen:
Sabanov; Theres; Schneider, Neumann (38. Kanyuk), Bochtler; Schiele, Thiel (58. Oelkuch), Okic, Butrej; Coulibaly, Rogosic (76. Honold)
Jena:
Okrucky; Kowalik; Uster, Saraba; Böcker, Treitl, Hempel, Mackel, Hauser (73. A. Jovic); Mason (77. Nowotny), M. Jovic

Zuschauer: 1600

Schiedsrichter:

Spielbericht:
Mit der Hoffnung, dass es vielleicht wieder Hoffnung auf Hoffnung für den Nichtabstieg gibt, hatten sich knapp 100 FCC-Anhänger auf den Weg in den Nordosten der Schwäbischen Alb gemacht. Die Mannschaft wollte auch gleich Ihren Beitrag für das Entzünden des Hoffungsfunken beisteuern, als bereits nach zwei Minuten M. Jovic mit einem schönen Pass aus dem Mittelfeld auf die Reise geschickt wurde. Ein Aalener Abwehrspieler war dann letztendlich aber einen Schritt schneller und konnte den Angriff abwehren. Die Aalener konnten sich in der Anfangsphase nur gefährlich in Szene setzten, wenn ein Jenaer patzte - z. B. als Kowalik den Ball vertändelte und Uster im letzten Moment gegen Rogosic klären konnte oder als Saraba sich austanzen ließ und die Flanke von der rechten Seite genau auf dem Kopf von Coulibaly landete, aber am Jenaer Tor vorbeistrich (4.). Jena antwortete mit zwei Chancen durch Hauser (7., einen Schritt zu spät) und Hempel, statt einer Flanke versuchte er es von rechts außen mit einem Schuss. Aalens Torhüter war schon auf dem Weg zum "Flankewegfangen", schaffte es aber noch rechtzeitig zurück (11.). Die bis dahin größte Chance vergab Aalen nach 15 Minuten. Wieder war Kowalik der Ball versprungen, sodass Coulibaly auf den nachrückenden Theres passen konnte, der frei vor Okrucky aus 12 Metern an diesem scheiterte. Im Gegenzug wurde M. Jovic beim Versuch zwei Aalener Abwehrspieler im rechten Strafraumeck auszuspielen von diesen in die Zange genommen und zu Fall gebracht. Mit der Verweigerung des eigentlich angebrachten Elfmeterpfiffs wollte der Schiedsrichter vermutlich die Jenaer vor ihrem Elfmetertrauma schützen ... Nach 23 Minuten sorgte Mason dafür, dass im Jenaer Block wieder über die (Un)möglichkeit der notwendigen Siegesserie diskutiert wurde. Hauser hatte sich auf der linken Seite den Ball erkämpft und steil auf Mason gespielt. Dieser ließ zwei Aalener nur zuschauen und traf von der linken Strafraumecke ins lange Eck zum umjubelten 1:0 für Jena. Aalen erhöhte nach dem Rückstand den Druck. Immer wieder über die rechte Seite trugen sie ihre Angriffe vor. Okrucky musste dabei zwar viele Flanken und Schüsse wegfangen, so richtig gefährliche Aktionen, dass den Jenaer Fans der Atem gestockt hätte, waren aber nicht dabei. Der FCC konnte bis zur Pause nur noch einmal für Entlastung sorgen, als M. Jovic sich gegen drei Aalener Abwehrspieler durchsetzte, auf Hauser ablegte, dessen Schuss aber abgeblockt wurde (38.).
Halbzeit 2 begann mit einer Glanzparade von Okrucky. Nach einer Ecke war Schiele (?) aus 7 Metern zum Schuss gekommen, den Okrucky mit einem Reflex an die Latte lenkte. Den abprallenden Ball brachte Mackel per Fallrückzieher aus dem Strafraum und leitete damit einen vielversprechenden Konter ein. M. Jovic zog auf der linken Seite davon, flankte in die Mitte auf den frei heranbrausenden Mason. Statt den freien Weg zum Tor zu nutzen, reichte Mason den Ball nach rechts auf Hempel weiter. Dieser passte dann zurück auf Mason, der - immer noch freistehenden - 14 Meter vor dem Tor aber zu viel Zeit mit der Ballannahme verbrachte, sodass seinen Schuss ein zurückeilender Verteidiger noch zur Ecke ablenken konnte. Die zweite Hälfte war vom Anrennen der Aalener geprägt und die Jenaer Abwehr geriet mehr und mehr unter Druck und zeigte dabei einige Schwächen. So richtig torgefährlich waren die Aalener Aktionen allerdings nicht, sodass man sich im Fanblock mehr darauf konzentrierte die Versuche zu zählen, bis Jena den Ball aus dem Strafraum bekam. In der 54. Minute waren es vier Versuche und in der 69. waren es drei Ecken nacheinander, bis endlich mal wieder Zeit zum Luftholen war. In dieser Phase hätte der FCC aus einem seiner gefährlichen Konter ein Tor machen müssen. Ich bin mir sicher, Aalen wäre zu keiner Reaktion fähig gewesen. Die besten Konterchancen vergaben M. Jovic mit einem Volleyschuss aus acht Metern über das Tor nach Pass von Mason (54.), Hauser nach einer Kombination über Hempel und Mason (64.) und Treitl, dessen Schuss aus 18 Metern vom Aalener Torhüter noch zur Ecke gelenkt werden konnte (66.). Da Aalen aus dem Spiel heraus sich keine hochkarätigen Chancen erspielen konnte, war der VfR auf Standards angewiesen, wie in der 71. Minute. Hauser hatte Coulibaly knapp 20 Meter vor dem Tor zu Fall gebracht und Oehlkuch zirkelte den Freistoß geschickt über die Mauer und unhaltbar für Okrucky ins linke obere Toreck. Aalens Druck ließ nach dem Ausgleich sofort nach und Petrovic versuchte durch die Einwechslung von A. Jovic und Nowotny neuen Schwung ins Jenaer Angriffsspiel zu bringen. Fasst hätte es auch noch geklappt, doch Aalens Torhüter rettet zwei Minuten vor dem Abpfiff per Fußabwehr gegen M. Jovics Schuss und auch der Nachschuss von Mackel (?) wurde abgeblockt. Mason und M. Jovic waren auf Jenaer Seite für mich die auffälligsten Akteure, ansteigende - was nach der bisherigen Saisonleistung allerdings auch nicht so schwer ist - Formkurven zeigten Hauser (teilweise noch sehr ängstlich, wenn er in Tornähe kommt) und Uster. Kowalik und Saraba waren diesmal die Hauptverursacher der Unruhe in der Hintermannschaft. Es war kein hochklassiges, aber ein temporeiches und ansehnliches Spiel mit einem gerechten Spielausgang. Nur leider war der Ausgleich so was wie ein Eimer Wasser über die aufkeimenden Hoffnungsfunken im Jenaer Lager ...
Beobachtung am Rande: Zwei Balljungen waren vom Jenaer Anhang so beeindruckt, dass sie sich beim "Hey FC Carl Zeiss" immer wieder zum Mitsingen hinreißen ließen. Außerdem öffneten sie nach dem Abpfiff das Fluchttor am Jenaer Block, um den Fans das Einpacken der Fahnen zu ermöglichen. Dass dann plötzlich der halbe Block auf dem Spielfeld stand, war zwar sicher nicht im Sinne der Ordnungshüter. Diese reagierten aber souverän und gelassen und den Jenaer Fans bot sich so die Möglichkeit mal direkter als beim sonstigen "Abklatschen" mit den Spielern zu sprechen. Von Mason und Saraba war dabei zu erfahren, dass sie auch in der kommenden Saison in Jena spielen werden. <jw>
Fotos aus Aalen

FC Carl Zeiss JENA - 1. FC Schweinfurt 05 3:1

Tore: 1:0 Treitl (60.), 2:0 Mason (61.), 3:0 M. Jovic (64.), 3:1 Tuma (83.)
Jena:
Okrucky; Sugzda (GRK, 88.); Uster , Saraba (85. Rapp); Hauser, Treitl, Böcker, Mackel (80. Quade), Hempel; M. Jovic, Mason
Schweinfurt:
Scherbaum; Dorbath (46. Stockmann), Ramovs, Gröger, Skoric (67. Galuschka); Wirsching, Rögele, Sprecakovic (67. Agu), Karagöz; Gerhardt, Tuma

Zuschauer: 2051

Schiedsrichter: Kiefer (Bietigheim)

Spielbericht:
(Diesmal von Gastreporter Ragnar Boedefeld)
Manchmal können auch Siege bitter sein. 30 Minuten der zweiten Halbzeit nämlich erinnerte die Jenaer Mannschaft im Stil an jene, die im letzten Jahr die furiose Aufholjagd glücklich beendete. Da bekommt man einen Sieg "hinzelebriert", über den man sich am Ende doch nicht richtig freuen kann, weil er sicherlich zu spät kommt; 42 Punkte könnten es werden, wenn alle sechs ausstehenden Partien gewonnen werden. Aber man fährt zum Beispiel auch noch zum Tabellenersten KSC. Man glaubt nicht daran und hofft doch (noch ginge es ja). Nach diesem Spiel freilich wieder ein bisschen mehr.
Es ging munter los, in den ersten fünf Minuten waren drei Jenaer Torschussversuche zu vermerken. Es ließ sich so etwas wie eine Achse Böcker-Hempel erkennen, M. Jovic und Mason setzten im Sturm erste Akzente. Von Schweinfurt war bis auf einen Schuss aus 19 Metern in der 8. Minute nichts zu sehen. Die Jenaer Feldvorteile zeigten sich in einem schön herausgespielten Abseitstor in der 19. Minute und einem an M. Jovic verschuldeten Elfmeter in der 26. Minute, den Mason prompt "im Stile eines Kunstschützen" (Kommentar eines Sitznachbarn) vergeigte. In der Regel bekommt der FCC in letzter Zeit nach so einem Ding ein Gegentor. Diesmal landete der Freistoß von Schweinfurts Gerhardt am rechten Pfosten. Als dann derselbe Spieler in der 40. Minute nach schönem Schweinfurter Kurzpassspiel aus 22 Metern den linken Pfosten traf, stellte sich erstmals das Gefühl ein: 'Heute geht doch was für uns.' Das Gesicht, das der Schweinfurter nach seinem zweiten Treffer ans Gebälk machte, bestärkt mich in meinem Vorhaben, das kleine Fernglas öfter mit ins Stadion zu nehmen. Mehr gab es nicht von Schweinfurt, bis zur Pause stürmte nur eine Mannschaft: der FCC. Es war auf jeden Fall ansehnlich, obwohl es sich zum Beispiel bei Hauser zeigte, dass er nicht ganz der Knipser ist (zweimal das Außennetz, einmal den Torwartfuß getroffen). Wenn noch dazu kommt, dass sich Mason in aussichtsreicher Position einen Querschläger leistete, Hempel ob seiner eigenen Genialität staunend nach einem gelungenen Pass an der Mittellinie stehen blieb und M. Jovic lauftechnisch gesehen nicht der Mann dafür ist, Pässe in die Spitze abzuschliessen, dann ist erklärt, wieso es zur Pause 0:0 stand.
Nach dem Bratwurstkaffeebier zeigte Schweinfurt kurz, dass der Dritte der Tabelle mitspielte. Bis zur 58. Minute kamen sie viermal gefährlich zum Abschluss - zweimal musste Okrucky klären. Es wäre eventuell so weiter gegangen, wenn nicht Treitl im Nachschuss nach einer Ecke das Tor getroffen hätte. Ich war noch beim Schreiben, schon brüllte wieder alles los und ich sah noch, wie Mason allein auf den Schweinfurter Torwart Scherbaum zulief, ihn ausspielte und zum 2:0 einnetzte. Das musste ich natürlich aufschreiben - wieder brüllten alle - da, wo vorher Mason war, lief jetzt wieder ein Jenaer allein auf den Torwart zu. Ich dachte für einen Moment, ich sehe die Zeitlupe, bis zu dem Augenblick, wo Böcker mit links verstolperte. Irgendwie euphorisiert durfte ich drei Minuten später so einen Angriff mal von Anfang an mitverfolgen: Hauser passt aus dem Mittelfeld steil auf M. Jovic, der tanzt Scherbaum aus und schließt ab - 3:0. Von da bis zum Gegentor in der 83. Minute war es ein wunderschöner Film, wie er in letzter Zeit leider zu selten gelaufen ist. Der FCC spielte schnellen Konterfußball gegen aufrückende Schweinfurter, mitunter wurden auch aus dem Mittelfeld herausgespielte Angriffe gestartet. Ein Beispiel für letzteres wäre der Schuss von Mackel in der 74. Minute, der knapp am linken Pfosten vorbeipfiff. Ein seltsamer Konter der Gäste, der wie ein Run beim American Football aussah - und es stand 3:1. Die verbleibenden sieben Minuten waren aber zu wenig, als dass nochmal das große Zittern hätte anfangen müssen, obwohl Schweinfurt drückte. Kurz vor dem Ende zeigte Sugzda beim Versuch zu klären eine Nahkampfeinlage (ein bisschen sah es aus wie bei OlliK) und sah Gelb-Rot. Ein Grund mehr, warum der Sieg letztendlich ein bisschen bitter schmeckt.
Bilder des Tages <jw>

FC Kickers Offenbach - FC Carl Zeiss JENA 4:1

Tore: 1:0 Binz (16.), 2:0 Würll (21.), 2:1 Mason (23.), 3:1 Würll (59.), 4:1 Schindler (84.)
Offenbach:
Thier; Binz; Dolzer, Barletta (76. Fossi), Dama; Maier (62. Schindler), Ertl (85. Stohn), Dworschak, Köpper; Würll, Becker
Jena:
Okrucky; Sugzda (77. Schwesinger); Uster, Saraba (87. Barich); Hauser (46. Kurbjuweit), Treitl, Böcker, Mackel, Hempel; M. Jovic, Mason

Zuschauer: 7800

Schiedsrichter: Stark (Ergolding)

Spielbericht:
Man schrieb den 4. Januar 2000, als Trainer Slavko Petrovic den Fans beim Fußball-Stammtisch vorrechnete, dass unter seinem Vorgänger die Mehrzahl der Punkte in den letzten Spielminuten verloren gegangen seien. Die Beseitigung dieser Schwäche war sein erklärtes Ziel und wurde zwischenzeitlich auch erreicht. Doch ein Jahr später hat ihn die Vergangenheit eingeholt. Allein in den bisherigen Punktspielen des Jahres 2001 wurden durch Gegentore in den letzten zwanzig Minuten sage und schreibe 10 Punkte verschenkt ! Ein Blick auf die Tabelle verrät, mit diesen zehn Zählern mehr wären wir zwar längst nicht aller Sorgen ledig, aber immerhin noch hoffnungsvoll dabei im Kampf um den Klassenerhalt. - Auch in Offenbach kamen die Jenaer in der Schlussphase nicht ungeschoren davon. Dass die 10 weiterhin Bestand hat, liegt nur daran, dass die Partie am Karsamstag schon zuvor entschieden war.
Doch der Reihe nach. Der FC Carl Zeiss begann gefällig. Masons schneller Gegenstoß mit Abspielversuch auf M. Jovic (8., Dolzer im letzten Moment dazwischen) war die erste gefährliche Situation im Spiel. Eine Kombination über Böcker, Jovic, Mason führte zur nächsten Chance durch Hauser, dessen 18-Meter-Schuss für Thier im OFC-Gehäuse kein Problem darstellte. Auf der Gegenseite bekam Okrucky nach einer Viertelstunde erstmals zutun, meisterte Damas Schuss sicher. Eine Minute darauf: Ballverlust von Libero Sugzda, Becker wird im letzten Moment von Treitl gebremst. Die daraus resultierende Ecke kommt auf den langen Pfosten, ein Jenaer (Saraba?) berechnet die Flugbahn falsch, der mit nach vorn geeilte Binz trifft mit Aufsetzerkopfball zum 1:0. Die Kickers nun am Drücker. Bei Dworschaks Direktschuss aus lediglich zehn Metern reagierte Okrucky mit sensationeller Fußabwehr (20.). Schon eine Minute später sah sich Jenas Schlussmann von seiner Abwehr erneut im Stich gelassen. Weiter Einwurf von links, Kopfballverlängerung, Würll steht am rechten Pfosten mutterseelenallein und köpft mühelos zum 2:0. Unglaublich, vor der Offenbacher Kopfballstärke nach Standartsituationen hatte Petrovic vor dem Spiel eindringlich gewarnt ! Vergebens. Man musste Schlimmes befürchten für die Jenaer, doch Minute 23 brachte die Hoffnung zurück. Hempels hohe Eingabe nahm Mason an der Strafraumgrenze volley und schmetterte das Leder genau ins linke untere Eck. Ein toller Treffer, der schlagartig für Ruhe sorgte am Bieberer Berg. 120 mitgereiste Zeiss-Fans übertönten nun phasenweise den riesigen OFC-Fanblock, ob mit Selbstironie ("Wir haben keine Gegner mehr, schickt uns La Coruna her") oder einem wohl noch nie zuvor von Thüringern soll toll interpretierten "You will never walk alone". Auch auf dem Spielfeld waren die Gäste jetzt tonangebend. Böckers Schuss in der 37. Minute war eine gute Gelegenheit, kein Vergleich aber zu dem, was sich Sekunden später ereignete. Folgende Szene war vom Jenaer Fanblock hinter dem Gastgeber-Gehäuse bestens zu verfolgen: Ein schneller Gegenstoß des FCC, Niels Mackel bekommt unbedrängt im Strafraum den Ball. Das muss der Ausgleich sein, dachten wir, der braucht sich doch nur noch die Ecke auszusuchen. Doch...oh nein...Mackel schießt nicht, sondern schiebt den Ball nach links zum völlig verdutzten Mason rüber, der eigentlich nur noch jubeln wollte, nun aber unter Bedrängnis mit seinem schwachen linken Fuß vollenden muss. Dementsprechend fiel das Schüsschen dann auch aus. Eine Aktion, die symptomatisch war für das Jenaer Spiel. An Einsatzwillen mangelte es nicht, die ersten Hälfte gehörte wahrlich zum Besseren in dieser Saison. Doch im entscheidenden Moment fehlt das Selbstvertrauen, beim dem einen oder anderen auch die individuelle Klasse. - Der ansonsten sichere Referee verweigerte den Jenaern nach 42 Minuten einen Strafstoß, als er ein zwar harmloses, aber doch deutlich erkennbares Foulspiel an M. Jovic im Sechzehner ungeahndet ließ. Das abschließende Highlight der ersten Hälfte war ein Hauser-Knaller aus 20 Metern nach Freistoßablage, den Thier zur Ecke faustete. So etwas hatte ich von Christian Hauser in dieser Spielzeit überhaupt noch nicht gesehen.
Zu Beginn der zweiten Hälfte gestalteten sich die Spielanteile wieder ausgeglichener. Ein langer Einwurf nach fünfzig Minuten wurde tückisch, als ein Offenbacher darunter hinweg sprang und dem überraschten Okryucky der Ball an die Schulter prallte. Dirk Hempel gewann in der 55. Minute einen Zweikampf, über Mason kam das Leder zum frei durchlaufenden M. Jovic, der es aus 15 Metern aber nicht am heraus stürzenden Thier vorbei brachte. Es ist müßig, darüber zu disktutieren, wie dieses Spiel geendet hätte, wenn wenigstens diese eine Großchance genutzt worden wäre. Tatsache ist, dass Offenbach im Ausntzen seiner Chancen cleverer war. Zwar brachte Okrucky mit Superreflex den OFC-Stürmer Becker ein weiteres Mal zur Verzweiflung. Doch folgte darauf ja wieder ein Eckball... Zunächst abgewehrt, kommt die Flanke doch noch in den Strafraum, Würll läuft ihr entgegen, ist eher am Ball und köpft selbigen unhaltbar für Okrucky ins linke untere Eck. Dieser Treffer war der Knackpunkt im Spiel, versetzte den Gästen den k.o. Die Offenbacher, eigentlich mit deutlichen Schwächen in der Spielgestaltung, hatten von nun an leichtes Spiel. Das eingangs angekündigte Tor in der Schlussphase, bei dem Schindler Uster und Okrucky austanzte, hatte maximal noch Einfluss auf die Stimmung im Stadion. Eine Auswärtsathmosphäre übrigens, wie wir sie in der kommenden Saison möglicherweise vermissen werden.
Ist es sarkastisch zu sagen, ab kommendem Wochenende können unsere Fußballer unbeschwert aufspielen ? Theoretisch ist da zwar noch was drin, doch wäre es lächerlich, bei diesem Tabellenstand krampfhaft auf Optimismus machen zu wollen. Man möchte einstimmen in den traurigen Schlussgesang der Jenaer Anhänger vom vergangenen Sonnabend: "Drum sagen wir auf Wiederseh'n - die Zeit mit Euch war wunderschön - es ist wohl besser jetzt zu geh'n - wir wollen Zwickau wieder seh'n - schönen Gruß und auf Wiederseh'n..." <fc>
Bilder des Tages
Der nach unserer Meinung beste Spielbericht aller OFC-Pages

FC Carl Zeiss JENA - VfB Stuttgart/Amateure 1:2

Tore: 1:0 Mason (59.), 1:1 Adrion (71.), 1:2 Adrion (74.)
Jena:
Okrucky; Sugzda; Uster, Saraba; Treitl (62. Winterkorn), Böcker, Mackel, Hempel; Mason, M. Jovic (65. Schwesinger), Kurbjuweit (77. Kalff)
Stuttgart:
Miller; Posch; Aybar, Morena, Grimminger; Lechner (62. Schmiedel), Adrion, Vujevic, Seeber; Vaccaro (46. Tembo), Haas (77. Krutsch)

Zuschauer: 2381

Schiedsrichter: Hofmann (Ansbach)

Spielbericht:
"Viel Spaß in Liga 4" war gestern auf einem Transparent zu lesen. Scheint beinahe so, als behielte der Verfasser recht, denn alles andere würde man wohl zwangsläufig als Wunder bezeichnen müssen. Und die sind ja in Jena bekanntlich selten geworden. So lief auch gestern alles wieder wie immer. Nach vorne ging nicht sonderlich viel und war- wenn es dann doch mal passierte- meist der pure Zufall. Dafür ging der Schuß nach hinten umso besser los, so daß es am Ende mal wieder kam, wie es kommen mußte.
Bereits in der 10. Spielminute mußte Okrucky die erste glasklare Chance der Gäste parieren, als ein Stuttgarter frei vor ihm zum Schuß kam. Danach kam aber erstmal Jena zu einigen Möglichkeiten. In der 14. Spielminute verfehlte ein Kopfball von Timo Uster nach einer Ecke das Tor nur ganz knapp. Kurze Zeit später das gleiche Bild: Mackels Kopfball fliegt ebenfalls über das Gästetor. Nur fünf Minuten danach dann die größte Möglichkeit, als Michael Mason alleine vor Torhüter Miller auftauchte, ihn ausspielte und dann ... ja dann irgendwie nicht weitermachte. Anstatt einfach zu schießen, legte er sich den Ball so lange von einem Fuß auf den anderen bis es mal wieder zu spät war. Typisch! Statt dessen fiel vor der Pause fast noch das 1:0 für die Gäste, als der Ball nach etwa einer halben Stunde an die Latte des Jenaer Tores klatschte.
Halbzeit zwei schien nahtlos an bereits Geschehenes anzuknüpfen. Vor allem Stuttgarts Adrion und Seeber hatten mehrmals die Führung auf dem Fuß. Bereits vier Minuten nach Wiederanpfiff mußte Okrucky einen kapitalen Freistoß parieren, fünf Minuten später kullerte der Ball am langen Pfosten seines Tores vorbei und in der 60. Minute konnte er einen Schuß aus Nahdistanz gerade noch abwehren. Wer so viele gute Chancen vergibt wie Stuttgart, braucht sich nicht zu wundern, wenn es dann auf einmal hinten einschlägt. Und so kam es. Jagte Tobias Kurbjuweit den Ball nach schöner Vorarbeit von rechts noch über das Tor, so konnte Michael Mason in der 60. Minute endlich das erlösende 1:0 erzielen. Nach einer Flanke von der linken Seite und drei Sekunden Gewühl später konnte er aus fünf Metern inīs kurze Eck einschieben. Das muß doch Sicherheit geben, dachte ich mir so. Das Denken offensichtlich keine meiner Stärken ist, wurde mir dann anschließend gründlich aufgezeigt. Was folgte war eine fußballerische Katastrophe. Jena lies sich jetzt hinten reindrücken, agierte ängstlich und ohne jegliche Ordnung. Bereits in der 70. Minute gab es dafür die Quittung, als ein abgefälschter Schuß Adrions zum 1:1 führte. Damit noch nicht genug. Nur drei Minuten später der Todesstoß. Eine Flanke aus dem Mittelfeld kann wieder Adrion aufnehmen und alleinstehend vor dem Jenaer Tor zum 1:2 in die lange Ecke vollenden. Das warīs. Jegliches Aufbäumen der Jenaer fiel der ideenlosen Spielanlage zum Opfer und so blieb es am Ende bei der verdienten Niederlage.
Was soll man da als Fazit schreiben? Es scheint einfach zu spät zu sein. Die Mannschaft ist den sportlichen Anforderungen momentan nicht gewachsen. Unmögliche Neuverpflichtungen zu Saisonbeginn und seltsame Vertragsbindungen scheinen dem Verein die finanzielle Grundlage und dem Vorstand jegliche Handlungsmöglichkeiten entzogen zu haben. Und der Trainer ist von der Qualität seiner Arbeit nach wie vor überzeugt und offensichtlich nicht bereit dem schaurigen Treiben von sich aus ein Ende zu bereiten. Gehen müßten so ziemlich alle! Die Dummen sind wie immer die Fans: Sie bekommen jede Woche eine Mannschaft aufgetischt, welche als solche kaum noch zu erkennen ist und der meiner Meinung nach jede Identifikation mit Region und Verein fehlt. Wo sollte die auch herkommen? Nächstes Jahr sind ja eh zwei Drittel der Spieler wieder weg. Und wem das alles nicht ausreicht, der schaue sich einfach nochmal die Tabelle an! <bpf>
Bilder des Tages <jw>
Der etwas andere Fotorückblick (von René Röder)

VfR Mannheim - FC Carl Zeiss JENA 2:0

Tore: 1:0 Bodenstein (20.), 2:0 Dzihic (25.)
Mannheim:
Masic; Zitouni; Geraets (GRK, 45.), Schmidt (39. Balagic); Bodenstein (43. Juric), Sekulic, Dehoust, Dybek, Wenczel; Dzihic (88. Farac), Petry
Jena:
Okrucky; Raickovic; Uster; Saraba; Kalff (46. Hauser), Treitl (79. Barich), Böcker, Mackel (60. Sugzda), Mason; Schwesinger, Kurbjuweit

Zuschauer: 600

Schiedsrichter: Walz (Öhringen)

Spielbericht:
Der Freitag hatte auch positive Seiten: Kein Stau, das Wetter in Mannheim, das rechtzeitige Ausweichen vor dem Reh auf der B 169 nachts viertel 3 kurz vor Ankunft zu Hause... und eine Mannschaft, die wenigstens Willen und Kampfgeist gezeigt hat. Negativ: NULL Punkte, ein verschossener Elfer, das Abendprogramm von HR 3 (Sch...musik; wenigstens kommt auf der A 5 noch der WDR rein) und das Reh auf der B 169 (wenigstens das kann man in beide Schubladen einsortieren).
Wider Erwarten waren wir sehr rechtzeitig in Mannheim und konnten uns ausgiebig am Kuchenbasar und anderen kulinarischen Angeboten laben sowie ein Schwätzchen mit den 2 Dutzend Einheimischen machen, die sich eine Stunde vorm Anpfiff schon im Stadion verloren. Die Leute waren wirklich sehr nett und man konnte eine komplette Stadionrunde drehen. Sogar die zahlenmäßig den ca. 120 Jena-Fans weit überlegenen Ordnungshüter ließen die sonst üblichen Aversionen stecken und beschränkten sich auf reine Anwesenheit. In der ersten Viertelstunde schien der FCC die gute Laune seiner Fans (Aussage vorm Spiel: "Egal wie's kommt, wir machen Party !") noch steigern zu wollen. Ohne viel Vorrede ging's vorwärts: Mason - Kurbjuweit - Schuß - gehalten (3.). In der 5. Minute knallt Schwesinger zunächst einen nach einem Freistoß abgewehrten Ball hoch in den Mannheimer Himmel, 120 Sekunden später wird er mit einem langen Ball in die Spur geschickt, der Torwart stürzte jedoch zeitig genug aus dem Kasten, um zur Ecke abzuwehren. Diese Ecke findet genau Usters Kopf, aber wieder ist der Keeper zur Stelle. Irgendwann nach 11 oder 12 Minuten kam der VfR dann mal Richtung Okrucky, aber alles harmlos. Dafür ging es in der 19. richtig los: Einen 25-m-Freistoß - schön um die Mauer gedreht - drückt Okrucky noch um den Pfosten, bei der folgenden Ecke hat er noch das Glück, als ein Kopfball nur die Querlatte trifft, das ihm Sekunden später fehlt. Der Mannheimer Stürmer nimmt den nach vorn gespielten Paß direkt und haut das 1:0 rein. Entsetzen auf dem Rasen und im Gästeblock ! Inzwischen interessierten sich auch die ortsansässigen Störche für das Match und drehten überm Stadion ihre Runden. So hatten sie besten Blick auf das 2:0: Mackel wird von Raickovic angespielt und verliert den Ball an einen heranbrausenden Mannheimer, der auch gleich weiter aufs Tor zumarschiert und die Kugel versenkt. Der zweite Gegentreffer riß aber sowohl Spieler als auch Fans aus dem Schockzustand. Im Gästeblock startete der beste Away-Support der bisherigen Saison (telefonieren war bei dem Krach schwer bis unmöglich), auf dem Feld übernahm wieder Jena das Zepter. Nach Mason-Flanke von rechts verfehlt Schwesingers Kopfball nur knapp das Tor (27.), kurz danach wird Mason auf der rechten Seite blitzsauber angespielt, der "lockenköpfige" Linienrichter hebt jedoch die Fahne, weil Kurbjuweit weit in der Mitte aus dem Abseits heraustrabt. Wenn jemand ein Musterbeispiel für das passive Abseits sucht, das war eines. Eine Minute später ist der Torwart schneller an Raickovic' Flanke als Treitl. Kurze Zeit später bewies "Locke;" nochmals sein völliges Unverständnis der Abseitsregel, als 2 Blauhemden (Jena spielte in weiß) klar hinter dem Stürmer standen. In der 41. Minute donnerte Raickovic noch einen 30-m-Freistoß knapp neben das Tor, dann war Pause angesagt. Da war der VfR schon nur noch zu zehnt auf dem Platz, weil einer mit Gelb-rot früher gehen durfte. Der Schiri war bis dahin nicht allzu zimperlich und bestrafte das Zeitspiel einiger Mannheimer ab dem 2:0 konsequent mit Gelb.
Ich war wegen dem 0:2 zwar zu Halbzeit eigentlich schon pappelsatt, wollte mir trotzdem noch ein Schnitzel holen. So stand ich genau hinter dem Tor, als der Schiri Strafstoß pfiff. Übrigens zu Recht, denn der Torwart legte einen Jenaer im Luftduell mit einem Ringergriff sehr unsensibel aufs Kreuz. Aber als ich Saraba den Ball in der Hand hinlegen sah, wurde ich an Wehen erinnert und der gleiche Film wie damals lief wieder ab: Ich hatte Jens live "an der Strippe" und mußte schildern, wie ein Jenaer (diesmal Saraba) einen Strafstoß verschoß. In Wehen wurde damit der sichere Sieg vergeben, in Mannheim die letzte Chance auf eine Wende. Diese 48. min war der psychologische Knockout für unser Team. Es wurde zwar versucht, den Gegner unter Druck zu setzen, aber da fehlte jemand im Mittelfeld, der die Fäden in der Hand hielt. So war es für die Gastgeber trotz Unterzahl relativ leicht, den Überblick zu behalten und den FCC auch stellenweise ganz schön mit Verteidigungsaufgaben zu beschäftigen, ohne sich aber so richtige Chancen zu erarbeiten. Warum auch, sie führten ja schon 2:0... Der FCC schoß in regelmäßigen Abständen aufs Tor, ohne aber soviel Druck aufzubauen, der den Gegner zu Fehlern zwang: 55. min: Kopfball Schwesinger. 59. min: Mason rast vom eigenen Strafraum los, spielt kurz vorm anderen Strafraum auf Kurbel, der auf Mackel (konnte nicht ans Bayern-Spiel anknüpfen) und der schießt drüber. Dann kam die Phase, in der jeder ahnte/wußte, daß dies eine Niederlage wird - es wurde zwar gerackert, aber alles bißchen plan- und ideenlos. So dauerte es bis eine Viertelstunde vor Schluß zur nächsten notierenswerten Chance für den FCC. Böckers straffer Schuß von der Strafraumgrenze wurde zur Ecke abgefälscht, die Flanke ließ der Torwart wie eine heiße Kartoffel fallen, aber mehr als die nächste Ecke sprang nicht heraus. Fünf Minuten später zieht Kurbjuweit von halbrechts ab, ein großer Verteidigerzeh lenkt den Schuß aber ans Außennetz. Und dann traf Schwesinger aus ungefähr 18 m bloß die Latte. Der VfR Mannheim beschränkte sich in der zweiten Halbzeit auf einen Kopfball übers Tor (67.) und auf einen Konter (90.), der eine Ecke einbrachte.
Verdient war der Sieg der Gastgeber, weil sie gegen einen mit viel Elan und Herz losbrausenden FCC die Ruhe bewahrten und zweimal eiskalt die angebotenen Gelegenheiten nutzten. Es gab auch nach dem Abpfiff, als sich die meisten Spieler am Zaun für die Unterstützung bedankten, kaum böse Worte gegen die enttäuscht dreinschauenden Kicker, sondern eher Versuche von Trost und Aufmunterung. Ein bißchen davon hätte ich auf der Rückfahrt auch gebrauchen können, aber die nicht am Lenkrad sitzenden Familienmitglieder zogen ein vierstündiges Schläfchen vor und der HR nervte mit seinem Gedudel (s.o.)... <uk>
Bilder des Tages

FC Carl Zeiss JENA - FC Bayern München/Amateure 1:1

Tore: 1:0 Schwesinger (42.), 1:1 Göktan (83.)
Jena:
Okrucky; Raickovic; Saraba, Uster; Kalff (56. Hauser), Treitl, Böcker, Mackel, Mason; A. Jovic (29. Schwesinger) Kurbjuweit (65. M. Jovic)
München:
Wessels; Backer; Saba, Kling; Schöckel, Mölzl, Hofmann (71. Banaczek), Wuttke, P.Böbig (74. Gögh); Di Salvo, Göktan (90. S. Bönig)

Zuschauer: 2530

Schiedsrichter: Gruse (Heidelberg)

Spielbericht:
Den ersten Aufreger gab es schon vor dem Spiel. Eine neue Stimme am Stadionmikrofon ? Erold-Rudolf Buder hatte den Job von Uli Klemm übernommen, weil dieser als Journalist eine falsche Information über das Gehalt des Trainers in die Welt gesetzt hatte. Beim Vorstand fürchtete man, dass so etwas die Öffentlichkeit zusätzlich in Rage versetzen und gegen den Trainer aufbringen würde. Wohl ein Irrtum, denn während Rufe gegen Slavko Petrovic an diesem Tage kaum zu hören waren, brachte der Wechsel des Ansagers die Fans gehörig auf die Palme. "Wir woll'n den Uli seh'n" war noch der Netteste aller Sprechchöre, die der Neue zu hören bekam. - Auch wenn der Honorarvertrag schon gekündigt ist, vielleicht sollten sich alle an der Sache Beteiligten noch einmal in Ruhe an einen Tisch setzen. Jenas Fußball und Ulis Stimme am Mikrofon - dies gehört einfach zusammen !
Zum Spiel. Stundenlanger Dauerregen hatte die Begegnung an den Rand einer Absage gebracht. Drei Stunden vor Anpfiff stufte die Platzkomission den Rasen als durchgeweicht, aber noch bespielbar ein. Es dauerte reichlich zehn Minuten, bis sich die Akteure auf die schwierigen Platzverhältnisse eingestellt hatten. Aleksandar Jovic hatte die erste Gelegenheit, als er sich im Strafraum um die eigene Achse drehte, ins lange Eck zielte, Torhüter Wessels aber die Hand an den Ball bekam (13.). Acht Minuten später Jovic in der Funktion des Vorbereiters für Michael Mason, doch wieder reagierte der Championsleague-erprobte Schlussmann blitzschnell. Die in etwa gleichen Spielanteile der ersten halben Stunde drückten sich auch im Chancenverhältnis aus. Bei Backers Schuss aus siebzehn Metern (15.), besonders aber bei Hofmanns Chance nach 24 Minuten fuhr den Jenaern der Schreck in die Glieder. Bayerns Mittelfeldspieler war in den Strafraum eingedrungen, sein Gegenspieler (Mackel?) zu Fall gekommen, doch frei vor Okrucky schob Hofmann den Ball am linken Pfosten vorbei. Der nächste Schreckmoment folgte vier Minuten darauf: Jena im Angriff, präziser Pass von Raickovic auf A. Jovic, dessen Antritt aber endet abrupt und voller Schmerzen - Diagnose Muskelbündelriss im Oberschenkel ! Was es bedeutet, wenn der Torschützenbeste einer Mannschaft möglicherweise längerfristig ausfällt, muss nicht näher beschrieben werden. Doch in diesem Spiel hatte man den Eindruck, als ginge dadurch noch ein zusätzlicher Ruck durch die Mannschaft. Sehenswert zum Beispiel die Aktion von Niels Mackel nach dreißig Minuten, als dieser mit einer Körpertäuschung seinen Gegenspieler aussteigen lässt, zum eingewechselten Schwesinger in die Mitte passt, welcher das Leder jedoch nicht voll trifft. Genau dies änderte sich in Minute 42: Flanke Kurbjuweit von rechts, Flugkopfball Schwesingers aus fünf Metern zum 1:0. Ein Erlösungsschrei hallte durchs Stadion, es war der erste Treffer von "Schwes" aus dem Spiel heraus in dieser Saison. Wäre Masons Pass wiederum zum freistehenden Schwesinger angekommen oder hätte Kurbjuweit im Nachschuss getroffen - schon in der Nachspielzeit der ersten Hälfte wäre eine kleine Vorentscheidung gefallen.
In der 56. Minute holte Slavko Petrovic seinen Debütanten Boris Kalff vom Platz, der vollkommen zurecht mit viel Applaus für eine gute Leistung verabschiedet wurde. Im Nachhinein wird sich der Coach sogar fragen lassen müssen, ob die Auswechslung in einer Phase mannschaftlicher Geschlossenheit überhaupt vonnöten war. Aus der Beoachterposition heraus schien Juniorenspieler Kalff mit seinen Kräften noch nicht am Ende. Der für ihn ins Spiel gebrachte Christian Hauser führte sich zwar mit seiner ersten Ballberührung gut ein (Schuss aus 12 Metern rechts am Tor vorbei), brachte in der Folgezeit aber rein gar nichts mehr zustande. Wie schon so oft in dieser Saison. Niels Mackel dagegen machte sein wohl bestes Spiel im Zeiss-Dress, prüfte Wessels mit einem 18m-Freistoß (61.) und traf per Kopf die Lattenoberkante (75.). Auch Schwesingers Chance nach Vorarbeit von M. Jovic, der an der Grundlinie seinem Gegenspieler entwischt war, sah vielversprechend aus (68.). Weitere Treffer für die Gastgeber lagen in dieser Phase also mehrfach in der Luft. Hinzu kam, dass der ansonsten umsichtige Schiedsrichter das Einsteigen von Schöckel gegen M. Jovic im Strafraum ungeahndet ließ. Die Jenaer rackerten unermüdlich, doch ab etwa einer Viertelstunde vor Schluss wurde ein zunehmender Kräfteverschleiß deutlich. Spätestens hier machte sich das Fehlen einer Kreativkraft wie Hempel bemerkbar, der entscheidende Pass in die Spitze blieb aus. Stattdessen witterten die "kleinen Bayern", welche sich durch Mölzl (Gelb-Rot wg. wiederholtem Foulspiel) selbst geschwächt hatten, noch einmal Morgenluft. Und in der 83. Minute nahm das Unglück dann seinen Lauf: Hoher Flankenball von Schöckel in den Strafraum, Banaczek kommt vor Okrucky an den Ball, Göktan schaltet schneller als Treitl und verlängert aus Nahdistanz ins Netz. Die FCC-Fans machten ihrem Unmut Luft, die Spieler waren in der verbleibenden Zeit nicht mehr nur physisch, sondern auch nervlich am Ende. Zum vierten Mal in den letzten fünf Spielen hatten sie durch Gegentreffer in den zwanzig Schlussminuten noch wichtige Punkte eingebüßt.
In der anschließenden Pressekonferenz gab Slavko Petrovic den Medien und Fans eine Teilschuld am Verhalten seiner Schützlinge in Drucksituationen. In Bezug auf die Fans überging er dabei die Anfeuerungsrufe über 80 Minuten hinweg. Bei einem aber konnte man ihm beipflichten: 'Wir sind Jenaer und ihr nicht' ist ein Sprechchor, der zur Anwendung kommt, wenn es Spieler augenscheinlich an Kampfgeist vermissen lassen. Dies war am Samstag nun wirklich nicht der Fall. <fc>
Bilder des Tages

FC Rot-Weiß Erfurt - FC Carl Zeiss JENA 0:0

Erfurt:
Kraus; Kushev; Bancic, Loose; Bach, Nowak, Tews, Engelhardt; Emmerich (90. Müller), Seifert (79. Hartung); Dürr (67. Nemec)
Jena:
Okrucky; Raickovic; Kowalik, Saraba; Mason, Böcker, Sugzda, Hempel (59. Mackel), Hauser; A. Jovic (86. Schwesinger), Nowotny (78. Kurbjuweit)

Zuschauer: 9800

Schiedsrichter: Fandel (Kyllburg)

Spielbericht
Wieder ein 0:0 im Erfurter Steigerwaldstadion beim 82.Thüringen-Derby, nachdem schon das Hinspiel in Jena eine "Nullnummer" war. Die Erfurter können mit diesem Punkt leben, aber für Jena wird die Luft im Abstiegskampf immer dünner.
Der FCC versuchte von Beginn an das Spiel zu kontrollieren. Bereits in der 6. Minute hatten die Gäste auch schon ihre erste Möglichkeit, aber nach einer schönen Flanke von Mason in den Strafraum hinein stand leider kein Jenaer Spieler zum Einköpfen bereit. Die nächste gute Tormöglichkeit blieb den Hausherren vorbehalten, nachdem Kushev in der 10. Minute mit einem platziertem Kopfball nur knapp das Jenaer Gehäuse verfehlte. Danach verflachte das Spiel ein wenig. Erst wieder in der 30. Minute hatte A. Jovic eine weitere gute Chance, doch die Erfurter Abwehrspieler konnten ihn bei seinem Sturmlauf Richtung Tor gerade noch vor dem Erfurter Tor behindern. Zwei Minuten später verfehlte Engelhardt mit einem scharfen Schuss nur knapp das Tor. Viele RWE-Fans wollten es in der 43. Minute kaum glauben, als Emmerich mit einem fulminanten Schuss aus ca. 20 Metern nur den Pfosten traf. Kurz zuvor hatte schon Nowak mit einem Volleyschuss aus der Distanz nur knapp den Kasten verfehlt. Die Jenaer hatten durch A. Jovic kurz vor dem Halbzeitpfiff ebenfalls noch einmal eine sehr gute Möglichkeit zur lang ersehnten Führung, doch auch sein Schuss wollte einfach nicht den Weg ins Tor des RWE finden.
Nach Beginn der zweiten Halbzeit dachte jeder, die Teams würden nun endlich die Entscheidung suchen. Aber keine der Mannschaften wollte so recht die Initiative ergreifen. So dauerte es bis zur 68. Minute, als die Erfurter eine weitere riesengroße Gelegenheit ausließen. Völlig freistehend vor dem Jenaer Tor, traf Nemec aus 3m Entfernung erneut nur den Pfosten. Kowalik, einer der besten Spieler an diesem Tage im Trikot des FCC, scheiterte mit einem Freistoß wenig später ebenfalls. Der Ex-Jenaer Hartung hatte zehn Minuten vor Abpfiff die letzte Möglichkeit des Derbys, aber Okrucky, der einen sehr sicheren Eindruck hinterließ, konnte auch diese Chance vereiteln. Der FCC drückte in den letzten Minuten noch auf den entscheidenden Treffer, doch auch RWE-Torwart Kraus war an diesem Tage nicht zu überwinden.
So blieb es am Ende bei einem glücklichen Punkt für Jena, der im Kampf gegen den drohenden Abstieg aber nur wenig hilft. <vg>
Kommentar zur Reaktion der Fans <fc>
Fotos vom Derby <jw>
Spielbericht auf einer Erfurter Fan-Page

FC Carl Zeiss JENA - Eintracht Trier 0:1

Tore: 0:1 Keller (85.)
Jena:
Okrucky; Raickovic; Uster, Kowalik; Mason (77. Lischke), Böcker, Sugzda, Hempel (86. Kurbjuweit), Hauser; M. Jovic; A. Jovic
Trier:
Ischdonat; Latinovic; Prus, Milosevic ( GRK, 88.); Keller, Koster, Dudisa, Racanel, Weis (59. Michels); Winkler, Aziz (75. Wagner)

Zuschauer: 4110

Schiedsrichter: Meier (München)

Spielbericht:
Hat der FCC bald den schönsten Mannschaftsbus der Oberliga ? Der Anblick des Busses nach der 0:1-Niederlage (auch ein 0:0 hätte nicht netter ausgesehen) und die Leistung unseres Teams provozierte geradezu diese Frage. 20 starke Spielminuten reichen nun mal in der jetzigen Situation nicht, zumal die eiskalten Goalgetter fehlen, die unsere Chancen verwerten.
Die erste Halbzeit muß als spielerisch-moralischer Offenbarungseid gewertet werden. Die erste notierenswerte Aktion war eines der vielen Mißverständnisse, die neben zahlreichen Unsicherheiten, prägend waren: Hauser spielt lang auf Mason, der jedoch in Erwartung eines kurzen Anspiels stehen blieb. Nach einer Ecke beförderte Kowalik per Kopf den Ball das erste Mal aufs Gästetor. In der 11. min drückte auf der Gegenseite Okrucky, der eigentlich über die gesamte Spielzeit kaum beschäftigt wurde, eine Flanke zur Ecke. Jenaer Angriffsversuche blieben in der nächsten halben Stunde meistens unvollendete Werke. Doppelpässe blieben oft mangels Abstimmung stecken, so. z.B. zwischen Hauser und Mason (14.). Beispielhaft jene Szene in der 17. min, als Hauser und Uster sich nicht einigen können, wer den abgewehrten Freistoß aus 16 m aufs Tor hämmert. Letztendlich kam der Ball nach links zu Sugzda, der sich fein gegen die Verteidiger durchsetzt, aber dann genau auf einen Verteidiger flankt. In der 22. Minute konnte man den ersten (!) gelungenen Angriff des FCC sehen, als ein Doppelpaß Böcker - Hauser klappte. Zwei Minuten danach M. Jovic eine Kontermöglichkeit als er mit Ansage ins Abseits rannte. Nach 42 (!!!) Minuten hatte der FCC die erste richtige Torchance: A. Jovic wird lang angespielt, seinen straffen Direktschuß aus ca. 14 m lenkte der Trierer Keeper jedoch mit ganz langen Fingerspitzen ins Toraus. Das einzig Positive war bis zur Pause, daß sich Trier in dem gleichen schwach-harmlosen Zustand präsentierte wie der FCC und kein Tor schoß. Die sich aus den Jenaer Unsicherheiten ergebenden Angriffsmöglichkeiten wurden kläglich vergeigt.
In der Kabine schien es einen kräftigen Anschiß durch SP gegeben zu haben, der FCC trumpfte plötzlich so auf, wie es ich die Zuschauer von Beginn an gewünscht hatten. Druckvolle Angriffe und ordentliches Zweikampfverhalten nagelten die Gäste im Strafraum fest. In der 48. spielt Hauser auf A. Jovic, der jedoch den Ball mit dem Arm mitnahm, so daß wir uns nicht über eine vergebene Torchance, sondern über eine Gelbe Karte ärgern mußten. Eine Minute später ist der Torwart nach einem Kopfball Masons schneller. In der 51. löst sich A. Jovic mit einer Körperfinte vom Gegenspieler, der Schuß von der Strafraumgrenze geht aber knapp vorbei. 60 Sekunden danach flankt Mason in den Strafraum - erst trifft A. Jovic mit dem Kopf, dann M. Jovic per Fuß den Ball nicht voll. 55. min: Einen Freistoß von links außen legt Kowalik per Kopf parallel zur Grundlinie ab, ein Verteidiger kann vor Böcker zur Ecke klären. Das optische Highlight des Spiels gab es in der 56. min: Von rechts wird der Ball zur Mitte gespielt und nach einer brasilianisch ( Anm.: dieses Adjektiv hatte ich mir schon im Stadion notiert, der MDR hat also von mir abgeschrieben. ;-) ) anmutenden Zickzackfahrt des Balles - die sowohl Eintracht Trier als auch das Gedächtnis des Spielberichtschreibers überforderte - kommt Sugzda in der Mitte frei zum Schuß. Er verpaßt es aber, daß Sahnehäubchen auf diese Angriffstorte zu setzen und schießt zwar straff, aber unplaziert. (War das die entscheidende Szene der gesamten Rückrunde ???) Kurz danach lupft Sugzda (war neben Böcker für mich der beste Jenaer) über die Abwehrkette auf A. Jovic, da der Torwart aber eine Winzigkeit schneller am Ball war, zog er nicht durch. Der Druck des FCC hielt zwar noch eine Weile an, aber so richtige Chancen ergaben sich nicht mehr. Und als Hempel nach Mason-Zuspiel der Ball im Strafraum versprang, verfestigte sich der Eindruck, daß der Schwung raus war und die Angst vorm Versagen wieder die Oberhand gewann. Trier stand nun hinten wieder sicherer und zog nun wieder zielsicher seine Taktik durch: durch eine sichere Abwehr einen Punkt holen und vorn auf einen Konter lauern. Ich weiß, im Stadion sitzen Tausende potentielle Trainer auf den Rängen, die alles besser wissen, ich getraue mir trotzdem mal eine Vermutung: Warum kam nicht Jörg Nowotny für M. Jovic, dem eigentlich nicht mehr viel gelang, um die Offensive wieder anzukurbeln ??? Die Einwechslung Lischkes für Mason entpuppte sich als klare Verschlechterung. Selbst wenn man Lischke das Bemühen nicht absprechen kann, avancierte er in den 13 Minuten seines Einsatzes zum schlechtesten Jenaer auf dem Platz, ihm mißlang so ziemlich alles. Trier kam mit einem Freistoß in der 73. min das erste mal in der zweiten Halbzeit in den Jenaer Strafraum, Okrucky mußte aber sofort aus dem Kalten heraus auf Höchstleistung schalten und den Kopfball über die Latte boxen. Das zweite Mal kam Trier in der 85. min vor unser Tor, anschließend stand es 0:1. Ein Traumpaß in die Mitte auf Keller, dessen Gegenspieler Kowalik (stand schon in bei den Gegentreffern in Regensburg nicht gut, warum spielt er nicht mal im Mittelfeld) zu weit weg stand, ein Schlenker und Okrucky war machtlos. Ein Freistoß Kowaliks (er schießt klar besser als Hauser und Raickovic) noch kurz vor Feierabend, den der Torwart hielt, dann war Schluß.
Zum Schluß der Versuch eines positiven Denkens: Es sind noch 12 Spieltage (= 36 mögliche Punkte), 40 Punkte sollten eigentlich zum Klassenerhalt reichen. d.h. wir brauchen noch 7 Siege aus den verbleibenden 12 Spielen. Das Wunder muß in Erfurt beginnen, sonst können wir bei weiteren Auswärtsfahrten das Banner "Good bye Tour 2001" mitschleppen !
P.S. Der Schiri hatte nichts mit unserer Niederlage zu schaffen, aber eine allgemeine Anmerkung kann ich mir nicht verkneifen: Fußball ist ein Spiel mit Körpereinsatz und kein Damenballett. Wenn jegliche Körpereinsätze (egal auf welcher Seite) und faire Attacken zum Ball in einer Art und Weise abgepfiffen werden, daß sogar ein Basketballreferee neidisch werden würde, versaut man diesen Sport. Und Fahneheben des Linienrichters auf Zuruf der Zuschauer paßt dazu "perfekt". <uk>
Fotos, zusammengestellt von Jens Weißenburger

SSV Jahn Regensburg - FC Carl Zeiss JENA 2:2

Tore: 0:1 Saraba (4., FE), 0:2 M. Jovic (45.), 1:2 T. Seufert (78.), 2:2 Holm (90.)
Regensburg:
Ermler; Stieglmair, Gärtner, Grasser, Peuker, Gfreiter (46. Radlspeck), Mokhtari (57. Holm), Altmann, Zellner, Brand (46. S. Seufert), T. Seufert
Jena:
Okrucky; Raickovic; Uster, Saraba; Mason, Böcker, Sugzda, Hempel (71. Mackel), Hauser; M. Jovic (61. Kowalik), A. Jovic (74. Nowotny)

Zuschauer: 3400

Schiedsrichter: Göbel (Heilberscheid)

Spielbericht:
Jena im Big Brother-Fieber ? Nein, ganz so schlimm ist es nun doch nicht. Aber Aufsehen erregte es schon, dass mitten in der Winterpause Karina, die Freundin von FCC-Spieler Sebastian Barich in Deutschlands berühmteste WG einzog und sich dort im blauen Jena-Dress mit der Nummer 6 präsentierte. Eine Handvoll Zeiss-Fans machte sich den Spaß und reiste mit BB-Mütze oder entsprechenden Aufklebern in die Oberpfalz.
Spass machte den Gästen auch die Anfangsphase des Spiels beim SSV. Gerade drei Minuten waren gespielt, da sah Aleksandar Jovic Mitspieler Dirk Hempel in den Strafraum starten, dem exakten Pass folgte ein Elfmeterpfiff. Altmann hatte Hempel zu Fall gebracht. Der Schiedsrichter pfiff speziell in der ersten Halbzeit zwar so manches ab, was andere seiner Zunft hätten durchgehen lassen, bei diesem Strafstoß aber gab es keine Diskussionen. Zoran Saraba trat an, traf flach in die Mitte, doch der Jubel war verfrüht, da zwei Regensburger zu zeitig in den Sechzehner gelaufen waren. Also Wiederholung, Saraba wieder flach, wieder in die Mitte, wieder Tor, das diesmal auch zählte. Es gab jene Sicherheit, die der Tabellenvorletzte brauchte. In der Abwehr nahezu fehlerlos und geschickt die Räume verengend, kontrollierte er bis zur Pause das Geschehen. Wenn so die vom Trainer angekündigte neue Defensivtaktik aussieht, dann hat dieses Auswärtsmodell sicherlich Zukunft. Die Regensburger, durch den frühen Rückstand geschockt, fanden zunächst überhaupt keine Bindung zum Spiel. Es verwundert deshalb nicht, dass ihre einzige gute Gelegenheit in 45 Minuten einer Standartsituation entsprang; den Freistoß von der Strafraumgrenze entschärfte Svetozar Okrucky per Faustabwehr (23.). Auch Jena hielt sich chancenmäßig nach dem Treffer sowie einem Böcker-Schuss (17.) lange Zeit zurück, langte kurz vor der Pause aber nochmal zu. M. Jovics Heber nach 44 Minuten flog über den heraus stürzenden Torhüter hinweg leider nicht ins, sondern auf das Tornetz. Doch Miroslav Jovic sollte Sekunden später eine zweite Chance bekommen: Ein SSV-Angriff wird abgefangen, A. Jovic schickt Mason auf der rechten Außenbahn, Eingabe zum freistehenden M. Jovic, der Ermler im SSV-Gehäuse tunnelt und ins Netz trifft. Konterfußball in Perfektion.
Moktaris Schuss nach Doppelpass kurz nach Wiederanpfiff versprach Arges, erwies sich aber zunächst als Strohfeuer. Es begann die beste Zeit der Gäste. 54. Minute, A. Jovic legt Mason auf, der flankt von der Grundlinie, doch kann ein Regensburger Verteidiger vor dem einschussbereiten M. Jovic klären. 55. Minute, Flanke Hauser, Hempel-Schuss zum ersten, ein Abwehr-Bein dazwischen, Hempel-Schuss zum Zweiten, Ermler hält. Auch bei Sugzdas Chance nach Vorarbeit von Böcker und A. Jovic rauften sich die hinter dem SSV-Gehäuse postierten Zeiss-Fans die Haare. Doch schier zu verzweifeln drohten sie in Minute 65. Da flog der Ball aus Jenas Hälfte in den Lauf von Sturmspitze Aleksandar Jovic, der plötzlich nur noch den gegnerischen Torhüter vor sich sah. Nicht gesehen hat er leider den von rechts heranbrausenden Verteidiger, der dem einschussbereiten Aleks das Leder sauber vom Fuß spitzelte. Die Zeiss-Elf klar am Drücker, doch das erlösende dritte Tor wollte einfach nicht fallen, auch nicht durch den eingewechselten Jörg Nowotny in dessen erstem Punktspieleinsatz nach langer Verletzungspause. Nowotnys Schuss aus 14 Metern halbrechts strich knapp am langen Pfosten vorbei (78.). Und so kam es, wie es häufig kommt im Fußball, wenn man seine Großchancen vergibt. Seufert schraubte sich beim Anschlusstreffer mit dem Rücken zum Tor stehend praktisch um Kowalik herum, traf unten rechts. Ein einziger Schuss und die ganze Souveränität der Jenaer war wie weggeblasen ! Das Leder vermochte man nun weder heraus zu schlagen noch in den eigenen Reihen zu halten. Die Abwehr glich in der verbleibenden Zeit gegen die verhement drückenden Regensburger dem vielzitierten Hühnerhaufen, das Ausgleichstor in der 90. Minute ist Beleg genug: Hohe Eingabe von der rechten Eckfahne, Raickovic und Kowalik befinden sich beide bei Stürmer 1, Uster bei gar niemandem, dafür steht Stürmer 2 in Person des eingewechselten Holm völlig frei und lässt aus sechs Metern Okrucky nicht den Hauch einer Chance. Zehn schwache Minuten, die dem FCC zwei verdient gewesene Punkte raubten. Wie schon mehrmals in dieser Saison hagelte es hinterher Komplimente für eine gute Leistung. Die es zweifellos auch war - nur eben nicht über die volle Distanz.
Zum Schluss sei noch folgendes erwähnt: Wer bestimmte Vorschau-Artikel der Regensburger Lokalpresse ("Heißer Saisonstart durch Hooligans?") zu lesen bekam, den wunderte es nicht mehr, dass das Vorgehen der eingesetzten Polizeikräfte gegen die Gästefans teilweise unmotiviert und überzogen anmutete. Allerdings dürfte das Auftreten einiger weniger "Schlachtenbummler" auf der Hinfahrt im Zug sowie nach Abpfiff im Bus nicht dazu beigetragen haben, dass sich an der Regensburger Polizeitaktik beim nächsten Besuch in dieser Gegend irgend etwas zum Positiven ändern wird. <fc>
Bilder des Tages <jw>
Erlebnisbericht der Jenaer Lokalmatadore
Protesterklärung des Jenaer Fanprojekts
Spielbericht der Ratisbona Fanatica, Regensburg (Ein paar Passagen daraus kommen uns ein wenig bekannt vor :-))

FC Carl Zeiss JENA - SV Wacker Burghausen 1:2

Tore 1:0 A. Jovic (3.), 1:1 Berger (22.), 1:2 Frühbeis (73.)
Jena:
Kraft; Raickovic; Barich, Saraba, Kowalik; Mason (62.Lischke), Sugzda (64. Uster), Hempel (62. Kurbjuweit) , Hauser; M. Jovic, A. Jovic
Burghausen:
Potye; Richter, Stutz, Frühbeis; Stein (79. Falter), Berger, Forkel, Oslislo, Burhhartswieser; Hampl (70. Binder), Lützler

Zuschauer: 2837

Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)

Spielbericht:
Der erste Angriff des FCC klappte perfekt: M. Jovic legt rechts außen kurz ab auf Hauser und dessen Flanke drückt A. Jovic per Kopf zum 1:0 ein. Riesenjubel und Glückseligkeit im sonnigen EAS bei so gar nicht dezembergerechten 14°C! Das beste wäre aber gewesen, wenn anschließend sofort alle bis 15.45 Uhr in einen Dornröschenschlaf gefallen wären, denn mit jenem Angriff zum 1:0 war auch die beste Jenaer Aktion an diesem Nachmittag gelaufen.
Der FCC zog sich sofort zurück und überließ den Raum, in dem sich sonst die Mittelfeldspieler bewegen, beinahe kampflos den Gästen. Und so war es keine Überraschung, daß Burghausen immer besser ins Laufen kam. Halbwegs gefährliche Jenaer Angriffe gab es nur noch bis zur 22. Minute. In der 14. sauste A. Jovic im Mittelfeld los, übersah aber den rechts völlig alleinlaufenden Mason, über die Zwischenstation Sugzda kam der Ball schließlich doch zu Mason, der jedoch inzwischen im Abseits stand. In der 19. min spielt Sugzda quer vorm Strafraum laufend M. Jovic an, der jedoch ebenfalls im Abseits stand, so daß es bedeutungslos war, daß nach zu kurzer Torwartabwehr der Ball wieder im Burghausener Tor war. In der 22. min schließlich flankt Hauser fast von der gleichen Stelle wie in der 3. min, an A. Jovic' Stelle springt Mason, dem jedoch hier einige Zentimeter Körpergröße fehlten, um aufs Tor zu köpfen. Nachdem bis dahin alle Gästeangriffe in der Jenaer Abwehr versandeten, begann mit dem unmittelbaren Gegenzug das Drama: Saraba wehrte mit Kopf zu kurz ab und Kowalik lief nur interessiert nebenher, so daß Berger kurz und trocken aus ca. 20 m den Ball links unten reinknallen konnte. 3 Minuten später ging die Fehlerkette in der Abwehr weiter, der Gästestürmer schoß jedoch neben das Tor. Dann zeigte Raickovic im Rückwärtslaufen die Eleganz eines Kachelofens, so daß die Burghausener sich im Jenaer Strafraum regelrecht den freien Mann aussuchen konnten, Kraft verhinderte, selbst schon am Boden liegend, im letzten Moment mit einem ganz langen linken Bein den Gegentreffer, als der den Stürmer den Ball vom Fuß schlug. Beim nächsten Angriff stand Kowalik (er hatte einen sauschlechten Tag) falsch zu seinem Gegenspieler und als es Freistoß für Burghausen gibt, kassiert er noch "Gelb" wegen Ballwegschlagens und meckern. Mehr oder weniger ging es nun immer Richtung Jenaer Tor. Nur in der 33. min ging Barich mit Ball am Fuß an 3 Gegnern vorbei, legte auf M. Jovic, dessen Schuß von der Strafraumgrenze leider etwas zu hoch lag. Aber Burghausen kam vor der Pause im Minutentakt - 40.: Kraft verpaßt eine Freistoßflanke von rechts und Raickovic kann vor der Linie gerade noch klären; 41.: Nach einem Raickovic-Fehler steht die Burghausener Nr. 11 vor Kraft, der jedoch per Fußabwehr hält; 42.: Nach einem Freistoß von links köpft ein Gästespieler zwischen 2 Verteidigern (!) auf Krafts Tor.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit bemühte sich Jena zwar um Besserung, aber so richtig wollte die sich nicht einstellen. An allen ernstzunehmenden Angriffsversuchen war Miroslaw Jovic beteiligt: erst dringt er rechts außen in den Strafraum ein, die Flanke wird zu Ecke abgewehrt (52.), kurz danach bedient er nach Zuspiel Masons seinen Namensvetter Aleksandar (Torwart hält) und schließlich bringt er wieder eine Flanke zur Mitte, die aber außer einer Ecke nichts bringt (57.). In der 67. min versucht es dann Kurbjuweit per Kopf nach Flanke von Sugzda. Im Gegenzug verpaßt Lützler nur knapp eine Flanke. Nach einem Hauser-Freistoß in der 72. min köpfte M. Jovic über das Tor. Burghausen spielte sehr diszipliniert in der Abwehr, war immer einen Tick eher am Ball, hatte die Jenaer meist im Griff und kam relativ selten nach vorn, aber das um so gründlicher. Nach einer Freistoßflanke von der linken Seite war Frühbeis dermaßen einsam im Strafraum, daß er den Ball einfach reinköpfen mußte. Kraft erleichterte ihm das zudem noch - wenn er herauskommt, muß er den Ball erwischen (das kenne ich doch irgendwoher). Anschließend reichten den Gästen ihre bescheidenen Fähigkeiten und ihre Disziplin, um den FCC und seinen Zuschauern jeden Gedanken an einen eventuellen Ausgleich abzugewöhnen. Lediglich in der 87. min kam Kowalik an der Strafraumgrenze zum Schuß und verfehlte knapp das rechte Dreiangel.
Kurz und knapp: eine auf Grund der schlechtesten Saisonleistung verdiente Niederlage, da nur 2 Spieler wirklich Biß zeigten - Miroslaw Jovic und der später eingewechselte Kurbjuweit. Die anderen waren immer heilfroh, wenn sie den Ball schnell wieder abgeben konnten (Und warum stand eigentlich Hauser auf dem Platz?) Es fand sich niemand, der bereit war, Verantwortung zu übernehmen und den Spielaufbau organisieren konnte. Die Abspiele nach vorn waren zu ungenau und die Stürmer waren auf sich allein gestellt. Es war bezeichnend für das Jenaer Spiel, als A. Jovic als Stürmer in der zweiten Hälfte einem Gegenspieler bis vor den eigenen Strafraum folgen mußte, weil sich kein anderer Mitspieler in den Weg stellte. Da paßt auch ins Bild, daß A. Jovic sich weit zurückfallen ließ, um wenigstens ab und zu mal Bälle zu bekommen.
Was der FCC nach dem 1:0 bot, hatte mit halbwegs ansehnlichem Regionalligafußball genauso viel zu tun, wie die gratis verteilten Oddset-Werbe-Tröten mit einer Konzerttrompete. Glücklicherweise ist das Punktspieljahr 2000 vorbei - mit dem Auftritt heute wurde ich an das vorjährige 1:3 bei den TeBe-Amateuren erinnert. Und da das Alibi "Görtz" jetzt auch weggefallen ist, gibt es also keine Ausreden mehr für die anderen Spieler! <uk>
Bilder vom Spiel von Jens Weissenburger

SV Darmstadt 98 - FC Carl Zeiss JENA 3:1

Tore 1:0 Hohmann (21.), 2:0 Nagy (37.), 3:0 Wagner (60.), 3:1 Raickovic (69.)
Darmstadt:
Clauss; Schmidt, Örüm, Hohmann; Corrochano, Juskic, Nagy, Lorenz; Kolb (64. Lense), Hoop (71. Da Costa), Wagner (64. Musci).
Jena:
Görtz; Raickovic; Kowalik, Uster (65. Lischke), Saraba; Sugzda (70. Barich), Hempel, Mason (84. Kurbjuweit), Hauser; A. Jovic, M. Jovic

Zuschauer: 4125

Schiedsrichter: Friedrichs (Ilvesheim)

Spielbericht:
Das Spiel begann mit ca. 10minütiger Verzögerung, weil "noch so viele Menschen sich am Einlaß drängten". Ja, so was gibt's in Jena manchmal auch - bei der doppelten oder dreifachen Zuschauerzahl!!! Dies und die katastrophalen Zustände im Gästeblock sagen wohl alles über die Superorganisation beim SVD.
Der Gast begann erst einmal verhalten, aus einer defensiven Variante sollten wohl im richtigen Moment Konter gefahren werden. Doch dies funktioniert nicht, wenn die Stürmer (die sich wirklich immer bemühen) wieder "in der Luft hängen" und der Gastgeber mit seiner zweiten Möglichkeit im Spiel in Führung geht. Gerade noch lobten alle Schlußmann Görtz für eine reaktionsschnelle Rettungstat, da brach das Unglück herein. Und wenn so ein Tor nach so einer Ecke (nun schon zum wiederholten Male) fällt, dann muß ein Torwart dies auf seine Kappe nehmen. Damit war Jena bereits auf der Verliererstraße. Nur 5 Minuten später hätte es schon 2:0 heißen müssen, aber der 25-m-Schuß des starken Nagy krachte nur an die Latte. Dafür sorgte dieser Spieler bereits in der 37. Minute für die Vorentscheidung, als er einen Freistoß aus ca. 18 m in den Winkel schmetterte. So ging es mit einem 0:2-Rückstand in die Kabinen.
Nach Wiederanpfiff sah man ein kurzes Aufbäumen der Gäste, aber nachdem Jovic vergab (46.), war wieder wenig zu sehen. Und während die Hessen, wie die Tore bewiesen, bei ihren Standards immer kreuzgefährlich waren, war das, was der FCC aus Eckbällen und Freistößen machte, an Harmlosigkeit nicht mehr zu unterbieten. Nach einer Stunde Spielzeit waren dann "alle Messen gesungen". Auf der linken Außenbahn setzte sich Lorenz durch, konnte flanken. David Wagner war sträflich frei und "bedankte" sich mit dem 3:0, dem schönsten Treffer der Partie.
Die 98er schalteten jetzt einen Gang zurück, wechselten, so daß die Gäste sich nun optisch etwas besser in Szene setzen konnten. Im Abschluß war man jedoch wie immer zu umständlich und unentschlossen, so dass Darmstadts Keeper Clauss kaum ernsthaft geprüft wurde. Raickovics Ehrentreffer sorgte noch einmal für Hoffnung im Gästeblock, aber am Ende ging der Erfolg der "Lilien" auch in dieser Höhe in Ordnung.
Fazit: Es gibt solche Niederlagen, aber beim FCC gibt es sie zu oft, und nach einer absolvierten kompletten Hinrunde sowie 2 Spielen in der Rückrunde, kann von Pech und Verletzungssorgen allein nicht mehr die Rede sein. Die Winterpause muß intensiv genutzt werden, um den drohenden Abstieg zu verhindern! <E. Motioni>
Die Bilder vom Spiel
Spielbericht auf www.lilienfans.de
Erlebnisbericht der Jenaer Lokalmatadore

FC Carl Zeiss JENA - SV Elversberg 5:0

Tore 1:0 A. Jovic (1.), 2:0 Mason (21.), 3:0 Mason (24.), 4:0 A. Jovic (54.), 5:0 Hempel (60.)
Jena:
Görtz; Raickovic; Uster (68. Polak), Saraba; Mason, Sugzda, Hempel, Kowalik (78. Barich), Hauser; M. Jovic (17. Kurbjuweit), A. Jovic
Elversberg:
Heidenreich; Klyk (78. Holzer), Loos, Eichmann; Gerlach, Waltschew, Lawson (GRK, 9.), Hantzidis (RK, 20.) Haffner; Zibert (64. Salonen), Czakon (23. Corvalan)

Zuschauer: 2782

Schiedsrichter: Kristek (Büdingen)

Spielbericht:
Die Einleitung zu meinem letzten Spielbericht in diesem Kalenderjahr hatte ich mir schon vor Anpfiff zurecht gelegt. Doch es gibt Spiele, die zwingen einen, alles Vorbereitete über den Haufen zu werfen. Nach den 90 Minuten gegen Elversberg habe ich dies allerdings äußerst gern getan !
30 Punkte hatte Slavko Petrovic als Ziel für die Rückrunde ausgegeben, es dauerte kaum mehr als 30 Sekunden, bis der Grundstein für die ersten drei Zähler gelegt war. Nach Masons Pass zog Miroslav Jovic (er kommt von Woche zu Woche besser in Form) unwiderstehlich auf der rechten Seite an. Die hohe Eingabe kam genau zum am Elfmeterpunkt postierten Aleksandar Jovic. Von dieser Position hatte der Aleks zuletzt ein paar Probleme, nicht jedoch am Samstag, als sein Kopfball, vom Elversberger Loos noch entscheidend abgefälscht, genau im linken Eck landete. Welch ein Beginn ! Die zweikampfstarken Elversberger stemmten sich dem Jenaer Anfangselan entgegen, in manchen Szenen mit übertriebener Härte. So bekam der bereits verwarnte Lawson für ein Reingrätschen schon nach acht Minuten Gelb-Rot. Jena wirbelte indes unbeeindruckt weiter. Wieder war es M. Jovic, der in der 13. Minute von der rechten Seite die Vorlage lieferte. Christian Hauser scheiterte per Kopf, Hempels Schuss nach der anschließender Ecke strich am Pfosten vorbei. Dem Druck der Anfangsphase schien Hantzidis im Trikot der Spielvereinigung 07 nicht gewachsen. Sein grobes Foulspiel gegen Hauser hinter der Grundlinie (!) zog den zweiten Feldverweis nach sich, worauf sich der Grieche auch noch eine obszöne Handbewegung Richtung Jenaer Bank leistete. Die Antwort des FCC folgte auf dem Spielfeld: Schöner Pass von Hempel auf Mason, das 2:0 aus vollem Lauf ins lange Eck. Die Vorbereitung zum dritten Treffer kam vom eingewechselten Kurbjuweit. Wieder war es der vor Spielfreude sprühende Michael Mason auf der rechten Seite, der Heidenreich im gegnerischen Kasten keine Chance ließ. Der Schlussmann konnte sich erst nach 33 Minuten auszeichnen, als er eine "Rakete" von Krzystof Kowalik aus 18 Metern über die Latte lenkte. Kowalik, offensichtlich auf den Geschmack gekommen, versuchte es in den folgenden Minuten noch ein paar Mal, hatte in der 37. Pech, als sein Freistoß die Lattenoberkante rasierte. Nach einer schier atemberaubenden ersten halben Stunde nahmen die Jenaer das Tempo etwas heraus, was Slavko Petrovic wohl schon zur Pause in der Kabine bemängelte. Denn nach Wiederanpfiff wurde zunächst wieder schnell und konsequent über die Flügel gespielt und die dezimierte Gäste-Abwehr von einer Verlegenheit in die andere gestürzt. Weitere Treffer waren nur eine Frage der Zeit. Das 4:0 erzielte A. Jovic aus 17 Metern nach Ablage Kurbjuweits. Beim 5:0 düpierte Dirk Hempel Gegenspieler Loos mit einer Körpertäuschung und Torwart Heidenreich mit Schuss ins kurze Eck. Und als nur eine Minute später Aleksandar Jovic mit einem Kopfball den Innenpfosten traf, der Ball auf der Torlinie entlang hoppelte und im letzten Moment herausgeschlagen wurde, da träumte so mancher im Stadion von einem zweistelligen Endresultat. Es wäre wohl auch so gekommen, wenn die Jenaer die letzten zwanzig Spielminuten nicht wieder zwei Gänge herunter geschaltet hätten. Möglichkeiten für die Hempel, Hauser, Kurbjuweit und Jovic gab es trotzdem noch zur Genüge. Wären Zeljko Polak in freier Schussposition nicht die Nerven versagt (89.), er hätte seinen ersten Saisoneinsatz vergoldet und dem Ganzen die Krone aufgesetzt.
Keine Frage - dieser Kantersieg war Balsam auf die Wunden der Hinrunde. Selbstverständlich darf er beim 11 gegen 9 - Überzahlspiel über die Dauer von 70 Minuten nicht überbewertet werden. Und doch könnte er den vielzitierten Knoten zum Platzen gebracht haben. Das Sonntagabend-Spiel in Darmstadt wird's zeigen. <fc>
Diese Bilder schaut man sich als Zeiss-Fan gerne an :)

FC Carl Zeiss JENA - Karlsruher SC 0:1

Tore: 0:1 Nagorny (84.)
Jena:
Görtz; Kowalik; Uster, Saraba; Mason, Treitl, Sugzda (86. Barich), Hempel, Hauser; M. Jovic (89. Kurbjweit), A. Jovic
Karlsruhe:
Walter; Zepek, Waterink, Grimm; Rus (89. Birk), Weis, Seitz (70. Heintzen), Fengler, Boehnke; Cetin (75. Nagorny), Fabus

Zuschauer: 3482

Schiedsrichter: Raquet (Weilerbach)

Spielbericht:
Nach dem 0:4 der Vorwoche war Wiedergutmachung angesagt. Nicht allein das Resultat, auch die Art und Weise der Niederlage in München sorgte für Verdruss. Mit dem Karlsruher SC kam erstmals jener Verein an die Saale, der vor sieben Jahren mit dem 7:0 im Europapokal gegen Valencia auch hiesige Fußballfans in helle Begeisterung versetzt hatte, mit dem es in der Folgezeit aber peu a peu bergab ging.
Schon in den ersten Spielminuten wurde klar: Diesmal steht wieder eine Zeiss-Elf auf dem Platz, die voll engagiert zur Sache geht. Nach 45 Sekunden gab Sugzda den ersten Schuss aufs KSC-Gehäuse ab. Aleksandar Jovic, durch seine Archillessehnen-Verletzung weiterhin gehandicapt, gefiel mit einer Einzelaktion in der 4. Minute. Weitere vier Minuten darauf die erste klare Gelegenheit durch Miroslav Jovic. Von Sugzda bestens in Szene gesetzt, schoss er aus 15 Metern am linken Pfosten vorbei. In der Offensive bis hierhin überzeugend, merkte man der Jenaer Hintermannschaft in den Anfangsminuten die Nervosität an, wohl eine Spätfolge der Vorwochen-Schmach. Unkontrollierte Befreiungsschläge, als "Kerze" im eigenen Strafraum geschlagen, blieben jedoch ohne Konsequenzen. Der Tabellenführer sollte erst nach 32 Minuten zu seiner ersten Tormöglichkeit kommen, welche Görtz gegen Waterink vereitelte. Der Gastgeber mit deutlich mehr Elan im Vorwärtsgang, so zum Beispiel in der 26. Minute: Der zu den Besten gehörende Miroslav Jovic startet auf der rechten Seite durch, Namensvetter Aleksandar bietet sich in der Mitte an, wird jedoch von Zepek buchstäblich in den Ringergriff genommen. Auch wenn einige Fans auf Rot plädierten, Zepek war nicht letzter Mann, die Gelbe Karte deshalb angemessen. Den folgenden Freistoß legte Kowalik kurz auf Saraba ab, dessen strammer Schuss aus 22 Metern nur knapp das Tor verfehlte. Die nächste Aufregung in der 36. Minute: Miroslav Jovic dringt mit Ball am Fuß in den KSC-Strafraum ein und wird von hinten regelwidrig behindert. Sein Sturz zur Boden war vielleicht eine Spur zu theatralisch, Referee Raquet verweigerte den Jenaern in dieser Szene dennoch einen durchaus berechtigten Elfmeter und wurde die verbleibende Spielzeit zum Buhmann. Nicht verschwiegen werden soll in diesem Zusammenhang allerdings die Schlafwageneinlage Kowaliks, die er nur auf Kosten einer Verwarnung ausbügelte und bei der wiederum die Gäste Platzverweis forderten.
Nach Wiederanpfiff dann zwei Paukenschläge innerhalb von vierzig Sekunden. Zunächst ist Rust von der gesamten Jenaer Abwehr nicht zu stoppen, läuft halbrechts in den Strafraum. Görtz kommt raus, verkürzt somit den Winkel und kann mit dem Oberschenkel abwehren. Der Gegenangriff läuft. Sugzda im Mittelfeld sieht Michael Mason unbedrängt auf der rechten Seite, das Anspiel kommt exakt, Mason hat freie Bahn zum Tor, schießt jedoch mit Effet am langen Pfosten vorbei. Es war die größte Jenaer Möglichkeit im gesamten Spiel. Denn obwohl sich beide Mannschaften phasenweise einen offenen Schlagabtausch lieferten, blieben die Chancen hüben wie drüben rar gesät. Davon war bei der bekannt starken KSC-Verteidigung von vornherein auszugehen, dass jedoch die zuletzt vielgescholtene FCC-Abwehr den Gegner kaum zur Entfaltung kommen ließ, soll durchaus positive Erwähnung werden. Es gab eine Phase Mitte der zweiten Halbzeit, da hatte der Tabellensechzehnte den Spitzenreiter ausgesprochen sicher im Griff und dessen Auswärtssieg schien in weite Ferne zu rücken. Einen Trumpf hatte der KSC-Trainer, Ex-Europameister Stefan Kuntz, jedoch noch im Ärmel: Die stark besetzte Ersatzbank. Den Trumpf spielte er in jenem Moment aus, als er Vitus Nagorny ins Spiel brachte, einen ehemaligen Wolfsburger, der mit seiner Reservisten-Rolle unzufrieden und dementsprechend motiviert war. Der Trumpf stach sechs Minuten vor dem Ende, als jener Nagorny einen Freistoß-Ball per Kopf ins Tor beförderte. Ein Freistoß, der allerdings nie und nimmer hätte gegeben werden dürfen ! Vorausgegangen war ein ganz normaler, fairer Zweikampf Sarabas mit einem Gegenspieler. Doch der Schiri-Assistent auf der Tribünenseite, welcher sich schon in jener Szene disqualifizierte, als er eine klare Abseitsstellung mit vier Sekunden Verzögerung auf Zuruf der Tribünenzuschauer anzeigte (59.), sah es anders. Saraba bekam die Gelbe Karte und der Freistoß wurde zum Ausgangspunkt des entscheidenden Tores. Nun wäre es allerdings zu billig, diesen Gegentreffer dem Unparteiischen anzulasten. Denn es war Jenas Torhüter Roman Görtz, der wieder einmal bei einer hohen Eingabe patzte und den sekundenlang in der Luft befindlichen Ball verfehlte. Keine Frage, den einen verlorenen Heimpunkt muss er auf seine Kappe nehmen. Trainer Petrovic stellte sich in der anschließenden Pressekonferenz zwar auch diesmal wieder hinter seine Nummer eins, indem er darauf verwies, Görtz hätte zuvor zwei gute Chancen zunichte gemacht. Die Enttäuschung über den erneuten Fauxpas seine Torhüters schimmerte jedoch durch, als er in einem Anflug von Sarkasmus über den ersten Saisoneinsatz des Vereinspräsidenten Schmidt-Röh sinnierte, welcher in Spielen seiner Altersklasse bekanntermaßen einen sicheren Rückhalt abgibt.
So schmerzlich diese unnötige, auch unverdiente Niederlage sein mag - sie wird hier niemanden umwerfen. Die Überraschung gegen den Tabellenführer blieb zwar aus, doch die Jenaer Elf hat bewiesen, dass sie in der Lage ist, mit dem Krösus dieser Liga mitzuhalten. Mit Leistungen wie der vom Sonnabend wird sie gegen anderen Kontrahenten die dringend benötigten Punkte holen. Vorausgesetzt, dieses Wechselspiel zwischen guten und eigentümlich schwachen Partien findet endlich mal ein Ende. <fc>
Die entscheidende Szene bildlich dargestellt
Spielbericht auf einer KSC-Fanpage

TSV München 1860 (Amateure) - FC Carl Zeiss JENA 4:0

Tore: 1:0 Fuchs (22.), 2:0 Ollhoff (29.), 3:0 Holzer (74.), 4:0 Fuchs (88.)
München:
Keller; Schlüter; Noll, Aygün; Kresin (78. Miedl), Holzer, Ollhoff, Bernhardt, Fuchs; Lauth, Fröhlich (87. Twellmann)
Jena:
Görtz; Kowalik; Uster, Saraba; Lischke (46. Sugzda), Hempel, Mason, Treitl, Hauser; A. Jovic, M. Jovic

Zuschauer: 400

Schiedsrichter: Knut Kircher (Tübingen)

Spielbericht:
Mein letztes im Stadion miterlebtes Spiel lag urlaubs- und arbeitsbedingt schon einige Wochen zurück. Damals steckte Jena noch mitten in der Krise. Nun hatte ich soviel davon gehört und gelesen, dass wir den Gegner in den letzten Spielen immer im Griff und die letzten zwei Spiele dann endlich auch gewonnen hatten, dass ich sehr zuversichtlich ins Grünwalder Stadion fuhr.
«Der Föhn war rechtzeitig aus den Alpen eingetroffen, sodass die äußeren Bedingungen mit strahlendem Sonnenschein, fast 20 °C und etwa 300 begeisterte Jenaer Fans einen perfekten Rahmen zum dritten Sieg in Folge bildeten.» Dieser Beginn meines Berichtes schwebte mir dann auch etwa vor. Na gut, die 20 Grad wurden nicht ganz erreicht und es waren auch nur knapp 200 Jenaer Fans, aber was sich dann auf dem Platz abspielte, hatte wohl keiner erwartet. Es war etwa so, als hätte jemand das Video vom Spiel bei den Amateuren des zweiten Münchner Clubs von vor neun Wochen eingelegt ...
In den ersten zehn Minuten schoben beide Mannschaften den Ball gelangweilt durch die eigenen Reihen. Kowalik und Görtz schliefen dabei vermutlich ein, da es anders nicht zu erklären ist, dass in der 7. Spielminute keiner von beiden zum Ball ging, der im Strafraum zwischen ihnen lag. Wenigstens schreckte Görtz dann aber auf, als sich ein 60er den Ball schnappte und konnte den Torschuss gerade noch parieren. Danach begann Jena das Spiel in die Hand zu nehmen. Aus der Überlegenheit konnten aber kaum Chancen erzielt werden. Die beste gab es in der 20. Minute als Mason nach einem Dribbling über die rechte Seite in den Strafraum flankte und der Schuss von M. Jovic vom Ex-Jenaer Keller zur Ecke geklärt wurde. Den von Hauser geschossenen Eckball köpfte Uster Richtung Tor. Ein Abwehrspieler der 60er konnte aber auf der Linie zur erneuten Ecke retten. Ähnliche Ausführung, nur dass Keller diesmal den Kopfball sicher hatte. In der 22. Minute konnte Danny Fuchs erst ungestört von links nach rechts vor dem Jenaer Strafraum marschieren und dann auch noch ungehindert schießen. Der Ball landete im Dreiangel und die "kleinen Löwen" führten plötzlich 1:0. Die Jenaer verloren nach diesem Tor völlig die Kontrolle über das Spiel. Unmengen Abspielfehler, längst überwunden geglaubte Zweikampfschwäche und Abstimmungsprobleme in der Abwehr verschlugen den mitgereisten Fans die Sprache. Konnte Görtz zunächst noch parieren, als zwei 60er per Doppelpass die Jenaer Hintermannschaft ausgespielt hatten und frei vor ihm auftauchten (26.), musste er drei Minuten später erneut hinter sich greifen. Einen sehr zweifelhaften Freistoss zirkelte Ollhoff aus 18 m über die Mauer ins Tor. Aus Fanblocksicht fiel Görtz etwas langsam in die Ecke, die Schuld an dem Treffer möchte ich ihm aber nicht geben (ohne die Fernsehbilder gesehen zu haben). Die Löwen hatten nun das Spiel vollständig unter Kontrolle und Chancen, um schon vor der Pause weitere Treffer zu erzielen. In der 33. Minute schwebte eine Flanke Kresins von der rechten Seite durch den Jenaer Strafraum, ohne dass die Abwehr reagierte. Zum Glück konnten die Löwen-Angreifer dieses Angebot nicht nutzen. Per Kopf hatte auch Eric Noll eine gute Chance, um seine Ex-Kollegen zu ärgern (34.).
In der Halbzeitpause vergewisserte ich mich erst noch einmal, ob dies wirklich die gleiche Aufstellung war, die vor einer Woche den Sieg in Siegen errungen hatte. Sie war es, also gab es Hoffnung auf Besserung. Die ersten Minuten der zweiten Hälfte sah es auch so aus, dass Jena das Spiel noch kippen wollte. Der Schwung hielt aber nur gut zehn Minuten an und endete mit der einzigen echten Jenaer Chance in Hälfte zwei. Hempel erkämpfte im Mittelkreis den Ball, passte auf Hauser, der von rechts flankte und der für Lischke eingewechselte Sugzda kam freistehend zum Kopfball. Keller hätte den gehaltenen Ball nun seinen Mitspielern geben und zum Duschen gehen können. (Das Schüsschen von Mason in der 84. Minute hätten die 60er auch ohne ihn pariert.) Nun spielten nur noch die Löwen und Görtz parierte einen Schuss nachdem anderen (57., 63. per Fußabwehr, 67. zur Ecke gerettet, 68.). In der 71. Minute zappelte der Ball im Jenaer Tor, als die Jenaer Abwehr die Vorlage lieferte und ein 60er dieses Angebot annahm. Allerdings hatte der im Abseits stehende Ayguen unnötigerweise noch den Ball berührt, sodass der Treffer nicht anerkannt wurde. Drei Minuten später verlieren die Jenaer im Mittelfeld erneut den Ball, Holzer taucht frei vor Görtz auf und vollendet zum 3:0. Nun gibt es von Jenaer Seite absolut keine Gegen wehr mehr. Görtz (der als einziger etwa Normalform erreicht) rettet bei weiteren Großchancen der Löwen (83., 87. der gerade eingewechselte Twellman kam frei zum Kopfball). Die 88. Minute war dann noch einmal die Kurzfassung des Spiels: Kowalik trabt als letzter Mann mit dem Ball Richtung Mittellinie und lässt sich in einem halbherzigen Zweikampf von Fuchs den Ball abjagen. Der umspielt dann auch noch Görtz und schiebt zum 4:0 ein.
Die Niederlage an einzelnen Spielern festzumachen geht nicht. Bis auf Görtz kam aus meiner Sicht keiner auch nur annähernd an Normalform ran. Hauser, Hempel und M. Jovic waren noch die, die sich wenigstens mühten gegenzuhalten. Kowalik zeigte, dass er doch noch kein vollwertiger Ersatz für Raickovic sein kann, denn als Abwehrchef muss er sich die riesigen Löcher in der Hintermannschaft natürlich mit ankreiden lassen.
«Bei kühlem Herbstwetter und vor einer tristen Kulisse von knapp 400 Zuschauern im 28000 Zuschauer fassenden Grünwalder Stadion war das Spiel gegen die "kleinen Löwen" ein herber Rückschlag für die Jenaer Mannschaft und die Fans.» ... wäre wohl der passendere Beginn für einen Spielbericht gewesen ...<jw>
Bilder des Tages von Jens Weißenburger

Sportfreunde Siegen - FC Carl Zeiss JENA 1:2

Tore: 0:1 M. Jovic (63.), 1:1 Platek (78., FE), 1:2 A. Jovic (88.)
Siegen:
Koch; Hasa (66. Willmann), Germann (66. van Buskirk), Waegner; Egler (55. Knoche), Platek, Kotula, Vysniauskas, Nauroth; Gockel, Bettenstaedt
Jena:
Görtz; Kowalik; Uster, Saraba; Lischke (70. Barich), Hempel, Mason, Hauser, Treitl; M. Jovic (89. Kurbjuweit), A. Jovic (90. Schwesinger)

Zuschauer: 3146

Schiedsrichter: Bauer (Perl)

Spielbericht:
Freier Eintritt für alle Zeiss-Fans. Der Mannschaftsrat hatte beschlossen, aus der vor zwei Wochen im Spielbericht Erwähnung findenden Mannschaftskasse sämtliche Eintrittsgelder zu spendieren. Darüber hinaus übernahmen die Spieler die Kosten für einen Fanbus.
250 Anhänger waren der Einladung ins Nordrhein-Westfälische gefolgt und erlebten von der ersten Minute an eine spielerisch überlegene Jenaer Elf. Auffäligster Akteur in der Anfangsphase war Miroslav Jovic, der nach Anspiel Masons in der 8. Minute die Lücke zwischen zwei Gegenspielern fand, jedoch etwas zu hoch zielte. Aleksandar Jovic setzte vier Minuten später noch einen drauf, als er aus zwölf Metern einen Kopfball praktisch aus dem Stand ins rechte untere Toreck plazierte, Siegens Torwart aber reaktionsschnell parierte. Auffällig schon zu diesem Zeitpunkt, dass die beiden Jovics zunehmend besser harmonieren. So auch in Minute 17: Miroslav schickt Aleksandar steil, der bekommt im Laufen das Leder nicht unter Kontrolle, stoppt ab und versucht mit dem Rücken zum Tor stehend wieder mal einen seiner berühmten Hackentricks. Leider auch diesmal ohne Erfolg, Koch passte auf. Die Hausherren vermochten sich erst nach zwanzig Minuten auf das zügige Kombinationsspiel des Gegners einzustellen, machten die Räume von nun an enger und nahmen auf die Art das Tempo aus dem Spiel. In Folge dessen passierte bis zur 45. Minute so gut wie nichts mehr vor beiden Toren. Lediglich eine Aktion im Siegener Strafraum, als Hempel von zwei Mann in die Zange genommen wurde, sorgte für Aufregung. Schiedsrichter Bauer verweigerte einen Elfmeter, pfiff allerdings auch nicht, als die Gastgeber wegen Handspiel Lischkes im Sechzehner der Jenaer protestierten. In der Nachspielzeit dann noch zwei Möglichkeiten für Holger Lischke und wiederum die beiden Jovics im Zusammenspiel. Nennenswerte Möglichkeiten für die Siegener Sportfreunde ? Bis hierhin Fehlanzeige.
Stefan Treitl hatte sich in der ersten Hälfte eine Platzwunde zugezogen und spielte nach dem Wechsel mit rot-weißem Kopfverband. Doch schien ihn dies nicht weiter zu irritieren, denn sein Kopfball nach Masons Freistoß war brandgefährlich, konnte von Koch gerade noch über die Latte gelenkt werden (50.). Genau eine Stunde war gespielt, da kam auch der Gastgeber zu seiner ersten klaren Chance. Ein Diagonalpass aus dem Mittelfeld brachte Kotula auf halbrechts in Schussposition, der Ball segelte am langen Pfosten vorbei. Die Antwort folgte postwendend: Dirk Hempel, obwohl an der Seitenlinie von drei Gegenspielern umringt, gelingt das Abspiel zu Miroslav Jovic, der läuft sieben, acht Schritte, zieht ab und trifft ! Der Jubel im Gästeblock war groß, einige kletterten im Überschwang auf den Zaun, was die im Vergleich zu Wehen angenehm zurückhaltende Polizei das einzige Mal auf den Plan rief. Den Jenaern gelang es nach diesem Treffer nicht, das Leder ruhig und besonnen hinten raus zu spielen. Die langen Bälle in die gegnerische Hälfte kamen zu selten an. Bei den recht planlosen Angriffsbemühungen der Platzbesitzer hatte man andererseits auch nicht das Gefühl, der Ausgleich würde unmittelbar bevorstehen. Wäre da nicht Herr Bauer aus Perl gewesen. Sein Pfiff schien sogar einige Siegener zu überraschen. Erst Ratlosigkeit, dann Wut im Jenaer Lager. Der Referee wollte ein Trikot-Zerren von Uster bemerkt haben, welches selbst in der TV-SloMo nicht zu erkennen war. Geschenkt oder nicht - Platek verwandelte den Strafstoß. Das Spiel stand nun auf der Kippe. Sollte es aus Jenaer Sicht einen ähnlichen Verlauf nehmen wie in Wehen ? Sollte die überlegene Mannschaft am Ende erneut mit leeren Händen dastehen ? "Kämpfen und siegen - Siegen bekämpfen", forderten die Fans. Michael Mason vergab in der 83. Minute, schoss drüber. Auf der Gegenseite rettete Uster durch gutes Stellungsspiel (86.). Dann waren noch drei Minuten zu spielen: Dirk Hempel läuft fast dreißig Meter in die gegnerische Hälfte, sein Pass exakt zum richtigen Zeitpunkt. "Hempus" zeichnete sich damit zum zweiten Mal als Torvorbereiter aus. Denn Aleksandar Jovic ließ sich die Chance nicht entgehen, spurtete in den Strafraum und schob den Ball an Koch vorbei ins Netz. Danach war die Fußball-Welt wieder in Ordnung.
Anerkennende Worte wie die des Siegener Trainers Ingo Peter ("Jena gehört spielerisch zu den besten Mannschaften dieser Regionalliga") hatten wir in dieser Saison schon desöfteren vernommen. Am Samstag aber blieb es nicht dabei, zum ersten Mal hallte der "Auswärtssieg"-Sprechchor der Jenaer Schlachtenbummler auch nach Abpfiff durchs Stadion. Der Trip nach Siegen - für manche war er gratis, für niemanden umsonst ! <fc>
Bilder des Tages
Spielbericht auf Siegens offizieller Homepage
Erlebnisbericht der 'Lokalmatadore'

FC Carl Zeiss JENA - SC Pfullendorf 1:0

Tore: 1:0 A. Jovic (22.)
Jena:
Görtz; Kowalik; Uster, Saraba; Mason (66. Lischke), Treitl, Sugzda, Hempel, Hauser (89. Barich); M. Jovic (76. Schwesinger), A. Jovic
Pfullendorf:
Kronenberg; Topal, Stehle (54. Simon), Schwartz, Krause; Fall (62. Demir), Krämer, Lindinger (83. Knackmuß), Slawig; Barcelaj, Stojko

Zuschauer: 2768

Schiedsrichter: Steinborn (Sinzig)

Spielbericht:
Nach 20 Minuten fragte mich meine bessere Hälfte: "Sollst du nicht den Bericht schreiben ?" - O weh, beinahe verpasst, so gebannt verfolgte ich das Spiel, da der FCC vor 2700 Zuschauern (andere Vereine haben das nicht einmal als Tabellenführer der RL) immer besser ins Laufen kam und voller Ehrgeiz versuchte, die schwarze Serie zu beenden. Man konnte wieder eine Jenaer Mannschaft sehen, die aggressiv und variabel spielte. Pfullendorf stand so eigentlich sofort mit dem Rücken an der Wand und versuchte sich zwangsweise im "Mauern". Die erste erwähnenswerte Angriffsaktion der Gäste gab es in der 44. min, ein Schuß weit übers Jenaer Tor hinweg. Ansonsten hätte Görtz in der ersten Halbzeit auch ungestört den Rasen im Strafraum mähen können, es ging nur in eine Richtung ! Schon aus der Abwehr heraus wurde zielstrebig nach vorn gespielt, im Mittelfeld kreiselten Hempel und Treitl (!) und im Angriff sah man - nach den de facto Sololeistungen von A. Jovic in den letzten Partien - endlich wieder mal zwei Stürmer, die diese Bezeichnung auch verdienten. Einziges Manko war, wie fast immer seit dem Ende von Peter Duckes Stürmerkarriere, die Chancenverwertung. Nach einigen verheißungsvollen Aktionen (u.a. in der 18. min nach mehreren aufeinanderfolgenden Ecken) kam in der 22. Minute (ich kramte nach der eingangs erwähnten Ermahnung gerade das Schreibzeug raus) die Erlösung: M. Jovic flankte von rechts außen und A. Jovic vollendete per Hechtkopfball ins rechte untere Toreck - 1:0 !!! Und weiter ging's: Einen Freistoß weit aus der eigenen Hälfte verlängerte A. Jovic auf seinen Namensvetter, der jedoch unter Bedrängnis nicht scharf und placiert genug schießen konnte (27.). Kurz darauf donnert Kowalik einen 22- m-Freistoß knapp übers Tor. In der 32. sauste Mason in der Mitte los, spielte schön "in die Gasse" auf M. Jovic, aber der Torwart blieb leider Sieger. Fünf Minuten später degradierte M. Jovic auf der linken Seite 2 Pfullendorfer zu Slalomstangen, seine Flanke ging jedoch zu ungenau auf seinen Sturmpartner. Dann bediente Hempel mit einem schönen Anspiel Mason, aber Kronenberg und 2 Verteidiger klärten mit vereinten Kräften zur Ecke. Hempel versuchte es danach nochmals allein, wurde aber in seinem Sturmlauf von 2 Gegnern klar zu Boden gezogen, ohne daß der Schiri dies monierte. Die erste Halbzeit beendete Mason mit einem 25- m-Knaller, der jedoch 50 cm zu hoch lag.
Nach der Pause ging es - bis auf den Seitenwechsel natürlich - unverändert weiter. Jena spielte, stürmte und versiebte die Chancen. Den Auftakt machte Hempel, als er nach Vorarbeit von A. Jovic frei zum Schuß kam, Kronenberg jedoch weiter an seinem Titel "Pfullendorfer Spieler des Tages" arbeitete und zur Ecke abwehrte. Und nochmals war es Hempel, der 2 Minuten später eine 1:1-Situation für sich entscheidet und an der Strafraumgrenze abzieht. Leider wieder gehalten ! Im Gegenzug war dann der SC Pfullendorf das erste Mal richtig im Jenaer Strafraum. Wiederum im Gegenzug setzte A. Jovic eine Treitl-Flanke knapp neben das Tor. In der 56. legte der Linienrichter vor der Tribüne eine astreine Fehlleistung hin, als er beim Zuspiel von M. auf A. Jovic Abseits anzeigte, es war nicht einmal gleiche Höhe, Jenas Nr. 11 wartete deutlich vor dem Verteidiger auf den Paß, bevor er startete. Die größte Chance für Jena gab es in der 60. min: M. Jovic flankt wunderschön von rechts außen auf A. Jovic, der jedoch beim erneuten Flugkopfball die Lederkugel nicht richtig erwischte und neben den Pfosten setzte. Nach seinen ersten beiden Einwechslungen entdeckte der Gast dann, daß im Jenaer Strafraum die Schilder "Betreten des Rasens verboten" entfernt worden waren und versuchten, selbst zu Chancen zu kommen. Spätestens bei Libero Kowalik war jedoch immer Endstation. Hervorzuheben ist dabei die 63. min, als Kowalik zweimal innerhalb von 20 Sekunden goldrichtig stand und per Kopf klärte. Allerdings stockte angesichts der Pech- und Pannensträhne der letzten Wochen allen immer schon vorsichtshalber der Atem, wenn Pfullendorf auch nur in Strafraumnähe kam. So richtige Knallerchancen hatte der SCP aber eigentlich nicht, es war vielmehr immer diese böse Ahnung, die den Zuschauern den Schweiß auf die Stirn trieb. Und bis zur 85. hatte der FCC auch weitere Gelegenheiten, mit einem 2:0 alles klar zu machen: Lischke flankte in M. Jovics Rücken, der versuchte, mit einem Fallrückzieher das beste daraus zu machen - daneben (66.), Hempel ging rechts durch bis zur Grundlinie und flankte auf M. Jovic, der durch eine Körperdrehung frei Schußbahn bekam, aber angeblich soll der Ball vorher im Aus gewesen sein (71.), dann paßt Hempel nach links auf A. Jovic, dessen Flanke jedoch der Torwart herunterpflückt (72.), Lischke spielt Doppelpaß mit Schwesinger, leitet weiter zu A. Jovic, der daneben schießt. Und zu dann wurde per Pressing am gegnerischen Strafraum der Ball erobert, Lischke geht rechts außen durch und versucht es mit einem Direktschuß aus spitzem Winkel. In den letzten 5 Minuten stürmte Pfullendorf dann mit Mann und Maus und Schiri (diese Leistung in einem Erstligaspiel, und Herr Steinborn hätte mehrere Monate Zwangsurlaub), bis auf eine für mich (ich stand inzwischen unten am Zaun) unübersichtliche Situation in der 88. min im Jenaer Strafraum, die mit einer Ecke für Pfullendorf endete, gab es keine ernsthaften Probleme, aber diese ständige Angst, daß doch noch was schief gehen könnte... Dann vollbrachte der Mann in Gelb seine beste Leistung an diesem Abend und pfiff nach nur kurzer Nachspielzeit (er hatte doch Angst um sein Auto *g*) ab.
Am Ende war es zwar resultatsmäßig knapp und die Schlußphase steigerte das Herzinfarktrisiko mächtig, aber am Verdienst dieses Sieges werden auch die ärgsten Kritiker nicht zweifeln. Es klappte noch nicht alles, und manchmal gab es auch kleinere Mißverständnisse in allen Mannschaftsteilen über Laufwege und Abspiele. Ein Sieg, 3 Punkte, nicht mehr, nicht weniger, aber hoffentlich der psychologische Knackpunkt, der den FCC wieder zu normalen Leistungen zurückfinden läßt. Also auf nach Siegen - zum Siegen ! <uk>

SV Wehen 1926-Taunusstein - FC Carl Zeiss JENA 3:2

Tore: 0:1 Mason (20.), 0:2 A. Jovic (35.), 1:2 Naciri (40.), 2:2 Saür (76.), 3:2 Naciri (87.)
Wehen:
Lache; Zaltenbach (46. Wilde); Parrotta (46. King), Hornung; Amstätter, Hunzenthal, da Silva (64. König), Sauer; Naciri, Melunovic, Mehic
Jena:
Görtz; Raikovic (RK, 69.); Uster, Saraba; Mason, Kowalik, Sugzda, Hempel, Hauser; M. Jovic (81. Kurbjuweit), A. Jovic (71. Barich)

Zuschauer: 650

Schiedsrichter: Hofmann (Ansbach)

Spielbericht:
Keine Niederlage ist schön. Aber es gibt Niederlagen, die treffen einen bis ins Mark.
Dabei fing alles so nett an. Wehen - eine Stadt, die erst drei Kilometer vorm Ortseingang zum ersten Mal ausgeschildert ist, muss man als Regionalliga-Supporter einfach mal gesehen haben. Speziell der über Dorfstraßen-Serpentinen erreichbare Sportplatz auf einer Anhöhe sucht seinesgleichen. Vor der Gäste-Stehplatz-Tribüne ein paar Bauzäune aufgestellt, auf der Gegenseite nur ein Geländer, eine Anzeigetafel sucht man vergebens, dazu der beinahe als familär zu bezeichnende Anhang der Gastgeber - eben mal was Anderes. Die gut 150 mitgereisten Jena-Fans waren dann auch von Anbeginn tonangebend, auf dem Spielfeld gaben Melunovic (1.) und da Silva (3.) die ersten Warnschüsse ab. Zwar hatten die Wehener damit ihr Pulver zunächst einmal verschossen, doch auch bei den Jenaern lief im Offensiv-Zusammenspiel noch nicht viel zusammen. Es verwundert deshalb nicht, dass das 1:0 durch eine Einzelleistung Michael Masons zustande kam. Von A. Jovic angespielt, hatte er schon freie Bahn zum Tor, machte zunächst noch zwei kleine Schlenzer um seinen Gegenspieler, um dann aus spitzem Winkel doch noch ins Netz zu treffen. Sehr zur Freude der eigenen Fans natürlich. Hatten diese bis dahin schon einige Lieder intoniert, die man schon fast nicht mehr im Repertoire wähnte ("Von Liverpool bis nach Athen...") folgte nach Masons Treffer die nächste Spezialität: "Heh, FC Carl Zeiss..." im Dauerakkord, der einen an den Jenaer Guiness-Buch-Rekord von Kaiserslautern erinnerte. Quasi als Dank für die permanente Unterstützung gab's von den Spielern das 2:0: Super-Pass Hempels aus dem Mittelkreis in die Spitze, Aleks Jovic sprintet los, lässt den Torwart ins Leere springen und verwandelt. - So klar war in der Phase ab der 20. Minute die Dominanz, dass man schon an eine Vorentscheidung glauben durfte. Der Anschlusstreffer kam überraschend; ein Abpraller aus dem Mittelfeld, den der übrigens nicht im Abseits befindliche Naciri an die Lattenunterkante beförderte. Bei Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte springt solch ein Ball vermutlich ins Feld zurück, beim FCC eben hinter die Linie. Doch eine Schockwirkung war nicht zu erkennen. Mit Power und Selbstvertrauen wurde in den Minuten vor der Halbzeitpause der Wehener Strafraum belagert. Einen Hauser-Schuss parierte Lache (41.). In der 45. Minute ein kluger Pass Hempels auf den formverbesserten Christian Hauser, der wiederum am SVW-Keeper scheitert. Den anschließenden Eckball verwertete A. Jovic, doch auch hier bekam der reaktionsschnelle Lache die Hand hinter den Ball.
Der harte Kern unter den sangesfreudigen Zeiss-Fans ließ sich auch während der Pause trotz Lautsprecherbeschallung nicht unterbrechen. Und auch die Jenaer Spieler machten da weiter, wo sie aufgehört hatten, zumindest in puncto Feldüberlegenheit. Dann die 52. Minute: A. Jovic wird gefoult, der Schiri lässt Vorteil gelten, Hauser dringt mit Ball am Fuß in den Strafraum ein und wird zu Fall gebracht - Elfmeter. Aleksandar Jovic trat an, doch sein Schuss zu schwach und berechenbar, um Lache überwinden zu können. Natürlich werden jetzt in der Öffentlichkeit Vorwürfe laut werden; wie konnte man den Jovic schon wieder einen Elfer schießen lassen, nachdem er eine Woche zuvor gegen Aalen vergeigt hatte ? Doch sollte man dabei nicht außer acht lassen, dass Jovic eigentlich als sicherer Schütze galt, die vergangene Woche voll mittrainieren konnte, in Wehen bereits ein Tor gemacht hatte und eigentlich topfit wirkte. Das Risiko schien also vertretbar, die Aktion ging leider schief. Jovic war anschließend psychisch derart am Boden, dass er ausgewechselt werden musste, weil ihm nichts mehr gelingen wollte. Dennoch bleibt festzuhalten: Jena lag noch immer in Führung, hatte auch nach dem verschossenen Elfer die dahinplätschernde Partie sicher im Griff. Bis zur 69. Minute. Da setzte sich ein Wehener Angreifer zu vehement im Jenaer Strafraum ein, Schiedsrichter Hofmann entschied folgerichtig auf Stürmerfoul und Freistoß für Jena - doch was macht Raickovic ? Er tritt nach und sieht die Rote Karte. Der Strafenkatalog, nach dem die Spieler Gelder in die Mannschaftskasse einzahlen müssen und damit u.a. ihre eigene Abschlussfeier am Saisonende finanzieren, scheint als Abschreckung untauglich. Anders ist es nicht zu erklären, dass der Mannschaftskapitän nach den vielen Undiszipliniertheiten und Feldverweisen der letzten Wochen eine derartige Dummheit begeht ! Eine Dummheit, die nicht nur die Suche nach einem Libero für die nächsten Wochen nötig macht, sondern im Nachhinein betrachtet auch die drei Punkte von Wehen kostete. Denn jetzt, in Überzahl, bekam der schon am Boden liegende Gegner Oberwasser, hatte bereits in der 73. Minute eine hundertprozentige Torgelegenheit. Görtz bekam an den Kopfball aus Nahdistanz gerade noch die Fingerspitzen, warf sich dann auf das Leder und hätte zum Helden werden können, wenn...ja wenn da nicht der Ausgleichstreffer drei Minuten später gewesen wäre, bei dem sich der Schlussmann im 5-Meter-Raum nicht durchsetzen konnte (vielleicht wurde er auch ein wenig behindert) und ein Eckball direkt ins Tor flatterte. - 56 Minuten hatte der FCC in Front gelegen, 56 (plus 15 Pausen-) Minuten hatte der "Heh, FC Carl Zeiss"-Schlachtgesang der Fans angedauert. Nun versuchten sie ihre Elf, die nur noch zu zehnt war, mal wieder mit anderen Sprechchören nach vorn zu treiben. Vergeblich, bis auf seinen Hauser-Schuss (78.) kam nichts mehr zustande. Wehen blieb am Drücker und versetzte uns drei Minuten vor Ultimo auch noch den K.o. Wieder sah Görtz nicht glücklich aus, als er aus seinem Kasten heraus kam, ohne Chance das Leder zu erreichen und mit einem froschartigen Sprung zu retten versuchte, was nicht mehr zu retten war. Zwei Anhänger aus dem Ettersberger Fanklub traten vor Wut und Enttäuschung gegen den Zaun und wurden von der pausenlos im Blickfeld befindlichen Polizei daraufhin abgeführt.
Nach dem Abpfiff herrschte eine eigenartige Stimmung auf Jenaer Seite. Kaum Schimpfen und Diskutieren. Die Fans standen enttäuscht am Zaun, die Spieler einzeln drei, vier Meter davor auf dem Spielfeld. Keiner sprach groß mit dem anderen, jeder versuchte erst einmal selbst zu begreifen und zu verarbeiten, welch schlimmen Verlauf diese neunzig Minuten genommen hatten. <fc>
Erlebnisbericht des Fanclubs "Die Lokalmatadore"

FC Carl Zeiss JENA - VfR Aalen 1:3

Tore: 0:1 Hillebrand (16.), 1:1 Uster (60.), 1:2 Rogosic (66.), 1:3 Okic (83.)
Jena:
Görtz; Raikovic; Uster, Saraba; Mason, Barich, Kowalik (44. Kurbjuweit), Sugzda, Hauser (81. Lischke); Schwesinger (72. M. Jovic), A. Jovic
Aalen:
Sabanov; Theres; Schiele, Neumann, Hillebrand; Müller (46. Laviani), Thiel, Okic, Butrej (86. Kanyuk); Honold (60. Rogosic), Coulibaly

Zuschauer: 2715

Schiedsrichter: Dr. Fleischer (Hallstadt)

Spielbericht:
Selbstmitleid war das stärkste Gefühl, welches ich in mir ausmachen konnte, als mich am späten Samstagnachmittag die Nachricht erreichte, daß ich der Erwählte für den zu schreibenden Spielbericht sei. Hinzu mischte sich eine gehörige Portion Wut über das zuvor Erlebte und die Ratlosigkeit, sowohl über die zu treffende Wortwahl (was soll man da noch schreiben?), als auch über die nähere sportliche Zukunft unseres FC Carl Zeiss. Während sich aber das erste Problem mehr oder weniger geschickt beheben läßt, dürfte das Letztere noch einiges Kopfzerbrechen bereiten. Zu ideen- und konzeptlos ging Jena vor. Zwar wurden sich mehr Chancen erarbeitet, als man für die Gäste aus Aalen zuließ, diese ergaben sich jedoch meist zufällig und wurden dann auch noch fast ausnahmslos recht hilflos vergeben. Die Größte hatte Timo Uster, welcher den Ball nach einer gefährlichen Eingabe Schwesingers, ob nun Torschuß oder Flanke lasse ich mal dahingestellt sein, und einer Glanzparade von Sabanov aus spitzen Winkel an den Pfosten donnerte. Schade. Noch in der gleichen Minute sollte jedoch jedem Anhänger des Jenaer Fußballs klar werden, wie es momentan um die Mannschaft steht. Völlig ohne das nötige Selbstvertrauen donnerte Aleksandar Jovic einen von Schiri Fleischer verhängten Elfmeter- Coulibaly hatte den Ball im Strafraum mit der Hand gespielt- über das Tor und ließ damit auch diese Möglichkeit aus. Wirklich bezeichnend! Anders die Aalener. Die führten nämlich zu diesem Zeitpunkt schon mit 1:0. Hillebrand hatte in der 17. Minute einen über die Jenaer Abwehr gehobenen Freistoß perfekt angenommen und- unhaltbar für Roman Görtz- inīs rechte untere Eck des Jenaer Torīs geschoben. Wie so oft lief Jena von nun an dem Rückstand hinterher. Zu den Problemen im eigenen Spielaufbau gesellte sich nun auch noch die Gefahr, durch einen der schnellen Aalener Konter eine frühe Vorentscheidung zu erleben, was sich auch kurz vor der Halbzeit fast noch bewahrheitet hätte. Es blieb aber erstmal beim durchaus verdienten 0:1 zur Pause, nach welcher Jena den Druck deutlich erhöhte. Alles, was sich jedoch im Angriffsspiel ereignete, war fast nie zwingend und ergab sich durchweg recht zufällig. So auch das Ausgleichstor durch Timo Uster in der 60. Minute, welcher einen bereits abgewehrten Ball irgendwie durch Freund und Feind inīs gegnerische Tor beförderte. Endlich! Endlich mal wieder ein Tor und noch genügend Zeit, das Ding noch rumzureißen. Das wenigstens dürften die meisten im Stadion gedacht haben und auch ich, als ausgesprochener Pessimist in solchen Sachen, war guter Hoffnung doch noch einen schönen Nachmittag zu erleben. Was sich jedoch anschließend auf dem Rasen ereignete, konnte einen die Sprache verschlagen. Jena lies jedes taktische Geschick vermissen und rannte konzeptionslos auf das gegnerische Tor los. Aalen indes lies sich nicht beeindrucken und konnte bereits sechs Minuten nach dem Ausgleich die Führung wiederherstellen. Etliche Jenaer brachten es nicht fertig den Ball aus der Gefahrenzone zu schlagen und ließen Gedanken an einen Flipper- Automaten aufkommen. Der kurz zuvor eingewechselte Rogosic beendete schließlich das Spielchen mit einem Schlenzer in die lange rechte Torecke. In der 83. Minute kam es dann sogar noch heftiger. Michael Mason, nach langer Sperre erstmals wieder dabei, verstolperte den Ball an der Mittellinie und den anschließenden Konter vollendete Okic nach exaktem Zuspiel von Rogosic zum verdienten 1:3. Verdient deshalb, weil Aalen das an Clevernis besaß, was Jena an Taktik und Ordnung fehlte. Auch wenn sicherlich eine Leistungssteigerung zu den letzten beiden Heimspielen erkennbar war, so muß dieser Nachmittag wirklich die Frage aufkommen lassen, ob in der Sommerpause nicht entscheidende Fehler gemacht wurden. Am sonst vorgeschobenen geringen Etat kann es dieses Jahr nicht liegen. Das Training kann ich nicht einschätzen, auch wenn man sicherlich mit ruhigem Gewissen sagen kann, das etliche der angesprochenen Mängel in einer Profimannschaft nicht auftreten dürften. Bleibt die Personalpolitik als Kritikpunkt. Wahrscheinlich reicht es halt doch nicht, beliebigen Spielern aus dem In- und Ausland das gleiche Trikot anzuziehen und ihnen zu sagen, daß sie jetzt für den FC Carl Zeiss aktiv sind. Mannschaftliche Geschlossenheit und das Bewußtsein, für einen der traditionsreichsten Vereine Deutschlands zu spielen, kann man wahrscheinlich nicht kaufen. Das es auch anders geht- und verzeiht mir bitte dieses ungeliebte Gleichnis- sieht man in Erfurt. Vielleicht ist das mal ein Denkanstoß. Es tut mir leid, wenn ich nichts besseres schreiben konnte oder vielleicht auch nicht wollte. In meinen Augen muß jetzt dringend etwas geschehen, denn eins ist Fakt: Schlimmer wirdīs nicht. <bpf>
Bilder des Tages von Jens Weißenburger

1. FC Schweinfurt 05 - FC Carl Zeiss JENA 3:0

Tore: 1:0 Agu (37.), 2:0 Stockmann (62.), 3:0 Galuschka (83.)
Schweinfurt:
Scherbaum; Rögele, Dorbath, Gröger, Hein, Wirsching, Karagötz, Gerhardt (80. Teofilovic), Skoric, Agu (46. Galuschka), Tuma
Jena:
Görtz; Raikovic; Uster, Saraba; Hauser, Mackel (46. Barich), Hempel(GRK, 63.); Lischke, Sugzda (77. M. Jovic); Hanke, A. Jovic

Zuschauer: 2100

Schiedsrichter: Schiffner (Konstanz)

Spielbericht:
"Der Fußballgott ist Thüringer" titelten vor gut 7 Jahren die hiesigen Gazetten, als dem Zweitbundesligisten FC Carl Zeiss und seinem Amateurteam ausgerechnet Borussia Dortmund und die Münchner Bayern im DFB-Pokal zugelost wurden. Im Jahr 2000 heißt es für den FCC und seinen Anhang Schnüdel statt Borussen und so fanden 350 Blau-Gelb-Weiße Schlachtenbummler trotz des miserablen Tabellenstandes der eigenen Mannschaft den Weg ins Willy-Sachs-Stadion zu Schweinfurt, einer kleinen und recht alten Leichtathletikkampfbahn, die 1934 vom Namensgeber Konsul Willy Sachs der Stadt Schweinfurt unter der Auflage spendiert wurde, daß der 1. FC 05 dort lebenslanges Nutzungsrecht innehat. Der nicht viel hermachende, über eine kleine Sitztribüne verfügende und eher mäßige Sichtverhältnisse bietende Ground gewährt dem auswärtigen Fan immerhin den Luxus eines durch Laubbäume überdachten Gästeblockes, der recht idyllisch gelegen ist.
Ob man im kirchlich geprägten Unterfranken ein Problem damit hat, am Tag des Herrn Fußballspieler ihrer schweißtreibenden Arbeit nachgehen zu sehen oder ob die nebenan stattfindende Regionalmesse "ufra 2000" unwiderstehliche Anziehungskraft versprühte ist ungewiß. Verwunderlich scheint es jedenfalls, daß in Schweinfurt und Umgebung der aufsehenerregende Höhenflug des heimischen Fußballclubs kaum Beachtung findet und nur 2.100 Besucher den Weg zum Heimspiel der "Schnüdel" fanden. Über die exakte Herkunft des für den unwissenden Gast etwas eigenartig anmutenden Spitznamens der 05er gibt es übrigens selbst in Schweinfurt widersprüchliche Versionen, in jedem Fall rührt er von den der Stadt ihren Namen gebenden rosaroten Rüsseltieren her.
Ob es diese Tierchen waren, die den eingangs erwähnten Fußballgott dazu bewogen haben die Fronten zu wechseln? Thüringer ist er jedenfalls an diesem Sonntagnachmittag nicht gewesen, denn um es vorweg zu schicken: Diese Niederlage war unnötig wie ein Kropf und zudem höchst unverdient.
Der FC Carl Zeiss, ohne die gesperrten und verletzten Nowotny, Schön, Mason und Kowalik, dafür zur Überraschung vieler mit dem eigentlich krank gemeldeten Holger Lischke über die rechte Außenbahn und dem angeschlagenen Niels Mackel im zentralen defensiven Mittelfeld agierend begann dieses Spiel beim bisherigen Spitzenreiter wie die Feuerwehr. Keine Spur von Mauertaktik, der FCC wirkte von Beginn an offensiv ausgerichtet, kämpferisch und spielerisch im Gegensatz zu den letzten Spielen stark verbessert. So ergaben sich bereits in den ersten Minuten Chancen en Masse. Nach 4 Minuten das erste Achtungszeichen, als Aleks Jovic die Hackenablage von Rico Hanke im Strafraum nicht erwischt und ein Schweinfurter in letzter Sekunde zur Ecke klären kann. 10 Minuten später ist es wiederum der agile und von seinen Gegenspielern nie zu bändigende Jovic, dessen Schuß nach toller Einzelleistung 05-Keeper Scherbaum gerade so aus dem Winkel kratzen kann. Drei Minuten danach behauptet mit Dirk Hempel der beste Spieler der ersten Halbzeit im Strafraum den Ball, bringt selbigen aber aus 10 Metern nicht im Tor unter und versiebt die nächste "Hundertprozentige". Nach 24 Spielminuten traten auch die Hausherren erstmals in Erscheinung, Karagötz' Flachschuß am Tor vorbei aber eher harmlos. Besser machte es dann nach 37 gespielten Minuten Schweinfurts Ballzauberer Festus Agu, der nach einem Eckball davon profitierte, daß Roman Görtz wie angewurzelt auf der Linie kleben bleibt und vor dem in dieser Szene unglücklich agierenden Raickovic zur den Spielverlauf auf den Kopf stellenden Führung einköpft. Blankes Entsetzen bei dem bis dato ihre Mannschaft ordentlich unterstützenden Gästeanhang, die sich allerdings mehr geschockt zeigten als die Mannschaft auf dem Rasen. Der Rückstand wurde schnell verdaut und so hatten vor der Pause Hanke, der eine Flanke aus Nadistanz nur hauchdünn verpaßte und wiederum Aleks Jovic die Riesenchancen zum Ausgleich. Noch in der letzten Saison brillierte Jovic mit einer unglaublichen Torausbeute, heute klebt auch ihm das Pech an den Stiefeln und er konnte wiederum den Ball aus drei Metern nicht im gegnerischen Gehäuse unterbringen.
Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild. Die Jenaer Elf, in der Barich Mackel ersetzte, drückte und kam zu hochkarätigen Möglichkeiten, die Lischke (49.), Hanke mit Kopfball (58.) und wiederum Lischke aus 5 Metern (59.) nicht nutzen konnten. So wiederholte sich das Szenario der ersten Halbzeit und die 62. Spielminute entschied das Spiel im Doppelpack. Im jenaer Spielaufbau paßt Saraba zu ungenau zu Hempel, der Schweinfurter Gegenzug über drei Stationen wird clever ausgespielt - 2:0 - Chancenverwertung 100%! Daß sich gleich anschließend Dirk Hempel, obwohl nur wenige Minuten zuvor wegen Meckerns bereits verwarnt, nochmals die gleiche Dummheit erlaubt und seine Mannschaft durch den folgenden Platzverweis endgültig um die Chance auf einen zählbaren Erfolg brachte, dürfte der Spieler wohl nicht zuletzt auf seinem Bankkonto zu spüren bekommen. Einen schwachen Trost stellt dies freilich für die nun vollends frustrierten Schlachtenbummler dar, die nicht glauben mochten, was sich da auf dem Rasen abspielte. Bezeichnend für die Kräfteverhältnisse an diesem Tag war, daß sich die Schweinfurter in der Folge selbst in Überzahl nur auf Ihre Defensive beschränkten, während die Jenenser ihres Spielmachers beraubt mehr oder weniger kopflos die Möglichkeit zum Anschluß suchten. Sugzdas Flachschuß knapp am Tor vorbei hätte den Heimsieg vielleicht noch einmal in Gefahr bringen können, aber als der junge Galuschka in der 83. Spielminute zum zweiten Mal allein auf Torhüter Görtz nach dessen Abspielfehler zusteuerte, machte er es besser als eine Minute zuvor und verwandelte zum alles entscheidenden 3:0. Bezeichnend der Schlußpunkt dieser Regionalligapartie, gesetzt vom wieder einmal an allen Ecken und Enden zu findenden Aleksandar Jovic, dessen toller Seitfallzieher in der Nachspielzeit sichere Beute vom starken Schnüdel-Schlußmann Scherbaum wird. Schön gespielt - nur nicht getroffen. So wie die letzte Szene läßt sich das gesamte Spiel des FCC zusammenfassen. Die Verzweiflung darüber stand den Spielern nach dem Abpfiff am Zaun ins Gesicht geschrieben und bei Holger Lischke flossen gar Tränen, so wie einst im vergangenen Herbst bei den Spielern nach dem TeBe-Debakel, welches bekanntlich die Wende bedeutete. Ein gutes Omen? Die Fans jedenfalls konnten ihrer Mannschaft nicht so recht böse sein, gegeben haben sie alles und vielleicht ist der Fußballgott ja auch bald mal wieder ein Thüringer?
Der alte und neue Spitzenreiter Schweinfurt wird wohl nicht allzu lange dort verweilen, das sahen auch viele der selbst am ungläubigsten über die eigene Glückssträhne erscheindenden Schweinfurter Anhänger so. Für unsere Mannschaft gilt es, an die hier gezeigte Leistung anzuknüpfen und das im Fränkischen fehlende Glück zu erzwingen, auch wenn gegen Aalen die Personalsorgen durch den Blackout Hempels noch größer geworden sind. <Gunner>

FC Carl Zeiss JENA - FC Kickers Offenbach 0:0

Jena:
Görtz; Raickovic; Uster, Saraba; Hauser (75. Piegzik), Kurbjuweit, Mackel, Sugzda (75. Bijelic), Hempel; Hanke, A.Jovic (86. M.Jovic)
Offenbach:
Thier; Dolzer; Köpper, Kolinger; Glöckner, Speth, Roth (81. Meyer), Dworschak, Sarfo (53. Würll); Simon, Rodriguez (75. Schindler)

Zuschauer: 3120

Schiedsrichter: Haupt (Mainz)

Spielbericht:
[Diesmal von Gastkommentator Gunner]
"Strahlender Sonnenschein über dem Paradies. Die Kernberge bilden einen würdigen Rahmen zu einem Top-Event im EAS. 12000 Zuschauer lassen das Stadion erbeben. Die zwei Spitzenteams der RL Süd treffen aufeinander. Es ist ein berauschendes, ein hochklassiges Spiel."
So wie "Kasache" kürzlich im FCC-Forum hätten wohl viele Fans aus Jena und Offenbach noch vor wenigen Monaten Ihre Erwartungen an das Aufeinandertreffen der zwei Traditionsvereine in dieser Liga formuliert. Die für beide ernüchternde Realität sieht bekanntlich anders aus und so erlebte das Ernst-Abbe-Sportfeld bei schönstem Altweibersommerwetter das Duell der Enttäuschten vor einer ebenso enttäuschenden Kulisse von nur 3.120 Zuschauern, dem geringsten Zuspruch seit dem 21. November 1999, dem Sieg über Magdeburg. Die Erfolglosigkeit der letzten Wochen war beiden Mannschaften anzumerken, die Angst vor einem Gegentor lähmte die Angriffsbemühungen und so entwickelte sich ein eher mäßiges Regionalligaspiel. Abwehrspieler Zoran Saraba gab sein Debüt im FCC-Trikot, spielte solide, bekam aber Gegenspieler Rodriguez nicht immer in den Griff und muß sich erst noch in das Mannschaftsgefüge einfinden. Nach den nächsten 2-3 Spielen werden wir urteilen können, ob er die erhoffte Verstärkung sein wird. Im Sturm ließ Petrovic Hanke neben Aleks Jovic spielen, Raickovic kehrte nach überstandener Grippe auf die Liberoposition zurück. Mit dem fiebrigen Holger Lischke gesellte sich aber kurzfristig gleich der nächste Spieler ins FCC-Lazarett, so daß Tobias Kurbjuweit die rechte Außenbahn übernahm und zumindest in der Offensive durchaus für Akzente sorgen konnte. Nach hinten hat der Youngster so seine Probleme.
Die Gastgeber begannen engagiert und erweckten zumindest den Eindruck des "Wollens". Dirk Hempel leitete in der 16. Minute die erfolgversprechendste Möglichkeit der ersten Halbzeit ein, als er Rico Hanke bedient, der aber zu ungenau auf den freistehenden Jovic paßt. Das wars mit der Jenaer Angriffsherrlichkeit in den ersten 45 Minuten, ein harmloser Schuß des erneut enttäuschenden Hausers kurz vor der Pause kann nur mit viel Wohlwollen als Jenas einzig gefährlicher Torschuß bezeichnet werden. Spätestens nach einer Viertelstunde übernahm der OFC das Zepter und bestimmte die Begegnung im Stile einer Heimmannschaft. Spötter meinten, dieses "Heimgefühl" zu vermitteln sei erklärtes Ziel der Zeiss-Kicker gewesen, immerhin verloren die Offenbacher am Bieberer Berg schon vier mal, während man Gegners Platz nur ein mal ohne Punkte verließ. Bedanken konnte man sich vor allem beim glänzend aufgelegten Roman Görtz, daß es zur Pause noch 0:0 stand, reihenweise bügelte er die Schnitzer in der Jenaer Hintermannschaft aus. Ein Pfeiffkonzert verabschiedete die Spieler dann beim Gang in die Kabinen, nur die 150 mitgereisten Offenbacher konnten mit ihrer Mannschaft zufrieden sein und äußerten dies auch in einem ordentlichen Support des eigenen Teams. Manch einer der Hessen mag sich vor dem Spiel Gedanken gemacht haben, ob ihn im wilden Osten auch eine solch haßerfüllte Athmosphäre entgegenschlagen wird, wie bei den vieldiskutierten Spielen Erfurt-Siegen und Chemie-Braunschweig. Sie mögen sich gewundert haben, es gab schlicht und einfach überhaupt keine Athmosphäre in den ersten 45 Minuten. Weder die Spielweise der blau-gelb-weißen Rasentreter, noch die Leistung des aus dem 40 Kilometer (!) von Offenbach entfernten Mainz stammenden Schiedsrichters Haupt war dazu angetan, das EAS in ein brodelndes Tollhaus zu verwandeln.
Nach der Pause das gleiche Bild. Offenbach versuchte das Spiel zu machen, Jena wartete auf Konter und wurde nun aber gefährlicher. Für einen Paukenschlag sorgte Dirk Hempel (56.), als er an der Torauslinie gleich zwei Offenbacher vernaschte, dann aber den Ball aus 10 Metern über das Tor drosch. Enttäuschend wiederum seine Freistöße, gleich zwei Versuche von der Strafraumgrenze ließ er kläglich ungenutzt (54./72.). Nur zwei Minuten nach Hempels Großchance die Möglichkeit zur Gästeführung, Saraba klärt aber in höchster Not zur Ecke. Diese scharf hereingetreten bringt eine erneute Kopfballmöglichkeit aus Nahdistanz, welche Görtz in Klassemanier parieren kann. Das Spiel wurde mit zunehmender Spieldauer offener, die Hereinnahme von Piegzik und Bijelic im Doppelpack eine Viertelstunde vor Schluß bracht ein kurzes Aufflackern. Bijelic war es dann auch, der in der 84. Minute mit einem Traumpaß Rico Hanke die Möglichkeit bot, den Spielverlauf auf den Kopf zu stellen. Der Ex-Dresdner steuerte allein auf das Tor zu. Anstatt Gästekeeper Cesar Thier mit einem plaziertem Schuß keine Chance zu lassen, versuchte er ihn zu umspielen und blieb hängen. Zum ersten Mal kam so etwas wie Stimmung im Ernst-Abbe-Sportfeld auf, die erhoffte Schlußoffensive auf dem Rasen blieb dennoch aus. So blieb unsere Elf auch im dritten Heimspiel in Folge ohne Torerfolg und das Spiel beim 0:0, über das sich beide Teams nicht so recht freuen konnten. OFC-Interimscoach Knut Hahn sah seine Elf "wieder phasenweise Fußball" spielen und war mit dem Punkt zufrieden. Slavko Petrovic konnte dies angesichts der Chancenverhältnisse ebenso sein, das Leistung der Mannschaft ließ jedoch viele Wünsche offen. An Engamenent hat es seinen Kickern an diesem Samstag-Nachmittag nicht gefehlt. Gerade dies macht aber nicht gerade Mut, denn die Substanz in der Jenaer Elf scheint in der Tat nicht mehr herzugeben, als Mittelmaß. Dies nur mit Verletzungspech und Sperren zu begründen greift zu kurz. Der schlechte Start in die Saison und der wenig erbauliche Tabellenplatz scheint viele Spieler zu lähmen und beim Blick auf die nächsten beiden Gegner (Schweinfurt und Aalen) wird der Ernst der Lage bewußt. Es bedarf am kommenden Wochenende einer gewaltigen Leistungssteigerung, um beim überraschenden Tabellenführer aus Franken in der Außenseiterrolle auch mit Punkten belohnt zu werden, wenn trotz der ungünstigen Spielverlegung auf Sonntag wiederum 200-300 FCC-Fans der Mannschaft den Rücken stärken. Es ist an der Zeit, davon wieder etwas zurückzugeben!<gunner>

VfB Stuttgart/Amateure - FC Carl Zeiss JENA 3:0

Tore: 1:0 Hieb (67.), 2:0 Vaccoro (75.), 3:0 Tiffert (80.)
Stuttgart:
Trautner; Hinkel, Posch, Morena (51. Grimminger), Wenzel; Schmiedel (65. Seeber), Kauf, Hieb, Amanatidis (78. Adrion); Vaccaro, Tiffert
Jena:
Görtz; Quade; Uster, Barich (GRK, 82.); Lischke (67. Kurbjuweit), Hempel (72. Schwesinger), Treitl, Mackel, Sugzda, Hauser; A. Jovic (60. M. Jovic)

Zuschauer: 600

Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden)

Spielbericht:
Eines steht fest: Zum nächsten Auswärtsspiel nach Schweinfurt fahre ich nicht ! Aber nur, weil ich Karten für Wembley habe und erst Sonntag abend wieder da bin. ;-) Aber im Ernst: Das Wunder von Stuttgart ist ausgeblieben. Und alles andere als eine Niederlage wäre angesichts der langen Ausfalliste beim FCC und der derzeitigen "Serie" wirklich ein kleines Wunder gewesen. Das 0:3 ist sicher bitter, aber mit etwas Realitätssinn betrachtet, nicht überraschend. Die VfB-Amateure präsentierten sich als eine der technisch und spielerisch stärksten Mannschaften der Liga, gegen die wir auch in Bestbesetzung alle Hände und Füße voll zu tun gehabt hätten. Unsere Abwehr, die kurzfristig noch den Ausfall von Raickovic (Bronchitis) verkraften mußte, widerstand dem Druck der Gastgeber nur etwas mehr als eine Stunde. In der ersten Halbzeit sah es gar nicht so schlecht aus: Zunächst wurden die Gegenspieler eng gedeckt und man versuchte aus einer sicheren Abwehr nach vorn zu spielen. Allerdings zeigte der Fakt, daß A. Jovic einzige Sturmspitze war, die defensive Ausrichtung des FCC (bei einer offensiveren Einstellung wären wir vermutlich noch schneller und ärger unter die Räder gekommen).
In den ersten 20 Minuten war es ein verteiltes Spiel, in dem jedes Team 1 bis 2 Ansätze von Chancen (14. Hauser-Kopfball, 21. Lischke-Schuß) hatte. Die Abwehr mit den beiden Rückkehrern Quade (Libero) und Treitl sowie Uster ackerte, um den Ball aus dem Strafraum rauszuhalten. Da aber die Entlastung nach vorn fehlte, kam Stuttgart immer besser ins Spiel. In der 23. drang deren Nr. 10 (Sorry, die Aufstellungen wurden dermaßen runtergerasselt, daß mir bei Stuttgart die Zuordnung Name - Nr. fehlt) links in den Strafraum ein, paßte auf die Nr. 11 (die uns noch viel Mühe machte), doch Görtz wehrte den Schuß aus 5 m Entfernung ab. Im Gegenzug bekam der FCC einen Freistoß zugesprochen: Hauser hebt über die Mauer auf A. Jovic, der noch einen Gegenspieler stehenläßt, aus spitzem Winkel jedoch nur den Pfosten trifft. Die Gastgeber erarbeiteten sich weitere Chancen: 28. min - Foul an Uster wird nicht gepfiffen, ein Stuttgarter läuft frei auf Görtz zu, der jedoch hält; 29. min - Schuß aus 15 m geht vorbei; 34. min - nach Doppelfehler von Hauser und Treitl muß Görtz wiederum gegen einen frei vor im stehenden Stürmer klären; 38. min - Görtz unterläuft eine Ecke, Ball wird zur Mitte geköpft, der Schuß jedoch abgeblockt. Der FCC wurde auf der anderen Seite nur noch mit 2 Schüssen von Mackel (37. gehalten) und Lischke (39. knapp vorbei) aktiv. Dann kam der große Auftritt der Stuttgarter Nr. 11 (es war vermutlich Tiffert): in der 41. knallt er den Ball aus Mittelstürmerposition drüber, in der 45. rennt er übers halbe Feld und läßt dabei alles stehen, was ein blaues Trikot trägt, bevor Lischke im letzten Moment per Tackling klären kann und in der Nachspielzeit hält Görtz einen straffen Schuß von ihm.
Pause und Durchatmen ! Nach der Halbzeit legten die Stuttgarter einen Gang zu und berannten fast pausenlos das Jenaer Tor. Ganz selten schaffte es der FCC noch, sich aus der Umklammerung zu befreien und selbst anzugreifen. Neben einigen glücklosen Aktionen gab es dann aber in der 59. Minute die Riesenchance zur Führung: Hempel wird ca. 25 m vorm Tor von 3 Mann niedergekämpft, der Schiri erkennt aber auf Vorteil, weil der Ball nach vorn auf A. Jovic springt, der in den Strafraum eindringt und unter Bedrängnis aus 7 m Entfernung abzieht - leider entschied sich der Stuttgarter Keeper, den Ball zu halten... Wie wenig ansonsten im Angriff zusammenlief, verdeutlicht Hausers Schuß in der 64. min: hinweg über Tor, Bäume und einige Zäune schlug der Ball im Gelände des benachbarten Daimler-Stadions ein. Zwei Minuten später war es dann soweit: im Mittelfeld geht ein Tackling ins Leere, der Stuttgarter saust allein auf Görtz zu, der den ersten Schuß hält, gegen den Nachschuß des mitgelaufenen Hieb jedoch machtlos war. Petrovic setzte nach dem 0:1 alles auf eine Karte und brachte Kurbjuweit und Schwesinger, was blieb auch weiter übrig. In der 75. fiel dann jedoch per Kopfball nach einer Ecke das 2:0 und in der 80. das 3:0 schoß Tiffert nach Einzelleistung hoch ins kurze Eck. Der FCC gab sich aber nicht auf und versuchte wenigstens, das Ergebnis zu verbessern. In der 76. landet eine Ecke noch in den Armen des Torwarts, in der 81. jedoch verfehlt Uster mit einem Kopfball nach einer weiteren Ecke nur knapp das Tor. In der 85. noch ein Versuch: Schwesinger paßt von ganz links auf rechts außen zu Kurbjuweit, der legt zurück auf Uster, der direkt in den Strafraum auf M. Jovic flankt. Diesem verspringt leider der Ball. In der 90. min konnte Görtz sich nochmals auszeichnen, als er wiederum Sieger gegen einen nach Doppelpaß vor ihm auftauchenden Stuttgarter bleibt.
Ein 0:3 ist hart, der Sarkasmus einiger Fans, die trotzdem feierten, als ob's 3:0 stände, verständlich, aber "Erfurt"-Rufe u.ä. Schwachsinn liegen weit außerhalb jeglicher ironischer Grenzen. Innerhalb des Jena-Blocks kam es deshalb auch zu einigen handfesten Reibereien. Genauso dämlich war die plumpe Anmache gegen einige Spieler, die nach dem Match ebenso wie Petrovic und Patzer, zum Fanblock kamen. Gerade dem "reaktivierten" Stefan Treitl (dem man genau wie "Newcomer" Quade keinen Vorwurf machen kann) vorzuwerfen, er wäre wegen zuviel Gehalt "satt" und würde sich deshalb nicht schinden, ist hirnrissig ! Um es nochmals klar und deutlich zu sagen: Es lag nicht am Willen und nicht an der Kampfbereitschaft (und von "Arbeitsverweigerung" kann gar keine Rede sein), sondern an einem saustarken Gegner, z.T. mangelnder Abstimmung und am Zusammen-Spielvermögen. Für letztere Punkte ist der stark gelichtete Spielerkader zumindest eine teilweise Entschuldigung. Und bei allem Frust sollte man nicht vergessen: Es ist UNSER FCC und es sind UNSERE Spieler, die verlieren nicht absichtlich, um die Fans zu ärgern. Also: hope for better times !!! <uk>

FC Carl Zeiss JENA - VfR Mannheim 0:1

Tore: 0:1 Petry (5.)
Jena:
Görtz; Raickovic; Uster, Kowalik (RK, 89.), Bijelic (58. Barich), Sugzda (58. Hempel), Mackel, Kurbjuweit (69. Lischke), Hauser; A. Jovic, M. Jovic
Mannheim:
Masic; Zitouni (63. Balagic), Dehoust, Farac; Dybec, Ziegler, Wenczel, Baziuk (GRK, 89.), Petry; Rank (81. Bokatola), Krauss

Zuschauer: 3268

Schiedsrichter: Pickel (Ettringen)

Spielbericht:
Nach drei sieglosen Spielen in Folge sollte es endlich mal wieder einen Jenaer Sieg geben. Trotzdem fanden bei schönem Wetter nur 3268 Zuschauer den Weg in Ernst-Abbe-Sportfeld.
Der VfR Mannheim begann von Anfang an gegen das erwartete Offensivspiel der Jenaer dagegen zu halten und hatte bereits in der ersten Minute eine Kopfballchance. Nur drei Minuten später kam der FCC zu seiner ersten Chance: Nach eine Flanke von M. Jovic wird der gut postierte A. Jovic im Strafraum umgerempelt. Erbost über den ausgebliebenen Elfmeterpfiff revanchierte er sich sofort mit einem Stoss an seinem Gegenspieler und musste von Glück reden, dass er nicht dafür sofort die Rote Karte bekommen hatte. Die Aktion war kaum vorbei, da wird Petry mit einem herrlichem Steilpass bedient und vollendet zur Führung der Gäste. Lange Gesichter machten sich auf der Tribüne breit. Sollte die schlechte Serie des FCC weitergehen ? Jena steckte nicht auf und kam in der 7. Minute zu seiner nächsten Möglichkeit, doch der Torwart der Gäste konnte diese vereiteln. Im sofortigen Gegenzug prüfte Dehoust mit einem schönen Schuss Torwart Görtz, und auch er konnte sich in dieser Szene auszeichnen. Der VfR Mannheim wurde immer stärker und kam in der 15. Minute durch Rank, der an diesem Tage ein gutes Spiel machte, zu seiner nächsten Tormöglichkeit. Der FCC war nun völlig verunsichert. Petry (19.) und Rank (21.) kamen zu weiteren Großchancen, konnten diese aber zum Glück der Jenaer nicht verwerten. Ein gellendes Pfeilkonzert gab es in der 26. Minute im Ernst-Abbe-Stadion, als Miroslav Jovic im Strafraum elfmeterreif gefoult wurde und der Pfiff des Unparteiischen ausblieb. Kowalik hatte zwei Minuten später den Ausgleich auf dem Fuß, doch Torwart Masic konnte den sehenswert getretenen Freistoß aus 22 Metern mit einer glänzenden Parade gerade noch parieren. Der Mannheimer Rank hatte vor der Pause noch zwei weitere gute Möglichkeiten (29./ 33.), konnte sie aber beide nicht nutzen. Die Jenaer Mannschaft hätte sich zu dieser Phase des Spieles nicht beschweren dürfen, wenn sie bereits mit 1:5 zurückgelegen hätte.
Nach der Pause erwartete nun jeder Zuschauer noch einmal das große Aufbäumen des FCC, doch sie wurden alle enttäuscht. Im Mittelfeld des FCC lief an diesem Tage überhaupt nichts zusammen. Erst nach gut einer Stunde des Spiels hatte der junge Kurbjuweit mit einem Kopfball eine weitere Torchance, doch auch er konnte den erwarteten Ausgleich nicht erzielen. Raickovic versuchte es noch einmal mit einem Scharfschuss aus der Distanz, doch weitere Möglichkeiten blieben im Verlauf der zweiten Halbzeit aus. Für den "krönenden" Abschluss des schlechten Spiels sorgte Kowalik eine Minute vor dem Spielende, als ihm nach einem Revanchefoul Schiedsrichter Pickel zurecht die Rote Karte zeigte. Kurz darauf pfiff der Unparteiische die Begegnung ab und die erste Heimniederlage der Saison war perfekt. <vg>
Ein paar Fotos von Jens Weissenburger

FC Bayern München/Amateure - FC Carl Zeiss JENA 3:2

Tore: 1:0 Diara (18.), 2:0 Göktan (55.), 3:0 Hargreaves (60.), 3:1 A. Jovic (88.), 3:2 A. Jovic (90.)
München:
Wessels; Beer, Saba, Kling, Mölzl; Hofmann (80. Misimovic), Diara, Hargreaves (65. Bönig), Sinkala; Göktan, Wuttke
Jena:
Görtz; Raickovic; Uster, Schön (45. Kurbjuweit); Sugzda (61. Bijelic), Kowalik, Mackel, Piegzik, Hauser; Schwesinger (61. M. Jovic), A. Jovic

Zuschauer: 350

Schiedsrichter: Ortola-Knopp (Königsstein)

Spielbericht:
Es ist lange her, dass der FC Carl Zeiss bei einem Auswärtsspiel die klare Mehrheit an Zuschauern stellte. Nach München kamen etwa 220 Fans, darunter eine Abordnung der Dresdner Dynamos. Gegenüber bildete sich ein Grüppchen von fünfzig Fans der Amateurelf des deutschen Meisters. Auffällig dabei, dass diese Fans im Vergleich zu dem, was man allwöchentlich in Ost und West zu hören bekommt, eine gewisse Originalität in ihren Gesängen an den Tag legten.
Der FC Carl Zeiss begann überraschend ohne etatmäßigen Rechtsaußen. Lischke war im Vorfeld als angeschlagen gemeldet worden, Mason noch einige Wochen gesperrt, doch wo war Barich ? Andreas Schwesinger kümmerte sich mehr schlecht als recht um die ungewohnte Außenposition. Das erste Achtungszeichen setzte ein Münchner nach elf Minuten, als er aus über 30 Metern mit tückischem Aufsetzerball Görtz vor Probleme stellte. Vier Minuten darauf verkürzte Jenas Schlussmann geschickt den Winkel, nachdem seine Vorderleute mittels Doppelpass schon ausgespielt waren. Keine Chance hatte er dagegen beim 0:1: Hoher Flankenball in den Strafraum, die Jenaer spielen auf Abseits, das geht schief, Diarra steigt hoch, köpft an den rechten Innenpfosten und von dort ins Netz. Auch die folgenden Minuten blieb die Zeiss-Elf merkwürdig passiv. Wie paralysiert standen alle zehn Feldspieler bei einem Eckstoß in der 28. Minute im eigenen Strafraum, als der Ball zurück gespielt wurde und Diarra unbedrängt aus zwanzig Metern abziehen konnte. Diese Aktion blieb zwar ohne Folgen, symbolisiert jedoch die merkwürdig träge Spielweise der ersten dreißig Spielminuten. Jenaer Offensivspiel fand in dieser Zeit nicht statt, erst in der 33. Minute ergab sich die erste gute Möglichkeit: Doppelpass Hausers mit A. Jovic, doch Wessels bleibt Sieger. Schön anzusehen, aber erfolglos auch der Sturmlauf Kowaliks auf der linken Seite, A. Jovic kam einen Schritt zu spät (36.). Bei den Hausherren ließ die nächste Torgelegenheit bis zur 43. Minute auf sich warten. Frank Schöns Rettungstat war zugleich seine letzte Aktion, musste er doch daraufhin verletzt vom Feld. Tobias Kurbjuweit kam ins Spiel, ließ bei der ersten Ballberührung halblinks seinen Gegenspieler ins Leere laufen und schoss das Leder aus zehn Metern an den Pfosten.
Jene Aktion unmittelbar vor dem Pausenpfiff schien zunächst eine Art Initialzündung zu sein. Mit Beginn der zweiten Halbzeit diktierten jedenfalls die Thüringer zehn Minuten lang klar das Geschehen. Doch mitten in diese Druckperiode hinein platzte Gegentreffer Nummer zwei. Eigentlich aus einer harmlosen Situation heraus. Plötzlich aber hatte Göktan zwei Meter vor der Strafraumgrenze freie Schussbahn, was wir im Gästeblock genau sahen, nicht aber die Hauser, Raickovic und Piegzik. Der Ball landete exakt im Winkel, schien dennoch nicht unhaltbar. Wer nun das große Aufbäumen erwartet hatte, sah sich ge- und enttäuscht. Dazu kam aus dem Jenaer Mittelfeld viel zu wenig. Hauser war schwach, Piegziks Aufgabe erschloss sich einem über neunzig Minuten nicht und bei Sugzda zeigte sich einmal mehr, dass er ohne Hempel an seiner Seite als Spielgestalter überfordert ist. Beim 0:3 wurden die Jenaer von einem einzigen Akteur klassisch ausgekontert. Hargreaves, am Vortag noch bei den Profis im Einsatz, überlief mit Solo aus der eigenen Hälfte die gesamte Gäste-Abwehr. Wobei die Rettungsversuche Kowaliks und Usters diesen Begriff ihrer Halbherzigkeit wegen nicht verdienen. Derart von der Rolle, hätten die Jenaer auch mit vier oder fünf Toren in Rückstand geraten können, Görtz verhinderte dies (57., 70.). Einzig und allein der Youngster im Team, Tobias Kurbjuweit, wusste vollends zu überzeugen. Neben ihm konnte man noch Aleksandar Jovic das Prädikat zufriedenstellend verleihen, auch wegen der beiden Anschlusstreffer per Kopf in den Schlussminuten. Beide Male leistete Miroslav Jovic von der rechten Seite die Vorarbeit. Sekunden vor Ultimo dann plötzlich ein Bayern-Handspiel im eigenen Strafraum - allerdings nur angeschossen aus zwei Metern Entfernung. Die aufkommende Hoffnung auf eine Punkteteilung beim Tabellenletzten wurde jäh beendet durch den Schlusspfiff nach 120 Nachspiel-Sekunden. A. Jovic und Kowalik übernahmen anschließend die Rolle des "Blitzableiters" gegenüber frustrierten Fans. Auch Präsident Schmidt-Röh stellte sich im Gegensatz zum Trainer den mitgereisten Anhängern.
Niemand sollte sich von dem knappen Endergebnis blenden lassen. Diese Niederlage war nicht unglücklich, sie war berechtigt. Zusammengenommen fünfzehn gute Minuten reichen nicht aus, um in einem Auswärtsspiel dieser Liga bestehen zu können. Die beiden wie im Training zustande gekommenen Treffer kurz vor Schluss zeigten, wie leicht es gewesen wäre, bei Bayerns Amateuren etwas zu reißen. In solchen Spielen (Elversberg, Burghausen einbezogen) verschenkt der FCC reihenweise die Punkte ! Nur mit den langen Fahrstrecken, mangelhafter Chancenverwertung und etwas Pech im Abschluss lässt sich diese Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsleistung nun nicht mehr erklären. Wenn zum wiederholten Male die erste halbe Stunde auf des Gegners Platz regelrecht verschlafen wird, dann stellt sich auch die Frage nach der Einstellung einiger Akteure im Trikot des FC Carl Zeiss Jena. <fc>
Fotos zum Spiel

FC Carl Zeiss JENA - FC Rot-Weiß Erfurt 0:0

Jena:
Görtz; Raickovic; Uster, Schön (84. Mackel); Lischke, Sugzda, Kowalik, Hempel, Hauser; A. Jovic (88. Hanke), M. Jovic (77. Schwesinger)
Erfurt:
Kraus; Große, Loose, Friedrich; Pätz, Scheller, Cramer (79. Emmerich), Bancic, Engelhardt; Dürr (90. Nowak), Fritz (89. Seifert)

Zuschauer: 10.182

Schiedsrichter: Sippel

Spielbericht:
Ich habe mit meinem Tip vorm Spiel wenigstens zur Hälfte richtiggelegen: ... zu Null. Mit dieser Spielanlage hätte Erfurt auch nach 90 x 90 Minuten kein Tor geschossen. Wann hat der FCC im EAS letztmalig eine Gastmannschaft über die gesamte Spielzeit hinweg so hinten reingedrückt? Ich weiß es nicht, und deshalb ist dieses 0:0 einerseits um so ärgerlicher, andererseits aber selbst verschuldet. Trotz klarer Überlegenheit schaffte es der FCC nicht, diese 8- oder 9-Mann-Abwehr zu knacken. Viel zu oft versuchte man es durch die Mitte, anstatt (von der Tribüne hat man dann klug reden) es wechselseitig über die Flügel zu versuchen. So konnte der RWE mit einer insgesamt (auch aus Zeiss-Sicht) schwachen spielerischen Leistung seine Mauertaktik erfolgreich durchziehen: Trainer Engel verzichtete völlig auf Angriff und schickte sein Team mit einer 9 -1-0-Taktik auf den Rasen, so daß jeder Jenaer Stürmer fast immer 2 Verteidigern gegenüberstand.
Görtz (solide Leistung) mußte sich nicht allzusehr anstrengen, um sein Tor sauber zu halten. In der ersten Halbzeit mußte er sich in der 5. Minute nach einem Freistoß bücken, der unter der hochhüpfenden Mauer durchrutschte. In der 22. lenkte Dürr eine Freistoßflanke aufs Jenaer Tornetz und in der 39. beendete ein Jenaer Verteidiger mit blitzsauberem Tackling an der Strafraumgrenze einen Konter. Ansonsten ging's nur Richtung Anzeigetafel: Bereits beim ersten Angriff ließ Hempel einen Erfurter aussteigen und marschierte an der Grundlinie von rechts in den Strafraum, leider rutschte ihm der Ball ins Aus. Ein Kopfball A. Jovic' (7.) wird abgewehrt, Hauser schießt den springenden Ball drüber. Nach Hauser-Ecke (9.) kann ein Erfurter gerade noch zur nächsten Ecke klären. In der 11. min wird A. Jovic durch einen kräftigen Schubser am Schuß gehindert, 2 Minuten später verfehlt M. Jovic nur knapp eine flache Eingabe von links, anschließend herrschte große Not in der rot-weißen Abwehr, den Ball wenigstens aus dem Strafraum herauszubringen. In der 16. kommt Sugzda zwar nach einer Ecke am Torraum in Ballbesitz, sieht sich aber einer lebenden Mauer von 5-6 Verteidigern gegenüber, die halb liegend und kniend ein Schuß unmöglich machen. Sein 30-m-Schuß kurze Zeit später kann Kraus "mit der Mütze" fangen. Bis zu diesem Zeitpunkt war das 1:0 vom Spielverlauf her schon überfällig, obwohl die totalen Knallerchancen noch nicht da waren. Der heftig einsetzende Gewitterregen (Mein Dank dem Tribünendach!) änderte nichts am Ablauf. Erst verfehlt ein in den Strafraum gedrehter Freistoß Hausers Freund und Feind und leider auch knapp das Tor, dann zischt ein Direktschuß der Jenaer Nr. 21 von halblinks knapp am langen Pfosten vorbei. In der 35. min blieb allen Zeiss- Fans der Torschrei im Hals stecken, als Hauser links außen durchgeht, auf die Mitte zu Hempel ablegt und dieser nur um Zentimeter zu hoch schießt.
Im zweiten Durchgang dachte man zunächst, der RWE würde jetzt auch Fußball spielen wollen: Cramer legt auf einen Stürmer ab, dessen Schuß wird abgeblockt und Cramers Nachschuß aus 20 m landet genau auf Görtz' Pullover. Aber dann blieb es doch beim Alten: Jena rannte gegen das rot-weiße Bollwerk an - erfolglos: z.B. Sugzda aus 16 m drüber (55.). In der 60. min bot der FCC den vielleicht schönsten Angriff des Spiels: Hempel schlägt einen weiten Diagonalpaß übers ganze Feld nach rechts auf Lischke (?), dessen Paß findet zwar am Elfmeterpunkt A. Jovic, dem jedoch der Ball etwas zu weit wegspringt. Anschließend hätte man intensiv diskutieren können, ob's Stürmerfoul oder Sperren ohne Ball war. Der Schiri entschied sich leider für das erste. Weiter: A. Jovic köpft knapp vorbei (62.), Sugzdas Schuß nach A. Jovic-Paß war zu schwach (65.), eine Ecke köpft ein RWE-Spieler knapp am eigenen langen Pfosten vorbei usw. usf. Lediglich so um die 80. min herum tauchte Erfurt vorn noch mal auf, als sie 3 Ecken hintereinander hatten. Ein paar Zuschauer maulten da zwar über Roman Görtz, aber dieser wurde zweimal von jeweils 2 Erfurtern im Torraum blockiert ohne das ein Pfiff ertönte. In den letzten Minuten verkrampfte der FCC bei seinen Angriffen, alles lief nur noch über die Mitte und bei etlichen Schußversuchen (u.a. Kowalik und Mackel) fehlte das letzte Quentchen Glück.
Obwohl es schwerfällt, einen aus dem Jenaer Team hervorzuheben (Hauser an vielen Aktionen beteiligt, Kowalik gut, 2 x Jovic vorn gerackert), in dem Einsatz und Willen stimmten, ist Dirk Hempel mein Spieler des Tages: Sein Trikot war bei den Erfurtern heiß begehrt, jeder Gegenspieler zerrte und zog daran herum, doch Hempel wollte es nicht hergeben. Kann auch sein, die Erfurter wußten sich gegen ihn oft keinen anderen Rat mehr. Technisch war er top, ließ im Zweikampf auch mal mehrere Gegenspieler alt aussehen, verteilte die Bälle und verpaßte es in der 72. min leider, seiner Leistung die Krone aufzusetzen, als sein Freistoß (25 m, halblinks) nur das Außennetz traf (wenigstens konnte da die Gegengerade mal jubeln ;-) )
Vor und nach dem Match blieb es - für Derbyverhältnisse - relativ ruhig. Leider galt dies auch für den Zuschauersupport: Während sich die knapp 1000 Erfurter (Trotz anderer Zahlen: mehr waren es in der Gästekurve wirklich nicht!) ziemlich kontinuierlich bemühten, war es unterm Tribünendach insgesamt in der 1. Halbzeit relativ ruhig. In der Halbzeit versuchte zwar Block A Stimmung reinzubringen, aber schon wenige Reihen weiter im Block B versandete alles. Wahrscheinlich saßen dort zu viele "Gelegenheitsbesucher" herum, die weder Hände noch Stimmbänder rührten, sich aber vorm Spiel lautstark über die bösen Dauerkartenbesitzer aufregten, die die besten Plätze "blockierten" und sogar beim Derby nicht auf ihre Stammplätze verzichten wollten. Organisatorisch war auf der Tribüne auch Chaos: Lediglich 1-2 Ordner am Block B konnten den Ansturm nicht ordnen, schließlich waren sämtliche Treppen zu Sitzplätzen umfunktioniert worden. Vielleicht sollte man bei solchen Spielen (oder generell) alle Sitzplatzkarten mit Reihen- und Platznummern versehen, um solche Zustände zu vermeiden. <uk>
Bilder des Tages

Eintracht Trier - FC Carl Zeiss JENA 1:1

Tore: 0:1 A. Jovic (35.), 1:1 de Wit (37.)
Trier:
Ischdonat; Prus; Milosevic, Latinovic; Koster, de Wit, Racanel (63. Souza), Teller (78. Mamedov), Küchling; Weis (63. Aziz), Winkler
Jena:
Görtz; Raickovic; Uster, Schön; Lischke (28. Barich), Sugzda, Bijelic (70. Kowalik), Hempel, Hauser; A. Jovic (77. M. Jovic), Hanke

Zuschauer: 3050

Schiedsrichter: Trautmann (Bad Nauheim)

Spielbericht:
Trier in Rheinland-Pfalz gehört nicht nur zu den entferntesten, sondern auch zu den reizvollsten Auswärtszielen in dieser Saison. Schon bei der Anfahrt an der Mosel und den Weinbergen vorbei bekommt der Betrachter einiges geboten. Das Mosel-Stadion, dessen Einfahrt sich als zu niedrig für den neuen Jenaer Mannschaftsbus erwies, passte mit seiner friedlich-entspannten Atmosphäre treffend ins Bild. Freundlicherweise überließ man den Gästefans auch noch den Stehplatz im Schatten, während die Einheimischen ähnlich wie die Akteure auf dem Rasen in der Sommersonne schmoren mussten.
Beide Trainer hatten im Vorfeld mit Respekt vom Gegner gesprochen. So wurde Eintracht-Coach Paul Linz im Programmheft mit den Worten zitiert "gegen eine Topmannschaft muss man unter Umständen auch mal mit einem Unentschieden zufrieden sein." Dieser Respekt übertrug sich in der Anfangsviertelstunde auf die Mannschaften. Erst ein Freistoß des auffälligen de Wit aus beinahe 30 Metern Entfernung löste etwas die Blockaden (14.). Die prompte Antwort bestand aus einem Hackentrick von A. Jovic neben den Kasten. Die Vorlage dazu kam von Holger Lischke, der wenig später mit akuten Hitzschlag-Symptomen aus dem Spiel genommen werden musste. Jena hatte das Geschehen Mitte der ersten Hälfte gut im Griff (was man angesichts der Spielverläufe von Elversberg und Burghausen ja schon als Erfolg werten muss), das 1:0 kam somit nicht überraschend: Hauser umspielt auf der linken Seite seinen Gegenspieler, flankt in den Strafraum, Aleksandar Jovic läuft der Flanke entgegen, köpft aufs Tor, Ischdonat verlängert mit der Hand ins rechte untere Eck. Doch die Freude währte kaum zwei Minuten. Da stand de Wit plötzlich sträflich allein gelassen vor Görtz und ließ diesem keine Chance. Schön und Uster hatten sich auf ihre Gegenspieler konzentriert, keiner fühlte sich für Triers Nummer 7 zuständig und die schöne Führung war dahin. Nun waren die Platzherren am Drücker. de Wit schnippelte einen Freistoß Zentimeter übers Lattenkreuz (39.), weitere Schusschancen folgten. In diesen acht, neun Minuten bis zum Pausenpfiff spielte der SVE, wie man es von Anbeginn erwartet beziehungsweise befürchtet hatte.
Nicht so nach dem Wechsel. Die Zeiss-Kicker kamen mit mehr Schwung aus der Kabine. In der 49. Minute reklamierten sie auf Handspiel, als sich de Wit in den Schuss von Sugzda warf. Der ansonsten problemlos amtierende Schiedsrichter Trautmann (seine Assis an der Linie hatten bei den vielen Abseitsstellungen fast mehr zutun) gab nur Eckball. Zlatko Bijelic nahm neun Minuten später ein Hempel-Zuspiel volley und verzog aus 25 Metern nur knapp. Es blieb allerdings die einzige gute Aktion Bijelics, der im defensiven Mittelfeld nicht zu überzeugen wusste und gegen Krzysztof Kowalik ausgetauscht wurde. Der Pole sollte in den verbleibenden zwanzig Minuten mehr Akzente setzen als manch anderer über die gesamte Spielzeit. Doch zunächst kam Trier zu seinen ersten Torgelegenheiten nach der Pause: einem Seitfallzieher von Aziz und einem als kurze Ecke getretenen Freistoß wiederum von de Wit (79.). Beide Male war Görtz zur Stelle. Die letzten zehn Minuten gehörten dem FCC - und wie ! 80. Minute: Eckstoß Hauser, Kopfball Kowalik - Latte ! 83. Minute: Wieder Ecke Hauser, M. Jovic springt ins Leere, Kowalik kommt nicht ran, Sugzda sichtlich überrascht schiesst aus kurzer Distanz vorbei. 87. Minute: Kowalik scheitert per Kopf nur knapp. Nachspielzeit: Hanke profitiert von einem Fehlpass, könnte durchstarten oder könnte für den gut postierten Hempel auflegen, schliesst aber überhastet mit einem "Kullerbällchen" ab. Zu ärgerlich, dass keine dieser Chancen das Siegtor brachte. Denn die konditionell abbauenden Gastgeber wären kaum in der Lage gewesen, noch einmal zu reagieren. Wie sagte doch ein Einheimischer beim Verlassen des Stadions ? "Heut hamse'n Punkt gewonnen". Wobei die Betonung auf dem letzten Wort lag.
Nicht alle der mitgereisten 250 Jena-Fans traten sofort nach Abpfiff die Heimreise an. Einige blieben noch bis Sonntag in Trier, andere machten einen Abstecher nach Luxemburg. Für unsere vierköpfige Fahrgemeinschaft rundete ein Abendessen am Ufer der Mosel die Tour ab. Eine Tour, die Spass gemacht hat. Es hätten halt nur zwei Pünktchen mehr im Gepäck sein dürfen. In diesem Spiel war allemal mehr drin. <fc>
Bilder des Tages

FC Carl Zeiss JENA - SSV Jahn Regensburg 2:0

Tore: 1:0 Sugzda (38.), 2:0 Hempel (70.)
Jena:
Görtz; Raickovic; Uster, Schön; Mason (RK , 25.), Bijelic, Sugzda (89. Mackel), Hempel, Hauser; Hanke (76. Schwesinger), A. Jovic (67. Kowalik)
Regensburg:
Ermler; Fersch; Pflug, Rosenwirth; Bachmaier (53. Krinke), Gfreiter, Traxinger, Peter (77. Gusic), Altmann (88. Prisa); Huber, Tölcseres

Zuschauer: 4210

Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)

Spielbericht:
In Regensburg sucht man nach Verstärkung. Zwar war man mit vier Punkten aus drei Spielen ordentlich in die Saison gestartet, doch die 0:5-Packung in Aalen hatte die Alarmglocken läuten lassen. Fix lud man sich neue Spieler zum Probetraining ein. Und zwar nicht einen oder zwei, sondern gleich sieben auf einen Streich. Ein Volltreffer scheint nicht darunter gewesen zu sein, im Spiel gegen den FC Carl Zeiss war jedenfalls noch keiner im Aufgebot.
So richtig viele Chancen schienen die bayrischen Fans ihrer Mannschaft von vornherein nicht einzuräumen. Gerade 27 treue Anhänger waren an diesem Abend anwesend, selbst für einen Mittwoch äußerst mager. Doch die Chancen der Gäste, nicht mit leeren Händen heimzufahren, stiegen in der 25. Spielminute mit einem Mal rapide an. Mason und Altmann waren an der Seitenlinie in einen Zweikampf verwickelt, in dessen Folge Michael Mason seinen Gegenspieler umstieß - und das vor den Augen des Schiedsrichters ! Es war eine klare Tätlichkeit, die der vor der Pause nicht immer sichere Referee Schmidt zurecht mit der Roten Karte ahndete. Nach dieser Szene begann das Spiel praktisch erst richtig, erinnerte die knappe halbe Stunde zuvor doch sehr an die Begegnung gegen Darmstadt, besonders was die Chancenausbeute betrifft. Lediglich eine Großchance Hankes, dessen Schuss nach abgewehrtem Kopfball Schöns um Haaresbreite am linken Pfosten vorbei zischte (20.) war bis hierhin zu registrieren. Nun, in Unterzahl spielend, war der Einsatzwillen jedes einzelnen Jenaer mehr denn je gefordert. Zwar blieb Masons rechte Seite fortan etwas verwaist, doch ansonsten imponierte das taktische Verhalten im Spiel mit zehn gegen elf. Selbst die Stürmer Jovic und Hanke halfen hinten fleissig aus. In Burghausen war dies bekanntlich noch ein Kritikpunkt gewesen. Aufregende Szenen spielten sich ab Minute 35 ab. Nach einem abgefälschten Freistoß kommt Schön an den Ball und hält aus neun Metern drauf - wieder waren es nur Zentimeter und wieder der linke Pfosten, an dem das Leder vorbei zischte (35.). Eine Minute später forderten die Jenaer Zuschauer Rot für den Regensburger Kapitän Fersch, der gegen Aleksandar Jovic die Notbremse zog. Schiri Schmidt hatte jedoch einen anderen Regensburger als letzten Mann gesehen und beließ es bei einer Verwarnung. Weitere zwei Minuten darauf: Nach Hausers Eingabe von links trifft Sugzda an die Lattenunterkante und zum 1:0. Nur - war der Ball tatsächlich hinter der Linie ? Die Mehrheit der umsitzenden Jenaer Zuschauer schien skeptisch zu sein, ein bayrischer Journalist hatte auf Treffer erkannt und auch ich wähnte den Ball hinter der Linie. Da dieser Bericht wenige Stunden nach dem Spiel erscheint, steht die TV-Überprüfung noch bevor. Maßgeblich ist aber ohnehin nur, dass der Schiri-Assistent sein Fähnchen hob und sein Chef auf Tor erkannte. Erfreulich, dass sich die Jenaer nach der Führung diesmal nicht wie schon so häufig in die Konterstellung begaben, sondern unverzüglich nachlegen wollten. Sugzda probierte es in der 40. gleich noch einmal (Faustabwehr Ermlers), drei Minuten später ergab sich eine Chance, weil der Gästeschlussmann an einem Hempel-Freistoß vorbeiflog. Ein Traxinger-Schuss aus 18 Metern nach Leichtsinnsfehler Schöns setzte den Schlusspunkt unter Hälfte eins.
Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild. Der FCC mit einem Mann weniger auf dem Feld tonangebend und mit klaren Chancenvorteilen. In der Viertelstunde nach Wiederanpfiff besaß Rico Hanke, der seine bislang beste Leistung im FCC-Dress bot, die meisten Möglichkeiten. Sein Kopfball nach Hempels Vorlage flog, noch abgefälscht, zwei Meter am Kasten vorbei (50.) und in der 58. Minute war er selbst zu überrascht, dass der durch den Strafraum an Freund und Feind vorbei flatternde Ball noch zu ihm kam. Statt zu schiessen, hielt der Ex-Dresdner drei Meter vorm Tor stehend gerade mal den Fuß dran, Ermler konnte klären. Die Gäste agierten im Spiel nach vorn zu ideenlos und liefen in der 70. Minute in den entscheidenden Konter: Wieder war Christian Hauser der Vorbereiter, seine flache Eingabe erreicht Dirk Hempel am langen Pfosten und dieser trifft zum umjubelten 2:0. Spätestens hier hatte sich die Umstellung, statt mit drei Spitzen wieder mit einem Mann mehr im offensiven Mittelfeld zu spielen, bezahlt gemacht. Mit Hempel UND Sugzda wird das Jenaer Spiel schwerer berechenbar, auch wenn nicht alles gelingt. Gedeminas Sugzda wurde in der 75. Minute wieder zum Vorlagengeber, als Uster sogar das 3:0 auf dem Fuß hatte. Erst jetzt in der Schlussphase kamen die, noch einmal sei's erwähnt, seit der 25. Minute in Überzahl spielenden Bayern zu klaren Tormöglichkeiten. Krinke (74.) und Fersch (85.) fanden im fehlerfreien Görtz ihren Meister. In Spielminute 87 verpasste zunächst Tölcseres in aussichtsreicher Position, dann schlug Rosenwirth vollkommen freistehend ein Luftloch und schließlich scheiterte Fersch an Görtz. Nach dieser Dreifachaktion war klar, dass uns das Zittern bis zum Abpfiff diesmal erspart bleiben sollte. Da machte es auch wenig, dass Schwesinger nach Pass Bijelics den herausgelaufenen Torhüter schon umspielt hatte und aus 19 Metern nur den Außenpfosten traf. Oder dass Hempel nach mustergültiger Vorarbeit des eingewechselten Mackel am langen Pfosten vorbei schoss. Klar, eigentlich hätte er den machen müssen, doch gehen wir mal davon aus, dass er sich sein zweites Erfolgserlebnis für Trier aufgehoben hat.
"Wir haben die Euphorie des letzten Jahres nicht in diese Liga mitgenommen." - Slavko Petrovic hatte diesen Satz Anfang der Woche geprägt. Zu Euphorie besteht nach diesem zweiten Heimsieg gegen einen schwachen Gegner noch immer kein Anlass. Aber vielleicht gibt die Souveränität, mit der am Mittwoch eine schwierige Situation gemeistert wurde, jene Sicherheit, um endlich auch mal auswärts auftrumpfen zu können. Eine auf diese Weise begonnene Siegesserie könnte dann schnell zu neuer Euphorie führen... <fc>
Die beiden Treffer per Foto

SV Wacker Burghausen - FC Carl Zeiss JENA 2:1

Tore: 1:0 Frühbeis (14.), 1:1 Hanke (49.), 2:1 Lützler (55.)
Burghausen:
Potye; Vogel, Richter, Stütz, Frühbeis (73. Stein); Lutz, Burghartswieser Oslislo, Binder (69. Hoffmann); Lützler, Falter (61.Hampel)
Jena:
Görtz; Raickovic, Hanke, Schön, Uster (46. Kowalik); Mason, Sugzda (73. Hempel), Mackel, Hauser; M. Jovic (16. Kurbjuweit), A. Jovic

Zuschauer: 2100

Schiedsrichter: Kiefer (Bietigheim)

Spielbericht:
Mit den besten Wünschen für meinen Premierenbericht ausgestattet, machte ich mich zuversichtlich auf den Weg nach Burghausen. Burghausen? Schon mal gehört: größter Standort des Wacker-Chemie Konzerns und außerdem steht dort die längste (was man nicht alles misst ...) Burg Europas. Diese noch fix angeschaut und dann ab in den Sportpark. Der Gästeblock wurde wegen DFB-Auflagen zum Hochsicherheitstrakt umgebaut, wodurch die Sicht auf den Platz nicht gerade verbessert wurde. Vor dem Spiel kam noch ein Verantwortlicher des SV Wacker vorbei und entschuldigte sich für diesen Zustand. Etwa 300 Jenaer Fans drängten sich darin und waren nach dem Darmstadt-Spiel sicher, dass sich Elversberg nicht wiederholt.
Leider hielten sich die Jenaer Spieler nicht daran. Die ersten 20 Minuten wurden komplett verschlafen - wie in Elversberg. Bereits in der 3. Minute vertändelt Hauser im eigenen Strafraum den Ball, sodass Markus Lützler frei zum Schuss kommt, aber knapp am Tor vorbeizieht. Hauser und Uster schienen völlig von der Rolle und übertreffen sich in der Anfangsphase mit Abspiel- und Abwehrfehlern gegenseitig. Besonders Burghausens Martin Oslislo nutzt dies immer wieder zu gefährlichen Solos über die rechte Seite. Zum Glück stehen Schön und Raickovic im Abwehrzentrum sicher und können die hereinschwebenden Flanken aus dem Strafraum befördern. Nach sieben Minuten startet Jena über Mason den ersten Angriff. Aleksandar Jovic kommt noch an den Ball, sein Schuss wird zur Ecke abgeblockt. Gleich anschließend dribbelt Miroslav Jovic durch die Burghausener Hintermannschaft, aber auch diese Aktion endet mit einem Eckball - am Ende der ersten Halbzeit hatte sich Jena ein deutliches Plus beim Eckenverhältnis erarbeitet, ohne daraus wirklich gefährliche Aktionen erzielen zu können. Die Wacker-Mannschaft war in dieser Phase die besser Elf, da sie konsequenter und erfolgreicher in die Zweikämpfe ging. Folgerichtig das 1:0. Einwurf auf der linken Seite. Der Ball kommt zu Stefan Frühbeis, der aus 20 Metern von halblinks abzieht und unhaltbar ins recht Dreiangel trifft. Bereits nach 16 Minuten scheidet Miroslav Jovic verletzt aus. Für ihn bekommt Tobias Kurbjuweit seine Chance. Jena spielt nun gleichwertig. Großchancen gibt es aber bis zur Pause auf beiden Seiten nicht mehr. Die dribbelstarken Oslislo (29., 41.) und Frühbeis (39.) bringen die Jenaer Abwehr nur leicht zum wanken und Forkels Schuss (35.) stellt für Görtz keine Herausforderung dar. Die Jenaer Ansätze endeten meist mit Eckbällen: Solo Hauser (26.), anschließende Ecke: Kopfball Mackel - wieder Eckball. In der 33. Minute waren es dann drei Eckbälle in Folge. Ich habe nicht mitgezählt, aber zweistellig war die Anzahl der Jenaer Eckbälle bis zu Pause sicher.
Deutlich aggressiver kam die Jenaer Elf - mit Kowalik für Uster - aus der Kabine zurück. In der 49. Minute schlägt Hauser aus 40 Metern eine Flanke von links in den Strafraum und ausgerechnet der in der 1. Halbzeit teilweise wie ein Fremdkörper wirkende Hanke nutzt die Unentschlossenheit der Wacker-Abwehr zum Ausgleich. Nur eine Minute später hat Kurbjuweit die Riesenchance zur Führung, doch er bringt frei vor Potye den Ball nicht am Schlussmann von Burghausen vorbei. Jena kontrolliert jetzt das Spiel. Und da passiert das, was nicht passieren darf. Flanke in den Jenaer Strafraum, Görtz kommt heraus und pflückt den Ball aus der Luft - doch zum Entsetzen aller Jenaer lässt er ihn wieder fallen ... Lützler nutzt die Gelegenheit zur erneuten Führung für Burghausen (55.). Zwei Minuten später kann sich A. Jovic endlich mal durchsetzen, ist schon allein unterwegs Richtung Tor und wird am Trikot zu Boden gerissen. Warum es hier nur Gelb gab, wird das Geheimnis von dem ansonsten unauffällig agierenden Schiedsrichter Kiefer bleiben. Aufgemuntert durch das 2:1 kommt nun auch Burghausen wieder besser ins Spiel und es entwickelt sich in der zweiten Halbzeit eine ganz ansehnliche Partie, die für die eher langweilige erste Hälfte entschädigt. Chancen gibt es nun auf beiden Seiten. Mason schießt frei vor dem Tor stehend drüber (61.), Jovic dribbelt in den Strafraum, spielt noch den herauskommenden Torhüter Potye aus, seine Flanke wird gerade noch aus dem Strafraum geschlagen und der Nachschuss von Raickovic streift nur knapp am Tor vorbei (65.). Die größte Chance vergibt Jovic, nach einem erstklassigen Lupfer von Kurbjuweit über die Abwehr spitzelt er den Ball an Torhüter und Tor vorbei (73.). Die Freistöße (63. von halbrechts und 79. aus 25 m) sind Burghausens beste Chancen in der zweiten Hälfte und eine sichere Beute für Görtz. Die letzte Chance für Jena hat Hanke. Nach einem Einwurf von Kurbjuweit bringt Raickovic den Ball per Fallrückzieher in den Strafraum und Hanke zielt daneben. Die Burghausener haben in der Schlussphase noch zwei hochkarätige Konterchancen. In der 85. Minute spielt Burghartswieser auf der linken Seite Kowalik aus, kommt zum Flanken und Görtz kann den Flugkopfball von Lützler (?) gerade noch an den Pfosten lenken. Anstatt Hauser den abprallenden Ball aus dem Strafraum schlägt, verliert er ihn gleich wieder an einen Burghausener, der Görtz zur nächsten Parade zwingt.
Die Beständigkeit scheint im Moment noch das Problem der Jenaer Mannschaft zu sein. Eine gute Halbzeit reicht einfach nicht. Auch der Nervenkitzel bei hohen Bällen, die Görtz fangen will, bleibt und das Experiment mit drei Angreifern überzeugte wenig. Dann schon lieber den agile Kowalik in der ersten Elf. Ein Lichtblick war
Tobias Kurbjuweit. Auch wenn nicht jede Aktion klappte, war er neben Schön (für mich bester Jenaer) und Raickovic der auffälligsten Spieler auf Jenaer Seite. Für mich bleibt dann noch die Enttäuschung, dass ich bei der Premiere von einer Niederlage berichten musste ... <jw>
Bilder des Tages

FC Carl Zeiss JENA - SV Darmstadt 98 3:2

Tore: 1:0 M. Jovic (32.), 2:0 Schön (34.), 2:1 Schön (43., Eigentor), 3:1 Schwesinger (63., Foulelfmeter), 3:2 E. Schmidt (74.)
Jena:
Görtz; Raickovic; Uster, Schön, Kowalik; Mason (59. Lischke), Mackel, Sugzda (85. Hempel), Hauser (75. Piegzik); Schwesinger (GRK, 67.), M. Jovic
Darmstadt:
Clauss; Th. Schmidt (71. Wagner), Oeruem, da Costa (38. Hohmann); Lang, Juskic, Corrochano, Lorenz; Lense (58. Musci), Hoop, E. Schmidt

Zuschauer: 4836

Schiedsrichter: Stark (Landshut)

Spielbericht:
Michael Feichtenbeiner ist erst seit kurzem Trainer in Darmstadt und hat schon eine erstaunliche Serie vorzuweisen. In den ersten zwölf Spielen unter seiner Regie gerieten die Darmstädter nie in Rückstand. Er wüsste noch nicht einmal, wie sich seine Elf in solch einem Falle verhält, gab er im Vorfeld der Jenaer Partie zu. Neu ist solch eine Serie den Jenaer Fußballfans allerdings nicht ! Denn es war Slavko Petrovic, der das FCC-Team mitten in der Vorsaison übernahm und pikanterweise ebenfalls exakt diese zwölf Spiele schaffte. Erst bei Punktspiel Nummer 13, dem Auswärtsspiel bei Union, war Endstation. Aus dem ersten Rückstand wurde auch gleich die erste Niederlage.
Eine halbe Stunde lang sah es so aus, als würde überhaupt keine Mannschaft in Führung gehen können. Lediglich je eine Torchance war zu registrieren. In der 6. Minute setzte sich Uster auf der linken Seite durch, seine Eingabe mit der Schärfe eines Torschusses brachte Schön nicht unter Kontrolle. Eine Viertelstunde darauf bereitete Lense auf rechts für Schmidt vor, doch dessen Volleyschuss flog weit daneben. Mehr kam zunächst nicht. Dabei gingen beide Teams von Anfang an einsatzstark zu Werke, mit hohem Tempo bei ebensolchen Temperaturen. Nur der letzte, entscheidende Pass kam nicht an. Keinesweg überraschend deshalb, dass der Führungstreffer durch einen Abwehrfehler begünstigt wurde. Nach einem Hauser-Pass aus der eigenen Hälfte in den gegnerischen Strafraum schlug ausgerechnet ein Brasilianer, Elton da Costa, ein Luftloch. Miroslav Jovic hiess der Nutznießer und schob den Ball am herausstürzenden Torhüter vorbei ins Netz. Der Bann war also gebrochen, Feichtenbeiners Elf lag erstmals im Rückstand. Und es sollte für die Gäste gleich noch ärger kommen. Das 2:0 fiel nach einem Eckball von Christian Hauser. Zunächst wurde Krzysztof Kowalik als Torschütze genannt. Es wäre ihm zu gönnen gewesen, hat er doch mit großer Leistung über 90 Minuten seinen Einsatz gerechtfertigt und sich für die nächsten Spiele geradezu aufgedrängt. Doch stellte Kowalik später selbst klar, dass nicht er, sondern Vorstopperkollege Schön als letztes am Ball war. Weitere zwei Minuten später besaß Jovic sogar die Chance zum 3:0, doch vermochte er mit einem Lupfer Gästeschlussmann Clauss nicht zu überlisten. Drei Minuten vor der Pause traf Frank Schön erneut ins Tor, diesmal allerdings ins Eigene. Dabei hatte Görtz den 10-Meter-Schuss Hoops schon pariert, doch sprang das Leder unglücklich an Schöns Knie und von dort ins Netz. Ein kurioser Treffer, der die Jenaer wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf, schienen sie nach dem Doppelschlag das Geschehen doch sicher im Griff zu haben. Nicht ganz so zufällig allerdings, dass der Gäste-Treffer von deren rechter Seite vorbereitet wurde. Lense hatte zu viel Spielraum und legte Jenas offene Wunde im Deckunsgverbund einmal mehr offen. So wichtig der unermüdlich rackernde, technisch begabte Christian Hauser für das Jenaer Offensivspiel ist - hinten fehlt auf der linken Außenbahn eine verlässliche Absicherung. Wir konnten am Samstag von Glück sagen, dass Sascha Lense nicht die Klasse eines Jens Gerlach eine Woche zuvor in Elversberg hatte. Ebenfalls glücklich war, dass schon kurze Zeit nach dem Anschlusstreffer der Halbzeitpfiff ertönte - denn die Jenaer wirkten mit einem Male recht unsortiert.
Mit zwei Gastgeber-Chancen begann die nervenaufreibende zweite Hälfte. Ein Freistoß Raickovics wurde abgefälscht und flatterte zu Jovic, doch ein Verteidiger warf sich dazwischen (53.). Auch Uster hätte zu Torehren gelangen können, scheiterte nach Vorarbeit Masons aber ebenso. Danach übernahm Darmstadt mehr und mehr das Kommando, auch weil Sugzda als einziger Offensivkraft im zentralen Mittelfeld mehr und mehr die Luft ausging. So gesehen kann man beim 3:1 von perfektem Timing sprechen. Th. Schmidt traf Jovic am Fuß und obwohl dieser recht theatralisch abhob, zeigte Schiedsrichter Stark auf den Punkt. Schwesinger verwandelte oben rechts - und wurde vier Minuten später vom Platz gestellt. Auch unsereins kann den Grund nicht nennen, weil er sich auf die anbahnende Jenaer Chance konzentrierte, als ein Pfiff die Aktion unterbrach. Ein Zerren am Trikot soll der Grund für Schwesingers Ampelkarte gewesen sein. Stark bekam nach dieser Entscheidung zusehends Probleme mit der verbissenen Spielweise beider Teams. Völlig daneben lag er beispielweise mit der gelben Karte für Jovic wegen angeblicher "Schwalbe" (81.). Und beim Treffer zum 2:3 hätte wohl die Mehrzahl seiner Kollegen auf Torwartbehinderung im Fünfmeterraum entschieden. Obwohl sich die Hessen keine weiteren Möglichkeiten mehr erspielen konnten, wurde die Schlussphase zur Nervenbelastung für alle Beteiligten, die erst nach quälend langen drei Nachspielminuten ein Ende fand.
Keine Frage, dies war noch nicht wieder die mit unendlich viel Selbstvertrauen ausgestattete Zeiss-Elf der letzten Rückrunde, spielerisch kam man über Ansätze nicht hinaus. Nach der Pleite von Elversberg war dies aber auch kaum zu erwarten. Wenigstens wurden mit viel Einsatz die ersten drei Zähler unter Dach und Fach gebracht. - Und die Darmstädter ? Für sie ging wie damals bei den Jenaern nach zwölf Spielen eine Serie zuende. Die 13 scheint auch im Fußball keine Glückszahl zu sein. <fc>
Fotos von Jens Weissenburger
Fotos der "Lilienfreunde"

SV Elversberg - FC Carl Zeiss JENA 1:0

Tore 1:0 Czakon (5.)
Elversberg:
Gillet; Eichmann, Loos, Gerlach; Gibson, Valtschew, Hantzidis (86. Klyk), Corvalan (69. Bick); Goulet (82. Barbosa), Zibert, Czakon
Jena:
Görtz; Raickovic (86. Schwesinger); Uster, Schön; Mason (82. Lischke), Mackel, Sugzda, Hempel (69. Bijelic), Hauser; M. Jovic, A. Jovic (GRK, 30.)

Zuschauer: 2300

Schiedsrichter: Lippus (Schörzingen)

Spielbericht:
Von unserem Team konnte an jenem Freitagabend niemand live dabei sein. Wir bedanken uns deshalb bei Uli Klemm, der sich die Zeit nahm, den folgenden Bericht anzufertigen.

Gemütlich geht es zu im saarländischen Elversberg. Die eher langweilige Kleinstadt in direkter Nähe zu Saarbrücken hat nicht viel zu bieten: ein paar Geschäfte, mehrere Tankstellen, typisch westdeutsche Wohnviertel in steriler Atmosphäre. Doch es gibt einen Ort, da erwacht Elversberg alle 14 Tage aus dem Dornröschenschlaf. Direkt an der Ausfahrt der Autobahn A8 liegt der Sportplatz "Kaiserlinde". Der dort spielende SV 07 hat es nach umfangreichen Relegationsrunden erst auf den letzten Drücker geschafft, sich für die neue zweigleisige Regionalliga zu qualifizieren. Trainer Neil Marmon meinte denn auch vor dem Spiel: "Wir hatten nur drei Wochen Vorbereitungszeit. Mal sehen, wie weit wir schon sind." Leider weit genug, um den FC Carl Zeiss Jena mit 1:0 zu besiegen!
Die Begegnung begann, wie es schlimmer nicht hätte kommen können. Gegen die zunächst völlig indisponierten Thüringer entfachten die Gastgeber ein wahres Angriffsfeuerwerk und wurden schon nach 5 Minuten belohnt. Der Ex-Jenaer Jens Gerlach marschierte nahezu ungestört 60 Meter über den Platz, spielte dann geschickt auf Marek Czakon, und der schob den Ball mühelos aus 8 Metern ins Tor. Die 300 mitgereisten Fans mochten es kaum glauben: sollte der Saisonauftakt erneut in die Hose gehen? Besserung der Situation war zumindest in der 1. Halbzeit nicht zu erkennen. Im Gegenteil, der griechische Auswahlspieler Hantzidis hätte nur sieben Minuten später fast nachgelegt. Immerhin: danach war ein erstes Aufbäumen der Jenaer zu erkennen. Miroslav Jovic und zweimal Dirk Hempel per Freistoß vermochten den Luxemburgischen Nationaltorwart Gillet jedoch nicht in Schwierigkeiten zu bringen. Zu allem Überfluß flog in der 30. Minute Aleksandar Jovic mit Gelb-Rot vom Feld. Er hatte kurz vorher am gegnerischen Strafraum Foul gespielt, dafür eine Verwarnung kassiert, und stoppte dann Gerlach per Textilbremse. So sah es zumindest Schiedsrichter Lippus. Eine Kann-Entscheidung, doch zumindest muss man Jovic ungeschicktes Agieren nachsagen. Am Platzverweis gab es jedenfalls nichts mehr zu rütteln. Die Gäste versuchten sich daraufhin mit nur noch einer Sturmspitze. Dies war jedoch wenig effektiv, zumal in der Abwehr bedrohliche Lücken aufbrachen und sich den Elversbergern somit üppiger Spielraum bot. So war Jena zur Pause mit dem knappen Rückstand gut bedient.
Nach dem Seitenwechsel wendete sich allerdings das Blatt. Optisch übernahm nun die in blau gekleidete Mannschaft von Slavko Petrovic die Initiative. Libero Dejan Raickovic rückte als Spielgestalter ins Mittelfeld, hinten wurde nur noch Mann gegen Mann gespielt. Aus dieser Konstellation heraus ergaben sich jetzt auch zwingende Chancen. Die beste hatte Michael Mason auf dem Fuß, jagte das Leder in der 61. Minute jedoch aus 12 Metern an das rechte Außennetz. Gegen Ende der Begegnung unternahm Jena alles, öffnete das Spiel und ermöglichte den Elversbergern somit hochkarätige Konterchanchen. Doch glücklicherweise waren die Akkus der Hausherren zunehmend leerer, ihre Konzentration ließ nach. Leider änderte das nichts an der Tatsache, dass die Jenaer Mannschaft ihre 500 Kilometer lange Heimfahrt im neuen Bus ohne Punktgewinn in Angriff nehmen musste. Den hatten sich die Zeiss-Kicker aber auch nicht verdient, denn die Leistung über die 90 Minuten hinweg war dafür nicht ausgewogen genug.
Die spielentscheidende Szene
Spielbericht der Elversberger
Erlebnisbericht der "Lokalmatadore"


Kommentatorenteam:

<fc> - Frank Cichos
<uk> - Uwe Kaiser
<jw> - Jens Weißenburger
<vg> - Volker Große
<bpf> - Björn Pfennig

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