und das Mansfeldische


Nordostthüringisch
liegt größtenteils außerhalb der Landesgrenzen Thüringens. (Vgl. Abb. ) Wie im Nordthüringischen finden sich auch hier zahlreiche niederdeutsche Sprachelemente, doch anders als in jenem sind hier die langen i und u wie im Hochdeutschen zu ei und au diphthongiert. (Wein, Haus). Merkmale wie die Aussprache von k als g vor Vokalen (Gimmelgerner - Kümmelkörner) und von g als j (jut - gut) sind auch typisch für das benachbarte Osterländische.

Mit dem Mansfeldischen hat das Nordostthüringische einen kleinen eigenständigen Dialektraum um Hettstedt, Eisleben und Mansfeld. Die Sprache der Mansfelder verrät, dass dieser Landstrich früher zum Niederdeutschen gehörte und später insbsondere durch die wachsende Mobilität, bedingt durch den dort ansässigen Kupferschiefer- und Kalibergbau mehr und mehr mit mitteldeutschen Merkmalen durchsetzt wurde.

Heinz Rosenkranz beschreibt das Mansfeldische als eine „junge md. Mda auf nd. Substrat, [die] wohl im 16. Jahrhundert entstanden [ist].“ (Rosenkranz, Heinz: Der Thüringische Sprachraum. Halle (Saale) 1964, S. 144).
Von der Zugehörigkeit zum mitteldeutschen Sprachraum zeugen Merkmale wie die Verschiebung der Explosiva p,t und k in ich (statt niederdeutsch ik), aus (statt niederdeutsch uut) oder auf (statt niederdeutsch up). Beim p ist diese Verschiebung in bestimmten Positionen nicht erfolgt, hier wird noch niederdeutsches Appel oder Strump gesprochen. Auch hat das Mansfeldische vom Thüringischen die mitteldeutsche Gutturalisierung von -nd- wie in fingen (finden) übernommen oder die Senkung von i zu e generell in offener Tonsilbe (Weese 'Wiese'). Vom westlichen Nordthüringischen grenzt sich das Mansfeldische durch die Spirantisierung aller anlautenden g vor Vokalen und Konsonanten ab. Man sagt Jans statt Gans, Jras statt Gras. Ebenso werden im Mansfeldischen die alten Längen i und u dipthongiert. (Zeit, Bauer) und nicht wie im Nordthüringischen und im Niederdeutschen bewahrt (Ziet, Buur).
Auch im Wortschatz finden sich Spuren der Beeinflussung durch das mitteldeutsche Thüringisch: Das thüringische Adjektiv trocken hat das niederdeutsche dreeche mehr und mehr verdrängt.

Übersichtskarte Nordostthüringisch (Zum Vergrößern bitte in die Grafik klicken)

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