FC Carl Zeiss JENA - Fortuna Düsseldorf 3:4

Tore: 1:0 Schneider (15.), 2:0 Holetschek (24.), 3:0 Gerstner (38.),
      3:1 Beeck (40.), 3:2 Tare (47.), 3:3 Niestroj (59.), 3:4 Lesniak (66.)

Jena:
Weißgärber; Holetschek; Wentzel, Röser; Gerlach, Nierlich, Cramer (46. Chalaskiewicz), Gerstner, Ziegner (81. Noll); Schneider, Rousajew
Düsseldorf:
Walther; Jack; Katemann, Beeck; Istenic, Niestroj, Dobrowolski, Unger (79. Beckers), Zedi; Lesniak (86. Rietpietsch), Tare (69. Trienekens)

Zuschauer: 2433

Schiedsrichter: Lange (Herrenberg)

Spielbericht:
Gott sei Dank ist diese besch...eidene Saison zu Ende!!! Und das letzte Spiel - unglücklicherweise ein Heimspiel - war ein perfektes Spiegelbild der letzten 12 Monate: Das einzige Beständige am FCC ist die Unbeständigkeit!
Leider hatten wir noch ein Jena-typisches Beispiel an Unprofessionalität zu überstehen: Vor Spielbeginn enterten wir als Dauerkartenbesitzer die neue Tribüne, um eventuellen Regenschauern zu entgehen. Die anwesenden Hilfssheriffs des Sicherheitsdienstes verhinderten das Aufhängen unserer "family"-Fahne am Zaun und an allen anderen Stellen der Tribüne ("Ist verboten!") Selbst als ich sie über die Sitzreihen im leeren Nachbarblock hing drohte man mir an, die Fahne wegzunehmen. Meiner Bitte, dies doch einmal zu versuchen, kam man nicht nach... Schade!
Wer zum Halbzeitpfiff nach Hause gegangen wäre, hätte den Rest der Sonntags genießen können - bis zu den nächsten Sportnachrichten. Unser Team begann, wie es in Köln aufgehört hatte, lockeren ansehenswerten Fußball zu spielen, wobei sich die Gegenwehr der Fortunen in Grenzen hielt. In der 15. Minute marschierte Schneider durch 3 Abwehrspieler hindurch und schießt aus 18 m unhaltbar in die rechte obere Ecke. Fünf Minuten später gibt Rousajew im Zweikampf nicht auf, verfehlt mit seinem Schuß aus halbliegender Position das Tor. Und in der 23. Minute versuchen Gerlach und Schneider per Doppelpaß, die D'dorfer Abwehr zu überlaufen, was die Verteidiger jedoch per Foul vorm Strafraum verhindern. Holetschek sagt danke und ballert die Lederkugel an Mauer und Torwart vorbei ins Netz. 2:0-Führung im eigenen Stadion, das hätte uns in den letzten 10 Monaten ruhig öfters passieren können! Es sollte jedoch noch besser kommen. Nachdem Weißgärber zwischendurch nach einer knappen halben Stunde sowohl einen satten Schuß von der Strafraumgrenze, als auch den Nachschuß parierte, wurden die wenigen Zuschauer völlig (positiv) überrascht. Es wurde wieder brasilianisch: Paß - Hackenablage von Rousajew auf Gerstner - 3:0!!! Ein Teil der Südkurve dankte es mit "Trainer, Trainer"-Sprechchören. Wer jetzt aber wieder mit "Wenn..." und "Hätte" anfangen wollte, wurde innerhalb weniger Spielminuten geheilt. Im Gegenzug gibt's 2 Ecken, und nach der zweiten steht's nur noch 3:1, weil keiner Beeck beim Kopfball stört. Vor der Pause gab es dann noch ein paar gute Szenen der Blau-gelb-weißen. In der 40. schlägt Gerstner einen schönen Paß steil auf Cramer, dem jedoch leider der Ball verspringt, Schneider dribbelt sich in der 41. fest, anstatt abzuspielen (kam in den letzten Wochen häufiger vor) und in der 44. Minute läßt Cramer eine Schneider-Flanke passieren, doch "Gerles" Schuß geht am kurzen Pfosten vorbei.
Unmittelbar nach der Halbzeit ähnliches Strickmuster wie beim ersten Gegentreffer: Ecke für Düsseldorf und bevor die Jenaer Abwehr begriffen hat, wo der Ball ist, findet dieser über den Innenpfosten den Weg ins Tor. In diesem Moment fielen mir St. Pauli, Mainhattan und U'haching ein, die werden doch wohl nicht wieder...? Doch - der FCC gab sich große Mühe, den guten Eindruck der 1. Halbzeit vergessen zu machen, sonst käme vielleicht noch einer auf die Idee zu fragen, warum man nicht in allen Heimspielen so konzentriert gespielt habe. Gerlach zeigte in der 53. Minute, daß es auch nach dem Weggang von "Hotsch" und "Schnix" Leute gibt, die Freistöße schießen können, als er von halblinks die Lederkugel schön um die Mauer und leider auch um den langen Pfosten dreht. Nachdem fast eine Stunde gespielt war, hatte sich der Jenaer Vorsprung erledigt, als nach einem Angriff über linksaußen die Abwehr den Ball zweimal zu kurz abwehrt und der nachfolgende Schuß auch noch unhaltbar abgefälscht wurde. Es gab noch Versuche des FCC, nochmals eine Wende zu schaffen, aber entweder die Schüsse lagen eine Etage zu hoch oder wurden gehalten. So z.B. in der 64. Minute, als Rousajew von links anstatt zu flanken einfach mal aufs Tor abzog und es nach der daraus resultierenden Ecke gleich noch einmal versuchte. So erlebten die 2000 Zuschauer das, was sie in dieser Saison viel zu oft erlebten, der Gegner schoß, diesmal in der 66. Minute, das Siegestor. Unsere Abwehr hoffte bei dem Steilpaß auf Lesniak auf Abseits; aber Abseits ist, wenn der Schiri pfeift, und bis dahin haben die Abwehrspieler dem Ball hinterherzurennen Und 24 später pfiff der Schiedsrichter endlich ab.
Vergessen wir die vergangene Saison NICHT! Die Fehler dürfen beim Club nicht wiederholt werden, wenn wir in einem Jahr eine rauschende AUFSTIEGsparty feiern wollen. <uk>
Auch am letzten Spieltag gibt es noch einmal die Fotos zum Spiel, aufbereitet von Jens Weissenburger
Kurzbericht auf der Düsseldorfer Homepage

Fortuna Köln - FC Carl Zeiss JENA 0:3

Tore: 0:1 Cramer (37.), 0:2 Schneider (50.), 0:3 Holetschek (77.)

Köln:
Wiesner; Westerbeek; Majstorovic, Zernicke; Turk, Niggemann, Akonnor (65. Catic), Grlic (46. Scholz), Brdaric (51. Schütterle); Younga-Mouhani, Krieg
Jena:
Weißgärber; Holetschek; Röser (46. Ziegner), Wentzel; Gerlach, Nierlich, Cramer, Schneider, Gerstner (78. Noll), Hauser; Weber

Zuschauer: 1200

Schiedsrichter: Byernetzki (Hamburg)

Spielbericht:
Den letzten Ferientag wollten wir (Jeanette und ich) noch für einen Ausflug nach Köln nutzen - das typische Tagestouristenprogramm, Stadtbummel und Dombesichtigung, waren geplant. In Jena stiegen noch die ebenfalls touristisch interessierten Frank und Björn (den Lesern dieser Seiten wohlbekannt) zu. Unterwegs quatschten wir über dies und das und so ganz rein zufällig ;-) stellten wir fest, daß doch abends der FCC sein letztes Saisonauswärtsspiel bei einem der beiden Kölner Zweitligavereine bestreitet. Und da könnten wir doch, wenn wir schon zufälligerweise mal in Köln sind, nach dem kulturellen Teil auch noch zum Fußball gehen, wenn es sich schon ganz zufälligerweise so ergibt... (Wer den vorstehenden Zeilen glaubt, trägt auch Schlafanzüge mit Bügelfalten.)
Nach dem Touristenteil (Wir waren wirklich im Dom!) gab es vor dem Spiel im Fortuna-Vereinsheim einen Kulturschock: Die 3 Fingerhüte, die wir serviert bekamen, entpuppten sich als das von uns bestellte Bier (in 0,2-l-Näpfchen)! Da wir 2 Minuten später vorsichtshalber gleich 6 Kölsch bestellen wollten, bot uns die Kellnerin dann doch große Gläser an, klärte uns jedoch sofort über den Preis auf - wer weiß denn, ob sich die Ossis solche "Wohlstandsgaben" auch leisten können.
Als wir eine halbe Stunde vor Anpfiff den Ground betraten, herrschte dort bereits eine "Topstimmung"; es war wie im Ernst-Abbe-Sportfeld nachts um 2, nur heller. Von den knapp 70 ganz treuen Zeiss-Fans abgesehen, die akustisch "First class" waren, änderte sich die Trauerkulisse im Südstadion auch bis zum Abpfiff nicht und veranlaßte Jeanette (11 Jahre) mitten in der 1. Halbzeit zu der Frage: "Wo ist hier die Fortuna-Fankurve?" Ich habe sie auch nicht gefunden.
Das Spiel gingen sowohl die Mannschaft als auch die Fans, die lautstark eine schöne Auswärtsabschiedsparty feierten, locker, aber konzentriert an. Bereits nach 10 Minuten hatte der FCC die erste Großchance, als Hauser ein Zuspiel von Gerlach nur knapp verpaßte. In der 12 Minute schoß Weber nach Traumpaß von Schneider das "1:0", soll aber im Abseits gestanden haben. Danach passierte eine ganze Weile gar nichts, bevor "Benno" Webers Schuß (das Zuspiel kam von Gerstner) von Wiesner gerade noch zur Ecke abgewehrt kann. Kurz darauf kann sich ein Kölner Verteidiger im letzten Moment in Webers Schuß werfen und die überfällige Jenaer Führung verhindern. Eine Minute später steht Weber - der mit seinen Chancen allein die Fortuna hätte im Rhein versenken können - nach einem groben Verteidigerschnitzer allein vor Wiesner und schießt um Zentimeter am kurzen Pfosten vorbei. In der 38. Minute war es aber soweit: Cramer (spielte echt gut) wird an der Strafraumgrenze angespielt, trifft glücklicherweise den Ball aber nicht ideal und die Lederkugel wird zur Bogenlampe über den Keeper hinweg. In der 41. hätte Cramer nach Schneiderflanke sogar das 2:0 schießen können, sein Kopfball saust am langen Pfosten ins Aus. Und auch "Benno" durfte es kurz vor der Pause nochmals (vergeblich) versuchen, als er allein aufs Kölner Tor zusteuerte, Wiesner jedoch großartig parierte. In der Halbzeit gab es dann, nach dem Mini-Kölsch, einen weiteren kulturellen Tiefschlag, als wir akustisch mit der neuen Fortuna-Hymne gequält wurden, die vermutlich von mehr Leuten produziert wurde, als sich üblicherweise im Südstadion verlaufen.
Die 2. Halbzeit begann, wie die erste endete: Der FCC im kontrollierten Vorwärtsgang. Nachdem Hausers Schuß in der 48. Minute noch nicht den Weg ins Netz fand, köpfte Schneider unbedrängt eine Flanke von rechts zum 2:0 ein. Dieses Tor erinnerte Fortunas Spieler daran, daß sie ihre Trikots nicht auf einer Modenschau spazieren tragen, sondern ihrem Minianhang auch mindestens was Minimales bieten sollten. Die nächsten Minuten ging es flott hin und her: Erst hält Weißgärber (90 Minuten konzentrierte Leistung mit einigen tollen Paraden) innerhalb von 50 Sekunden 2 Scharfschüsse, dann bestätigte Weber nach wunderschöner Kombination über rechtsaußen mit seiner sechsten Chance - leider wieder gehalten - seinen Titel als Pechvogel des Abends! Und in der 56. verpaßt Schneider sein zweites Tor, als sein Schuß nur knapp vorbeizischt. Im Weiteren mühte sich Köln vergeblich, auf dem Rasen etwas Ansehenswertes - von Zählbarem ganz zu schweigen - zu zeigen. Lediglich in der 71. Minute marschierte Younga-Mouhani solo auf Weißgärber zu, schiebt den Ball nach einem Abwehrversuch jedoch am Tor vorbei. Und 7 Minuten vor Schluß hob "Air" Weißgärber ab und holte eine Kopfballrakete aus dem linken Dreiangel. Zwischendurch legte der FCC bei einem der Konter über die rechte Seite eine "brasilianische Sohle" aufs Rasenparkett und Holetschek beendete die Zaubereinlage mit dem hochverdienten 3:0.
Nach dem Schlußpfiff hörte man bei den blau-gelb-weißen Fan ab und zu ein "Hätten wir doch die ganze Saison so...". Und auch mir rutschte "Ein schöner Auswärtstrip, wenn wir nicht schon..." heraus. Eigentlich schade, daß wir nun für ein Jahr (Manche fügen hier "mindestens" ein - alte Pessimisten!!!) nicht nach Köln fahren können.<uk>
Fotos von Jens Weissenburger

FC Carl Zeiss JENA - VfB Leipzig 0:0

Jena:
Weißgärber; Holetschek; Röser; Wentzel; Nierlich, Chalaskiewicz (68. Ziegner), Gerstner, Schneider, Hauser; Weber, Rousajew
Leipzig:
Jovanovic; Edmond; Mehlhorn, Möller (46. Schößler); Däbritz, Mauksch, Werner, Dehoust, Bancic (65. Franklin); Wohlfarth, Fuchs (72. Kujat)

Zuschauer: 2802

Schiedsrichter: Sippel (Würzburg)

Spielbericht:
Um den Fußball-Osten ist es in dieser Saison wahrlich schlecht bestellt. Zwar sind nach dem Aufstieg der Cottbuser so viele Nordost-Mannschaften wie noch nie in Liga zwei vertreten. Nur könnte es durchaus sein, daß im nächsten Jahr eben jene Cottbuser allein das Fähnchen hochhalten müssen.
Castorbedingt gab unmittelbar nach Zwickau auch der VfB Leipzig seine Visitenkarte im Ernst-Abbe-Sportfeld ab. Für den FCC hatte sich das Thema Klassenerhalt schon am Vortag mit dem Mainzer Unentschieden in Frankfurt erledigt, man durfte somit eine kämpfende und spielbestimmende Elf aus der Messestadt erwarten. Doch erst einmal tat sich gar nichts. "Sommerfußball" zwischen den Strafräumen, jeweils ein Fernschuß von Hauser und Mehlhorn und ein Kopfball Wohlfarths neben den Kasten (21.) war die Ausbeute von vierzig Spielminuten. Die letzte Aktion vor dem Halbzeitpfiff, ein Doppelpaß Rousajew-Schneider mit zu schwachem Abschluß, mußte man unter diesen Bedingungen sogar als herausragend ansehen ! Traineramts-Aspirant Bernd Stange resümierte schon zur Pause, das einzig Erfreuliche an diesem Abend seien die Thüringer Bratwürste.
Zwei Schüsse von Bernd Schneider neben das Leipziger Gehäuse bildeten den Auftakt zu einer zweiten Halbzeit, die auf dem Rasen zumindest etwas mehr Niveau bringen sollte. Dafür ließ selbiges bei den Gästefans nach, die ab der 50. Minute insgesamt sieben Leuchtraketen auf den Rasen ballerten. Viel mehr hätten es nicht sein dürfen und der Schiedsrichter hätte die Partie abgebrochen ! Vielleicht wollten die VfB-Fans damit aber auch nur ihre Kicker aufwecken, denn die präsentierten sich doch erschreckend schwach. - Ich weiss, als FCC-Fan sollte man mit derartigen Urteilen eigentlich zurückhaltend sein, aber es war doch zu offensichtlich, daß den Leipziger Spielern jegliche Aggressivität fehlte. Die langen Bälle stellten die Abwehr um den guten Libero Holetschek vor keine Probleme, Torwart Weißgärber wurde nicht ein einziges Mal ernsthaft geprüft. Lediglich Mehlhorn scheint den Ernst der Lage begriffen zu haben, war mit Abstand der Aktivste in den Reihen der Gäste. Zugegeben, auch unser FC Carl Zeiss riß wieder einmal keine Bäume aus. Jedoch wären drei Punkte schon aufgrund der Chancenvorteile diesmal mehr als verdient gewesen. Auffälligster Akteur war dabei Bernd Schneider. Neben den schon erwähnten Möglichkeiten schloß er ein Solo nach Zuspiel Rousajews zu unplaziert ab (59.) und traf in der 65. Minute aus vierzehn Metern nur die Latte des Leipziger Tores. Eine Minute später zögerte Chalaskiewicz zu lange mit dem Torschuß, legte daraufhin zurück auf Gerstner, welcher aber zu hoch zielte. Der Pole verließ bei seiner Auswechslung kurz darauf übrigens mit sichtlichem Unmut den Platz. In Webers Schuß warf sich ein Leipziger Verteidiger (82.), Gerstners 30-Meter-Knaller strich am Tor vorbei (83.) - das Problem Chancenverwertung bekommt Jena in dieser Spielzeit einfach nicht in den Griff.
Es wird ohnehin Zeit, daß diese Saison endlich zuende geht. Die einzigen Spannungsmomente die einem im Augenblick bleiben sind die, wer neuer Trainer wird und wer von den Spielern in Jena bleibt ! Vielleicht sollte man als Fan die letzten beiden Spieltage zu Zweitliga-Abschiedsparties umfunktionieren und auf eine erfolgreichere Saison 1998/99 hoffen. Ob dann einer der Konkurrenten wieder VfB Leipzig heißt ? <fc>
Hier geht es zum Bericht auf der VfB-Fanpage

FC Carl Zeiss JENA - FSV Zwickau 2:3

Tore: 0:1 Härtel (10.), 1:1 Holetschek (16.), 1:2 Hermel (53.),
      2:2 Weber (65., FE), 2:3 Günther (87.)

Jena:
Kischko; Holetschek; Nierlich, Röser; Gerlach, Ziegner (46. Cramer), Gerstner, Schneider, Hauser (79. Rousajew); Chalskiewicz (46. Kocis), Weber
Zwickau:
Hoffmeister; Pinder; Lense, Seifert; Menze, Viertel (89. Barylla), Hermel, Härtel, Pohl (56. Günther); Schmidt (85. GRK), Klee (90. Förster)

Zuschauer: 2725

Schiedsrichter: Gettke (Dorste)

Spielbericht:
Nur die Treuesten der Treuen waren noch gekommen. Trotz eines ordentlich gefüllten Gästeblockes nur 2725 Zuschauer - das hieß Saisonminusrekord, was nach der letzten Jenaer Vorstellung aber eigentlich nicht überraschend kam. Wer zeitig genug im Stadion war, konnte die Fußballkünste der Traditionsmannschaften Erfurts und Jenas bewundern und von guten alten Erfolgszeiten träumen. Angefangen von Torwartoldie Wolfgang Blochwitz über Rüdiger Schnuphase bis hin zum auch jüngeren FCC-Fans bekannten Thomas Vogel - Fußballer-Namen, bei denen einen schon etwas Wehmut beschleichen konnte.
Aus Protest gegen die Arbeitsverweigerung in Mainz verliessen die Jenaer Fans die Zuschauerblöcke E und F in jenem Moment, als die Jenaer Profis den Platz betraten. Zehn Minuten sollte diese symbolhafte Aktion ursprünglich dauern. Es wurden ein paar weniger und so mancher wird dies bereut haben. Denn justament nach neun Minuten mußten die Jenaer mitansehen, wie ihr FCC zum x-ten Mal in dieser Saison auf eigenem Platz in Rückstand geriet: Schmidt hatte von links an den Jenaer Fünfmeterraum geflankt, Kischko und Schneider behinderten sich gegenseitig, Härtel hieß der Nutznießer - 0:1. Sechs Minuten später bekam der Gastgeber einen Freistoß zugesprochen, den Olaf Holetschek aus 25 Metern verwandelte. Und wie ! Hoffmeister im Zwickauer Kasten bekam gar nicht so schnell die Fäuste hoch, wie diese "Granate" über ihm einschlug. Viel mehr Schrecksekunden hatte die FSV-Abwehr vor der Pause jedoch nicht zu überstehen, da man bei den Zeiss-Akteuren erneut den unbedingten Willen zum Sieg vermißte. Lediglich Olaf Holetschek und Heiko Weber konnte man hundertprozentigen Einsatzwillen zubilligen.
Auch nach der Pause wirkten die Westsachsen insgesamt variabler in ihren Aktionen, sorgten mit ihrem überfallartigem Konterspiel desöfteren für Gefahr. Die erneute Führung kam somit nicht überraschend. Hermel konnte dabei zunächst ungehindert durch die Jenaer Hälfte marschieren. Erst an der Strafraumgrenze stellte sich ihm Gerstner halbherzig in den Weg, fiel auch noch hin. Die Einladung zum Schuß nahm der Zwickauer Mittelfeldspieler dankend an. - Als Heiko Weber mit einem von Hermel an Gerstner verwirkten Foulstrafstoß zwölf Minuten darauf den erneuten Ausgleich besorgte, begann die beste Phase der Jenaer. Plötzlich agierte man annähernd so druckvoll, wie das von Anfang an hätte sein müssen, wollte mit einem Siegtor das Fünckchen Hoffnung im Abstiegskampf noch am Glimmen halten. Zwickaus Stürmer Schmidt flog fünf Minuten vor Schluß vom Platz - es war nach Weidemann der zweite Platzverweis eines Ex-Erfurters in dieser Saison (ob die hier vielleicht ein wenig übermotiviert sind ?). Für den FCC bedeutete dies nun das Signal zur totalen Offensive. Doch wenn derart dumme Pässe wie der von Kocis gespielt werden, geht solch ein Schuß selbst in Überzahl nach hinten los. Hermel und Günther im Zusammenspiel versetzten den blau-gelb-weißen Hoffnungen auf den Klassenerhalt den Todesstoß. Für den FSV war es der dritte Sieg in Folge.
Zum Schluß nochmal zurück zu unseren Fans. Trotz der Fassungslosigkeit über das alles in allem schwache Spiel gegen den Tabellenletzten wurden die eigenen Akteure bis zum bitteren Ende unterstützt. Wer gesehen hat, wie einen Tag später in Leipzig aufgebrachte VfB-Anhänger die Mannschaftskabine der eigenen Spieler stürmen wollten und dort einen regelrechten Belagerungszustand verursachten, der kann dem FC Carl Zeiss JENA trotz des Abstieges gratulieren: zu seinen Fans. <fc>
Die achte Heimniederlage bildlich festgehalten
Kurzbericht auf der Zwickauer Fanseite

FSV Mainz 05 - FC Carl Zeiss JENA 5:0

Tore: 1:0 Kramny (1.), 2:0 Demandt (5.), 3:0 Demandt (22.), 
      4:0 Demandt (45.), 5:0 Hock (58.)

Mainz:
Kuhnert; Klopp (77. Nagy), Tanjga, Neustädter, Herzberger; Kramny, Schmidt (64. Lieberknecht), Spyrka, Hock; Grevelhörster, Demandt (68. Sohler)
Jena:
Weißgärber; Lindner (70. Rousajew); Nierlich, Röser; Gerlach, Gerstner, Holetschek, Schneider, Ziegner; Weber, Chalaskiewicz

Zuschauer: 9025

Schiedsrichter: Werthmann (Iserlohn)

Spielbericht:
Korrekterweise müßte jetzt eine leere Seite folgen, denn die (nicht) gezeigte Leistung des FCC in Mainz war unbeschreiblich. Ich will es aber trotzdem versuchen:
Unser Gegner im Bruchwegstadion hieß ja eigentlich "Mainz null-fünf", was man hätte als Ergebnis akzeptieren können, von 5:0 war vorher nie die Rede. Und wahrscheinlich wären auch die 200 ganz treuen Fans ausgeblieben, hätten sie nur im entferntesten geahnt, was sie an diesem Freitagabend erwartet. Ein klitzekleiner Hoffnungsfunken auf Klassenerhalt war sicher bei allen Supportern noch vorhanden, da wir von den nachfolgenden letzten 4 Spielen noch 3 gegen andere "Kellerkinder" zu bestreiten haben - ein erfolgreiches Match bei den Mainzelmännchen natürlich vorausgesetzt. Und der blau-gelb-weiße Fanblock zeigte schon vor Spielbeginn lautstark seinen Siegeswillen.
Doch es war alles wie ein schlimmer Alptraum: Erster Angriff der 05er über links, Lindner wurde ignoriert, Paß in die Mitte, 0:1 nach 50 Sekunden. Dreieinhalb Minuten später ist "Gerle" mit nach vorn aufgerückt, Gegenangriff wieder über links, Paß in die Mitte, Ablage, Schuß von der Strafraumgrenze, 0:2 nach 4 min 18 s - der Tag konnte schon als erledigt abgehakt werden. Weißgärber war zwar mit der Hand dran, ich halte ihn aber an dem Treffer (wie an allen anderen) für unschuldig, da der Ball durch 3 Verteidiger hindurchzischte und von ihm kaum zu sehen war. Die Unterstützung der Fans ließ vorerst nicht nach und war (im Gegensatz zur Jenaer Abwehrreihe) mindestens zweitligareif. Vermutlich hofften alle, daß sie endlich mit 0:0 aus diesem Alptraum aufwachen könnten. Für die Einsicht, daß leider alles bittere Realität war, sorgte Demandt nach 22 Minuten mit seinem zweiten Tor: Schneider schlägt bei seiner Attacke gegen Kramny den Ball in die Mitte und Holetschek fällt um, anstatt ihn wegzuschlagen. Diese Einladung konnte sich der Torschütze nicht entgehen lassen.
Die Angriffsversuche unserer Mannschaft zwischen dem zweiten und dritten Gegentreffer, wo man mit einem Anschlußtreffer und "höheren Beistand" vielleicht hätte das Spiel noch kippen können - waren erbärmlich. Die erste Ecke nach 8 Minuten köpft Holetschek aus dem Mainzer Strafraum raus (hätte er diese Abwehrleistung doch 13 Minuten später gezeigt), und den 20-m-Freistoß schießt Schneider genau auf den Torwart. Wenigstens hatte Mainz nach dem 3:0 ein Einsehen und verzichtete im weiteren auf ernsthafte Angriffsbemühungen, sonst hätte es die erste zweistellige Klatsche für den FCC im Profifußball gegeben. So hatte es zwar optisch den Anschein, als ob der FCC jetzt besser zurecht käme (wenn man sowas bei 0:3 überhaupt noch sagen darf), aber bei den meisten Spielern fehlte völlig der Wille - und das schon seit dem Anpfiff -, sich wenigstens moralisch zu rehabilitieren. Schneiders Schuß von halblinks (28. min, nach schönem Paß von Chalaskiewicz) war ungenau und kraftlos, seinen Freistoß in der 38. min zirkelte er ideenlos über die Mauer und am Tor vorbei. Unmittelbar vor der Halbzeit startete Mainz wie im Training über rechts, Kramny - Grevelhörster - Demandt - 0:4 hießen die Stationen. Die Jenaer Abwehr zeigte hier perfekt ihre Unfähigkeit: Erst läßt sich Nierlich verladen, dann spaziert Lindner tatenlos mit dem Angreifer mit und als Höhepunkt darf der Torschütze unter den interessierten Blicken der "Zuschauer" im gelben Trikot (Oder waren das etwa Jenaer Spieler ?) den Ball an der Strafraumgrenze annehmen, auf den linken Fuß legen und sich in Ruhe die Ecke aussuchen.
In der zweiten Halbzeit hatte der FCC dann die einzige richtige glasklare Chance, als Schneider nach rechts außen auf Gerlach spielt, Weber jedoch dessen Eingabe nicht am Torwart vorbeibringt (57. min). Fast im Gegenzug beobachtete die Jenaer Verteidigung ganz genau, wie Hock mit dem Ball in den Strafraum marschierte und das 5:0 schoß. Mit Weißgärber konnte man angesichts dieser "Abwehr" vor ihm Mitleid haben, zumal er noch einige Schüsse der Mainzer parierte. Von den Spielern selbst zeigten lediglich Gerstner (Obwohl er den FCC verlassen wird, engagierte er sich 100%ig - da sollen sich andere ein Beispiel daran nehmen !!!), Weber, Chalaskiewicz und Gerlach die Bereitschaft, für ihr Gehalt auch Leistung zu bringen und sich trotz des deprimierenden Spielstandes anzustrengen. Und so ist es nicht verwunderlich, daß diese Spieler auch an den wenigen Jenaer Chancen entscheidend beteiligt waren: "Chala" hebt in der 65. den Ball über einen Verteidiger, der Torwart war aber schneller. Und dann schießt Gerstner im Strafraum direkt aus der Drehung (75.) aufs Tor, der Ball rutscht aber leider "über den Senkel". Gerstner ist dann auch eine Minute später Ausgangspunkt, als er Schneider links außen bedient, der flach in die Mitte spielt, Rousajews Schuß aber über die Latte geht. Als uns der Schlußpfiff von dem Drama auf dem Rasen erlöste, fanden lediglich Gerstner, Gerlach, Schneider und Manager Schmidt noch den Weg zu den enttäuschten Fans.
Noch ein Wort zum Umfeld am/im Stadion. Ähnlich muß es in schlimmsten Bürgerkriegszeiten in Belfast ausgesehen haben: Bereits Stunden vor dem Spiel fuhr eine Armada von Polizeifahrzeugen auf, im Gästeblock waren mehr "grüne Ritter" in voller Kampfmontur als Jena-Fans und ansonsten hatte man den Eindruck, sich auf einer Hundeausstellung zu befinden. Furchtbare Angst schienen die Ordnungskräfte auch vor Kindern zu haben, da sich meine Tochter (11 Jahre, kurze Hosen, Fußballdreß, keine Tasche o.ä.) einer Leibesvisitation durch eine Ordnerin (Zitat: "Man weiß ja nie...") unterziehen mußte. Den Hundeführern, die mit ihren "Bellos" vor dem Jena-Block patrouillierten, merkte man deutlich den Frust an, das NICHTS passierte. Vor allem die Hundeführerinnen provozierten regelrecht (und vergeblich), indem sie ihre maulkorbfreien Tierchen direkt am Zaun richtig in Rage brachten. Wenigstens zeigte ein Ordner Durchblick und scheuchte diese dämlichen Weiber (Verzeihung, aber ein anderer Ausdruck wäre echt unpassend !) zurück, als die paar Jenaer Spieler nach dem Abpfiff an den Zaun kamen. Da der FC Carl Zeiss Jena im Vorfeld vermutlich nicht das Kommen von 2000 "gewaltbereiten" Randalieren angekündigt hatte, sollte man in Mainz einmal darüber nachdenken, ob man so verschwenderisch mit Steuergeldern und der Freizeit der Polizisten umgehen sollte. <uk>
Fotos von Jens Weissenburger

FC Carl Zeiss JENA - FC St. Pauli 1:1

Tore: 0:1 Trulsen (26.), 1:1 Weber (73.)
Jena:
Weißgärber; Holetschek; Nierlich, Röser; Gerlach (80. Rousajew), Gerstner (78. Cramer), Schneider (75. Kocis), Ziegner, Hauser; Weber, Chalaskiewicz
St. Pauli:
Thomforde; Dammann; Trulsen, Stanislawski (76. Erdogan); Scherz, Seeliger, Springer, Chmielewski, Karaca (57. Hanke); Maric, Savitchev (77. Klasnic)

Zuschauer: 3702

Schiedsrichter: Wezel (Tübingen)

Spielbericht:
Leider nutzte der FC Carl Zeiss Jena seine große Chance nicht, im Kampf um den Klassenerhalt noch einmal Hoffnung schöpfen zu können.
Dabei begann alles so optimistisch für die Jenaer, denn bereits nach 35 Sekunden hätte Chalaskiewicz die Hausherren in Führung bringen können. Doch leider war dies nur ein kurzes Aufblitzen. Sowohl die Jenaer als auch die Gäste brachten in der Folgezeit kaum nennenswerte Chancen zustande. In der 26. Minute kam dann der Schock für die Zeiss-Fans: Nach der zweiten Ecke für die Hamburger getreten von Scherz köpfte Springer kurz vor das Tor und Trulsen brachte mit einem Abstauber die Gäste in Führung. Bei den CZ-Kickern gelang in der Folgezeit kaum etwas nach vorn. Lediglich mit ein paar Distanzschüssen versuchte man den Ausgleich zu erzielen. Anders dagegen die Gäste: In der 40. Minute lag die 0:2 Führung gleich zweimal in der Luft. Zunächst klärte Holetschek einen Schuß von Seeliger auf der Linie ab, dann traf Savitchev nur die Lattenunterkante.
Nach der Pause schien Jena aufgewacht zu sein. Zunächst scheiterte Gerstner in der 47. Minute mit einem Seitfallzieher, und drei Minuten später verhinderte Thomforde nach einem schönen Kopfball Rösers den Ausgleich. Danach kontrollierten die Gäste wieder das Spiel, ohne aber größere Torchancen heraus spielen zu könen. In der 74. Minute aber konnten die Zeiss-Fans doch noch jubeln. Einen Schuß von Chalaskiewicz ließ Thomforde nur abprallen und im Nachsetzen erziehlte Heiko Weber den Ausgleich. Danach setzte Trainer Reiner Hollmann alles auf eine Karte und brachte mit Kosic und Rousajew zwei weitere Angreifer ins Spiel. Jena warf nun in dieser Phase alles nach vorn. Ein Freistoß von Holetschek und eine riesige Chance von Kosic waren dann die letzten Chancen im Spiel, den doch noch den so wichtigen Siegtreffer zu erziehlen.
Alles in allem nutzte dieses Ergebnis keiner der beiden Mannschaften etwas, denn jeder brauchte unbedingt einen Sieg, um zum einen den Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen zu verkürzen und St. Pauli wollte eine der letzten Chancen noch nutzen, um einen Aufstiegsplatz eventuell doch noch zu erreichen. <vg>
Fotos von Jens Weissenburger
...und ein Erlebnisbericht des St.Pauli-Fans Stefan Rosskopf

SpVgg. Greuther Fürth - FC Carl Zeiss JENA 3:0

Tore: 1:0 Felgenhauer (27.), 2:0 Türr (60.), 3:0 Felgenhauer (77.)
Fürth:
Reichold; Skarabela; Radoki, Probst; Weigl, Lotter, Anders (76. Dürr), Sbordone (63. Hassa), Felgenhauer; Kerbr (56. Zietsch), Türr
Jena:
Weißgärber; Lindner; Nierlich, Wentzel; Gerlach, Holetschek, Schneider, Chalaskiewicz, Ziegner; Weber, Kocis (65. Bärwolf)

Zuschauer: 6300

Schiedsrichter: Hauer (Celle)

Spielbericht:
Zu den vielfältigen Problemen der letzten Wochen gesellten sich nun auch noch Personalsorgen: Die im letzten Spielbericht kritisierte Gelbflut hatte dazu geführt, daß mit Hauser, Röser und Gerstner gleich drei Akteure gesperrt waren. Aus gesundheitlichen Gründen fehlten Kischko und Zimmermann. Und als wenn das nicht schon genug wäre, zog sich Mario Neumann beim Warmmachen einen Bänderriß zu.
So kam Jens Weißgärber, etatmäßige Nummer drei und Schlußmann der Amateure, zu seinem ersten Zweitligaeinsatz seit 1992/93 ! Kein Wunder, daß ihm gleich in Minute eins die Nerven gehörig flatterten und er einen Freistoßball nach vorn unten abfaustete. Zum Glück war der Fürth-Spieler so überrascht, daß er übers Gehäuse schoß. In den folgenden Minuten hatte der FCC die größeren Spielanteile, wirkte gefällig im Spielaufbau. Die mitgereisten Jena-Fans konnten in dieser Phase guter Dinge sein; und wenn sich auf dem Spielfeld gerade mal nichts tat, sorgte ein ver(w)irrter Rot-Weiß-Erfurt-Fan im benachbarten Sitzplatzblock für Stimmung unter den Supporters. Einziges Manko aus Jenaer Sicht: es fehlte an Chancen, ein Solo Schneiders zur Torauslinie mit verunglücktem Rückpaß (25.) konnte man wohl noch nicht dieser Kategorie zuordnen. Vom Zeitpunkt her etwas überraschend der Führungstreffer Fürths: Felgenhauer läßt auf der linken Seite Gerlach locker aussteigen, läuft zur Mitte, mogelt sich auch noch an Holetschek vorbei und trifft ins linke untere Eck. Die Gastgeber bekamen nun Oberwasser, es blieb jedoch bei diesem einen Treffer bis zur Pause.
Wer gedacht hatte, daß der FCC zu allem entschlossen aus der Kabine kommen würde, sah sich getäuscht. Im Gegenteil, die mit 23 Treffern vermeintlich angriffsschwächste Elf nach Zwickau spielte im heimischen "Playmobil-Stadion" (wer denkt sich nur solche Namen aus?) von nun an Katz und Maus mit der Jenaer Abwehr. Weigl, Türr, Zietsch, Anders vergaben Chancen, Türr und Felgenhauer nutzten welche. Beim 2:0 stand Türr nach Weigels Flanke völlig frei an der Torraumgrenze und verwandelte mit links. Ausgangspunkt des dritten Tores war ein simpler Ballverlust Gerlachs an Gegenspieler Felgenhauer, der nach einem Solo mit Türr Doppelpaß spielte und damit die gesamte Jenaer Verteidigung lahmlegte. Offensiv kam von den Thüringern nun gar nichts mehr, es fehlte an Biß, die Jenaer Mittelfeldachse brach förmlich auseinander. Chalaskiewicz dürfte dabei eine der schlechtesten Vorstellungen geboten haben, seit er bei Jena spielt (und das will schon etwas heißen!), Holetschek übernahm lediglich bei Freistößen Verantwortung und was mit Gerlach an diesem Tage los war, weiß vermutlich nicht einmal er selbst. Mangels Anspielpartner erwiesen sich auch Schneiders technische Einlagen diesmal als brotlose Kunst. Immerhin, die Fans unterstützten ihre Mannschaft im Gegensatz zum ähnlich trostlosen Hinspiel bis zum Abpfiff. Schade, daß dies nur "Benno" Weber zu würdigen wußte und als Einziger aus eigenem Antrieb nach Spielschluß direkt in die Fankurve kam.
Bislang war ich immer noch guten Mutes, daß der FCC die Klasse hält. Doch nach der Vorstellung vom Sonntag habe ich ein gutes Stück von meinem Optimismus verloren, zumal mit Fürth die nächste Mannschaft "out of reach" sein dürfte und die Kickers drei Punkte aus Düsseldorf entführten. Helfen könnte dem FCC jetzt nur noch eine imponierende Siegesserie a la Zwickau im Vorjahr. Doch momentan fällt es schwer, an so etwas zu glauben.<fc>
Und spielt der Klub auch noch so schlecht, die Fotos sind uns immer recht
Spielbericht auf der Fürther Fanpage

FC Carl Zeiss JENA - SpVgg. Unterhaching 2:3

Jena:
Neumann; Lindner; Nierlich, Röser; Gerlach, Holetschek, Schneider, Chalaskiewicz (46. Gerstner), Hauser; Weber, Zimmermann (70. Kocis)
Unterhaching:
Mai; Strehmel; Hertl, Täuber; Hartig (46. Oberleitner), Tammen (46. Ahanfouf), Zimmermann, Lust, Radlspeck (46. Garcia); Rraklli, Seitz

Zuschauer: 4633

Schiedsrichter: Kadach (Suderburg)

Spielbericht:
Es gibt Tage, da tritt selbst König Fußball radikal in den Hintergrund. Donnerstag, der 23.4.1998 war solch ein Tag. - Rückblende: Die Spieler des FC Carl Zeiss haben ihr Vormittagstraining gerade beendet. Es war nur ein leichtes Training gewesen, vierzig bis sechzig Prozent Belastung für einen Profi; am Nachmittag war schließlich noch ein weiteres Training angesetzt. Ines Jüptner holt ihren Mann mit dem Auto ab, alles war wie so oft. Doch noch auf dem Stadiongelände geschieht das Unfaßbare: Axel Jüptner bricht auf dem Beifahrersitz zusammen - Herzattacke. Die anderen Spieler des FCC erleben mit, wie der Notarzt vierzig Minuten lang versucht, ihren Mannschaftskameraden am Leben zu erhalten und transportfähig zu bekommen. Alle sind fassungslos. Am Sonntag, möglichst nach drei gewonnenen Punkten, hatten sie alle zusammen mit Axel dessen 29. Geburtstag feiern wollen. - Doch an diesem Tag war Fußballprofi Axel Jüptner schon nicht mehr am Leben...
Es fällt schwer, nach solch einem Schlag zur Tagesordnung überzugehen. Kein Mensch steckt solch ein Ereignis einfach so weg. Und an Fußball denkt man in dieser Zeit ohnehin kaum. Zwar hatte der DFB einer Spielverlegung zugestimmt. Doch mehr als drei Tage Aufschub gestattet das Profigeschäft selbst in solch einer Situation offenbar nicht. Trainer Hollmann stand somit vor dem Problem, in einem kurzen Zeitraum die Köpfe der Spieler soweit freizubekommen, daß sie sich wenigstens neunzig Minuten lang auf den Abstiegskampf konzentrieren konnten.
Selbstredend wurde dieser Fußballabend vom Todesfall des Jenaer Spielers entscheidend geprägt. Kondolenzlisten, eine Schweigeminute, Sprechchöre ("Kämpfen für Axel") - die ganze Atmosphäre war anders als sonst. Dazu öffnete der Himmel mit Spielbeginn seine Schleusen- irgendwie paßte dies sogar. Unterhachings Spieler hatten spontan 5000 Mark für die Hinterbliebenen Jüptners gesammelt. Jenas Fans dankten es ihnen mit jeder Menge Applaus bei der namentlichen Vorstellung der Gästemannschaft, zwei tolle Reaktionen, wie ich finde. Die Jenaer Spieler setzten den Gast von Anpfiff weg unter Druck und wurden schon nach sechs Minuten belohnt. Weber hatte von rechts geflankt, Christian Hauser kam völlig unbedrängt zum Kopfball - 1:0. Die Unterhachinger Deckung besitzt ja eigentlich den Ruf eines Bollwerkes, dem wurde sie jedoch nicht gerecht. Selten kamen die Thüringer in 45 Minuten zu derart klaren Chancen. Beim Lindner-Kopfball nach Hauser-Freistoß (19.) und dem Chalaskiewicz-Heber nach Schneider-Flanke (31.) hatten die Zuschauer den Torschrei schon auf den Lippen, nach 39 Minuten ertönte er dann zum zweiten Mal: Zimmermann und Weber im Zusammenspiel scheiterten in aussichtsreicher Postion an einem Abwehrspieler, doch gegen Schneiders herrlichen Schlenzer ins rechte Eck waren die Gäste machtlos. Die Vorentscheidung schien gefallen, zumal Chalaskiewicz und besonders Weber (den mußte er machen!) noch vor der Pause Riesenchancen für einen dritten Treffer besaßen.
Mit Beginn der zweiten Hälfte hatte der Regen aufgehört - leider nicht nur er. Plötzlich war nichts mehr zu sehen vom aggressiven Spiel nach vorn, stattdessen übernahmen die Randmünchener mit drei neuen Offensivleuten das Kommando. Als Rraklli einen an ihm selbst verschuldeten Elfmeter verwandelte, war allen klar, daß es noch schwere vierzig Minuten werden würden. Der FC Carl Zeiss blieb wenigstens im Konterspiel brandgefährlich. Wäre doch nur eine der klaren Chancen genutzt worden ! Zimmermann (tolle Fußabwehr von Mai) und Holetschek liessen einen als Zeiss-Fan ja schon verzweifeln. Aber als auch noch Jenas Bester, Bernd Schneider, nach Umspielen des Torwarts aus spitzem Winkel das leere Tor nicht traf, mußte man das Schlimmste befürchten. Und so kam es dann auch. 84. Minute: Fehlabspiel im Mittelfeld, Steilpaß in den Jenaer Strafraum, wo Neumann nur auf Kosten eines weiteren Elfmeters klären konnte. Abanfouf traf, wenn auch erst im Nachschuß. - Ohne bislang die TV-Bilder gesehen zu haben, für mich hatten beide Strafstöße ihre Berechtigung. Wenn man dem Referee einen Vorwurf machen will, dann den, daß er in einem ansich fairen Spiel auf schwerem Boden mit Gelben Karten nur so um sich schmiß, sieben Stück allein an die Jenaer ! Doch wer derart fahrlässig mit seinen Chancen umgeht wie der FCC, der braucht sich am Ende nicht zu wundern, wenn er getreu einer alten Fußballweisheit nicht einmal einen Punkt behält. Ahanfouf schoß drei Minuten vor Schluß den Ball an Neumann, den Innenpfosten und ins Tor - bitter bitter.
Nüchtern betrachtet ist aber gar nicht so viel passiert. Da es ein Nachholespiel war, hat sich der Punkteabstand zum rettenden Platz 14 nicht vergrößert. Problematisch ist nur, daß es immer weniger Mannschaften werden, die realistischerweise demnächst eingeholt werden können. Mainz steht selbst noch auf einem Abstiegsplatz, die Kickers aus Stuttgart....und dann ? Fürth ? Dazu müßte einer Heimniederlage schon am Sonntag wieder ein Auswärtssieg folgen. <fc>
Die aufregendsten Szenen (und da gab es einige!) im Bild
siehe auch Fankommentar von Uwe Kaiser

SV Meppen - FC Carl Zeiss JENA 0:2

Tore: 0:1 Gerstner (45./FE), 0:2 Kocis (87.)
Meppen:
Brasas; Helmer; Rose, von Ahlen; Marell, Surmann, Deters (40. Spork), Myyry (60. Thoben), Winter; Stendel, Claaßen (46. Ivanovic)
Jena:
Neumann; Lindner; Wentzel, Holetschek; Gerlach, Schneider, Gerstner, Chalaskiewicz (80. Cramer), Hauser; Zimmermann (80. Kocis), Weber (87. Ziegner)

Zuschauer: 5500

Schiedsrichter: Frey (Neu-Ulm)

Spielbericht:
Nach 6 Stunden Busfahrt (der FCC hatte als Entschädigung für die Zumutung am Ostersonntag seinen alten Mannschaftsbus zum Schnäppchenpreis für die Fans zur Verfügung gestellt) kletterten wir bei schönem Frühlingswett er in Meppen aus dem Bus. Und - obwohl immer ein paar Wolken vorhanden waren - auch nach dem Spiel schien für Mannschaft und die 200 mitgereisten Fans die Sonne von einem blau(-gelb-weiß)en Himmel herab.
Das 6-Punkte-Match begann wie erwartet mit einem wilden Ansturm des einheimischen SV, und trotz einiger Neumannscher Unsicherheiten hielt sich das Chaos in unserer Abwehr in Grenzen. Vor allem Holetschek (neben Lindner und Hauser bester Jenaer) glänzte auf ungewohnter Manndeckerposition mit Einsatz und Überblick. Ganz daneben lag allerdings die MDR-"Sportarena", die eine Einschußchance f& uuml;r fast jeden Meppener gesehen haben will; da sollten einige Leute den Optiker oder den Beruf wechseln (war sowieso ein dünner Bericht beim MDR). Nach 25 Minuten merkte der FCC, daß man im Emsland mehr machen kann, als den eigenen Strafraum zu bewachen. Holetschek und Weber tasteten sich mit Fernschüssen an das gegnerische Tor heran, Claaßen nahm nach einer Jenaer Ecke Lindner den Ball mit der Hand vom Kopf (Elfmeter Fehlanzeige - der Schiri übersah dies wie einige andere Meppener Haltegriffe großzügig), und um die 35. min herum verpassen erst 2 Jenaer Hausers Eingabe von links und dann steht Brasas wieder rechtzeit ig in der kurzen Ecke um Zimmermanns Schuß aus spitzem Winkel zu halten. Unmittelbar vor der Halbzeit Ecke für Jena: Lindner wird beim Kopfballversuch umgestoßen und der bis dahin aus unserer Betrachtungsweise seltsam pfeifende "Man in black" gibt Elfmeter (war aus der Gästekurve nicht klar zu erkennen, aber nach den TV-Bildern berechtigt). Wie schon in Zwickau übernahm Gerstner die Verantwortung und machte das 1:0.
Nach Wiederanpfiff begannen die Meppener einen 40minütigen "Alles oder nichts"-Sturmlauf. Leider verpaßte es der FCC schon nach 5 Minuten in der 2. Halbzeit, die Weichen auf "Nichts" (für Meppen) zu stellen, den Webers Knaller lenkt Brasas an die Latte und der nachfolgende Schuß Hausers kullerte am langen Pfosten vorbei. Da sich auch weiterhin der letzte Meppener Verteidiger maximal bis zur Mittelinie zurückbewegte, gab es immer wieder Konterchancen, die aber entweder nicht konsequent "ausgefahren" wurden oder die (vom Fernsehen völlig ignorierten) "Hundertprozentigen" wurden versiebt: u.a. marschierte Gerstner (ca. 60. min) aufs Tor zu, läßt den letzten Verteidiger ausstei gen, scheitert aber beim Versuch, Brasas zu tunneln (klar: 2,01 m Torwartgröße kann man nicht mit einem Heber überwinden). So erinnerte das, was nun folgte, an die Abwehrschlachten aus den guten alten Europacupzeiten (z.B. Valencia, Benfica). Vor allem zwischen der 60. und 75. Minute wiederholte sich in einer scheinbaren Endlosschleife das Schema Flanke - Abwehr - Flanke - Ec kball - Ball rausdreschen - Flanke - ... Glücklicherweise machte sich Neumann 7,32 m breit und 2,44 m groß und dichtet seinen Kasten (z.T. mit herrlichen Paraden) vollständig ab. In der Jenaer Fankurve lähmte die beständig wachse nde Angst zeitweise die Stimmbänder, die einen feuerten das Team an, die andere Hälfte starrte entsetzt und sprachlos auf die blauen Angriffswellen der Gastgeber. 5 Minuten vor Ultimo steht Schneider nach einem Konter allein vor Brasas und will diesen (wie zuvor schon Gerstner) mit einem Flachschuß bezwingen - aber der Keeper hat nicht nur 2,01 m Höhe, sondern anscheinend auch riesengroße Füße, denn auch den Ball wehrte er noch ab. Chance vorbei dachten alle (Angreife r, Verteidiger, Fans) und holten tief Luft, aber der zuvor eingewechselte Kocis beendete mit einem ungemein lässig aussehenden Heber ins Tor die Herzinfarktgefahr bei Trainer Hollmann und den FCC-Supportern. Die letzten Minuten hätte man sich sc henken können: Die einen konnten, die anderen wollten nichts mehr machen.
Einen schmerzlichen Augenblick im allgemeinen Freudentaumel nach dem Abpfiff gab es aber dennoch auf Jenaer Seite: Gerstner warf im Überschwang der Gefühle sein Dreß in die Fankurve, zerstörte durch diese unbedachte Handlung einen weiteren kompletten Trikotsatz (auf dem der alte, zahlungsunwillige Brustsponsor durch einen schwarzer Balken mit "Globus"-Logo überklebt worden war) und brachte damit den schmalen Jenaer Jahresetat völlig zum Zusammenbruch. Manager S chmidt grübelte bereits auf der gesamten Rückfahrt über diziplinarischen Konsequenzen für den Übeltäter...
Nee, mal im Ernst: Hoffentlich überwindet man beim FCC diesen provinziellen Geiz (das hat schon nichts mehr mit sparsam wirtschaften zu tun) und gönnt dem Team noch einen neuen Satz GELBE Trikots, die unbedingt für Auswärtsspiele erfor derlich - weil erfolgreich (Nürnberg, Meppen, Freiburg, Frankfurt u.a.) - sind. <uk>
Zu den Fotos von Jens Weißenburger

FC Carl Zeiss JENA - KFC Uerdingen 0:3

Tore: 0:1 Wedau (47.), 0:2 van der Ven (67.), 0:3 Spizak (85.)
Jena:
Neumann; Lindner; Nierlich, Gerstner (64. Rousajew); Gerlach, Jüptner, Cramer, Chalaskiewicz (64. James), Hauser; Weber, Zimmermann (46. Bärwolf)
Uerdingen:
Bade; Grauer; Nikolic, Vural; Grammozis, Wedau, Scherbe, Straube, Wollitz (68. Nacev); van Buskirk (87. Kakala), van der Ven (76. Spizak)

Zuschauer: 5229

Schiedsrichter: Kammerer (Karlsruhe)

Spielbericht:
Der Zufall wollte es, daß der FC Carl Zeiss direkt nacheinander auf die fünf bestplaziertesten Mannschaften der zweiten Liga traf. Nach den guten Leistungen zuletzt erhoffte man sich im Jenaer Lager mit Recht den zweiten Heimsieg in Folge - heraus kam die sechste Heimniederlage ! Und was für eine !
Dabei sah es in der ersten Halbzeit zumindest noch nach einem torlosen Unentschieden aus - derart wenig tat sich vor beiden Toren. Ein Kopfball und ein Fallrückzieher Zimmermanns (10., 16.), ein zu hoher Schuß von Weber nach Doublette Hauser-Zimmermann (35.) - das war alles in 45 Minuten. Was viele schon befürchtet hatten, trat tatsächlich ein: Durch die Gelbsperren von Bernd Schneider und Olaf Holetschek fehlten die Ideen, die ordnende Hand im Mittelfeld. Cramer und Chalaskiewicz waren in keiner Phase des Spieles ein gleichwertiger Ersatz. Auf der Gegenseite sorgte ein unmotivierter Ausflug Mario Neumanns an die Seitenlinie für die meiste Aufregung, als der Torwart 25 Meter von seinem Kasten entfernt dem Uerdinger van der Ven den Ball abnehmen wollte. Gerstner mußte ihm auf Kosten einer Gelben Karte zu Hilfe eilen.
Wer gemeint hatte, es könne nur besser werden, mußte schon zwei Minuten nach Wiederanpfiff seinen Irrtum einsehen. KFC-Keeper Bade hatte bis in Jenas Hälfte abgeschlagen, van der Ven verlängerte per Kopf zu Wedau und der lupfte den Ball über den wiederum aus dem Strafraum stürzenden Neumann ins Netz. Nach diesem 0:1 übergab Lindner seinen Liberoposten an Gerstner, um das Spiel nach vorn anzukurbeln. Als Trainer Hollmann merkte, daß auch das nichts einbrachte, setzte er alles auf eine Karte. Entgegen seiner sonstigen Philosophie schöpfte er frühzeitig das Wechselkontigent aus (Zimmermann mußte schon zur Pause verletzt in der Kabine bleiben), brachte Rousajew und James. - James ? Genau, jener Benjamin James, der unter Frank Engel schon ausgemustert war, in Hannover sein Comeback erlebte, danach wochenlang verletzt war und nun also erneut eine Chance erhalten sollte. Das Motiv Hollmanns war durchaus nachvollziehbar: Rousajew sollte als dritte Spitze für Gefahr sorgen, James als großgewachsener Abwehrspieler bei den Standarts mit nach vorn gehen. Um es aber klar zu formulieren: Dieser Schuß ging nach hinten los ! Von Rousajew war nämlich fortan gar nichts zu sehen und von James nichts Gutes. So war der Nigerianer beispielsweise am vorentscheidenden 0:2 beteiligt, als er vom in der eigenen Hälfte gestarteten van der Veen weglief anstatt ihn zu stören. Da sich in dieser Szene auch noch Cramer amateurhaft anstellte und auf Abseits spekulierte, Neumann wieder einmal herausgestürzt kam, hatte der Uerdinger bei seinem Lupfer leichtes Spiel. Geradezu stümperhaft auch Jenas Deckungsverhalten bei van Buskirks Pfostenschuß (70.), dem zurecht wegen Handspiels aberkannten Tor Straubes und dem 0:3, bei dem sich Lindner vom eingewechselten Spizak wie ein Anfänger austänzeln ließ.
Rein rechnerisch haben wir nun in jedem zweiten Heimspiel eine Niederlage miterleben müssen, dazu 24 Gegentore. Doch ein derart geringes Eigenkapital an herausgespielten Torchancen gab es wahrscheinlich noch nie. Es kann doch nicht sein, daß der FCC durch den Ausfall von drei Spielern (neben Schneider und Holetschek sollte auch Urgestein Röser nicht ganz vergessen werden) sein Zweitliganiveau verliert ! Nicht ein einziger Akteur brachte an diesem Tage die geforderte Leistung. Am übermächtigen Gegner lag es jedenfalls nicht - die Uerdinger hatten bis zum zweiten Treffer genug mit eigenen Unzulänglichkeiten zu kämpfen. Reiner Hollmann bringt es auf den Punkt, wenn er meint: "Eigentlich müßte ich mich im Namen der Mannschaft entschuldigen für das, was sie da heute abgeliefert hat." <fc>
Das Elend bildlich festgehalten
Fankommentar von Ursula Roelofs

Eintracht Frankfurt - FC Carl Zeiss JENA 2:2

Tore: 0:1 H. Weber (25.), 0:2 Schneider (35.), 1:2 Gütensperger (51.), 2:2 Brinkmann (52.)
Frankfurt:
Nikolov; Hubtschew; Kutschera, Bindewald; Brinkmann, Schur (86. Wolf), R. Weber, Zampach, Sawieh (46. Gütensperger); Epp, Westerthaler (86. Mehic)
Jena:
Neumann; Lindner; Röser (51. Wentzel), Nierlich; Gerlach, Jüptner, Schneider, Holetschek, Cramer (86. Bärwolf); Weber (89. Zimmermann), Chalaskiewicz

Zuschauer: 18000

Schiedsrichter: Weber (Essen)

Spielbericht:
Da wußte man am Freitag mal wieder nicht, ob man sich freuen oder ärgern sollte. Einerseits hatte man bei einem der namhaftesten und momentan erfolgreichsten Vereine der zweiten Liga verdient einen Punkt erkämpft, andererseits wurde auch ein durchaus möglicher Sieg und damit das Verlassen des Tabellenkellers versäumt.
Carl Zeiss spielte von Beginn an aus einer kontrollierten Defensive und verlagerte sich dabei auf's kontern. Die Eintracht unterschätzte dabei die Offensivqualitäten der Jenaer und kassierte folgerichtig in der 25. Minute das 0:1. Schneider hatte einen Paß auf Weber gespielt, der ziemlich alleine auf's Tor zulief und überlegt vollenden konnte. Jena machte so weiter und vergab durch Weber wenige Minuten später eine weitere gute Chance. In der 35. Minute folgte dann der Auftritt von Bernd Schneider, der zweifellos einer der besten Spieler auf dem Platz war. Nach einem schönen Solo durch die Frankfurter Hälfte hob er den Ball über Torwart Nikolov hinweg, der ebenso chancenlos wie verwundert zuschauen mußte, wie der Ball hinter ihm einschlug. Oh war das schön. 2:0 Führung in Frankfurt! Die Feierlichkeiten im Jenaer Fanblock erlebten damit jedoch leider schon ihren Höhepunkt. Als der letzte Zeissfan wieder von mir runtergekrabbelt war begann nämlich die Offensive der bis dahin wirklich enttäuschenden Frankfurter, die aber bis zur Halbzeit die Jenaer Abwehr nicht mehr knacken konnten.
Nach der Pause erhöhten die Gastgeber den Druck weiter und unsere Abwehr begann mächtig zu schwimmen. In der 51. Minute war's dann soweit. Cramer (ich glaube der war's) spielte einen Fehlpaß und setzte damit die bereits aufrückende Jenaer Abwehr matt. Nach einer Flanke von der linken Seite brauchte der völlig frei stehende Güntensperger nur noch seinen Kopf hinzuhalten. Schon zwei Minuten später war es Brinkmann, der den Ausgleich für die Frankfurter erzielte. Nach einem langen Paß konnte ihn Neumann nur noch anschiessen und der Ball hüpfte zum 2:2 ins Tor. Man mußte nun Angst haben, daß Jena einbricht. Die folgenden Minuten schienen das zu bestätigen, denn ein Angriff nach dem nächsten rollte auf das Tor von Neumann zu. Ich mochte eigentlich nicht mehr so recht hinsehen und war jedesmal froh, als mir mein Hintermann durch gütiges Nicken zu verstehen gab, daß ich mich ruhig wieder umdrehen könne. Mit dem einsetzenden Regen fing sich jedoch die Mannschaft wieder und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in welchem beide Teams ihre Chancen hatten. Vor allem Schneider sorgte immer wieder für Gefahr bei den gelegentlichen Kontern von Jena. Kurz vor Schluß erregte dann eine Situation im Jenaer Strafraum nochmal die Gemüter. Wentzel hatte den Frankfurter Epp elfmeterreif gefoult. Schiedsrichter Weber pfiff aber zum Glück nicht und uns wurde der Abend nicht ganz verdorben. Vor allem Horst Ehrmanntraut wollte sich gar nicht mehr beruhigen. Vergessen schien die Situation als Minuten zuvor ein Frankfurter Abwehrspieler den Ball mit der Hand statt mit der Brust im Strafraum annahm und somit eine klare Chance der Jenaer vereitelte. Komisch, im Fernsehen war von dieser Szene nichts zu sehen! Ich erwähne dies nur, da die Fernsehberichte in letzter Zeit (Freiburg...) stets den Eindruck erwecken, als pfeiffe der Schiedsrichter ausschließlich für Jena. Wenn man die Entscheidungen des Unparteiischen schon in Frage stellt, so muß man dies auch beidseitig tun. Gerade die Vereine aus den neuen Bundesländern hatten in den Vergangenen Jahren oft Grund, Entscheidungen in Frage zu stellen. Kritiken an dieser Stelle wurden jedoch meist nur müde belächelt!
Zum Schluß: Das man sich in den alten Bundesländern mit unserem Fußball nicht all zu ausgiebig beschäftigt, war mir durchaus stets bewußt. Das man in Frankfurt fast 10 Jahre nach der Deutschen Einheit noch nicht weiß, daß Jena in Thüringen und nicht in Sachsen (Stadionjournal) liegt ist aber schon mehr als peinlich! Findet Ihr nicht? <bpf>
Die Highlights per Bild von Jens Weissenburger
Spielbericht auf einer der vielen Eintracht-Pages

FC Carl Zeiss JENA - FC Gütersloh 2:1

Tore: 1:0 Hauser (32.), 1:1 Wagner (68.), 2:1 Jüptner (84.)
Jena:
Neumann; Holetschek; Röser, Nierlich; Gerlach, Jüptner, Schneider, Cramer (86. Bärwolf), Hauser; Weber (88. Kocis), Zimmermann
Gütersloh:
Matysek; Weidemann (90. RK); Meyer, Reekers; Landgraf, Rasic (60. Schürmann), Wagner, Flock, Choroba; Vier, Papic (76. Ellguth)

Zuschauer: 4157

Schiedsrichter: Hilmes (Nordhorn)

Spielbericht:
Es war das Spiel der letzten Chance. Für den FCC zählen in Heimspielen sowieso nur noch Siege, um den Anschluß an die Nichtabstiegszone nicht zu verlieren. Die Gäste waren auswärts zuletzt dreimal ohne Punkt geblieben und mußten diese Negativserie beenden, um weiterhin auf den Aufstieg spekulieren zu können.
Ihr Torjäger Vier hatte nach fünf Minuten die erste Möglichkeit, scheiterte per Kopf aber an Mario Neumann, der erneut für Kischko das Tor hütete. Danach aber stand ausschließlich sein Gegenüber Matysek im Blickpunkt, der von den Jenaern regelrecht warm geschossen wurde; 12. Minute: Langer Ball Holetscheks aus der eigenen Hälfte an den gegnerischen Strafraum, herrlicher Schuß von Schneider, doch Matysek hat die Fingerspitzen am Ball. Den anschliessenden Eckball schiebt Schneider zurück auf Hauser, der drückt aus 18 Metern ab, Matysek lenkt das Leder über die Latte. Auch Jüptners Distanzschuß nach Doppelpaß mit Zimmermann parierte der Schlußmann. Nach 32 Minuten aber doch das heißersehnte 1:0. Wieder war Zimmermann als Vorbereiter in Aktion, Doppelpaß mit Hauser, der setzt sich gegen Weidemann durch und trifft unten links. Der Youngster freute sich riesig über sein erstes Saisontor. Wobei - von ungefähr kam dieser Erfolg nicht, denn wer Christian Hauser in den Rückrundenspielen unter Reiner Hollmann beobachtet hat, der kann nur staunen, welche Entwicklung der ehemals unsichere und harmlose Linksbeiner in so kurzer Zeit durchgemacht hat. - Mark Zimmermann hatte wenig später sogar die Chance zum 2:0, doch köpfte er in aussichtsreicher Position neben das Gehäuse. Wäre ja auch zu schön gewesen... Erst in der 42. Minute kamen die Gäste zu ihrer zweiten Torchance, wenn man es denn so nennen will, denn eigentlich ging die Gefahr von den Jenaern selbst aus. Weidemann hatte in den Strafraum geflankt, Holetschek erwischte den Ball nicht richtig und verlängerte damit auf Nierlich, der unfreiwillig scharf Richtung Neumann köpfte. Zum Glück bekam dieser gerade noch so eine Hand an den Ball. Es wäre ansonsten ein weiteres Gegentor der ganz speziellen "Jenaer Art" geworden.
Die erste Aktion in Halbzeit zwei hatten erneut die Gütersloher (Flock aus spitzem Winkel), doch dann war der FCC wieder am Drücker. Als in der 52. Minute Olaf Holetschek eine Schneider-Ecke aufs Tor köpfte, war Matysek schon geschlagen, doch Landgraf rettete auf der Torlinie. Auch Schneiders Schuß aus zwanzig Metern nach Solo hätte der Gästeschlußmann nie und nimmer gehabt, der Ball strich nur Zentimeter am Pfosten vorbei. Keine Frage, die Führung war aufgrund der klaren Chancenvorteile verdient. Die Ostwestfalen waren zwar spieltechnisch auf einem ähnlich hohen Niveau wie zuletzt Nürnberg, aber am gegnerischen Strafraum war es mit der Herrlichkeit vorbei. Umso ernüchternder der Ausgleichstreffer. Weidemann, der als Ex-Erfurter von den Jenaer Fans entsprechend "begrüßt" worden war, spielte im Mittelfeld Doppelpaß mit Flock, läuft in den Strafraum und spitzelt das Leder an Nierlich und Holetschek vorbei zu Wagner, der aus sechs Metern dem herausstürzenden Neumann kaum eine Abwehrchance läßt. Zweieinhalb Chancen, ein Treffer - effektiver kann man ein Spiel kaum gestalten. Doch die FCC-Akteure erhöhten das ohnehin schon beachtliche Tempo noch einmal, fighteten was das Zeug hält und wurden dafür belohnt. Erneut war Hauser der Ausgangspunkt, als er mit tollem Übersetztrick Landgraf aussteigen ließ. Matysek konnte zwar abwehren, doch Hauser erkämpfte sich erneut den Ball, dribbelte ein paar Schritte in die Mitte, legte auf Jüptner zurück und dessen Sonntagsschuß am Freitagabend landete im Netz. Der Jubel war verständlicherweise groß und es gab kaum einen unter den Zuschauern, der den Fan-Gesängen "Steht auf, wenn ihr Zeiss-Fans seid" nicht nachkam ! Ausgerechnet Weidemann fing sich in der Schlußminute noch eine rote Karte nach Ellenbogencheck gegen Kocis ein.
Gästecoach Linßen, der vom DFB für zwei Spiele von der Trainerbank verbannt worden war und dadurch Jenas neue Tribüne einweihen durfte, zielte auf der anschliessenden Pressekonferenz erneut gegen den Fußballbund: "Seitdem Herr Mayer-Vorfelder gesagt hat, daß es besser wäre, wenn Gütersloh nicht in die erste Liga aufsteigen würde, haben wir Pech mit dem Schiedsrichter." - Nunja, bei aller Sympathie für die Ostwestfalen im Aufstiegskampf gegen renommierte Vereine - Einfluß auf den Spielausgang nahm der Referee in dieser Partie nun wahrlich nicht. Jenas Selbstvertrauen hingegen müßte vor dem schweren Gang zum Spitzenreiter nach Frankfurt intakt sein. <fc>
Bilder einer abwechslungsreichen Partie

SC Freiburg - FC Carl Zeiss JENA 1:1

Tore: 1:0 Weißhaupt (17.), 1:1 Gerlach (86.)
Freiburg:
Hummel; Korell; Hoffmann, Müller; Kohl, Weißhaupt, Beya, Pavlin (83. Buric), Frontzeck; Iaschwili, B. Slimane (51. Wassmer)
Jena:
Neumann; Holetschek; Röser, Nierlich; Gerlach, Jüptner, Schneider, Chalaskiewicz, Hauser; Weber (33. Rousajew, 74. Bärwolf), Zimmermann

Zuschauer: 17400

Schiedsrichter: Margenberg (Wermelskirchen)

Spielbericht:
[Danke an Matthias Koch aus Berlin-Köpenick für den folgenden Bericht]
Jens Gerlach hält Hoffnungsfunken weiter am glimmen! Die Jenaer konnten wenigstens einen moralischen Erfolg verbuchen. Angesichts des Wattenscheider Sieges wurde der vorläufige Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz in aufholbaren Regionen gehalten.
In der ersten Hälfte erreichte der FCC gegenüber den Freiburgern ein spielerisches Gleichgewicht, allerdings gefiel der Gast mit seinen Aktionen nur bis zum gegnerischen Strafraum, danach fehlte einfach der letzte zwingende Paß. Und dann kam es wie so oft in dieser Serie: Der Gegner ging gleich mit seiner ersten nennenswerten Aktion in Front. Zu allem Überfluß erzielte auch noch der Ex-Erfurter Weißhaupt den Führungstreffer der Freibuger. In dieser Situation sahen Gerlach und Holetschek etwas unglücklich aus. Kurz vor dem Wechsel vergab Schneider die bis dahin beste Möglichkeit der Gäste, als er mit einem plumpen Faller einen Elfmeter herauszuschinden versuchte. Meiner Meinung nach hätte Schnix den Ball noch vor der Grundlinie erreichen und damit den Annahmefehler des Freiburger Keerpers Hummel ausnutzen können. Wenige Sekunden danach vergab Weißhaupt den moralischen Tiefschlag. So ging der FCC "nur" mit einem 0:1 in die Kabinen.
Nach dem Wechsel spielte bis zur 84. Minute nur noch der SC Freiburg auf. Doch diesmal hatte unser FC Carl Zeiss das Glück gepachtet: Entweder vergaben die Freiburger (2x Weißhaupt, Fronzeck) kläglich oder der überragende Libero Holetschek funkte mit erlaubten und unerlaubten (Schiedsrichter verweigerte dem SCF einen klaren Elfer) Mitteln dazwischen. Bis fünf Minuten vor dem Spielende konnten die Jenaer das Tor der Gastgeber kaum in Gefahr bringen, der Kopfball von Zimmermann sowie der Freistoß Holetscheks gingen leider weit über das Freiburger Gehäuse. Aber plötzlich war Jena da. In der 85. Minute "rettete" Zimmermann nach einem Lupfer Nierlichs über den Freiburger Torhüter den Breisgaubrasilianern noch die Führung. Im Anschluß daran köpfte der für Rousajew eingewechselte Bärwolf nach schöner Gerlach-Flanke nur an den Außenpfosten. Die rund 100 Jenaer Schlachtenbummler konnten es nicht fassen. Doch der Fußballgott zeigte sich diesmal auch den Jenaern holt. Drei Minuten vor dem Spielende stürmte Gerlach erneut in den gegnerischen Strafraum und verwertete einen Abpraller zum schmeichelhaften Ausgleich für die Gäste. Egal. Im Gästeblock spielten sich nun tumultartige Jubelszenen ab. Kaum jemand A hatte noch den Ausgleich erwartet.
Nach Spielende bedankten sich alle Spieler des FC Carl Zeiss bei den mitgereisten Fans. "Leider" wurde der letztlich positive Gesamteindruck gestört, weil Jens Gerlach im Überschwang seiner Gefühle das eigene Trikot in die Jenaer Fangemeinde warf. Damit könnte die Lizenz für die nächste Serie (schon wieder ist ein Trikotsatz unvollständig) gefährdet sein... Neben dem Punktgewinn ist auch das Programmheft der Freiburger erwähnenswert. Allein sechs Seiten sind den Jenaern Gästen gewidmet. Absoluter Höhepunkt ist der Gastkommentar Christoph Dieckmanns. Mehr wird nicht verraten. Wer nicht in Freiburg war, sollte sich wenigstens das Programmheft besorgen.
Beste Jenaer: Holetschek, Röser
Durchschnitt: Gerlach, Jüptner, Neumann
Ausfall: Nierlich, Weber/Rousajew, Chalaskiewich

Die Highlights des Spieles gibt es erstmals auch im Bild zu bestaunen ! Hier der Link zu den Fotos von Jens Weissenburger.

FC Carl Zeiss JENA - 1. FC Nürnberg 0:3

Tore: 0:1 Richter (15.), 0:2 Kurth (33.), 0:3 Richter (88., FE)
Jena:
Kischko; Gerstner (75. RK); Nierlich, Wentzel; Jüptner, Gerlach, Holetschek, Schneider, Hauser; Chalaskiewicz (70. Zimmermann), Weber
Nürnberg:
Müller; Baumann; Rahner, Richter; Wiesinger, Bürger, Störzenhofecker, Rost (46. Simunec), Ziemer (82. Oechler); Ciric, Kurth

Zuschauer: 7000

Schiedsrichter: Friedrichs (Lennestadt)

Spielbericht:
Drei Spiele - drei Siege bei nur einem Gegentreffer. Der FC Carl Zeiss JENA war auf dem besten Wege, zu einer Art Angstgegner des 1. FC Nürnberg zu werden. Diese Entwicklung dürfte nach den 90 Minuten vom Freitag erstmal beendet sein.
Dabei begann es verheißungsvoll für die Gastgeber. Heiko Weber, nach abgesessener Gelbsperre wieder im Aufgebot, tanzte nach vier Minuten seinen Gegenspieler aus, schoß aber von halbrechts am langen Pfosten vorbei. Auch Nürnberg begann offensiv. Nach Wiesingers Schuß, den Wentzel abblockte, schlugen die Franken nach einer Viertelstunde erstmals richtig zu. Bürger hatte von links geflankt, Richter kam an der Strafraumgrenze frei zum Schuß, gegen den Kischko nicht die Spur einer Abwehrchance besaß. Da ein 0:1 auf eigenem Platz nun wahrlich nichts mehr Neues ist in dieser Saison, liessen sich die Jenaer aber davon zunächst nicht sonderlich beeindrucken und berannten weiterhin das Nürnberger Tor. Schneider bereitete dann zwei Chancen vor, von denen zumindest eine hätte verwandelt werden MÜSSEN. Zunächst verfehlte Nierlich aus 16 Metern knapp, später schoß Chalaskiewicz aus der Drehung, doch Gästeschlußmann Müller glänzte mit Fußabwehr. Dessen Vorderleute beschränkten sich derweil nicht nur auf die Defensive, sondern starteten ihrerseits immer wieder schnelle Gegenangriffe über die Außenpositionen. Einer von ihnen brachte einen Eckball in der 33. Minute, hereingegeben vom Ex-Jenenser Bürger. Der mit 1,80 Meter nicht gerade großgewachsene Kurth stieg zum Kopfball hoch und ließ den hinter ihm auf den Ball wartenden Maik Kischko ziemlich alt aussehen. Dieses Tor war der Knackpunkt des Spieles ! Das in den beiden Begegnungen zuvor mühsam aufgebaute Selbstvertrauen der Jenaer Kicker schien mit einem Mal wie weggeblasen, die Aggressivität der ersten Minuten ging verloren.
Aus diesem Grunde fiel das Niveau der 2. Hälfte doch merklich ab. Allein Schneider (Versuch eines Hebers aus sechzehn Metern) und der formverbesserte Holetschek (30-Meter-Schuß, den Müller zur Ecke lenkt) setzten Lichtpunkte. Erschreckend dabei, mit welch geringem Aufwand die Franken das Spiel nach Hause schaukelten. Ihr Trainer Magath schimpfte hinterher über die Lässigkeit seiner Schützlinge - wenn wir ehrlich sind, war gegen diese Jenaer Elf der zweiten Halbzeit auch nicht mehr nötig. Nicht zufällig forderten die Fans die Einwechslung von Mark Zimmermann. Und als der dann endlich für den wiederum enttäuschenden Chalskiewicz im Spiel war, vergab er die allergrößte Jenaer Chance: Gerlach hatte sich auf der rechten Seite durchgesetzt, Flanke in den Strafraum, Zimmermann schießt aus acht Metern - in die Wolken ! Auch der schöne Kopfball von Holetschek fand nicht sein Ziel, Müller hielt erneut. Zu jener Zeit war der FCC schon in Unterzahl - der für Lindner eingesprungene Gerstner hatte im Mittelfeld Wiesinger gefoult (75.). Vier von fünf Schiedsrichter geben für solch ein Foul nur die Gelbe Karte; Pech für Gerstner, daß Herr Friedrichs zu den übrigen zwanzig Prozent gehörte. Andererseits fällt es langsam auf, daß ausgerechnet die älteren Spieler wie Lindner (32, gegen Köln) oder eben Gerstner (31) sich zu solch dummen Aktionen hinreißen lassen und Feldverweise kassieren. Fast hätte sich auch noch Olaf Holetschek eingereiht, denn sein Foul drei Minuten vor Schluß hätte man bei strenger Bewertung auch als Notbremse werten können. Der Schiri beließ es bei Gelb und Strafstoß, den Richter mit viel Dusel (Kischko war noch dran) verwandelte.
Am Ende ein klarer Sieg der Nürnberger. Neben den Unkonzentriertheiten in der Abwehr war wieder einmal ausschlaggebend, daß von den klaren Chancen nicht eine einzige genutzt wurde. Was in Cottbus noch zum Remis reichte, ließ uns diesmal leer ausgehen: Es fehlt eben an einem Vollstrecker.
Ein Königreich für den Spieler, der wenigstens die 100%igen reinhaut !!! <fc>

FC Energie Cottbus gegen FC Carl Zeiss JENA 0:0

Cottbus:
Wehner; Hoßmang; Herrig, Amadou; Klews, Irrgang, Konetzke (62. Kronhardt), Zöphel, Wawrzyczek (53. RK); Jovic (58. Labak), Lehmann
Jena:
Kischko; Lindner; Nierlich, Wentzel; Gerlach, Jüptner, Hauser, Schneider, Holetschek; Zimmermann, Chalaskiewicz (71. Rousajew)

Zuschauer: 8213

Schiedsrichter: Aust (Köln)

Spielbericht:
Allzuoft kommt es nicht vor, daß man als Fan eines Thüringer Zweitligisten gen Osten zum Auswärtsspiel reist. Dank des Cottbuser Aufsteigers war es wieder einmal soweit und die bisherigen Ergebnisse der Lausitzer liessen erahnen, daß es ein heißer Tanz werden würde.
Doch zur allgemeinen Überraschung übernahm zunächst der FCC die Initiatve. War der Schuß von Chalaskiewicz nach fünf Minuten noch ein sehr leises Warnsignal, mußte der Cottbuser Torwart Wehner bei Bernd Schneiders Freistoß schon mächtig auf der Hut sein (12.). Die Feldüberlegenheit der Jenaer in der ersten halben Stunde zeigte sich auch im Eckenverhältnis - 7:2 hieß es da zur Pause. Erst nachdem Holetschek in der 31. Minute noch eine Chance vergeben hatte, kam die Energie-Mannschaft besser ins Spiel. Zunächst wurde Jovic nach einem bösen Schnitzer Lindners im letzten Moment von Wentzel gestoppt, dann brachte Irrgang das Jenaer Tor gleich mehrfach in Gefahr. Zum Glück erwies sich Maik Kischko hier als Meister seines Faches, hatte kurz vor der Pause nach einem Mißverständnis auch noch das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite.
Die zweite Hälfte begann mit zwei Paukenschlägen: Zum einen Hausers Schuß an den linken Außenpfosten, zum anderen in Minute 53 der Feldverweis für Wawrzyczek: Eigentlich schon in Ballbesitz, verlor dieser das Leder im Laufduell an Jens Gerlach, zog ihn an der Schulter und sah für diese Notbremse folgerichtig die Rote Karte. Die zahlenmäßig unterlegenen Gastgeber zogen sich nun in die eigene Hälfte zurück, wurden nur noch bei Standartsituationen gefährlich. Der FCC blieb zumeist tonangebend, was merkwürdigerweise auch für die Zuschauerränge galt ("Und schon wieder keine Stimmung, Energiiie") ! - Die meiste Gefahr auf dem Platz ging derweil von Jenas Mittelfeldspielern aus. Dabei gefiel besonders, wie Jens Gerlach von rechts im Verbund mit Nierlich Druck machte und sich damit Bestnoten im Jenaer Team verdiente. Doch so ansehenswert das Spiel phasenweise auch war, ein Manko fiel auch diesmal ins Gewicht: Es fehlt im Sturm an einem Vollstrecker, der einem angeschlagenen Gegner den k.o. versetzen kann. Chalaskiewicz wurde zwar oft angespielt, agierte aber unglücklich und wurde zurecht ausgetauscht. Geburtstagskind Zimmermann (Glückwunsch zum 24.!) konnte sich bei allem Bemühen zu selten gegen seinen Bewacher durchsetzen. Dennoch hätte er sich und uns in der 82. Minute beinahe noch das schönste Geschenk bereitet, als er nach einem Paß von rechts in aussichtsreicher Position stand, jedoch über den Ball trat. Auch Nierlich (83.), Holetschek (84.) trafen nicht ins Netz; und als Wehner zwei Minuten vor Ultimo Hausers Schuß mit letztem Einsatz zur Ecke lenkte, war klar, daß es an diesem Tage keinen Sieger geben würde.
Hätte mir vor dem Spiel einer vorhergesagt, daß der FCC bei den heimstarken Cottbusern einen Punkt holt - ich wär's zufrieden gewesen. Nach dem Spielverlauf war ich es irgendwie nicht mehr. Und dennoch: Wenn der FCC die Leistung, die er nun zwei Spiele hintereinander gebracht hat, konservieren kann, dann wird der Thüringer Fußball auch im nächsten Jahr im Profilager vertreten sein und die Fahrt Richtung Osten weiterhin Seltenheitswert besitzen.<fc>
siehe auch den Spielbericht auf der Cottbuser Homepage !

FC Carl Zeiss JENA gegen Stuttgarter Kickers 2:1

Tore: 1:0 Jüptner (65.), 1:1 Holetschek (78./Eigentor), 2:1 Lindner (80.)
Jena:
Kischko; Lindner; Nierlich, Wentzel; Gerlach, Jüptner, Schneider, Holetschek, Hauser; Weber (88. Kocis), Chalaskiewicz (87. Zimmermann)
Stuttgart:
Walter; Malchow; Wüllbier, Pfuderer; Bounoua (46. Maric), Hofacker (74. Carl), Kevric, Sebescen, Minkwitz; Beierle, Sailer (46. Chatzis)

Zuschauer: 4839

Schiedsrichter: Jansen (Essen)

Spielbericht:
"Mit Sicherheit wird sich gegen Stuttgart eine ganz andere Mannschaft als in Wattenscheid präsentieren; von der kämpferischen und auch von der spielerischen Seite. Ich bin fest davon überzeugt, daß am Sonntag gewonnen wird." - Daß Rainer Hollmann weiß, wovon er spricht, davon konnten sich die teilnehmenden Fans drei Tage vor dem Spiel beim bislang interessantesten Jenaer "Fußball-Stammtisch" überzeugen. Um aber bei seiner Vorhersage die Rechnung nicht ganz ohne den Wirt zu machen, hatte der Trainer umgestellt: Hauser spielte statt Gerstner auf links, Holetschek wieder im Mittelfeld, dafür kam Wentzel als Manndecker. Und da sich Chalaskiewicz und Schneider in Wattenscheid desöfteren in die Quere gekommen waren, rückte der Pole diesmal in den Sturm.
Es regnete ununterbrochen an diesem Sonntagnachmittag und die ersten Spielminuten paßten sich dem Wetter an. Beim FCC bemühte man sich noch vergebens um spielerische Linie und den Kickers war von vornherein anzumerken, daß sie mit einem torlosen Unentschieden zufrieden gewesen wären. Lediglich einmal kamen sie vor der Halbzeit gefährlich vors Jenaer Tor, als Kischko Beierles Schuß parieren mußte (31.). Dafür nahm der FCC das Gäste-Gehäuse erstmals kurz vor der Pause unter Dauerbeschuß - Schneider aus fünfzehn Metern, Lindner aus elf (44.) und Holetschek mit einem 25-Meter-Freistoß (45.) liessen Stuttgarts Torhüter Walter richtig warm werden.
Auch nach Wiederanpfiff bestimmte der FCC deutlich das Geschehen. Die in Anbetracht der sportlichen und meteorologischen Verhältnisse doch recht zahlreichen Zuschauer hatten mehrheitlich schon den Torschrei auf den Lippen, als "Benno" Weber in der 62. Minute im Fallen aufs Tor schoß, der stark reagierende Walter aber irgendwie noch eine Hand an den Ball bekam. Den herumtrudelnden Ball schlug Minkwitz von der Linie. Drei Minuten später aber war es dann soweit: Eckball Schneider auf den genau an der Strafraumgrenze postierten Jüptner, dessen Schuß wird von einem Stuttgarter abgefälscht - 1:0 ! Es war das erste Mal seit dem 21. Mai 1997, daß dem FC Carl Zeiss im eigenen Stadion das erste Tor gelang !!! Die Schwaben, bei denen Paul Linz als neuer Trainer schon in den Startlöchern stehen soll, mußten nun zwangsläufig mehr für die Offensive tun. Ihr Ausgleichstor war dann eines aus der berühmt-berüchtigten Kuriositätenkiste, dessen Entstehung man als Zuschauer erst später in Fernseh-SloMo so richtig begreifen konnte: 78. Minute, Pfuderer schießt aufs Tor, Kischko ist mit der Hand dran, der Ball hoppelt in Richtung Torlinie, wird dort (oder war's schon dahinter?) von Hauser aufgehalten, Beierle trifft aus einem Meter Entfernung den auf der Linie liegenden Hauser, daraufhin probiert es Carl aus spitzem Winkel, der herbeispringende Holetschek will klären, bekommt den Ball zunächst an den Spann des rechten Fußes, Innenpfosten, dann an den Hacken des linken Fußes und von dort springt das Leder ins Netz. Unglaublich - sollte so eine "Gurke" zwei Punkte kosten ? Jetzt war Jena wieder am Zug und es dauerte keine 120 Sekunden, bis der alte Abstand wiederhergestellt war. Einen Freistoßball von Bernd Schneider will Walter fangen, läßt ihn aber nur abprallen, was der aufgerückte Matthias Lindner mit einem straffen Schuß aus acht Metern ausnutzt. Daß es die letzten zehn Minuten keine nervtötende Zitterpartie wurde, lag daran, daß die Stuttgarter nun nichts mehr zuzusetzen hatten und keine einzige Chance mehr herauszuspielen vermochten. Der FCC brachte somit den ersten Heimsieg seit über vier Monaten (!) unter Dach und Fach.
Was neben den drei Punkten gegen den Abstieg genauso wichtig war: Die Mannschaft zeigte endlich mal wieder jenen Biß, den man in so vielen Spielen dieser Saison schmerzlich vermißt hatte und zudem auch spielerisch gute Ansätze. Nach Heiko Weber und Bernd Schneider, den meines Erachtens wirkungsvollsten Akteuren, verdiente sich Christian Hauser auf der bisherigen "Problemseite" gute Noten und dürfte beim nächsten Spiel gesetzt sein. Mal sehen, wie dann Hollmanns Prognose klingt... <fc>

Die Spieler des FC Carl Zeiss bedankten sich drei Tage später bei den Zuschauern mit einer Zeitungs-Announce für die tolle Unterstützung.

SG Wattenscheid 09 gegen FC Carl Zeiss JENA 2:0

Tore: 1:0 Teichmann (31.), 2:0 Sane (42.)
Wattenscheid
Martin; Kempkens; Skok, Bläker; Teichmann, Schmugge (73. Schön), Süs (80. Gumprecht), Dikhtiar, Fengler; Sane (85. Majek), Feinbier
Jena:
Kischko; Lindner; Nierlich, Holetschek; Gerlach, Jüptner, Schneider, Chalaskiewicz, Gerstner (73. Hauser); Weber (73. Zimmermann), Kocis

Zuschauer: 4500

Schiedsrichter: Neis (Theley)

Spielbericht:
Und wieder hat der FC Carl Zeiss JENA ein sogenanntes Sechs-Punkte-Spiel verloren.
Man begann eigentlich recht konzentriert und versuchte aus einer sicheren Abwehr heraus den Ball nach vorn laufen zu lassen. So passierte die erste halbe Stunde eigentlich nichts Wesentliches. Danach aber ging es richtig los. Wattenscheider Angriff über links, Süß flankt auf Dikhtiar, dessen Schuß landet am Pfosten. Den zurückspringenden Ball drückt Teichmann zum Entsetzen der 300 Jenaer Fans in die Maschen. Eine Minute später die zweite Riesen-Chance, Sane marschiert allein auf Kischko zu, doch der kann den Ball um den Pfosten lenken. Die erste Möglichkeit für die Thüringer nach 40 Minuten, eine schöne Kombination mit Schneider schließt Chalaskiewicz ab - sein harmloser Kopfball aber bringt für Wattenscheids Torhüter keine Gefahr. Den sofortigen Gegenzug startet Schmugge über rechts außen, Flanke in die Mitte, Sane steigt als einziges zum Kopfball hoch und köpft zum 2:0 ein. Damit war eigentlich schon alles gelaufen.
In der 2. Halbzeit verstärkte Jena zwar die kämpferischen Bemühungen, hatte seinerseits aber Glück, nach sechzig Minuten nicht schon 0:4 hinten zu liegen. Wattenscheid hatte einfach die besseren Möglichkeiten. So in der 47. Minute, als Kischko einen Flankenball auch im zweiten Zufassen nicht unter Kontrolle bekommt, Sane daraus aber keinen Nutzen ziehen konnte und das leere Tor verfehlte. Der FCC hatte in der gesamten Begegnung nur eine erwähnenswerte Großchance; einen Freistoß von Bernd Schneider in der 54. Minute, schön über die Mauer gezirkelt, holte Martin aus dem kurzen Eck. Dafür brannte es im Gegenzug vor Kischkos Gehäuse lichterloh, als ein Jenaer für seinen schon geschlagenen Schlußmann auf der Linie retten mußte. Ansonsten parierte Kischko einige Male hervorragend. Seine Vorderleute versuchten es in der letzten halben Stunde mit der Brechstange, erwiesen sich im gegnerischen Strafraum aber als zu harmlos. Typisch dafür die Situation in der 62. Minute: Nach einer schönen Kombination paßt Jens Gerlach auf Matthias Lindner, doch der trifft den Ball nicht richtig, sodaß Wattenscheids Keeper hier ebenso klären kann wie bei Kopfbällen von Holetschek (69.) und Weber (70.). Es blieb dabei, die 09er mit den klareren Chancen, welche von Sane (Lattenschuß, 74.) & Co. glücklicherweise versiebt wurden. Den Zeiss-Akteuren merkte man in der Schlußphase an, daß für sie das Spiel verloren war. Lediglich Zimmermann (81., abgeblockt), und Gerlach (87., Gewaltschuß von der Strafraumgrenze übers Tor) kamen noch zu erfolgversprechenden Aktionen.
Auch wenn ich in dieser Saison von der kämpferischen Einstellung her schon schlechteres gesehen habe - wenn sich nicht bald der Erfolg einstellt, werden wir in der nächsten Saison wahrscheinlich wieder nach Erfurt fahren müssen. <uk>

FC Carl Zeiss JENA - SC Fortuna Köln 1:3

Tore: 0:1 Schneider (10.), 0:2 Akonnor (22.), 1:2 Gerstner (34.,HE), 1:3 Krieg (73.)
Jena:
Kischko (46. Neumann); Lindner (45. RK); Nierlich, Wentzel; Gerlach, Gerstner, Schneider, Jüptner, Hauser (70. Rousajew); Weber, Zimmermann
Köln:
Wessels; Westerbeek; Hahn, Mink; Renn, Türk, Schneider, Akonnor (88. Niggemann), Zernicke; Krieg, Brdaric

Zuschauer: 3114

Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)

Spielbericht:
Im zweimal verlegten Spiel gegen die Kölner Fortuna hätte der FCC dieser Halbserie ein versöhnliches Ende geben können. Ein Sieg hätte Nichtabstiegsplatz 13 bedeutet. Doch mit derartigen Vorstellungen wie am Samstag überwintert man folgerichtig im Tabellenkeller.
Ausgangspunkt der erneuten Heimpleite war wieder einmal, daß der Gast das erste Tor im Ernst-Abbe-Sportfeld schoß. Man muß sich das mal überlegen: Letztmalig ging der FCC daheim am 21. Mai 1997 mit 1:0 in Führung - gegen Mainz 05 Ende der vorigen Saison ! Seitdem geriet man in Meisterschaft und Pokal grundsätzlich erst einmal in Rückstand. Hinzu kommt, daß auch diesmal ein Jenaer den Treffer auf seine Kappe nehmen muß. Maik Kischko ließ Schneiders genau auf den Torwart gezogenen 20-Meter-Schuß zum Entsetzen seiner Mitspieler passieren. Ausgerechnet jener Kischko, der in der Hinrunde zumeist Fels in der Brandung gegnerischer Angriffe war. Eine Handvoll Zuschauer meinte nach diesem Fehler, jede weitere Aktion von ihm mit höhnischem Applaus kommentieren zu müssen. Erfreulicherweise wußte die Mehrheit jedoch, was sie dem Schlußmann über die Saison gesehen schuldig ist und unterließ derartige Unqualifiziertheiten. Der Gäste-Taktik kam die frühe Führung natürlich entgegen und so ließ das 0:2 nicht lange auf sich warten: Akonnor war halblinks ziemlich unbedrängt gestartet und verwandelte mit einem 17-Meter-Schuß an den Innenpfosten. Immerhin - wie schon gegen Duisburg vier Tage zuvor war das noch nicht die Entscheidung, da Gerstner einen von Hahn verschuldeten Handelfmeter verwandelte und die Jenaer nun ihre druckvollste Phase hatten. Doch statt dem Ausgleich fiel der Kölner Kapitän. Matthias Lindner soll Hansjörg Schneider vor Hereingabe eines Eckballes vorsätzlich am Kopf getroffen haben, worauf dieser auf der eigenen Torlinie zu Boden ging. Von den Zuschauern hatte dies kaum einer mitbekommen und auch die TV-Kameras hatten die Szene leider nicht erfaßt. Der FC Carl Zeiss spielte ab Minute 46 in Unterzahl.
Und mit einem neuen Torhüter. Maik Kischko war die erste Halbzeit, wie zu hören war, auf den Magen geschlagen. So kam Mario Neumann zu seinem Saisondebüt und führte sich gleich prächtig ein, als er gegen den rücksichtslos durchziehenden Brdaric parierte (47.). Weitere Glanztaten folgten bei Kriegs gefährlichem Kopfball (58.), Akonnors Aktion (71.) und natürlich Akonnors Elfmeter (Hauser hatte Krieg gefoult), den er aus dem linken unteren Eck fischte. Wer aber gehofft hatte, dadurch würde ein Ruck durch die Jenaer Mannschaft gehen, der sah sich getäuscht. Die Abwehr glich nach dem Ausfall Lindners phasenweise einem Hühnerhaufen. im Mittelfeld fehlte die ordnende Hand (wo war eigentlich Bernd Schneider?). Was nutzten die vielen Eckbälle - nicht ein einziger brachte echte Gefahr. Aus dem Spiel heraus probierte man es meist mit hohen Flanken in den Strafraum - was unsere "Stürmerriesen" wieder mal ganz blaß aussehen ließ. Hoffentlich läßt man sich da in der Rückrunde endlich mal was Neues einfallen ! Die Kölner hatten das Spiel jedenfalls sicher im Griff und entschieden es in der 73. Minute endgültig zu ihren Gunsten, als Krieg nach Neumann-Parade am schnellsten reagierte. Derart konsterniert, machten die Fans im Block E als erstes ihrem Unmut Luft: "Außer Gerstner könnt ihr alle gehn", skandierten sie. Ok, ich hätte an diesem Tag noch Gerlach und Neumann mit ins Boot genommen, aber es war schon erschreckend, auf welche Art und Weise sich die meisten Akteure in die Niederlage ergaben.
Personell wird sich in der Winterpause einiges tun (müssen). Bis zum 12. Januar können noch Verstärkungen geholt werden, gleichzeitig wird man sich von einigen Spielern trennen. Doch den Klassenerhalt schafft man nicht allein mit eins, zwei Neuzugängen, dafür muß sich das gesamte Team gehörig ins Zeug legen. Auf Trainer Hollmann und seine Mannen wartet jedenfalls verdammt viel Arbeit. <fc>

Fortuna Düsseldorf - FC Carl Zeiss JENA 2:2

Tore: 0:1 Zimmermann (3.), 1:1 Zedi (62.), 1:2 Lindner (85.), 2:2 Vieira (89.)
Düsseldorf:
Juric; Bach; Katemann, Beeck; Bocian (46. Niestroj), Unger, Rietpietsch, Zedi, Panferow (81. Istenic), Tolkmitt (46. Vieira); Tare
Jena:
Kischko; Lindner; Nierlich, Röser (36. Tomas); Gerlach, Gerstner, Schneider, Jüptner, Hauser; Weber, Zimmermann (88. James)

Zuschauer: 6000

Schiedsrichter: Dr. Dörr (Griesheim)

Spielbericht:
Es zieht sich momentan ein roter Faden durch die Spiele des FCC. Bis wenige Sekunden vor Abpfiff hat Jena den Sieg schon in der Tasche, doch auch diemal war das Spiel aus Jenaer Sicht ein paar Sekunden zu lang.
Dabei begann es diesmal so vielversprechend, als Mark Zimmermann bereits in der 3. Minute eine Flanke von Gerlach mit einem schönen Kopfball in die lange Ecke zur Führung verwertete. Auch in der Folgezeit waren es die Thüringer, die das Spiel klar bestimmten aber nach mehrenen guten Chancen keine weiteren Tore (Weber 19. / Zimmermann 22.Minute) erziehlen konnten. Auf der Gegenseite gab es bis dahin nur eine brenzlige Situation, als Röser den eigenen Libero Lindner anschoß und Kischko den abprallenden Ball gerade noch aus der Ecke fischen konnte.
Nach der Pause kamen die Gastgeber wie umgewandelt aus der Kabine. Ein Angriff nach dem anderen kam auf das Gehäuse von Kischko zu, der in dieser Phase Kopf und Kragen riskieren mußte, um den Ausgleich zu verhindern. Doch nach der achten Ecke der Düsseldorfer hatte er keine Chance, den Kopfball von Zedi (62.) zu verhindern. Doch wer jetzt dachte, der Gastgeber versuchte das Spiel für seine Gunsten zu entscheiden, der sah sich getäuscht. Der FCC übernahm wieder mehr und mehr das Spiel. Zunächst scheiterten noch Jüpner und Weber doch in der 85. Minute schien der Lohn des Kampfgeistes sich auszuzahlen, als Lindner mit einem schönen Schuß aus 18 Metern zur Jenaer Führung traf. Doch leider sollte es auch diemal kein "Happy End" für den FC Carl Zeiss JENA geben. Nur eine Minute vor Abpfiff der regulären Spielzeit erzielte der Brasilianer Vieira, nach einem Abwehrfehler der Jenaer, den vielumjubelten Ausgleich zum 2:2 Endstand. <vg>

FSV Zwickau - FC Carl Zeiss JENA 0:3

Tore: 0:1 Gerstner (19., FE), 0:2 Zimmermann (45.), 0:3 Weber (69.)
Zwickau:
Karavaev; Hermel; Barylla (65. Bent), Günther (46. Förster); Beuchel, Härtel, Lense, Menze, Pinder (62. Schuster); Sigthorsson, Klee
Jena:
Kischko; Lindner; Nierlich, Röser; Gerlach, Gerstner, Schneider (84. Hauser), Jüptner, Holetschek; Zimmermann (66. Rousajew), Weber (82. Bärwolf)

Zuschauer: 5632

Schiedsrichter: Sippel (Würzburg)

Spielbericht:
Endlich ! Der FCC holte nach vier sieglosen Spielen in Folge nicht nur drei Punkte, sondern hatte in dieser Partie auch einmal jenes Glück, das ihm die Spiele zuvor unter anderem gefehlt hatte.
Es war beileibe kein Punktspiel von normaler Beudeutung, dieses Aufeinandertreffen des Letzten und des Vorletzten in Liga zwei. Von vornherein war klar, daß nur der Sieger sich die Chancen erhielt, mit einer halbwegs hoffnungsvollen Bilanz in die Winterpause gehen zu können. Selbst ein Remis wäre dafür zu wenig. - Diese Einstellung schienen die Zwickauer zu Beginn mehr verinnerlicht zu haben. Jena stellte sich in (leider) typischer Auswärtsmanier erst einmal hinten rein und ließ die Westsachsen das Spiel machen. Und zu Torchancen kommen ! In der 13. Minute krachte der Ball gleich zweimal ans Gebälk des Kischko-Gehäuses, als Menze und im Nachschuß Klee die Latte trafen. Wäre Kischko hier ohne Chance gewesen, hielt er uns wenig später mit Paraden Marke "Harakiri" mehrfach in Atem. So, als er einen Freistoß Hermels nach vorn abprallen ließ und den Nachschuß Sigthorssons mit dem Unterarm über das Tor bugsierte ! Oder als er einen weiteren Freistoßball auf der Linie stehend erst im Nachfassen in den Griff bekam. Man konnte sich diesmal wahrlich nicht beschweren, in dieser Phase hatte der FCC einfach nur Glück. Dies wiederspiegelt sich auch in der Tatsache, daß praktisch der erste vernünftige Angriff zum 1:0 führte: Frank Nierlich war von rechts in den Strafraum gespurtet, ein Rempler Pinders ließ den problemlos amtierenden Schiri Sippel auf den Punkt zeigen. Thomas Gerstner verwandelte sicher. Zwickau antwortete mit wütenden Angriffen und wurde noch vor der Halbzeit ein weiteres Mal kalt erwischt. Hatte Mark Zimmermann in der 44. Minute noch den Pfosten des Karavaev-Tores getroffen, zielte er Sekunden später aus achtzehn Metern noch präziser. Sehen konnte ich das allerdings erst später im Fernsehen, denn der Besitzer der Jenaer Riesenfahne ließ diesen Treffer für uns zum Phantomtor werden. Dem Jubel tat das freilich keinen Abbruch, denn mit einem Zweitore-Vorsprung war der FC Carl Zeiss in dieser Saison noch nicht in die Pause gegangen.
Dementsprechend selbstbewußt kamen die Thüringer aus der Kabine. Zwickau rannte zwar weiterhin an, strahlte aber dank der nun souveränen Gäste-Abwehr kaum mehr Torgefahr aus. Da wirkten die Konter über Jüptner, Gerlach oder Zimmermann weitaus gefährlicher. Und als Heiko Weber ein Solo in der 69. Minute erfolgreich abschloß, schwebten Jenas Anhänger endgültig auf Wolke sieben. Der gesamte Fanblock beteiligte sich nun in selten erlebter Einigkeit am beliebten "Uffta", feierte den zweiten Auswärtssieg in pausenlosen Sprechchören und war den Zwickau-Fans nicht nur stimmlich, sondern beinahe auch zahlenmäßig überlegen. Verdenken konnte man es den Einheimischen allerdings nicht, denn nach starkem Beginn baute der FSV in der Schlußphase doch mächtig ab.
Nach dem Schlußpfiff feierten die Fans nicht nur die Jenaer Spieler, sondern auch deren Trainer. Sie konnten noch nicht wissen, daß Frank Engel zu diesem Zeitpunkt schon entlassen war... <fc>

FC Carl Zeiss JENA - FSV Mainz 05 2:2

Tore: 0:1 Klopp (16.), 1:1 Nierlich (23.), 1:2 Quakili (40.,FE), 2:2 Weber (56.)
Jena:
Kischko; Lindner (59. Zimmermann); Nierlich, Wentzel (39. GRK); Gerlach, Gerstner, Schneider, Jüptner, Holetschek (82. Rousajew); Bärwolf, Weber
Mainz:
Wache; Kramny (37. GRK); Tanjga, Herzberger; Klopp, Schmidt, Hock, Quakili, Spyrka, Sohler; Demandt (46. Grevelhörster, 88. Heyer)

Zuschauer: 3788

Schiedsrichter: Lange (Herrenberg)

Spielbericht:
Noch nie gelang es dem FSV Mainz beim FC Carl Zeiss Jena zu gewinnen. Diesen Fakt wollten die Spieler von Jena auch beibehalten und hatten bereits in der ersten Minute durch einen Freistoß aus 18 Metern von Bernd Schneider ihre erste Chance. Holetschek hatte in der 13. Minute ebenfalls kein Glück beim Freistoß, so daß es wieder kam, wie es kommen mußte. Bereits nach der zweiten Ecke von Mainz verwandelte Jürgen Klopp per Abstauber zum 1:0 des FSV Mainz. Doch Jenas Kampfgeist wurde bereits sieben Minuten später belohnt. Ein Zuspiel von Gerlach auf Jüpner, der an diesem Tage sein erstes Heimspiel für den FCC bestritt, verlängerte dieser hervorragend auf Nierlich, der den Ausgleich erzielen konnte. Erst in der Schlußphase des ersten Halbzeit wurde es wieder turbulent auf dem Spielfeld. Zunächst sah der Mainzer Libero Kramny wegen wiederholten Foulspiels an Bernd Schneider die Gelb-Rote-Karte (40.), wobei Schneider den Freistoß in die Mauer der Gäste setzte. Der FSV setzte darauf hin blitzschnell zum Konter an, nachdem Holetschek mit einem kapitalen Fehler den Ballbesitz der Jenaer verloren hatte, und Abderrahim Ouakili wurde durch ein Foulspiel im Strafraum von Wentzel von den Beinen geholt, worauf dieser ebenfalls die Gelb-Rote-Karte für wiederholtens Foulspiel sah. Den fälligen Elfmeter verwandelte Oualili selber zur wiederholten Führung der Gäste.
Nach der Pause versuchte Jena wieder alles, um den schnellen Ausgleich zu erzielen. Gerlach hatte in der 51. Minute noch Pech aber wenig später gelang Heiko Weber der vielumjubelte Ausgleich zum 2:2. Sollte es an diesem Tage doch noch zum Jenaer Sieg reichen ? Bereits drei Minuten später zwang Weber mit seinem Schuß den FSV-Keeper Wache zu einer Glanzparade. Der FCC setzte nun alles auf eine Karte und wechselte Mark Zimmermann für Lindner und wenig später Michail Rousajew für den an diesem Tage ganz schwachen Kapitän Holetschek ein. In der 65. Minute hatte dann Daniel Bärwolf die riesen Chance zur Jenaer Führung, als er völlig freistehend am Torwart Wache scheiterte. So blieb es am Ende beim 2:2, was im Abstiegskampf den Thüringern nichts nutzte. <vg>

FC St. Pauli - FC Carl Zeiss JENA 2:1

Tore: 0:1 Weber (74.), 1:1 Sawitschew (90.), 2:1 Trulsen (90.)
St. Pauli:
Thomforde; Dammann; Trulsen, Werner (76. Sawitschew); Scherz (67. Mason), Pröpper, Hanke, Springer, Schmilewski (62. Scharping); Marin, Karaca
Jena:
Kischko; Lindner; Nierlich, Wentzel; Gerlach (83. Cramer), Gerstner, Schneider, Holetschek, Jüptner; Zimmermann (88. Bärwolf), Weber (90. Ziegner)

Zuschauer: 14763

Schiedsrichter: Schütz (Norken)

Spielbericht:
Gleich neben dem Stadion am Millerntor findet in diesen Tagen das Hamburger Domfest statt. Sicher wird der eine oder andere Jena-Fan noch dort gewesen sein. Die Achterbahnfahrt konnte er sich allerdings sparen, die hatte er schon im Stadion neunzig Minuten lang durchmachen müssen.
Zunächst sah es recht gut aus. Den Hamburger Anfangsschwung der ersten Viertelstunde bekam Jena gut in den Griff und ging im Verlauf der ersten Halbzeit mehr und mehr zu eigenen Angriffen über. Wenn man so will, hatte Mark Zimmermann sogar die größte Chance der ersten Hälfte, als er nach Jüptners Steilpaß völlig frei vor Thomforde stehend den Ball nicht traf. Auch ein Fernschuß von Alex Jüptner verfehlte nur knapp sein Ziel. Der Neuzugang aus Uerdingen feierte bei seinem Debüt im Jenaer Dress einen gelungenen Einstand, gehörte auf Anhieb zu den Besten. Insgesamt war die erste Hälfte aber noch arm an Höhepunkten. Was man von der zweiten nicht behaupten konnte !
Gleich nach Wiederanpfiff setzten sich die Gastgeber, angetrieben von einem enthusiastischen Publikum, in der Jenaer Hälfte fest. Es konnte einem Angst und Bange werden um den FCC, so vehement und zahlreich erspielten sich die Hamburger in dieser Phase Chancen. Doch was sie auch anstellten, irgendein Zeiss-Akteur war immer dazwischen. Und was dann doch aufs Tor kam, wurde (mit einer Ausnahme ohne Folgen) Maik Kischkos Beute. Seine größte Tat vollbrachte der Schlußmann, als er sich dem einschußbereiten Scherz entgegen warf. Zu bemängeln gab es lediglich die zu seltenen Entlastungsangriffe, die zudem von Zimmermann (47.) und Weber (66.) zu zögerlich ausgespielt wurden. Gerade das oft kritisierte Sturmduo aber war nach 73 Minuten am Führungstreffer beteiligt - Schneider und Zimmermann bereiteten vor, Heiko Weber traf in Thomfordes Torwartecke. Der Jubel in der Südkurve war groß, Jenas Fans träumten vom zweiten Auswärtssieg dieser Saison ! Die Pauli-Akteure berannten zwar weiterhin wütend das Tor, holten Ecke um Ecke, Freistoß um Freistoß heraus. Doch als Thomas Gerstner einen Freistoß Marins von der Linie köpfte, glaubte vermutlich nur noch einer von ihnen an eine Wende: Thomforde. Der lief beim Eckball in der 90. Minute in den Jenaer Strafraum, irritierte damit die Abwehr, was der eingewechselte Sawitschew prompt ausnutzte - 1:1. Doch damit leider nicht genug. Schiedsrichter Schütz hatte offenbar Gefallen an der Stimmung gefunden, ließ nie gerechtfertigte dreieinhalb Minuten nachspielen. Und so geschah das Unfaßbare - Trulsen zog aus 25 Metern ab, der Ball wird noch abgefälscht und landet unhaltbar für Kischko im Netz. Trotz einer diesmal aufopfernden kämpferischen Leistung stand der FCC erneut mit leeren Händen da.
Eine dermaßen unglückliche Niederlage hatte ich selten zuvor miterlebt. Völlig deprimiert saß ich Minuten später in der U-Bahn. Hinter mir freuten sich zwei Norddeutsche über den Sieg in letzter Sekunde. "Da hat St. Pauli echt Schwein gehabt", konstatierte der eine und fügte hinzu: "Aber gegen wen soll man auch sonst gewinnen, wenn nicht gegen Jena." - Die Achterbahn war unten angekommen. <fc>
Hier noch ein Kommentar von Uwe Kaiser.

FC Carl Zeiss JENA - SpVgg. Greuther Fürth 0:1

Tore: 0:1 Türr (51.)
Jena:
Kischko; Tomas (71. Rousajew); Nierlich, Pfitzner (24. Röser); Gerlach, Gerstner, Schneider, Holetschek, Hauser; Weber, Bärwolf (71. Zimmermann)
Fürth:
Reichold; Skarabela; Probst, Eberl; Lotter (82. Azzouzi), Sbordone, Weigl, Anders (68. Chernyshov), Radoki; Dürr, Türr (73. Homola)

Zuschauer: 4974

Schiedsrichter: Dardenne (Nettersheim)

Spielbericht:
Man schrieb die 89. Spielminute: "So spielt ein Absteiger", bilanzierten enttäuschte FCC-Fans die Minuten zuvor. Fürth lag 1:0 vorn, doch noch bestand Hoffnung. Eckball Jena, Hauser tritt an - und den Ball dem nächsten Gästeakteur direkt in den Lauf. Auch die letzte Gelegenheit war kläglich vergeben worden. Man konnte besagten Fans echt nicht widersprechen.
Dabei hatte man so auf dieses "6-Punkte-Spiel" gesetzt. Tage zuvor hatte es eine Krisensitzung mit der gesamten Mannschaft gegeben. Personelle Konsequenzen waren ausgeblieben, jeder sollte eine weitere Chance erhalten. Und es begann sogar recht vielversprechend. Bärwolf, erstmals mit Weber die Doppelspitze bildend, trickste seinen Bewacher Eberl aus und schoß nur knapp am Tor vorbei (8.). Niemand konnte ahnen, daß es die größte Jenaer Chance des Spiels bleiben sollte ! Auf der Gegenseite mußte Kischko bei einem Kopfball auf der Hut sein (30.). Nach fünfzig Minuten dann der Schock: Tomas und Röser attackierten Türr nur halbherzig und der verwandelte aus sieben Metern halbhoch. Die Jenaer bäumten sich nun kurzzeitig auf, doch eine Wende a la Meppen gelingt nicht immer. Dazu blieben die Angriffe diesmal zu einfallslos (hohe Flanken in den Strafraum), wurden zu viele einfache Ballverluste produziert. Irgendwie vermißte man auch den rechten Biß, nach der schlimmen Unterhaching-Vorstellung einmal 110 Prozent geben zu wollen. Reinhold im Gehäuse der Franken wurde so nur noch durch ein halbes Dutzend Fernschüsse geprüft, gab sich dabei aber keine Blöße.
Der Ruf nach Verstärkungen wird immer lauter. Aber wo anfangen ? Bisher war immer von einem neuen Stürmer die Rede. Tatsächlich konnte auch diesmal kein Angreifer überzeugen. Doch auch im Mittelfeld hapert es neuerdings. Bernd Schneider rutscht nach passablem Saisonstart offenbar ins Formtief. Olaf Holetschek scheint dem Druck eines Spielmachers nicht gewachsen. Gerstner, Hauser, Gerlach haben derlei Ansprüche erst gar nicht. Keiner da, der wie weiland Thomas Vogel die Mannschaftskameraden mitreißt. Auch nicht in der Abwehr. Libero Lindner zum x-ten Male verletzt, Vertreter Tomas war gegen Fürth die personifizierte Hektik. Einzig unser Torwart überzeugt Woche für Woche, gehört zu den Besten in Liga zwei.
Nach dem Spiel dann die obligatorische Pressekonferenz. Trainer Engel wirkte sichtlich mitgenommen vom schwachen Spiel seiner Elf und beklagte die diesmal fehlenden personellen Alternativen. Als ob die Verletztenliste so groß wäre ! Nein, das konnte es nicht gewesen sein. Ich suchte Lothar Kurbjuweit und fand ihn - gefaßter, doch ebenso ratlos. Man würde sich von zwei bis drei Spielern trennen müssen, um sich echte Verstärkungen leisten zu können, erzählte der Präsident. Und fügte hinzu: "Aber finden Sie mal die, die uns aus dem Dreck rausholen." - Jenas nächste Krisensitzung wird wohl nicht lange auf sich warten lassen... <fc>
Fürths dritter Sieg in Folge - der Spielbericht auf der Greuther Fanpage

SpVgg. Unterhaching - FC Carl Zeiss JENA 3:0

Tore: 1:0 Lust (25.), 2:0 Garcia (48.), 3:0 Radlspeck (88.)
Unterhaching:
Mai; Strehmel; Bucher, Täuber; Hartig, Tammen (65. Zimmermann), Hertl, Zeiler, Lust; Rraklli (80. Hager), Garcia (72. Radlspeck)
Jena:
Kischko; Tomas; Nierlich, Pfitzner (60. Weber); Gerstner, Cramer (50. GRK), Schneider, Holetschek, Gerlach (75. König); Bärwolf (80. Rousajew), Zimmermann

Zuschauer: 1200

Schiedsrichter: Fandel (Kyllburg)

Spielbericht:
"Wir sind eben Masochisten !" - Antwort eines FCC-Fans nach dem Spiel auf die Frage, warum man sich so ein Spiel samt stundenlanger Anfahrt (die Gubener Fans brauchten "dank" diverser Staus 12 Stunden !) an einem saukalten Oktoberfreitagabend am Rande der bayerischen Landeshauptstadt antut. Es sagt schon fast alles, daß Manager Ernst Schmidt nach dem Spiel zum Gästeblock kam und sich bei den Fans entschuldigte: "Ich schäme mich für dieses Spiel unserer Mannschaft."
Nach 5 Minuten Anfangsschwung der Unterhachinger "Reserve" (es fehlten 8 Stammspieler) gab es ein ausgeglichenes Hin und Her zwischen den beiden Strafräumen. Leider brachen die Gastgeber in der 24. Minute den Nichtangriffspakt: Rraklli geht halblinks ab und paßt am Strafraum quer auf den übers ganze Feld heransprintenden Lust, der keine Mühe hat, den ihn begleitenden "Gerle" zu ignorieren und die Führung zu erzielen. Danach passierte bis kurz vor der Pause nichts mehr. Der FCC spielte, als ob man führte - hintenrum, behäbig, ohne Biß. Dann pfiff der Schiedsrichter, der vorher schon durch einige klare Pro-Gastgeber-Pfiffe auffiel, einen Elfer, der allseits nur Kopfschütteln auslöste. Doch Kischko - bester Jenaer - korrigierte die Entscheidung des Schiris, indem er den Schuß abwehrte. Leider patzte Kischko zu Beginn der 2. Hälfte, als er einen gehaltenen Ball einem Rot-Blauen vor die Füße warf, der sofort nach links außen spielte. Der Unterhachinger konnte unbedrängt flanken und in der Mitte gucken die Jenaer zu, wie Garcia problemlos das 2:0 machte. Weiter wie gehabt: Jena konnte nicht mehr und Unterhaching brauchte nicht mehr tun. Erwähnenswert lediglich 2 Situationen: In der 63. Minute gab es mal was vorm Unterhachinger Tor, erst landet Schneiders Schlenzer am Pfosten, dann trifft Tomas im Nachsetzen unbedrängt anstelle des 7,32 m leeren Tors nochmal die gleiche Stelle des wesentlich schmaleren Pfostens. Und in der 73. treffen die Gastgeber nur die Querlatte des Jenaer Tors.
Ansonsten ein aus unserer Sicht Katastrophenspiel. Es fehlte völlig der Wille zum Sieg. (Wenn ich die gleiche Einstellung für diesen Spielbericht gehabt hätte, gäbe es hier nichts zu lesen !) Typisches Beispiel: "Zimme" verliert an der U'hachinger Grundlinie ohne großen Widerstand den Ball, bleibt kurz stehen und schlendert dann langsam Richtung Mittellinie. Zwar hätte dem FCC zu diesem Zeitpunkt (eine Viertelstunde vor Schluß) nur noch ein mittleres Wunder geholfen, aber mit dieser Einstellung gibt's garantiert keine Wunder. Einige Fans forderten während und nach dem Spiel schon Engels Rauswurf. Aber: Wenn die Mannschaft im U'hachinger Sportpark den gleichen "Quark" spielt wie vor einem halben Jahr beim 1:2 unter Vogel, dann ist die derzeitige Situation keine Frage des Trainers, sondern (der Einstellung) der (meisten) Spieler.
"Und, am nächsten Freitag sind wir doch alle wieder da" ergänzte sarkastisch ein weiterer Fan die eingangs erwähnte Äußerung. Stimmt ! Also doch masochistische Veranlagungen... <uk>

FC Carl Zeiss JENA gegen SV Meppen 2:1

Tore: 0:1 Marell (67.), 1:1 Bärwolf (68.), 2:1 Zimmermann (70.)

Jena:
Kischko; Tomas; Nierlich, Pfitzner; Gerlach, Gerstner, Cramer (80. Röser), Schneider, Hauser; Zimmermann (89. Rousajew), Bärwolf (80. Weber)
Meppen:
Brasas; Böttche; Prus, Vorholt (77. Thoben); Marell, von Ahlen (54. Deters), Helmer, Myyry, Surmann; Stendel, Ukrow (77. Claaßen)

Zuschauer: 4470

Schiedsrichter: Salver (Stuttgart)

Spielbericht:
Der FCC konnte erneut nach dem Heimspielsieg gegen Frankfurt drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg erringen und damit entgültig die Serie von negativen Heimspielergebnissen beenden. Erfreulich war ebenfalls für die Thüringer, daß nach einer Reihe von Spielen endlich auch wieder einmal die Stürmer trafen.
In einer schwachen ersten Halbzeit waren es die Jenaer, die die erste Chance besaßen. Gerlach hatte in der 2. Minute ein wenig Pech, als sein 16-m-Schuß nur knapp das Tor verfehlte. Der SV Meppen kontrollierte danach den Gegner, so das die Jenaer wenig Akzente setzen konnten. Erst in der 39. Minute ging es wieder im Meppener Strafraum heiß her, nachdem Schneider die fünfte Ecke hereinbrachte und Cramer im Nachsetzen nur die Querlatte traf.
Nach der Pause versuchte Jena den Druck zu erhöhen. Vor allem Gerstner, den für den gesperren Kapitän Holetschek ins Team gerückt war, versuchte im Mittelfeld das Tempo zu erhöhen. Er konnte manchmal nur durch unfaire Fouls gestoppt werden. Doch wenig später kamen auch die Gäste zu ihren ersten Torgelegenheiten. Der FCC hatte es in dieser Phase ihrem Keeper Kischko zu verdanken, das sie nicht schon früher in Rückstand geraten waren. Doch in der 67. Minute hatte er gegen den Schuß von Marell das Nachsehen. Bärwolf konnte mit seinem ersten Saisontor im Gegenzug durch einen Drehschuß den viel umjubelten Ausgleich erzielen. Die Freude der Fans war noch gar nicht verklungen, da markierte Zimmermann mit einem schönen Tor die verdiente Führung. Wenige Minuten später hatte er noch eine Chance zur Resultatsverbesserung, aber leider traf er per Kopf nur die Latte. Der Sieg der Jenaer ging an diesem Spieltag völlig in Ordnung. <vg>

KFC Uerdingen gegen FC Carl Zeiss JENA 2:0

Tore: 1:0 van Buskirk (67.), 2:0 Wollitz (90.)

Uerdingen:
Bade; Panadic, Radschuweit, Grauer; Nikolic, Nowotny (46. van Buskirk), Wedau (64. Grammozis), Wollitz, Nacev; Müller, Thorup (81. Onderka)
Jena:
Kischko; Lindner; Nierlich, Pfitzner; Gerlach (74. Rousajew), Cramer (62. König), Schneider, Holetschek, Hauser (80. Bärwolf); Weber, Zimmermann

Zuschauer: 5350

Schiedsrichter: Dr. Fleischer (Neuburg)

Spieltelegramm
Uerdingen in erster Hälfte ohne Torchance gegen sattelfeste Jena-Abwehr +++ Gäste-Konter jedoch zu sporadisch +++ van Buskirk nutzte Stellungsfehler nach Eckball +++ danach FCC am Drücker, doch Chancen wurden nicht genutzt +++ als Jena alles nach vorn warf, brachte Wollitz-Solo die Entscheidung

FC Carl Zeiss JENA gegen Eintracht Frankfurt 2:1

Tore: 0:1 Sobotzik (35.), 1:1 Holetschek (37.), 2:1 Schneider (43.)

Jena:
Kischko; Lindner (46. Tomas); Nierlich, Pfitzner; Gerlach, Cramer (74. König), Schneider, Holetschek, Hauser; Weber (78. Rousajew), Zimmermann
Frankfurt:
Nikolov; Houbtschev; Bindewald, Kutschera; Zampach (70. Zempic), Janßen (46. Wolf), Weber, Schur, Gebhardt; Sobotzik, Epp (62. Mehic)

Zuschauer: 7973

Schiedsrichter: Margenberg (Wermelskirchen)

Spielbericht:
Ausgerechnet jenes Jenaer Wochenblättchen, das sich am seltensten mit dem FC Carl Zeiss beschäftigt, spekulierte dieser Tage mehr oder minder deutlich über eine bevorstehende Trainerentlassung. Und dies unmittelbar vor der Mitgliederversammlung des Vereins ! Zum Glück entschärfte die Mannschaft am Sonntag diesen Zündstoff auf ihre Weise: Mit einem Sieg gegen den Tabellenführer.
Freilich, ein Blick auf die Tabelle nach den Freitagsspielen muß für jeden FCC-Fan deprimierend gewesen sein: Schlußlicht war man vorher noch nie gewesen ! Und nun kam auch noch der Spitzenreiter mit beinahe makelloser Bilanz. Aber gerade das stachelte die Thüringer offenbar an. Vom Anpfiff weg spielten sie energischer, einsatzstärker und hatten auch die ersten Torchancen. Zunächst scheiterte Holetschek nach einer Ecke, dann schoß Hauser nach Schneiders Musterpaß einen Moment zu spät aufs Tor, Nikolov parierte. Den Torschrei schon auf den Lippen hatten die Zuschauer bei einem Freistoß von Bernd Schneider, doch der mit Effet getretene Ball landete am Lattenkreuz. Nach diesen guten Möglichkeiten saß der Frust umso tiefer, als der bis dahin chancenlose Spitzenreiter in Führung ging. Weber gewann einen Zweikampf an der Strafraumgrenze gegen Holetschek, setzte Gebhardt in Szene, und der flankte auf den unbedrängt heranstürmenden Sobotzik - 0:1. Daß immer der Gast bei Jenas Heimspielen das erste Tor schießt, daran haben wir uns mittlerweile hier schon gewöhnt. Aber diesmal fightete die Mannschaft zurück und kam nur zwei Minuten später zum Ausgleich. Einen Fehler des Frankfurter Liberos nutzte Zimmermann zu einer herrlichen Vorlage für Holetschek, der aus acht Metern Entfernung einschoß. Die Jenaer waren nun obenauf. Besonders die Mittelfeldachse Gerlach - Schneider - Holetschek sorgte für mächtig Dampf. Aber auch den anderen Akteuren muß bescheinigt werden, in puncto Einsatz und Spiel ohne Ball die mit Abstand beste Heimvorstellung gezeigt zu haben. Symptomatisch dafür das Zustandekommen des zweiten Jenaer Treffers. Bernd Schneider erkämpft in einer schier aussichtslosen Situation einen Einwurf. Diesen wirft Gerlach bis an den gegnerischen Strafraum, dort verlängert Holetschek auf Schneider und der schlenzt den Ball unhaltbar ins linke Eck. Ein Treffer, mit dem Bernd Schneider nicht nur die Jenaer vor der Pause in Führung schoß, sondern auch seine eigene, überragende Vorstellung krönte.
Libero Lindner mußte zur Halbzeit mit Halswirbel-Problemen in der Kabine bleiben - für ihn kam Tomas zu seinem Debüt als Libero. Cramer prüfte auch gleich Nikolov mit tollem Schuß, doch anschließend verlagerte sich das Geschehen mehr und mehr in die Jenaer Hälfte. Die Eintracht, bis dahin vom couragierten Gegner offensichtlich überrascht, legte nun mächtig zu, spielte in der letzten halben Stunde phasenweise Powerplay wie beim Eishockey. Doch so groß der Druck des Aufstiegsanwärters auch wurde, Jenas Abwehr behielt stets die Übersicht. Dadurch blieben hochkarätige Chancen rar - einmal verzettelte sich Gebhardt in aussichtsreicher Position, ein andermal mußte Gerlach vor der Linie retten. Wenn es an diesem Tag etwas am FCC zu bemängeln gab, dann dies, daß man in besagter Druckperiode zu selten für Entlastung sorgte, der Ball allzu oft planlos nach vorn geschlagen wurde. Andererseits - wer wollte es den Akteuren verdenken, bei all den individuellen Fehlern im Defensivverhalten, durch die man in dieser Saison schon Gegentreffer kassiert hatte ? - Als Jenas Anhänger schon zur Uhr schauten und den Abpfiff herbeisehnten, stockte ihnen zwei Minuten vor Ultimo nochmal der Atem: Ein Freistoß Sobotziks landete am linken Außenpfosten ! Da hätte auch der sichere Kischko nicht die Spur einer Chance gehabt. Sekunden später rissen Spieler und Fans aber die Arme hoch - Jena hatte den ersten Heimsieg erkämpft. Und die Tabelle ? Die kann man plötzlich auch wieder anschauen - acht Punkte, acht Tore in acht Spielen bedeuten momentan Platz vierzehn.
Zwei Aspekte noch zum Schluß: Erstens ist nun kein deutscher Profiverein mehr ohne Niederlage in dieser Saison, was die Eintracht aber sicher nicht umhauen wird. Und zweitens konnte der alten Jenaer Holztribüne nun endgültig Ade gesagt werden - am Tag nach dem Spiel begannen die Abrißarbeiten. <fc>
Den bislang ausführlichsten Spielbericht auf den insgesamt sieben Eintracht-Seiten gibt es hier zu lesen.

FC Gütersloh gegen FC Carl Zeiss Jena 1:0

Tore: 1:0 Vier (20.)

Gütersloh:
Matysek; Tschiedel; Dziwior, Reekers; Landgraf, Scharpenberg, Schürmann (83. Tomas), Lewe (67. Papic), Meyer; Flock, Vier
Jena:
Kischko; Lindner; Nierlich, Roeser; Gerlach, Cramer, Schneider, Holetschek, Hauser (71. Bärwolf); Zimmermann, Weber

Zuschauer: 5000

Schiedsrichter: Frey (Neu-Ulm)

Spieltelegramm
Deutlich überlegene Gastgeber in der 1. Halbzeit +++ Treffer durch Vier nach Freistoß Meyers +++ Kischko verhinderte größeren Rückstand +++ Nach dem Wechsel Jena am Drücker +++ Schüsse von Schneider und Holetschek verfehlten Tor knapp oder wurden Matyseks Beute +++ Schiedsrichter ahndete Viers Notbremse nur mit Gelb (54.)

VfB Leipzig gegen FC Carl Zeiss JENA 0:0

Leipzig:
Ananiew; Maucksch; Schößler, Edmond; Ziukas (46. Werner), Däbritz, Heidrich, Kern (39. Opoku), Mehlhorn; Fuchs, Franklin
Jena:
Kischko; Lindner; Röser, Nierlich; Gerlach, Schneider, Holetschek, Cramer, Hauser; Zimmermann (89. Bärwolf), Rousajew (70. Weber)

Zuschauer: 5700

Schiedsrichter: Hufgard (Mömbris)

Spielbericht:
Auch in dieser Saison spekuliert man beim VfB Leipzig auf einen der Aufstiegsplätze. Offensichtlich werden diese gehobenen Ansprüche gleich mal auf die Eintrittspreise umgelagert - 16 DM für einen stinknormalen Stehplatz Höhe Eckfahne scheinen für einen Zweitliga-Ostverein ziemlich hoch angesetzt.
Mit Rückblick auf das Freiburg-Spiel das Beste gleich vorweg: Weder am Schiedsrichter noch an der Jenaer Defensivarbeit gab es diesmal etwas auszusetzen. Die Abwehr um Libero Lindner stand sicher wie nie zuvor in dieser Saison, Röser und der diesmal als Manndecker aufgebotene Nierlich hatten Leipzigs Sturmduo Fuchs/Franklin im Griff und schon im Mittelfeld wurde so manche VfB-Aktion durch konsequentes Pressing im Keime erstickt. Gastgeber-Chancen in neunzig Minuten liessen sich dadurch an einer Hand abzählen ! Schößlers 25m-Schuß ragte noch heraus.
So weit, so gut. Leider blieb auch Jenas Chancenausbeute gering. Im Spielaufbau vor allem nach dem Wechsel durchaus gefällig (Gerlach, Schneider), war am gegnerischen Strafraum zumeist Endstation. Einerseits kamen die Flanken zu unpräzise, andererseits rissen die Sturmspitzen diesmal keine Bäume aus. Speziell Mark Zimmermann blieb am Sonntag deutlich unter seinen Möglichkeiten. Sein kurioses Stolpern über den Ball in aussichtsreicher Position setzte dem Ganzen nur die Krone auf. Hauser (49., Außennetz) und Lindner (60.) wirkten da gefährlicher. Nach diesen Chancen tat sich eine Zeitlang gar nichts mehr vor beiden Toren und auch in den Fanblöcken wurde es zunehmend still. Selbst die Fan-Connection Jena-Gera, welche auf der stimmungsvollen Anreise ganze Straßenbahnzüge zum Wippen gebracht hatte, verstummte. Zumindest solange, bis Leipzigs Stürmer Fuchs wieder für Belebung sorgte. Erst versuchte dieser, einen auf legale Weise unerreichbaren Ball mit der Hand ins Tor zu patschen und dann beging er gegen Nierlich eine Tätlichkeit - zunächst gab's Gelb, in der 79. Rot. Fast hätte der FCC diese zahlenmäßige Überlegenheit noch in drei Punkte umgemünzt, doch Lindners etwas voreiliger Schuß zwei Minuten vor Ultimo strich über das Gehäuse.
Unterm Strich ein leistungsgerechtes Unentschieden in einem nur mäßigen Spiel. Auffällig: Die Jenaer treten in fremden Stadien derzeit selbstbewußter auf als daheim. Und da sich die Abwehr allmählich als zweitligatauglich erweist, müßte somit auch beim nächsten Spiel in Gütersloh etwas zu machen sein. <fc>

FC Carl Zeiss JENA gegen SC Freiburg 1:4

Tore: 0:1 Weißhaupt (4.,FE), 0:2 Schwinkendorf (14.), 0:3 
      Wassmer (53.), 1:3 Gerlach (66.), 1:4 Slimane (75.)

Jena:
Kischko; Lindner; Röser, Tomas (68. Bärwolf); Gerlach, Nierlich, Schneider, Holetschek, König (46. Hauser); Weber (46. Rousajew), Zimmermann
Freiburg
Reus; Hoffmann, Korell (88. Diarra), Müller; Kohl, Schwinkendorf, Frontzeck, Weißhaupt, Baya; Wassmer (88. Herz), Slimane (79. Pavlin)

Zuschauer: 7044

Schiedsrichter: Werthmann (Iserlohn)

Spielbericht:
Es gibt sie überall - die Besserwisser, die an jeder Schiri-Entscheidung etwas auszusetzen haben und im Mann in Grün den Schuldigen am Versagen der eigenen Mannschaft sehen. Ich zähle mich nicht dazu. Wenn aber der Schiedsrichter ein ganzes Stadion (abzüglich rund 600 weitgereisten Freiburgern) gegen sich aufbringt, dann kann unsereins die "Leistung" des Referees nicht unkommentiert lassen. Auch wenn es nicht das erste Mal in dieser Saison sein mag.
Dabei lag Herr Werthmann mit seiner Entscheidung nach vier Minuten noch richtig. Lindners Foul unmittelbar an der Strafraumgrenze fand innerhalb des Sechzehners statt, TV-Bilder bewiesen es. Der Elfmeter war demnach berechtigt. Ob sich der Schiri durch die Schmährufe von Jenaer Zuschauern provozieren ließ ? Jedenfalls pfiff er in der Folgezeit konsequent - gegen Jena ! Sechs Gelbe Karten (Freiburg null), zwei Elfmeter und jede Menge zweifelhafter Freistoßentscheidungen mußte der FCC in Kauf nehmen. So in der 14. Minute, als selbst der so besonnene Röser die Welt nicht mehr verstand - nicht er, sondern Freiburgs Slimane bekam den Freistoß zugesprochen. Aus diesem entwickelte sich prompt das 0:2, wobei man spätestens hier Schwachpunkt Nummer zwei erwähnen muß: Die Jenaer Verteidigung. Der Freistoßtrick, Weißhaupts Ablage auf den zur Grundlinie spurtenden Frontzeck, war so neu nicht, daß die Hintermannschaft derart tatenlos zusehen mußte. Schwinkendorf, für mich Freiburgs Bester, verwandelte den Flankenball. Wäre Heiko Weber (16.,Volleyschuß freistehend weit verzogen) oder Mark Zimmermann (27., kam einen Schritt zu spät) der Anschlußtreffer gelungen - vielleicht hätten die Thüringer zum x-ten Mal das Kunststück fertiggebracht, einen Rückstand auf eigenem Platz noch zu kippen. So aber mußten sie froh sein, einen Maik Kischko im Tor zu haben. Der Keeper hatte zunächst noch Glück bei Slimanes Pfostenschuß (26.), holte dann Weißhaupts Freistoß aus dem Dreiangel, und "korrigierte" auf seine Weise auch noch eine böse Fehlentscheidung Werthmanns. Olaf Holetschek hatte für jedermann sichtbar den Ball gespielt, aber der Faller von Wassmer reichte aus, um Weißhaupt eine zweite Elfmeter- Chance einzuräumen (43.). Diese allerdings vereitelte Kischko in großer Manier, hielt auch noch den Nachschuß. Schade, daß danach gleich Halbzeit war, denn diese Glanztat gab der gesamten Elf sichtlich Auftrieb.
Acht Minuten nach Wiederanpfiff war es damit vorbei. Wieder eine Standartsituation, wieder stimmte die Zuordnung in der Jenaer Abwehr nicht, wieder hatte ein Freiburger leichtes Spiel. Trainer Engel schimpfte anschließend auf der Pressekonferenz, bei diesem Tor sei ihm innerlich speiübel geworden. Nicht nur ihm. 0:3 - ein Debakel deutete sich an. Doch im Gegensatz zum Cottbus-Spiel muß man der Mannschaft bescheinigen, niemals aufgegeben zu haben. Als Jens Gerlach mit einem tollen Fernschuß ins rechte obere Eck auf 1:3 verkürzte, hofften viele sogar noch auf die Wende. Doch dazu hätte Rousajew seine Riesenchancen nutzen müssen (65.,84.), hätten Zimmermann und Bärwolf mehr Dampf im gegnerischen Strafraum machen müssen. So blieb es dem Schiedsrichtergespann vorbehalten, mit einer nicht geahndeten Abseitsstellung die Freiburger das Spiel entscheiden zu lassen.
Der Sieg der Breisgauer war aufgrund der individuellen Stärke, der besseren Ballbehandlung verdient, keine Frage. Dem Schiri die Alleinschuld für die erneute Heimschlappe anzulasten, ist also zu simpel. Und ihn nach dem Spiel zu bedrohen, sodaß Polizeischutz angefordert werden mußte, erst recht keine Lösung. Richtig gut kamen in dem Zusammenhang die Fangesänge voll bitterer Ironie aus der Kurve ("Ein Hoch auf den Schiedsrichter"). Hoffentlich hat Herr Werthmann wenigstens die richtig interpretiert... <fc>
Als einzige der fünf Freiburg-Pages bietet die offizielle SCF-Homepage einen Spielbericht an

1. FC Nürnberg gegen FC Carl Zeiss Jena 1:3

Tore: 1:0 Kurth (14.), 1:1 Weber (27.), 1:2 Zimmermann (86.), 1:3 Rousajew (90.)
Nürnberg:
Berg: Knäbel; Halat, Rahner; Wiesinger (59. Störzenhofecker), Baumann; Ziemer, Richter, Smejkal (46. Touré); Kurth (68. Hogen), Driller
Jena:
Kischko; Lindner; Nierlich, Pfitzner (72. Tomas); Gerlach, Röser, Ziegner, Schneider, Holetschek, König (85. Cramer); Zimmermann, Weber (73. Rousajew)

Zuschauer: 19000

Schiedsrichter: Friedrichs (Lennestadt)

Spielbericht:
So muß ein Sonntag sein !!! Relativ kurze Anfahrt, ein schönes Stadion, nettes Sommerwetter (eigentlich war es viel zu heiß), toller Support und ein feines Auswärtsmatch mit passendem Ergebnis ! Da läßt sich auch ein am Tag vorher beendeter Schottland/England-Urlaub mit Spielbesuchen bei den Rangers und an der Anfield Road leicht ertragen.
Nürnberg gewann 5:3 (Häää???) - nach Torjubel. Die Franken sind anscheinend ein lustiges Völkchen, ein Tor schießen, verlieren, aber sich trotzdem fünfmal riesig freuen. Außer Kurths 1:0 war der Ball einmal in Hälfte 1 und zweimal in Hälfte 2 im Jenaer Tor und sorgte für Freudentänze bei den Nürnberger Fans, sogar die Anzeigetafel machte einmal mit und blendete in riesigen Lettern "TOR!!!" ein. Nur hatte der Schiri jeweils vorher abgepfiffen (2x Abseits, 1x Foul vorher). Und auch den Schuß in der 63. Minute von Maman-Touré (der nach seiner Einwechslung ganz schön am Jenaer Strafraum wirbelte) ans Außennetz feierten die Ostecke und Teile der Gegengeraden 2 Minuten lang als Tor, bis sie ihren Irrtum geschnallt hatten. Außerdem hatten die Gastgeber so ihre Probleme mit der Tatsache, daß bei Abseits abgepfiffen wird. Als das endlich ein Nürnberger Stürmer rechts außen in der 70. Minute erstmals begriffen hatte und einen erreichbaren Paß ins Seitenaus rollen ließ, war er so richtig wütend, daß der Linienrichter diesmal NICHT die Fahne oben hatte. Über den Referee brauchten sich aber die "Clubberer" nicht beschweren. Weder wurden der Faustschlag gegen Jens König (vermutlich hat er die "Jens König"-Gesänge auf der Trage gar nicht mehr gehört) noch die böse Attacke gegen Mario Röser - die Ursache für das Ausscheiden der beiden Jenaer waren - bestraft, noch unternahm der Unparteiische etwas gegen die "Senseneinlagen" des Heimteams (speziell in den ersten Minuten).
So richtig ernsthaft Druck machte der 1. FCN nur in der ersten Viertelstunde und dann nochmal zwischen der 60. und 75. Minute, als dem FCC außer Bälle hintenraus und ins Seitenaus dreschen nichts einfiel. Glücklicherweise blieb diesmal die Schwächephase in der 2. Halbzeit unbestraft und man fand wieder zum normalen Spiel. Nach der ersten Jenaer Chance (Kopfball übers Tor) in der 13. Minute fiel im Gegenzug die Führung für Nürnberg. Eigentlich hatte ich jetzt die schlimmsten Befürchtungen, aber von nun an lief es besser. Man bekam den Elan der Nürnberger in den Griff und nachdem Schneider mit Ball am Fuß an der halben Heimmannschaft vorbeimarschiert war, hatte "Benno" keine Mühe, die Flanke einzuschieben. Was dann noch auf unser Tor kam, kassierte Kischko ein. Besonders hervorzuheben sein Flug, als er den Ball nach einem angeschnittenen Freistoß in der 45. Minute aus dem linken oberen Dreiangel kratzte. Na, und bei dem bereits erwähnten Außennetztreffer hatte er und die ganze Mannschaft eben endlich mal Glück gehabt.
Kurz vor Feierabend machte der FCC aus dem schönen einen wunderschönen Sonntag: Schneider paßt nach rechts zu Rousajev und dessen abgefälschte Eingabe erwischt Mark Zimmermann zum 2:1. In der 94. Minute hieß es dann Schneider-Zimmermann-Rousajev-3:1 und damit waren alle Nervenanspannungen der 2.000 mitgereisten FCC-Fans beseitigt. Es gab nur noch riesigen Jubel. Die Jenaer Fans feierten nach dem Abpfiff länger, als der Schiedsrichter nachspielen ließ (6 Minuten, auf Grund vieler Verletzungen völlig berechtigt). Aber auch während des gesamten Spieles war, von den begründeten und unbegründeten Torjubeln der Heimfans mal abgesehen, das Frankenstadion akustisch fest in blau-gelb-weißer Hand. Dieser Support war dem vor einem Jahr auf dem Betzenberg ebenbürtig !
Einziger Negativpunkt: Vor und nach dem Spiel bestanden ein paar Nürnberger auf den Wiederaufbau der Mauer, ließen dumme "Ossidreck"-Sprüche u.ä. vom Stapel und versuchten sich ansatzweise in Tätlichkeiten. Es sind eben doch nicht alle Franken nach einer Heimniederlage so fröhlich.
Übrigens, weiß jemand, auf welchem Kanal die Mitschnitte des zweiten im Frankenstadion anwesenden Fernsehsenders laufen ? Die Kamerateams hatten alle so eine grüne Einheitskleidung... <uk>

FC Carl Zeiss Jena gegen FC Energie Cottbus 0:3

Tore: 0:1 Konetzke (8.), 0:2 Laback (29.), 0:3 Laback (67.)
Jena:
Kischko; Lindner; Wentzel (54. Gerstner), Pfitzner (46. König); Gerlach, Ziegner, Schneider, Rousajew, Nierlich; Zimmermann, Bärwolf (61. Weber)
Cottbus:
Wehner; Hoßmang; Amadou, Jesse; Klews, Irrgang, Zöphel, Wawrzyczek, Lazic; Laback (72. Seretis), Konetzke (87. Woltmann)

Zuschauer: 5003

Schiedsrichter: Malbranc (Hamburg)

Spielbericht:
In der Regionalliga hatte es das schon einmal gegeben, in der 2. Bundesliga zuvor noch nicht: Mit dem FC Energie Cottbus stellte sich genau die Mannschaft in Jena vor, die im DFB-Pokal der vorigen Saison den ganzen Nordosten begeistert hatte und sich dann auch noch durch zwei unsäglich blöde Entscheidungsspiele hindurch zum Aufstieg kämpfte. Allerdings wanderten anschliessend Leistungsträger wie Melzig, Benken zu anderen Klubs ab, die Neuen hatten Anpassungsprobleme und man startete mit nur einem Punkt aus zwei Spielen in die neue Saison. Bei allen Symphatien und Parallelen erwartete man vom FC Carl Zeiss den ersten Saisonsieg sowie eine Steigerung gegenüber dem Wattenscheid-Spiel. Heraus kam eine desolate Heimvorstellung...
Dabei war die personelle Lage besser als zunächst befürchtet. Holetschek, James und Cramer fehlten zwar wegen Verletzung. Aber Lindners Abschlußtest ließ einen Einsatz zu und auch Gerlach konnte erstmals von Beginn an spielen. Die allerersten Minuten gehörten den Thüringern, die sich vor dem gegnerischen Strafraum festzusetzen schienen. Der Neuling kam erst nach sieben Minuten erstmals vors Jenaer Gehäuse, ging aber prompt in Führung. Ausgangspunkt war eine Flanke Wawrzychecks nach Fehler Rousajews, die Laback verlängerte. Lindner und Wentzel wollen artistisch klären, kommen sich dabei ins Gehege, Konetzke als lachender Dritter drückt den Ball ins Netz. Nun ist es in Jena mittlerweile gang und gebe, dem Gast das erste Tor zu überlassen. Jena mußte also wieder einmal reagieren, erhöhte den Druck, hatte durch Zimmermann eine gute Chance zum Ausgleich (18.) - und wurde erneut böse ausgekontert. Klews lief rechts auf und davon, paßte zu den mitgelaufenen Lazic und Laback, letzterer überwand Kischko aus Nahdistanz. Wahrscheinlich war dieser Treffer der Knackpunkt des Spiels - ein Treffer, der niemals hätte anerkannt werden dürfen ! Zugegeben, es waren hochsommerliche Temperaturen und da läßt die Konzentration irgendwann mal nach. Wenn aber ein Schiedsrichter-Assistent nach nicht einmal einer halben Stunde zwei derart klare Abseitsstellungen übersieht, sollte er in Zukunft sein Sonnenbad besser im heimischen Garten nehmen ! Lazic stand mindestens fünf Meter im Abseits und blieb genauso wenig passiv wie Torschütze Laback. Nach dem Elfmeter in Stuttgart kurz vor Schluß kommt man sich hierzulande allmählich verschaukelt vor. - Erstliga-Referee Malbranc plagte danach wahrscheinlich das schlechte Gewissen, jedenfalls stellte er den Polen Wawrzycheck wenige Augenblicke später ungerechtfertigt vom Platz. Auch wenn im Vergleich zum Tor dabei nicht zählbares raussprang - immerhin eröffnete sich dem FCC nun die Möglichkeit, in genau einer Stunde Spielzeit mit elf gegen zehn noch die Wende zu schaffen. Bärwolf (31.) und Zimmermann (39.) hatten erste Gelegenheiten dazu.
Mit Beginn der zweiten Hälfte kam für Manndecker Pfitzner der zuletzt schwache König ins Spiel und hatte gleich eine Kopfballchance. Später führte sich auch Weber gut ins Spiel ein (62., Fallrückzieher). Aber schon da wurde deutlich, daß jegliches Überraschungsmoment im Jenaer Spiel fehlte, um die verstärkte Cottbus-Abwehr aus den Angeln zu heben. Distanzschüsse brachten nur selten, hohe Flanken in den Sechzehner eigentlich nie Gefahr. So sehr sich Bernd Schneider auch mühte, er stand mit dem unermüdlich rackernden Zimmermann allein auf weiter Flur. Ziegner "glänzte" nach Fehlern zu Beginn ausschließlich mit Alibi-Aktionen, Gerlach baute nach gutem Start sichtlich ab, Nierlich, König sind von der ihrer Bestform noch meilenweit entfernt und der als dritte Spitze angekündigte Rousajew war ein Totalausfall. Wenn man dann noch derart zahm in die Zweikämpfe geht und eine alles andere als resolute Abwehr besitzt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn man in Unterzahl noch ein weiteres Tor kassiert. Kischko hatte Irrgang soeben noch eine "Hunderprozentige" abgekauft, beim anschliessenden Eckball aber kam Laback so frei zum Kopfball, daß auch unser Schlußmann nur noch resignierend mit den Schultern zucken konnte. Wer von den Jena-Fans danach im Stadion ausharrte, mußte zu allem Überfluß noch mitansehen, wie Heiko Weber (obwohl nicht als Schütze vorgesehen) mit unplaziertem Elfmeter an Wehner scheiterte (85.) und Lazic fast das 4:0 gelang. Es war deprimierend.
Daß der FCC erstmals nach dem Wiederaufstieg vor über zwei Jahren auf einem Abstiegsplatz steht, ist genauso beunruhigend wie die Ausbeute von nur einem Punkt in zwei Heimspielen gegen Liganeulinge. Und doch sollte man nach drei Spieltagen nicht schon in Abstiegspanik verfallen, schließlich redete vor Jahresfrist auch noch keiner vom Aufstieg, als wir eine Woche lang als Spitzenreiter dastanden. Der Mannschaft fehlt momentan ganz einfach das nötige Selbstvertrauen, um das Fehlen einiger Stammkräfte kompensieren zu können. Vielleicht kommt da ja das Pokalspiel gegen St. Pauli gerade recht ?? <fc>
Einen ausführlichen Spielbericht gibt es auch auf der Cottbuser Homepage

Stuttgarter Kickers gegen FC Carl Zeiss Jena 2:1

Tore: 0:1 Zimmermann (4.), 1:1 Maric (43.), 2:1 Sailer (84., FE)
Stuttgart:
Walter; Lösch; Wüllbier, Strogies; Bounoua, Pfuderer, Kevric (69. Malam), Malchow, Minkwitz; Maric (71. Sailer), Beierle (46. Carl)
Jena:
Kischko; Holetschek; Wentzel (49. Röser), Pfitzner; Nierlich, Gerstner, Ziegner, Schneider, König (55. Gerlach); Zimmermann, Bärwolf (77. Weber)

Zuschauer: 3509

Schiedsrichter: Hilmes (Nordhorn)

Spieltelegramm
Erste Niederlage gegen Kickers +++ Frühe Führung nach Paß Schneiders und Solo Zimmermanns +++ Stuttgart danach druckvoller, Ausgleich kurz vor Pausenpfiff +++ Zimmermann vergab Riesenchance zur erneuten Führung +++ Kischko hielt Foulelfmeter (36.) +++ Referee ließ nicht locker und schenkte Gastgebern zweiten Strafstoß kurz vor Schluß
Siehe auch Spielbericht auf der Kickers-Page

FC Carl Zeiss JENA gegen Wattenscheid 09 1:1

Tore: 0:1 Feinbier (44.), 1:1 Schneider (67.)
Jena:
Kischko; Lindner; James, Pfitzner; Gerstner (58. Ziegner), Nierlich, Schneider, Holetschek, König (76. Hauser); Bärwolf (81. Rousajew), Zimmermann
Wattenscheid
Martin; Stark; Schön, Sok; Teichmann, Gumprecht (89. Hasecke), Bläker, Fengler, Allievi (85. Blank); Dikhtiar (81. Aydin), Feinbier

Zuschauer: 4598

Schiedsrichter: Albrecht (Kaufbeuren)

Spielbericht:
Saisonstart. Während in der zweiten, bald auch in der ersten Fußball-Liga schon wieder gespielt wird, herrscht in Bonn offensichtlich noch Sommerpause. Wie anders ist es zu erklären, daß die von den Fans im letzten Heimspiel mehr oder minder feierlich verabschiedete Tribüne auch am ersten Spieltag der neuen Saison genutzt werden mußte, da noch immer keine Förderzusage vom Bund vorlag ? Vielleicht sollte man sich dort mal ein Beispiel an Thüringens Landespolitikern nehmen ? Die legen sich auch an heißen Tagen ins Zeug und schustern Erfurts Fußballverein neuerdings sogar Gelder aus dem Sozialministerium zu. Wer weiß, wer weiß - vielleicht steht auf den rot-weißen Trikots als Sponsor demnächst 'Sozialministerin' ?
Zum Spiel: Der FC Carl Zeiss hatte fünf seiner sechs Neuzugänge in der Anfangsformation, darunter die komplette Innenverteidigung nebst Torhüter. Da war es von vornherein absehbar, daß die Abstimmung hier und da noch nicht hunderprozentig klappen würde. Folgerichtig kam Wattenscheid zu Torgelegenheiten. So, als Kischko nach neun Minuten einen unkontrollierten Abschlag von der Strafraumgrenze tätigte und dieser aus 35 Metern postwendend zurückkam - Gumprechts Bogenlampe fiel auf die Torlatte! Noch ein weiteres Mal ließ der Ex-Leipziger den Zuschauer-Atem stocken, als er an einer Flanke vorbeisegelte, Pfitzner zum Glück retten konnte. Ansonsten aber deutete unsere neue Nr. 1 schon hier seine Klasse an, reagierte gegen Dikhtiar (22.) und Feinbier (39.) hervorragend. Eine Minute vor der Pause war er allerdings machtlos, da wurde er von seinen Vorderleuten völlig im Stich gelassen. Schön hatte auf Feinbier gepaßt, sechs Jenaer blieben wie angewurzelt auf einer Linie stehen und der Ex-Uerdinger hatte keine Mühe einzuschiessen.
Wer geglaubt hatte, daß der FCC mit Beginn der 2. Halbzeit einen Sturmlauf starten würde, sah sich beizeiten enttäuscht. Der mit einigen Vorschußlorbeeren in dieses Auftaktspiel gegangene Gastgeber wirkte verkrampft, ohne die notwendige Spritzigkeit und Ballsicherheit. Die Abwehr ließ sich noch einige Male düpieren, aber auch im Offensivspiel klappte nur wenig. Gerstner mißlang eine Aktion nach der anderen, Schneider blieb eine Stunde lang völlig blaß und auch König, Holetschek setzten kaum Akzente. Letzterer war bei seinem Foul nahe der Mittellinie nahe am Platzverweis. Der Angriff hing folgerichtig in der Luft, nur Bärwolf hatte in Halbzeit eins einmal seine Klasse angedeutet. Allerdings: Wenn es im Spiel nicht recht läuft, dann bleiben uns immer noch die Standartsituationen! Bernd Schneiders sehenswerter Freistoß über die Mauer ins rechte obere Eck gab ihm zum einen mächtig Auftrieb und sorgte zum anderen für den etwas schmeichelhaften Punktgewinn gegen eine kompaktere Wattenscheid-Elf. Am Ende konnten wir uns einzig und allein bei Maik Kischko bedanken, daß die Saison nicht mit einer Heimniederlage begonnen wurde. Gumprecht, Allievi, Feinbier, Blank - sie alle konnten den Schlußmann selbst aus kürzester Distanz nicht überwinden.
Bleibt zu hoffen, daß Maik Kischko nebenbei auch ein sicherer Prophet ist: "Wir müssen uns erst einmal finden. Ich glaube aber schon, daß wir eine ordentliche Truppe haben und in der Saison noch viel Freude haben werden." <fc>
siehe auch Diskussion zu "Afro-Mega-Supporters"!
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