REGELWERK

der

Olympischen Schießsportdisziplinen

Das (sportliche) Schießen ist seit 1896, d.h. von Anfang an, im Wettkampfprogramm der Olympischen Spiele der Neuzeit. Außer 1904 und 1928, wo kein Schießen im Programm stand, wurden mehr oder weniger umfangreiche Wettkampfprogramme absolviert.
Gewandelt haben sich im Lauf der Zeit die Kalibergrößen hin zum Kleinkaliber (KK) und zum Luftgewehr (LG). Ausgemerzt wurden zu Beginn der 80-er Jahre alle Tier- und Menschendarstellungen auf den Scheiben sowie Bezeichnungen und Hinweise auf (martialische) Tötungen durch das Schießen. Dazu gehören auch die Bezeichnungen der Disziplinen. Der laufende Keiler wurde zur Laufenden Scheibe, die Wurftaube wurde Wurfscheibe, die Silhouetten-(Mann-)-Scheiben beim Pistolenschießen wurden zu Ringscheiben.
Ausgetragen wurden 1996 bei Olympia in Atlanta 15 Teildisziplinen mit verschiedenen Waffenarten und Austragungsmodi (ohne 13. und 15. - diese sind erstmals 2000 in Sydney olympisch):

  1. Luftgewehr, 60 Schuß, Männer (seit 1984 olympisch)
  2. Luftgewehr, 40 Schuß, Frauen (seit 1984 olympisch)
  3. Freies KK-Gewehr, 3x 40 Schuß liegend-stehend-knieend, Männer (seit 1952 olympisch)
  4. Freies KK-Gewehr, 60 Schuß liegend (english match), Männer (seit 1908 olympisch, 1920 nicht ausgetragen)
  5. KK-Sportgewehr, 3x 20 Schuß liegend-stehend-knieend, Frauen (seit 1984 als Standardgewehr olympisch)
  6. Luftpistole, 60 Schuß, Männer (seit 1988 olympisch)
  7. Luftpistole, 40 Schuß, Frauen (seit 1988 olympisch)
  8. Freie Pistole, 60 Schuß, Männer (seit 1896 olympisch, 1908, 1924 und 1932 nicht ausgetragen)
  9. (Olympische) Schnellfeuerpistole, 30+30 Schuß, Männer (seit 1896 olympisch)
  10. Sportpistole, 30+30 Schuß, Frauen (seit 1984 olympisch)
  11. Laufende Scheibe Luftgewehr, 30+30 Schuß, Männer (Luftgewehr seit 1984 olympisch, Kleinkaliber seit 1972; vorher: siehe hier )
  12. Wurfscheibe Skeet, 125 Scheiben, Männer (seit 1968 olympisch)
  13. Wurfscheibe Skeet, 75 Scheiben, Frauen (In Sydney 2000 erstmals olympisch!)
  14. Wurfscheibe Trap, 125 Scheiben, Männer (seit 1900 olympisch, 1932, 1936 und 1948 nicht ausgetragen)
  15. Wurfscheibe Trap, 75 Scheiben, Frauen (In Sydney 2000 erstmals olympisch!)
  16. Wurfscheibe Doppeltrap, 150 Scheiben, Männer (seit Atlanta 1996 olympisch)
  17. Wurfscheibe Doppeltrap, 120 Scheiben, Frauen (seit Atlanta 1996 olympisch)


Um das Sportschießen für die Zuschauer attraktiver zu gestalten wurden für die Olympischen Schießsportdisziplinen Finalwettkämpfe eingeführt (1988 erstmals bei Olympia). Dabei wetteifern die besten acht, bei Trap, Skeet und Doppeltrap die besten sechs SchützInnen um bessere Platzierungen.
Außer bei den Flintendisziplinen werden im Finale unter Zeitlimit nochmals zehn Wertungsschüsse abgegeben. Die einzelnen Ergebnisse werden sofort gewertet und dem Publikum bekannt gemacht. Zur Auswertung der Scheiben kommen "Ringlesemaschinen" zum Einsatz, die es sogar ermöglichen, Zehntelringe anzugeben.
In neuerer Zeit verwendet man bei hochrangigen Wettkämpfen "elektronische Scheiben", wo es keine archivierbaren Träger der Trefferinformationen mehr gibt. Die Ergebnisanzeige resultiert z.B. aus dem Geschoßdurchgang durch eine elastische Membran, deren Geräuschinformation ausgewertet wird. Diese Art der Auswertung kommt der schnellen Information der Zuschauer entgegen, hat aber bei der Einführung zu Irritationen und Protesten bei den SchützInnen geführt.


Neben den Sommersportarten ist das Schießen mit dem Biathlon seit 1960 (Squaw Vallay) auch bei den Olympischen Winterspielen vertreten. Im Jahre 1994 waren es in Lillehammer 6 Entscheidungen = 12 Goldmedaillen, incl. Mannschaftsmitglieder.


Achtung, die seit dem 1. Januar 1997 international wirksamen Regeländerungen sind teilweise berücksichtigt, insbesondere die veränderten Schießzeiten. Die in Klammern stehenden Zahlen geben die Wettkampfzeiten für elektronische Trefferauswertung bzw. für die sogenannten "Gehmannanlagen" (elektromotorisch bewegte Scheibenbänder im "Leporello"-Format) an. Für Scheibenzuganlagen gelten die längeren Werte.

Luftgewehr Männer, Luftgewehr Frauen

Waffe: Luftdruck- Federdruck- oder CO2-Gewehr, Dioptervisierung, max. 5,5 kg schwer
Kaliber: 4,5 mm ("Diabolo")
Anschlagsart: stehend, freihändig
Programm:
Männer: 60 Schuß (plus unbegrenzte Anzahl Probeschüsse)
Frauen: 40 Schuß (plus unbegrenzte Anzahl Probeschüsse)
Entfernung: 10 m (+/-0,05 m)
Zeiten:
Männer: 105 min. (incl. unbegrenzte Anzahl Probeschüsse)
Frauen: 75 min. (incl. unbegrenzte Anzahl Probeschüsse)
Scheibe: 10er-Ringscheibe, "zehn"=0,5 mm, schwarzer Spiegel="vier"=30,5 mm im Durchmesser
Ablauf: Nach dem Start schießt der Schütze/ die Schützin Probe, dafür hat er/ sie vier Probescheiben. Danach beschießt er/ sie nacheinander die numerierten Wertungsscheiben.
Besonderheiten:
  • Probeschüsse nur vor den Wertungsschüssen,
  • auf jede Wertungsscheibe nur einen Schuß,
  • Finale: Die acht besten Schützen nehmen an einem zusätzlichen Durchgang zu 10 Schuß teil. Innerhalb von 75 sec. ist je ein Schuß abzugeben. Die Treffer werden sofort gewertet und bekannt gegeben. Das Gesamtergebnis wird aus der Summe aller im Vorkampf und im Finale geschossenen Ringwerte ermittelt.


    Freies KK-Gewehr Dreistellungskampf (Männer)

    Waffe: freie Büchse, Abzug und Schäftung beliebig, Dioptervisierung, max. 8 kg schwer
    Kaliber: 5,6 mm lfB (0.22 Zoll, lfB=lang für Büchsen)
    Anschlagsarten: liegend, stehend, knieend
    Programm: jeweils 40 Schuß (plus jeweils unbegrenzte Anzahl Probeschüsse)
    Entfernung: 50 m (+/-0,2 m)
    Zeiten: liegend 60 (45) min., stehend 90 (75) min., knieend 75 (60) min. (incl. unbegrenzte Anzahl Probeschüsse)
    Scheibe: 10er-Ringscheibe, "zehn"=10,4 mm, schwarzer Spiegel="drei"=112,4 mm im Durchmesser
    Ablauf: Nach dem Start schießt der Schütze Probe, dafür hat er vier Probescheiben. Danach beschießt er nacheinander die numerierten Wertungsscheiben.
    Besonderheiten:
  • Probeschüsse nur vor den einzelnen Anschlagsarten,
  • Anschlagsarten in der o.g. Reihenfolge,
  • Anschlagsarten beginnen für alle Schützen gleichzeitig,
  • Umbaupause von 15 min. zwischen den Anschlagsarten,
  • Finale: Die acht besten Schützen nehmen an einem zusätzlichen Durchgang zu 10 Schuß teil. Innerhalb von 75 sec. ist im Stehendanschlag je ein Schuß abzugeben. Die Treffer werden sofort gewertet und bekannt gegeben. Das Gesamtergebnis wird aus der Summe aller im Vorkampf und im Finale geschossenen Ringwerte ermittelt.


    Freies KK-Gewehr (english match, Männer)

    Waffe: freie Büchse, Abzug und Schäftung beliebig, Dioptervisierung, max. 8 kg schwer
    Kaliber: 5,6 mm lfB (0.22 Zoll, lfB=lang für Büchsen)
    Anschlagsart: liegend
    Programm: 60 Schuß (plus unbegrenzte Anzahl Probeschüsse)
    Entfernung: 50 m (+/-0,2 m)
    Zeit: 90 (75) min. (incl. unbegrenzte Anzahl Probeschüsse)
    Scheibe: 10er-Ringscheibe, "zehn"=10,4 mm, schwarzer Spiegel="drei"=112,4 mm im Durchmesser
    Ablauf: Nach dem Start schießt der Schütze Probe, dafür hat er vier Probescheiben. Danach beschießt er nacheinander die numerierten Wertungsscheiben.
    Besonderheiten:
  • Probeschüsse nur vor den Wertungsschüssen,
  • Finale: Die acht besten Schützen nehmen an einem zusätzlichen Durchgang zu 10 Schuß teil. Innerhalb von 45 sec. ist je ein Schuß abzugeben. Die Treffer werden sofort gewertet und bekannt gegeben. Das Gesamtergebnis wird aus der Summe aller im Vorkampf und im Finale geschossenen Ringwerte ermittelt.


    KK-Sportgewehr Dreistellungskampf (Frauen, bis 1996 Standardgewehr)

    Waffe: Sportgewehr, Abzug ist frei, Schäftung ist frei, Dioptervisierung, max. 6,5 kg schwer
    Kaliber: 5,6 mm lfB (0.22 Zoll, lfB=lang für Büchsen)
    Anschlagsarten: liegend, stehend, knieend
    Programm: jeweils 20 Schuß (plus jeweils unbegrenzte Anzahl Probeschüsse)
    Entfernung: 50 m (+/-0,2 m)
    Zeit: 150 (135) min. für alle Anschlagsarten zusammen (incl. unbegrenzte Anzahl Probeschüsse)
    Scheibe: 10er-Ringscheibe, "zehn"=10,4 mm, schwarzer Spiegel="drei"=112,4 mm im Durchmesser
    Ablauf: Nach dem Start schießt die Schützin Probe, dafür hat sie vier Probescheiben. Danach beschießt sie nacheinander die numerierten Wertungsscheiben. Im Gegensatz zum Dreistellungskampf der Männer (3x40) wechselt die Schützin die Anschlagsart selbständig, nachdem 20 Wertungsschüsse abgegeben wurden.
    Besonderheiten:
  • Probeschüsse nur vor den einzelnen Anschlagsarten,
  • Anschlagsarten in der o.g. Reihenfolge,
  • keine Pause zwischen den Anschlagsarten.
  • Finale: Die besten acht Schützinnen nehmen an einem zusätzlichen Durchgang zu 10 Schuß teil. Innerhalb von 75 sec. ist im Stehendanschlag je ein Schuß abzugeben. Die Treffer werden sofort gewertet und bekannt gegeben. Das Gesamtergebnis wird aus der Summe aller im Vorkampf und im Finale geschossenen Ringwerte ermittelt.


    Luftpistole Männer, Luftpistole Frauen

    Waffe: Luftdruck-, Federdruck- oder CO2-Pistole, Länge 420 mm, Höhe 200 mm, Breite 50 mm, Abzugsgewicht mind. 500 g, offene Visierung (Kimme und Korn), max. 1,5 kg schwer
    Kaliber: 4.5 mm ("Diabolo")
    Anschlagsart: stehend, freihändig
    Programm:
    Männer: 60 Schuß (plus unbegrenzte Anzahl Probeschüsse)
    Frauen: 40 Schuß (plus unbegrenzte Anzahl Probeschüsse)
    Entfernung: 10 m (+/-0,05 m)
    Zeiten:
    Männer: 105 min. (incl. unbegrenzte Anzahl Probeschüsse)
    Frauen: 75 min. (incl. unbegrenzte Anzahl Probeschüsse)
    Scheibe: 10er-Ringscheibe, "zehn"=11,5 mm, schwarzer Spiegel="sieben"=59,5 mm im Durchmesser
    Ablauf: Nach dem Start schießt der Schütze/ die Schützin Probe, dafür hat er/ sie vier Probescheiben. Danach beschießt er/ sie nacheinander die numerierten Wertungsscheiben.
    Besonderheiten:
  • Probeschüsse nur vor den Wertungsschüssen,
  • auf jede Wertungsscheibe nur einen Schuß,
  • Finale: Die acht besten Schützen nehmen an einem zusätzlichen Durchgang zu 10 Schuß teil. Innerhalb von 75 sec. ist je ein Schuß abzugeben. Die Treffer werden sofort gewertet und bekannt gegeben. Das Gesamtergebnis wird aus der Summe aller im Vorkampf und im Finale geschossenen Ringwerte ermittelt.


    Freie Pistole (Männer)

    Waffe: freie Pistole, Einzellader, nur wenige Festlegungen zur Bauform, offene Visierung (Kimme und Korn)
    Kaliber: 5,6 mm lfB (0.22 Zoll, lfB=lang für Büchsen)
    Anschlagsart: stehend, freihändig
    Programm: 60 Schuß (plus unbegrenzte Anzahl Probeschüsse)
    Entfernung: 50 m (+/-0,2 m)
    Zeit: 120 min. (incl. unbegrenzte Anzahl Probeschüsse)
    Scheibe: 10er-Ringscheibe, "zehn"=50 mm, schwarzer Spiegel="sieben"=200 mm im Durchmesser
    Ablauf: Nach dem Start schießt der Schütze Probe, dafür hat er zwei Probescheiben. Danach beschießt er nacheinander die numerierten Wertungsscheiben.
    Besonderheiten:
  • Probeschüsse nur vor den Wertungsschüssen,
  • auf jede Wertungsscheibe fünf Schuß,
  • Finale: Die acht besten Schützen nehmen an einem zusätzlichen Durchgang zu 10 Schuß teil. Innerhalb von 75 sec. ist je ein Schuß abzugeben. Die Treffer werden sofort gewertet und bekannt gegeben. Das Gesamtergebnis wird aus der Summe aller im Vorkampf und im Finale geschossenen Ringwerte ermittelt.


    Schnellfeuerpistole (Männer)

    Waffe: Pistole mit Handschuhgriff, Abzug beliebig, Länge max. 300 mm, Höhe max. 150 mm, Breite max. 50 mm, Laufhöhe max. 40 mm, max. 1260 g schwer
    Kaliber: 5,6 mm kurz (0.22 short)
    Anschlagsart: stehend, freihändig
    Programm: zwei Hälften zu je 30 Schuß
    Entfernung: 25 m (+/-0,1 m)
    Zeiten: je Wettkampfhälfte
    a) zwei Serien zu je 5 Schuß in 8 sec.,
    b) zwei Serien zu je 5 Schuß in 6 sec.,
    c) zwei Serien zu je 5 Schuß in 4 sec.,
    Scheibe: Schnellfeuer-Pistolenscheibe, "zehn"=100 mm, schwarzer Spiegel="fünf"=500 mm im Durchmesser
    Ablauf: Die Schützen einer Sektion (2, 4 oder mehr) bereiten sich auf Kommando auf die zu absolvierende 5-Schuß-Serie vor. Dann wird der Scheibenmechanismus durch den Kampfrichter gestartet. Nach Erscheinen der Scheiben darf der Schütze den Arm heben, zielen und seine Serie schießen. In den vorgegebenen Zeiten ist jeweils 1 Schuß auf 5 nebeneinander stehende Scheiben anzugeben. Nach der Beendigung der Serie und der Durchsetzung von Sicherheitsmaßnahmen (Waffen entladen und abgelegt) werden die Schußwerte durch die Auswerter angezeigt und in die Ergebnislisten eingetragen. Der Wettkampf setzt sich mit den übrigen 5er-Serien fort.
    Besonderheiten:
  • je Wettkampfhälfte 5 Schuß Probe in 8 sec. vor der Wertung,
  • es gibt ein umfangreiches Regelwerk zur Behandlung von Waffen- und Munitionsstörungen,
  • die zweite Hälfte wird erst begonnen, wenn alle Schützen die erste Hälfte beendet haben,
  • die Schnellfeuerscheibe besitzt nur die Ringwerte "fünf" bis "zehn",
  • in (nur) einer Abmessung kann die Waffe um max. 5% größer sein, als oben angegeben.
  • Finale: Die acht besten Schützen nehmen an einem zusätzlichen Durchgang mit zwei Serien zu 5 Schuß teil. Innerhalb von 4 sec. ist je eine 5-Schuß-Serie abzugeben. Die Treffer werden sofort gewertet und bekannt gegeben. Das Gesamtergebnis wird aus der Summe aller im Vorkampf und im Finale geschossenen Ringwerte ermittelt. Die Finalisten schießen in zwei Gruppen, zuerst die Platzierten 5 bis 8 des Vorkampfes, dann Plätze 1 bis 4.


    Sportpistole (Kombinationspistole, Frauen)

    Waffe: Pistole (oder Revolver), Abzugsgewicht mind. 1000 g, Länge max. 300 mm, Höhe max. 150 mm, Breite max. 50 mm, max. 1400 g schwer
    Kaliber: 5,6 mm lfB (0.22 Zoll, lfB=lang für Büchsen)
    Anschlagsart: stehend, freihändig
    Programm: zwei Hälften zu je 30 Schuß
    a) 6-mal je 5 Schuß "Präzision";
    b) 6-mal je 5 Schuß "Duell".
    Entfernung: 25 m (+/-0,1 m)
    Zeiten:
    a) Präzision: 6 min. für je 5 Schuß;
    b) Duell: je 5-mal 7 sec. Pause/ 3 sec. Scheibe sichtbar.
    Scheiben:
    a) internat. Pistolenscheibe, 10er-Ringscheibe, "zehn"=50 mm, schwarzer Spiegel="sieben"=200 mm im Durchmesser;
    b) Schnellfeuer-Pistolenscheibe, "zehn"=100 mm, schwarzer Spiegel="fünf"=500 mm im Durchmesser.
    Ablauf:

    a) In der vorgegeben Zeit werden auf eine feststehende Scheibe jeweils 5 Schuß abgegeben. Nach der Durchsetzung von Sicherheitsmaßnahmen (Waffen entladen und abgelegt) werden die Schußwerte durch die Auswerter angezeigt und in die Ergebnislisten eingetragen. Der Wettkampf setzt sich mit den übrigen 5er-Serien fort.
    b) Die Schützinnen einer Sektion (4, 8 oder mehr) bereiten sich auf Kommando auf die zu absolvierende 5-Schuß-Serie vor. Dann wird der Scheibenmechanismus durch den Kampfrichter gestartet. Sieben Sekunden nach dem Start erscheint die Scheibe, die Schützin schießt in den 3 sec. einen Schuß, die Scheibe dreht sich danach wieder für 7 sec. weg. Erst nach dem Erscheinen der Scheiben darf die Schützin den Arm heben, zielen und einen Schuß abgeben. Danach ist der Arm wieder in die "fertig"-Haltung zu senken. Der Vorgang wiederholt sich, bis 5 Schuß abgegeben wurden. Nach der Durchsetzung von Sicherheitsmaßnahmen (Waffen entladen und abgelegt) werden die Schußwerte durch die Auswerter angezeigt und in die Ergebnislisten eingetragen. Der Wettkampf setzt sich mit den übrigen 5er-Serien fort.
    Besonderheiten:
  • jeweils nur 5 Schuß Probe vor den Wertungsschüssen,
  • bei Duell darf nach Sichtbarwerden der Scheibe nur jeweils ein Schuß abgegeben werden,
  • der Duell-Durchgang wird erst begonnen, wenn alle Schützinnen das Präzisionsschießen beendet haben,
  • es gibt für Duell ein umfangreiches Regelwerk zur Behandlung von Waffen- und Munitionsstörungen,
  • die Duell-Scheibe besitzt nur die Ringwerte "fünf" bis "zehn",
  • Lauflänge bei Pistolen max. 153 mm, bei Revolvern mind. 100 mm.
  • Finale: Die besten acht Schützinnen nehmen an einem zusätzlichen Durchgang zu 10 Schuß teil. Innerhalb von 75 sec. ist auf die Präzisionsscheibe je ein Schuß abzugeben. Die Treffer werden sofort gewertet und bekannt gegeben. Das Gesamtergebnis wird aus der Summe aller im Vorkampf und im Finale geschossenen Ringwerte ermittelt.


    Laufende Scheibe (Männer)

    Waffe: Luftdruck-, Federdruck- oder CO2-Gewehr, kein Stecherabzug, Zielfernrohr mit max. 4-facher Vergrößerung (fest), max. 5,5 kg schwer
    Kaliber: 4,5 mm
    Anschlagsart: stehend, freihändig
    Programm: zwei Hälften zu je 30 Schuß
    a) Langsamlauf
    b) Schnellauf
    Entfernung: 10 m (+/-0,05 m)
    Zeiten:
    a) Langsamlauf 5 sec.
    b) Schnellauf 2.5 sec.
  • max. Zeit zur Vorbereitung eines Schusses vorgegeben
  • Scheibe: Auf einem Scheibenblatt befindet sich in der Mitte der schwarze Haltepunkt (15 mm Durchmesser), im Mitten-Abstand von jeweils 70 mm befinden sich davon links und rechts je ein Spiegel, "zehn"=5,5 mm, schwarzer Spiegel="fünf"=30,5 mm im Durchmesser.
    Ablauf: Durch eine Schneise der effektiven Länge von 2 Metern bewegt sich in den o.g. Zeiten ein Wagen mit aufgesteckter Scheibe. In dieser Zeit muß der Schütze sein Gewehr in Anschlag bringen, zielen und abdrücken. Die Scheibe läuft abwechselnd von links oder rechts.
    Besonderheiten:
  • je vier Probeschüsse vor der Wertung,
  • der Schütze nimmt vor jedem Schuß einen reglementierten Voranschlag ein,
  • der Schnellauf wird erst begonnen, wenn alle Schützen den Langsamlauf beendet haben,
  • Lauflänge max. 1000 mm, Zielfernrohr max. 300 mm.
  • Finale: Die acht besten Schützen nehmen an einem zusätzlichen Durchgang zu 10 Schuß teil. In Gruppen zu drei Schützen ist je ein Schuß im Schnellauf abzugeben (zuerst Plätze 7 und 8, dann 4 - 6 und danach 1 -3). Wenn nur zwei Laufanlagen zur Verfügung stehen, bestehen die Gruppen aus zwei Schützen. Die Reihenfolge des Starts vollzieht sich aber auch von hinten (7/8, 5/6, 3/4, 1/2). Die Treffer werden sofort gewertet und bekannt gegeben. Das Gesamtergebnis wird aus der Summe aller im Vorkampf und im Finale geschossenen Ringwerte ermittelt.


    Wurfscheibe Skeet (Männer und Frauen)

    Waffe: Doppelflinte
    Kaliber: max. Kaliber 12/70, Schrotgröße max. 2 mm, Schrotgewicht max. 24 g
    Anschlagsart: stehend, freihändig
    Programm:
    Männer: 125 Scheiben
    Frauen: 75 Scheiben
    Zeit: max. 10 sec. zur Vorbereitung und Abgabe eines Schusses nach dem vorangegangenen Schützen
    Scheibe: Wurfscheibe aus keramischem Material, 110 mm Durchmesser, 25 mm hoch, 105 g schwer, hat das Aussehen einer kleinen Schüssel
    Ablauf: Sechs Schützen (Rotte) bestreiten einen Durchgang von jeweils 25 Scheiben. Jeder Schütze beschießt nach einem festgelegten Muster von acht verschiedenen, auf einem Halbkreis gelegenen Standplätzen Einzel- und Doppelscheiben (Doubletten). Dabei kommen die Einzelscheiben von links oder rechts, Doubletten von links und rechts. Geworfen werden die Scheiben von Maschinen, die links am Halbkreis in einem "Hochhaus" und rechts davon in einem "Niederhaus" installiert sind.
    Besonderheiten:
  • die Zusammensetzung der Rotten wird ausgelost,
  • der Schütze nimmt vor jedem Schuß einen reglementierten Voranschlag ein,
  • der Schütze ruft die Scheiben ab, ein Kampfrichter startet den Wurfmechanismus, die Scheibe(n) erscheinen mit einer zufälligen Vezögerung von 0 bis max 3 sec.,
  • jede Wurfscheibe darf nur mit einem Schuß beschossen werden,
  • bei Doubletten ist zuerst die wegfliegende Scheibe zu beschießen,
  • der Durchlauf von 25 Scheiben wiederholt sich auf den anderen vorhanden Skeetanlagen 4-mal (Frauen: 2-mal).
  • Finale: Die sechs besten SchützInnen nehmen an einem zusätzlichen Durchgang zu 25 Scheiben teil. Das Gesamtergebnis wird aus der Summe aller im Vorkampf und im Finale getroffenen Scheiben ermittelt.


    Wurfscheibe Trap (Männer und Frauen)

    Waffe: Doppelflinte
    Kaliber: max. Kaliber 12/70, Schrotgröße max. 2,5 mm, Schrotgewicht max. 24 g
    Anschlagsart: stehend, freihändig
    Programm:
    Männer: 125 Scheiben
    Frauen: 75 Scheiben
    Zeit: max. 10 sec. zur Vorbereitung und Abgabe eines Schusses nach dem vorangegangenen Schützen
    Scheibe: Wurfscheibe aus keramischem Material, 110 mm Durchmesser, 25 mm hoch, 105 g schwer, hat das Aussehen einer kleinen Schüssel
    Ablauf: Sechs Schützen (Rotte) bestreiten einen Durchgang von jeweils 25 Scheiben. Jeder Schütze beschießt von fünf verschiedenen, auf einer Linie gelegenen Standplätzen je eine Einzelscheibe. Danach wandert der Schütze einen Standplatz weiter. Hat der Schütze von Platz 5 geschossen, geht er zu Stand 1 zurück und so weiter. Von den 25 Wurfscheiben fliegen 10 nach links, 5 geradeaus und 10 nach rechts, wobei der Schütze die Reihenfolge der Flugrichtung nicht kennt.
    Besonderheiten:
  • die Zusammensetzung der Rotten wird ausgelost,
  • die Anschlagshaltung des Gewehres bei Abruf der Scheiben ist nicht vorgeschrieben,
  • der Schütze ruft die Scheiben ab, eine akustisch gesteuerte Elektronik startet den Wurfmechanismus sofort,
  • die Scheiben dürfen mit zwei Schuß beschossen werden,
  • der Durchlauf von 25 Scheiben wiederholt sich auf den anderen vorhanden Trapanlagen 4-mal (Frauen: 2-mal).
  • Finale: Die sechs besten SchützInnen nehmen an einem zusätzlichen Durchgang zu 25 Scheiben teil. Das Gesamtergebnis wird aus der Summe aller im Vorkampf und im Finale getroffenen Scheiben ermittelt.


    Wurfscheibe Doppeltrap (Männer und Frauen)

    Waffe: Doppelflinte
    Kaliber: max. Kaliber 12/70, Schrotgröße max. 2,5 mm, Schrotgewicht max. 24 g
    Anschlagsart: stehend, freihändig
    Programm:
    Männer: 150 Scheiben
    Frauen: 120 Scheiben
    Zeit: max. 10 sec. zur Vorbereitung und Abgabe eines Schusses nach dem vorangegangenen Schützen
    Scheibe: Wurfscheibe aus keramischem Material, 110 mm Durchmesser, 25 mm hoch, 105 g schwer, hat das Aussehen einer kleinen Schüssel
    Ablauf: Sechs SchützInnen (Rotte) bestreiten einen Durchgang von jeweils 50 Scheiben (Frauen: 40). Jeder Schütze beschießt von fünf verschiedenen, auf einer Linie gelegenen Standplätzen je eine Doublette. Das heißt, von zwei Wurfmaschinen werden gleichzeitig je eine Scheibe gestartet. Danach wandert der Schütze einen Standplatz weiter. Hat der Schütze von Platz 5 geschossen, geht er zu Stand 1 zurück und so weiter. Je nach ausgelostem Schema fliegen die 50 (40) Wurfscheiben der Doubletten nach links und geradeaus (A), geradeaus und rechts (B) oder links und rechts (C, Finale).
    Besonderheiten:
  • die Zusammensetzung der Rotten wird ausgelost,
  • die Haltung der Waffe ist nicht vorgeschrieben,
  • der Schütze ruft die Scheiben ab, eine akustisch gesteuerte Elektronik startet den Wurfmechanismus,
  • der Durchlauf von 25 (20) Doubletten wiederholt sich auf den anderen vorhanden (Doppel-)Trapanlagen 2-mal.
  • Finale: Die sechs besten SchützInnen nehmen an einem zusätzlichen Durchgang zu 25 (20) Doubletten teil. Das Gesamtergebnis wird aus der Summe aller im Vorkampf und im Finale getroffenen Scheiben ermittelt.


    Kritiken, Hinweise und Meinungen bitte via e-Mail an: Volker Helmig

    Jena, den 11. Dezember 1995, aktualisiert am 2. Dezember 2003 © Hmg. (2003-12-02)