Was erfährt der Leser aus dem Thüringischen Wörterbuch?
Das Thüringische Wörterbuch ist nicht nur ein Nachschlagewerk für den Sprachwissenschaftler, insbesondere den Germanisten, es bietet auch dem Volkskundler und dem Heimatforscher sowie allen, die sich für die Sprache, Geschichte und Kultur Thüringens interessieren, vielfältige Anregungen und Informationen. Der Deutschlehrer erhält ausführliche Auskünfte über die sprachlichen Besonderheiten in Thüringen und hat somit ein Hilfsmittel zur Hand, um regionalspezifisches Sprachwissen zu vermitteln.
Die jeweils im Fettdruck erscheinenden Lemmata sind alphabetisch geordnet und in hochdeutscher Form angesetzt. Sofern es sich um rein mundartliche Lexik handelt, erfolgt die Lemmatisierung analog zu anderen mitteldeutschen Großraumwörterbüchern in einer der Standardsprache angenäherten Form.
Bei Dialektwörtern mit sehr differenzierter Lautentwicklung werden die einzelnen Formen in einem sog. Formenteil am Artikelende zusammengefaßt und dort in ihrer regionalen Verbreitung und lautlichen Entwicklung beschrieben. Auch geben Laut- oder Wortkarten Auskunft über die Formenvielfalt in den thüringischen Dialekten. Grundsätzlich orientiert jeder Artikel über Lautstand, Bedeutung, grammatische Bestimmung, ggf. stilistische Funktion, ebenso über Phraseologie und Verwendung im Satzzusammenhang. Hinzu kommt ein umfangreiches Verweissystem.
Wer sich für spezielle lautliche Merkmale interessiert, kann aus Wort- oder Lautkarten Genaueres entnehmen, wie z. B. aus der nebenstehenden Lautkarte Frau, die die regionale Verteilung der Lautung für dieses Wort im Thüringischen wiedergibt.

